TAMARA
"Im Einsatz für die Huren"
Dokumentation
"Im Einsatz für die Huren" - so lautet der Titel einer Dokumentation des HR-Fernsehens aus der Reihe "Hessenreporter", die in den letzten Wochen in verschiedenen Programmen der ARD lief. Der knapp 30-minütige Film berichtet über die Arbeit von "Tamara – Beratung und Hilfe für Prostituierte", einer Einrichtung des Zentrums für Frauen der Diakonie Frankfurt. Den Clip können Sie hier ansehen:
Zentrum für Frauen
„Sonst wäre ich ins Abseits gestürzt...“
Der Tagestreff 17 Ost im Zentrum für Frauen der Diakonie Frankfurt ist seit über zehn Jahren ein Rettungsanker für Frauen in schwierigen Lebenslagen
Bunt und fröhlich wirken sie, die großen Figuren im Garten des Tagestreffs 17 Ost der Diakonie Frankfurt. An die berühmten „Nana-Skulpturen“ der Bildhauerin Niki de Saint Phalle erinnern sie. Doch nicht etwa eine renommierte Künstlerin hat die auffälligen Werke geschaffen, sondern Frauen, die hier in die Einrichtung am Frankfurter Alfred-Brehm-Platz kommen. Allesamt befinden sie sich in einer schwierigen Lebenslage, zum Teil sind sie wohnungslos. Aus Anlass des zehnjährigen Bestehens von 17 Ost waren Besucherinnen zudem mit einer Kamera unterwegs, fotografierten ihre Lieblingsplätze in der Stadt. Herausgekommen ist ein buntes Kaleidoskop, das viel vom oftmals schwierigen Alltag der Frauen, aber auch von deren Hoffnungen und Wünschen erzählt. „Der Tagestreff 17 Ost steht Frauen offen, die Gespräche, Kontakte, Bildungsangebote oder einfach Ruhe suchen“, betont die Leiterin des Zentrums für Frauen der Diakonie Frankfurt, Karin Kühn, „er ist ein Ort der Begegnung und Kommunikation für Frauen in unterschiedlichen Lebenssituationen, an dem sie Wertschätzung und Akzeptanz erfahren.“ Die warme Atmosphäre der künstlerisch gestalteten Räume wirkt einladend und freundlich. Ähnlich einem Café bietet 17 Ost Gelegenheit zu ungezwungenen Gesprächen mit anderen Frauen oder den Sozialarbeiterinnen. Insgesamt zwei Mitarbeiterinnen, die sich eine Stelle teilen, sind im Tagestreff für die Frauen Ansprechpartner. Finanziert wird die Einrichtung durch die Stadt Frankfurt am Main, den Landeswohlfahrtsverband Hessen und das Diakonische Werk für Frankfurt am Main. „Zudem wird der Tagestreff seit Jahren von Stiftungen und Spendern unterstützt, ohne die unsere Arbeit so nicht möglich wäre. Dafür sind wir sehr dankbar“, betont Kühn.
Wegweisendes Konzept
Heike S.* schätzt die angenehme Atmosphäre in 17 Ost. „Für jemanden der keine Arbeit hat und daher sehr viel Freizeit ist der kommunikative Teil wichtig. Und wenn ich Beratung brauche, finde ich jederzeit eine Ansprechpartnerin.“ Häufig nutzt die 53-Jährige auch den PC-Raum und entsprechende Schulungsangebote. „Ich konnte meine Computer-Kenntnisse stark verbessern. Das ist sehr wichtig für den Wiedereinstieg in den Beruf. Normale Kurse hätte ich mir aber nie leisten können.“ 17-Ost ist für sie ein „Leuchtturm“ in Frankfurt. „Ich hatte ja sonst alles verloren“. Dass die Räume ein solch schönes Ambiente haben, drücke sehr viel Wertschätzung aus. „Das unterscheidet 17 Ost von vielen anderen Einrichtungen und war für mich überraschend.“, ergänzt Birgit M.* „Einzigartig“, findet sie auch die Angebote. Zum Beispiel nutzt sie Waschmaschine, Küche und Dusche regelmäßig. „Gerade bei der Haushaltsführung hatte ich schon große Probleme“, bekennt sie.
Im April 2001 wurde der Tagestreff für Frauen eröffnet. Das Konzept, das in Ergänzung zu den bestehenden Angeboten des Zentrums für Frauen etabliert wurde, war zu dieser Zeit im Bereich der Wohnungslosenhilfe wegweisend. „Lebenslagen, die von Armut, sozialer Ausgrenzung und Wohnungslosigkeit geprägt sind, erfordern Formen individueller und gemeinschaftlicher Selbsthilfe, um aus der schwierigen persönlichen und sozialen Lage heraus neue Lebensperspektiven zu entwickeln“, erklärt Karin Kühn. Dafür brauche es Kommunikationsorte. „Die Verbindung von Sozialarbeit und Bildung gehörte von Beginn an zu den Schwerpunkten und machte bei der Eröffnung des Tagestreffs ein Alleinstellungsmerkmal aus.“ Das Konzept setzt an den individuellen und gemeinschaftlichen Selbsthilfepotenzialen der Frauen an, es stärkt die Fähigkeit zur Eigenkompetenz und Selbstorganisation und fördert gezielt Gemeinschaft. „Ein Großteil der Besucherinnen von 17 Ost lebt in Armut und ist von Wohnungslosigkeit betroffen“, ergänzt Sozialpädagogin Inge Wienert. Zu den Problemlagen gehören prekäre Armutslagen, Niedrigeinkommen, zum Teil verdeckte Wohnungslosigkeit, unzureichende Wohnverhältnisse, seelische und psychische Erkrankungen wie z.B. Messie-Syndrom, Burn-Out, Borderline, Schizophrenie, Depression, Sucht, körperliche Erkrankungen, auch als Folge von Armut und Wohnungslosigkeit, Überschuldung. „Die Frauen leiden an den Folgen von Vernachlässigung, Gewalt und Traumatisierung. Hinzu kommen Trennung, Scheidung, Arbeitslosigkeit, Inobhutnahme der Kinder durch das Jugendamt.“
Kommunikativer Schutzraum ohne Druck
Auch für Birgit M. war 17 Ost ein Rettungsanker. Aufgrund einer Krankheit konnte sie ihre freiberufliche Tätigkeit schlagartig nicht mehr ausüben. „Der Tagestreff hat mir geholfen, aus der Isolation herauszukommen.“ Die Möglichkeit, hier auch längerfristige Kontakte zu knüpfen, schätzt sie sehr: „Man kann es sich ja nicht oft leisten, in ein normales Cafe zu gehen.“ Bei 17 Ost finde sie Frauen mit ähnlichen Interessen, tausche sich über vieles aus - auch über Schwierigkeiten im Alltag. „In meinem Alter ist die Möglichkeit sehr gering, noch einmal auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Das führt auch sonst zu großen Problemen und man denkt über den Sinn des Lebens nach. Da ist es umso wichtiger, dass man weiß, wo man hingehen kann, wenn einem die Decke auf den Kopf fällt.“ Besonders bewusst werde ihr die Situation, wenn sie in die Vergangenheit zurückblicke: „Ich hatte jahrelang anderen geholfen und stand dann selbst plötzlich selbst vor dem Nichts. Ohne den Tagetreff wäre ich ins soziale Abseits gestürzt.“
„Viele Besucherinnen sind vereinsamt“, weiß Inge Wienert. Auch ältere, alleinstehende Frauen und Seniorinnen seien in zunehmendem Maße von sozialer Isolation betroffen. „Aus finanziellen Gründen sind für sie Möglichkeiten zur Teilhabe an gesellschaftlichen Aktivitäten begrenzt.“ Im gesamten Frankfurter Stadtgebiet und auch über die Stadtgrenze hinaus gibt es kein mit 17 Ost vergleichbares Hilfeangebot für Frauen, das in ein so umfassendes Gesamtkonzept integriert ist. Dabei basiert die Arbeit in 17 Ost, wie Karin Kühn erklärt, konzeptionell auf drei Schwerpunkten: „Hilfe zur Selbsthilfe – Begegnung und Kommunikation – Bildung. Alle Bereiche greifen ineinander und stehen in enger Vernetzung zu den anderen Einrichtungen und Projekten im Zentrum für Frauen. Das ist ein großer Vorteil.“ Etwa 1.100 Besucherinnen nutzten das vielfältige Angebot des Tagestreffs in den vergangenen Jahren. Während der vierstündigen Öffnungszeiten besuchen täglich bis zu 30 Frauen 17 Ost. Zudem kommen zahlreiche Frauen gezielt zu Veranstaltungen. Im Jahr sind es weit über 4.300 Kontakte, die der Tagestreff verzeichnen kann. Die hausinterne Vernetzung mit der Beratungsstelle für Frauen, TAMARA – Beratung und Hilfe für Prostituierte, Lilith – Wohnen für Frauen sowie den Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekten ermöglicht eine unkomplizierte und schnelle Vermittlung. „Professionelle Beratung und Begleitung in 17 Ost ermutigt, bietet Stabilität und Unterstützung in Überbrückungsphasen und kann Ausgangspunkt für die Einleitung weiterer Hilfe- und Unterstützung sein“, bekräftigt Karin Kühn.
Sylvia A.* hat genau das erlebt. Für die 59-jährige hat dabei die Tatsache eine große Rolle gespielt, „dass 17-Ost kein Ghetto ist, sondern Frauen in verschiedenen Lebenssituationen hierher kommen“. Karin Kühn pflichtet bei: „Es ist unser Konzept einen Raum zu bieten, in dem sich sehr verschiedene Frauen unterschiedlichster Generationen treffen, einen Schutzraum haben und durch unsere Angebote verschiedenes ausprobieren können“. Wichtig sei, dass sie keinen Druck verspürten. „In gemischt geschlechtlichen Einrichtungen sei das leider oft anders. „Weil Männer diese öffentlichen Räume dominieren, werden sie von Frauen kaum angenommen.“ 17 Ost dagegen sei sowohl atmosphärisch als auch mit seinen Kommunikations- und Begegnungsangeboten auf die Wünsche und Bedürfnisse seiner Besucherinnen ausgerichtet.“
Stärken – ermutigen – Veränderungen einleiten
Auch Nadia P.* hat Gewalterfahrungen durch Männer hinter sich. Die 39-Jährige leidet unter Depressionen, ist in ärztlicher Behandlung und zur Zeit erwerbsunfähig. „Die Krankheit hat mich total vom Weg abgebracht.“ Nachdem eine Wiedereingliederungs-Maßnahme des Arbeitsamtes ausgelaufen war, fiel sie in ein Loch. „Ich wusste nicht mehr, was ich den Tag über machen sollte.“ Dann besuchte sie Kurse bei 17-Ost, entdeckte das Malen als Hobby. „Das gibt mir sehr viel Kraft. Ich wollte schon immer einen Kurs besuchen, hatte aber nie das Geld dafür.“ Nadia S. kommt mittlerweile regelmäßig in den Tagestreff, vor allem die Kreativangebote wie Malen, Tanz und Bewegung oder Yoga reizen sie. „Sie bringen Sinn in mein momentanes Leben, in dem es sonst sehr viel Leerlauf gibt.“ Wenn sie zum Beispiel ein neues Gemälde fertiggestellt habe, tue ihr das unglaublich gut: „Ich freue mich, dass ich etwas geschafft habe, was wirklich einen Wert hat.“ In schwierigen Lebenssituationen seien solche Erfolgserlebnisse „überlebenswichtig“, pflichtet Birgit M. bei. Dies gelte auch für die Kunstwerke, die sie gemeinsam mit anderen Frauen zum zehnjährigen Bestehen von 17-Ost gestalteten. „Wir haben mitgewirkt, dass etwas so tolles entstehen konnte. Und das ohne dafür jahrelang studieren zu müssen – das ist schon toll.“, sagt Nadia P. stolz und lächelt dabei.
„Die Forderung nach bedarfsgerechten niederschwelligen Hilfeangeboten mit eigenem Schutzraum für Frauen in Not- und Krisensituationen hat bis heute nicht an Bedeutung verloren, sie ist so aktuell wie vor 10 Jahren“, weiß Karin Kühn. Für die Zukunft stünde neben der Bildung insbesondere das Thema Gesundheit im Mittelpunkt. „Die Erfolge zeigen, dass die Angebote von 17 Ost Frauen stärken, ermutigen und gezielte Veränderungen einleiten. Der interdisziplinäre Ansatz hat sich bewährt und soll ausgebaut werden.“ Einmütig wünschen sich die Frauen auch, dass die Öffnungszeiten ausgeweitet werden. Doch dazu fehlen momentan die finanziellen Mittel. „Alle Probleme, die ich im Alltag mit anderen Leuten hab, kann ich hier besprechen“, resümiert Sylvia A. „Wenn es mir schlecht geht oder ich Ideen brauche, wie ich mich verhalten kann, um aus einem Konflikt herauszukommen, suche ich bei 17 Ost das Gespräch.“ Birgit M. sieht das ganz ähnlich: „In meiner schlimmsten Zeit war ich jeden Tag hier – das hat mich über die Zeit gebracht. Die Mischung aus Kontakten, körperlicher und kreativer Arbeit war für mich lebensrettend.“
*Die Namen der betroffenen Frauen wurden redaktionell geändert.
Weißfrauen Diakoniekirche
Lange Nacht am Heiligen Abend in der Weißfrauen Diakoniekirche
Diakoniegottesdienst, Weihnachtsessen und Musik / Offene Kirche bis zum Morgen des ersten Weihnachtstages
Auch in diesem Jahr lädt die Diakonie Frankfurt wieder zu einer „Langen Nacht am Heiligen Abend“ in die Weißfrauen Diakoniekirche, Weser- / Ecke Gutleutstraße ein. Am 24. 12. öffnen sich um 18 Uhr die Türen der Kirche, von 19 bis etwa 20 Uhr wird ein Weihnachtsgottesdienst mit Diakoniepfarrer Dr. Michael Frase gefeiert. Um 21 Uhr gibt es ein Weihnachtsessen, um 22.30 Uhr festliche Musik, um 00.30 Uhr Nachtmusik von der Straße. Am ersten Weihnachtsfeiertag klingt die „Lange Nacht am Heiligen Abend“ um 8.30 Uhr mit einem Weihnachtsfrühstück aus, bevor um 10 Uhr die Kirchentüren schließen. Mitwirken werden unter anderem der Frankfurter Schauspieler Matthias Scheuring, der Sankt Petersburger Trompeter Michail Klimaschewskij sowie Michael Berg an der Orgel.
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main
Frankfurter Winterreise mit Hansi Jochmann und Georgette Dee
Gemeinsames Projekt von Diakonie Frankfurt und Evangelischer Hoffnungsgemeinde am Sonntag, dem 18. Dezember 2011, um 15.30 Uhr in der Matthäuskirche / Bekannte Künstler und Schauspieler erzählen in Liedern und Texten Geschichten wohnungsloser Frauen aus Fr
Ein ganz besonderes kulturelles Ereignis steht wenige Tage vor dem Weihnachtsfest auf dem Programm: Am Sonntag, dem 18. Dezember, findet um 15.30 Uhr die „Frankfurter Winterreise“ in der Matthäuskirche (Friedrich Ebert Anlage 33, 60327 Frankfurt am Main) statt. Das ungewöhnliche Projekt bringt den Liederzyklus „Winterreise“ von Franz Schubert in Bezug zu Geschichten von obdachlosen Menschen. Diesmal stehen die Schicksale wohnungsloser und sozial ausgegrenzter Frauen aus der Mainmetropole im Mittelpunkt. Die „Frankfurter Winterreise“ ist kein Liederabend, keine Dokumentation, keine Dichterlesung und kein Konzert – und doch alles gleichzeitig zusammen. Das Kunstprojekt ist eine gemeinsame Veranstaltung des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main und der Evangelischen Hoffnungsgemeinde. Oberbürgermeisterin Petra Roth hat die Schirmherrschaft übernommen.
Das Projekt lief mit großem Publikumserfolg in ähnlicher Form in verschiedenen deutschen Städten. Für die Frankfurter Veranstaltung hat der Journalist und Sozialarbeiter Stefan Weiller über Monate hinweg Geschichten aufgezeichnet, die auf Erfahrungen von 14 wohnungslosen Frauen und vier Männern aus Frankfurt beruhen. Dazu führte er zahlreiche Interviews vor allem im Zentrum für Frauen der Diakonie Frankfurt am Alfred-Brehm-Platz. Für den Textvortrag, der zwischen den Liedern erfolgt, konnte die bundesweit bekannte Schauspielerin Hansi Jochmann gewonnen werden. Jochmann ist dem breiten Publikum unter anderem als deutsche Synchronstimme von Jodie Foster und durch zahlreiche Fernsehserien bekannt. Die beliebte Künstlerin Georgette Dee und der Pianist Terry Truck beteiligen sich ebenfalls an der Benefizveranstaltung – und verleihen den Schubert-Liedern einen neuen, faszinierenden Ausdruck jenseits der klassischen Liedinterpretation. Die Frankfurter Winterreise bietet mit unterschiedlichen dramaturgischen Mitteln und musikalischem Ideenreichtum einen schonungslosen und berührenden Einblick in Gefühlswelten von Menschen, die am Rande der Gesellschaft sehen – und allzu oft übersehen oder ausgegrenzt werden. Zusammen mit Georgette Dee und Terry Truck interpretieren Absolventen und Dozenten der Musikhochschule Frankfurt die 24 Lieder aus Schuberts Winterreise.
Neben höchstem künstlerischen Anspruch verfolgt die Frankfurter Winterreise ein soziales Anliegen: Einsamkeit und Heimatlosigkeit belasten zahlreiche wohnungslose und sozial ausgegrenzte Menschen in Frankfurt – darauf wird in diesem sozio-kulturellen Projekt eindringlich hingewiesen. Mit der Frankfurter Winterreise sollen Diskussionen und soziale Verantwortung angeregt werden. Der Frauenschwerpunkt eröffnet den Hörern und Lesern eine vertiefte Erfahrungswelt der Wege von Frauen in die Wohnungslosigkeit. Diese Wege unterscheiden sich in einigen Fällen markant von den Stationen von wohnungslosen Männern. Zwar sind Sucht, psychische Krankheit, Trennung, Scheidung, Arbeitsplatzverlust und Armut auch bei vielen Frauen Faktoren, die in die Wohnungslosigkeit und soziale Ausgrenzung führen, aber es kommt eine Häufung von Gewalterfahrungen, Vergewaltigung, Freiheitsentzug, Flucht auf die Straße und Demütigung hinzu, wie sie von Männern seltener erlitten werden – so jedenfalls lässt es sich aus den bisher in Frankfurt geführten Interviews der beiden Aufführungen interpretieren.
Die Frankfurter Winterreise wird bei freiem Eintritt aufgeführt. Dadurch soll auch armen Menschen die kulturelle Teilhabe und der Zugang zum Projekt ermöglicht werden. Zudem wird im Rahmen der Veranstaltung um Spenden zugunsten Frankfurter Hilfeeinrichtungen für obdachlose Menschen gebeten. In diesem Jahr geht der Erlös an das Zentrum für Frauen der Diakonie Frankfurt am Alfred-Brehm-Platz sowie die Kaffeestube für Obdachlose der Evangelischen Hoffnungsgemeinde.
Frauen, die sich in schwierigen Lebenssituationen oder in Not- und Krisensituationen befinden, erhalten im Zentrum für Frauen der Diakonie Frankfurt Unterstützung, Beratung und eine Unterkunft. Es befindet sich in zentraler Stadtlage am Frankfurter Zoo und umfasst folgende Einrichtungen und Projekte: die Beratungsstelle für Frauen, 17 Ost – Tagestreff für Frauen, Lilith – Wohnen für Frauen, Tamara – Beratung und Hilfe für Prostituierte, die ModeKreativWerkstatt sowie die Projekte Stark mit Kind und Brot & Rosen. Das Zentrum für Frauen benötigt finanzielle Unterstützung einerseits um Einzelfallhilfe leisten zu können. Die Beratungsstelle hält einen Beihilfe-Etat für akute finanzielle Notsituationen zur Überbrückung bereit, dieser basiert ausschließlich auf Spendengeldern. In den letzten Jahren erhielten über 100 Frauen schnelle und unbürokratische finanzielle Hilfe. Viele Anfragen müssen abgelehnt werde, da der Beihilfe-Etat begrenzt ist. Die Auszahlung einmaliger Beihilfen ist immer an einen Beratungsprozess gekoppelt. Ziel ist es, eine akute Notlage abzuwenden oder Beihilfen zu gewähren, die maßgeblich zur Verbesserung der Lebenssituation beitragen.
Zudem braucht das Zentrum für Frauen finanzielle Unterstützung für sein niedrigschwelliges Bildungsangebot, das maßgeblich dazu beiträgt, Frauen zu stärken und ihre Lebenssituation zu stabilisieren. Das Thema Gesundheit hat bei Frauen, die von Armut und/oder Wohnungslosigkeit betroffen sind, eine hohe Priorität. Sie erkranken häufiger und haben oftmals keinen Zugang zum Gesundheitssystem; die finanziellen Mittel fehlen. Viele Frauen sind nicht krankenversichert und haben vor diesem Hintergrund schon lange keinen Arzt mehr aufgesucht. Daher besteht eine große Notwendigkeit, im Zentrum für Frauen Angebote im Gesundheitsbereich aufzubauen, etwa Wahrnehmungstraining, Fähigkeitstraining, Stressbewältigung, Ernährungsberatung u.v.m.. Das Ziel ist hierbei, die Frauen zu sensibilisieren, zu stärken, zu befähigen den eigenen Körper wieder wahrzunehmen, sie zu motivieren, sie in das Versicherungssystem zurückzuführen und ihnen die Angst zu nehmen, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Informationen zur Frankfurter Winterreise finden Sie auch unter: www.deutsche-winterreise.de
Fernsehclip der Diakonie Frankfurt zum Thema wohnsitzlose Frauen
Weißfrauen Diakoniekirche
„Stationen/Wohin?“
Vier Mittagsgebete mit Orgelmusik in der Weißfrauen Diakoniekirche
Unter dem Motto „Stationen/Wohin?“ stehen in diesem Jahr die adventlichen Mittagsgebete mit Orgelmusik in der Weißfrauen Diakoniekirche, Weser- / Ecke Gutleutstraße. Um 12 Uhr finden sie am 6., 9., 13. und 16. Dezember mit Michael Berg an der Orgel statt. Anschließend ist jeweils „SamowarBar“.
Das Programm im Einzelnen:
Dienstag, 6. Dezember - Werner Schneider-Quindeau
»O Welt«
JOHANNES BRAHMS (1833—97)
»O Welt, ich muss dich lassen« - forte ma dolce
aus: Elf Choralvorspiele op. post. 122 (1896) – EG 521
Freitag, 9. Dezember - Gunter Volz
»Das Heilige«
OLIVIER MESSIAEN (1908—92)
»Le Banquet céleste« (1928) - Très lent, extatique
Dienstag, 13. Dezember – Wolfgang Nethöfel
»Mitten im Leben«
HANS FÄHRMANN (1860—1940)
»Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen« - Andante sostenuto, mesto
aus: Choralvorspiele op. 59 (1914) – EG 518
Freitag, 16. Dezember – Hans Christoph Stoodt
»Nun komm«
MORITZ BROSIG (1815—87)
»Nun komm, der Heiden Heiland«
aus: Zehn Orgelstücke verschiedenen Charakters u. zwei Choralvorspiele op. 52 (1876) - EG 4
Integrationshilfen für Menschen mit Behinderung
Sozialraumorientierung und Inklusion
Modellprojekt der Diakonie Frankfurt für Menschen mit Behinderung zieht positive Bilanz
Eine positive Bilanz zieht die Diakonie Frankfurt im Hinblick das vom Arbeitsbereich Integrationshilfen konzipierte und von der „Aktion Mensch“ geförderte „Modellprojekt zur Koordination und zum Aufbau eines Netzwerkes für Menschen mit Behinderung“. Grundlage des über einen Zeitraum von drei Jahren konzipierten Projektes war der Ansatz einer Sozialraumorientierung in der Behindertenhilfe. Seit einigen Jahren beschäftigt sich die Behindertenhilfe mit dem Thema „Selbstbestimmung und Teilhabe von Menschen mit Behinderung“. Nicht zuletzt durch das Inkrafttreten des SGB IX sowie der UN-Behindertenrechtskonvention diskutieren Experten, wie die Umsetzung in die Praxis aussehen kann. In diesem Kontext steht auch der Begriff der Inklusion: Inklusion bedeutet, dass jeder Mensch vollständig und gleichberechtigt an allen gesellschaftlichen Prozessen teilhaben und sie mitgestalten kann.
Lokale Vernetzungsstrukturen sowohl mit unterschiedlichen Partnern aus der Behindertenhilfe, als auch mit Akteuren und Initiativen aus dem Stadtteil, sind Voraussetzungen für gelingende Inklusion. So bildete sich im Rahmen des Modellprojektes zum Beispiel das Netzwerk „Migration-Behinderung-Gesundheit“, das sich aus Vertretern der Behindertenhilfe, dem Club Behinderter und ihrer Freunde – CeBeeF Frankfurt sowie dem Amt für multikulturelle Angelegenheiten der Stadt Frankfurt zusammensetzt.
Das Modellprojekt hat Menschen mit Behinderung aktiv in Gestaltungsprozesse eingebunden. Grundlage für eine erfolgversprechende Entwicklung im Hinblick auf Inklusion ist, dass Menschen mit Behinderung ihr Lebensumfeld aktiv mitgestalten. Netzwerk- und Gemeinwesenarbeit sind dafür wesentliche Voraussetzungen. Die ursprünglich in der Kinder- und Jugendarbeit entwickelten Konzepte der Lebenswelt und Sozialraumorientierung ergänzen das Konzept im Hinblick auf Methoden der Beteiligung, Aktivierung und Lebensumfeldanalyse. Die Aktion Mensch fördert das Projekt mit 241.680 Euro. Die Evangelische Hochschule Darmstadt begleitete es wissenschaftlich. Ein Abschlussbericht liegt vor.
Arbeitsbereich Kindertagesstätten
„Ene-Mene-Medien“
Kita-Medienprojekt der Diakonie Frankfurt arbeitet seit drei Jahren erfolgreich
Medienpädagogik für Dreijährige - macht das Sinn? Braucht man das überhaupt? Ist das nicht sogar gefährlich? Viele Eltern reagieren skeptisch. Doch schon der Alltag von Babys und Kleinkindern ist geprägt von medialen Einflüssen. Deshalb gibt es das Projekt Ene-Mene-Medien, entwickelt von der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR) in Kassel und dem Frankfurter Institut für Medienpädagogik und Kommunikation (MuK). Umgesetzt wird es in Zusammenarbeit mit interessierten Kitas. Eine solche Kooperation besteht seit 2008 mit dem Diakonischen Werk für Frankfurt am Main. Etwa ein Viertel der rund 80 Evangelischen Kindertagesstätten in Frankfurt hat bereits am Programm teilgenommen. Bei einem Fachgespräch am 17. November wurden die Ergebnisse vorgestellt: Kurzfilme, Comics, Fotogeschichten, Videoclips oder kleine Infosendungen wie etwa die „Wackelzahnnachrichten“, allesamt produziert von den Kita-Kindern. Zum Konzept gehören außerdem eine Fortbildung für die Erzieherinnen und Elternabende.
„Was? Wie viel? Wie lange?“ Diese Fragen im Zusammenhang mit dem Medienkonsum der Kinder bewegten die meisten Eltern, berichtet die MuK-Bildungsreferentin Cordula Kahl. „Es gibt kein Rezept.“ Und der Leiter des Arbeitsbereiches Kindertagesstätten des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main, Kurt-Helmuth Eimuth, ergänzt: „Wenn man sich so umhört, könnte man glauben, Ziel guter Pädagogik müsste die Eindämmung der Mediennutzung, vor allem des Fernsehens sein.“ Eine Art „Kulturpessimismus“, der bewahren, die Jugend vor Bedrohung schützen möchte.
In den Ene-Mene-Workshops experimentieren die Kinder – neugierig und begeistert. Selber machen und aktiv gestalten lautet die Devise. Sie filmen, schneiden, spielen mit Bild und Ton, lernen Tricks wie die Bluebox kennen und erfahren auf diese Weise, wie Realität konstruiert wird – und dass diese ein Konstrukt ist. Kein naiver Technik-Optimismus wird da vermittelt, sondern Medienkompetenz im besten Sinne.
Die Finanzierung des ambitionierten Vorhabens wurde vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main und bisher zum Großteil von der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR) gesichert. Das ermöglichte den Kitas etwa die Anschaffung des notwendigen teuren Equipments. Das Engagement hat sich gelohnt. So wird zum Beispiel der Kurzfilm des Matthäushorts der Evangelischen Hoffnungsgemeinde Ende November beim Hessischen JugendMedienFestival „Visionale“ zu sehen sein.
Ambulanter Palliativdienst
Mobile Kinderkrankenpflege der Diakonie Frankfurt baut Palliativversorgung für Kinder auf
Dr. Wolfgang und Sigrid Berner Stiftung fördert mit 20.000 Euro/ Mitarbeiterin wird im Bereich Palliative Care qualifiziert
Einen neuen und innovativen Schwerpunkt setzt die Mobile Kinderkrankenpflege der Diakonie Frankfurt: Mit einer ambulanten Palliativversorgung für Kinder hat sie in Frankfurt am Main ein bisher einzigartiges Angebot etabliert. Um dies weiter auszubauen, nimmt Mitarbeiterin Sabina Riede zur Zeit an einer Qualifizierungsmaßnahme im Bereich Pallative Care teil. Die Dr. Wolfgang und Sigrid Berner Stiftung Frankfurt am Main fördert die Weiterbildung der Kinderkrankenschwestern mit 20.000 Euro und wird das Projekt in den nächsten Jahren federführend unterstützen. Wie der Leiter des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main, Pfarrer Dr. Michael Frase, betont, sei dies Ausdruck einer vertrauensvollen Zusammenarbeit über Jahre, für welche die Diakonie Frankfurt überaus dankbar sei. Frase verweist auf die hohe Bedeutung einer Vernetzung von ambulanter und stationärer Versorgung im Bereich der Palliativpflege in Frankfurt. „In Bezug auf kranke Kinder bedeutet dies echtes Neuland. Die Spezialisierung der Mobilen Kinderkrankenpflege bildet einen wichtigen Anknüpfungspunkt in einem Netzwerk, zu dem unter anderem auch das Evangelische Hospiz Frankfurt gehört.“
Wie Walter Rau vom Stiftungsvorstand der Dr. Wolfgang und Sigrid Berner Stiftung bekräftigt, sei es die Aufgabe von Stiftungen, besonders innovative Projekte wie etwa die Palliativversorgung von Kindern zu fördern. „Palliative Care ist ein Arbeitsfeld, in dem man sich ständig in interdisziplinären Bereichen bewegt. Das ist in der Medizin - gerade im Hinblick auf Kinder - lange Zeit nicht im Blick gewesen.“ Pastor Lutz Heil, ebenfalls von der Dr. Wolfgang und Sigrid Berner-Stiftung, stellt die seelsorgerlichen und psychosozialen Aspekte der Arbeit heraus: „Der Begriff palliativ leitet sich vom lateinischen Wort für Mantel ab – und Familien brauchen gerade in dieser Situation Begleitung, Wärme und Schutz.“
Darüber hinaus sei es ein Ziel, so die Leiterin der Mobilen Kinderkrankenpflege, Sylvie Berlit, das Tabu-Thema Sterben von Kindern an die Öffentlichkeit zu bringen und die Gesellschaft für die Situation der betroffenen Familien zu sensibilisieren. „Es geht darum, nach einem Klinikaufenthalt, Pflege und Betreuung ganzheitlich und umfassend zu gewährleisten.“ Insgesamt bedeute die Begleitung sterbender Kinder und deren Versorgung im häuslichen Lebensbereich eine große Herausforderung für die ganze Familie. Wie Sabina Riede erklärt, sei Lebensqualität bei der Palliativpflege ein entscheidendes Stichwort – sowohl für die Kinder, als auch für ihre Angehörigen. „Wir schauen auf die Gesamtsituation und nicht nur auf das Sterben, bieten uns als Gesprächspartnerinnen an, stellen Fragen, aber drängen uns nicht auf.“ Es gelte, den Familien die Angst zu nehmen, die oftmals groß sei - Angst etwas falsch zu machen, etwas nicht zu sehen oder mit der Situation nicht umgehen zu können. Eltern fühlten sich häufig verunsichert , manchmal sogar zerrissen, denn vielfach sei es ihnen nicht möglich , „neben all den Sorgen um das eine Kind auch noch für die anderen da zu sein“. Hier setze die Arbeit der im Bereich Palliative Care qualifizierten Mitarbeiterinnen an. Für ein sterbendes Kind bedeuten die letzten Wochen und Tage zu Hause ein wichtiges Stück Lebensqualität . Die Erfahrung, sein Kind, seinen Bruder, seine Schwester in der letzten Phase des Lebens begleitet zu haben ist für die gesamte Familie unersetzlich und auch für die Trauerarbeit besonders wertvoll.
Die Mobile Kinderkrankenpflege der Diakonie Frankfurt pflegt und betreut seit 1979 akut und chronisch kranke sowie sterbende Kinder. Examinierte Kinderkrankenschwestern helfen, Klinikaufenthalte auf eine minimale Dauer zu beschränken oder komplett zu verhindern. In der Praxis hat sich gezeigt, dass Pflege in häuslicher Umgebung den körperlichen und seelischen Zustand von kranken Kindern entscheidend verbessert. Dabei spielt intensive persönliche Zuwendung eine wichtige Rolle. Neben der Stadt Frankfurt unterstützt die Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung die Einrichtung. Da die von den Kranken- und Pflegekassen erstatteten Beträge bei weitem nicht die Kosten decken, ist die Mobile Kinderkrankenpflege auch in Zukunft auf Unterstützung durch Stiftungsmittel und Spenden angewiesen, um ihre wichtige Arbeit aufrecht zu erhalten.
Die Dr. Wolfgang und Sigrid Berner Stiftung Frankfurt am Main wurde 2003 als rechtsfähige Stiftung aus dem Privatvermögen von Dr. Wolfgang Berner und seiner Frau Sigrid errichtet. Sie engagiert sich auf den unterschiedlichsten Gebieten für Kinder und Jugendliche in Frankfurt am Main und Umgebung.
[Sylvie Berlit, Pfarrer Dr. Michael Frase, Sabina Riede, Pastor Lutz Heil, Walter Rau (von rechts nach links) / Foto: Ilona Surrey]
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main
Pfarrerin Irene Derwein als neue Feuerwehrseelsorgerin eingeführt
„Stabsübergabe“ mit Gottesdienst im Frankfurter Rettungsdienstzentrum
Pfarrerin Irene Derwein ist neue Feuerwehrseelsorgerin in Frankfurt am Main. In einem Gottesdienst im Rettungsdienstzentrum in der Feuerwehrstraße führte der Leiter des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main, Pfarrer Dr. Michael Frase, Derwein in die ehrenamtliche Tätigkeit ein. Gleichzeitig wurde Pfarrer Dieter Roos verabschiedet. Er wurde im Oktober 2006 zum Feuerwehrseelsorger ernannt und hatte dieses Amt fünf Jahre inne, auch in seinem Ruhestand engagierte er sich noch.
Seine Nachfolgerin, Pfarrerin Irene Derwein, leitet hauptamtlich mit je einer halben Stelle die Telefon- sowie die Notfallseelsorge in Frankfurt. Beides sind Einrichtungen des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main. Bei der Notfallseelsorge ist auch das Tätigkeitsfeld SbE (Stressbearbeitung nach belastenden Ereignissen) angegliedert, das die Betreuung von Einsatzkräften nach belastenden Einsätzen anbietet. Da Irene Derwein seit nunmehr elf Jahren in der Notfallseelsorge mitarbeitet, hat sie sowohl bei Einsätzen als auch in der Nachbetreuung von Einsatzkräften Einblicke in die Arbeit der Feuerwehr erhalten.
Weißfrauen Diakoniekirche
„Stationen/Wohin?“
Vier Mittagsgebete mit Orgelmusik in der Weißfrauen Diakoniekirche
Unter dem Motto „Stationen/Wohin?“ stehen in diesem Jahr die adventlichen Mittagsgebete mit Orgelmusik in der Weißfrauen Diakoniekirche, Weser- / Ecke Gutleutstraße. Um 12 Uhr finden sie am 6., 9., 13. und 16. Dezember mit Michael Berg an der Orgel statt. Anschließend ist jeweils „SamowarBar“.
Das Programm im Einzelnen:
Dienstag, 6. Dezember - Werner Schneider-Quindeau
»O Welt«
JOHANNES BRAHMS (1833—97)
»O Welt, ich muss dich lassen« - forte ma dolce
aus: Elf Choralvorspiele op. post. 122 (1896) – EG 521
Freitag, 9. Dezember - Gunter Volz
»Das Heilige«
OLIVIER MESSIAEN (1908—92)
»Le Banquet céleste« (1928) - Très lent, extatique
Dienstag, 13. Dezember – Wolfgang Nethöfel
»Mitten im Leben«
HANS FÄHRMANN (1860—1940)
»Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen« - Andante sostenuto, mesto
aus: Choralvorspiele op. 59 (1914) – EG 518
Freitag, 16. Dezember – Hans Christoph Stoodt
»Nun komm«
MORITZ BROSIG (1815—87)
»Nun komm, der Heiden Heiland«
aus: Zehn Orgelstücke verschiedenen Charakters u. zwei Choralvorspiele op. 52 (1876) - EG 4
[Fotos: Ilona Surrey]
WESER5
Innovatives Wohnkonzept für Wohnsitzlose
Neuer Bauabschnitt am WESER5 Diakoniezentrum hat begonnen
Es tut sich etwas im WESER5 Diakoniezentrum: Ein neuer Bauabschnitt hat bei der Sanierung der Häuser Weserstraße 3 und 5 begonnen. Auch das Haus Weserstraße 5 ist nun komplett entkernt, Mauer- und Installationsarbeiten haben begonnen. Im Hinblick auf die Architektur geschieht ebenfalls eine Veränderung, die nun sichtbar ist. Dabei verbindet ein Vorbau an der Rückfront des Hauses Weserstraße 5 gezielt die Vergrößerung von Räumlichkeiten mit einer architektonischen Aufwertung der Fassade und des Hofes. Die freundliche orange Farbgebung nimmt dabei unter anderem auch Bezug zum vor drei Jahren renovierten WESER5 Tagestreff für Wohnsitzlose, wo in orangefarbenen Kuben unter anderem eine Bibliothek und PC-Arbeitsplätze eingerichtet sind. Wie der Leiter des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main, Pfarrer Dr. Michael Frase, bei einem Ortstermin betonte, gehe es um ein innovatives Konzept, das Standards setze und exemplarisch stehe für moderne Sozialarbeit. Selbständige Lebensführung sei dabei ein entscheidendes Element. Wichtig sei zudem die hohe Qualität der Räumlichkeiten. „Damit bringen wir eine Haltung zum Ausdruck, dass Menschen, die am Rande unserer Gesellschaft leben, Wertschätzung erfahren. Das wirkt Ausgrenzung entgegen.“
Ebenfalls begonnen wird mit den Arbeiten im Innenhof. Dieser stellt ein wichtiges Element in einem Gesamtkonzept dar, deren vorrangiges Ziel es ist, durch Rückbau der neuzeitlichen Überformungen und Barrieren den ursprünglichen Charakter der Gesamtanlage um die Weißfrauenkirche wieder erlebbar und sie so zu einem öffentlichen Raum von hoher Qualität zu machen. „Wir wollen diesen sozialen Ort entwickeln und im Stadtteil sichtbar sein“, so Frase.
Der Umbau und die Sanierung der Häuser Weserstraße 3 und 5 sind mit einem neuen Raumkonzept und erweiterten Angeboten verbunden. Appartement-Wohnen biete wohnungslosen Menschen mehr Privatsphäre und trage damit zur Normalisierung der Lebenslagen bei, bekräftigte Werner Leonardi, stellvertretender Leiter des WESER5 Diakoniezentrums. „Es geht um Hilfe zur Selbsthilfe.“ Die Appartements sind mit eingebautem Wandschrank, Bett, Tisch und Stuhl möbliert und mit einer Küchenzeile sowie eigenem Sanitärbereich ausgestattet. Zudem entsteht neben der bestehenden Wohneinrichtung für Menschen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten in der Weserstraße 5 eine „Wohngruppe für junge Erwachsene“. Sie bietet jungen Erwachsenen neue Chancen mit dem Ziel Teilhabe an der Gesellschaft und unterstützt bei der Entwicklung von Perspektiven. Im Erdgeschoss entstehen neue Beratungsräume mit behindertengerechtem Zugang. Damit wird das stadtweite Beratungsangebot für wohnungslose Männer ausgebaut, das jährlich bis zu 1000 Personen in Anspruch nehmen. Zudem werden die Notübernachtungsplätze ausgebaut. Das Bau- und Modernisierungsprojekt kann nur mit zusätzlicher Unterstützung durch die Stadt Frankfurt im Rahmen eines Programms zur Wohnumfeldverbesserung im Bahnhofsviertel, die ARD Fernsehlotterie „Ein Platz an der Sonne“ sowie das Diakonische Werk in Hessen und Nassau (DWHN) umgesetzt werden.
Bei der Sanierung des Turmes der Weißfrauen Diakoniekirche, der einen besonderen Merkpunkt im Stadtgefüge bildet, setzt das Konzept auf Öffnung. Durch die Einblicke soll der Turm einerseits auf die heutige Nutzung als Zentrum für wohnsitzlose Menschen und andererseits auf den öffentlich zugänglichen und bereits verwirklichten Kultur- und Kunstraum in der Kirche hinweisen.
Das WESER5 Diakoniezentrum wird getragen vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main des Evangelischen Regionalverbandes und ist Anlaufstelle für Obdachlose im Frankfurter Bahnhofsviertel. Hier erfahren Menschen, die keine Wohnung haben, umfassende Hilfe. Die Zahl fünf steht dabei nicht nur für die Hausnummer in der Weserstraße, sondern für fünf qualifizierte Angebote: Tagestreff, Straßensozialarbeit, Soziale Beratungsstelle, Notübernachtung und Übergangswohnhaus. Unter einem Dach gelegen ermöglichen sie schnelle und unbürokratische Unterstützung. Im WESER5 Tagestreff kommen Menschen zur Ruhe und organisieren ihren Alltag. Hilfe zur Selbsthilfe lautet das Motto. Der Tagestreff hat sich als stark genutzte Einrichtung im Frankfurter Bahnhofsviertel etabliert, um die 100 Menschen besuchen ihn täglich.
[Bildunterschrift: Ortstermin auf der Baustelle am WESER5 Diakoniezentrum Foto: Ilona Surrey]
Arbeitsbereich Kindertagesstätten
Von der „Kindergartentante“ zur Bildungsbegleiterin
Fachtag der Diakonie Frankfurt nahm Herausforderungen für Erzieherinnen und Erzieher in den Blick
Die Förderung des Kindes, möglichst früh, optimal, nachhaltig und natürlich individuell, soziales Lernen, harmonische Entwicklung, Wertevermittlung, Persönlichkeitsbildung, selbstverständlich umfassend und ganzheitlich. Das alles wird heute von Kindertagesstätten erwartet und es verdeutlicht den radikalen Wandel in den letzten Jahren. An die Stelle des einstigen „Kindergartens“, in der eine „Form der Mütterlichkeit“ gefragt war, sei heute die Kita als erste Bildungsinstitution getreten, sagte der Leiter des Arbeitsbereiches Kindertagesstätten des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main, Kurt-Helmuth Eimuth, bei einem Fachtag am 4. November. Rund 150 Erzieherinnen (und einige wenige Erzieher) hatten sich in der Gethsemanegemeinde zum diesem Austausch eingefunden, der von der Vorstandsvorsitzen den des Evangelischen Regionalverbandes, Pfarrerin Esther Gebhardt, mit einer Andacht eröffnet wurde.
Anstöße lieferte Professor Stefan Sell von der Fachhochschule Koblenz. Seine These: Wir haben nichts aus der Vergangenheit gelernt. Historischer Rückblick: Betreuung und Bildung. Diese beiden Pole finden sich bereits bei den Vorläufern des modernen Kindergartens. In den 1779 im Elsass von Pfarrer Johann Friedrich Oberlin gegründeten „Strickschulen“ lag der Schwerpunkt auf Malen und Spielen, ebenso sollten in den 1792 von Jospeh Grabner ins Leben gerufenen holländischen „Spielstuben“ Kinder aus einfachen Verhältnissen von „Witwen und anderen bejahrten Frauenzimmern“ beaufsichtigt werden, damit sie nicht auf die schiefe Bahn gerieten. Dagegen legte Samuel Wilderspin in den seit 1821 existierenden Infant Schools Wert auf Bildung - ein Ansatz der Anfang des 19. Jahrhunderts in Preußen, später etwa von Theodor Fliedner in den evangelischen Kleinkinderschulen (1835) oder von Friedrich Fröbel aufgegriffen wurde und sich vor allem an gehobenere Kreise wandte. Diese beiden Traditionen – sogenannte Kinderbewahranstalten für die Unterschicht, Kindergärten im Fröbelschen Sinne für das Bürgertum – spiegelten das Spannungsverhältnis von Betreuung und Bildung, so Professor Sell. Fazit: „Alle aktuellen Topthemen sind seit zwei Jahrhunderten ungelöst und schreiben sich permanent fort.“ Auch weitere Fragen, die uns heute beschäftigen - Sell nennt die Stichworte kompensatorische Erziehung, verlorene Jahre, Sprachförderung -seien bereits in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts debattiert worden. Ohne nennenswerte Konsequenzen.
Und die Situation heute? Fachkräfte fehlen, der Sektor expandiert. Längere Öffnungszeiten, Flexibilisierung, massiver Ausbau des Angebots für Kinder unter drei Jahren, Kitas als Institution, die soziale und familiäre Defizite ausgleichen soll, immer höhere Erwartungen durch eine „bildungspolitische Aufladung“. Der Druck auf Einrichtungen und Personal wächst, nicht jedoch die Anerkennung oder die Gehälter. Im Gegenteil: Erzieherin habe sich von einem „richtigen“ Beruf zu einem „Zuverdienst“ von Frauen entwickelt, mit niedriger Vergütung und oft in Teilzeit. Mit der Folge, dass der Fachkräfte-Nachwuchs heute „schlechter sei als vor 15 oder 20 Jahren“, so Professor Sell. Damals seien angehende Erzieherinnen, häufig Abiturientinnen, in der Regel aus der Mittelschicht gekommen. Zustimmender Beifall aus dem Publikum. Der Referent konstatiert „Handlungsbedarf“ in allen Bereichen - bei Ausbildung, Arbeitsbedingungen, Entlohnung – und prognostiziert noch mehr „Knirschen“ im Gefüge. Das sind zugespitzte und provokative Behauptungen, die Diskussionsstoff bieten für den Fachtag und die Kita-Träger mit „wunden Punkten“ konfrontieren. Das Diakonische Werk für Frankfurt am Main stellt sich den Herausforderungen.
Flyer als PDF
[Fotounterschrift: Professor Stefan Sell, Koblenz, beim Fachtag “Kein Kinderkram“ der Diakonie Frankfurt in der Frankfurter Gethsemanekirche]
Kirchlicher Sozialdienst für Passagiere
„Zwischenlandung“ ein großer Erfolg
Reger Zuspruch beim Tag der Offenen Tür des Kirchlichen Sozialdienstes für Passagiere der Diakonie Frankfurt
Auf großes Interesse stieß der Tag der offenen Tür des Kirchlichen Sozialdienstes für Passagiere am Frankfurter Flughafen. Unter dem Motto „Zwischenlandung“ informierten sich zahlreiche Gäste über die Arbeit der Einrichtung des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main. Grüße überbrachten unter anderem die Vorstandsvorsitzende des Evangelischen Regionalverbandes, Pfarrerin Esther Gebhardt, Vertreter des US-Konsulates sowie des kanadischen und australischen Konsulates, der Präsident der Bundespolizei am Flughafen, Wolfgang Wurm sowie Peter Schmitz, Vorstand operations der Fraport AG. Auch zahlreiche Kooperationspartner aus der gesamten Stadt nutzten die Gelegenheit, bei „Flughafen-Runden“ einmal hinter die Kulissen des Flughafens zu blicken. So war die ehemalige DB-Lounge mit zeitweise über 80 Menschen gut gefüllt, auch das „Airport-Café erfreute sich großer Beliebtheit. Interessiert betrachteten die Gäste eine Fotogalerie mit dem Titel „Der Kirchliche Sozialdienst für Passagiere im Umbruch“ und informierten sich bei einer Präsentation über „das Diakonische Werk für Frankfurt am Main von A bis Z.“ Ein Höhepunkt war die ARD-exclusiv-Dokumentation „Airport-Mission – Zwischenlandung beim Kirchlichen Sozialdienst“.
Der Kirchliche Sozialdienst für Passagiere wird getragen vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main und bietet Beratung und Betreuung von Hilfesuchenden an, die in eine Notsituation geraten sind. Zum Klientel gehören Passagiere und ihre Angehörigen, die Probleme mit Ticket, Pass oder Visum haben oder sich in einer finanziellen Notlage befinden. Auch Menschen, die nach langer Zeit nach Deutschland zurückkehren, oder Asylbewerber, die nach Deutschland als Drittstaat zurückgeschickt werden (Dubliner Übereinkommen), erhalten erste orientierende Hilfsangebote. Psychisch verwirrte Personen werden ebenso betreut. Der Kirchliche Sozialdienst für Passagiere führt Verhandlungen mit Fluggesellschaften, Konsulaten und Botschaften, hilft bei der Kontaktaufnahme mit Angehörigen der Klienten, vermittelt an Stellen des öffentlichen sozialen Hilfesystems und organisiert, wenn nötig, Übernachtungsmöglichkeiten. Neben den Räumlichkeiten im Terminal 1 unterhält der Kirchliche Sozialdienst für Passagiere seit April dieses Jahres einen eigenen Schalter. Er trägt die Nummer 700.1 und befindet sich zwischen den Bereichen B und C. Geöffnet ist er montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr.
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main
Diakonie-Omas erobern die Welt
Diakonie Frankfurt gewinnt „Global Awards of Fundraising 2011“ / „Help The Oma“ als weltweit innovativste Kampagne ausgezeichnet.
Und wieder hieß es: „And the Winner is Diakonie Frankfurt.“ Nachdem „Help The Oma“ im Frühjahr bereits mit dem Deutschen Fundraising-Preis ausgezeichnet wurde, gewann die Ehrenamts-Kampagne des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main nun den „The Resource Alliance Global Awards For Fundraising 2011“. Bei einer Galaveranstaltung im niederländischen Noordwijk überreichte der Präsident und CEO der „Association Of Fundraising Professionals (AFP)“, Andrew Watt, den Preis in der Kategorie „Innovativste Fundraising Kampagne“ an die Diakonie-Delegation. Dabei setzte sich „Help The Oma“ - von der Werbeagentur Saatchi & Saatchi pro bono entwickelt - gegen Kampagnen international renommierter Organisationen durch. Ebenfalls nominiert waren die Boticário Group Foundation aus Brasilien, World Vision aus Finnland sowie Doctors Without Borders aus Spanien. In der Vorwoche war „Help The Oma“ bereits mit dem „GWA Effie in Bronze“ ausgezeichnet worden, den der Gesamtverband Kommunikationsagenturen (GWA) für erfolgreiche Marketing-Kommunikation verleiht. Im Mittelpunkt der Bewertung stehen dabei Effizienz und Wirksamkeit.
Bei „Help The Oma“ gaben sich ganz besondere "promotion girls", drei bezaubernde alte Damen, ein wenig hilfsbedürftiger, als sie es waren, zum Beispiel beim Überqueren der Straße oder beim Kampf mit dem Fahrkartenautomaten. Passanten, halfen, bekamen einen Flyer: "Genau SIE haben wir gesucht." Ein wenig Situationskomik war bei der Aktion durchaus beabsichtigt. Denn alles wurde mit versteckter Kamera gefilmt und auf www.help-the-oma.de gestellt, wo man auch mehr über die verschiedenen ehrenamtlichen Jobs erfahren und sich direkt bewerben konnte. Die Promotion-Aktion in Frankfurt dauerte zwei Tage. Die Botschaft wurde über die Webseite, Presse und Social Media verstärkt in einem Zeitraum von einem Monat in ganz Deutschland an Millionen von Menschen kommuniziert. Die Kampagne gibt Impulse und regt zur gesellschaftlichen Debatte um die Themen Ehrenamt und soziale Stadt an. Zudem bringt sie die Menschen dazu, ihr Bild von älteren Menschen zu überdenken, ohne erhobenen Zeigefinger.
Durch „Help The Oma“ war Diakonie in den Medien präsenter als je zuvor: im Fernsehen, in prominenten Zeitungen, im Radio, im Internet, auf YouTube und Twitter. Insgesamt wurden 9.531.907 brutto-Kontakte erreicht. Der entsprechende Wert der Medienberichterstattung lag bei 228.534 Euro. 13.285 Menschen besuchten www.help-the-oma.de während der ersten Monate. Zahlreiche Interessierte nahmen Kontakt mit der Diakonie Frankfurt auf, 50 Ehrenamtliche konnte sie durch die Kampagne gewinnen. Mit www.help-the-oma.de wurde eine Plattform etabliert, die langfristig ermöglicht, dass Interessierte mit Hilfe der Ehrenamtsprofile unter den facettenreichen Tätigkeiten diejenige finden, die am besten zu Ihnen passt. Auch ein Jahr später hat die Website noch rund 700 "Unique Visits" pro Monat.
Kirchlicher Sozialdienst für Passagiere
Informative „Zwischenlandung“ am Frankfurter Airport
Tag der Offenen Tür beim Kirchlichen Sozialdienst für Passagiere der Diakonie Frankfurt am Donnerstag, dem 20. Oktober 2011
Unter dem Motto „Zwischenlandung“ lädt der Kirchliche Sozialdienst für Passagiere am Frankfurter Flughafen am 20. Oktober 2011 von 14 bis 17 Uhr zu einem Tag der offenen Tür ein. Ort ist die ehemalige DB-Lounge im Übergang von Terminal 1 Richtung Fernbahnhof. Um 14 Uhr 30 sowie um 15 Uhr 30 haben die Besucherinnen und Besucher unter anderem bei „Flughafen-Runden“ die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Gleichzeitig werden die Fotogalerie „Der Kirchliche Sozialdienst für Passagiere im Umbruch“ gezeigt und das Diakonische Werk für Frankfurt am Main „von A bis Z“ vorgestellt. Um 15 Uhr öffnet das „Airport-Cafe“, um 16 Uhr ist die ARD-exclusiv-Dokumentation „Airport-Mission – Zwischenlandung beim Kirchlichen Sozialdienst“ zu sehen. Filmemacher Rütger Haarhaus steht zum Gespräch bereit.
Der Kirchliche Sozialdienst für Passagiere wird getragen vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main und bietet Beratung und Betreuung von Hilfesuchenden an, die in eine Notsituation geraten sind. Zum Klientel gehören Passagiere und ihre Angehörigen, die Probleme mit Ticket, Pass oder Visum haben oder sich in einer finanziellen Notlage befinden. Auch Menschen, die nach langer Zeit nach Deutschland zurückkehren, oder Asylbewerber, die nach Deutschland als Drittstaat zurückgeschickt werden (Dubliner Übereinkommen), erhalten erste orientierende Hilfsangebote. Psychisch verwirrte Personen werden ebenso betreut. Der Kirchliche Sozialdienst für Passagiere führt Verhandlungen mit Fluggesellschaften, Konsulaten und Botschaften, hilft bei der Kontaktaufnahme mit Angehörigen der Klienten, vermittelt an Stellen des öffentlichen sozialen Hilfesystems und organisiert, wenn nötig, Übernachtungsmöglichkeiten. Neben den Räumlichkeiten im Terminal 1 unterhält der Kirchliche Sozialdienst für Passagiere seit April dieses Jahres einen eigenen Schalter. Er trägt die Nummer 700.1 und befindet sich zwischen den Bereichen B und C. Geöffnet ist er montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr.
Einladung als PDF
ARD-exclusiv-Dokumentation Airport-Mission – Zwischenlandung beim Kirchlichen Sozialdienst
WESER5
Große Resonanz auf das diesjährige Grillfest des WESER5 Tagestreffs
Diakonie Frankfurt und Citi Deutschland organisierten großes Sommergrillfest/ mehr als 200 Gäste / weitere Zusammenarbeit geplant
Mit einem großen Erfolg beschloss der WESER5 Tagestreff die diesjährige Grillsaison. Am 22. September 2011 lud das Diakoniezentrum in Kooperation mit der Citigroup Global Markets Deutschland AG (Citi Deutschland) zum gemeinsamen grillen. Bei herrlichem Spätsommer-Wetter folgten über 200 Gäste dem Aufruf und kamen in den Hof des von der Diakonie Frankfurt getragenen WESER5 Tagestreffs für wohnsitzlose Menschen. 16 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Citi Deutschland gaben unter anderem über 200 Würstchen, 150 Steaks sowie 150 Portionen Eis aus. Der Andrang war am Ende so groß, dass in einer Spontanaktion noch Nachschub organisiert wurde, um alle zu versorgen. Auch für musikalische Unterhaltung durch den Gitarristen Jemal Malasidze war gesorgt. Von lateinamerikanischen Rhythmen bis hin zu Beatles-Songs reichte sein großes Repertoire. Eine Spende in Höhe von 550 Euro und der tatkräftige Einsatz der Mitarbeiter der Citi Deutschland machten es möglich, dass das diesjährige Grillfest zu einem vollen Erfolg wurde. Diakonie und Citi Deutschland blicken bereits auf eine langjährige Verbundenheit zurück und auch für die Zukunft gibt es eine Reihe an Ideen und Plänen, wie zum Beispiel Sprachkurse, Bewerbungstraining oder Unterstützung bei Behördengängen. „Wir schätzen die gute und konstruktive Zusammenarbeit mit der Diakonie. Im Rahmen unseres Corporate Social Responsibility Aktivitäten haben wir so schon viele interessante Projekte auf den Weg gebracht. Unseren Mitarbeiter gefiel beim Grillfest besonders, dass sie sich persönlich engagieren konnten“, so Anette Baum, verantwortlich bei Citi Deutschland für die Presse und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Aktivitäten im Bereich Corporate Social Responsibility.
Das WESER5 Diakoniezentrum wird getragen vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main und ist Anlaufstelle für Obdachlose im Frankfurter Bahnhofsviertel. Hier erfahren Menschen, die keine Wohnung haben, umfassende Hilfe. Die Zahl fünf steht dabei nicht nur für die Hausnummer in der Weserstraße, sondern für fünf qualifizierte Angebote: Tagestreff, Straßensozialarbeit, Soziale Beratungsstelle, Notübernachtung und Übergangswohnhaus. Unter einem Dach gelegen ermöglichen sie schnelle und unbürokratische Unterstützung. Im WESER5 Tagestreff kommen Menschen zur Ruhe und organisieren ihren Alltag. Hilfe zur Selbsthilfe lautet das Motto. Der Tagestreff hat sich als stark genutzte Einrichtung im Frankfurter Bahnhofsviertel etabliert, um die 100 Menschen besuchen ihn täglich.
Citigroup Global Markets Deutschland AG ist die Corporate- und Investmentbank der Citi in Deutschland. Mit rund 500 Mitarbeitern in Deutschland betreut Citi Unternehmen, institutionelle Investoren sowie staatliche Institutionen. Citi ist eine etablierte Adresse für die Beratung von M&A-Transaktionen, die Begleitung von Fremd- und Eigenkapitalemissionen in der Rolle des Konsortialführers, das Arrangement von syndizierten Krediten sowie der Bankfinanzierung. Citi betreut alle wichtigen institutionellen Fondsgesellschaften in Deutschland. Zudem ist Citi einer der erfolgreichsten Emittenten von Optionsscheinen, Zertifikaten und derivativen Produkten weltweit. Der Bereich Global Transaction Services (GTS) bietet innovative Lösungen bei der Abwicklung des lokalen und weltweiten Zahlungsverkehrs, des Liquiditäts- und Treasury Managements, der Handelsfinanzierung sowie bei der Wertpapierabwicklung und -verwahrung an.
[Foto: Rolf Oeser]
Mobile Kinderkrankenpflege
Mehr als 1000 Euro für Mobile Kinderkrankenpflege
Veranstalter des „3. Bernemer Oktoberfestes“ unterstützen Einrichtung der Diakonie Frankfurt
Einen Scheck über 761,60 Euro haben die Veranstalter des „3. Bernemer Oktoberfestes“ Peter Schmidt (Bernemer Dippche) und Markus Halsch (Bernemer Käwwern) an Brigitte Deichmann von der Mobilen Kinderkrankenpflege der Diakonie Frankfurt übergeben. Am Ende der Veranstaltung wurde die Spende auf insgesamt 1020,11 Euro aufgestockt. Zusammengekommen war der Betrag durch eine Sammelaktion im Rahmen von „Nagelklopfen“ und „Maßkrugstemmen“ auf dem Fest in Frankfurt-Bornheim. Zudem stellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Oktoberfestes ihre Trinkgelder zur Verfügung.
Die Mobile Kinderkrankenpflege der Diakonie Frankfurt pflegt und betreut akut und chronisch kranke sowie sterbende Kinder. Examinierte Kinderkrankenschwestern helfen, Klinikaufenthalte auf eine minimale Dauer zu beschränken oder komplett zu verhindern. In der Praxis hat sich gezeigt, dass Pflege in häuslicher Umgebung den körperlichen und seelischen Zustand von kranken Kindern entscheidend verbessert. Dabei spielt intensive persönliche Zuwendung eine wichtige Rolle.
Neben der Stadt Frankfurt unterstützt die Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung die Einrichtung. Da die von den Kranken- und Pflegekassen erstatteten Beträge bei weitem nicht die Kosten decken, ist die Mobile Kinderkrankenpflege auch in Zukunft auf Unterstützung durch Stiftungsmittel und Spenden angewiesen, um ihre wichtige Arbeit aufrecht zu erhalten.
Kirchlicher Sozialdienst für Passagiere
„Ein immens wichtiger Faktor für den Flughafen...“
US-Generalkonsulat Frankfurt zeichnet Kirchlichen Sozialdienst für Passagiere am Frankfurter Flughafen aus/ Scheck über 5000 Euro übergeben
Einen Scheck in Höhe von 5000 Euro hat die Stellvertretende US-Generalkonsulin Charisse Phillips an die Leiterin des Kirchlichen Sozialdienstes für Passagiere, Bettina Janotta, übergeben. Die Einrichtung der Diakonie Frankfurt wurde damit von der Community Support Association (CSA) des US-Generalskonsulates Frankfurt für seine Arbeit am Frankfurter Flughafen ausgezeichnet. Phillips bedankte sich insbesondere für die stets hilfreiche und zuvorkommende Unterstützung von US-Bürgern, die als Passagiere Hilfe benötigen. Es sei eine gute Sache, dass der Betrag einer Arbeit zugute komme, die Reisende unmittelbar und direkt unterstütze. CSA betreibt unter anderem den Fotoautomaten in der Visaabteilung des Generalkonsulats. Dabei werden erzielte Überschüsse regelmäßig an gemeinnützige Organisationen im Rhein-Main Gebiet gespendet.
Auch Herbert Mai vom Vorstand der Fraport AG lobte die gute Zusammenarbeit mit dem Kirchlichen Sozialdienst für Passagiere. Immer wieder gerieten Menschen am Flughafen durch für sie unvorhersehbare und unvorstellbare Ereignisse in Not. „Daher ist der Kirchliche Sozialdienst ein immens wichtiger Faktor für den Flughafen.“ Der Leiter des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main, Pfarrer Dr. Michael Frase, bedankte sich herzlich für die Spende. Neben der finanziellen Stärkung bedeute sie eine besondere Motivaton, da sie zeige, dass wichtige diakonische Arbeit auch von außen wahrgenommen und unterstützt werde. Frase betonte zudem die starke Rolle der Ehrenamtlichen, die sich beim Kirchlichen Sozialdienst für Passagiere engagieren. „Ohne sie wäre ein solch umfangreiches Hilfeangebot nicht zu gewährleisten.“
Der Kirchliche Sozialdienst für Passagiere wird getragen vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main und bietet Beratung und Betreuung von Hilfesuchenden an, die in eine Notsituation geraten sind. Zum Klientel gehören Passagiere und ihre Angehörigen, die Probleme mit Ticket, Pass oder Visum haben oder sich in einer finanziellen Notlage befinden. Auch Menschen, die nach langer Zeit nach Deutschland zurückkehren, oder Asylbewerber, die nach Deutschland als Drittstaat zurückgeschickt werden (Dubliner Übereinkommen), erhalten erste orientierende Hilfsangebote. Psychisch verwirrte Personen werden ebenso betreut. Der Kirchliche Sozialdienst für Passagiere führt Verhandlungen mit Fluggesellschaften, Konsulaten und Botschaften, hilft bei der Kontaktaufnahme mit Angehörigen der Klienten, vermittelt an Stellen des öffentlichen sozialen Hilfesystems und organisiert, wenn nötig, Übernachtungsmöglichkeiten. Neben den Räumlichkeiten im Terminal 1 unterhält der Kirchliche Sozialdienst für Passagiere seit April dieses Jahres einen eigenen Schalter. Er trägt die Nummer 700.1 und befindet sich zwischen den Bereichen B und C. Geöffnet ist er montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr.
[Fotos: Ilona Surrey]
Zentrum für Frauen
Tag der offenen Tür im Tagestreff für Frauen 17-Ost
Einrichtung im Zentrum für Frauen der Diakonie Frankfurt feiert 10-jähriges Bestehen am 21. September 2011 /Begleitprogramm mit Fachvortrag und Fotoausstellung
Aus Anlass seines zehnjährigen Bestehens lädt der Tagestreff 17 Ost im Zentrum für Frauen der Diakonie Frankfurt am Mittwoch, dem 21. September 2011, zu einem Tag der offenen Tür ein. Zwischen 10.30 und 13 Uhr sind die Räumlichkeiten am Alfred-Brehm-Platz 17 für die Fachöffentlichkeit geöffnet. Ein Begleitprogramm startet um 11 Uhr mit einem Fachvortrag von Martina Bodenmüller zum Thema: „Möglichkeiten und Potenziale von Kunst- und Kulturprojekten mit benachteiligten Frauen“. Anschließend wird eine Fotoausstellung unter dem Motto „Meine Lieblingsplätze in Frankfurt“ eröffnet. Hierfür zogen Frauen mit einem Fotoapparat durch die Stadt, um ihre Lieblingsplätze zu fotografieren. Zu den Vormittagsveranstaltungen ist auch die Presse herzlich eingeladen.
Am Nachmittag dann haben Frauen ab 13 Uhr die Gelegenheit, in unterschiedlichen Kursen das breit gefächerte Angebot von 17 Ost kennenzulernen.
17 Ost ist eine Anlaufstelle mit Tagesaufenthalt für Frauen, die sich in schwierigen Lebenslagen befinden. Da im Tagestreff vielfältige Angebote vorhanden sind, werden Frauen mit unterschiedlichen Bedürfnissen erreicht. 17 Ost bietet Frauen einen geschützten Ort, die Möglichkeit hauswirtschaftliche Tätigkeiten zu verrichten, Informations- Bewegungs- oder Kreativveranstaltungen sowie sozialpädagogische Gespräche. Die Altersstruktur der Besucherinnen bewegt sich zwischen 18 und 90 Jahren; das durchschnittliche Alter liegt zwischen 40 und 60 Jahren. Jeweils 20 bis 30 Frauen nutzen die Räumlichkeiten während der vierstündigen Öffnungszeit dienstags bis freitags von 13 bis 17 Uhr. Im Jahr verzeichnet 17 Ost über 4.300 Kontakte.
Die Schwierigkeiten, mit denen die Frauen zu kämpfen haben, sind vielfältig: Sie sind wohnungslos, in Übergangseinrichtungen untergebracht, haben psychische Probleme, sind psychisch krank, mit Suchtmittelabhängigkeit belastet, sozial isoliert, arm, verschuldet oder durch Migrationhintergrund benachteiligt. Ziel der Arbeit im Tagestreff ist die lebenspraktische und psychische Unterstützung von Frauen in schwierigen Lebens- oder Krisensituationen, insbesondere von Frauen, die in problematischen Wohnverhältnissen leben bzw. keine Wohnung haben. Eine wichtige Zielgruppe sind zudem Frauen, die von Armut und den daraus folgenden gesellschaftlichen Ausgrenzungen betroffen sind. Im Idealfall nutzen Frauen den Tagestreff, um nach einer schwierigen Problematik oder Lebenskrise wieder Fuß fassen zu können. Er ist darauf ausgerichtet, in einer Übergangsphase Stabilität und Unterstützung zu bieten, die den Ausgangspunkt für die Einleitung eines Hilfeprozesses bildet. Die hausinterne Vernetzung im Zentrum für Frauen der Diakonie Frankfurt ist dabei von großem Vorteil.
Kirchlicher Sozialdienst für Passagiere
Voller Einsatz am Flughafen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft richten neue Kleiderkammer des Kirchlichen Sozialdienstes für Passagiere der Diakonie Frankfurt ein.
Zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft legten in den Räumen Kirchlichen Sozialdienst für Passagiere der Diakonie Frankfurt kräftig Hand an. Im Rahmen ihrer Aktion „Make a Difference Day“ richteten sie die neue Kleiderkammer der Einrichtung ein, bauten Regale und große Schränke auf. „Wir möchten uns den Flughafen immer mehr erschließen und vor Ort Kontakte knüpfen“, bekräftigte Susanna Schönrock-Klenner, Prokuristin Business Development bei KPMG. Für den Arbeitsalltag der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sei es wichtig, über den Tellerrand hinauszuschauen und ein anderes Umfeld kennenzulernen. Auch den Schalterdienst und die Beratung des Kirchlichen Sozialdienstes für Passagiere lernten die KPMG-Mitarbeiter kennen. „Dies war für uns ein wichtiger Aspekt an diesem Tag und wir haben hierdurch ein viel umfänglicheres Bild erhalten“, erörterte Schönrock-Klenner. Hintergrund ist, dass sich die größte Niederlassung sowie der Sitz der englischen Muttergesellschaft des Unternehmens mit insgesamt 2.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seit einigen Monaten im neu errichteten Bauwerk „The Squaire“ am Frankfurter Flughafen befinden.
„Es ist unser Ansinnen, die Arbeit hier so zu unterstützen, dass etwas möglich wird , was sonst im Rahmen der normalen Arbeit so nicht zu leisten wäre“, betonte Matthias Merkel, Senior Manager, IT-Beratung bei KPMG. Wie Leiterin des Kirchlichen Sozialdienstes für Passagiere, Bettina Janotta, erklärte, sei die Kleiderkammer am Flughafen für die Einrichtung immens wichtig: „Wir benötigen mehrmals in der Woche neue Kleidung, um sie an bedürftige Menschen weiterzugeben. Zum Beispiel spenden auch Flughafenhafen-Mitarbeiter regelmäßig. “ Empfänger seien Menschen, die längere Zeit am Flughafen verbringen müssten, da sie zum Beispiel Probleme mit ihren Papieren hätten oder ihren Anschlussflug in ein Land verpasst hätten, in das es erst Tage später wieder einen Flug mit freien Kapazitäten gebe.
Der Kirchliche Sozialdienst für Passagiere wird getragen vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main und bietet Beratung und Betreuung von Hilfesuchenden an, die in eine Notsituation geraten sind. Zum Klientel gehören Passagiere und ihre Angehörigen, die Probleme mit Ticket, Pass oder Visum haben oder sich in einer finanziellen Notlage befinden. Auch Menschen, die nach langer Zeit nach Deutschland zurückkehren, oder Asylbewerber, die nach Deutschland als Drittstaat zurückgeschickt werden (Dubliner Übereinkommen), erhalten erste orientierende Hilfsangebote. Psychisch verwirrte Personen werden ebenso betreut. Der Kirchliche Sozialdienst für Passagiere führt Verhandlungen mit Fluggesellschaften, Konsulaten und Botschaften, hilft bei der Kontaktaufnahme mit Angehörigen der Klienten, vermittelt an Stellen des öffentlichen sozialen Hilfesystems und organisiert, wenn nötig, Übernachtungsmöglichkeiten. Neben den Räumlichkeiten im Terminal 1 unterhält der Kirchliche Sozialdienst für Passagiere seit April dieses Jahres einen eigenen Schalter. Er trägt die Nummer 700.1 und befindet sich zwischen den Bereichen B und C. Geöffnet ist er montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr.
Krabbelstuben
"Entfalten nach dem eigenen Rhythmus..."
Krabbelstube "David" in Frankfurt-Bockenheim offiziell eingeweiht/ Diakonie Frankfurt hält in ihren Einrichtungen für unter 3-Jährige nun insgesamt 400 Plätze bereit.
Kinder in der Stadt – das erfordert heute innovative Wege und "überraschende Standorte", sagte der Leiter des Diakonischen Werkes für Frankfurt des Evangelischen Regionalverbandes, Pfarrer Dr. Michael Frase, bei der Einweihung der Krabbelstube "David" in Frankfurt-Bockenheim am 23. August. "Unerwartet anders" sei das Ambiente zwischen den Türmen der Banken, Hotels, Ver¬sicherungen. Denn die Einrichtung, die eng mit der Evangelischen Dreifaltig¬keits¬gemeinde kooperiert, ist untergebracht im ehemaligen Siemens-Schulungszentrum in der Nähe des Westbahnhofs.
Eröffnet hat die Krabbelstube bereits Anfang September 2010, man blickt auf erste Erfahrungen zurück. Die Pädagogik zur Betreuung von Kleinkindern orientiert sich bei der Diakonie Frankfurt am Konzept der ungarischen Kinderärztin Emmi Pikler. Das bedeutet: Entfaltung des Kindes in seinem eigenen Rhythmus, Respekt, konkret: Vorlieben, Essverhalten, Schlafgewohnheiten werden individuell berücksichtigt. Kinder werden ernst genommen, "Babysprache" ist tabu. Für die Leiterin Andrea Vukajc eine "Philosophie", die sich in allen Facetten im Umgang mit dem Kind zeigt. "Es ist ein Geben und Nehmen. Die Wertschätzung, die wir den Kindern entgegenbringen, kommt zurück."
44 Kinder im Alter von vier Monaten bis drei Jahren bevölkern die Krabbelstube "David" der Diakonie Frankfurt mittlerweile, zwei Gruppen für die Jüngeren bis 18 Monate, zwei für die Älteren. Küche, Bad, schöne Spiel- und Schlafräume, das idyllische Außengelände - eine grüne Oase inmitten des Viertels. Die meisten Kinder kommen aus dem unmittelbaren Einzugsgebiet, einige aus anderen Stadtteilen, und die Nachfrage – bisher über 130 Anmeldungen - ist enorm. Sicher wegen des großen Bedarfs im sogenannten U3-Bereich, aber auch "wegen der hohen Qualität beim Diakonischen Werk", lobte Bürgermeisterin Jutta Ebeling, die sich engagiert für diesen Sektor einsetzt. "Frankfurt braucht hier ein riesiges Ausbau¬programm", sagte sie. Der hohe Stellenwert der Familien spiegele sich in den Ausgaben wieder. So habe die Stadt 2007 für die Kinderbetreuung 170 Millionen Euro ausgegeben, in den Jahren 2013/2014 seien es 340 Millionen, wobei vor allem das Angebot für Kinder unter drei Jahren verbessert werde. Gerade für kleine Kinder sei es wichtig früh mit anderen Kindern zusam¬men zu sein, sagte die Vorstandsvorsitzende des Evangelischen Regionalverbandes, Pfarrerin Esther Gebhardt. "Das tut den Kindern, den Familien und den Müttern gut."
[ Barbara Kernbach]
Quartiersmanagement Rödelheim-West
Musik, Aktion und Spiele von Gummitwist bis Geocaching
Viertes Brückenfest am Blauen Steg in Rödelheim am Sonntag, dem 4. September von 12 bis 18 Uhr
Ein buntes Nachbarschaftsfest findet am Sonntag, dem 4. September 2011, rund um den Blauen Steg in Frankfurt-Rödelheim statt. Zum vierten Mal stehen am Ende der Marquardstraße Begegnung und Aktion, Kunst und Kultur im Mittelpunkt. Für die Bewirtung der Gäste sorgen der Verein „Die Schnauzer“ sowie andere Vereine und Gruppen.
An alle Festbesucher im Alter „von 0 bis 99 Jahren“ richten sich die Nidda-Action-Games mit Spielideen von Gummitwist bis Geocaching. Eine kreative Schiffswerft lädt Kinder und andere Schiffsbauer ein. Gearbeitet werden kann auch mit Ton, Kräutern oder Wolle unter fachkundiger Anleitung von Anwohnerinnen. Eine „Literaturbrücke“ mit Aphorismen und Sprüchen sowie das Geschichtenzelt der Rödelheimer Stadtteilbibliothek schaffen nachdenkliche und ruhige Kontrapunkte. Zur Ausstellung „Kunst am Fluss“ lädt die Rödelheimer Künstlerin Leo Pinkerton gemeinsam mit dem Brückenfestkomitee ein. Das Prinzip: Einfach eine Staffelei mit vollendeten oder angefangenen Werken mitbringen und am Niddaufer ausstellen!
Ein abwechslungsreiches Musikprogramm beginnt um 13 Uhr. Zur Eröffnung spielt der „Barde des Brückenfestes“ Jürgen Salerno mit zwei Nachwuchssängerinnen, es folgt gegen 15 Uhr das Jazzquartett „Coffee´n Cream“ mit Swing der 30er- und 40er Jahre bis hin zu Bossa Nova und Rhythm-n-Blues. Ab 16 Uhr dann spielt die zehnköpfige Gruppe „Fellblech“ auf. Zum Abschluss des Brückenfestes wartet ab 17 Uhr mit dem Auftritt der Gruppe „Los Filonautas“ mit Seiltanz und Akrobatik eine besondere Attraktion auf die Besucherinnen und Besucher. Für alle Aktionen werden noch Helfer und Unterstützerinnen gesucht. Dringend bittet das Brückenfestkomitee um Kuchenspenden, die am Festtag selbst abgegeben werden können.
Unterstützt wird das Fest vom Quartiersmanagement Rödelheim-West der Diakonie Frankfurt. Finanzielle Mittel stellt die Stadt Frankfurt am Main im Rahmen des "Frankfurter Programm - Aktive Nachbarschaft" zur Verfügung. Im Juli 2009 wurde in Rödelheim-West das erste Brückenfest zur Eröffnung der neuen Fußgängerbrücke am Ende der Marquardstraße veranstaltet. Bei dieser Gelegenheit erhielt die neue Fußgängerbrücke durch das Mehrheitsvotum der Festbesucher den Rufnahmen „Blauer Steg“.
Ziel des kommunalen "Frankfurter Programms - Aktive Nachbarschaft" ist es, Nachbarschaften zu stärken und zu aktiver Gestaltung einzuladen. Die Förderung von lokalen Netzwerken steht dabei im Mittelpunkt. Ein Beispiel dafür ist auch das Brückenfest, das von den Anwohnern und Anwohnerinnen vorbereitet und von Vereinen und Einrichtungen aktiv unterstützt wird, darunter der Verein "Die Schnauzer", die Stadtteilbibliothek sowie Rödelheimer Künstlerinnen und Künstler sowie Musiker.
Das Brückenfest findet in diesem Jahr in Absprache mit der Arbeitsgemeinschaft der Rödelheimer Geschäftsleute (ARG) zeitgleich zum „verkaufsoffenen Sonntag“ der Rödelheimer Geschäfte statt. Die Veranstalter möchten damit das breite Potenzial des Stadtteils von der aktiven Nachbarschaft bis zur lokalen Ökonomie aufzeigen.
Evangelische Telefonseelsorge Frankfurt am Main
Evangelische Telefonseelsorge Frankfurt sucht Ehrenamtliche
Die Evangelische Telefonseelsorge Frankfurt am Main sucht ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Die Evangelische Telefonseelsorge Frankfurt am Main sucht ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Gefragt sind Menschen, die gut zuhören können, die ein Herz haben für die Anrufenden und offen sind für deren Sorgen und Anliegen. „Es sind sehr unterschiedliche Themen, die Menschen dazu veranlassen, bei der Telefonseelsorge anzurufen: Erfahrung von Verlusten, Trauer und Verzweiflung, aber auch Einsamkeit, Arbeitsplatzverlust und Armut sowie Sinn- und spirituelle Krisen“, erklärt die Leiterin der Evangelischen Telefonseelsorge Frankfurt, Pfarrerin Irene Derwein. Menschen bei ihrer Suche nach neuen Lebensperspektiven in einem Gespräch am Telefon einfühlsam zu begleiten sei oft hilfreich für die Anrufenden. „Es ist zugleich aber auch bereichernd für diejenigen, die Unterstützung und Begleitung geben können.“
Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen mindestens 25 Jahre alt sein und ein gutes Maß an körperlicher und seelischer Belastbarkeit mitbringen. Auf die Begegnung mit Menschen in Krisen am Telefon werden sie in einer einjährigen Ausbildung , die an zwei Wochenenden und einem wöchentlichen Abendtermin stattfindet, intensiv vorbereitet. Die Ausbildung beinhaltet Selbsterfahrung in der Gruppe, es werden Methoden der Gesprächsführung vermittelt und Themen wie Trauer, Depression, Sucht, Beziehung sowie die Stärkung von Ressourcen bearbeitet.
Nach einem Jahr übernehmen die ehrenamtlichen Telefonseelsorgerinnen und Telefonseelsorger drei individuell planbare Telefonschichten pro Monat, eine davon in der Nacht. Die ausgebildete Supervisorin (DGSv) Pfarrerin Anette Bill und die Diplompsychologin Silvia Ehlert-Lerche leiten die Ausbildungsgruppe. Sie begleiten und qualifizieren die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch anschließend kontinuierlich in Supervisionen und weiterführenden Fortbildungen.
Die Evangelische Telefonseelsorge Frankfurt ist eine Einrichtung des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main.
Kontakt: Tel.: 069/ 28 28 90. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter:
www.ev-telefonseelsorge-frankfurt.de
Kindertagesstätten
Kein Kind darf verloren gehen – Kinderschutz zwischen Mythos und Fachlichkeit
Fachtagung am 20. September 2011 in der Weißfrauen Diakoniekirche
Das Wohl der jungen Menschen macht Zusammenarbeit verschiedener Akteure mit unterschiedlichen Professionen aus verschiedenen Handlungsfeldern notwendig. Wechselseitige
Erwartungen sollen gut abgestimmt sein, damit sie dem Wohl des Kindes dienen. Nun soll zum 1. Januar 2012 ein Bundeskinderschutzgesetz in Kraft treten, welches die Regelungen des Hessischen Gesetzes zur Verbesserung des Gesundheitsschutzes für Kinder aus dem Jahr 2007 bei weitem übersteigt. Im Rahmen dieser Tagung sollen die Genese des Kinderschutzes im SGB VIII und die neuen Regelungen von juristischer und fachlicher Seite betrachtet und erläutert werden. Verschiedene Akteure kommen zu Wort: Das Land Hessen, Kommunen, Vertreterinnen und Vertreter der Praxis, Fachkräfte für Kinderschutz und auch Caritas und Diakonie als Träger zahlreicher Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe.
Hier geht’s zum Programm- und
Anmeldeflyer
Krabbelstuben
„Selbstbewusste und glückliche Menschen, die ihren Platz in der Gesellschaft haben...“
Diakonie Frankfurt weiht Krabbelstube „Ruth“ in Frankfurt-Gallus offiziell ein
Die Krabbelstube „Ruth“ des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main ist am Dienstag offiziell eingeweiht worden. Mit ihr sind in Frankfurt-Gallus 22 Betreuungsplätze für Kinder im Alter von drei Monaten bis drei Jahre entstanden, so dass die Diakonie Frankfurt in ihren Krabbelstuben nun insgesamt 357 Plätze bereithält. Wie ihr Leiter, Pfarrer Dr. Michael Frase bei der Feierstunde betonte, wolle die Diakonie Frankfurt mit den Krabbelstuben einen Beitrag dazu leisten, „dass Kinder zu selbstbewussten und glücklichen Menschen werden, die ihren Platz in der Gesellschaft haben.“ Die Bürgermeisterin der Stadt Frankfurt, Jutta Ebeling, betonte die wichtigen familienpolitischen Aufgabe der Krabbelstube – gerade vor dem Hintergrund, dass die Versorgung in den Frankfurter Bezirken noch keinesfalls ausreichend sei.
Die Krabbelstube „Ruth“ ist die zwölfte Einrichtung dieser Art des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main. Das pädagogische Konzept orientiert sich an den Ansätzen der ungarischen Ärztin Emmi Pikler und den Vorgaben des Hessischen Bildungsplans. Die Kinder werden in allem was sie tun achtsam begleitet. Grundlage ist ein Bild vom Kind, das von Geburt an kompetent ist. Um jedem Kind die Möglichkeit zu bieten, seine Bedürfnisse jederzeit wahrzunehmen, arbeiten die Einrichtungen mit der sogenannten „vorbereiteten Umgebung“. Sie stellt den Kindern Spielmaterialien zur Verfügung, die der Phantasie und dem natürlichen Bewegungsdrang Raum lassen. Die Krabbelstuben bieten ein Umfeld frei von Druck und Konkurrenz. Zum Konzept gehören zudem eine behutsame Eingewöhnung sowie eine enge Kooperation mit den Eltern, zu denen die Fachkräfte eine stabile Erziehungspartnerschaft aufbauen.
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main
Demokratischen Aufbruch hautnah erlebt...
Kairo-Studienreise der Fachbereiche des Evangelischen Regionalverbandes ermöglichte intensive Begegnungen und Einblicke in das „neue Ägypten“ aus erster Hand.
Auf große Interesse stieß der einwöchige Kairo-Besuch einer Gruppe aus Vertreterinnen und Vertretern der Diakonie Frankfurt sowie des Fachbereichs I: Beratung, Bildung, Jugend des Evangelischen Regionalverbandes. Zum Programm gehörten unter anderem Gespräche bei der Kirchenleitung der Presbyterianischen Partnerkirche um den Vorsitzenden Prof. Dr. Helmy Kades, mit der Coptic Evangelical Organisation for Social Service (CEOSS), dem Gouverneur von Kairo Abdel Qawy Khalifa, dem deutschen Botschafter in Kairo, Michael Bock sowie Vertreterinnen und Vertretern der „Ägyptischen Menschenrechts-Organisation“, die bei der Vorbereitung der Revolution vom 25. Januar eine entscheidende Rolle spielte.
Außerdem traf die elfköpfige Gruppe unter der Leitung des ehemaligen Langener Pfarrers Dr. Tharwat Kades mit dem höchsten sunnitischen Würdenträger in der arabischen Welt und dem Präsidenten der Al Azhar Universität, Groß-Imam Ahmed al-Tayeb, zu einem Informationsaustausch zusammen und sprach mit dem ehemaligen Religionsminister Prof. Dr. Mahmud Hamdi Zakzouk. Insgesamt spielte der interreligiöse Dialog bei den Treffen eine große Rolle. Die Frankfurter Gruppe gewann vielfältige Einblicke ein Land im demokratischen Aufbruch, ein Land voller Hoffnungen und Optimismus, aber auch voller Unsicherheiten im Hinblick auf die zukünftige politische und gesellschaftliche Entwicklung. Unterstützt wurde die Reise von der Stadt Frankfurt im Rahmen der Städtepartnerschaft Frankfurt-Kairo.
Wie der Leiter des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main, Dr. Michael Frase betonte, sei es gerade in dieser Zeit wichtig, den Kontakt mit der Partnerkirche und anderen gesellschaftlichen Kräften in Ägypten zu suchen: „Der demokratische Aufbruch ist an allen Ecken spürbar – in den offiziellen Gesprächen ebenso wie im gesamten Alltagsleben. Die Menschen bringen sich nun aktiv in die Gesellschaft ein und artikulieren ihre Interessen.“ Unter anderem konnte die Gruppe auch eine große Demonstration auf dem Tahrir-Platz mitverfolgen, von dem die Revolution ihren Anfang nahm. Jürgen Mattis, Leiter des Fachbereichs I: Beratung, Bildung, Jugend, äußerte sich beeindruckt von dem Wunsch nach Demokratie, der in allen Gesprächen zum Ausdruck gebracht wurde, besonders von jungen Muslimen, die sich in der ägyptischen Menschenrechtsorganisation engagieren bis hin zu staatlichen und religiösen Funktionsträgern.
Der Besuch aus der Partnerstadt stieß auch über die Grenzen von Kairo hinaus auf ein großes mediales Interesse. So wurde die Gruppe aus Frankfurt unter anderem zu Live-Gesprächen in drei Fernsehsendungen großer ägyptischer Sendeanstalten eingeladen. Auch zahlreiche überregionale Tageszeitungen berichteten über den Besuch aus der Partnerstadt.
Mit der Stadt Frankfurt stehen Gespräche im Hinblick auf eine Intensivierung der Städtepartnerschaft Frankfurt-Kairo an. Zudem plant der Fachbereich I: Beratung, Bildung, Jugend einen Fachkräfteaustausch von Pädagoginnen und Pädagogen in der Jugendarbeit zur demokratischen Bildung und zum interreligiösen Dialog.
Foto links: Groß-Imam Ahmed al-Tayeb empfängt die Frankfurter Gruppe an der der Al Azhar Universität.
Foto rechts: Besuch beim Gouverneur von Kairo Abdel Qawy Khalifa (Von links: Jürgen Mattis, Abdel Qawy Khalifa, Dr. Tharwat Kades, Dr. Michael Frase)
Quartiersmanagement Rödelheim-West
Nach dem großen Vorbild Paris...
Este Rödelheimer Musiknacht war ein voller Erfolg/ Viel Bewegung auf, vor und zwischen den Bühnen
Eine große Anzahl von Besucherinnen und Besuchern zog die erste Rödelheimer Musiknacht an. Wie Quartiersmanagerin Heike Hecker erörtert, sei die genaue Zahl zwar schwer zu schätzen, doch ein ganzer Stadtteil in Bewegung gewesen. „Vor den Bühnen versammelten sich zahlreiche Menschen. Beim Konzert mit der Kinoorgel waren es alleine 200“, freut sie sich.
Klassik - Punk - Chöre - Blues - Jazz - Folk - Orgel - Trommeln. Das Programm der ersten Rödelheimer Musiknacht las sich wie ein Lexikon der Musikstile. Mit insgesamt 42 Konzerten brachten Musikerinnen und Musiker unterschiedlichster Genres den Stadtteil zum klingen, swingen, rocken und jazzen. Zu den 24 Auftrittsorten gehörten unter anderem Rödelheimer Parks, Gaststätten, Geschäfte und Höfe, die Hazelwood Studios oder auch die Rollschuhbahn im Brentanopark.
Nach dem Vorbild der weltberühmten „Fete de la Musique“ in Paris hatte seit Anfang des Jahres eine Gruppe von Rödelheimer Bürgerinnen und Bürgern das Ereignis gemeinsam mit dem Quartiersmanagement Rödelheim-West der Diakonie Frankfurt vorbereitet. Heike Hecker dankte nicht zuletzt den Musikerinnen und Musikern, die allesamt ohne eine Gage auftraten. „Es war ein großes Fest, bei dem Engagement für die Stadtteilkultur und Begegnung im Mittelpunkt standen“, bekräftigt die Quartiersmanagerin und resümiert: “Viele Bewohnerinnen und Bewohner äußerten den Wunsch nach einer Fortführung .“
Mehr auf: Blog Rödelheim
Kirche am Flughafen
Ein „Weltbild“, das Menschen verbindet
Kunstobjekt von Peter Sauerer in der Kapelle der Flüchtlingsunterkunft am Flughafen installiert
Der Bildhauer Peter Sauerer (Mitte) erläutert sein Kunstobjekt in der Kapelle der Flüchtlingsunterkunft am Frankfurter Flughafen
Foto: Ilona Surrey
Eine Plastik des Künstlers und Bildhauers Peter Sauerer ist in den Altartisch der Kapelle in der Flüchtlingsunterkunft am Frankfurter Flughafen eingesetzt worden. Sie trägt den Titel „Weltbild“ und symbolisiert die aufgeklappten Hälften einer Weltkugel, die durch einen Faden miteinander verbunden sind. Das aus Lindenholz geschnitzte Objekt ist an den Außenseiten vergoldet, die Innenseiten sind mittels eines Einhaarpinsels bemalt und zeigen den Sternenhimmel.
Der Leiter des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main, Pfarrer Dr. Michael Frase, bezeichnete die Installation als ein besonderes Ereignis in einer Kapelle, die eine wichtige Funktion für viele Menschen habe, die sich zur Klärung ihres rechtlichen Status und ihrer Einreisegenehmigung oftmals über Tage oder gar Wochen in der Flüchtlingsunterkunft aufhalten müssten. Dort bietet ihnen der Kirchliche Flüchtlingsdienst am Flughafen Verfahrensberatung und Seelsorge. „Die Kapelle ist ein Ort, an den alle Menschen mit ihren Gedanken, Sorgen und Hoffnungen kommen können, um vor Gott die eigene Situation zu bedenken, und vielleicht auch die Nöte und Sorgen auszusprechen, die Sorgen um die eigene Situation und die Menschen, die zurückgelassen werden mussten, Kraft zu tanken, Hoffnung zu gewinnen, sich zu stärken.“
In diesem Kontext zeige Peter Sauerers Objekt den Zusammenhang der Welt. „Der Ausdruck ‚Globalisierung‘ ist in den letzten Jahren in unseren Sprachgebrauch aufgenommen worden und wird in vielen Zusammenhängen gebraucht. Die eine Welt ist sich näher gerückt. Zu dieser globalisierten Welt gehört Bewegung und Veränderung in einer Dynamik, wie sie Jahrzehnte zuvor keiner für möglich gehalten hätte.“ Ebenso klinge das Idealbild der Gesamtheit von Gottes Schöpfung in dem Kunstwerk an.
Der Kirchliche Flüchtlingsdienst am Flughafen ist eine Einrichtung des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main des Evangelischen Regionalverbandes und des Caritasverbandes Frankfurt am Main e.V. Er bietet Asylsuchenden, die über den Frankfurter Flughafen ankommen, Verfahrensberatung und –betreuung im Rahmen des sogenannten Flughafenverfahrens (§18a AsylVfG) sowie Seelsorge und Gottesdienste an. Seelsorgegespräche geben Raum für persönliche Empfindungen, Gedanken und Nöte der Menschen, die mit einer ganz neuen Situation konfrontiert sind. Die Verfahrensberatung bietet Information und Begleitung.
WESER5
Citi übergibt 1.700 Euro an WESER5 Diakoniezentrum
Mitarbeiter spendeten Cents ihrer monatlichen Gehaltsabrechnung/ Frühlingskleidersammel- und Buchaktion ergänzte die Spendenaktion
Von links nach rechts: Anette Baum, Pressesprecherin Citigroup Global Markets Deutschland AG, Barbara Oladeji, Head of Corporate Services, Renate Lutz , Leiterin WESER5 Diakoniezentrum, Lucy Teschabai, Koordinatorin CSR.
Foto: Ilona Surrey
Einen Scheck in Höhe von 1.700 Euro übergaben Barbara Oladeji, Head of Corporate Services, Lucy Teschabai, Koordinatorin CSR, sowie Pressesprecherin Anette Baum von der Citigroup Global Markets Deutschland AG (Citi Deutschland) am Dienstag an die Leiterin des WESER5 Diakoniezentrums, Renate Lutz. Der Betrag kam im Rahmen einer Aktion zusammen, bei der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Citigroup Global Markets Deutschland AG die Beträge der Nachkommastellen ihrer monatlichen Gehaltsabrechnung spendeten. Die Euro-Cent Beträge wurden über das Jahr gesammelt und anschließend von der Bank verdoppelt. Verwendet werden soll die Spende unter anderem für den Einkauf von Lebensmitteln für die Essensausgabe im WESER5 Tagestreff.
In der Zeit vom 13. bis 17. Mai nutzen die Citi-Mitarbeiter zudem die Chance, gut erhaltene Berufs- und Freizeitkleidung im Rahmen einer gemeinsam mit dem Diakonischen Werk für Frankfurt am Main organisierten Sammelaktion im Büro am Reuterweg abzugeben. Dieses Mal waren neben Kleidung auch Bücher und CDs gefragt, um damit die Lese-Ecke des WESER5 Tagestreffs zu ergänzen. Wie bereits im Herbst ist die Damenbekleidung für die ModeKreativWerkstatt des Zentrums für Frauen der Diakonie Frankfurt gedacht, Herrenbekleidung geht an das WESER5 Diakoniezentrum, während Kinder- und Freizeitbekleidung für Frauen an das Second-Hand-Kaufhaus “Familien-Markt” in Frankfurt-Bornheim weitergegeben wird. Insgesamt kamen 25 Boxen an Kleidung sowie 100 Bücher und CDs zusammen.
Das WESER5 Diakoniezentrum wird getragen vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main und ist Anlaufstelle für Obdachlose im Frankfurter Bahnhofsviertel. Hier erfahren Menschen, die keine Wohnung haben, umfassende Hilfe. Die Zahl fünf steht dabei nicht nur für die Hausnummer in der Weserstraße, sondern für fünf qualifizierte Angebote: Tagestreff, Straßensozialarbeit, Soziale Beratungsstelle, Notübernachtung und Übergangswohnhaus.
Die ModeKreativWerkstatt der Diakonie Frankfurt wiederum ermöglicht, dass hochwertige Kleidungsstücke finanziell schlechter gestellten Menschen zugute kommen, die sie für den Job, für Vorstellungsgespräche oder Behördengänge benötigen. Ein KreativTeam aus 16 Frauen, die an Hartz IV-Arbeitsgelegenheiten teilnehmen, arbeitet dafür Kleidung um, die von Unternehmen und Privatpersonen gesammelt und gespendet wurde. Gefördert wird die ModeKreativWerkstatt unter anderem auch vom Europäischen Sozialfonds (ESF).
Der Familien-Markt ist ein vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main und Caritasverband Frankfurt e.V. getragenes Second-Hand-Kaufhaus, in dem sich einkommensschwache Frankfurter Bürgerinnen und Bürger günstig einkleiden und mit Möbeln versorgen können. Zusätzlich ist er auch ein Beschäftigungs- und Qualifizierungsbetrieb für bis zu 50 Langzeitarbeitslose und 30 Jugendliche.
Citigroup Global Markets Deutschland AG ist die Corporate- und Investmentbank der Citi in Deutschland. Mit rund 500 Mitarbeitern in Deutschland betreut Citi Unternehmen, institutionelle Investoren sowie staatliche Institutionen. Citi ist einer der international führenden Finanzdienstleister mit mehr als 200 Millionen Kundenkonten und Aktivitäten in über 160 Ländern. Mit den beiden operativen Gesellschaften Citicorp und Citi Holdings bietet Citi Privat- und Firmenkunden, Regierungen und Institutionen eine breite Palette von Finanzprodukten und Dienstleistungen. Dazu gehören unter anderem das Privatkunden- und Konsumentenkreditgeschäft, Firmenkundengeschäft und Investment Banking, der Wertpapierhandel, das Transaction Services Geschäft und die Vermögensverwaltung.
Kindertagesstätten
Neue Räumlichkeiten für das Evangelische Kinder- und Familienzentrum Goldstein eingeweiht
Das Diakonische Werk für Frankfurt am Main und der Fachbereich I Beratung, Bildung, Jugend des Evangelischen Regionalverbandes haben am Donnerstag weitere, neu gestaltete Räumlichkeiten für das Evangelischen Kinder- und Familienzentrum Goldstein eingeweiht
Bei der Einweihung der neuen Räumlichkeiten für das Evangelische Kinder- und Familienzentrum Goldstein, von links nach rechts: Jeanette Kreß, Leiterin des Evangelischen Kinder- und Familienzentrums; Ursula Renkewitz, Arbeitsbereich Kindertagesstätten, Kita 2013 Fachberatung; Jürgen Mattis, Leiter des Fachbereichs I: Beratung, Bildung, Jugend; Dr. Michael Frase, Leiter des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main.
Foto: Rolf Oeser
Als Ergänzung der Bildungsangebote der Kindertagesstätte an der Schwarzbachmühle wird hier die Evangelische Familienbildung ihre Bildungsangebote für Familien im gesamten Stadtteil fortsetzen.
„In seiner Arbeit orientiert sich das Evangelische Kinder- und Familienzentrum Goldstein am Konzept eines Early Excellence Centre“ erläutert Jeanette Kreß, die Leiterin des Evangelischen Kinder- und Familienzentrums. Danach ist jedes Kind exzellent. Wesentliche Aspekte sind zudem die Orientierung an den Ressourcen der Familien und die Offenheit der Angebote für den gesamten Stadtteil. Ziel ist ein multiprofessionelles Angebot von Betreuung, Bildung und Beratung für die Familien.
Konkret treffen sich beispielsweise im wöchentlichen Elterncafé (montags von 14:30 bis 16:30 Uhr) bis zu 20 Familien aus zahlreichen Nationen. Sie nutzen das Angebot mit Spiel- und Betreuungsangebot für die Kinder, um in gemütlicher Kaffeerunde andere Eltern zu treffen, über den Erziehungsalltag zu sprechen oder einfach mal zu entspannen. Mit fachlicher Unterstützung gestalten die Eltern ihren Nachmittag selbständig und nach eigenen Bedürfnissen: Ein gemeinsamer Besuch in der Stadtteilbücherei wurde ebenso realisiert wie der Vortrag einer Hebamme, einer Ernährungsberaterin und einer Mitarbeiterin einer Erziehungsberatungsstelle. „Erziehungspartnerschaft auf Augenhöhe liegt uns besonders am Herzen“ betont Heike Santana, die Koordinatorin der Familienbildungsangebote.
Das Elterncafé wird ergänzt durch eine breite Palette attraktiver Angebote. Hierzu zählen Veranstaltungen zu Schwangerschaft, Geburtsvorbereitung, und erstem Lebensjahr ebenso wie ein Wochenende für Väter und Söhne, ein Gymnastikkurs (Pilates), ein Sprachkurs für Migrantinnen („Mama lernt deutsch“) oder ein Yogakurs für Frauen. Darüber hinaus in Planung sind ein Spiel- und Singkreis für Kinder ab 3 Jahren sowie ein Kochtreff für Goldsteiner Familien. Für all dies bietet das Evangelische Kinder- und Familienzentrum Goldstein nun hervorragende räumliche Voraussetzungen.
Quartiersmanagement Rödelheim-West
Rödelheim wie es klingt, swingt, rockt und jazzt...
Erste Rödelheimer Musiknacht am Samstag, dem 28. Mai, bietet 42 Konzerte an 24 Orten/ Pariser „Fete de la Musique“ als Vorbild
Klassik - Punk - Chöre - Blues - Jazz - Folk - Orgel - Trommeln. Das Programm der ersten Rödelheimer Musiknacht liest sich wie ein Lexikon der Musikstile. Mit insgesamt 42 Konzerten werden am Samstag, dem 28 Mai, ab 18 Uhr engagierte Musikerinnen und Musiker unterschiedlichster Genres den Stadtteil zum klingen, swingen, rocken und jazzen bringen. Auf eine Gage verzichten sie dabei. Zu den 24 Auftrittsorten gehören unter anderem Rödelheimer Parks, Gaststätten, Geschäfte und Höfe, die Hazelwood Studios oder auch die Rollschuhbahn im Brentanopark. Auf einer „offenen Bühne“ können dort auch Kurzentschlossene „unplugged“ ihre musikalischen Stärken zeigen.
Nach dem Vorbild der weltberühmten „Fete de la Musique“ in Paris bereitet seit Anfang des Jahres eine Gruppe von Rödelheimer Bürgerinnen und Bürgern das Ereignis gemeinsam mit dem Quartiersmanagement Rödelheim-West der Diakonie Frankfurt vor. Ziel ist, eine heitere, improvisierte, offene Atmosphäre an den verschiedensten Ecken in Rödelheim zu schaffen. Der Eintritt zu allen Konzerten ist frei, die Zuhörer bringen ihre Sitzgelegenheit selbst mit, ob Klapp- oder Liegestuhl, Picknickdecke oder Sitzkissen. Darüber hinaus werden an einigen Auftrittsorten Getränke angeboten, an der Rollschubahn im Park steht das rollende Restaurant „Just delicous“ bereit.
„Kultur für alle und von allen“, lautet ein Ziel im kommunalen „Frankfurter Programm – Aktive Nachbarschaft“. In diesem Rahmen wird die Rödelheimer Musiknacht vom Quartiersmanagement der Diakonie Frankfurt koordiniert und im Wesentlichen finanziert. Ein Programmheft liegt in vielen Rödelheimer Geschäften aus oder ist im Nachbarschaftsbüro in der Westerbachstr. 29 erhältlich – ferner im Internet unter www.rodelheim.blogspot.com abrufbar. Um eine Beteiligung an den Druckkosten wird gebeten, die entsprechende Kontonummer ist im Programmheft genannt.
Hier geht’s zum Programm
Kontakt:
Quartiersmanagement Rödelheim-West
"Frankfurter Programm - Aktive Nachbarschaft"
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main
des Evangelischen Regionalverbandes
Westerbachstraße 29
60489 Frankfurt am Main
Tel.: 069 93490218
Fax: 069 93490154
E-Mail: heike.hecker@diakonischeswerk-frankfurt.de
Kirche am Flughafen
Näher an den Menschen im Terminal
Neuer Schalter des Kirchlichen Sozialdienstes für Passagiere am Frankfurter Flughafen eingeweiht
Einen eigenen Counter im Terminal 1 des Frankfurter Flughafen eröffnete der Kirchliche Sozialdienst für Passagiere. Wie Leiterin Bettina Janotta betonte, sei man nun „im Terminal besser auffindbar und so noch näher an den Menschen.“ Ermöglicht wird die neue Präsenz in der Abflughalle auch durch 15 Ehrenamtliche, die sich beim Kirchlichen Sozialdienst für Passagiere engagieren. Ausdrücklich dankte Janotta der Fraport AG, die den Schalter kostenfrei zur Verfügung stellt. Er trägt die Nummer 700.1 und befindet sich zwischen den Bereichen B und C. Geöffnet ist er montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr.
Der Kirchliche Sozialdienst für Passagiere wird getragen vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main und bietet Beratung und Betreuung von Hilfesuchenden an, die in eine Notsituation geraten sind. Zum Klientel gehören Passagiere und ihre Angehörigen, die Probleme mit Ticket, Pass oder Visum haben oder sich in einer finanziellen Notlage befinden. Auch Menschen, die nach langer Zeit nach Deutschland zurückkehren, oder Asylbewerber, die nach Deutschland als Drittstaat zurückgeschickt werden (Dubliner Übereinkommen), erhalten erste orientierende Hilfsangebote. Psychisch verwirrte Personen werden ebenso betreut. Der Kirchliche Sozialdienst für Passagiere führt Verhandlungen mit Fluggesellschaften, Konsulaten und Botschaften, hilft bei der Kontaktaufnahme mit Angehörigen der Klienten, vermittelt an Stellen des öffentlichen sozialen Hilfesystems und organisiert, wenn nötig, Übernachtungsmöglichkeiten.
Kirche am Flughafen
Landtags-Grüne besuchen Abschiebungsbeobachtung am Frankfurter Flughafen
Einen persönlichen Eindruck von der Arbeit der Abschiebungsbeobachtung am Frankfurter Flughafen bildeten sich Politikerinnen und Referentinnen von Bündnis 90/Die Grünen, unter ihnen die Sprecherin für Migration und Integration der hessischen Landtagsfraktion, Mürvet Öztürk, sowie Luise Amtsberg, Migrations- und Flüchtlingspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion in Schleswig Holstein. Der Leiter des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main, Dr. Michael Frase, sowie Abschiebungsbeobachterin Diana Nunez informierten über rechtliche Grundlagen, Abläufe sowie aktuelle Entwicklungen am Frankfurter Flughafen. An dem Gespräch nahmen unter anderem auch Vertreter der Bundespolizei sowie Pater Rolf Fuchs von der katholischen Flughafenseelsorge teil. Anschließend besichtigte die Delegation den Rückführungsbereich im Terminal 2.
Mehrere Tausend Menschen, die keine Aufenthaltsberechtigung in Deutschland besitzen, werden jährlich am Frankfurter Flughafen abgeschoben. Die Abschiebungsbeobachterin überprüft im gesamten Abschiebungsprozess, ob beim Vollzug einer Maßnahme menschenrechtliche Prinzipien eingehalten werden und das Verhältnismäßigkeitsprinzip nicht verletzt wird. Sie berichtet über problematische Abschiebungen dem „Forum Abschiebungsbeobachtung am Frankfurter Flughafen“ (FAFF), das sich aus Vertreter/innen der Kirchen, der Bundespolizei sowie von Flüchtlings- und Menschenrechtsorganisationen zusammensetzt.
Seit Ende des letzten Jahres sind die europäischen Länder durch die sogenannte Rückführungsrichtlinie der EU aufgefordert, ein „wirksames System für die Überwachung von Rückführungen“ einzurichten. Das Forum Abschiebungsbeobachtung hat die Aufgabe, eventuellen Verstößen gegen die Verhältnismäßigkeit sowie eventuellen Verletzungen humanitärer Ansprüche nachzugehen, Verbesserungen in der Abschiebungspraxis zu erreichen und Transparenz im Gesamtverfahren herzustellen. Dabei stützt es sich auf die Berichte von Abschiebungsbeobachterinnen, die sich in dem ansonsten der Öffentlichkeit nicht zugänglichen Rückführungsbereich des Flughafens frei bewegen können und täglich Abschiebungen beobachten.
Quartiersmanagement Nordweststadt
„Eine Generation mit viel Potenzial nicht aus den Augen verlieren...“
Mit einem engagierten Nachhilfeprojekt unterstützt das Quartiersmanagement Nordweststadt der Diakonie Frankfurt gezielt Gymnasiasten / Anschlussfinanzierung und Zukunft noch ungeklärt
„Diese Hilfe hat mich sehr motiviert. Ich weiß nicht, wie ich mein Abitur sonst geschafft hätte.“ Abdelkarim Hadoui blickt ein Jahr zurück. Der 21-Jährige aus der Nordweststadt studiert im zweiten Semester Informatik und verdankt dies nicht zuletzt einem ganz besonderen Angebot: dem Nachhilfeprojekt für Oberstufenschüler im Kleinen Zentrum in der Frankfurter Nordweststadt. Es startete vor vier Jahren und wird organisiert vom Quartiersmanagement der Diakonie Frankfurt im „Frankfurter Programm – Aktive Nachbarschaft“ in Kooperation mit dem Jugendclub Kleines Zentrum. „Nach der 10. Klasse gibt es keine öffentliche Nachhilfeförderung mehr, was wir als großes Defizit empfinden“, weiß Quartiersmanagerin Annette Püntmann. „Die Schulförderung endet dann. Die Jugendlichen werden schlichtweg vergessen.“ Allgemein engagiere man sich viel für Früherziehung und -förderung – auch im Rahmen von Stiftungen, „aber was ist mit den Jungen und Mädchen, die es auf ein Gymnasium oder die Fachoberschule geschafft haben und dort Förderung benötigen?“
Jugendliche zu fördern, die das Potenzial haben, einen höheren Bildungsabschluss zu erreichen, sei extrem wichtig, bekräftigt auch Brigitte Crombecher vom Jugendclub Kleines Zentrum, der vom Verein zur Förderung der Jugendarbeit in der Nordweststadt e.V. getragen wird. „So verbessern sich die Chancen, ins Berufsleben zu finden. Es wird verhindert, dass Jugendliche abbrechen, weil sie die Motivation verlieren.“ Es gelte, Ressourcen zu fördern, die zwar vorhanden seien, aber oftmals nicht genutzt würden. „Auch in einer zehnköpfigen Familie, die in einer Vier-Zimmer-Wohnung zusammen lebt, ist es möglich, Kinder zu Abiturienten zu machen“, bekräftigt Püntmann.
In dieser Hinsicht arbeitet das Nachhilfeprojekt überaus erfolgreich. So profitierten bereits über 40 Jugendliche von verschiedenen Frankfurter Gymnasien von der Nachhilfe - viele von ihnen mit Migrationshintergrund. Zu ihnen gehört auch Gülbeyaz Polat. Die 17-Jährige lernt gerade für ihr Fachabitur. In der 11. Klasse begann sie, Mathe-Nachhilfe im Kleinen Zentrum zu nehmen. Heute nutzt sie das Angebot einmal in der Woche, unter anderem als Hausaufgabenhilfe: „Da ist man am nächsten Tag in der Schule fit“, sagt die junge Frau, die momentan ein Praktikum bei der Deutschen Bank absolviert.
Der Dienstag hat sich als fester Termin für die Nachhilfe im Jugendclub etabliert, für den sich die Jugendlichen anmelden können. Großen Anteil am Erfolg hat Batec Urbanovicz. Der Master-Student im Fach Bauingenieurwesen betreut auf Honorarbasis die Nachhilfe für Oberstufenschüler. „Er ist schon eine echte Institution, ein Mulititalent“, findet Hadoui. Als dieser vor Kurzem im Studium eine schwere Prüfung hatte, nutzte er das Angebot ebenfalls. „Ich habe es für unmöglich gehalten zu bestehen, aber Batec hat mir aus der Krise geholfen.“
Selbst ein Klassenkamerad, der große Angst vor den Prüfungen gehabt habe, habe sein Abitur dank des Nachhilfeprojektes geschafft, berichtet Arlinda Hoti. Sie selbst hat das Angebot im letzten Jahr genutzt und dann auch ihr Abitur gemacht: „Das was mir Batec beigebracht hat, ist bei mir sehr gut hängengeblieben und es hat sich klar auf die Abiturnoten ausgewirkt.“ Ganz bewusst sei das Angebot kostenlos, betont Crombecher. „Ich hätte privat keine Nachhilfe gesucht und weiß nicht, ob ich meinen Abschluss dann geschafft hätte“, sagt Abdelghani Marouan, der 2010 sein Fachabitur absolvierte und nun Elektrotechnik an der FH Frankfurt studiert. Bei Gülbeyaz Polat ist das ganz ähnlich: „Ich komme seit acht Jahren in den Jugendclub, zum Beispiel zum Mädchentag, und bin so auf das Angebot aufmerksam geworden.“ Auch einige Jugendliche die nicht in der Nordweststadt leben, und von Freunden von dem Projekt erfuhren, kommen zur Nachhilfe ins Kleine Zentrum. „Ein klarer Hinweis, dass es in anderen Quartieren ebenfalls einen solchen Bedarf gibt.“, bekräftigt Püntmann.
Finanziert wird die Nachhilfe für Oberstufenschüler aus Projektmitteln des Quartiersmanagements der Diakonie Frankfurt im „Frankfurter Programm – Aktive Nachbarschaft.“ Doch dieses Engagement in Stadtvierteln ist bewusst auf eine begrenzte Dauer angelegt. Ziel des Programms ist, Stadtteilentwicklung anstoßen und Strukturen aufzubauen , die anschließend von den Akteuren im Stadtteil in Eigenregie ausgefüllt werden. Momentan läuft nach fünf Jahren erfolgreicher Arbeit im Quartier Nordweststadt erstmals eine Nachsorge, die noch bis Ende des Jahres von der Stadt Frankfurt bewilligt ist. Was dann aus dem engagierten Nachhilfeprojekt werde, sei noch völlig offen, betont Püntmann. „Unser Thema ist, dass wir es schaffen, es auch danach weiter stemmen zu können“, erörtert Crombecher. Es sei nun an der Zeit, dass sich auch andere dafür stark machten, dass das Projekt weiterarbeiten könne, obwohl bei der momentanen Gesetzeslage kein Anspruch auf Pflichtförderung bestehe, fordert Püntmann und resümiert: „Schließlich dürfen wir eine Generation mit großem Potenzial nicht aus den Augen verlieren.“
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main
„And The Winner Is: Help The Oma…“
Diakonie Frankfurt am Main gewinnt mit engagierter Ehrenamts-Kampagne Deutschen Fundraising Preis 2011/ Talkmaster Dr. Alfred Biolek überreicht Auszeichnung bei Galaveranstaltung in Fulda
Großer Jubel herrschte bei einer Delegation der Diakonie Frankfurt am Main um Leiter Dr. Michael Frase, als Laudator Dr. Alfred Biolek am Donnerstagabend in Fulda bei einer Gala anlässlich des Deutschen Fundraising Kongresses bekanntgab: „And The Winner Is: Help The Oma!“ Damit stand fest, dass die Ehrenamts-Kampagne des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main, die von der Werbeagentur Saatchi & Saatchi pro bono entwickelt wurde, den Deutschen Fundraising Preis 2011 gewonnen hat. In der Kategorie „Beste Kampagne“ setzte sie sich in einem Internet-Voting gegen die von einer Fachjury ebenfalls nominierten Kampagnen „Aktion Deutschland Hilft: Erdbeben Haiti" und „Bundesverband Deutsche Tafel e.V.: Lidl-Pfandspendenprojekt" durch.
Mit dem Deutschen Fundraising Preis würdigt der Deutsche Fundraising Verband besonderes Engagement im gemeinnützigen Bereich. Für die Kampagne „Help the Oma“, die unter anderem bereits zwei Auszeichnungen beim Art Directors Club (ADC) erhielt und mit dem „Hammer des Monats“ der renommierten Fachzeitschrift „Horizont“ ausgezeichnet wurde, waren drei ältere Damen auf Frankfurts Straßen unterwegs. Ihr Ziel: für ehrenamtliches Engagement in den Einrichtungen des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main zu werben. Sie gingen in der Frankfurter Innenstadt durch Szenen ihres Alltags, bei denen sie auf Grund ihres Alters Hilfe benötigen: eine Straße überqueren, eine Einkaufstasche tragen oder einen Fahrkartenautomaten benutzen. Zum Dank übergaben die „Omas“ allen Helfern persönlich einen Flyer der Diakonie Frankfurt mit der Botschaft “Genau Sie haben wir gesucht!” und einem Verweis auf die Website www.help-the-oma.de. Auf der Website finden sich nicht nur ausführliche Informationen zu dem Möglichkeiten für ehrenamtliches Engagement in den verschiedenen Arbeitsfeldern der Diakonie Frankfurt, sondern auch zu den Protagonistinnen und ihrer Vorgeschichte sowie Foto und Filmmaterial der Aktion.
Die Kampagne war ein großer Erfolg. Es konnten 50 Ehrenamtliche für die Einrichtungen der Diakonie Frankfurt begeistert und gewonnen werden. Zudem meldeten sich zahlreiche interessierte Menschen unter der Projekt-Hotline, boten projektbezogen ihre Mitarbeit an oder fragten nach Möglichkeiten für ehrenamtliches Engagement in anderen Städten. Die Website www.help-the-oma.de verbuchte hohe Zugriffszahlen, ebenso die Kampagnen-Videos auf youtube. Die Kampagne löste ein breites Medienecho aus: Bundesweit berichteten Tageszeitungen, Magazine, Nachrichtenagenturen, Radio-und Fernsehsender. Der zunehmende Bekanntheitsgrad, der auch durch die Aktion ausgelöst wurde, führte zu einem allgemein erhöhten Spendenaufkommen.
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main
Diakonie-Kampagne „Help The Oma“ für Deutschen Fundraising Preis 2011 nominiert
Der Deutsche Fundraising Verband hat „Help The Oma“ für den Deutschen Fundraising Preis nominiert.
Die Kampagne des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main, die von der Werbeagentur Saatchi & Saatchi pro bono entwickelt wurde, gehört damit zu den drei Favoriten in der Kategorie „Beste Kampagne“, die von einer Fachjury ausgewählt wurden. Der Sieger wird am 7. April auf einer Galaveranstaltung im Rahmen des Fundraising-Kongresses in Fulda bekanntgegeben.

Für die Kampagne „Help the Oma“, die unter anderem bereits zwei Auszeichnungen beim Art Directors Club (ADC) erhielt und mit dem „Hammer des Monats“ der renommierten Fachzeitschrift „Horizont“ ausgezeichnet wurde, waren drei ältere Damen auf Frankfurts Straßen unterwegs. Ihr Ziel: für ehrenamtliches Engagement in den Einrichtungen des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main zu werben. Sie gingen in der Frankfurter Innenstadt durch Szenen ihres Alltags, bei denen sie auf Grund ihres Alters Hilfe benötigen: eine Straße überqueren, eine Einkaufstasche tragen oder einen Fahrkartenautomaten benutzen. Zum Dank übergaben die „Omas“ allen Helfern persönlich einen Flyer der Diakonie Frankfurt mit der Botschaft “Genau Sie haben wir gesucht!” und einem Verweis auf die Website www.help-the-oma.de. Auf der Website finden sich nicht nur ausführliche Informationen zu dem Möglichkeiten für ehrenamtliches Engagement in den verschiedenen Arbeitsfeldern der Diakonie Frankfurt, sondern auch zu den Protagonistinnen und ihrer Vorgeschichte sowie Foto und Filmmaterial der Aktion.
Die Kampagne war ein großer Erfolg. Es konnten 50 Ehrenamtliche für die Einrichtungen der Diakonie Frankfurt begeistert und gewonnen werden. Zudem meldeten sich zahlreiche interessierte Menschen unter der Projekt-Hotline, boten projektbezogen ihre Mitarbeit an oder fragten nach Möglichkeiten für ehrenamtliches Engagement in anderen Städten. Die Website www.help-the-oma.de verbuchte hohe Zugriffszahlen, ebenso die Kampagnen-Videos auf youtube. Die Kampagne löste ein breites Medienecho aus: Bundesweit berichteten Tageszeitungen, Magazine, Nachrichtenagenturen, Radio-und Fernsehsender. Der zunehmende Bekanntheitsgrad, der auch durch die Aktion ausgelöst wurde, führte zu einem allgemein erhöhten Spendenaufkommen.
www.fundraising-preis.de
www.help-the-oma.de
Weißfrauen Diakoniekirche
Öffentlicher Raum mit hoher Qualität
Politiker informieren sich an der Weißfrauen Diakoniekirche über ein innovatives Bauprojekt im Bahnhofsviertel
Im Rahmen einer Begehung des Bahnhofsviertels besuchte eine Delegation aus Vertreterinnen und Vertretern des Stadtplanungsamtes und der CDU-Fraktion im Römer die Baustellen an der Weißfrauen Diakoniekirche und am WESER5 Diakoniezentrum des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main. Gerald Hintze, Kurator der Weißfrauen Diakoniekirche und Werner Leonardi, stellvertretender Leiter von WESER5, erläuterten die Pläne und informierten über den Stand der Arbeiten. So stellt die Turmsanierung der Weißfrauen Diakoniekirche ein wichtiges Element in einem Gesamtkonzept dar, deren vorrangiges Ziel es ist, durch Rückbau der neuzeitlichen Überformungen und Barrieren den ursprüngliche Charakter der Gesamtanlage der Weißfrauenkirche wieder erlebbar und sie so zu einem öffentlichen Raum von hoher Qualität zu machen. Bezüglich des Kirchturms, der einen besonderen Merkpunkt im Stadtgefüge bildet, setzt das Konzept ebenfalls auf Öffnung. Durch die Einblicke soll der Turm einerseits auf die heutige Nutzung als Zentrum für wohnsitzlose Menschen und andererseits auf den öffentlich zugänglichen und bereits verwirklichten Kultur- und Kunstraum in der Kirche hinweisen. Bei Ausstellungen und Veranstaltungen kann man ihn über die vorhandene Wendeltreppe besteigen und einen Blick auf das Frankfurter Bahnhofs- und Bankenviertel erleben. Ebenso können Passanten, die den Turm auf Platzebene unterqueren, von unten hineinschauen. Die technische Lösung für die laufende zweite Instandsetzungsstufe stellt einen innovativen Ansatz im Bereich der Betoninstandsetzung dar. Grundlage ist der gestalterische Anspruch und die Idee des Architekten, die ursprüngliche Oberflächenqualität durch Angießen einer Beton- oder Mörtelschale wieder herzustellen.
Der Umbau und die Sanierung der Häuser Weserstraße 3 und 5 wiederum sind mit einem neuen Raumkonzept und erweiterten Angeboten verbunden. So entsteht neben der bestehenden Wohneinrichtung für Menschen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten in der Weserstraße 5 eine „Wohngruppe für junge Erwachsene“. Sie bietet jungen Erwachsenen neue Chancen mit dem Ziel Teilhabe an der Gesellschaft und unterstützt bei der Entwicklung von Perspektiven. Im Haus Weserstaße 3 ist das Wohngruppen-Projekt "Suchtmittelfreie Etage - Abstinent leben" mit vier Plätzen geplant. Menschen mit einer Alkoholabhängigkeit werden dabei auf ihrem Weg aus der Sucht in die Abstinenz begleitet und gestärkt. Im Erdgeschoss entstehen neue Beratungsräume mit behindertengerechtem Zugang. Damit wird das stadtweite Beratungsangebot für wohnungslose Männer ausgebaut, das jährlich bis zu 1000 Personen in Anspruch nehmen.
[Foto: Ilona Surrey]
Weißfrauen Diakoniekirche
„PASSION 2011 Zeichen und Wunder“
Mittagsgebete mit Orgelmusik und Ausstellung in der Weißfrauen Diakoniekirche
Unter dem Titel „PASSION 2011 Zeichen und Wunder“ lädt die Weißfrauen Diakoniekirche, Weser- / Ecke Gutleutstraße, an fünf Freitagen in der Passionszeit zu Mittagsgebeten mit Orgelmusik ein. Begleitet werden sie von der Ausstellung „Zeichen und Wunder“, die am 11. März um 20 Uhr mit einer Eröffnungsveranstaltung startet. Fünf Zeichnungen der Künstlerin Bea Emsbach werden dann bis zum 22. April zu sehen sein. Am Karfreitag um 10 Uhr findet zudem ein Diakoniegottesdienst mit Pfarrer Dr. Michael Frase statt.
Die Termine im Einzelnen:
Eröffnung am Freitag, 11. März 2011, 20 bis 22 Uhr
BEA EMSBACH: ZEICHEN UND WUNDER
Fünf Zeichnungen
„Le Jardin suspendu“, Jehan Alain (1911–1940) / Michael Berg, Orgel
Das Herz der Vernunft / Gerald Hintze, Lesung
Brot und Wein
+
Ausstellung bis 22. April 2011 / Montag bis Freitag, 12 bis 16 Uhr
Freitag, 18. März 2011, 12 Uhr
Mittagsgebet mit Orgelstück
DEINE PFEILE STECKEN IN MIR Psalm 38
Präludium in G-Dur (BWV 568), Johann Sebastian Bach (1685–1759)
Gerald Hintze, Liturgie / Michael Berg, Orgel
anschließend SamowarBar
Freitag, 25. März 2011, 12 Uhr
Mittagsgebet mit Orgelstück
WASCHE MICH REIN Psalm 51
2. Satz „Largo“ in Es-Dur aus Triosonate (BWV 526), Johann Sebastian Bach (1685–1759)
Gerald Hintze, Liturgie / Michael Berg, Orgel
anschließend SamowarBar
Freitag, 1. April 2011, 12 Uhr
Mittagsgebet mit Orgelstück
VERBIRG DEIN ANTLITZ NICHT Psalm 102
Choralvorspiel über „O Traurigkeit, o Herzeleid“, Johannes Brahms (1833–97)
Gerald Hintze, Liturgie / Michael Berg, Orgel
anschließend SamowarBar
Freitag, 8. April 2011, 12 Uhr
Mittagsgebet mit Orgelstück
AUS DER TIEFE RUFE ICH Psalm 130
Passacaglia „Verleih uns Frieden gnädiglich“ op. 127, Kurt Hessenberg (1908–94)
Gerald Hintze, Liturgie / Michael Berg, Orgel
anschließend SamowarBar
Freitag, 15. April 2011, 12 Uhr
Mittagsgebet mit Orgelstück
MEIN GEIST IST IN ÄNGSTEN Psalm 143
I. Anrufung, aus: Vater unser im Himmelreich, Manfred Kluge (1928–71)
Gerald Hintze, Liturgie / Michael Berg, Orgel
anschließend SamowarBar
Freitag, 22. April 2011, 10 Uhr
DIAKONIEGOTTESDIENST AM KARFREITAG
Pfarrer Dr. Michael Frase / Michael Berg, Orgel
Das Programm zum Download [pdf]
Mobile Kinderkrankenpflege
„In der Mainmetropole einmalig...“
Die Mobile Kinderkrankenpflege der Diakonie Frankfurt hilft, Krankenhausaufenthalte zu verhindern oder zu verkürzen und steigert die Lebensqualität für die gesamte Familie.
Eine Spende in Höhe von 5000 Euro übergab der Bad Vilbeler Lions Club „Wasserburg Löwen“ vor kurzem an die Mobile Kinderkrankenpflege des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main. Damit leistet er einen wichtigen Beitrag zur Versorgung von jungen Patientinnen und Patienten in Frankfurt und Umgebung. Denn die von den Kranken- und Pflegekassen erstatteten Beträge decken bei weitem nicht die Kosten. Um ihre wichtige Arbeit aufrecht erhalten zu können, ist die Mobile Kinderkrankenpflege daher seit Jahren auf Unterstützung durch Stiftungsmittel und Spenden angewiesen.
Seit über 30 Jahren deckt die auf die ambulante Versorgung und Betreuung spezialisierte Einrichtung das gesamte Spektrum der Kinderkrankenpflege ab – in der Mainmetropole ist das einmalig. „Die Mobile Kinderkrankenpflege hilft, Krankenhausaufenthalte zu verkürzen oder ganz zu vermeiden“, erklärt Leiterin Erika Zimmermann, „wir versetzen zudem Eltern und Kinder in die Lage, und motivieren sie dazu, einen Großteil der pflegerischen Maßnahmen selbst durchzuführen“. Wie bei Familie Schuster* . Ihr zweijähriger Sohn Tim* leidet unter einem Kurzdarmsyndrom, verbrachte acht Monate in der Klinik. „Teilweise wird er künstlich ernährt, was dann wiederum ein ganzes Bündel an Problemen mit sich bringt, wie eine starke Infektionsgefahr beim Versorgen des Katheters“, betont Vater Bernd Schuster*. „Der Katheter geht direkt in die Herzgegend und wenn sich da ein Keim festsetzt, kann es sehr schnell gefährlich werden“, pflichtet Brigitte Deichmann von der Mobilen Kinderkrankenpflege bei, welche die Familie täglich besucht.
„Kinder, die früher sehr viel länger im Krankenhaus bleiben mussten, können nun eher entlassen werden, weil es eine Möglichkeit gibt, sich zu Hause auf professionelle Pflege zu stützen“, weiß der Vater und bekräftigt: „Wir wurden hervorragend in alles eingewiesen.“ Insgesamt sei es sehr wichtig, dass eine fachkompetente Person Tim jeden Tag in Augenschein nehme, da die Situation sehr schnell kippen könne. „Durch die Mobile Kinderkrankenpflege bekommen wir zudem immer wieder wertvolle Tipps zum Beispiel zu Ernährungsfragen.“ Dass alle Mitarbeiterinnen examinierte Kinderkrankenschwestern sind, erachtet er dabei als überaus wichtig. „Krankenpflegerinnen, die den ganzen Tag mit alten Menschen zu tun haben, können nie diesen Blick auf Tims spezielle Problematik haben.“
Refinanzierung nicht kostendeckend
Gäbe es die intensive Begleitung durch die Mobile Kinderkrankenpflege nicht, müsste der Junge häufig ins Krankenhaus, was auch die Kosten erheblich steigern würde. Daher versteht Bernd Schuster auch die Vorgehensweise mancher Kassen nicht: „Beratungsleistungen oder die so genannte Katheterversorgung werden ganz niedrig vergütet. Auf diese Weise versuchen die Krankenkassen offensichtlich, die Ausgaben noch einmal zu drücken, obwohl sie ja eigentlich lang- und mittelfristig von solchen Pflegediensten profitieren.“ Ein Problem, das die engagierten Mitarbeiterinnen der Mobilen Kinderkrankenpflege seit langem kennen: „Die Refinanzierung durch die Krankenkassen ist in keinem Fall kostendeckend, wir kämpfen hier um jede Stunde Kinderkrankenpflege“, ergänzt Erika Zimmermann, „im Leistungskatalog für häusliche Krankenpflege sind Kinder unzureichend berücksichtigt.“ So könne eine Leistung, die nicht im Leistungsverzeichnis aufgeführt sei, auch nicht vom Arzt verordnet werden.„Und wenn sie nicht verordnet wird, kann sie nicht vom Kostenträger genehmigt werden, und wenn sie nicht genehmigt ist, kann sie auch nicht bezahlt werden.“ Hartnäckig und kämpferisch müsse man sein und in vielen Fällen hart mit den Kassen verhandeln. „Mit unserem Träger Diakonisches Werk für Frankfurt am Main, der Cronstett- und Hynspergischen evangelischen Stiftung sowie der Stadt Frankfurt, von der wir einen Institutionszuschuss erhalten, haben wir Gott sei Dank drei Säulen, die uns finanziell unterstützen und stärken“, betont Zimmermann. Ein wichtiger Beitrag seien zudem Spenden von Unternehmen, Organisationen, Vereinen und Privatleuten. All das, so die Leiterin, ermögliche, dass man Kinder erst einmal aufnehmen und sich parallel dazu um die weitere Finanzierung bemühen könne. „Die Patienten müssen deshalb nicht warten, bis endlich eine Genehmigung von den Krankenkassen vorliegt.“
Erlöse aus der Spendenaktion „FAZ-Leser helfen" ermöglichten zudem eine Stellenausweitung, die es den Kinderkrankenschwestern erlaubt, auch in an Frankfurt angrenzenden Gemeinden tätig zu werden. Davon profitiert zum Beispiel Familie Neumann* aus Dreieich. Ihr Sohn Leon* leidet unter dem Charge-Syndrom, einem Krankheitsbild mit verschiedenen Merkmalen. Für Mutter Sabine* ist es eine große Erleichterung, dass Sylvie Berlit von der Mobilen Kinderkrankenpflege Leon mehrmals in der Woche besucht, um einen Verbandswechsel vorzunehmen. Leon hat eine Trachealkanüle, die nach einem Luftröhrenschnitt gesetzt wurde. „Die Mobile Kinderkrankenpflege entlastet und erhöht die Lebensqualität für die ganze Familie“, bekräftigt sie und meint damit nicht zuletzt auch den persönlichen Zuspruch, den Leon und seine Eltern bei den Besuchen erfahren.
Selbständigkeit ist ein Stück Lebensqualität
Insgesamt, betont Brigitte Deichmann, zeige die Praxis, dass Pflege in häuslicher Umgebung den körperlichen und seelischen Zustand von kranken Kindern entscheidend verbessere. Dabei spiele intensive persönliche Zuwendung eine wichtige Rolle. „Um kranke Kinder möglichst umfassend zu betreuen, arbeitet die Mobile Kinderkrankenpflege eng mit Ärzten, Krankenhäusern und Einrichtungen des Gesundheitswesens zusammen.“ Wie Erika Zimmermann ergänzt, seien unter den jungen Patienten, welche die acht examinierten Kinderkrankenpflegerinnen betreuen, immer mehr schwerkranke Kinder, chronisch kranke Kinder und Kinder mit lebensverkürzenden Erkrankungen.
„Wir leisten in hohem Maße intensivmedizinische Pflege zu Hause. Daher haben zahlreiche Mitarbeiterinnen weitere Zusatzqualifikationen, etwa im Bereich Palliativpflege“. Speziell sei auch die „Dreierkonstellation“, welche sich bei der Pflege ergebe: „Die Eltern, das Kind und das Pflegepersonal - das ist etwas, was es so in der Erwachsenenpflege meist nicht gibt.“
Insgesamt gehe es um die Förderung von Selbständigkeit, denn die bedeute ein großes Stück Lebensqualität. „Wir betreuen zum Beispiel Kinder, die mit Fehlbildungen im Genitalbereich auf die Welt gekommen sind und sich katheterisieren lernen.“ Auch zahlreiche Kinder mit Diabetes lernen durch die Mobile Kinderkrankenpflege, frühzeitig mit ihrer Krankheit umzugehen. Zu ihnen gehört auch Marco*, der seit kurzem eine Insulinpumpe trägt. „Da muss ich drücken“, sagt der Siebenjährige und zeigt auf einen der Knöpfe. Überhaupt ist er schon ein echter Experte. Bevor er die Insulinpumpe bekam, spritzte er sich nämlich mit einem Pen - einer Spritze, die wie ein Kugelschreiber funktioniert „Die Mobile Kinderkrankenpflege war bei all dem für uns wie eine rechte Hand“, lobt Mutter Maria Lopez*. Bereits im Kindergarten besuchte Brigitte Deichmann Marco jeden Mittag und leitete ihn an, die Werte richtig einzuschätzen. „Am besten hört er sowieso auf die anderen und nicht auf mich“, lacht die Mutter, die dem Jungen täglich verschiedene Tupper-Dosen mitgibt und darauf schreibt, wie viele Broteinheiten in dem Essen enthalten sind und wie viele so genannte „Boli“ - Insulineinheiten, die mittels Pumpe abgerufen werden - er dafür auf seiner Pumpe einstellen muss. „Für die Erzieherinnen“, erörtert sie, „ist es ebenfalls eine Riesen-entlastung, dass Frau Deichmann Marco nun auch im Hort besucht und so medizinische Kontrolle gewährleistet.“
Hochqualifizierte Arbeit verdient mehr Anerkennung
Im Schnitt, erklärt Erika Zimmermann, betreue die Mobile Kinderkrankenpflege, die ausschließlich nach ärztlicher Verordnung aktiv werde, 32 junge Patientinnen und Patienten. „Darunter sind sowohl Kinder, die über Wochen, Monate oder gar Jahre betreut werden, als auch solche, die wir lediglich für kurze Zeit pflegen.“ Ebenso breit sei die Palette bei den Diagnosen, beim Alter und bei den Betreuungszeiten. Bei jedem Kind und jeder Familie müssten die Bedürfnisse von Kind und Familie genau abgestimmt werden. „Wir pflegen nach dem Prinzip der Bezugspflege - das bedeutet auch, dass jede Familie eine feste Ansprechpartnerin hat.“
Auch Bernd Schuster hat all das schnell schätzen gelernt. „Dieser Pflegedienst hat es uns ermöglicht, relativ früh zu Hause ein einigermaßen geregeltes Leben trotz aller Einschränkungen zu führen“, betont der Architekt. Unbezahlbar sei, dass Tim dank der Mobilen Kinderkrankenpflege nach vielen Monaten im Krankenhaus nach Hause kommen konnte und seitdem ein „relativ normales Kinderleben“ führe. „Die Kinderkrankenschwestern“, resümiert der Vater, leisten eine außergewöhnlich verantwortungsvolle und hochqualifizierte Arbeit. Das müsste in unserer Gesellschaft viel größere Anerkennung erfahren.“
*Die Namen wurden von der Redaktion geändert
Kontakt:
Mobile Kinderkrankenpflege
Kohlbrandstraße 16
60385 Frankfurt
Tel.: 069 / 45 20 60
Fax: 069 / 46 92 150
E-Mail: mobile.kinderkrankenpflege@t-online.de
Leitung: Erika Zimmermann, Kinderkrankenschwester
WESER5
„Street-Gallery“ zeigt Frankfurter Bahnhofsviertel
Kunstaktion zugunsten des WESER5 Diakoniezentrums der Diakonie Frankfurt / Fotoprojekt von Ulrich Mattner führt über acht Stationen durch das Milieu
Hinter die Kulissen des Bahnhofsviertels blickt vom 2. März an die „Street-Gallery“ des Frankfurter Fotografen Ulrich Mattner. Sie führt über acht Standorte durch den kleinsten und aufregendsten Frankfurter Stadtteil. Mit dabei sind: der Kult-Nightclub Pik Dame (Elbestraße 31), mehrere Stationen in der Kaiserpassage (zwischen Kaiser- und Taunusstraße), das English Theater Frankfurt (Gallusanlage 7), das WESER5 Diakoniezentrum und das Stadtteilbüro Bahnhofsviertel (Moselstraße 6a). Bis Mittwoch, 18. Mai, stellt der im Bahnhofsviertel wohnende Fotograf das Rotlichtquartier in aller Vielfalt vor. Den Verkauf der Bilder übernimmt „Souvenir Frankfurt“ in der Kaiserpassage. Der Erlös geht an die Obdachlosenhilfe des WESER5 Diakoniezentrums in der Weserstraße 5.
Mattner fotografiert das Bahnhofsviertel seit sechs Jahren als Schnittpunkt zwischen Finanzwelt und Rotlichtmilieu. Seine Bilder zeigen das teils verrufene, teils bei Künstlern und Werbern zunehmend angesagte Quartier mit seinen Banken, Bettlern und Bordellen als Milieu der Kontraste: Reich trifft auf arm, brutal auf ohnmächtig, Sucht nach Sex und Crack auf soziales Engagement. Die Vielfalt der Gegensätze erweitert ein einzigartiges multikulturelles Leben: Neben der vietnamesischen Karaoke-Bar preist ein türkischer Fischhändler seine Waren an; gegenüber steht ein afghanischer Supermarkt. Hinzu kommen mehr als 200 Künstler, die ihre Ateliers vor allem in der Elbe- und der Gutleutstraße haben.
Die Street Gallery zeigt von Rotlicht durchflutete Freudenhäuser; sie dokumentiert das Elend der Drogenszene und der Bettler im Schatten der Bundesbank ebenso wie das geschäftige Leben in den zum Quartier gehörenden Bankentürmen. Mattner: „Kaum irgendwo liegen Asset und Eros enger zusammen als im Bahnhofsviertel.“ Zur Halbzeit der Ausstellung am 18. Mai erfolgt ein „Szenenwechsel“. Dann zeigt der Fotograf bis zur Bahnhofsviertelnacht Ende August eine zweite Tranche seiner faszinierenden Milieustudien.
Das WESER5 Diakoniezentrum wird getragen vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main und ist Anlaufstelle für Obdachlose im Frankfurter Bahnhofsviertel. Hier erfahren Menschen, die keine Wohnung haben, umfassende Hilfe. Die Zahl fünf steht dabei nicht nur für die Hausnummer in der Weserstraße, sondern für fünf qualifizierte Angebote: Tagestreff, Straßensozialarbeit, Soziale Beratungsstelle, Notübernachtung und Übergangswohnhaus. Unter einem Dach gelegen ermöglichen sie schnelle und unbürokratische Unterstützung. Im WESER5 Tagestreff kommen Menschen zur Ruhe und organisieren ihren Alltag. Hilfe zur Selbsthilfe lautet das Motto. Der Tagestreff hat sich als stark genutzte Einrichtung im Frankfurter Bahnhofsviertel etabliert, um die 100 Frauen und Männer besuchen ihn täglich. Insgesamt wurden im letzten Jahr mehr als 23.000 Besucherkontakte gezählt, 25.000 Essen sowie 5.100 Kleidungsstücke ausgegeben.
Kirche am Flughafen
Ein wirksames und unabhängiges System zur Überwachung von Abschiebungen
Forum Abschiebungsbeobachtung am Flughafen Frankfurt legt seinen vierten Jahresbericht vor
Die Mitglieder des Forums Abschiebungsbeobachtung am Flughafen Frankfurt ziehen nach fünfjährigem Bestehen eine positive Bilanz. „Mit der Abschiebungsbeobachtung haben wir ein wirksames und unabhängiges System zur Überwachung von Rückführungen auf dem Luftweg“, erklärt der Moderator und Sprecher des Forums, Pfarrer Andreas Lipsch. Die Zusammenarbeit im Forum, in dem die Kirchen und ihre Wohlfahrtsverbände, die Bundespolizei, Flüchtlings- und Menschenrechtsinitiativen sowie der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen vertreten sind, sei für alle Beteiligten nicht immer einfach, verlaufe mittlerweile aber konstruktiv und vertrauensvoll. Die Abschiebungsbeobachtung schaffe Transparenz in einem ansonsten der Öffentlichkeit nicht zugänglichen Bereich und wirke deeskalierend. „Wie wichtig ein solches Monitoring ist, machen die beiden Fälle deutlich, in denen im vergangenen Jahr in der Schweiz und in Großbritannien zwei Menschen beim Vollzug ihrer Abschiebung zu Tode gekommen sind“, betont Andreas Lipsch, der auch Interkultureller Beauftragter der Evangelischen Kirche und des Diakonischen Werkes in Hessen und Nassau ist.
Überzeugendes Modell für Europa
Seit Ende des letzten Jahres sind die europäischen Länder durch die sogenannte Rückführungs¬richtlinie der EU aufgefordert, ein „wirksames System für die Überwachung von Rückführungen“ einzurichten. Aus Sicht des Forums stelle die in Frankfurt praktizierte Abschiebungsbeobachtung ein „überzeugendes Modell“ für die Umsetzung der Rückführungsrichtlinie dar, erklärt Andreas Lipsch.
Das Forum Abschiebungsbeobachtung hat die Aufgabe, eventuellen Verstößen gegen die Verhältnismäßigkeit sowie eventuellen Verletzungen humanitärer Ansprüche nachzugehen, Verbesserungen in der Abschiebungspraxis zu erreichen und Transparenz im Gesamtverfahren herzustellen. Dabei stützt es sich auf die Berichte von zwei Abschiebungsbeobachterinnen, die sich in dem ansonsten der Öffentlichkeit nicht zugänglichen Rückführungsbereich des Flughafens frei bewegen können und täglich Abschiebungen beobachten.
Mittellos, krank, von der Familie getrennt: Die meisten Probleme entstehen im Vorfeld der Abschiebung
Die derzeitigen Abschiebungsbeobachterinnen am Flughafen Frankfurt, Sabine Mock und Diana Nuñez, loben die gute Arbeitsatmosphäre. „Auch wenn es wegen des unterschiedlichen Auftrages von uns Abschiebungsbeobachterinnen und der Bundespolizei von Zeit zu Zeit zu Konflikten kommt, werden diese respektvoll und sachorientiert gelöst.“
Trotzdem gebe es immer wieder Probleme und menschliche Härten, die im jetzt veröffentlichten Jahresbericht 2009/2010 des Forums nachzulesen sind (www.diakonie-hessen-nassau.de). Menschen werden mittellos an den Flughafen gebracht und wissen nicht, wie sie vom Zielflughafen an ihren tatsächlichen Bestimmungsort kommen sollen; Krankheiten von Abzuschiebenden finden nicht genügend Beachtung; Familien werden getrennt oder junge, integrierte Menschen werden abgeschoben. „In der Regel entstehen die Probleme im Vorfeld einer Abschiebung. Verursacht werden sie von den für die Abschiebung verantwortlichen Ausländerbehörden, dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, den Abschiebungshaft¬anstalten oder den Transportkräften“, berichten Mock und Nuñez.
Besonders fragwürdig erscheinen den Abschiebungsbeobachterinnen insbesondere die aufgrund der sogenannten Dublin II-Verordnung der EU vollzogenen Überstellungen in europäische Länder, in denen es kein funktionierendes Asylsystem gibt oder wo Menschen ohne finanzielle Unterstützung schutzlos auf der Straße leben. Ob die Betroffenen überhaupt Rechtsschutz in Anspruch nehmen können, hängt davon ab, wie die einzelnen Bundesländer ihre Überstellungsbescheide zustellen. Außerdem haben Betroffene keine Chance, wenn sie nicht das nötige Geld für einen Rechtsanwalt aufbringen können“, berichten Mock und Nuñez.
Die Abschiebungsbeobachterinnen haben den Dialog mit Behörden gesucht. Beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hätten Beamte sich auch kooperativ gezeigt und im Vorfeld eine Maßnahme überprüft und gestoppt. Auch das hessische Landespolizeipräsidium, Referat Einsatz, habe Hinweise auf Verbesserungsmöglichkeiten beim Vollzug positiv aufgenommen und Umsetzung versprochen, loben Nuñez und Mock.
Bundespolizei sieht positive Fortentwicklung des Forums Abschiebungsbeobachtung
Die Bundespolizei sieht sich durch die für sie im Wesentlichen positive Bewertung des Forums Abschiebungsbeobachtung erneut in ihren Prozessen, vor allem aber in dem sozialkompetenten Auftreten der eingesetzten Polizeikräfte bestätigt. Der Präsident der Bundespolizeidirektion Flughafen Frankfurt, Wolfgang Wurm, schätzt die Abschiebungsbeobachtung vor Ort als hilfreiches Instrument für mehr Transparenz ebenso wie als Impulsgeber für eine fortschreitende Optimierung des Verfahrens. „Die aufmerksame Präsenz der Abschiebungsbeobachterinnen stellt den Menschen in den Vordergrund und trägt ganz wesentlich dazu bei, dem Entstehen bürokratischer Scheuklappen entgegenzutreten“, so Wurm.
Forderung nach mehr Sorgfalt der Behörden und Handgelderlass in allen Bundesländern
Weiteren Verbesserungsbedarf sieht das Forum Abschiebungsbeobachtung vor allem im Blick auf die Ausländerbehörden und die Innenministerien der Länder. Laut Forumssprecher Lipsch zeigen die Beispiele im aktuellen Jahresbericht, dass zuständige Ausländerbehörden nicht immer ihrer Sorgfalts- und Amtsermittlungspflicht ausreichend nachkommen. Im Blick auf mittellos an den Flughafen gebrachte Personen wiederholt das Forum eine Forderung, die seit fünf Jahren in jedem Jahresbericht nachzulesen ist: „Alle Bundesländer sollten dem guten Beispiel von Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland folgen und Abzuschiebenden bei Bedarf ein Handgeld überlassen.“
Jahresbericht zum Download
Kontaktadresse
Pfarrer Andreas Lipsch
Moderator und Sprecher des Forums Abschiebungsbeobachtung am Flughafen Frankfurt/Main
Interkultureller Beauftragter der Evangelischen Kirche und des Diakonischen Werkes in Hessen und Nassau
Tel.: 069 7947226
andreas.lipsch@dwhn.de
Kindertagesstätten
Diakonie Frankfurt vergibt Zertifikate an 14 Pädagogische Assistentinnen
Qualifizierungsmaßnahme
Am 17. Januar 2011 endete die zweite Qualifizierungsmaßnahme des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main zum Pädagogischen Assistenten. Sie dauerte ein Jahr und bestand aus 325 Stunden theoretischem Unterricht und 960 Stunden begleiteter Praxis in einer Kindertageseinrichtung. Nun konnten die 14 Teilnehmerinnen ihre Zertifikate zur Pädagogischen Assistentin in Empfang nehmen. Organisiert wurde die Maßnahme von der „Koordination und Organisation von Arbeitsgelegenheiten“ sowie dem Arbeitsbereich Kindertagesstätten des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main. Die Finanzierung erfolgte über das Rhein-Main-Jobcenter. Das Curriculum enthielt die wesentlichen Grundlagen der Kindertagesstättenpädagogik und schloss mit einem Colloquium ab. Mit der Qualifizierungsmaßnahme soll den Teilnehmern die Möglichkeit eröffnet werden, aus der Arbeitslosigkeit zu kommen und wieder im Berufsleben Fuß zu fassen. Bei Trägern von Kindertagesstätten und Krabbelstuben, die sich im Ausbau befinden und einen großen Bedarf an qualifiziertem Personal haben, bestehen gute Chancen auf eine Anstellung.
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main | WESER5
Geschichten von Heimat, Glück, Angst, Liebe und Hoffnung...
„Frankfurter Winterreise“ am 30. Januar um 17 Uhr verbindet Liederzyklus von Franz Schubert mit Lebenserinnerungen wohnungsloser Menschen
Wie beschreiben Menschen aus Frankfurt, die ohne Wohnung und ohne Heimat leben, das Glück? Was fühlen Menschen in der ersten Nacht, die sie auf der Straße verbringen?
Man weiß meist so wenig über die Frauen und Männer, die ihre Wohnung verloren haben. Die „Frankfurter Winterreise“ vermittelt in einem außergewöhnlichen Kunstprojekt einen Eindruck von den Gefühlen wohnungsloser Männer und Frauen.
Aktuelle, lebensnahe Texte treffen bei der Frankfurter Winterreise auf die Kunstlieder von Franz Schubert. Mehrere Sänger der Musikhochschule Frankfurt und der Sprecher Christian Brückner erzählen bei der „Frankfurter Winterreise“ in knapp 100 Minuten vom Leben am Rand der Gesellschaft. Brückner wurde unter anderem bekannt als Synchronstimme von Robert De Niro, Robert Redford, Peter Fonda und Marlon Brando.
Schuberts Winterreise drängt Menschen seit jeher in die Auseinandersetzung mit sich und mit ihrer Zeit. Diesen Anspruch verfolgt auch das Kunstprojekt "Frankfurter Winterreise". Für das Projekt wurden 19 wohnungslose Menschen aus Frankfurt am Main über Monate hinweg vom Journalisten und Sozialarbeiter Stefan Weiller in enger Zusammenarbeit mit dem WESER5 Diakoniezentrum des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main zu ihren Erfahrungen befragt. Die Interviews wurden anonymisiert und in kurze, eindringliche Portraits wohnungsloser Menschen gebracht. Projektinitiator Stefan Weiller stellte die Themen Heimat, Glück, Angst, Liebe und Hoffnung ins Zentrum.
Das Konzept der städtebezogenen Winterreise wurde bereits in Wiesbaden, Saarbrücken, Luxemburg und Krefeld aufgeführt. Für jede Aufführung dieser speziellen Winterreise werden in der jeweiligen Stadt Geschichten bei wohnungslosen Menschen gesammelt und in kurze, stilistisch einheitliche Texte gebracht. Besonders und in dieser Form ungewöhnlich am Konzept ist, dass die Kunstlieder Schuberts mit Lebenserfahrungen heutiger Wohnungsloser konfrontiert und zu einem einzigartigen Kunstwerk verbunden werden. Der vertraute Liederzyklus wird bewusst mit neuen, intensiven Texten erweitert, durchbrochen und verändert. Dadurch wird die Aktualität des Liederzyklus unterstrichen.
Keine Aufführung gleicht der anderen. Die eigene Charakteristik der Städte und ihrer Menschen wird betont. Jeder Veranstaltungsort erhält eine neue szenische Umsetzung und Aufteilung. An der Entwicklung dieses Winterreise-Projekts werden wohnungslose Menschen direkt beteiligt. Die wohnungslosen Menschen der jeweiligen Stadt prägen den Charakter der Aufführung. Daraus entsteht an jedem Aufführungsort ein eigenständiges Kunsterlebnis. Jede städtebezogene Winterreise wird nur einmal aufgeführt.
Der Eintritt bleibt für Besucher frei. Es gehört zum Wesen und zu den Grundsätzen des Projekts, dass kulturelle Teilhabe auch jenen Menschen ermöglicht werden sollte, denen das Geld für den Besuch einer Konzert-, Theater-, oder Kinoveranstaltung möglicherweise fehlt.
Ziel des Projektes ist es, auf das Leben und die Herausforderungen wohnungsloser Menschen aufmerksam zu machen und eine Debatte über Armut und soziale Ausgrenzung anzuregen. Mit verbesserter Aufklärung zum Thema Wohnungslosigkeit sollen Klischees und
Vorbehalte abgebaut werden und Verständnis und Solidarität gefördert werden.
Oberbürgermeisterin Petra Roth hat für die Frankfurter Winterreise die Schirmherrschaft übernommen.
Die Frankfurter Winterreise wird von der Evangelischen Hoffnungsgemeinde Frankfurt und der Diakonie Frankfurt am Main gemeinsam veranstaltet. Freiwillige Spenden zugunsten der Arbeit des WESER5 Diakoniezentrums sowie der Winterspeisung und der Kaffestube der Evangelischen Hoffnungsgemeinde sind willkommen. Sprecher Christian Brückner verzichtet für die Aufführung in Frankfurt ebenso auf Honorar wie Projektinitiator Stefan Weiller für die Vorbereitung und Durchführung der Winterreise. Die entstandenen Texte sollen langfristig in einem Buch gesammelt und veröffentlicht werden.
„Frankfurter Winterreise“ am Sonntag,
dem 30. Januar 2011, 17 Uhr
Evangelische Matthäuskirche
Friedrich Ebert Anlage 33
60327 Frankfurt am Main
WESER5
10.000 Euro für das WESER5 Diakoniezentrum
WISAG Firmengründer Claus Wisser übergibt Spende zur Renovierung des Tagestreffs für Obdachlose
Einen Scheck in Höhe von 10.000 Euro hat Firmengründer der WISAG, Claus Wisser, am 17. Januar an den Leiter des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main, Pfarrer Dr. Michael Frase, sowie die Leiterin des WESER5 Diakoniezentrums, Renate Lutz übergeben.
Die großzügige Spende wird für dringend notwendige Renovierungsarbeiten im WESER5 Tagestreff genutzt. „WESER5 ist für die Obdachlosen eine wichtige Anlauf- und Auffangstelle und gerade angesichts des extrem harten Winters wird die Unterstützung dringend benötigt“, bekräftigte Wisser.
Das WESER5 Diakoniezentrum wird getragen vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main und ist Anlaufstelle für Obdachlose im Frankfurter Bahnhofsviertel. Hier erfahren Menschen, die keine Wohnung haben, umfassende Hilfe. Die Zahl fünf steht dabei nicht nur für die Hausnummer in der Weserstraße, sondern für fünf qualifizierte Angebote: Tagestreff, Straßensozialarbeit, Soziale Beratungsstelle, Notübernachtung und Übergangswohnhaus. Unter einem Dach gelegen ermöglichen sie schnelle und unbürokratische Unterstützung. Im WESER5 Tagestreff kommen Menschen zur Ruhe und organisieren ihren Alltag. Hilfe zur Selbsthilfe lautet das Motto. Der Tagestreff hat sich als stark genutzte Einrichtung im Frankfurter Bahnhofsviertel etabliert, um die 100 Frauen und Männer besuchen ihn täglich. Insgesamt wurden im letzten Jahr mehr als 23.000 Besucherkontakte gezählt, 37.900 Essen sowie 5.100 Kleidungsstücke ausgegeben.
Mit über 10.400 Kunden und einem Umsatz von 575 Millionen Euro im Jahr 2009 zählt die WISAG Facility Service Holding zu den führenden Facility-Management-Anbietern. Das Unternehmen beschäftigte 2009 rund 22.600 Mitarbeiter in 120 Niederlassungen in Deutschland. Darüber hinaus ist es auch in Österreich, der Schweiz, Luxemburg und Polen vertreten.
[Foto (von links nach rechts): Pfarrer Dr. Michael Frase, Renate Lutz, Claus Wisser Fotografin: Ilona Surrey]
Weißfrauen Diakoniekirche
Lange Nacht am Heiligen Abend im Frankfurter Bahnhofsviertel
Weißfrauen Diakoniekirche
Zum sechsten Mal lädt die Diakonie Frankfurt am Main zu einer „Langen Nacht am Heiligen Abend“ ins Bahnhofsviertel ein. Am Freitag, dem 24. Dezember 2010, öffnet sich um 18 Uhr die Tür der Weißfrauen Diakoniekirche, Weser- / Ecke Gutleutstraße und wird erst am ersten Weihnachtstag um 10 Uhr wieder geschlossen. Eingeladen sind alle, die am Heiligen Abend ins Bahnhofsviertel kommen möchten. Ein Weihnachtsgottesdienst mit Diakoniepfarrer Dr. Michael Frase beginnt um 19 Uhr.
Mitwirken werden der Frankfurter Schauspieler Matthias Scheuring, der Sankt Petersburger Trompeter Michail Klimaschewskij sowie Michael Berg an der Orgel. Im ganzen Kirchenraum sind Arbeiten von Frankfurter Künstlerinnen und Künstlern zu sehen: ein Krippenpanorama von Manfred Stumpf, Engel und Hirten von Eva Schwab, eine große Krippe von Phillip Zaiser, der Frankfurter Stern von Jens Lehmann, Ochs und Esel von Florian Haas, die drei Gaben „Gold, Weihrauch, Myrrhe“ von Tamara Grcic – und in diesem Jahr kommen die Schafe von Günter Zehetner hinzu . Ab 21 Uhr sind alle Gäste der Diakoniekirche zu einem Weihnachtsessen an langen Tafeln eingeladen. Wie in jedem Jahr engagieren sich dabei zwei Restaurants und viele ehrenamtliche Gastgeberinnen und Gastgeber. An der Krippe treffen sich ab 22.30 Uhr Musiker von der Straße zu einer Nachtmusik. Nach dem Nachtgebet um 0.00 Uhr mit Gerald Hintze wird gegen 0.30 Uhr Amanda Wittibschläger ihren Nachtblues singen. Auch in dieser Nacht besteht die Möglichkeit, in der Kirche zu schlafen; Tee und Weihnachtsgebäck werden an einer kleinen Bar von ehrenamtlichen Gastgebern die ganze Nacht über gereicht. Um 7 Uhr begrüßt ein Morgengebet den Weihnachtstag. Mit einem Frühstück ab 8.30 Uhr klingt diese Heilige Nacht im Bahnhofsviertel aus.
Predigt von Diakoniepfarrer Dr. Michael Frase am Heiligen Abend in der Weißfrauen Diakoniekirche im Jahr 2010
Gnade und Friede sei mit euch von unserem Vater und von unserem Herrn Jesus Christus!
Liebe Gemeinde,
Sie sehen heute neu in dieser Kirche Schafe, die sich durch eine Projektion als Altarbild bewegen. Sie sind eine Ergänzung unseres Krippen-Ensembles, das jährlich jedes Jahr um ein Kunstwerk eines anderen Künstlers oder einer Künstlerin bereichert wird. Zu den gängigen Vorstellungen der Krippe gehören selbstverständlich die Schafe dazu, spielen doch auch die Hirten in der Weihnachtsgeschichte eine bedeutende Rolle.
Der historischen Kern dieser Weihnachtserzählung lässt sich im Kontext der Hirten und ihrer Herden in den Feldern vor Bethlehem gut nachvollziehen. Noch heute werden dort, wo man diese Situation auch in der Antike zu verorten weiß, den Touristen bei ihrem Besuch von Bethlehem diese Felder gezeigt. Ein Tal erstreckt sich zwischen dem alten Bethlehem und den heute heranwachsenden Vororten der großen Stadt Jerusalem. Die Hirtenfelder sind eine im Hochland um Bethlehem herum angesiedelte karge Weidefläche. Das karstige Gelände ist durchbrochen. Es lassen sich Höhlen finden, die als Ställe und Unterstände genutzt werden.
In der Geburtskirche zu Bethlehem selbst kann man eine unterirdische Grotte unter dem Chor der Kirche besichtigen. Dieser Ort wird seit Jahrhunderten in der Tradition der Christenheit als Geburtsstätte Christi verehrt.
Auch wenn diese Stätten bereits seit der ausgehenden Antike durch Helena, die Mutter des römischen Kaisers Konstantin, definiert und festgelegt wurden, so ist von einer Historizität dieses Ortes nicht auszugehen. Die Tradition allerdings verehrt an diesen Plätzen die Geburtsstätte des Gottessohnes.
Diese durchziehenden Wanderherden, die seit der Antike immer unterwegs waren, wurden in der Regel von Hirten versorgt, die dafür von den Besitzern der Tiere einen meist sehr kargen Lohn bekamen. Oft waren sie wochenlang unterwegs, lebten draußen mit ihren Herden und konnten nur selten zu ihren Familien in ihre Dörfer heimkehren.
Die Besitzer der Hirten waren reichere Bauern, die sich selbst diesem harten Leben nicht aussetzen mussten. Hirten waren also auf der einen Seite die Verantwortlichen für die großen Herden, andererseits aber selbst nur Lohnknechte der Besitzer.
Die Hirtenfelder von Bethlehem vermitteln auch heute noch etwas Authentisches. Man kann sich zurückversetzen in die Situation um Christi Geburt, jener unruhigen Zeit, in denen die Römische Besatzungsmacht versuchte, die öffentliche Ordnung mit ihrem Militärapparat durch Unterdrückung aufrecht zu erhalten und die Selbstbestimmung des Volkes Israel zu verhindern.
Wenn in der Weihnachtsgeschichte von den Hirten und ihren Herden die Rede ist, hat sich heute für viele von uns durch Legenden, Erzählungen und Krippenspiele ein recht idyllisches Bild für die Situation eingeprägt, so spiegelt sich (sicherlich beabsichtigt) die Einheit von Mensch und Natur, die gesamte Schöpfung Gottes, an der Krippe wider. Die im Lukasevangelium überlieferte Geburtssituation im Stall hat diesen Kontext von Armut und Obdachlosigkeit von Anfang an mit im Blick.
Die ersten, die den geborenen Gottessohn sehen, erkennen und verehren, sind jene an der Armutsgrenze lebenden Menschen, die Nachtwache bei den Herden auf den Feldern halten. Dies ist für Lukas eine konzeptionelle Aussage, kein journalistischer Bericht.
Die Bibel ist reich an Vergleichen und Bildern, die die Beziehung zwischen Gott und den Menschen immer wieder auch mit Alltagssituationen von Hirten und Schafen in Zusammenhang bringt. Eine der frühesten christlichen Darstellungen des Christus ist die des Guten Hirten. Fließend sind hier die gestalterischen Übergänge von der heidnischen, antiken Plastik hin zu einer christlichen Ikonografie des Christus als guter Hirte.
Die Belege in der Bibel, in denen sich Gott oder sein Gesandter oder sein Sohn mit dem Bild des Guten Hirten vergleichend den Menschen erklärt, sind zahlreich. Der vielleicht bekannteste Psalm des Alten Testamentes, der früher fast allen Menschen geläufig war und als ein besonderer Psalm für die Stärkung in schwierigen Situationen gilt, handelt von diesem guten Hirten. Psalm 23 beginnt „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.“ (Psalm 23,1 u. 2)
Die geführte Herde, die sich auf den Hirten verlassend in guten Händen weiß, dass dieser für die Herde sorgt und wie im Psalm beschrieben zu grünen Auen und frischem Wasser führt, ist ein Bild der Gottesführung der Menschheit durch die Zeit und durch die verschiedenen Lebenslagen.
Wenn wir hier also auf den Bildern weidende Schafe sehen und der Film so angelegt ist, dass er diese Schafe aus der Perspektive des Hirten zeigt, dann ist im Grund genommen in diesen Bildern, die hier vor uns ablaufen, die Perspektive Gottes gemeint. So, wie der Hirte das Umfeld seiner Herde überwacht und analysiert, um den Weg zu finden, der die besten Aussichten für seine Herde hat, so steht Gott perspektivisch auch der Entwicklung der Menschen in ihren Lebensbezügen vor.
Der kurze, 4 Minuten dauernde Film, der während des Gottesdienstes hier vorne am Altar – gleich einem Parament – sich immer aufs neue wiederholt, wurde vom Künstler Günter Zehetner extra für diesen Gottesdienst vor einigen Tagen aktuell gedreht. Die Schneelandschaft, in der sich die Schafe bewegen, zeigt den Winter des Jahres 2010 mit seinem frühen Schnee.
Die Kameraperspektive ändert sich nur behutsam. Sie gibt aber immer die Sichtweise des Hirten wider. Vermittelt den Überblick über die Gesamtsituation und wechselt dann auf Augenhöhe der Schafe oder verharrt bei der Ansicht des Bodens.
Es handelt sich also um drei Perspektiven, die typisch für den Hirten und seine Herde sind und die sich leicht auf die Weihnachtsgeschichte und damit auf das Verhältnis Gottes zu den Menschen übertragen lassen.
Denn von diesen drei Perspektiven haben die Schafe und der Hirte zwei gemeinsam. Es ist die Ebene der Schafe, die ihre Kommunikation untereinander und mit dem Hirten wechselseitig wahrnehmen können. Die Schafe können ihre aktuelle Lebenslage selbst einschätzen und regeln. Sie haben ihren allerdings begrenzten Überblick über diese Lebenslage. In dieser Weise kommunizieren auch wir Menschen, planen und gestalten. Es ist der Kontext der Weihnachtsgeschichte, wie wir sie gerade wieder gehört haben: Die Reise nach Bethlehem, die Geburt im Stall, die Begegnung der Hirten und ihren Schafen mit dem Jesus-Kind in der Krippe.
Die zweite Ebene ist die des Bodens oder der Lebensgrundlagen. Schafe wie Menschen sind Experten in der Klärung der jeweiligen Lebensbedingungen. Wie die Schafe wissen, welche Gräser am besten schmecken, weiß der Mensch genau, welche Ressourcen er zu einer erfolgreichen und angenehmen Lebensführung braucht.
Aber auch der Hirte kennt die Voraussetzungen, damit seine Herde gedeihen kann. Er überlässt es nicht allein den Tieren, sich schmackhaftes Futter zu suchen, sondern führt die Herde zu den Weidegründen. Gleiches gilt für die Menschen: „Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser“. In diesem Hirtenbild begegnet uns Gott als Schöpfer, der das Lebensumfeld gestaltet, damit Leben gelingen kann.
Die dritte Perspektive ist allein dem Hirten vorbehalten. Die Schafe wissen noch nicht einmal, dass es diese Perspektive überhaupt gibt. Sie verstehen nicht, dass eine tagelange Wanderung dem Ziel dient, neue und unverbrauchte Weidegründe zu erreichen, die allein der Hirte kennt.
Auch wir Menschen verstehen uns nicht auf diese dritte Dimension. Viele lehnen sogar konsequent diese Perspektive ab, während der Glaube an diese dritte Sichtweise davon ausgeht, dass es ein „Woher wir kommen“ und ein „Wohin wir gehen“, gibt, das wir nur erahnen oder glauben können. Denn diese Dimension ist allein dem Hirten bzw. Gott vorbehalten.
In der biblischen Verkündigung dringt allerdings diese dritte Dimension immer wieder in das Leben der Menschen ein. Darin unterscheidet sich der Mensch vom Schaf. Er ist intellektuell dazu in der Lage, die Botschaft von dieser dritten Perspektive im Leben zu hören. Theologisch formuliert: Es ist die Offenbarung des Wortes Gottes in der Welt.
In der Weihnachtsgeschichte nach Lukas verdichtet sich diese dritte Dimension in der Verkündigung des Engels an die Hirten auf dem Felde und mündet ein in den Gesang der Engel: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens“. (Lukas 2,14)
So bekommen wir Menschen eine Ahnung davon, was dieser Gottesfrieden uns verheißt.
Diese drei Perspektiven oder Dimensionen des Lebens lassen sich anschaulich in den Bildern der Herde und des Hirten beschreiben. An Weihnachten ereignet sich etwas Ungewöhnliches und erreicht seinen Höhepunkt im Ostergeschehen.
Um im Bilde der Herde zu bleiben: der Hirte selbst begibt sich nicht nur auf die Ebene der Schafe, sondern wird selbst Teil der Herde, um das Leben der Herde mit zu vollziehen. Und für uns gesagt: Gott wird Mensch. Oder wie es der Engel verkündet: „Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids!“ (Lukas 2,10)
Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre Eure Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.
Sie bitten in die Diakoniekirche
An Weihnachten für andere Menschen da zu sein, für Victor Starr gibt es nichts Schöneres. In der Diakoniekirche gestaltet er deshalb heute den Heiligabend für Obdachlose mit.
Eine bessere Art, Weihnachten zu verbringen, könnte sich Victor Starr nicht vorstellen. «Es gibt nichts Schöneres, als an diesem besonderen Festtag für andere Menschen da zu sein», sagt der Fluglotse, den es vor fast zwei Jahren von New York nach Frankfurt verschlug. Schon im vergangen Jahr half er in der Diakoniekirche in der Weserstraße 5 beim Organisieren der «Langen Nacht am heiligen Abend». Zu der sind alle Menschen eingeladen, die den Heiligen Abend alleine oder ohne feste Bleibe verbringen. Noch stecken er und Koordinator Gerald Hintze mitten in den Vorbereitungen. Bis heute Abend alles festlich geschmückt ist, haben sie und die anderen Helfer noch viel zu tun.
Schon in New York engagierte sich Starr für Menschen, die weniger haben als andere. «Vor fünf Jahren begann ich, Obdachlose an Weihnachten zu betreuen.» Als seine drei Söhne – heute sind sie zwischen 18 und 21 Jahre alt – von Jahr zu Jahr mehr in Wettbewerb standen, wer das teuerste Weihnachtsgeschenk bekam, dachte er: An ihrer Einstellung muss sich etwas ändern. «Die Botschaft des Weihnachtsfestes ging immer mehr verloren. Sie wollten immer größere Geschenke, MP3- und CD-Spieler, waren eifersüchtig aufeinander.»
Irgendwann sprach Starr darüber mit einer Freundin beim Kaffeetrinken. «Sie meinte: Bring sie doch an Weihnachten mit in die Kirche. Dort können sie bedürftigen helfen.» Gesagt, getan: Beim nächsten Weihnachtsfest war die Familie in der südlichen Bronx, einem der ärmeren Viertel der riesigen Stadt.
«Nach ersten Berührungsängsten hatten meine Söhne Spaß daran, zu helfen. Sie fingen an, sich mit den Obdachlosen zu unterhalten», erinnert sich Starr. Nach zwei Jahren allerdings ließ ihr Engagement nach. «Ich jedoch fuhr weiterhin an Weihnachten mit gesammelten Lebensmitteln in arme Wohnviertel und verteilten sie an Bedürftige.»
Als Starr 2009 als Ausbilder für Fluglotsen nach Frankfurt kam, wollte er sich auch hier um Obdachlose kümmern. «Irgendwann lernte ich Gerald Hintze kennen. Er ist ein toller Mensch, setzt sich sehr für Obdachlose und andere Menschen ein.» Seitdem hilft Starr bei der «Langen Nacht am Heiligen Abend».
«Ich begann, Kleidung zu sammeln. Schnell stieß ich damit bei Kollegen und anderen Menschen auf großes Interesse», betont Starr. In diesem Jahr habe die Zahl der Spenden sogar zugenommen. «Wenn ich zur Arbeit komme, liegen täglich mehrere Wintermäntel, Schals oder andere Dinge auf meinem Schreibtisch. Selbst Nachbarn stellten mir einfach Kisten mit Kleidungsstücken vor die Tür.»
Auf seiner Facebook-Seite sammelt Starr ebenfalls Spenden für den heiligen Abend in der Diakoniekirche. «Über das Internet habe ich Kontakt zu vielen Leuten bekommen, die mithelfen.» Vor allem bei seinen Kollegen von der Flugsicherung bedankt er sich für die große Unterstützung. «Sie helfen, wo sie nur können, packen beim Aufbau mit an, geben Essen und Kaffee aus, spielen mit den Besuchern Karten und unterhalten sich mit ihnen.» In diesem Jahr seien 20 Helfer in mehreren Schichten im Einsatz.
«Sogar Soldaten der US Armee in Wiesbaden unterstützen uns. Eine Pfadfindergruppe hat auf dem Stützpunkt Spielzeug gesammelt, das ich nach Weihnachten dort abhole und der Diakonie zur Verfügung stelle.» In der Kleiderkammer der Weserstraße 5 sei kein Platz mehr. «Viele Kisten lagern in meiner Wohnung. Ich bringe sie nach und nach ins Bahnhofsviertel.»
Bereits zum sechsten Mal findet die «Lange Nacht am Heiligen Abend» in der Weißfrauen Diakoniekirche statt, sagt Hintze. «Eingeladen sind alle, die am Heiligen Abend ins Bahnhofsviertel kommen möchten.»
Die Türen der Kirche öffnen um 18 Uhr. Um 19 Uhr beginnt der Gottesdienst. Ab 21 Uhr wird das Abendessen serviert. Den Kirchenraum haben Frankfurter Künstler weihnachtlich gestaltet. Um 22.30 Uhr spielen Straßenmusiker zu einer Nachtmusik auf. Nach dem Nachtgebet stimmt Amanda Wittigschläger einen Nachtblues an. Wer möchte, kann die Nacht in der Kirche verbringen. Am ersten Weihnachtsfeiertag wird ab 8.30 Uhr Frühstück serviert.
[Frankfurter Neue Presse, 24. Dezember 2010, (hau)]
Mobile Kinderkrankenpflege
Verein AKTIV7 übergibt 5.769,- € an die Mobile Kinderkrankenpflege
9. Benefizparty und 1. Benefiz-Kick erbrachten hervorragendes Spendenergebnis
Die 9. Benefizparty des Frankfurter Vereins Aktiv7 im November im English Theatre war ein voller Erfolg. Insgesamt 5.339,- € kamen im Rahmen der Veranstaltung für die Mobile Kinderkrankenpflege der Diakonie Frankfurt zusammen. Bereits im August hatte Aktiv7 mit dem 1.Benefiz-Kick, einem gemeinnützigen Fußballturnier, 430,- € für die Einrichtung gesammelt, so dass sich ein Gesamtbetrag von 5.769,- € ergibt. Einen Scheck in entsprechender Höhe übergaben Vertreterinnen und Vertreter des Vereins am Mittwoch an die Leiterin der Mobilen Kinderkrankenpflege, Erika Zimmermann. Unterstützung bei der Organisation der Benefizparty erhielt Aktiv7 auch durch die Deutsche Bank. Im Rahmen des Mitarbeiter-Programms "Social Day" halfen engagierte Mitarbeiter der Abteilung Mergers & Acquisitions bei der Organisation und Durchführung des Events, zudem erhielt der Verein eine Spende über 1.200,- €.
Bereits seit 1979 pflegt und betreut die Mobile Kinderkrankenpflege der Diakonie Frankfurt akut und chronisch kranke sowie sterbende Kinder. Das Angebot ist in Frankfurt am Main einzigartig. Examinierte Kinderkrankenschwestern arbeiten nach neuesten pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen und helfen, Klinikaufenthalte von Kindern auf eine minimale Dauer zu beschränken oder komplett zu verhindern. In der Praxis hat sich gezeigt, dass Pflege in häuslicher Umgebung den körperlichen und seelischen Zustand von kranken Kindern entscheidend verbessert. Dabei spielt intensive persönliche Zuwendung eine wichtige Rolle. Um kranke Kinder möglichst umfassend zu betreuen, arbeitet die Mobile Kinderkrankenpflege eng mit Ärzten, Krankenhäusern und Einrichtungen des Gesundheitswesens zusammen. Neben der Stadt Frankfurt unterstützt die Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung die Einrichtung. Da die von den Kranken- und Pflegekassen erstatteten Beträge bei weitem nicht die Kosten decken, ist die Mobile Kinderkrankenpflege auch in Zukunft auf Unterstützung durch Stiftungsmittel und Spenden angewiesen, um ihre wichtige Arbeit aufrecht zu erhalten.
Der Verein Aktiv7 wurde im Jahr 2005 von sieben Studenten gegründet und ist mittlerweile auf 23 Mitglieder angewachsen. Insgesamt konnte Aktiv7 mit seinen Benefizveranstaltungen schon über 32.000,- € spenden. Welche Projekte unterstützt werden, wird dabei demokratisch von den Mitgliedern entschieden. Wer Lust hat das Gute mit dem Spaß zu verbinden ist bei Aktiv7 herzlich willkommen – der Verein freut sich immer über neue Mitglieder.
Zentrum für Frauen
„Endlich habe ich meinen eigenen Rhythmus gefunden...“
Projekt „Stark mit Kind“
Dank „Stark mit Kind“, einem Projekt des Zentrums für Frauen der Diakonie Frankfurt, entwickelten seit März dieses Jahres 20 alleinerziehende Frauen neue Perspektiven für ein eigenständiges Leben mit ihren Kindern.
„Ich habe mich hier gleich richtig wohlgefühlt. Jede hier hat eine andere Mentalität und dennoch gibt es ein Super-Miteinander.“ Wenn Mayra über ihre Erlebnisse aus der letzten Zeit spricht, klingt großer Lebensmut aus ihren Worten. Vor wenigen Monaten noch hätte sie sich dies nie träumen lassen. Die Mutter von zwei Kindern im Alter von 20 Monaten und 3 Jahren ist eine von 20 Frauen, die am Projekt „Stark mit Kind“ der Diakonie Frankfurt teilnimmt. Durch das Rhein-Main Jobcenter war sie im April auf das Angebot aufmerksam geworden, hatte damals weder Kindergartenplätze oder Betreuungsmöglichkeiten. „Trotzdem wollte ich gerne wieder anfangen zu arbeiten, aber in jedem Kindergarten hagelte es Absagen.“ Doch das war längst nicht das einzige Problem der 20-Jährigen: „Als ich hierher kam, hatte ich noch keinen geregelten Alltag und Ablauf. Ich habe mich gefragt: Was mach ich eigentlich mit den Kindern. Den ganzen Tag hatte ich ja nichts zu tun außer Aufräumen oder Fernsehgucken.“ Nachdem sie zu „Stark mit Kind“ gekommen sei, habe sie ihren Rhythmus gefunden. „Ich kann jetzt zum Beispiel einschätzen, wann ich die Kinder fertig machen muss. Dadurch sind die viel ausgeglichener geworden. Es gibt endlich eine feste Urzeit, wo sie aufstehen und etwas bestimmtes tun. Es ist endlich alles geregelter. Und das gibt Sicherheit.“
Den Alltag neu entdecken
Eine Entwicklung, die Kersten Eiting von „Stark mit Kind“ als typisch beschreibt: „Bevor die Frauen zum Projekt stoßen, leben sie oftmals mit ihren Kindern in den Tag hinein. Sie gehen zwar mit ihnen auf den Spielplatz, haben aber keine Kontakte, durch welche sie sich zum Beispiel über ihre Kinder austauschen können.“ Vielen falle es am Anfang auch sehr schwer, pünktlich zu erscheinen, ergänzt ihre Kollegin Corinna Nachtwey. „Das ist etwas, was wir über das ganze Jahr hinweg üben, denn eine klare Struktur im Tagesablauf ist die Basis, überhaupt eine Arbeit aufzunehmen.“
Zielgruppe von „Stark mit Kind“ sind alleinerziehende Schwangere und alleinerziehende junge Mütter mit Kindern unter drei Jahren. Drei Tage in der Woche werden sie - von Montag bis Mittwoch - über neun bis zehn Monate hinweg im Zentrum für Frauen begleitet. 14 Frauen unterschiedlichster Nationalitäten sind es momentan. „Ziel ist, Frauen nach ihren individuellen Bedürfnissen zu stärken und gemeinsam mit ihnen Perspektiven zu entwickeln.“, betont die Leiterin des Zentrums für Frauen, Karin Kühn. „Stark mit Kind“ läuft im Auftrag der Stadt Frankfurt und der Rhein-Main Jobcenter GmbH, Träger ist das Diakonische Werk für Frankfurt am Main. Angebunden ist das Projekt an das Zentrum für Frauen der Diakonie Frankfurt, das eine breite Palette an Unterstützungsangeboten bereithält. „Stark mit Kind“, erklärt Kühn, arbeite anhand verschiedener Module wie Gesundheit und Ernährung, Organisation des Alltages über psychosoziale Beratung und Erziehungsfragen oder auch Entwicklung der Ausbildungs- und Erwerbsfähigkeit. Kinderbetreuung wird angeboten. An den verschiedenen Wochentagen stehen jeweils unterschiedliche Themenbereiche auf dem Programm. „Wir arbeiten einerseits sehr individuell mit den Frauen, bieten Einzelgespräche und Begleitung an, sind aber auch in der Gruppe zusammen – das ist ein große Stärke“, bekräftigt Eiting.
... wo die eigenen Stärken liegen.
So sprechen die Frauen zum Beispiel über den Alltag mit dem Kind, seine Entwicklung oder Erziehungsfragen. Weiterhin sind Kommunikation, Kompetenztraining und Bewerbungen Thema. „Wir bieten auch einen Deutsch- und einen Rechtschreibekurs an und es geht zum Beispiel um gesunde Ernährung.“, erörtert Nachtwey. Dabei lernten die Frauen unter anderem, wie sie mit verhältnismäßig wenig Geld eine ausgewogene Mahlzeit bereiten können. Das Kochen in der geräumigen Küche sei zudem sehr wichtig, damit sich die Gruppe findet. Auch EDV ist als neues Themenfeld hinzugekommen. „Wir haben hier vier Computer und die Frauen haben nun auch die Möglichkeit, beim Evangelischen Regionalverband Fortbildungen im Hinblick auf das Office-Paket zu besuchen, wofür sie dann auch ein Zertifikat bekommen.“ Ein großer Teil der Arbeit, resümiert Eiting, besteht darin, die Rahmenbedingungen für ein selbständiges Leben mit Kind zu schaffen.
Genau das hat auch Mayra erfahren: Ihr Problem mit dem Kindergartenplatz hat sie mittlerweile gelöst. „Frau Nachtwey hat mit mir ganz Höchst abgeklappert. Und in einer Kindertagesstätte hat es dann direkt funktioniert, obwohl ich es dort vorher auch schon einmal alleine versucht hatte.“ Geholfen hat „Stark mit Kind“ der Philippinin aber auch bei der Organisation von privaten Angelegenheiten, zum Beispiel mit der Korrespondenz. Oder bei der Lösung von Problemen mit ihrem deutschen Pass. „Man ist nicht alleine. Sobald jemand hinter einem steht, läuft es bei den Behörden plötzlich ganz anders“, hat sie festgestellt und bekennt: „Ich habe jetzt viel weniger Angst davor, mich mit solchen Angelegenheiten auseinanderzusetzen.“ Auch Bewerbungen hat sie geschrieben. „Das hatte ich vorher noch nie gemacht und nun habe ich für nächstes Jahr tatsächlich einen Praktikumsplatz als Schreinerin gefunden“, freut sich die junge Frau, die eine Ausbildung als Fachverkäuferin aufgrund ihrer Schwangerschaft abgebrochen hatte.
Intensive Kooperationen
„Es ist ein enorm wichtiger Punkt, gemeinsam mit den Frauen zu entdecken, wo persönliche Ressourcen und Stärken liegen, von denen man selbst gar nichts weiß und daraus ein Berufsbild zu entwickeln. Vieles hat man oft gar nicht im Blick“, weiß Karin Kühn. Mayra pflichtet bei: „Durch einen Fragebogen mit Interessenstest haben viele Frauen hier Dinge entdeckt, von denen sie vorher nichts ahnten - zum Beispiel das Interesse an Technik.“ Wo liegen die Bedürfnisse? Welches sind realistische Ziele? – das sind bei „Stark mit Kind“ entscheidende Fragen. „Es geht insgesamt darum, sich eigene Stärken und Eigenschaften bewusst zu machen, die man dann auch beruflich nutzen kann“, bekräftigt Eiting. Dass dies nicht nur bei Mayra von Erfolg gekrönt ist, belegen die Zahlen eindrucksvoll: Bis jetzt hat nur eine Frau das Projekt abgebrochen, zwei Frauen fanden inzwischen einen Ausbildungsplatz, andere haben klare berufliche Perspektiven entwickelt, die sie im nächsten Jahr umsetzen werden: Zwei Teilnehmerinnen werden eine Teilzeitausbildung beginnen und eine Frau hat sich um ein Bildungsstipendium beworben, um den Realschulabschluss nachzuholen.
„Insgesamt arbeitet das Projekt mit den unterschiedlichsten Kooperationspartnern“ , betont Karin Kühn. So gibt es unter anderem eine Zusammenarbeit mit dem Verein zur beruflichen Förderung von Frauen, der auch Infotage durchführt. Seit Kurzem sind auch die Malteser mit im Boot. „Es war ein Wunsch der Frauen, spezielle Erste-Hilfe-Kurse für Kinder zu belegen, so dass sie in Notfällen adäquat agieren können.“ An zwei Vormittagen führten die Malteser nun erstmals einen solchen Kurs im Rahmen von „Stark mit Kind“ durch: „Es ist ein spezielles Angebot, das sich vom normalen Erste-Hilfe-Kurs unterscheidet“, erklärt Lioba Abel-Meiser, Pressesprecherin und Leiterin ehrenamtliche Sozialdienste beim Malteser Hilfsdienst e.V. – Stadtverband Frankfurt. Eine aktuelle Studie der Uni Mainz habe ergeben, dass über 90 Prozent der Deutschen nicht in der Lage seien, Erste Hilfe zu leisten, betont sie und bekräftigt so die Wichtigkeit, solche Kenntnisse regelmäßig auch aufzufrischen. Bei den Erste-Hilfe-Kursen für Kindernotfälle gehe es darüber hinaus in einem hohen Maße um Prävention: „Wie vermeide ich, dass sich ein Kind verletzt oder etwa Spülmittel aus der Flasche trinkt?“ Im Mittelpunkt stehe sehr stark die individuelle Haushaltssituation, weiß Abel-Meiser und resümiert: „Wir möchten den Frauen allgemein mehr Sicherheit geben, Notfälle einzuschätzen und zwischen vermeintlichen und echten zu unterscheiden. Gerade für Alleinerziehende, die oftmals die alleinige Verantwortung in solchen Situationen tragen, ist dies von hoher Bedeutung.“
Kontakt:
Stark mit Kind
(in den Räumlichkeiten von 17 Ost – Tagestreff für Frauen)
Alfred-Brehm-Platz 17
60316 Frankfurt am Main
Tel: 069 / 94 35 02 – 80
Fax: 069 / 94 35 02 – 52
E-Mail: stark-mit-kind@zefra.de
www.zefra.de
[ Foto: © Natalya Kozyreva_iStockphoto.com]
Evangelische Telefonseelsorge Frankfurt am Main
Zwei neue Pfarrerinnen für die Evangelische Telefonseelsorge Frankfurt am Main
Irene Derwein und Anette Bill wurden am 1. Dezember offiziell in ihre Ämter eingeführt
Mit einem feierlichen Gottesdienst in der Weißfrauen Diakoniekirche wurden am Mittwoch die neuen Pfarrerinnen in der Evangelischen Telefonseelsorge Frankfurt am Main, Irene Derwein und Anette Bill, durch den Dekan von Frankfurt am Main Mitte-Ost, Pfarrer Dr. Dietrich Neuhaus, offiziell in ihre Ämter eingeführt. Am Gottesdienst wirkte auch die Vorstandsvorsitzende des Evangelischen Regionalverbandes Frankfurt am Main, Pfarrerin Esther Gebhardt, mit. Beim anschließenden Empfang, den der Leiter des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main, Pfarrer Dr. Michael Frase, moderierte, wurde zudem Ursula Wiesen als neue Mitarbeiterin der Evangelischen Telefonseelsorge Frankfurt begrüßt.
Pfarrerin Irene Derwein wirkte zuvor als Seelsorgerin und Leiterin beim Kirchlichen Flüchtlingsdienst am Frankfurter Flughafen sowie als Leiterin der Notfallseelsorge Frankfurt am Main. Letzteres bleibt sie auch weiterhin mit einer halben Stelle. Anette Bill arbeitete als Pfarrerin und Schulseelsorgerin an einer beruflichen Schule in Bad Nauheim. Zudem ist sie Supervisorin.
Die Evangelische Telefonseelsorge Frankfurt ist eine Einrichtung des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main. Unter dem Motto „Anonym, Kompetent, Rund um die Uhr“ steht sie Hilfesuchenden gebührenfrei zur Verfügung. Was immer das Problem ist, unter 0800 111 0 111 erreichen die Anrufer ausgebildete Gesprächspartnerinnen und -partner. Selbstverständlich werden die Gespräche vertraulich behandelt und die Anrufer können anonym bleiben. Der Dienst am Telefon wird von hauptamtlich Mitarbeitenden und gut 50 Ehrenamtlichen wahrgenommen. Für die Übernahme dieses anspruchsvollen Ehrenamtes wird eine Ausbildung, Supervision und ständige Fortbildung geboten. Ein neuer Ausbildungskurs beginnt Ende Januar 2011.
[Foto: (von links nach rechts) Pfarrerin Irene Derwein, Pfarrerin Anette Bill, Ursula Wiesen, Pfarrer Dr. Michael Frase]
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main
Wohnraum muss gesichert sein, damit selbstständiges Leben gelingt...
Interview
Wohnen ist existenziell. Doch wenn die wirtschaftlichen Möglichkeiten gering sind, gestaltet sich die Suche nach einer passen den Wohnung schwierig. Ganz zu schweigen von der Finanzierung und sozialen Kontakten in der Nachbarschaft. Auch in Frankfurt leben Menschen in unsicheren Wohnverhältnissen, einige haben ihr Zuhause verloren. Der Evangelische Verein für Wohnraumhilfe in Frankfurt am Main e.V. hält ein umfassendes Hilfeangebot für sie bereit.
Ein Gespräch mit den Geschäftsführern Peter Schäfer und Heinz Gonther.
Herr Schäfer, Herr Gonther, seit wann gibt es den Evangelischen Verein für Wohnraumhilfe und welche Aufgaben hat er?
S: Der Evangelische Verein für Wohnraumhilfe wurde 1984 vom Evangelischen Regionalverband gegründet. Bis dato wurde die Arbeit der Wohnungslosenhilfe im Ansatz vom Diakonischen Werk organisiert. Für die Vereinsform gab es verschiedene rechtliche Gründe. Seitdem ist der Verein gemäß dem wachsenden Bedarf in Frankfurt erheblich in seinem Aufgabenfeld gewachsen. Heute haben wir im Wesentlichen drei große Aufgabenbereiche. Zunächst ist das die Zurverfügungstellung von Übergangsunterkünften und temporär zur Verfügung stehenden Wohnungen für einen Personenkreis von etwa 800 Personen. Dies geschieht im Wege der öffentlich-rechtlichen Einweisungen der Personen, um unmittelbar drohende Obdachlosigkeit zu verhindern.
Und die anderen Bereiche?
S: Der zweite ist das Betreute Wohnen für junge Erwachsene – ein sozialarbeiterisch sehr intensives Arbeitsfeld, in dem wir Menschen zwischen 18 und 25 Jahren betreuen mit einem Stellenschlüssel 1 : 6 . Wir stellen die Wohnung zur Verfügung für die Dauer der Betreuung und arbeiten auf der Grundlage einer Leistungsvereinbarung mit der Stadt Frankfurt.
G: Als drittes gibt es die „Zentrale Vermittlung von Unterkünften – ZVU“, ein Projekt, welches der Verein seit 1993 in gemeinsamer Organisation mit dem Jugend- und Sozialamt der Stadt Frankfurt am Main als eigene Abteilung betreibt. Jeder, der hier in Frankfurt außerhalb der stationären Bereiche wie etwa dem Übergangswohnhaus im WESER5 Diakoniezentrum unterzubringen ist, wird über dieses System vermittelt. Dazu haben wir eine Datenbank mit allen in Frage kommenden Unterkünften. Die unterschiedlichen Stellen des Sozialamtes rufen hier an, zum Beispiel wenn die Zwangsräumung einer Familie ansteht. Wir vermitteln dann sowohl in eigene Häuser, als auch in Häuser anderer Betreiber wie dem Rotem Kreuz oder dem Internationalen Bund. Hierüber gewinnen wir auch einen Überblick über die Gesamtsituation in Frankfurt – und zwar tagesgenau.
Wie funktioniert die Zusammenarbeit im Detail? In der Presse war ja auch schon von Outsourcing die Rede, welches die Stadt hier betreibe...
G: Wir unterhalten ein Büro, in dem auch ein städtischer Mitarbeiter tätig ist, der die Abrechnung vornimmt. Nach ganz klaren vertraglichen Kriterien managen wir den Bereich für die Stadt Frankfurt. Der Begriff Outsourcing trifft weder die Form unserer Zusammenarbeit juristisch, noch die Qualität der Arbeit, die hier geleistet wird – vor allem im Vergleich zu vorher, als jedes Sozialrathaus auf eigene Faust die Pflicht der Stadt Frankfurt erfüllte, Obdachlose unterzubringen. Die jetzige Struktur gewährt einen Überblick und bietet Transparenz im Hinblick auf die Kosten. Erst mit dem Verein wurde ein zentrales Steuerungselement geschaffen, das erfolgreich der Stadt in den ersten Jahren eine jährliche Ersparnis in Millionenhöhe einbrachte, weil keine überteuerten Hotelplätze mehr angemietet werden mussten. Vorher wusste man zeitnah auch nicht genau, wie viel Geld die Stadt für die Unterbringung der Personen ausgibt. Die Ermittlung dieser Erkenntnisse benötigte zuvor immer einen langen Vorlauf, da zunächst alle Zahlen der einzelnen Organisationseinheiten zusammen getragen werden mussten.
Ein Wort zu den Kosten, die für die Arbeit heute anfallen...
S: Seit 1993 gibt es eine Vereinbarung, dass die tatsächlichen Kosten dieses Betriebes der ZVU auf die Übernachtungen umzulegen sind mit den monatlichen Abrechnungen. Sie bleiben im Schnitt immer unter einem Euro pro Übernachtung und Person. Die Verwaltungskosten würden in gleichem Maße auch bei der Stadt anfallen, es würde sie wahrscheinlich sogar teurer kommen, da strukturbedingt ganz andere Personalvorhaltungen machen müssten. Wir haben keine Gewinnmarge oder eine Umlage die wir vereinnahmen. Im letzten Jahr hatten wir im Bereich der Übergangsplätze die Situation, dass aufgrund von steigenden Energiekosten gegenüber der ursprünglichen Kalkulation nach zu verhandeln war.. Aber wir korrigieren auch nach unten, etwa die Energiepreise deutlich fallen würden. Nur die tatsächlichen Kosten des Betriebes werden dem Verein erstattet. Wenn ein Bewohner aufgrund eines vorhandenen eigenen Einkommens verpflichtet ist, sich an den Unterkunftskosten zu beteiligen, zahlt er nicht an uns, sondern an das Sozialamt. Unsere Betriebskosten werden jährlich durch eine Buchführung belegt und durch eine Wirtschaftsprüfung geprüft. Das System ist für die Stadt transparent und jederzeit prüfbar
Und wie kalkulieren sie heute die Kosten für ihre Wohnheimplätze?
G: Der Verein stellt um die 500 Plätze zur Verfügung - in unterschiedlichen Konstellationen. Wir unterhalten ein eigenes Haus und vier weitere Liegenschaften zu Mietkonditionen. Über all diese Objekte haben wir Verträge mit der Stadt Frankfurt. Die kalkulierten Kosten, die wir mit ihr der Stadt abrechnen, sind nur zu etwa einem Drittel Miete, bestehen ansonsten aus Umlagen, Strom, Wasser, Versicherung und so weiter, aber auch zum Beispiel aus Leerstands-Kosten. Wir müssen auch Wohnheimplätze vorhalten, selbst wenn im Sommer eventuell die Auslastung zurückgeht. Zudem möblieren wir diese Wohnungen komplett. Das bedeutet, dass jeder Platz über einen Standard verfügt, so dass jemand mit seiner wenigen persönlichen Habe direkt dorthin kommen und schlafen kann. Dazu brauchen wir Personal wie etwa Techniker, die konstruieren und reparieren. Nicht zuletzt entsteht Personalaufwand für die soziale Beratung zur Unterstützung zum Erhalt einer regulären Wohnung. Relativ hohe Unterhaltungskosten haben wir unter anderem auch dadurch, dass es im Jahr mehrere Neueinzüge in ein und dieselbe Wohnung gibt.
Und das wirkt sich dann auf den Zustand der Wohnungen aus...?
S: Die starke Fluktuation bedingt natürlich auch einen erhöhten Renovierungsaufwand. Zudem bedingt der vorübergehende Charakter der Nutzung häufig auch einen weniger achtsamen Umgang mit der Wohnung. Um den vertraglich definierten Standard bei Bezug des Zimmers zu halten, ist häufig mehr als nur eine „Nachbesserung“ des Renovierungszustandes erforderlich.
Wie sieht die aktuelle Situation in Frankfurt aus?
G: Im Moment können wir den tatsächlichen Bedarf nicht mehr tagesgenau decken. Um Spitzen abzufangen, müssen wir vereinzelt wieder mehr auf Hotels ausweichen, was aus sozialpolitischen Gründen eigentlich nicht gewollt ist. Der Bau von Sozialwohnungen ist in Frankfurt in den letzten Jahren beachtlich gesunken. Gleichzeitig fallen seit Jahren immer mehr Wohnungen aus der Sozialbindung heraus. Parallel dazu lesen wir, dass die Mietpreise wieder steigen. Es bleibt zu vermuten, dass es immer mehr Menschen geben wird, die sich das so nicht mehr leisten können. Unserer Beobachtung nach hat sich der Verlust von Wohnraum aus ökonomischen Gründen verstärkt.
Können Sie Beispiele nennen?
S: Die Leute sammeln Mietschulden an, werden rausgeklagt und landen dann in unserem System. Ein wesentlicher Aspekt dabei ist Verarmung durch Jobverlust, der in etlichen Fällen auch nicht das einzige Problem bleibt. Nach Jobverlust und Wegfall des Einkommens gerät das Familiensystem ins Wanken, Beziehungen können zerbrechen, in Einzelfällen kommt es zu häuslicher Gewalt.
Wie sieht es mit der Verweildauer in der Übergangswohnung aus?
S: Im Schnitt beträgt sie ein halbes bis ein dreiviertel Jahr. Wesentlich ist aber immer die Frage: Wie ist der Wohnungsmarkt momentan aufgestellt und welche Zugänge haben die Leute? Es gibt bei dem Personenkreis ja viele Negativkriterien in dieser Hinsicht, etwa Schulden – aber auch eine andere Hautfarbe oder fünf Kinder gehören leider oftmals dazu. In dieser Hinsicht sind die Voraussetzungen sehr unterschiedlich. Und daran gekoppelt ist auch die individuelle Aufenthaltsdauer in der Übergangsunterkunft.
G: Das Problem ist der immer größer werdende Bedarf an Wohnraum, der entsteht, weil die Haushalte sich verkleinern. In weniger als einem Viertel der Frankfurter Haushalte leben Kinder, 51 Prozent sind Alleinstehende. Die Wohnungsstruktur dagegen stimmt mit diesem Bedarf nicht mehr überein. Bei zusätzlichem Wohnraum handelt es sich größtenteils um frei finanzierte Flächen. Da sind dann Marktmieten zu zahlen, die ein entsprechendes Einkommen erfordern, um an diesem Wohnungsmarkt teilzunehmen. Menschen in den unteren Einkommensbereichen haben in Zukunft immer weniger Chancen, wieder in eigenen Wohnraum zu kommen.
Können Sie noch einige Worte zum Betreuten Wohnen für junge Erwachsene sagen...?
G: Wir halten 36 Plätze für junge Menschen vor, die erhebliche Probleme zu Hause und in punkto Schulbildung haben und unter Umständen schon Jugendhilfemaßnahmen hinter sich haben. Häufig haben sie auch Probleme mit ihrem Lebensstil. Dazu gehört der Konsum von Drogen oder Alkohol. Es sind Personen, die nach Einschätzung des Sozialamtes nur mit intensiver Betreuung auf einen Level gebracht werden können, dass sie sich in Zukunft selbst helfen können.
S: Wenn das Sozialamt jemanden für eine solche Betreuung benennt, geschieht es weil die Hoffnung besteht, mit ein wenig mehr Betreuung bekommt er das hin. Wir nehmen die jungen Menschen dann über ein oder zwei Jahre betreuend an die Hand, entwickeln zunächst gemeinsam mit dem Sozialamt einen Hilfeplan, der Fragen beinhaltet wie: Wo willst Du am Jahresende sein? Manche möchten einen Hauptschulabschluss nachholen oder einen weiter gehenden Abschluss machen, einen Ausbildungsplatz oder einen Job finden. Und in der Lage sein, einen Haushalt eigenständig zu führen. Das Betreute Wohnen für junge Erwachsene ist eine freiwillige Leistung der Stadt Frankfurt, also nicht durch die Sozialgesetze vorgegeben. Wir begrüßen es sehr, dass die Stadt Frankfurt dieses Betreuungsangebot nicht kürzen wird.
Zentrum für Frauen
„Kleidung für den Job“ schafft neue Chancen
Citi und Goldman Sachs sammeln erfolgreich Berufs- und Kinderkleidung für ModeKreativwerkstatt und Familien-Markt
Ein hervorragendes Ergebnis erbrachte eine Kleidersammlung, welche die Frankfurter Büros von Citi und Goldman Sachs für die ModeKreativWerkstatt der Diakonie Frankfurt sowie den ökumenischen Familien-Markt in Frankfurt-Bornheim organisierten. Zum zweiten Mal nach 2008 sammelten die Bankhäuser unter ihrer Mitarbeiterschaft hochwertige Berufs- und Kinderkleidung. Eine Vielzahl an gut erhaltenen Kostümen, Blusen, Anzügen, Hemden Krawatten und Schuhen konnten die Leiterin des Zentrums für Frauen, Karin Kühn, sowie Monika Hoffmann von der ModeKreativWerksatt am Mittwoch hoch über den Dächern Frankfurts im 54. Stock des Messeturmes entgegennehmen.
Das richtige Outfit beim Bewerbungsgespräch trägt dazu bei, die Chancen auf einen Arbeitsplatz zu erhöhen. Deshalb können arbeitsuchende Frauen hochwertige Second-Hand-Kleidung in der ModeKreativWerkstatt zu kleinen Preisen kaufen. Wenn etwas nicht passt, wird die Kleidung kostenfrei in der Näherei der Modekreativwerkstatt nach den Wünschen der Kundin geändert. Frauen ohne Arbeit können sich ein Jahr lang in der ModeKreativWerkstatt beruflich qualifizieren, sich weiter entwickeln, Neues lernen in den Bereichen Änderungsschneiderei, Kreatives Nähen, Verkauf und Kundenberatung. Individuelle Kompetenzen und Ressourcen werden unter fachlicher Anleitung gefördert und trainiert. Das stärkt das Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Gut erhaltene Kleiderspenden sind in der ModeKreativWerkstatt - einem Projekt des Zentrums für Frauen der Diakonie Frankfurt – unverzichtbar. Hier engagieren sich bereits zahlreiche Wirtschaftsunternehmen und Privatpersonen. Das Beschäftigungsprojekt unter Anleitung einer Maßschneiderin läuft in enger Kooperation mit der „Koordination und Organisation von Arbeitsgelegenheiten“ der Diakonie Frankfurt und wird durch die Rhein-Main Jobcenter GmbH und den Europäischen Sozialfonds finanziert.
Herrenkleidung wird an den Familien-Markt in Frankfurt-Bornheim weitergeleit, wo es seit einiger Zeit auch eine Abteilung für Business-Kleidung gibt. In dem vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main und Caritasverband Frankfurt e.V. getragenen Second-Hand-Kaufhaus können sich einkommensschwache Frankfurter Bürgerinnen und Bürger günstig einkleiden und mit Möbeln versorgen. Zum Einkauf berechtigt ist, wer über einen Frankfurt-Pass oder einen von Kirchengemeinden und Beratungsstellen ausgestellten Berechtigungsschein verfügt, ebenso Studierende mit einem gültigen Studentenausweis. Wohnsitzlose Menschen erhalten im Familien-Markt kostenlos Kleidung. Zusätzlich ist der Familien-Markt auch ein Beschäftigungs- und Qualifizierungsbetrieb für bis zu 50 Langzeitarbeitslose und 30 Jugendliche, die so die Möglichkeit haben, sich im Rahmen von Hartz-IV-Maßnahmen zu qualifizieren und einer Tätigkeit nachzugehen.
Kindertagesstätten
Bildung braucht Qualität
Diakonie Frankfurt feiert sechs Jahre Zertifizierung von evangelischen Kindertagesstätten im Verbund/ Zwei weitere Einrichtungen aufgenommen
Zwei weitere evangelische Kindertagesstätten in Frankfurt haben sich nach DIN EN ISO 9001: 2008 zertifizieren lassen. Am 1. November erhielten sie im Rahmen einer Feierstunde ihre Zertifikate. In die Zertifizierung aufgenommen wurden die Matthäuskindertagesstätte der Hoffnungsgemeinde und die Kindertagestätte der Gemeinde Hausen. Bereits seit sechs Jahren zertifiziert sind die Kita Rosengarten der Ev. Kirchengemeinde Nied, die Kita Nazarethschlange der Nazarethgemeinde, die Kita Regenbogenland der Regenbogengemeinde und die Kindertagesstätte der Nicolaigemeinde, die dafür ebenfalls entsprechende Urkunden erhielten.
Insgesamt sind nun 16 evangelische Kindertagesstätten zertifiziert. Die Qualitätsstelle beim Diakonischen Werk des Evangelischen Regionalverbandes stellt dabei sicher, dass alle Kindertagesstätten ein funktionierendes Qualitätsmanagement-System besitzen. Nachgewiesen wird dies zum Beispiel durch „Überwachungsaudits“ genannte Evaluationen, die jährlich in allen angeschlossenen Kitas durchgeführt werden. Die externe Zertifizierungsgesellschaft Procumzert überprüft neben der Qualitätsstelle die Kitas. Die Standards der DIN-Vorgabe geben dabei jeweils vor, welche Schritte in den einzelnen Kitas umgesetzt werden müssen.
Mobile Kinderkrankenpflege
Aktiv feiern und kranken Kindern helfen
Benefizparty des Vereins Aktiv 7 zugunsten Mobiler Kinderkrankenpflege am 6. November
Mit seiner neunten Benefizparty unterstützt der Verein Aktiv 7 in diesem Jahr die Mobile Kinderkrankenpflege der Diakonie Frankfurt am Main. Die Veranstaltung findet statt am Samstag, dem 6. November 2010 in der „James Bar“ im English Theater (Gallusanlage 7). Ab 22:30 Uhr werden Dj Klitbeat und Freunde mit feinsten House, HipHop & Funk-Tunes einheizen und das Theater zum Club machen. Garantiert sind freundliche Studentenpreise und tanzen bis in die frühen Morgenstunden. Der Erlös geht an die Mobile Kinderkrankenpflege, unterstützt wird die Party auch von der Deutschen Bank, dem Hotel Dreieich und der Druckerei Clopen.
Die Mobile Kinderkrankenpflege ist eine Einrichtung des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main und der einzige Pflegedienst in Frankfurt und Umgebung, der sich auf die Betreuung akut oder chronisch kranker Kinder spezialisiert hat. Auch an Wochenenden und Feiertagen gewährleistet er die Versorgung der jungen Patientinnen und Patienten. Examinierte Kinderkrankenschwestern kommen nach Absprache mit Kinder- und Klinikärzten sowie Eltern ins Haus. Seit 1979 bietet die Mobile Kinderkrankenpflege professionelle medizinische Betreuung sowie intensive persönliche Zuwendung und hilft, Klinikaufenthalte von Kindern auf eine minimale Dauer zu beschränken oder komplett zu verhindern. Zu den Leistungen des Pflegeteams gehört unter anderem die Durchführung ärztlicher Verordnungen wie Verbandswechsel oder Injektionen, Pflege nach Operationen sowie Anleitung zu Pflege und Ernährung. Immer mehr an Stellenwert gewinnt die Begleitung von schwerstkranken und sterbenden Kindern sowie ihren Familien. Dazu werden Mitarbeiterinnen speziell im Bereich Palliativpflege geschult. Um kranke Kinder möglichst umfassend zu betreuen, arbeitet die Mobile Kinderkrankenpflege eng mit Ärzten, Krankenhäusern und Einrichtungen des Gesundheitswesens zusammen. Neben der Stadt Frankfurt unterstützt die Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung, eine der ältesten Stiftungen Frankfurts, die Einrichtung. Da die von den Kranken- und Pflegekassen erstatteten Beträge bei weitem nicht die Kosten decken, ist die Mobile Kinderkrankenpflege auch in Zukunft auf Unterstützung durch Stiftungsmittel und Spenden angewiesen, um ihre wichtige Arbeit aufrecht zu erhalten.
Aktiv7 wurde als gemeinnütziger Verein von sieben Studenten aus Frankfurt gegründet und veranstaltet seit 2005 regelmäßig „coole Partys“, deren Erlöse einem guten Zweck zukommen. Unter anderem unterstützte Aktiv7 bereits Plan International und den Verein Frauen helfen Frauen e.V. Im Jahre 2008 förderte Aktiv7 auch die Anschaffung einer Waschmaschine und eines Trockners für den WESER5 Tagestreff sowie 2009 die WESER 5 Straßensozialarbeit der Diakonie Frankfurt am Main. Mit seinen Partys hat Aktiv7 bereits 26.000 Euro an Spendengeldern erwirtschaftet.
Weitere Informationen zur Benefizparty bei:
Aktiv7 e.V., Julia Thielke, Tel: 0177-547 7373, Email: Julia_Thielke@gmx.de
Pressekontakt Diakonie Frankfurt: Jörn Dietze, Diakonisches Werk für Frankfurt am Main, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Tel.: 069/ 92107-207
Weißfrauen Diakoniekirche
Turmsanierung als innovatives Pilotprojekt
Arbeiten an der Weißfrauen Diakoniekirche treten in die zweite Bauphase ein/ Ursprüngliches Erscheinungsbild soll durch neuartiges Betonierverfahren widergegeben werden
Im Zuge der Sanierung des Turmes der Weißfrauen Diakoniekirche hat die zweite Baustufe begonnen, die mit einem innovativen Pilotprojekt im Bereich Betoninstandsetzung verbunden ist. Die erste Instandsetzungsstufe, die der Wiederherstellung der vollen statischen Funktion der Baukonstruktion diente, steht kurz vor dem Abschluss. Ziel der Sanierung ist, eine der ursprünglichen Qualität der geschalten Betonoberfläche entsprechende Oberflächenstruktur und –farbe herzustellen und dadurch, wie Architekt Peter Sichau erklärt, eine „exakte Wiedergabe des originalen Erscheinungsbildes“ zu erreichen. Ein wesentlicher Anspruch an das nachfolgende Sanierungskonzept ist die Verbindung zwischen Instandsetzung nach geltendem Regelwerk und der Erzielung der vorstehend umrissenen gestalterischen Qualität des Denkmals. Vor Beginn der Sanierungsarbeiten im Frühjahr 2010 zeigten die Betonaußenflächen eine deutliche bis starke Verwitterung. Vorhanden waren Zeichen ursprünglicher Betonmängel wie Betonnester, Entmischungen und Verdichtungsunregelmäßigkeiten, die Ausgangspunkt für das Entstehen und das Fortschreiten der üblichen Betonschädigungsmechanismen waren.
Die technische Lösung für die zweite Instandsetzungsstufe stellt nun einen innovativen Ansatz im Bereich der Betoninstandsetzung dar. Grundlage ist der gestalterische Anspruch und die Idee des Architekten, die ursprüngliche Oberflächenqualität durch Angießen einer Beton- oder Mörtelschale wieder herzustellen. So ist vorgesehen, die äußere Schale der von außen sichtbaren Betonflächen mit einem angegossenen, selbstverdichtenden Mörtel herzustellen. Die konkrete technische Lösung wurde vom Tragwerksplaner erarbeitet und daraus als Aufgabenstellung Vorgaben für die Anforderungen an den Vergussmörtel abgeleitet. Durch die Firma Dynapox wurden mehrere Mörtelrezepturen ausgearbeitet und das F.A Finger-Institut der Bauhausuniversität als Kooperationspartner für die Prüfung der Frisch und Festmörteleigenschaften hinzugezogen. Die jetzt entwickelte Mörtelrezeptur ist das Ergebnis der Weiterentwicklung dieser Mörtelrezepturen im Rahmen des Forschungsvorhabens „innoprofile nubau“ des F.A. Finger-Institutes der Bauhausuniversität Weimar. So wurden mehrere Musterversuche an der Baustelle durchgeführt. Dabei wurde das Materialverhalten unter Baustellenbedingungen, die Einfüll – und Schalungstechnologie erprobt. Letztere wird nun den gestalterischen Anforderungen entsprechend verbessert, ebenso werden Schalung, Eckausbildung und Schalungsfuge modifiziert. Werden die Instandsetzungsziele erreicht, so kann eine Restnutzungsdauer von 30 Jahren ohne weitere grundhafte Instandsetzungen erreicht werden. Abgeschlossen sind die Sanierungsarbeiten voraussichtlich im Mai 2011.
Gemeinsam finanziert wird die Turmsanierung durch den Evangelischen Regionalverband, die Stadt Frankfurt am Main sowie das Land Hessen. Mit 16.000 Euro gefördert wird sie zudem von der Charlotte Böhme-Roth-Stiftung. Der Kostenrahmen von 600.000 € indes kann voraussichtlich nicht eingehalten werden, da das wiederholte Anfertigen von Musterflächen für das Pilotprojekt zu Terminverzögerungen geführt hat. Unter anderem durch längere Gerüstvorhaltung und weitere Sekundärkosten entsteht so eine Kostenerhöhung von voraussichtlich zehn Prozent. Aufgrund der hohen Relevanz, die das Pilotprojekt auch für andere Sanierungsmaßnahmen haben kann, hat das Landesamt für Denkmalpflege Hessen, welches die Baumaßnahme auch fachlich begleitet, eine weitere finanzielle Förderung in entsprechender Höhe in Aussicht gestellt.
Die Turmsanierung ist ein wichtiges Element in einem Gesamtkonzept, deren vorrangiges Ziel es ist, durch Rückbau der neuzeitlichen Überformungen den ursprüngliche Charakter der Gesamtanlage der Weißfrauenkirche wieder erlebbar und sie so zu einem öffentlichen Raum von hoher Qualität zu machen. Bezüglich des Kirchturms, der einen besonderen Merkpunkt im Stadtgefüge bildet, setzt das Konzept ebenfalls auf Öffnung. In verschiedenen Abstimmungsgesprächen mit den Nutzern, Diakonie, Stadtplanung und Landesamt für Denkmalpflege Hessen wurde vereinbart, die abgängigen Maßwerksfüllungen nicht zu rekonstruieren, sondern in dieser besonderen städtebaulichen Situation eine zeitgenössische Auseinandersetzung mit dem Ort zu wagen und so dem öffentlich-kulturellen Charakter der heutigen Weißfrauenkirche zu entsprechen. Hierzu sollen die Maßwerköffnungen des Turms von einem Künstler gestaltet werden, wobei alle Geschosse in den Straßenraum hinein sichtbar und begehbar werden. Durch die Einblicke soll der Turm einerseits auf die heutige Nutzung als Zentrum für wohnsitzlose Menschen und andererseits auf den öffentlich zugänglichen und bereits verwirklichten Kultur- und Kunstraum in der Kirche hinweisen. Bei Ausstellungen und Veranstaltungen kann man ihn über die vorhandene Wendeltreppe besteigen und einen Blick auf das Frankfurter Bahnhofs- und Bankenviertel erleben. Ebenso können Passanten, die den Turm auf Platzebene unterqueren, von unten hineinschauen. Ein wichtiger erster Schritt war der Umbau des WESER5 Tagestreffs für Wohnsitzlose im Jahr 2008: Unter Beibehaltung der ursprünglichen Raumidee entstand ein den Nutzungsanforderungen angemessenes „All in One-Konzept“. Sämtliche Funktions- und Nebenräume wurden entkernt und neu gestaltet. Neben den Räumen für die Betreuer und der Kleiderkammer wurden der Sanitärtrakt und die Küche neu konzipiert. Nun soll der Prozess einer kommunikativen Öffnung konsequent weiterbetrieben werden. Die Häuser Weserstraße 3 und 5 werden dazu ebenso saniert wie die Weifrauenkirche. Durch den Rückbau der Zaunanlagen und Mauern, Roden der Zufalls-Begrünung und Beräumung der Poller und Beschilderung wird das Gebäude in seinem Solitärcharakter wieder frei gestellt. Insbesondere die Abschaffung der vor der Kirche und im Innenhof derzeit vorhandenen öffentlichen und privaten PKW-Stellplätze nebst Funktionsmobiliar in Verbindung mit der Rückgewinnung der ursprünglichen Freifläche zur Gutleutstraße schafft wieder einen “freien“ Platz. Eine Oase im Straßenraum entsteht auch durch ein wieder zugängliches Blockinnere. Unterstützt wird dieser Ansatz durch die Verlegung eines einheitlichen Bodenbelages sowohl vor, als auch um das Gebäude. Eine qualitätsvolle, steinerne Fläche, die, je nach Ausrichtung zum Straßenraum die Fassade der Kirche freistellt und zum Innenhof mit einem kleinen Platanenhain unterschiedliche, angemessene Freiräume von besonderer Qualität schafft Insgesamt wird mit der Neuinterpretation des Turms und dem geplanten Platz um die Kirche, qualitativ hochwertiger öffentlicher Stadtraum geschaffen.
Kindertagesstätten
Profil in der Supervielfalt
Fachtag des Arbeitsbereichs Kindertagesstätten der Diakonie Frankfurt am Freitag, dem 5. November 2010, in der Evangelischen Gethsemanegemeinde
Die Supervielfalt ist ein Konzept, das den Wandel der internationalen Migration und der Bevölkerungsstruktur seit den 1980er Jahren beschreibt. Statt großer Migrantengruppen aus wenigen Ländern kommen kleine Gruppen aus sehr vielen verschiedenen Ländern. In Frankfurt am Main haben 40 Prozent der Frankfurter Bürgerinnen und Bürger entweder eigene Migrationserfahrung oder einen familiären Einwanderungshintergrund.
Damit ist Frankfurt die internationalste Stadt in Deutschland. Die Realität ist komplex, das heißt es existieren gleichzeitig Milieus, die sich überkreuzen, sich weiter ausdifferenzieren, sich mischen oder sich neu bilden. Diese Vielfalt ist nicht das Problem, sondern die Herausforderung,der wir uns stellen. Wie und mit welchen Maßnahmen schärfen wir in dieser Gemengelage das evangelische Profil? Verschiedene Herangehensweisen zeigt der Fachtag für Tageseinrichtungen für Kinder „Profil in der Supervielfalt. Konfessionelle Kitas beschreiben ihren Standort“ auf. Er findet statt am Freitag, 5. November 2010 von 9.00 Uhr bis 16.30 Uhr in der Evangelischen Gethsemanegemeinde, Marschnerstraße , 60318 Frankfurt am Main. Veranstalter ist der Arbeitsbereich Kindertagesstätten des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main. Der Kostenbeitrag beträgt 10 Euro.
Den Anmelde- und Programmflyer können Sie hier herunterladen
Kontakt: Diakonisches Werk für Frankfurt am Main - Arbeitsbereich Kindertagesstätten, Kurt-Helmuth Eimuth, Tel: 069/ 92105 6646, E-Mail: kita@ervffm.de
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main
„Solidarität und Demokratie“
100 Jahre Diakonie der Evangelischen Kirche in Frankfurt am Main / Festakt in der Paulskirche
Mit einem Festakt in der Frankfurter Paulskirche feierte die Diakonie der Evangelischen Kirche in Frankfurt am Main am 1. Oktober 2010 ihr 100-jähriges Jubiläum. Den Festvortrag zum Thema „Solidarität und Demokratie“ hielt Staatsminister a.D. Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin. An der Veranstaltung teil nahmen auch der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Dr. Volker Jung, der Präsident des Hessischen Landtages, Norbert Kartmann, sowie der Stadtkämmerer und Kirchendezernent der Stadt Frankfurt, Uwe Becker. Zudem die Vorstandsvorsitzende des Evangelischen Regionalverbandes Frankfurt am Main, Pfarrerin Esther Gebhardt, der Leiter des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main, Pfarrer Dr. Michael Frase und der Leiter des Fachbereichs I: Beratung, Bildung, Jugend, Pfarrer Jürgen Mattis. Literarische und dokumentarische Texte „Frankfurt um 1910“ trug der bekannte Schauspieler Michael Quast vor; für den musikalischen Rahmen sorgte das Festival Orchester Frankfurt unter der Leitung von Prof. Vladislav Brunner.

Der frühere Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin rief in seinem Vortrag zu mehr bürgerschaftlichem Engagement auf. Zwei Weltkriege und die Zeit des Nationalsozialismus hätten das hoch entwickelte Stiftungswesen im Bürgertum des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts ausradiert. Dies gelte es, wiederzubeleben. Nida-Rümelin warnte zugleich vor der Vorstellung, bürgerschaftliches Engagement könne auffangen, woraus sich der Staat zurückziehe. Das sei eine Illusion. Ein funktionierender Sozialstaat sei unabdingbar für die Demokratie. „Eine Demokratie ist hohl, wenn es nicht gelingt, Solidarität zu praktizieren“, bekräftigte Nida-Rümelin.
EKHN-Kirchenpräsident Dr. Volker Jung plädierte für eine Neuorientierung in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Das Prinzip des „Schneller - Höher - Weiter“ müsse ersetzt werden durch das Prinzip des „Anders - Besser - Weniger“. Dadurch könnten Lebensqualität gewonnen, weltweit Frieden und Gerechtigkeit gefördert und Armut bekämpft worden. Jung würdigte in seinem Grußwort die Frankfurter Diakonie als „wichtiges Markenzeichen gelebten evangelischen Glaubens in der Stadtgesellschaft“. Mit ihren vielfältigen Angeboten etwa in der Kinder-, Jugend- und interkulturellen Arbeit zeige sie, „dass sie mitten im Leben steht und ganz nahe bei den Menschen ist“.
Diakonie in Frankfurt, das war von Anfang an etwas Besonderes und in Deutschland Einzigartiges. Denn die Arbeit wurde nicht über Vereine oder andere Träger außerhalb der Kirche organisiert, sondern sie ist bis heute Teil der verfassten Kirche, Teil des Evangelischen Regionalverbandes, zu dem sich Frankfurter Gemeinden und Dekanate zusammengeschlossen haben. Als im Jahr 1910 Armut in der Stadt herrschte, 80 Prozent der Bürgerinnen und Bürger als arm oder minderbemittelt galten, sah sich die evangelische Kirche in Frankfurt in der Pflicht und handelte: Die Frankfurter Bezirkssynode machte im November 1910 Nägel mit Köpfen und es „wurden die Mittel zur Annahme eines männlichen und eines weiblichen Berufsarbeiters bewilligt und ein ständiger Fürsorgeausschuss eingesetzt“. Das war die Geburtsstunde der Diakonie in Frankfurt.
Wie in den Gründerzeiten, so ist auch heute ein wesentliches Qualitätsmerkmal diakonischer Arbeit in Frankfurt, zielgerichtete Angebote auf den Sozialraum der Stadt hin zu entwickeln. Auch im Jahre 2010 sind die Themen brisant und die Herausforderungen groß – der demographische Wandel, eine sozial gerechte Gesellschaft, die Chancen für alle eröffnet, ein gutes soziales Klima sowie das Thema Integration gehören dazu. Im Hinblick auf soziale Fragen ist flexibles Reagieren gefragt. Gerade in dieser Hinsicht prägt die Diakonie der Evangelischen Kirche in Frankfurt die Stadtgesellschaft entscheidend und ist damit unverzichtbar. Schließlich nimmt sie bewusst eine hohe christlich gesellschaftliche Verantwortung wahr. Persönliche Ressourcen zu stärken und Menschen wieder zu einem selbstbestimmten und selbstgestalteten Leben zu verhelfen, sind entscheidende Elemente. Diakonie der evangelischen Kirche in Frankfurt bedeutet somit eine breite Palette an Angeboten, von der Jugendsozialarbeit über Integrationshilfen für Menschen mit Behinderung, Einrichtungen für Wohnsitzlose, Krabbelstuben und seelsorgerliche Angeboten bis hin zu Pflegeeinrichtungen oder Qualifizierungsprojekten. Auch im Jahr 2010 ist die Diakonie in Frankfurt im Evangelischen Regionalverband Teil der verfassten Kirche; das Diakonische Werk für Frankfurt am Main sowie die Arbeitsfelder Beratung, Bildung, und Jugend sind Fachbereiche, darüber hinaus werden zahlreiche diakonische Aufgaben in rechtlich selbständigen Organisationsformen wahrgenommen.
Soziale Stadt
Diakonie Frankfurt eröffnet neues Nachbarschaftsbüro im Stadtteil Riederwald
Frankfurter Programm – Aktive Nachbarschaft
Das Diakonische Werk für Frankfurt am Main hat im Stadtteil Riederwald, Am Erlenbruch 116-118, ein neues Nachbarschaftsbüro im Rahmen des „Frankfurter Programm – Aktive Nachbarschaft“ eingerichtet. Der Leiter der Diakonie Frankfurt am Main, Pfarrer Dr. Michael Frase, sowie der stellvertretende Leiter der Stabsstelle „Frankfurter Programm – Aktive Nachbarschaft“, Thomas Schäfer, eröffneten es am Dienstag, dem 28. September offiziell. Zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils nutzten die Gelegenheit, die neue Anlauf- und Kontaktstelle kennenzulernen und auf eine gute Zukunft des Quartiers anzustoßen.
Seit April dieses Jahres sind im Riederwald die Quartiersmanagerinnen Annette Püntmann und Johanna Begrich tätig. Das Quartiersmanagement der Diakonie Frankfurt initiiert und unterstützt Nachbarschaften und Aktivitäten im Stadtteil. Im Verbund mit möglichst vielen Akteuren der Siedlung arbeitet es auf partnerschaftlicher Basis mit Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen und Initiativen, Gewerbetreibenden, Wohnungsbaugesellschaften, freien Trägern der sozialen Arbeit, Schulen sowie den städtischen Ämtern zusammen. Ziel ist es, auf diese Weise vorhandene Potenziale zu aktivieren und weiterzuentwickeln, Initiativen und Engagement für den Stadtteil zu unterstützen, das Wohnumfeld zu verbessern, neue Nachbarschaftsbeziehungen aufzubauen und bestehende zu stärken, den sozialen Zusammenhalt und das kulturelle Leben zu fördern.
Mit dem "Frankfurter Programm - Aktive Nachbarschaft" möchte die Stadt Frankfurt am Main die Lebensbedingungen in Stadtvierteln verbessern und das Miteinander - auch von unterschiedlichen Kulturen - stärken. Dabei kooperiert sie eng mit verschiedenen Trägern sozialer Arbeit. Nachdem das Diakonische Werk für Frankfurt am Main bereits in der Karl-Kirchner-Siedlung in Frankfurt Preungesheim erfolgreich beteiligt war, übernahm es im Jahre 2005 die Trägerschaft in der Nordweststadt, 2008 in Rödelheim-West und 2010 im Riederwald.
Evangelische Telefonseelsorge Frankfurt am Main
Evangelische Telefonseelsorge sucht Ehrenamtliche
Die Evangelische Telefonseelsorge Frankfurt am Main sucht ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Gefragt sind Menschen, die gut zuhören können, die ein Herz haben für die Anrufenden und offen sind für deren Sorgen und Anliegen. Es sind sehr unterschiedliche Themen, die Menschen dazu veranlassen, bei der Telefonseelsorge anzurufen: Erfahrung von Verlusten, Trauer und Verzweiflung, aber auch Einsamkeit, Arbeitsplatzverlust und Armut sowie Sinn- und spirituelle Krisen. Menschen bei ihrer Suche nach neuen Lebensperspektiven in einem Gespräch am Telefon einfühlsam zu begleiten, ist oft hilfreich für die Anrufenden, es ist zugleich aber auch bereichernd für diejenigen, die Unterstützung und Begleitung geben können.
Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollten mindestens 25 Jahre alt und ein gutes Maß an körperlicher und seelischer Belastbarkeit mitbringen. Auf die Begegnung mit Menschen in Krisen am Telefon werden sie in einer einjährigen Ausbildung, die an zwei Wochenenden und einem wöchentlichen Abendtermin stattfindet, intensiv vorbereitet. Die Ausbildung beinhaltet Selbsterfahrung in der Gruppe, es werden Methoden der Gesprächsführung vermittelt und Themen wie Trauer, Depression, Sucht, Beziehung und die Stärkung von Ressourcen bearbeitet.
Nach einem Jahr übernehmen die ehrenamtlichen Telefonseelsorgerinnen und Telefonseelsorger drei individuell planbare Telefonschichten pro Monat, eine davon in der Nacht. Die ausgebildete Supervisorin (DGSv) Pfarrerin Anette Bill und die Diplompsychologin Silvia Ehlert-Lerche leiten die Ausbildungsgruppe. Sie begleiten und qualifizieren die ehrenamtlichen Mitarbeiter auch anschließend kontinuierlich in Supervisionen und weiterführenden Fortbildungen. Die Evangelische Telefonseelsorge Frankfurt ist eine Einrichtung des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main. Kontakt: Tel. 069-282890
Kontaktstelle für Körperbehinderte und Langzeitkranke (KKL)
Barrieren abbauen - Isolation verhindern - selbstbestimmtes Leben ermöglichen
Die Kontaktstelle für Körperbehinderte und Langzeitkranke (KKL) der Diakonie Frankfurt am Main feierte ihr 40-jähriges Bestehen
Mit einer Festveranstaltung im barrierefreien Begegnungszentrum „Drehscheibe“ feierte die Kontaktstelle für Körperbehinderte und Langzeitkranke (KKL) der Diakonie Frankfurt am Main am Mittwoch, dem 8. September, ihren 40-jährigen Geburtstag. Den Auftakt bildete eine Jubiläums-Andacht, die der Leiter des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main, Pfarrer Dr. Michael Frase, hielt. Anschließend blickte die Leiterin der KKL, Elvira Neupert-Eyrich, auf die letzten 40 Jahre zurück, bevor das Fest mit Suppen, Snacks und Kaffee ausklang. Zum Jubiläum erschien auch eine 36-seitige Festschrift.
Die Kontaktstelle für Körperbehinderte und Langzeitkranke leistet seit 40 Jahren einen besonderen kirchlichen Dienst. 1970 begann die Arbeit mit dem Ziel, dass Menschen mit Behinderung Raum und Unterstützung erhalten, um sich zu verselbständigen und zu emanzipieren. Dieses Ziel hat sich nicht geändert, auch wenn die Bedingungen der Arbeit andere wurden.
Inzwischen sind Menschen mit Behinderung mit ihren Fragen und Anforderungen sehr viel mehr im Blick der Öffentlichkeit. Es existiert das hessische Gleichstellungsgesetzt und die UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderung wurde im März 2009 in der Bundesrepublik ratifiziert. Doch weiterhin bleibt die Frage, wer sich wem anpassen muss, die wichtigste überhaupt. Bedeutet „Teilhabe von Menschen mit Behinderung in allen gesellschaftlichen Bereichen zu ermöglichen“, mit Hilfsmitteln zu erreichen, dass Menschen mit Behinderung alles im gleichen Tempo mitmachen? Oder bedeutet es, dass die Gesellschaft lernen muss, Rücksicht zu nehmen und Menschen mit Behinderung in ihrem eigenen Tempo mitzunehmen?
Mit diesen Fragen ist die Kontaktstelle für Körperbehinderte und Langzeitkranke auch weiterhin beschäftigt. Sie leistet individuelle Unterstützungs- und Betreuungsarbeit durch ambulantes Betreutes Wohnen, Beratung und Gruppenarbeit, im Rahmen von Freizeitangeboten und Ausflügen. Ziel ist zudem, immer wieder bewusst zu machen, was die Gesellschaft von Menschen mit Behinderung lernen kann: wie wertvoll ein Mensch an sich ist, auch wenn er im wirtschaftlichen Sinne scheinbar nichts leistet. Und wie wichtig es in einer hektischen Welt ist, Zeit zu haben und füreinander da zu sein.
In der KKL begegnen sich Menschen – mit und ohne Behinderung - auf Augenhöhe und entwickeln gemeinsam, was für sie wichtig ist. Die Einrichtung hat sich zum Ziel gesetzt, die UN-Konvention zu unterstützen, die im Gegensatz zu der bisher geforderten Integration nun vielmehr von Inklusion spricht und diese fordert. Einbeziehung in die Gesellschaft bedeutet das gemeinsame Gestalten der Gesellschaft von Menschen mit und ohne Behinderung. Dies bedeutet für die Arbeit der KKL zum einen, sich gegenüber gesellschaftlichen Gruppen zu öffnen, zum anderen die Motivation der Betroffenen zu wecken, sich verantwortlich und aktiv an Veränderungsprozessen zu beteiligen.
Koordination und Organisation von Arbeitsgelegenheiten
Zwölf neue Betreuungs- und Pflegeassistenten erhalten Zertifikate
Mit der Übergabe der Zertifikate endete für zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Qualifizierungsmaßnahme zur „Betreuungs– und Pflegeassistenz“
Die einjährige Ausbildung wurde von der Koordination und Organisation von Arbeitsgelegenheiten der Diakonie Frankfurt in Kooperation mit der Altenpflegeschule des Hufelandhauses angeboten. Neben 520 Stunden theoretischem Unterricht umfasste sie auch 780 Stunden Praxis in ambulanten und stationären Betreuungs- und Pflegeeinrichtungeneinrichtungen. Ziel ist, langzeitarbeitslose Menschen zu qualifizieren und ihnen Chancen auf den ersten Arbeitsmarkt zu eröffnen. Mit finanzieller Unterstützung durch die Rhein-Main Jobcenter GmbH sollen die Teilnehmer befähigt werden, die erworbenen Kenntnisse zur Bewerbung auf eine Stelle im wachsenden Arbeitsmarkt „Altenpflegebereich“ zu nutzen oder eine weiterführende Ausbildung in diesem Bereich anzutreten. Den meisten der zwölf Teilnehmer ist es bereits gelungen, einen Arbeitsplatz zu finden. Am 1. August startete eine zweite Qualifizierungsmaßnahme dieser Art.
Kindertagesstätten
Erstes evangelisches Kinder- und Familienzentrum Frankfurts eröffnet im Stadtteil Goldstein
Einweihung am 25. Juni
Im Frankfurter Stadtteil Goldstein wurde am 25. Juni das erste evangelische Kinder- und Familienzentrum offiziell eingeweiht. Pünktlich um 16 Uhr eröffneten Kinder durch das Zerschneiden eines Bandes ihre Einrichtung symbolisch. Grußworte bei der anschließenden Feierstunde sprachen unter anderem die Bürgermeisterin der Stadt Frankfurt am Main, Jutta Ebeling, und die Vorsitzende des Vorstandes des Evangelischen Regionalverbandes, Pfarrerin Esther Gebhardt.
Die Stadt Frankfurt am Main hat für über drei Millionen Euro einen Neubau zur Betreuung von 64 Kindern im Alter von 4 Monaten bis 6 Jahren errichtet. In dieses Gebäude ist die seit 1976 in diesem Stadtteil arbeitende Spiel- und Lernstube Am Kiesberg umgezogen und hat ihr Betreuungsangebot erweitert. Die Spiel- und Lernstuben hatten in Stadtteilen mit besonderem Förderbedarf eine hohe sozialpädagogische Kompetenz, um den Kindern individuell helfen zu können.
Im Evangelischen Kinder- und Familienzentrum wird nun verstärkt die gesamte Familie in den Blick genommen. In Kooperation mit der Evangelischen Familienbildung Frankfurt am Main wird eine Koordinierungsstelle für Elternarbeit eingerichtet und städtisch finanziert. Für diese Arbeit steht auch weiterhin die Wohnung am Kiesberg zur Verfügung. „Nur unter Einbeziehung der Familie“, betont der Leiter des Arbeitsbereichs Kindertagesstätten Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main, Kurt-Helmuth Eimuth, „ist eine Förderung des Kindes nachhaltig möglich.“ Und der Leiter der Evangelischen Familienbildung Frankfurt am Main, Clemens Niekrawitz, hebt hervor: „Die Arbeit mit den Eltern ist uns ein besonderes Anliegen. Über die Arbeit mit Eltern der Kita-Kinder hinaus werden wir deshalb ein Netzwerk für Eltern und Familien im gesamten Stadtteil aufbauen. Mit Begegnungs-, Bildungs- und Beratungsangeboten unterstützen wir die Eltern bereits von der Geburtsvorbereitung an bis in das Schulalter der Kinder hinein ganzheitlich und durchgängig .“
An den Tagen nach der offiziellen Einweihung konnte das neue Gebäude der Kinderbetreuung im Evangelischen Kinder- und Familienzentrum Goldstein im Rahmen des hessenweiten Tages der Architektur öffentlich besichtigt werden. Das Architekturbüro AS&P - Albert Speer & Partner GmbH organisierte dazu Führungen. Das Gebäude vereint den Anspruch an eine zeitgemäße, energiesparende und nachhaltige Bauweise mit den Anforderungen der Kinder an helle, freundliche und natürliche Räume zum Spielen, Lernen und Aufwachsen. Die Kindertagesstätte gliedert sich in einen zweigeschossigen, Nord-Süd orientierten Baukörper, in dem sich die Hauptfunktionen befinden und einen eingeschossige Verbindungsbau. Das Gebäude wurde in Passivhausbauweise errichtet.
Ansprechpartner:
Kurt-Helmuth Eimuth Tel.: 069/ 92105-6646
Clemens Niekrawitz: Tel. 069/ 605004-23
Soziale Stadt
Für gute Nachbarschaft und fröhliche Vielfalt
Die Quartiere Nordweststadt und Rödelheim-West feiern den „European Neighbours' Day“ mit bunten Stadteilfesten.
Ausgelassene Stimmung herrschte in der Frankfurter Nordweststadt beim diesjährigen „European Neighbours’ Day“ im Kleinen Zentrum. Mehr als 300 Menschen besuchten das vom Quartiersmanagement der Diakonie Frankfurt am Main im Rahmen des „Frankfurter Programm – Aktive Nachbarschaft“ organisierte Fest. Zum Gelingen trugen zahlreiche Gruppen aus dem Quartier bei: So beteiligten sich mehr als zehn Frauen des Eltern-Kind-Zentrums Al Karama, indem sie unter anderem ein orientalisches Teezelt aufbauten und ein Kinderprogramm organisierten. Afrikanerinnen boten ein landestypisches Reisgericht an, eine türkische Nachbarin sorgte für anatolisches Börek. Mit von der Partie waren zudem die NachbarschaftskonfliktvermittlerInnen mit Kaffee und Kuchen, die Schachgemeinschaft Niederursel mit einem Turnier für Jugendliche, der Verein „Brücke 71“ mit einem Stadtteilsuchspiel und die Caritas mit einem Stromspar-Check. Live-Musik mit „Kurti“ an der Gitarre animierte Groß und Klein zum Tanzen. Besonderes Engagement zeigten Jugendliche, die für den Auf- und Abbau der Biertischgarnituren und dem Getränkestand verantwortlich zeichneten.
Wie in der Nordweststadt feierten auch im Quartier Rödelheim-West unterschiedliche Kulturen in friedlicher Nachbarschaft ein buntes und fröhliches Fest zum „European Neighbours‘ Day“. Es fand rund um das Hausmeisterbüro am Zentmarkweg statt und wurde vom Quartiersmanagement der Diakonie Frankfurt am Main und der Wohnheim GmbH gemeinsam organisiert. Im Mittelpunkt des Festes standen Begegnungen und Gespräche der Nachbarn bei Kaffee und Kuchen. Vertreter des größten Vermieters im Wohngebiet, der Wohnheim GmbH, waren ebenfalls vor Ort und standen den Mietern für Gespräche zur Verfügung. Das Büfett unterstützten Anwohner durch Kuchenspenden. Der Erlös kommt einer Bewohner-Initiative zur Verbesserung des nahegelegenen öffentlichen Spielplatzes zugute. Unter dem Motto „Bankenkrise am Zentmarkweg“ wurden zudem Spenden von zukünftigen „Bankpaten“ gesammelt. Einen besonderen Höhepunkt gab es für die Kinder aus der Nachbarschaft: Sie waren eingeladen, durch eine Malaktion zur Verschönerung des Wohngebietes beizutragen. Unter der Leitung der Künstlerin Nina Kratzsch bebilderten sie die Umgrenzung des Müllplatzes, was bei den Nachbarn einhellige Zustimmung fand.
Der „European Neighbours‘ Day“ wurde im Jahr 1999 in Paris mit dem Ziel ins Leben gerufen, in den Großstädten durch lokal organisierte Nachbarschaftsfeste der zunehmenden Isolation entgegenzuwirken. Im letzten Jahr hatten sich bereits mehr als 8 Millionen Menschen in 22 Ländern Europas beteiligt. Im Rahmen des kommunalen „Frankfurter Programms – Aktive Nachbarschaft“, wurden in Frankfurt am Main in acht Stadtteilen Nachbarschaftsfeste von den Quartiersmanagements veranstaltet.
Foto: In der Nordweststadt feierten über 300 Menschen ein fröhliches Nachbarschaftsfest. Quartiersmanagerin Annette Püntmann (Mitte) freut mit sich mit Bewohnerinnen über den großen Erfolg.
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main
„Help the Oma“
Art Directors Club zeichnet Diakonie-Kampagne zweifach aus
Die Agentur Saatchi & Saatchi hat mit der Kampagne „Help the Oma“ für die Diakonie Frankfurt am Main zwei Auszeichnungen beim Art Directors Club (ADC) gewonnen. Sowohl in der Kategorie Dialogmarketing/Crossmediale Kampagnen als auch in der Kategorie Promotion überzeugte „Help the Oma“ die Juroren, die im Rahmen des „ADC Gipfels“ besonders kreative Arbeiten prämierten. Der Art Directors Club ist der Berufsverband führender Art-Direktoren aus der Werbebranche. Im Jahre 1920 wurde er in New York mit dem Ziel gegründet, höchste Ansprüche in der Werbung zu fördern und den Nachwuchs zu betreuen. Der „ADC-Gipfel“ ist der wichtigste Wettbewerb der Werbebranche in Deutschland.
Für die Kampagne „Help the Oma“, die unter anderem bereits mit dem „Hammer des Monats“ der renommierten Fachzeitschrift für Marketing, Werbung und Massenmedien „Horizont“ ausgezeichnet wurde, waren drei ältere Damen auf Frankfurts Straßen unterwegs. Ihr Ziel: für ehrenamtliches Engagement in den Einrichtungen des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main zu werben. Sie gingen in der Frankfurter Innenstadt durch Szenen ihres Alltags, bei denen sie auf Grund ihres Alters Hilfe benötigen: eine Straße überqueren, eine Einkaufstasche tragen oder einen Fahrkartenautomaten benutzen. Zum Dank übergaben die „Omas“ allen Helfern persönlich einen Flyer der Diakonie Frankfurt mit der Botschaft “Genau Sie haben wir gesucht!” und einem Verweis auf die Website www.help-the-oma.de. Auf der Website finden sich nicht nur ausführliche Informationen zu dem Möglichkeiten für ehrenamtliches Engagement in den verschiedenen Arbeitsfeldern der Diakonie Frankfurt, sondern auch zu den Protagonistinnen und ihrer Vorgeschichte sowie Foto und Filmmaterial der Aktion.
Beim Diakonischen Werk für Frankfurt am Main engagieren sich über 300 haupt- sowie rund 400 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Freiwilliges Engagement ist eine unverzichtbare Ergänzung zur hauptamtlichen Arbeit und hat bei der Diakonie eine lange Tradition. Als Teil des Evangelischen Regionalverbandes leistet das Diakonische Werk für Frankfurt am Main vielfältige soziale Arbeit und hält seelsorgerliche Angebote vor. Saatchi & Saatchi arbeitet bereits seit 2007 für die Diakonie Frankfurt. In diesem Rahmen wurden bereits verschiedene Projekte realisiert, unter anderem für die Wohnungslosenhilfe mit dem „Weihnachtsmann“-TV Spot (Weihnachten 2008), dem Filmprojekt „Frau im Spiegel“ (Herbst 2009) und der provokativen Aktion „Siehst du mich jetzt?“, die eine Social EFFIE Shortlist-Platzierung und zahlreiche Kreativpreise einbrachte.
Weitere Infos zur Kampagne
WESER5
Armut? Reichtum? Kunst!
Gemeinsame Ausstellung von WESER5 Diakoniezentrum und VCH-Hotel Spenerhaus vom 11. bis 14 Mai im Frankfurter Dominikanerkloster. Vernissage mit Künstlern am Montag, 10. Mai, 17 Uhr
Unter dem Titel „Armut? Reichtum? Kunst!“ laden das WESER5 Diakoniezentrum und das VCH-Hotel Spenerhaus zu einer Ausstellung ins Frankfurter Dominikanerkloster, Kurt-Schumacher-Straße 23, 60311 Frankfurt am Main ein. Von 11. bis 14. Mai sind jeweils von 9 bis 15 Uhr bei freiem Eintritt Büsten von Harald Birck sowie Exponate von Miriam Kilali, Mona Grgurinovic, Ingrid Bahß nd Felix Droese zu sehen.
Darüber hinaus stellen Besucher des WESER5 Tagestreffs eigene Arbeiten aus, die sie in Zusammenarbeit mit der Agentur Saatchi & Saatchi erstellten. Feierlich eröffnet wird die Ausstellung bereits am Montag, dem 10. Mai um 17 Uhr mit einer Vernissage, bei der unter anderem der Künstler Harald Birck für Gespräche zur Verfügung steht.
Das WESER5 Diakoniezentrum wird getragen vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main und hält im Frankfurter Bahnhofsviertel fünf qualifizierte Angebote für Wohnsitzlose bereit: einen Tagestreff, eine Soziale Beratungsstelle, eine Notübernachtung, ein Übergangswohnhaus sowie Straßensozialarbeit. Mit der Ausstellung setzt sich nun eine Partnerschaft mit dem VCH-Hotel Spenerhaus fort, im Rahmen derer es bereits im vergangenen Jahr gemeinsame Aktionen gab.
Familien-Markt
Mitarbeiter von PricewaterhouseCoopers möbeln Frankfurter Familien-Markt auf.
„Wir packen’s an“
„Wir packen’s an“, lautete das Motto einer privaten Initiative, mit der 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von PricewaterhouseCoopers am Wochenende den Frankfurter Familien-Markt kräftig „aufmöbelten“. Konzeptionelle und organisatorische Unterstützung erhielten sie dabei von LESON – Innenarchitektur x Objektmanagement. Im Zuge der Maßnahme wurde der Eingang samt Haushaltswarenabteilung und angeschlossenem Café des von Diakonie Frankfurt am Main und Caritasverband Frankfurt e.V. getragenen Second-Hand-Kaufhaus neu gestaltet. Unter anderem nahm das Team farbliche Veränderungen im Bereich des Bodens und der Wände vor und schuf die Grundlage für eine optimierten Warenpräsentation. Als Sponsoren engagierten sich beim „Social Day“ unter anderem die Firmen IKEA Frankfurt, nora Systems GmbH, UFLOOR Systems, Kvadrat GmbH sowie silentrooms. Auch das Team des Familien-Marktes legte tatkräftig Hand an. Im Familien-Markt in Frankfurt-Bornheim können sich einkommensschwache Frankfurter Bürgerinnen und Bürger, die über einen Frankfurt-Pass oder einen von Kirchengemeinden und Beratungsstellen ausgestellten Berechtigungsschein verfügen, günstig einkleiden und mit Möbeln versorgen. Berechtigt zum Einkauf sind außerdem Studierende mit einem gültigen Studentenausweis.
Zentrum für Frauen
Page Personnel und Diakonie Frankfurt unterstützen Frauen beim Wiedereinstieg in die Arbeitswelt
Coachingangebot bei „ModeKreativWerkstatt“
Im Rahmen des Projektes „ModeKreativWerkstatt“ der Diakonie Frankfurt bietet das Schwesterunternehmen der Personalberatung Michael Page International den Teilnehmerinnen ein Coaching für Bewerbungen und Vorstellungsgespräche, um sie für den Wiedereinstieg in die Berufswelt optimal vorzubereiten.
In der heutigen Arbeitswelt haben geringer qualifizierte Arbeitssuchende eine immer kleinere Aussicht auf ein Beschäftigungsverhältnis. Die Initiative der Diakonie Frankfurt und Page Personnel soll nun helfen die Chancen für Frauen, die noch nicht lange auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen konnten, zu verbessern – denn gerade Frauen stehen oftmals vor großen Hürden. Die Diakonie Frankfurt bietet vor diesem Hintergrund daher seit einem Jahr das Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekt ModeKreativWerksatt an. Ein KreativTeam arbeitet dabei gespendete Business-Kleidung um, damit bedürftigen Frauen angemessene Kleidung für das Berufsleben zur Verfügung gestellt werden kann. Nachdem die Personalberatung Michael Page International die Aktion in den letzten Jahren bereits durch Kleiderspenden unterstützt hat, geht das Schwesterunternehmen Page Personnel dieses Jahr noch einen Schritt weiter.
„Über mehrere Wochen hinweg bieten wir einer Gruppe von Frauen Coachings für Vorstellungsgespräche und Bewerbungstrainings an. Die Workshops sollen den Wiedereinstieg in die Arbeitswelt für die Frauen erheblich vereinfachen“, berichtet Pablo Galan, Leiter des Frankfurter Büros von Page Personnel. Neben den Basisqualifikationen wie den Grundelementen eines Lebenslaufs oder eventuellen Fragen in einem Vorstellungsgespräch soll bei den Frauen auch das Interesse an einer Weiterqualifizierung oder Ausbildung geweckt und die Ängste vor der Arbeitswelt genommen werden. „Wir wissen durch unsere tägliche Arbeit, worauf es in bestimmten Berufsfeldern in Punkto Qualifikation und Auftreten besonders ankommt. Das vermittelte Knowhow soll den Frauen daher mehr Vorteile bei der Suche nach einem Arbeitsplatz verschaffen“, so Galan weiter. Die Diakonie Frankfurt freut sich über die Chancen, die den Frauen so ermöglicht wird. „Viele Frauen haben eine bewegte, oftmals tragische Vergangenheit hinter sich, wir sind daher sehr dankbar, dass sich Page Personnel dem Schicksal der Workshop-Teilnehmerinnen annimmt und ihnen durch die Trainings den Weg in die Selbstbestimmung ein Stück ermöglicht“, erklärt Karin Kühn, Leiterin des Zentrums für Frauen der Diakonie Frankfurt.
Page Personnel (Deutschland) GmbH hat sich auf die Vermittlung von qualifizierten Fachkräften und Young Professionals sowohl für die Festanstellung als auch im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung spezialisiert. Page Personnel ist eine Sparte der Michael Page Gruppe, einem Marktführer im spezialisierten Recruitment, weltweit vertreten mit 136 Büros in 28 Ländern. Im Jahre 1994 gegründet, und seither von einer starken Weiterentwicklung geprägt, ist Page Personnel inzwischen mit fast 100 Büros in 17 Ländern vertreten.
Mobile Kinderkrankenpflege
Mobile Kinderkrankenpflege erhält 2.500 Euro
von Katholischer Kirchengemeinde St. Josef Bornheim
Einen Scheck über 2.500 Euro haben Roselore Krämer und Cäcilia Lutz von der Katholischen Kirchengemeinde St. Josef Bornheim am Donnerstag an die Stellvertretende Leiterin der Mobilen Kinderkrankenpflege, Marion Busch, übergeben. Der Betrag ist ein Teil des Erlöses aus einem großen Weihnachtsbasar, den die Gemeinde traditionell am ersten Adventswochenende veranstaltet. In diesem Rahmen erhält die Mobile Kinderkrankenpflege bereits zum dritten Mal eine großzügige Spende. Die vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main getragene Einrichtung ist der einzige Pflegedienst in Frankfurt und Umgebung, der sich auf die Betreuung akut oder chronisch kranker Kinder spezialisiert hat. Neben der Stadt Frankfurt unterstützt die Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung, eine der ältesten Stiftungen Frankfurts, die Einrichtung. Da die von den Kranken- und Pflegekassen erstatteten Beträge bei weitem nicht die Kosten decken, ist die Mobile Kinderkrankenpflege auch in Zukunft auf Unterstützung durch Stiftungsmittel und Spenden angewiesen, um ihre wichtige Arbeit aufrecht zu erhalten.
Foto (von links nach rechts): Marion Busch, Cäcilia Lutz und Roselore Krämer
Diakonie Stiftung
Vor-Ort-Initiative gegen Wohnungslosigkeit weiter gesichert
Diakonie-Stiftung Frankfurt am Main fördert „Wohnprojekt Hoffnung“ der Niederräder Kirchengemeinden mit 3000 Euro
Einen Scheck in Höhe von 3000 Euro hat der Vorsitzende des Vorstandes der Diakonie-Stiftung Frankfurt am Main, Pfarrer Dr. Michael Frase, an Vertreter des „Wohnprojekts Hoffnung“ überreicht. Die Einrichtung ist eine Initiative der evangelischen Paul-Gerhardt-Gemeinde und der katholischen Gemeinde Mutter vom Guten Rat und wurde 1991 gegründet. Ziel ist, ehemals wohnungslose Menschen bei der Ausstattung ihrer neu bezogenen Wohnung finanziell zu unterstützen. Wie Frase betonte, sei es ein wichtiges Anliegen der Diakonie-Stiftung Frankfurt am Main, Aktivitäten und Engagement von Haupt- und Ehrenamtlichen in Frankfurter Kirchengemeinden fördern und diakonische Projekte vor Ort zu unterstützen. Helmut Helbich, Koordinator des "Wohnprojektes Hoffnung", sieht in der Förderung „gleichzeitig eine Zukunftsperspektive und eine Anerkennung“. Unter anderem aufgrund der Zuwendung der Diakonie-Stiftung Frankfurt am Main sei das Projekt nun für weitere eineinhalb Jahre gesichert. „Durch die Förderung ermöglichen wir individuelle Hilfen, wo andere Unterstützungssysteme nicht greifen“, bekräftigte Frase.
Im Rahmen des „Wohnprojektes Hoffnung“ erhalten ehemals wohnungslose Menschen die Möglichkeit, ihren individuellen Bedarf abzudecken oder zu ergänzen. Das Projekt startete mit einem Kapital von 1.000 Euro, das evangelische und katholische Kirchengemeinde gemeinsam aufbrachten. Nach wie vor ist es nur über Privatspenden und Mittel aus Stiftungen zu finanzieren. Die Vermittlung der Hilfen geschieht durch die entsprechenden hauptamtlichen Sozialarbeiter/-innen aus den Einrichtungen der Wohnungslosen-Hilfe von Diakonie Frankfurt und Caritas-Verband e. V. Frankfurt, die Menschen auf dem Weg in die eigene Wohnung begleiten. Eng arbeitet das Projekt mit dem Sozialdienst Wohnen und Betreuen des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main zusammen. Seit Bestehen des Projektes konnten 145 Auszahlungen in Höhe von 46.7000 Euro vorgenommen werden – Hilfen, um die eigene Wohnung mit dem Nötigsten auszustatten.
Die Diakonie-Stiftung Frankfurt am Main wurde im Jahre 2008 gegründet und ist eine rechtsfähige, kirchliche Stiftung bürgerlichen Rechts. Sie fördert diakonische Arbeit im Sinne der Hilfe für andere auf der Grundlage christlicher Nächstenliebe. In diesem Kontext unterstützt die Diakonie-Stiftung Frankfurt am Main Kinder, Jugendliche und Familien und engagiert sie sich in der Behinderten- und Altenhilfe sowie der Krankenpflege. Dabei bietet sie vielfältige Möglichkeiten, sich zu engagieren, zum Beispiel durch Zustiftungen und Spenden oder eine eigene Stiftung unter dem Dach der Diakonie-Stiftung Frankfurt am Main.
Kontakt:
Jutta Krieger
Stiftungsmanagement
Tel.: 069/2165-1244
Fax: 069/2165-2244
E-Mail: jutta.krieger@ervffm.de
Foto: (von links nach rechts) Pfarrer Dr. Michael Frase, Vorsitzender des Vorstandes der Diakonie-Stiftung Frankfurt am Main; Angelika Detrez, Pfarrerin Evangelische Paul-Gerhardt-Gemeinde; Helmut Helbich, Koordinator "Wohnprojekt Hoffnung"; Sabine Weyerhäuser; Gemeindereferentin Katholische Kirchengemeinde Niederrad Mutter vom guten Rat
WESER5
Johanniter-Cronstetten-Altenhilfe e.V. fördert WESER5 Straßensozialarbeit der Diakonie Frankfurt mit 15.000 Euro
Scheckübergabe am 8. März
Einen Scheck in Höhe von 15.000 Euro für die WESER5 Straßensozialarbeit überreichten Babo Graf von Harrach und Sylvius Hohlt von der Johanniter-Cronstetten-Altenhilfe e.V. (JCA) am vergangenen Montag an die Leiterin des WESER5 Diakoniezentrums, Renate Lutz. Damit leistet die JCA einen wichtigen Beitrag dazu, dass die Stelle einer Straßensozialarbeiterin finanziert werden kann. Dies ist nur mithilfe von Spenden und Fördermitteln möglich.
Die WESER5 Straßensozialarbeit wendet sich an wohnungslose Frauen und Männer, die resigniert haben und von sich aus keine Hilfe in Anspruch nehmen. Sie leben in Abbruchhäusern, auf öffentlichen Plätzen oder im Stadtwald. An diesen Orten sucht die Straßensozialarbeit die Wohnungslosen auf, spricht sie behutsam an und baut langsam Vertrauen auf. Ziel ist, sie an weitere Unterstützungsangebote heranzuführen und erste Schritte zur Veränderung ihrer Lebenssituation einzuleiten. Die WESER5 Straßensozialarbeit ist Teil des WESER5 Diakoniezentrums, das im Frankfurter Bahnhofsviertel fünf qualifizierte Angebote für Wohnsitzlose bereithält. Neben der Straßensozialarbeit sind dies ein Tagestreff, eine Soziale Beratungsstelle, eine Notübernachtung sowie ein Übergangswohnhaus. Getragen wird das WESER5 Diakoniezentrum vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main.
Kindertagesstätten
„Kein Kinderkram...“
Mit einer ungewöhnlichen Werbeaktion möchte die Diakonie Frankfurt Fachkräfte für ihre Kitas gewinnen.
Ein Mädchen mit Wäscheklammern in der Nase, umherfliegenden Schnürsenkeln, ein Junge, der mit einem Spielzeugauto von einem Kameraden geschlagen wird, während ein anderer versucht, einen Gegenstand in die Steckdose zu bekommen. Ein Albtraum für jede Erzieherin, jeden Erzieher. Zu sehen auf einer Karikatur, mit der das Diakonische Werk für Frankfurt am Main Personal für seine Einrichtungen wirbt. In 180 Gaststätten wird die Karikatur als Postkarte ausliegen. "Wir wollen bewusst neue Wege bei der Personalgewinnung gehen und probieren es deshalb mit Werbemaßnahmen an ungewöhnlichen Orten und mit einem Augenzwinkern, denn dieser Beruf macht ja wirklich Spaß", sagt Kurt-Helmuth Eimuth, bei der Diakonie Frankfurt für Kindertagesstätten zuständig. Schließlich, so Eimuth, sei der Arbeitsmarkt für diese Berufsgruppe in Frankfurt "leergefegt". Alleine bei den evangelischen Trägern seien bis Sommer etwa 100 Stellen zu besetzen. Ursächlich für den steigenden Personalbedarf sind der Platzausbau für die Unter-drei-Jährigen, die steigende Kinderzahl in Frankfurt und die bessere Ausstattung der Kindertagesstätten mit Personal. Um Berufsanfängerinnen wirbt die Diakonie gesondert mit einem Plakat und dem Slogan „Kein Kinderkram“ an den Fachschulen in Hessen. Auch werde man die Präsenz im Internet verstärken, kündigt Eimuth an.
Kontakt:
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main
Arbeitsbereich Kindertagesstätten
Kurt-Helmuth Eimuth, Tel.: 069/ 90105-6646
zu den Kita-Stellenangeboten
Download Plakat "Kein Kinderkram"
Download Postkarte "Kein Kinderkram"
WESER5
„Not gibt es auch in der Nachbarschaft...“
Humanity First Deutschland und WESER5 Diakoniezentrum organisierten gemeinsamen Aktionstag zur Obdachlosenhilfe
Einen Aktionstag zur Obdachlosenhilfe organisierten Mitglieder der Hilfsorganisation Humanity First Deutschland in Zusammenarbeit mit dem WESER5 Diakoniezentrum. Unter anderem gaben sie heiße Getränke und Gebäck im WESER5 Tagestreff aus und überbrachten Kleiderspenden, Gesellschaftsspiele sowie alltägliche Gebrauchsgegenstände. Mit der gemeinsamen Veranstaltung, so Volker Qasir von Humanity First, wollten die Organisatoren darauf aufmerksam machen, dass es nicht nur im Ausland oder in Entwicklungsländern notleidende Menschen gebe, sondern auch in Deutschland. Ziel sei, die Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren, dass auch in Nachbarschaften zahlreiche in Not geratene Menschen lebten, die Unterstützung benötigen, betonte die Leiterin des WESER5 Diakoniezentrums, Renate Lutz. Wie die Initiatorin des Projektes, Susan Winkler (Humanity First), erklärte, solle die Aktion der Startschuss für eine weitergehende Zusammenarbeit mit dem WESER5 Diakoniezentrum sein. Die Zahl fünf steht bei der Einrichtung der Diakonie Frankfurt nicht nur für eine Hausnummer in der Weserstraße, sondern für fünf qualifizierte Angebote für Wohnsitzlose: Tagestreff, Straßensozialarbeit, Soziale Beratungsstelle, Notübernachtung und Übergangswohnhaus.
Humanity First (deutsch.: Menschlichkeit zuerst) ist eine im Jahr 1992 gegründete, internationale Hilfsorganisation mit Hauptsitz in London. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, notleidenden und bedürftigen Menschen in aller Welt, unabhängig von Herkunft, Rasse, Nationalität oder Religion, zu helfen. Humanity First verfügt weltweit über ein ausgedehntes Netz von ortsansässigen, ehrenamtlichen Helfern, die innerhalb kürzester Zeit in über 190 Ländern der Welt aktiv werden können. Humanity First Deutschland wurde 1997 gegründet und unterhält hauptsächlich langfristig angelegte Hilfs- und Versorgungsprojekte in Regionen West-Afrikas, die vor allem „Hilfe zur Selbsthilfe“ ermöglichen sollen.
WESER5 | Diakonisches Werk für Frankfurt am Main
Haus & Grund Frankfurt am Main e.V. spendet 3.000 Euro für WESER5 Straßensozialarbeit der Diakonie Frankfurt
Spende
Eine Spende in Höhe von 3.000 Euro für die Straßensozialarbeit hat Geschäftsführer Wolf-Bodo Friers von Haus & Grund Frankfurt am Main e.V. am Montag an die Leiterin des WESER5 Diakoniezentrums, Renate Lutz, überbracht. Mit dem Betrag aus Mitteln einer eigenen Stiftung leistet der Verein einen Beitrag dazu, dass die Stelle einer Straßensozialarbeiterin finanziert werden kann. Dies ist nur mithilfe von Spenden und Fördermitteln möglich.
Die WESER5 Straßensozialarbeit wendet sich an wohnungslose Frauen und Männer, die resigniert haben und von sich aus keine Hilfe in Anspruch nehmen. Sie leben in Abbruchhäusern, auf öffentlichen Plätzen oder im Stadtwald. An diesen Orten sucht die Straßensozialarbeit die Wohnungslosen auf, spricht sie behutsam an und baut langsam Vertrauen auf. Ziel ist, sie an weitere Unterstützungsangebote heranzuführen und erste Schritte zur Veränderung ihrer Lebenssituation einzuleiten. Die WESER5 Straßensozialarbeit ist Teil des WESER5 Diakoniezentrums, das im Frankfurter Bahnhofsviertel fünf qualifizierte Angebote für Wohnsitzlose bereithält. Neben der Straßensozialarbeit sind dies ein Tagestreff, eine Soziale Beratungsstelle, eine Notübernachtung sowie ein Übergangswohnhaus. Getragen wird das WESER5 Diakoniezentrum vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main.
Haus & Grund Frankfurt am Main vertritt seit über 125 Jahren die Interessen der privaten Immobilieneigentümer und ist mit rund 9.000 Mitgliedern der größte Grundeigentümerverein in Hessen und einer der größten Eigentümervertreter bundesweit. Seit 1994 existiert zudem die Private Stiftung Haus & Grund Frankfurt, die für die Erhaltung und den Erwerb von privatem Immobilieneigentum eintritt und darüber hinaus soziale und kulturelle Maßnahmen unterstützt.
Mobile Kinderkrankenpflege
Mobile Kinderkrankenpflege der Diakonie Frankfurt erhält 1.370 Euro
vom Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik
Einen Scheck in Höhe von 1370 Euro hat das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP) an die Mobile Kinderkrankenpflege des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main übergeben. Leiterin Erika Zimmermann nahm den Betrag, der bei einer Spendensammlung anlässlich der Weihnachtsfeier im Gemeinschaftswerk zusammengekommen war, am Freitag von GEP-Direktor Jörg Bollmann entgegen.
Die Mobile Kinderkrankenpflege ist der einzige Pflegedienst in Frankfurt und Umgebung, der sich auf die Betreuung akut oder chronisch kranker Kinder spezialisiert hat. Auch an Wochenenden und Feiertagen gewährleistet er die Versorgung der jungen Patientinnen und Patienten. Examinierte Kinderkrankenschwestern kommen nach Absprache mit Kinder- und Klinikärzten sowie Eltern ins Haus. Seit 1979 bietet die Mobile Kinderkrankenpflege professionelle medizinische Betreuung sowie intensive persönliche Zuwendung und hilft, Klinikaufenthalte von Kindern auf eine minimale Dauer zu beschränken oder komplett zu verhindern.
Zu den Leistungen des Pflegeteams gehört unter anderem die Durchführung ärztlicher Verordnungen wie Verbandswechsel oder Injektionen, Pflege nach Operationen sowie Anleitung zu Pflege und Ernährung. Immer mehr an Stellenwert gewinnt die Begleitung von schwerstkranken und sterbenden Kindern sowie ihren Familien. Dazu werden Mitarbeiterinnen speziell im Bereich Palliativpflege geschult. Um kranke Kinder möglichst umfassend zu betreuen, arbeitet die Mobile Kinderkrankenpflege eng mit Ärzten, Krankenhäusern und Einrichtungen des Gesundheitswesens zusammen.
Oberster Grundsatz ist die Achtung gegenüber Kindern - unabhängig von soziokultureller Herkunft, Religion und Weltanschauung. Neben der Stadt Frankfurt unterstützt die Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung, eine der ältesten Stiftungen Frankfurts, die Einrichtung. Da die von den Kranken- und Pflegekassen erstatteten Beträge bei weitem nicht die Kosten decken, ist die Mobile Kinderkrankenpflege auch in Zukunft auf Unterstützung durch Stiftungsmittel und Spenden angewiesen, um ihre wichtige Arbeit aufrecht zu erhalten.
Integrationshilfen für Menschen mit Behinderung
Begegnungszentrum „Drehscheibe“ der Diakonie Frankfurt nach Umbau mit erweitertem Konzept wiedereröffnet
Förderung durch die Share-Value Stiftung/ Öffnung in den Stadtteil mit vielfältigen Aktivitäten
Dank einer Förderung der Share Value Stiftung in Höhe von 40.000 Euro konnte die „Drehscheibe“ in der Fürstenbergerstraße 27 zu einem barrierefreien Kommunikations- und Begegnungszentrum mit Cafécharakter umgestaltet werden. Bei einer Festveranstaltung am 1. Februar dankte der Leiter des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main, Pfarrer Dr. Michael Frase, der Stiftung und unterstrich den Netzwerkcharakter der Einrichtung: „Mit dem neuen Konzept der Drehscheibe möchten wir eine stadtteilorientierte Arbeit weiter vorantreiben und einen Verbund aus Menschen mit und ohne Behinderung schaffen.“ Wie die Vorsitzende der Share Value Stiftung, Christiane Weispfenning, bekräftigte, freue sie sich, dass die Stiftung durch die Förderung der Drehscheibe dazu beitragen könne, viele wertvolle Begegnungen zu ermöglichen. Dr. Rüdiger Koch überbrachte die Grüße des Ortsbeirates 3 (Nordend) und bezeichnete die Drehscheibe als „einen wichtigen Baustein eines großen Netzwerkes, in dem verschiedene gesellschaftliche Gruppen miteinander vernetzt sind und das, was notwendig ist, miteinander bereden.“
An die Anfänge der Einrichtung erinnerte die Leiterin der Kontaktstelle für Körperbehinderte und Langzeitkranke der Diakonie Frankfurt (KKL), Elvira Neupert-Eyrich. Die KKL eröffnete die Drehscheibe im Jahre 1982 für die Bewohner der barrierefreien Wohnanlage in der Fürstenbergerstraße als Begegnungsraum für körperbehinderte Menschen. In den 1990er-Jahren wurde das Konzept zunehmend erweitert: Selbsthilfegruppen und verschiedene Träger halten seitdem behinderungsspezifische und behinderungsübergreifende Angebote vor. „Schon lange“, so Neupert-Eyrich, „gilt die Drehscheibe als der barrierefreie Raum in Frankfurt, in dem sich die unterschiedlichsten Gruppen treffen können“.
Das neue Konzept gehe nun einen Schritt weiter und öffne sich für Menschen mit und ohne Behinderung im Stadtteil, erklärte Stefanie Schleifer, Koordinatorin des von der Aktion Mensch geförderten Modellprojekts „Selbstbestimmung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben - Koordination und Aufbau eines Netzwerkes für Menschen mit Behinderung“. Im Rahmen dieses Projektes der Diakonie Frankfurt seien bereits neue Angebote hinzugekommen. „Sie bieten Menschen mit und ohne Behinderung Möglichkeiten zum Austausch und zur aktiven Gestaltung des Lebens im Stadtteil.“
Unter anderem startet im März ein barrierefreies Theaterprojekt, das Menschen mit und ohne Behinderung ermöglicht, gemeinsam Theater zu spielen. Zudem setzt sich eine Gruppe des Netzwerkes für „barrierefreie Geschäfte im Nordend“ ein und sucht dazu unter anderem den Kontakt zum Einzelhandel. „Mit weiteren Veranstaltungen wie etwa Lesungen“, so Schleifer, „möchten wir die Drehscheibe als einen Ort der Kommunikation und Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung in den Stadtteil hinein öffnen.“ Ziel sei, Barrieren abzubauen und neue soziale Netze zu knüpfen, um auch der Isolation von Menschen mit Behinderung entgegen zu treten. „Gemeinsam wollen wir aktiv das Stadtteilleben gestalten und daran teilhaben“, bekräftigte die Koordinatorin. Nicht zuletzt zeigen sich die inhaltlichen Veränderungen auch in der räumlichen Neugestaltung der Drehscheibe: Helle, freundliche Farben, die Möglichkeit für Kunstausstellungen sowie eine neue behindertengerechte Teeküche laden ab sofort zu Gesprächen und Aktivitäten ein.
Foto: (von links nach rechts) Elvira Neupert-Eyrich, Stefanie Schleifer, Christiane Weispfenning, Pfarrer Dr. Michael Frase
WESER5
Ein starkes Zeichen gegen Kälte:
Über 5.500 Euro für Obdachlose in Frankfurt
Verein Aktiv7 übergab Scheck an WESER5 Straßensozialarbeit der Diakonie Frankfurt/ Hoher Erlös aus erfolgreicher Benefizparty mit bekannten Szene-Größen
Einen Scheck in Höhe von 5.570 Euro überreichten Rebecca Kämpfe, Joy Beacon und Nico Häger vom Verein Aktiv7 am Donnerstag an die Leiterin des WESER5 Diakoniezentrums, Renate Lutz. Es ist der Erlös aus einer Benefizparty, die der Verein am 12. Dezember 2009 im Englischen Theater am Willy-Brandt-Platz organisiert hatte. Dabei waren unter anderem Künstler wie die Band INUKI, United DJ Klitbeats sowie Szene-Größe DJ Julian Smith, die allesamt auf ihre Gage verzichteten. Auch die Deutsche Bank unterstützte die Party mit 2.000 Euro. Aktiv7, eine Gruppe junger Frankfurterinnen und Frankfurter, veranstaltet regelmäßig Szene-Partys und spendet den Erlös für gute Zwecke. Mit seiner Jubiläums-Party erzielte der Verein nun einen neuen Spendenrekord.
Die WESER5 Straßensozialarbeit wendet sich an wohnungslose Frauen und Männer, die resigniert haben und von sich aus keine Hilfe in Anspruch nehmen. Sie leben in Abbruchhäusern, auf öffentlichen Plätzen oder im Stadtwald. An diesen Orten sucht die Straßensozialarbeit die Wohnungslosen auf, spricht sie behutsam an und baut langsam Vertrauen auf. Ziel ist, sie an weitere Unterstützungsangebote heranzuführen und erste Schritte zur Veränderung ihrer Lebenssituation einzuleiten. Die WESER5 Straßensozialarbeit ist Teil des WESER5 Diakoniezentrums, das im Frankfurter Bahnhofsviertel fünf qualifizierte Angebote für Wohnsitzlose bereithält. Neben der Straßensozialarbeit sind dies ein Tagestreff, eine Soziale Beratungsstelle, eine Notübernachtung sowie ein Übergangswohnhaus. Getragen wird das WESER5 Diakoniezentrum vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main.
Aktiv7 wurde als gemeinnütziger Verein von sieben Studenten aus Frankfurt gegründet und veranstaltet seit 2005 regelmäßig „coole Partys“, deren Erlöse einem guten Zweck zukommen.
Unter anderem unterstützte Aktiv7 bereits Plan International und den Verein Frauen helfen Frauen e.V. Im Jahre 2008 förderte Aktiv7 auch die Anschaffung einer Waschmaschine und eines Trockners für den WESER5 Tagestreff.
Foto:
von links nach rechts: Rebecca Kämpfe, Joy Beacon, Nico Häger, Renate Lutz
Familien-Markt
„DIE WELLE XMAS-CHARITY“ - Hilfsaktion unterstützt Familien-Markt
Vielfältige Sachspenden übergeben/ Mieter und Anwohner sammelten Spielzeug und Kleidung
Das erste große Charity-Projekt des zukunftsweisenden Gebäudeensembles DIE WELLE im Frankfurter Opernviertel war ein voller Erfolg. Asset-Managerin Barbara Linnemann konnte dem von Diakonie und Caritas getragenen Familien-Markt jetzt das überwältigende Ergebnis der Aktion präsentieren: Tennisschläger, Puppen, schicke Winterjacken – ein ganzer Kleintransporter voll Sachspenden kam für den guten Zweck zusammen. Unter dem Motto „DIE WELLE XMAS-CHARITY – Gemeinsam helfen wir Menschen in Not“ waren in den letzten Wochen Mieter und Anwohner der
WELLE und alle Bürger Frankfurts dazu aufgerufen, gut erhaltenes Spielzeug
und Kleidung zu spenden. Petra Spöck vom Familien-Markt nahm die Schätze jetzt von Barbara Linnemann entgegen: „Wir sind überglücklich über die tolle Resonanz. Mit den Waren können wir unzähligen Familien und Kindern auch nach Weihnachten noch eine große Freude machen. Leider gibt es auch in unserer unmittelbaren Nachbarschaft Menschen, die Hilfe von uns allen benötigen. Deshalb möchten wir uns ganz herzlich bei allen Spendern bedanken.“
Neben lieb gewonnenen Kuscheltieren, Baby- und warmer Winterkleidung in allen Größen wurden beispielsweise auch gut erhaltene Outdoor-Sportgeräte gespendet. Eines der Highlights dürfte mit Sicherheit der große gelbe Bagger sein, der neben vielen anderen Spielwaren in der WELLE vorbeigebracht wurde. „Uns war es wichtig, einen Beitrag für bedürftige Menschen in unserem Umfeld zu leisten. Gerade Sachspenden bieten die Möglichkeit unmittelbarer Hilfe. Wenn Kinder bereitwillig auf Spielzeug verzichten, um es anderen zu geben, hat das auch einen pädagogischen Aspekt. Wir sind sicher, dass dank der großartigen Unterstützung unzähliger Spender viele Frankfurter Familien hoffnungsvoll ins neue Jahr starten können“, betont Barbara Linnemann.
Der ökumenische Familien-Markt ist ein Secondhand-Kaufhaus im Stadtteil Bornheim. Einkommensschwache Frankfurter Bürgerinnen und Bürger, die über einen Frankfurt-Pass oder einen von Kirchengemeinden und Beratungsstellen ausgestellten Berechtigungsschein verfügen, können sich hier günstig einkleiden und mit Möbeln versorgen. Berechtigt zum Einkauf sind außerdem Studierende mit einem gültigen Studentenausweis. Wohnsitzlose Menschen erhalten im Familien-Markt kostenlos Kleidung. Neben Bekleidung für Damen, Herren und Kinder führt der Familienmarkt Geschirr, Heimtextilien und Möbel. Die Logistikabteilung führt Umzüge und Entrümpelungen durch. Zudem qualifiziert und beschäftigt die Einrichtung langzeitarbeitslose Menschen in den Bereichen Verkauf, Verwaltung, Logistik und Lagerwesen, um auf diese Weise ihre Chancen auf Vermittlung in den Ersten Arbeitsmarkt zu erhöhen.
Weißfrauen Diakoniekirche
Lange Nacht am Heiligen Abend in der Weißfrauen Diakoniekirche
im Bahnhofsviertel
Zum sechsten Mal lädt das Diakonische Werk für Frankfurt am Main zu einer „Langen Nacht am Heiligen Abend“ ins Bahnhofsviertel ein. Am Donnerstag, dem 24. Dezember 2009 öffnet sich um 18 Uhr die Tür der Weißfrauen Diakoniekirche und wird erst am ersten Weihnachtstag gegen 10 Uhr wieder geschlossen. Eingeladen sind alle, die am Heiligen Abend ins Bahnhofsviertel kommen möchten. Ein Gottesdienst zum Thema „Die Gaben“ mit dem Leiter der Diakonie Frankfurt, Pfarrer Dr. Michael Frase, beginnt um 19 Uhr. Mitwirken werden der Frankfurter Schauspieler Matthias Scheuring, der Sankt Petersburger Trompeter Michail Klimaschewskij sowie Michael Berg an der Orgel. Der Kirchenraum ist von Frankfurter Künstlern gestaltet. Unter anderem gibt es ein Krippenpanorama von Manfred Stumpf, Engel und Hirten von Eva Schwab, eine große Krippe von Phillip Zaiser, den Frankfurter Stern von Jens Lehmann, Ochs und Esel von Florian Haas. In diesem Jahr kommen von Tamara Grcic die drei Gaben „Gold, Weihrauch, Myrrhe“ hinzu. Zu einem Weihnachtsessen an langen Tafeln sind ab 21 Uhr alle Gäste der Diakoniekirche eingeladen. Wie in jedem Jahr engagieren sich dabei zwei oder drei Restaurants. An der Krippe treffen sich ab 22.30 Uhr Musiker von der Straße zu einer Nachtmusik. Nach dem Nachtgebet um 0.00 Uhr mit Gerald Hintze wird gegen 0.30 Uhr als Nachtfilm „Schatten im Paradies“ von Aki Kaurismäki gezeigt. Auch in dieser Nacht besteht die Möglichkeit, in der Kirche zu schlafen; Tee und Weihnachtsgebäck werden an einer kleinen Bar von ehrenamtlichen Gastgebern die ganze Nacht über gereicht. Um 7 Uhr begrüßt ein Morgengebet den Weihnachtstag. Mit einem Weihnachtsfrühstück ab 8.30 Uhr klingt die Lange Nacht am Heiligen Abend im Bahnhofsviertel aus.
Info-Heft (Download PDF, 3 MB)
WESER5
Mit Szene-Größen abfeiern hilft Wohnsitzlosen
Verein Aktiv7 unterstützt WESER5 Straßensozialarbeit
Benefiz-Party mit Live-Musik und renommierten DJs am Samstag, dem 12. Dezember im Englischen Theater
Aktiv7, eine Gruppe junger Frankfurterinnen und Frankfurter, veranstaltet regelmäßig Szene-Partys und spendet den Erlös für gute Zwecke. Mit ihrer Jubiläums-Party am Samstag, dem 12. Dezember ab 22 Uhr im Englischen Theater am Willy-Brandt-Platz unterstützt der Verein die WESER5 Straßensozialarbeit der Diakonie Frankfurt. Die Einrichtung wendet sich an wohnungslose Frauen und Männer, die resigniert haben und von sich aus keine Hilfe in Anspruch nehmen. Sie leben in Abbruchhäusern, auf öffentlichen Plätzen oder im Stadtwald. An diesen Orten sucht die Straßensozialarbeit die Wohnungslosen auf, spricht sie behutsam an und baut langsam Vertrauen auf. Ziel ist, sie an weitere Unterstützungsangebote heranzuführen und erste Schritte zur Veränderung ihrer Lebenssituation einzuleiten. Die WESER5 Straßensozialarbeit ist Teil des WESER5 Diakoniezentrums, das im Frankfurter Bahnhofsviertel fünf qualifizierte Angebote für Wohnsitzlose bereithält. Neben der Straßensozialarbeit sind dies ein Tagestreff, eine Soziale Beratungsstelle, eine Notübernachtung sowie ein Übergangswohnhaus.
Für die Benefizparty wünscht sich Aktiv7 zahlreiche Besucherinnen und Besucher, um einen Scheck mit einer möglichst hohen Summe an die WESER5 Straßensozialarbeit überreichen zu können, die dringend auf Unterstützung angewiesen ist. Auch lokale Sponsoren konnten die Mitglieder des Vereins für ihre Idee begeistern. So beteiligt sich zum Beispiel die Deutsche Bank mit 2.000 Euro an der Party und letztlich am Erlös für WESER5. Die Veranstaltung am 12.12.2009 bietet Musik auf höchstem Niveau – von INUKI, einer Live-Band mit einer Mischung aus Electro-Pop-Rock, über feinste House und Hip Hop Tunes vom United DJ Klitbeats, bis hin zum Aushängeschild der Frankfurter Club-Szene, DJ Julian Smith. Garantiert sind preiswerte Getränke und jede Menge Spaß. Der Türen vom Englischen Theater am Willy-Brandt-Platz öffnen um 22 Uhr.
Aktiv7 wurde als gemeinnütziger Verein von sieben Studenten aus Frankfurt gegründet und veranstaltet seit 2005 regelmäßig „coole Partys“, deren Erlöse einem guten Zweck zukommen.
Unter anderem unterstützte Aktiv7 bereits Plan International und den Verein Frauen helfen Frauen e.V. Im Jahre 2008 förderte Aktiv7 auch die Anschaffung einer Waschmaschine und eines Trockners für den WESER5 Tagestreff. Insgesamt konnte der Verein in den letzten vier Jahren mehr als 18.000 Euro an Party-Erlösen spenden.
Zentrum für Frauen
ModekreativWerkstatt der Diakonie Frankfurt lädt ein zum Tag der offenen Tür am Freitag, dem 11. Dezember 2009
Qualifizierung als Schwerpunkt/ Zusätzliche Förderung durch den EU Sozialfonds
Die ModeKreativwerkstatt des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main hat sich vergrößert und neue Räume in der Rohrbachstraße 54 bezogen. Aus diesem Anlass lädt sie am Freitag, dem 11. Dezember von 11 bis 14 Uhr zu einem Tag der offenen Tür ein. Die ModeKreativWerkstatt ermöglicht, dass hochwertige Kleidungsstücke finanziell schlechter gestellten Menschen zugute kommen, die sie für Vorstellungsgespräche oder Behördengänge benötigen. Ein KreativTeam, das nun aus 16 Frauen besteht, die an Hartz IV-Arbeitsgelegenheiten teilnehmen, arbeitet dafür Kleidung um, die von Unternehmen und Privatpersonen für diesen Zweck gesammelt und gespendet wurde. Gefördert wird die ModeKreativWerkstatt seit September 2009 auch aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF), mit dem die EU arbeitsmarkt- und beschäftigungspolitische Maßnahmen in ihren Mitgliedstaaten unterstützt.
Die ModeKreativWerkstatt ist ein Projekt des Zentrums für Frauen in Kooperation mit der „Koordination und Organisation von Arbeitsgelegenheiten“ der Diakonie Frankfurt am Main und der Rhein-Main Jobcenter GmbH. Diese beteiligt sich nicht nur finanziell, sondern weist bei Beratungen in ihren Jobcentern gezielt auf die Möglichkeit hin, sich in der ModeKreativWerkstatt mit Kleidungsstücken zu versorgen. Die Investmentbank Goldman Sachs, das Bankhaus Citi, die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die Royal Bank Of Scotland sowie zahlreiche Einzelspender unterstützen das Projekt ebenso durch Kleidersammlungen wie die Personalberatungsgruppe Michael Page International. Letztere bietet den Teilnehmerinnen in Zukunft auch „Bewerbungscoaching“ als begleitende Maßnahme an. Neuer Kooperationspartner ist die „Galeria Kaufhof“, die Praktikumsplätze in ihrem Frankfurter Warenhaus zur Verfügung stellt.
In der Mode KreativWerkstatt haben Frauen die Möglichkeit, sich in verschiedenen Bereichen zu qualifizieren. Neben der Arbeit an der Nähmaschine sind dies auch Verkauf, Warenannahme und Logistik. Ziel ist, den Teilnehmerinnen Basisqualifikationen für das Berufsleben zu vermitteln und Interesse an einer Weiterqualifizierung oder Ausbildung zu wecken.
Einladungsflyer
Koordination und Organisation von Arbeitsgelegenheiten
„Koordination und Organisation von Arbeitsgelegenheiten“ der Diakonie Frankfurt am Main durch „Weiterbildung Hessen e.V.“ zertifiziert
Die Einrichtung „Koordination und Organisation von Arbeitsgelegenheiten“ des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main ist vom Verein „Weiterbildung Hessen e.V.“ als Weiterbildungseinrichtung zertifiziert worden.
Im Rahmen der Jahrestagung des Vereins überreichten Bürgermeisterin Jutta Ebeling und der Vorsitzende von „Weiterbildung Hessen e.V.“ , Claus Kapelke, die Zertifizierungsurkunde an den Leiter des Arbeitsbereiches Beschäftigung und Qualifizierung der Diakonie Frankfurt am Main, Joachim Otto. Der Verein „Weiterbildung Hessen e.V.“ ist ein Zusammenschluss von Hessischen Bildungseinrichtungen, die sich auf gemeinsame Qualitätsstandards verpflichtet haben. Er wird gefördert durch die Hessische Landesregierung und Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds.
Zentrum für Frauen
EU-Delegation besucht erweiterte ModeKreativWerkstatt der Diakonie Frankfurt am Main in neuen Räumlichkeiten
Zusätzliche Angebote durch neue Kooperationspartner/ Zahl der Frauen im KreativTeam auf 16 erhöht
Die ModeKreativwerkstatt des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main hat sich vergrößert und neue Räume in der Rohrbachstraße 54 bezogen. Aus insgesamt 16 Frauen besteht nun das KreativTeam, das dafür sorgt, dass bedürftige Frauen sich mit angemessener Kleidung für das Berufsleben versorgen können. Aus diesem Anlass besuchte eine Kommission der Europäischen Union (EU) das Projekt, das seit September 2009 aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert wird. Über die Arbeit des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main informierte sich unter anderem Manuela Geleng aus der EU-Kommission in Brüssel. In der Generaldirektion Beschäftigung, soziale Angelegenheit und Chancengleichheit ist sie zuständig für die Förderung von Deutschland, Österreich und Slowenien aus den Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF). Mit dem ESF unterstützt die EU arbeitsmarkt- und beschäftigungspolitische Maßnahmen in den EU-Mitgliedstaaten. Deutschland erhält für die Förderperiode 2007 bis 2013 insgesamt 9,38 Mrd. € ESF-Mittel. Die Hessische Landesregierung erhält aus diesem Topf rund 187 Mio. € für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen. Begleitet wurde Geleng daher von Vertreterinnen und Vertretern des Hessischen Ministeriums für Arbeit, Familie und Gesundheit und der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen, die das Projekt des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main zur Förderung aus dem ESF ausgewählt hatten.
Fähigkeiten ohne Druck entdecken
Der Leiter der Diakonie Frankfurt am Main, Pfarrer Dr. Michael Frase, bedankte sich für die Förderung und verwies auf den hohen Stellenwert der vielfältigen Kooperationspartner aus Wirtschaft und Gesellschaft. „Die ModeKreativWerkstatt ist ein wichtiges Scharnier zwischen verschiedenen Lebenswelten, die auf diese Weise miteinander in Kontakt kommen“, bekräftigte der Diakonie-Chef. Eine Besonderheit sei, dass der Schwerpunkt nicht nur auf Beschäftigung, sondern gezielt auf Qualifizierung liege. Weiterhin ermöglicht die ModeKreativWerkstatt, dass hochwertige Kleidungsstücke gezielt finanziell schlechter gestellten Menschen zugute kommen, die sie beispielsweise für Vorstellungsgespräche oder Behördengänge benötigen. Das KreativTeam, das für diesen Zweck gespendete Kleidung umarbeitet, besteht aus Teilnehmerinnen an Hartz IV-Arbeitsgelegenheiten. „Auch Frauen mit geringer Belastbarkeit erzielen hier Erfolge, die motivieren und zu weiteren Entwicklungsschritten ermutigen. Die 16 Teilnehmerinnen haben die Möglichkeit, Fähigkeiten und kreatives Potenzial ohne zeitlichen Druck zu entdecken und zu erlernen“, betont Karin Kühn, Leiterin des Zentrums für Frauen der Diakonie Frankfurt, an welches das Projekt angebunden ist.
Basisqualifikationen fürs Berufsleben
Ziel sei nicht zuletzt, Interesse an einer Weiterqualifizierung zu wecken oder zu motivieren, eine entsprechende Ausbildung zu beginnen. Im Laufe der Qualifizierung“, führt die Sozialarbeiterin der ModeKreativWerkstatt, Monika Hoffmann aus, bildeten sich unterschiedliche Talente heraus. „Daher bieten wir verschiedene Bereiche an, in denen sich die Frauen qualifizieren können.“ Neben der direkten Arbeit an der Nähmaschine seien dies auch Verkauf, Warenannahme und Logistik. In diesem Kontext freuen sich Hoffmann und Kühn über einen neuen Kooperationspartner. Die „Galeria Kaufhof“ hat zugesagt, Praktikumsplätze für Teilnehmerinnen der ModeKreativWerkstatt in ihrem Warenhaus an der Frankfurter Hauptwache zur Verfügung zu stellen. Das Erlernen von Basisqualifikationen für das Berufsleben wie Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und sozialer Kompetenz, so Hoffman, spielten eine entscheidende Rolle.
Nun auch Bewerbungscoaching
Das Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekt ModeKreativWerkstatt läuft unter Anleitung einer Maßschneiderin in enger Kooperation mit der „Koordination und Organisation von Arbeitsgelegenheiten“ der Diakonie Frankfurt am Main und der Rhein-Main Jobcenter GmbH. Diese beteiligt sich nicht nur finanziell, sondern weist bei Beratungen in ihren Jobcentern gezielt auf die Möglichkeit hin, sich in der ModeKreativWerkstatt mit Kleidungsstücken zu versorgen. Die Investmentbank Goldman Sachs, das Bankhaus Citi, die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die Royal Bank Of Scotland sowie zahlreiche Einzelspender unterstützen das Projekt ebenso durch Kleidersammlungen wie die Personalberatungsgruppe Michael Page International. Letztere bietet den Teilnehmerinnen der ModeKreativWerkstatt in Zukunft auch „Bewerbungscoaching“ als begleitende Maßnahme an. Wie Malik Aibache, Director Marketing Communication&Web, Central & Eastern Europe, betonte, wolle man den Frauen in Workshops grundlegende Dinge vermitteln: „Coaching und Beratung sind das tägliche Business unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die auf diese Weise ganz bewusst ein Stück soziale Verantwortung in ihrer Stadt wahrnehmen.”
Kindertagesstätten
Diakonie Frankfurt verleiht Zertifikate an 10 Pädagogische Assistenten
Neue Qualifizierungsmaßnahme eröffnet Möglichkeit, wieder im Berufsleben Fuß zu fassen
Insgesamt zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben eine neue Qualizierungsmaßnahme der Diakonie Frankfurt erfolgreich abgeschlossen. Nach einem Jahr konnten sie nun ihre Zertifikate zum Pädagogischen Assistenten in Empfang nehmen. Die Qualifizierung bestand aus 325 Stunden theoretischem Unterricht und 960 Stunden begleiteter Praxis in einer Kindertageseinrichtung. Träger ist das Diakonische Werk für Frankfurt am Main, dessen Arbeitsbereich Kindertagestätten die Maßnahme in Kooperation mit der Einrichtung „Koordination und Organisation von Arbeitsgelegenheiten“ durchführte. Die Finanzierung erfolgte über die Rhein-Main Jobcenter GmbH. Mit der Qualifizierungsmaßnahme soll den Teilnehmern die Möglichkeit eröffnet werden, aus der Arbeitslosigkeit wieder im Berufsleben Fuß zu fassen und ihre individuellen Fähigkeiten im Bereich von Kindertageseinrichtungen einzusetzen.
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main
RTL sendet Fernsehclip der Diakonie Frankfurt zum Thema wohnsitzlose Frauen
Kooperation mit Saatchi&Saatchi sowie der Medienarbeit der EKD
Mit einem Fernsehclip möchte das Diakonische Werk für Frankfurt am Main auf die Situation obdachloser Frauen aufmerksam machen. Dafür hat die Werbeagentur Saatchi&Saatchi den TV-Clip „Frau im Spiegel“ entwickelt, der vom 21. Oktober bis Jahresende nahezu täglich im RTL-Fernsehen zu sehen ist. Wie der Leiter der Diakonie Frankfurt, Dr. Michael Frase betont, sei es eine wichtige Aufgabe der der Diakonie, die Öffentlichkeit für ein Thema zu sensibilisieren, dem noch immer zu wenig Beachtung geschenkt werde: Rund 254.000 Menschen in Deutschland leben in Wohnungsnot, darunter mehr als 63.000 Frauen. Allein in Frankfurt am Main sind 1.800 Menschen betroffen. Rund 300 Obdachlose leben auf der Straße.
Die kreative Idee für den Fernsehspot entstammt der Feder von Saatchi&Saatchi Frankfurt, seit 2007 Werbeagentur für das Diakonische Werk für Frankfurt am Main. Regie führte Christoph Rath , als Darstellerin agiert die Frankfurter Schauspielerin Susanne Schyns.
Die Medienarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) unterstützt die Aktion, indem sie der Kirche zustehende Sendezeit auf RTL-Television für die Ausstrahlung des Clips zur Verfügung stellt. Der Senderbeauftragter des Gemeinschaftswerkes der Evangelischen Publizistik, Fritz Penserot hält es dabei für realistisch, mit dem 45-Sekunden-Clip bis Jahresende rund 150 Millionen Zuschauerkontakte zu erreichen. Bereits beim ersten gemeinsamen Projekt, dem „Weihnachtsmannfilm“, der im Dezember 2008 im RTL-Fernsehen gelaufen war, sei man auf eine ähnliche Quote gekommen. Michael Samak, CEO bei Saatchi&Saatchi bekräftigt, auch für ein globales Unternehmen sei es wichtig, sich lokal zu engagieren. „Es ist der ausdrückliche Wunsch der Mitarbeiter, neben der alltäglichen Arbeit etwas Soziales vor Ort zu tun“. Mit dem Spot wolle man die Zuschauer für die Situation von weiblichen Obdachlosen sensibilisieren.
„Bei Frauen merkt man oft nicht sofort, dass sie Hilfe benötigen“, führt Barbara Dirscherl aus. Wie die junge Frau vom Saatchi&Saatchi Kreativteam festgestellt hat, versuchten viele Frauen in Notsituationen sehr lange, ein reguläres Leben aufrechtzuerhalten, pflegten und schminkten sich weiterhin. „Man muss schon genau hinschauen, wenn man helfen möchte – und das tut die Diakonie“, befindet die Agentur-Mitarbeiterin, deren Beobachtungen die Leiterin des Zentrums für Frauen der Diakonie Frankfurt, Karin Kühn vollends bestätigen kann: „Nur ein kleiner Teil der Frauen zeigt ihre Not offen und sichtbar.“ Im Hinblick auf Frauen in Notsituationen, so Kühn, müsse man daher von einer hohen Dunkelziffer ausgehen.
Spendenkonto:
Diakonisches Werk für Frankfurt
Frankfurter Sparkasse
Konto 407 100,
BLZ 500 502 01
Vermerk: Zentrum für Frauen HH 2792
Den Spot können Sie hier anschauen:
Koordination und Aufbau eines Netzwerkes für Menschen mit Behinderung
Teilhabe von Menschen mit Behinderung notwendiger denn je
Fachtagung der Diakonie Frankfurt am Main zur „Sozialraumorientierung in der Behindertenhilfe“ am 16. November im Dominikanerkloster / Engagiertes Modellprojekt stellt sich vor
Eine Fachtagung zum Thema "Sozialraumorientierung in der Behindertenhilfe" veranstaltet das Diakonische Werk für Frankfurt am Main am Montag, dem 16. November 2009, von 8.30 Uhr bis 17.30 Uhr im Dominikanerkloster in der Kurt-Schumacher Straße 23. Auf dem Programm steht neben verschiedenen Fachvorträgen die Präsentation eines durch die Aktion Mensch geförderten Modellprojektes der Diakonie Frankfurt am Main, das sich mit der Koordination und dem Aufbau eines Netzwerkes für Menschen mit Behinderung beschäftigt.
Unter dem Motto „Vielfalt statt Einfalt!" finden darüber hinaus verschiedene Workshops statt. So beleuchtet Jutta Jung vom Club Behinderter und ihrer Freunde e.V. (CeBeeF) das Thema „Freizeitangebote in Frankfurt am Main auch für Kinder und Jugendliche mit Behinderung!“, Ralf Kern von KOMM ambulante Dienste e.V. thematisiert „Ambulante Wohngemeinschaften für junge Erwachsene mit schweren Behinderungen". Einen Workshop über das freiwillige Engagement von Menschen mit Lernbehinderungen bieten Armin Herzberger und Steven David James vom Lebenshilfe Center Netphen an; bei Waltraud David von Mensch zuerst e.V. geht es unter dem Motto "Geben und Nehmen - das ist das Leben" um die Rolle von Menschen mit Lernschwierigkeiten in der Gemeinde.
Seit einigen Jahren findet das Fachkonzept „Sozialraumorientierung“ nun Einzug in die Behindertenhilfe. Wesentliche Bestandteile sind die aktive Teilhabe sowie die Stärkung des Potenzials der Beteiligten. Besonders im Zusammenhang mit der Diskussion um die Inklusion von Menschen mit Behinderung erscheint dies notwendiger denn je. Die Tagung beleuchtet Perspektiven, Möglichkeiten und Chancen, die sich in diesem Kontext für Beteiligte und Fachleute eröffnen.
Interessierte können sich bis zum 2. November 2009 anmelden, der Teilnehmerbeitrag beträgt 20,00 Euro. Der Zugang zum Dominikanerkloster ist barrierefrei, alle Tagungsräume sind mit dem Aufzug erreichbar.
Download Programm- und Anmeldeflyer
Kontakt und weitere Informationen:
Diakonisches Werk Frankfurt am Main
Koordination und Aufbau eines Netzwerkes für Menschen mit Behinderung
Stefanie Schleifer
Eschersheimer Landstraße 565-567
60431 Frankfurt
Tel: 069/ 5302-242
Fax. 069/ 5302-266
E-Mail: schleifer@integrationshilfen.de
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main
Ehrenamtliche Rechtliche Betreuung als Herausforderung und Chance
Fachtagung des Evangelischen Vereins für Jugend- und Erwachsenenhilfe e.V. und der Diakonie Frankfurt am Main am 5. November im Dominikanerkloster / Anmeldung ab sofort möglich
Eine interdisziplinäre Fachtagung zum Thema „Ehrenamtliche Rechtliche Betreuung als Herausforderung und Chance“ findet am Donnerstag, dem 5. November 2009 von 9 bis 17 Uhr im Frankfurter Dominikanerkloster in der Kurt-Schumacher-Straße 23 statt. Veranstaltet wird sie vom Evangelischen Verein für Jugend- und Erwachsenenhilfe e.V. und dem Diakonischen Werk für Frankfurt am Main gemeinsam mit dem Bürgerinstitut e.V., dem Sozialdienst des Sankt Katharinen-Krankenhauses sowie der Evangelischen Aktionsgemeinschaft für Familienfragen e.V. Eingeladen sind Richter, Rechtspfleger, Mitarbeitende der Betreuungsbehörde, der Betreuungsvereine, der Ehrenamtsagenturen, ehrenamtliche Betreuer sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger. Anmeldungen sind ab sofort bis spätestens 2. November möglich.
Die von der Ehrenamtskampagne der Hessischen Landesregierung „gemeinsam-Aktiv Bürgerengagement in Hessen“ geförderte Veranstaltung bietet ein Forum zum Austausch und beleuchtet neue Handlungswege und -strategien. Referenten sind Heinz Janning von der Beratungsgesellschaft für
Bürgerengagement Bremen, der Richter am Betreuungsgericht Frankfurt, Axel Bauer ,die Leiterin der Betreuungsstelle Frankfurt, Angelika Schaum, Beate Gerigk von der Landesarbeitsgemeinschaft Betreuungsvereine Hessen sowie die Leiterin des Betreuungsvereins der AWO Nürnberg, Maria Seidnitzer.
Ehrenamtliche Rechtliche Betreuung basiert auf einer Tradition, die weit zurückreicht: Seit Jahrtausenden haben Menschen sich aus religiösen, politischen oder sozialen Gründen für andere Menschen oder für eine Sache eingesetzt. Bei den Römern wurde für Mitbürger, die nicht in der Lage waren, die Regeln für das Zusammenleben zu erfassen oder entsprechend dieser Vorgaben zu handeln, ein Kurator eingesetzt. Bei den Germanen sprach und handelte der „Munt“, „Fürmund“ und in Deutschland bis 1992 der „Vormund“ für Entmündigte. Durch das erste Betreuungsrechtänderungsgesetz (1999) wurde im §1836 BGB bestimmt, dass nur in begründeten Ausnahmefällen ein Berufsbetreuer bestellt wird. Die Betreuungsvereine wurden verstärkt zur Gewinnung von Ehrenamtlichen verpflichtet. Der ehrenamtliche Rechtliche Betreuer ist aufgrund der persönlichen Lebensnähe für geeignete Betreuungen zu bestellen.
Seit den 1990er Jahren gibt es in Deutschland einen tiefgreifenden Umbruch zu einer neuen Ehrenamtskultur. Die Enquete-Kommission „Zukunft des bürgerschaftlichen Engagements“ legte im Jahr 2002 ihren Abschlussbericht mit Handlungsempfehlungen vor. Die Freiwilligen-Surveys der vergangenen Jahre kommen zu interessanten Ergebnissen. Eine wichtige Erkenntnis ist: Das Ehrenamt befindet sich in einem deutlichen Wandel. Die Bereitschaft zum Engagement ist nach wie vor hoch, aber viele engagieren sich weniger dauerhaft und weniger in verpflichtenden Verantwortungsrollen. Was dies für die ehrenamtliche Rechtliche Betreuung bedeutet, wird die Tagung, die unter der Schirmherrschaft des Hessischen Ministeriums für Arbeit, Familie und Gesundheit steht, unter anderem thematisieren.
Download Programm- und Anmeldeflyer
Weitere Informationen beim:
Evangelischen Verein für Jugend- und Erwachsenenhilfe e.V.
Karl Heinz Schulz
Rotteckstraße 16
60316 Frankfurt
Tel.: 069/299 255 151
Fax: 069/299 255 199
Mail: karl-heinz.schulz@diakonischeswerk-frankfurt.de
WESER5
Neue Fahrradwerkstatt für Wohnsitzlose im WESER5 Diakoniezentrum
Fahrradspender dringend gesucht/ Angebot möchte Mobilität von Wohnsitzlosen erhalten
Eine neue Fahrradwerkstatt hat im WESER5 Diakoniezentrum ihre Arbeit aufgenommen. Wohnsitzlose haben hier die Möglichkeit, beschädigte Fahrräder unter Anleitung zu reparieren und erhalten dafür die nötigen Ersatzteile. Zudem können sie Fahrräder entleihen. Dabei ist die WESER5 Fahrradwerkstatt keine Konkurrenz zu kommerziellen Fahrradläden, sondern unterstützt gezielt wohnsitzlose Menschen, damit sie mobil bleiben. Die FR Altenhilfe sowie American Express förderten die Ausstattung mit jeweils 1.500,- Euro. Nun ist die WESER5 Fahrradwerkstatt auch auf die Unterstützung der Frankfurter Bevölkerung angewiesen. Die Verantwortlichen rufen dazu auf, nicht mehr benötigte Fahrräder zu spenden, damit sie von bedürftigen Menschen genutzt werden können. Innerhalb des Frankfurter Stadtgebietes können die Räder nach Terminvereinbarung auch abgeholt werden. Bisher gingen zwei Fahrräder als Spenden ein, für Anfang Oktober sind weitere fünf zugesagt. Geplant ist, einen größeren Pool von Fahrrädern aufzubauen, die kurzfristig an Wohnsitzlose ausgeliehen werden können, um ihnen auf diese Weise zu mehr Mobilität zu verhelfen. Geöffnet ist die Werkstatt, die im WESER5 Tagestreff angesiedelt ist, montags bis donnerstags von 8.30 bis 14.00 Uhr sowie sonntags von 9.30 bis 14.00 Uhr.
Der WESER5 Tagestreff ist Teil des WESER5 Diakoniezentrums, das vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main getragen wird. Die Zahl fünf steht dabei nicht nur für eine Hausnummer in der Weserstraße, sondern für fünf qualifizierte Angebote für Wohnsitzlose: Tagestreff, Straßensozialarbeit, Soziale Beratungsstelle, Notübernachtung und Übergangswohnhaus. Hier sind wohnungslose Menschen willkommen, dürfen sich geschützt und angenommen fühlen. Im WESER5 Tagestreff kommen sie zur Ruhe und organisieren ihren Alltag. Hilfe zur Selbsthilfe lautet das Motto. Der Tagestreff besteht seit 1997 und hat sich als stark genutzte Einrichtung im Frankfurter Bahnhofsviertel etabliert. Um die 100 Frauen und Männer besuchen ihn täglich. Essen, Duschen, Gepäckaufbewahrung, Wäscherei und Aufenthaltsräume gehören zum Angebot. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen für Gespräche zur Verfügung, Gemeinschaftsangebote fördern Zusammenhalt.
Kontakt:
WESER5 Tagestreff
Eingang: Gutleutstraße 20
60329 Frankfurt
Telefon: 271358-129
Telefax: 271358-130
E-Mail: tagestreff@weser5.de
www.weser5.de
Zentrum für Frauen
Ein Jahrhundert voller Tatkraft und Engagement für Frauen
Mit einer Festveranstaltung im Palais am Zoo feierte „Lilith – Wohnen für Frauen“ 100. Geburtstag
„100 Jahre Lilith sind 100 Jahre Frauengeschichte.“ Treffender als mit dem Satz von ZDF-Fernsehfrau Sybille Bassler lässt sich die bewegte Historie von „Lilith – Wohnen für Frauen“ am Frankfurter Alfred-Brehm-Platz kaum charakterisieren. Bei einer Festveranstaltung aus Anlass des Jubiläums im Frankfurter Palais am Zoo begaben sich über 200 Gäste daher mit dem Leiter des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main, Pfarrer Dr. Michael Frase auf eine interessante Zeitreise. „Fräulein Bertha Thomas“ stand dabei zunächst im Mittelpunkt. Die am 16. Dezember 1841 geborene Tochter eines Frankfurter Malers tat im Jahre 1903 einen richtungsweisenden Schritt: Sie trug einen erheblichen Teil dazu bei, dass der Verein für Innere Mission ein Komitee gründete, aus dem kurze Zeit später der Verein „Weibliche Stadtmission“ hervorging. Im Jahre 1909 eröffnete dieser am Frankfurter Alfred-Brehm-Platz sein Hilfeangebot „für hilfs- und ratbedürftige, ferner für gefährdete sowie für verwahrloste oder gefallene Personen weiblichen Geschlechts“ mit 20 Betten. „Damit ist Lilith eine der ersten diakonischen Aktivitäten der Evangelischen Kirche“, betonte Frase.
Nachbarschaft in Aufruhr
Vorwiegend Prostituierte waren es, die hier Zuflucht fanden, darunter zahlreiche Frauen, die vom Land in die Stadt gekommen waren, aber keine adäquate Arbeit fanden oder zu wenig verdienten. Im Jahre 1914 kam das Nebenhaus mit der Nummer 17 hinzu: Als Luisenheim diente es bis 1985 als Mädchenwohnheim. Bereits gegen den Kauf des Hauses Nr. 15 hatte die Nachbarschaft Widerspruch beim Regierungspräsidenten in Wiesbaden eingelegt. In der Begründung hieß es zum Beispiel, die Wohnungen in dieser wohlsituierten Umgebung könnten nicht mehr teuer vermieten werden. Zudem herrschte die Angst die „weiblichen verwahrlosten und gefallenen Personen weiblichen Geschlechts“, könnten einen „verderblichen Einfluss auf die heranwachsende Jugend in der Nachbarschaft“ haben. Über die Wirren des Krieges, in dessen Verlauf 1944 beide Häuser zerstört wurden und zwei Leiterinnen sowie 31 Jugendliche ums Leben kamen bis hin aktuellen Entwicklungen spannte sich der Bogen der historischen Betrachtung. An vielen Stellen wurde deutlich, wie sich die Konzepte von sozialer Arbeit und das Frauenbild der Gesellschaft immer wieder veränderten. „Nach 100 Jahren“ so Frases Resümee, „ist das Zentrum für Frauen am Alfred-Brehm-Platz nicht nur eine altehrwürdige Einrichtung mit einer großen Diakoniegeschichte, sondern auch eine zeitgemäße, sich der aktuellen Lebenssituation von Frauen in sozialen Schwierigkeiten stellende Arbeit der Evangelischen Kirche geworden.“
Aufwerten und integrieren
Auf deren Rolle als Träger ging die Vorstandsvorsitzende des Evangelischen Regionalverbandes, Pfarrerin Esther Gebhardt ein. Einerseits, betonte sie, sei die Bibel in der Vergangenheit oftmals herangezogen worden, um Ungleichbehandlung von Frauen zu rechtfertigen, andererseits habe es in der Kirche immer auch eine herrschaftskritische Tradition gegeben. Den Umgang Jesu mit den Frauen stellte Gebhardt als beispielhaft heraus: „Er stellt benachteiligte Frauen auf ihre eigenen Füße, wertet sie auf und integriert sie.“ Auch für Lilith seien dies wichtige Stichworte. „Frauen bekommen hier die Möglichkeit, ihr Leben neu zu ordnen, sich psychisch zu stabilisieren und Wege in ein selbstbestimmtes Leben zu finden.“
Wie die Leiterin des Zentrums für Frauen, Karin Kühn ausführte, stehen bei der Begleitung der Frauen Wertschätzung und Respekt im Vordergrund. Wohnungslosigkeit sei dabei eine extreme Form weiblicher Armut. „Oftmals gehen mit ihr psychosomatische und psychische Krankheiten, Suchtprobleme, Medikamentenmissbrauch, Schulden, Verwahrlosung und Beziehungsprobleme einher“, sagte Kühn. Bei „Lilith“ erhielten die Frauen einen Schutzraum, im dem sie zur Ruhe kommen können, aber auch befähigt werden, sich intensiv mit ihren Problemen auseinander zu setzen und wieder selbstbestimmt zu leben. Dazu werde mit jeder Frau ein individueller Hilfeplan aufgestellt, der unter anderem festhalte, mit welchen Schritten die unterschiedlichsten Problemlagen angegangen werden. Insgesamt, so Kühn weiter, sei Lilith mit seinen 28 Einzelzimmern und 4 Notbetten ein wichtiger Teil des Zentrums für Frauen der Diakonie Frankfurt am Main, wo jedes Jahr über 1.600 Frauen Hilfe und Beratung in Not- und Krisensituationen finden.
Zwischen Anspruch und Realität
„Lilith ist nicht etwa alt geworden, sondern steckt voller Engagement und Tatkraft“, befand auch Stadträtin Prof. Dr. Daniela Birkenfeld. Dabei meisterten die Mitarbeiterinnen „die Balance zwischen Beraten, Betreuen und Begleiten“ in hervorragender Weise. „Bei Lilith wird nicht nur an Symptomen, sondern an den Wurzeln gearbeitet“, sagte die Frankfurter Dezernentin für Soziales, Senioren, Jugend und Recht und bescheinigte der Diakonie Frankfurt eine wichtige Rolle bei der Sicherung des sozialen Friedens in der gesamten Stadt“. Dr. Peter Barkey vom Landeswohlfahrtverband Hessen dankte allen Mitarbeiterinnen für die engagierte Arbeit und lobte das „soziale Wurzelwerk“, das seit Jahrhunderten in Frankfurt arbeite.
Die aktuelle Situation von Frauen in Deutschland beleuchtete Sybille Bassler in ihrem Festvortrag. Trotz vieler gesellschaftlicher Regelungen und Maßnahmen zur Vereinbarung von Beruf und Familie, konstatierte sie, klaffe noch heute eine Lücke zwischen Anspruch und Realität, wenn es um das Thema Gleichberechtigung gehe. Beispielhaft zeigte die ZDF-Redakteurin des Frauenjournals „ML – Mona Lisa“ dies anhand der Themen „Bezahlung“ und „Bildung“ auf. „Deutschland nimmt in Europa eine traurige Spitzenposition ein“, betonte sie und verwies auf die Tatsache, dass es zahlreichen Frauen in „typisch weiblichen Berufen“ kaum möglich sei, ihre Familie zu ernähren.“ Das Armutsrisiko gerade für alleinerziehende Frauen sei hoch. Doch auch Frauen in den Chefetagen verdienten in der Regel ein Drittel weniger als ihre männlichen Kollegen, obwohl mittlerweile mehr Mädchen als Jungen das Abitur absolvierten und etwa die Hälfte der Studierenden Frauen seien.
Fernsehspot will sensibel machen
Einen besonderen Höhepunkt bildete die Präsentation eines Fernsehspots zum Thema „Obdachlose Frauen“, den die Agentur Saatchi&Saatchi im Auftrag der Diakonie Frankfurt produzierte. Voraussichtlich im Herbst 2009 wird er im RTL-Fernsehen laufen. Die Medienarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) unterstützt die Aktion, indem sie der Kirche zustehende Sendezeit für die Ausstrahlung zur Verfügung stellt. Der Senderbeauftragter des Gemeinschaftswerkes der Evangelischen Publizistik, Fritz Penserot hält es dabei für realistisch, mit dem 45-Sekunden-Clip über vier Wochen hinweg 100 Millionen Zuschauerkontakte zu erreichen. Bereits beim ersten gemeinsamen Projekt, dem „Weihnachtsmannfilm“, der im Dezember 2008 im RTL-Fernsehen gelaufen war, sei man auf diese Quote gekommen. Michael Samak, CEO bei Saatchi&Saatchi bekräftigte, auch für ein globales Unternehmen sei es wichtig, sich lokal zu engagieren. „Es ist der ausdrückliche Wunsch der Mitarbeiter, neben der alltäglichen Arbeit etwas Soziales vor Ort zu tun“. Mit dem Spot wolle man die Zuschauer für die Situation von weiblichen Obdachlosen sensibilisieren. „Bei Frauen merkt man oft nicht sofort, dass sie Hilfe benötigen“, führte Barbara Dirscherl aus. Wie die junge Frau vom Saatchi&Saatchi Kreativteam festgestellt hat, versuchten viele Frauen in Notsituationen sehr lange, ein reguläres Leben aufrechtzuerhalten, pflegten und schminkten sich weiterhin. „Man muss schon genau hinschauen, wenn man helfen möchte – und das tut die Diakonie“, befand die Agentur-Mitarbeiterin, deren Beobachtungen Karin Kühn vollends bestätigen konnte: „Nur ein kleiner Teil der Frauen zeigt ihre Not offen und sichtbar.“ Im Hinblick auf Frauen in Notsituationen, so die Leiterin des Zentrums für Frauen, müsse man daher von einer hohen Dunkelziffer ausgehen.
Notfallseelsorge
„Notfallseelsorge ist den Kinderschuhen entwachsen“
Anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Evangelischen Notfallseelsorge Frankfurt diskutierten Vertreter von Polizei, Feuerwehr, Medizin, Psychologie und Kirche im Frankfurter Dominikanerkloster.
„Die Zeit, in der die Notfallseelsorge wirken kann, ist kurz, doch in wenigen Stunden kann sie Menschen sehr intensiv helfen.“ Der Leiter der Abteilung Zentrale Dienste des Polizeipräsidiums Frankfurt, Polizeidirektor Bernd Braun brachte zu Beginn auf den Punkt, worum es in den folgenden zwei Stunden im großen Saal des Frankfurter Dominikanerklosters gehen sollte: Um Chancen und Zukunftsperspektiven, aber auch um Grenzen von Notfallseelsorge in Ballungsgebieten. Anlass der Podiumsdiskussion unter der Leitung von Meinhard Schmidt-Degenhard vom Hessischen Rundfunk war der zehnte Geburtstag der Evangelischen Notfallseelsorge Frankfurt, einer Einrichtung der Diakonie Frankfurt am Main, die aus zwei hauptamtlich und rund dreißig ehrenamtlich Mitarbeitenden besteht. Angefordert wird die von Pfarrerin Irene Derwein geleitete Notfallseelsorge über die Leitstelle der Feuerwehr durch ein Notrufsignal, zum Beispiel, um Unfallopfern beizustehen oder nach schweren oder tödlichen Unfällen Angehörige, Kinder und unverletzte Beteiligte zu begleiten. Die Betreuung von Opfern und Angehörigen nach Gewaltverbrechen gehört ebenso zu den Aufgaben wie häusliche Einsätze, etwa nach erfolgloser Reanimation, bei plötzlichem Tod von Kindern oder Suizid. Wie Polizeidirektor Braun ausführte, werde die Seelsorgeeinrichtung bei Unglücksfällen in drei von fünf Fällen von Seiten der Polizei angefordert. Besonders stellte er die Unterstützung von Polizistinnen und Polizisten beim Überbringen von Todesnachrichten heraus. „Kolleginnen und Kollegen, die oft hohen Belastungen ausgesetzt sind, haben durch die Notfallseelsorge auch die Möglichkeit, in einer frühen Phase mit jemandem zu reden - noch bevor sie den eigenen psychologischen Dienst der Polizei nutzen“, betonte er und stellte klar: „Das Bild von den harten Männern, die keine Unterstützung brauchen, haben wir bei der Polizei längst hinter uns gelassen.“
Keine „Predigt auf der Straße“
Der Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes Frankfurt am Main, Prof. Dr. Leo Latasch bezeichnete die Notfallseelsorge als „festen Bestandteil des Gesamtapparates“ bei Unglücksfällen. Der Mediziner formulierte einen hohen Anspruch an die Professionalität der Notfallseelsorger und damit nicht zuletzt an deren Ausbildung. „Religiosität bedeutet für Menschen eine Hilfe und eine Stütze, auch wenn sie nicht regelmäßig in die Kirche gehen“, betonte er. Entscheidend sei jedoch immer die Frage nach der Grenze. „In vielen Fällen ist es schwierig zu unterscheiden, ob ein religiöses Bedürfnis besteht oder nicht. Damit müssen Notfallseelsorger äußerst sensibel umgehen.“ Ganz Ähnliches forderte Dr. Gisela Perren-Klingler vom Institut Psychotrauma in der Schweiz, insbesondere um einen „Machtmissbrauch“ in den Situation mit hilflosen Menschen zu verhindern. Gerade in Ballungsräumen wie Frankfurt habe nicht jedes Unfallopfer eine Nähe zu einer christlichen Kirche. In keinem Falle dürfe ein Notfallseelsorger die Krisensituation als „Chance zur Mission“ begreifen, betonte sie. Da mit dem Berufsbild des Pfarrers allgemein viele Zuschreibungen verbunden seien, komme den ehrenamtlichen Laien bei der Notfallseelsorge eine besonders hohe Bedeutung zu. „Fachleute brauchen Laien, die sie unterstützen und frei von festen Konnotationen sind.“ Wie Pfarrer Knut Fischer von den Johannitern Berlin - selbst Notfallseelsorger -, bestätigte, sei die tägliche Arbeit weit weg von einer „Predigt auf der Straße“. Vielmehr stehe das „Beistehen“ als Grundhaltung der Seelsorge im Mittelpunkt. „Der Mensch in Not gibt das Maß vor“, so Fischer, „es geht darum, mit ihm eine Situation auszuhalten.“ Wenn ein entsprechendes Signal vom Betroffenen komme, bete man selbstverständlich auch mit ihm.
Multikulturelle Herausforderungen
Einen weiteren Schwerpunkt der Diskussion bildete die Frage, welche besonderen Herausforderungen ein Ballungsraum wie Frankfurt für Notfallseelsorge mit sich bringt. Wie Volker Wilken von der Berufsfeuerwehr Frankfurt, der im Anschluss an die Diskussion 40 Einsatzwesten als Jubiläumsgeschenk an die Evangelische Notfallseelsorge übergab, bekräftigte, sei Anonymität ein wichtiges Stichwort. „Viele Menschen kennen nicht einmal ihren Nachbarn und in einer Krisensituation ist dann niemand für sie da.“ Auch Unglücksfälle mit einer großen Anzahl von Betroffenen wie etwa ein Hochhausbrand oder Paniksituationen in der Masse gehörten zu den Szenarien, für die in Ballungsräumen Vorkehrungen getroffen werden müssten. „Wir haben hier Notfallpläne ausgearbeitet, die von mehreren Tausend Verletzten ausgehen“, ergänzte Latasch. Braun nannte zudem den Flughafen mit einer Vielzahl möglicher Krisenszenarien, welche die gesamte Stadt betreffen könnten, als Herausforderung. „Da in einer Großstadt soziale Konflikte zunehmend mit Gewalt ausgetragen werden, stellt sich auch die Frage, welche Rolle Notfallseelsorge bei der Bewältigung dieses Problemfeldes in Zukunft spielen kann.“
Insgesamt habe sich Notfallseelsorge über ein Jahrzehnt als feste Größe in Frankfurt etabliert. Daher dürfe man auch von nicht-kirchlicher Seite keine Parallelstrukturen aufbauen, sondern müsse das große Potenzial, das sich hier biete, nutzen und weiter ausbauen, forderte Braun. Laut Wilken sei vor allem bei Großschadensfällen Klarheit wichtig, wer die Gesamtverantwortung habe und wer zu alarmieren sei. Mehr als bisher, befand Latasch, müsse Notfallseelsorge in einer multikulturellen Stadt wie Frankfurt mit Laien anderer Religionen zusammenarbeiten. „Menschen anderer Kulturen trauern anders und reagieren zum Beispiel auf eine Todesnachricht anders“, berichtet auch Braun von seinen Erfahrungen. Wilcken verwies in diesem Kontext auf die Wichtigkeit von Sprache als verbindendes Element in Krisensituationen. Perren-Klingler sah dies ebenso: „Vor dem Beten kommt die Muttersprache“, betonte sie und berichtete von der Arbeit der so genannten „Care-Teams“ in der Schweiz, die Sprache als ein besonders wichtiges Element bei der Betreuung von Menschen in Krisensituationen begreifen. In Berlin, erklärte indes Fischer, arbeite die Notfallseelsorge daher seit Jahren mit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), aber auch mit der Gemeinschaft türkischer Ärzte zusammen. „Damit erreichen wir Menschen anderer Sprache, aber auch anderer Religionen und Frömmigkeitsformen.“
Qualität weiter sichern
Im Unterschied zu anderen Diskussionsteilnehmern, die Supervision für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als wichtiges Angebot verstanden, um Erlebtes zu reflektieren und zu verarbeiten, forderte Perren-Klingler, solch regelmäßige Kurse zur Pflicht zu machen. „Auch Freiwillige müssen so professionell sein, dass sie bereit sind, sich selbst zu schützen“, bekräftigte sie. Insgesamt wünscht sich Perren-Klingler noch mehr politischen Willen im Hinblick auf die Etablierung von Notallseelsorge. Latasch nahm den Faden auf und forderte die Entscheidungsträger dazu auf, Möglichkeiten einer Dauerfinanzierung zu finden, die nicht alleine von der Kirche geleistet werden muss. „Es gilt, die Standards mindestens zu halten, denn die Qualität ist gut“. Notfallseelsorge in Frankfurt, resümierte schließlich Perren-Klingler, sei aus den Kinderschuhen herausgewachsen und habe eine ganz neue Art von Professionalität erreicht. „Nun geht es darum, Qualität und Nachhaltigkeit langfristig zu sichern und auszubauen.“
Mobile Kinderkrankenpflege
STELLENANGEBOT
Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in gesucht
Die Mobile Kinderkrankenpflege des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main sucht ab sofort – in Teilzeit – eine/n Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in.
- Wir bieten:
- eine anspruchsvolle und abwechslungsreiche Tätigkeit
- Mitarbeit in einem dynamischen Team
- Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten, Supervision
- Vergütung nach Kirchlich-Diakonische-Arbeitsvertragsordnung
- Kirchliche Zusatzversorgung
- Dienstwagen
- Wir erwarten:
- einschlägige Qualifikation (Examen)
- Mitgliedschaft in einer christlichen Kirche (ACK)
- Nachweis über Berufserfahrung
- Führerschein der Klasse 3 bzw. B
- Interesse an sozialpädiatrischer Tätigkeit
- hohe Motivation, Teamfähigkeit
- Flexibilität (Wochenenddienste)
- physische und psychische Belastbarkeit
Ihre aussagekräftige Bewerbung richten Sie bitte innerhalb von 14 Tagen nach Erscheinen dieser Anzeige an folgende Adresse:
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main
Geschäftsstelle
Rechneigrabenstraße 10
60311 Frankfurt am Main
Zentrum für Frauen
Modetrends für neue Perspektiven
Auch die Royal Bank Of Scotland unterstützt die ModeKreativWerkstatt im Zentrum für Frauen mit einer Sammlung hochwertiger Berufskleidung.
„Kleider machen Leute“ - das alte Sprichwort ist noch heute aktuell. Gerade auch, wenn es darum geht, sich um eine Ausbildung zu bemühen oder einen Wiedereinstig in den Beruf anzustreben. „Die ModeKreativWerkstatt sorgt dafür, dass hochwertige Kleidungsstücke gezielt finanziell schlechter gestellten Menschen zugute kommen, die sie zum Beispiel für ein Vorstellungsgespräch benötigen“, erklärt Karin Kühn, Leiterin des Zentrums für Frauen am Alfred-Brehm-Platz. Eine Idee, die Oliver Thorborg spontan gefiel: „Ich hatte viele gute Kleidungsstücke abzugeben, wollte aber auf keinen Fall, dass Putzlappen daraus werden“, so der Mitarbeiter der Royal Bank Of Scotland. Daher recherchierte er im Internet nach sinnvollen Verwendungsmöglichkeiten und stieß auf die ModeKreativWerkstatt. Thorborg schlug vor, unter den rund 400 Frankfurter Mitarbeitern des Bankhauses eine Sammlung durchzuführen. Mit großem Erfolg, wie sich vergangene Woche herausstellte. Denn Karin Kühn und Monika Hoffmann vom Zentrum für Frauen konnten sich bei einer Übergabe in der Frankfurter Niederlassung des Bankhauses für eine Vielzahl geeigneter Kleidungsstücke bedanken.
Erfolgsmodell innerhalb kürzester Zeit
Der Startschuss für die ModeKreativWerkstatt fiel im Jahre 2008. Die Investmentbank Goldman Sachs und das Bankhaus Citi waren mit der Idee an das Zentrum für Frauen herangetreten, ein aus England stammendes Konzept mit dem Titel „Dress For Success“ auch in Frankfurt umzusetzen. Das Prinzip: Firmen sammeln hochwertige Berufskleidung unter der Mitarbeiterschaft und stellen sie so gezielt Menschen zur Verfügung, die für den Beruf angemessene Kleidung benötigen, jedoch keine ausreichenden finanziellen Mittel besitzen. Auch die Personalberatungsgruppe Michael Page International sowie zahlreiche Einzelspender beteiligten sich schließlich und trugen dazu bei, dass sich die ModeKreativWerkstatt innerhalb von kürzester Zeit zu einem Erfolgsmodell entwickelte. „Wir brauchen dringend immer wieder Nachschub an hochwertiger Kleidung, denn das Angebot wird von Frauen, die Hartz IV beziehen, sehr gut genutzt“, bekräftigt Kühn. Eine entscheidende Rolle spiele die Kooperation mit den Rhein-Main Jobcentern. Sie unterstützen das Projekt nicht nur finanziell, sondern weisen unter anderem mit Flyern gezielt auf die Möglichkeit hin, sich in der ModeKretaivWerkstatt mit passgenau zugeschnittenen Kleidungsstücken zu versorgen.
Auch Männerbekleidung gefragt
Angesiedelt ist die Werkstatt im Zentrum für Frauen am Alfred-Brehm-Platz. Getragen von der Diakonie Frankfurt am Main vereint es vier qualifizierte Angebote unter einem Dach: Lilith - Wohnen für Frauen, eine Soziale Beratungsstelle, den Tagestreff 17 Ost sowie TAMARA - Beratung und Hilfe für Prostituierte. Auch über die Frankfurter Stadtgrenzen hinaus gibt es keine vergleichbare Einrichtung mit einem derart breiten Spektrum an Unterstützung für Frauen in schwierigen Lebenssituationen.„In allen Bereichen spielt das Thema der beruflichen Perspektive eine tragende Rolle“, bekräftigt Kühn. Dass bei der Sammlung auch eine ganze Menge Herrenbekleidung zusammenkam, sei ebenfalls gewollt, denn das Zentrum für Frauen kooperiere eng mit dem Ökumenischen Familienmarkt. In dem von Diakonie und Caritas gemeinsam getragen Second-Hand-Kaufhaus nämlich gibt seit kurzem eine Abteilung für Business-Kleidung: „Hier erhalten Männer in ganz ähnlicher Weise passende Kleidung für das Berufsleben.“
Den Blick für andere nicht verlieren
Dr. Ingrid Hengster, Deutschlandchefin der Royal Bank Of Scotland, zeigt sich von der Idee begeistert: „Ich finde es sehr gut, dass verschiedene ‚Welten‘ wie Banksektor und Soziale Arbeit auf diese Weise zusammenkommen.“ In einer ausdifferenzierten Gesellschaft habe schließlich jeder zahlreiche eigenen Themen, die im tagtäglich Mittelpunkt stünden. „Gerade darum ist es umso wichtiger, den anderen nicht aus dem Blick zu verlieren.“ Wie Monika Hoffmann ausführt, sei die ModeKreativWerkstatt gleichzeitig ein Beschäftigungsprojekt: „Das KreativTeam, das die Kleidung unter professioneller Anleitung einer Maßschneiderin umarbeitet, besteht aus sechs Frauen, die den Wiedereinstieg in das Berufsleben anstreben“, erklärt die Sozialarbeiterin. Im Rahmen einer Hartz IV-Arbeitsgelegenheit verpflichten sie sich, regelmäßig teilzunehmen und erhalten einen Stundensatz von 1 Euro 50. Hierbei arbeitet das Zentrum für Frauen eng mit der „Koordination und Organisation von Arbeitsgelegenheiten“ der Diakonie Frankfurt zusammen, die direkter Ansprechpartner für die Rhein-Main Jobcenter GmbH im Kontext von Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen ist. „Fördern und fordern“, laute dabei das Motto, erörtert Hoffmann und sieht in der Heranführung an den Arbeitsalltag ein entscheidendes Ziel: „Viele der Frauen standen noch nie im Berufsleben oder sind seit Jahren arbeitslos.“ Daher gehe es darum, in einer beruflichen Tagesstruktur Fuß zu fassen und Dinge wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Kommunikationsfähigkeit einzuüben.
Start in eine neue Phase
Auch die Stärkung des Selbstbewusstseins sei ein wichtiges Ziel. „Die Frauen lernen zum Beispiel, mit Kundinnen umzugehen und haben zudem die Möglichkeit, Fähigkeiten und kreatives Potenzial ohne zeitlichen Druck zu entdecken und zu erlernen." Das solle nicht zuletzt Interesse an einer Weiterqualifizierung im Bereich Textil wecken oder gar dazu motivieren, eine entsprechende Ausbildung zu beginnen. Insgesamt, freut sich Karin Kühn, starte man nun in eine neue Phase, nachdem die Zusage von den Rhein-Main-Jobcentern bestehe, die Zahl der Arbeitsgelegenheiten auf 16 zu erhöhen. „Daher suchen wir für die ModeKreativWerkstatt möglichst kurzfristig größere Räumlichkeiten.“
[Jörn Dietze]
Zentrum für Frauen
72 Stunden: Jugendliche aus Frankfurt-Nied packen an
Firmgruppe verschönert Außengelände des Zentrums für Frauen der Diakonie Frankfurt
Kräftig anpacken hieß es drei Tage lang für 34 Jugendliche, die vom 8. bis 10. Mai das Außengelände des Zentrums für Frauen am Alfred-Brehm-Platz verschönerten. Im Rahmen der größten Sozialaktion des Bundes der Deutschen Katholiken "72 Stunden - uns schickt der Himmel" gestalteten die Jungen und Mädchen aus der Katholischen Pfarrgemeinde Frankfurt-Nied den Garten um das Gebäude neu. Ihr Motto lautete „All YOU NEED IS NIED".
Begleitet von einer Landschaftsgärtnerin pflanzten sie eifrig frisches Grün, legten Beete an, strichen Zäune, richteten Sitzgelegenheiten und Kommunikationsecken ein. Wie Gemeindereferentin Verena Nitzling erklärte, gehöre die Teilnahme am Projekt zur Vorbereitung auf die Firmung und sei sorgfältig gemeinsam geplant worden: „Unter anderem haben wir bei Unternehmen und Firmen im Stadtteil um Unterstützung angefragt und neben Pflanzen, Erde und Steinen zum Beispiel Gartentische und 30 Stühle als Spende erhalten", freut sich Nitzling. Darüber hinaus beteiligten sich auch Bäcker, Metzger, Getränkehändler und andere Geschäftsleute aus den Stadtteilen Nied und Griesheim, indem sie die Jugendlichen während der Aktion mit Speisen und Getränken versorgten.
"Eine Hand hält die andere"
Jennifer Kolodziej gefällt die Erfahrung, einmal richtig körperlich zu arbeiten: "Es ist wichtig, nicht nur herumzusitzen, sondern einander zu helfen. So etwas braucht die Gesellschaft", weiß die 17-Jährige. Melanie Gotzmann sieht das ganz ähnlich: "Zur Firmvorbereitung gehört einfach ein soziales Projekt dazu", findet die 15-Jährige und ergänzt: "Die Frauen hier sollen sich wohlfühlen und es ist schön, dass wir etwas dazu beitragen können." Auch die Gruppe, betont das Mädchen, habe von der Aktion und den intensiven Vorbereitungen profitiert: "Die Gemeinschaft ist richtig zusammengewachsen." Das gemeinsame Motto laute nun: "Eine Hand hält die andere."
Die Leiterin des Zentrums für Frauen, Karin Kühn, zeigt sich vom Engagement der Jugendlichen begeistert: "Es ist beeindruckend zu sehen, wie sich junge Menschen für andere einsetzen, die auf Unterstützung angewiesen sind. Solche Zeichen der Solidarität machen Mut. Dafür danken wir sehr herzlich." Das Zentrum für Frauen am Alfred-Brehm-Platz wird getragen von der Diakonie Frankfurt am Main und vereint vier qualifizierte Angebote unter einem Dach: Lilith - Wohnen für Frauen, eine Soziale Beratungsstelle, den Tagestreff 17 Ost sowie TAMARA - Beratung und Hilfe für Prostituierte. Auch über die Frankfurter Stadtgrenzen hinaus gibt es keine vergleichbare Einrichtung mit einem derart breiten Spektrum an Unterstützung für Frauen in schwierigen Lebenssituationen.
Engagement - Kreativität - Einfallsreichtum
Im Zuge der mit gut 100.000 Teilnehmenden äußerst erfolgreich verlaufenen Sozialaktion "72 Stunden - uns schickt der Himmel" realisierten katholische Jugendgruppen in insgesamt sieben Bundesländern und 14 Diözesen vom 7. Bis 10. Mai ein soziales, interkulturelles, ökologisches oder politisches Projekt und setzen sich so für die Anliegen von Menschen in ihren Heimatorten ein. Engagement, Kreativität und Einfallsreichtum standen dabei im Mittelpunkt, ganz gleich ob es um Computerkurse für Senioren, Spielangebote für Kinder oder die Umgestaltung von öffentlichen Plätzen ging. Unterstützt wurde die Aktion auch von öffentlich-rechtlichen Rundfunksendern wie dem "Aktionsradio HR 3", die immer wieder über den Verlauf der Aktivitäten berichteten.
[Carla Diehl]
Müttergenesungswerk
"Da ist plötzlich wieder viel Kraft in mir..."
Bei einem Empfang der Müttergenesung im Museum Giersch standen Mütter mit ihren (Lebens-) Geschichten im Mittelpunkt / OB Dr. Roth wirbt für wichtige Form von Bürgerengagement.
"Von der Müttergenesung habe ich Hilfe erfahren, wie ich sie bisher nicht kannte." Susanne D. bringt auf den Punkt, was zahlreiche Frauen Jahr für Jahr erleben. Als eine von fünf Müttern berichtete sie am 30. April im Museum Giersch von ihren Erfahrungen während einer Mutter-Kind-Kur. Eingeladen hatte die Ehrenvorsitzende des Ehrenausschusses für Müttergenesung, Oberbürgermeisterin Dr. Petra Roth, um aus Anlass der beginnenden Sammelaktion 2009 allen bisherigen Spendern und Unterstützern zu danken. "Ihr Einsatz hilft nicht nur Müttern, sondern es geht um das Wohl von Familien, nicht zuletzt von Kindern", betonte sie. Wie Marianne Adler von der Müttergenesung Frankfurt bekräftigte, seien zahlreiche Angebote nur durch das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern möglich. So zeige sich bei der Arbeit mit Müttern unter anderem, dass immer mehr junge Familien von Armut betroffen seien. "Gerade während einer Kur wird vieles offensichtlich, was im stressigen Alltag allzu leicht untergeht", berichtet Adler. Da fehle es einer Mutter an einer warmen Winterjacke, eine andere sei nicht in der Lage, ihrer Tochter ein geeignetes Paar Jogging-Schuhe oder einen Turnanzug zu kaufen. "Dank der Unterstützer kann Müttergenesung auch hier gezielt helfen, zum Beispiel mit einem kleinen Taschengeld." Wichtig sei nicht zuletzt, Müttern Wertschätzung entgegenzubringen, die Tag für Tag einen wichtigen Dienst an ihren Familien und somit an der gesamten Gesellschaft leisteten.
Ein Licht im Dunkel der Odyssee
Susanne D. kann das bestätigen. In einer Kureinrichtung an der Ostsee hat sie sich selbst ein Bild machen können, wie nötig solche Hilfen für zahlreiche Mütter sind. Ihre eigene Mutter-Kind-Kur bezeichnet sie als "Licht nach langem Dunkel". Hautkrebs – so lautete vor fünf Jahren die niederschmetternde Diagnose für die Mutter von zwei Kindern. Doch das war längst nicht alles, denn nach Operation und Reha folgten neue Hiobsbotschaften: Die Schwester erkrankte an Brustkrebs und einige Monate später stürzte Susanne D.s Vater schwer. Sechs Monate lag er auf der Intensivstation, musste künstlich beatmet werden. Trotz ihrer eigenen Interferon-Behandlung pendelte Susanne D. täglich zwischen den Krankenhäusern und ihrer Wohnung, ihre Tochter verbrachte etliche Stunden in Wartezimmern oder bei Pförtnern. "Ich hatte ein sehr schlechtes Gewissen gegenüber meiner Familie und mir selbst", erinnert sich die Frau, für die wenig später der "totale Zusammenbruch" folgte, nachdem erst ihr Vater und ein halbes Jahr später auch ihre Schwester verstarb. Auf Empfehlung einer Freundin rief sie schließlich bei der Beratungsstelle für Mütter- und Mutter-Kind-Kuren der Diakonie an und bat um Unterstützung. "Sehr schnell konnte ich eine Kur in Grömitz antreten, bei der ich auch psychologische Unterstützung in Anspruch nahm." Nach drei Wochen habe sie sich wieder "richtig gut" gefühlt. "Und auch mein Kind lebte während der Kur total auf." Yvonne P. wiederum profitierte nach mehreren Klinikaufenthalten und einer Bandscheibenoperation vom gezielten Sportprogramm während ihrer Mutter-Kind-Kur. "Bei der Müttergenesung erfuhr ich unbürokratische Hilfe und tatkräftige Unterstützung. Das hat mir große Zuversicht gegeben", erklärt die alleinerziehende Mutter von Zwillingen.
Junge Menschen für Engagement gewinnen
Oberbürgermeisterin Dr. Petra Roth stellte den Wert von Müttergenesung für die gesamte Gesellschaft heraus: "Der doppelte Druck durch die Sorge für die Familie und das Funktionieren-Müssen im Job bringt für viele Frauen eine hochgradige Belastung im körperlichen wie im psychischen Bereich mit sich." Knapp 60 Jahre nach ihrer Gründung stehe die Müttergenesung vor großen Herausforderungen und nehme entscheidende Verantwortung für die Entwicklung der Familien wahr: "Wir brauchen auch heute junge Menschen, die sich für Müttergenesung engagieren, weil sie spüren, dass es mehr gibt als Job und Karriere, nämlich Zuwendung und Zeit für Andere", forderte die OB. Der Leiter der Diakonie Frankfurt am Main, Dr. Michael Frase, ehrte in diesem Kontext Gretel Weiß und Waltraude Schäfer für mehr als zehn sowie Walter Paschold für über zwanzig Jahre ehrenamtliches Engagement. Zudem gedachte er Kitty Ambrosius, die am 12. April im Alter von 94 Jahren verstarb. Im Jahre 1951 hatte sie den ersten Ehrenausschuss gegründet und fungierte über 40 Jahre als dessen Vorsitzende. "Sie hat die Müttergenesung nicht nur geprägt, sondern stand mit ihrer Person für die engagierte Arbeit in Frankfurt." Es sei etwas ganz besonderes, dass in der Mainmetropole vier Wohlfahrtsverbände in so enger Weise kooperierten, bekräftigte Frase und verwies auf die Struktur des Ortsauschusses, der von Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Deutschem Roten Kreuz und Diakonie gemeinsam getragen wird. "In Zeiten, in denen sich Gesellschaft rasant entwickelt, ist es die Aufgabe von Müttergenesung, immer wieder neue Perspektiven für Mütter zu entwickeln und ihre berechtigten Interessen zu vertreten." Als beispielhaft bezeichnete Frase die umfassenden Nachsorgeangebote, von denen auch Susanne D. profitierte: "Am Ende der Kur dachte ich mit Schrecken an den Alltag, doch dann wurde ich hervorragend aufgefangen. Es ist schön zu wissen, dass ich mich auch heute an Frau Lebéus von der Nachsorge wenden kann, wenn ich Unterstützung brauche", freut sie sich und resümiert: "Dank Müttergenesung kann ich heute wieder positiv in die Zukunft blicken."
Dank Müttergenesung "die Kurve gekriegt"
Astrid H. weiß ganz ähnliches zu berichten: "Ich war ein klassischer Burn-Out-Fall", erinnert sich die Mutter von drei Kindern. Die Doppelbelastung von Familie und Beruf habe sie lange Zeit kompensieren können. Doch als sich ihre Arbeit "verdreifachte", nachdem Kolleginnen im Zuge der Wirtschaftskrise freigestellt wurden, geriet sie immer tiefer in den Strudel. "Ich konnte nicht Nein sagen und irgendwann ging dann gar nichts mehr." Während einer Mutter-Kind-Kur lernte sie, sich selbst Grenzen zu setzen und eine sinnvolle Balance zwischen Arbeit und Familienleben anzustreben. "Durch die Kur habe ich gerade noch die Kurve gekriegt", bekräftigt die Frau, die nun an einer beruflichen Wiedereingliederungsmaßnahme ihres Arbeitgebers teilnimmt. "Ganz viel Kraft" spürt auch Richterin Clementine E. wieder in sich. Bereits zwei Mutter-Kind-Kuren hat sie mit ihrer Tochter absolviert, die eine Leber- und eine Nierentransplantation über sich ergehen lassen musste. "Die Zeit war für die ganze Familie ein echter Horror", blickt sie zurück. Dass ihre Tochter entgegen aller medizinischer Prognosen nun eine reguläre Schule besucht und auch im Sportunterricht zu den besten zählt, schreibt Clementine E. wesentlich den ganzheitlichen Angeboten der Müttergenesung zu. "Sie brachten ein Ausmaß an Erleichterung mit sich, dass sich kaum beschrieben lässt." Nun möchte sie etwas davon zurückgeben und plant, sich ehrenamtlich für die Müttergenesung zu engagieren. Wie eine Mutter Kind-Kur ganz neue Interessen und Talente wecken kann, machte Birgit A. deutlich, die im Museum Giersch mit einer Duett-Partnerin für musikalische Höhepunkte sorgte. Im Rahmen einer Asthma-Therapie entdeckte sie vor drei Jahren auf einer Mutter-Kind-Kur das Querflöte-Spielen. "Dieses Hobby gibt mir heute viel Kraft für den Alltag", betont sie und ergänzt: "Ich möchte anderen Frauen Mut machen, zu einer Beratungsstelle der Müttergenesung zu gehen und gezielt etwas für sich und ihre Familie zu tun."
[Jörn Dietze]
Kirche am Flughafen
Jugendliche erkunden soziales Netz im global village Flughafen
Auf Einladung von Kirche am Flughafen verbringen Konfirmandinnen und Konfirmanden einen ungewöhnlichen Tag am größten Airport Deutschlands
„Wer kam eigentlich auf die Idee, am Flughafen eine Kirche einzurichten?“ Jennys Frage ist typisch für diesen Tag. Zeigt sie doch, wie viel Erstaunliches die Konfirmandinnen und Konfirmanden erleben, die heute den Frankfurter Airport besuchen. Insgesamt 85 aus dem gesamten Umland sind einer Einladung von Kirche am Flughafen gefolgt und verbringen Stunden, die ihnen sicher noch lange in Erinnerung bleiben werden. Auch eine Gruppe aus Hofheim-Lorsbach ist dabei. Pfarrerin Kerstin Krause hat sie gezielt vorbereitet: "Unter anderem hat eine Flugbegleiterin im Konfirmandenunterricht von ihrer Arbeit erzählt und wir haben den Film ‚Terminal' mit Tom Hanks geschaut." Mit dem Tag am Flughafen möchte Krause den Jugendlichen zeigen, "dass Kirche an vielen Orten in unserer Gesellschaft einen wichtigen Dienst tut." Genau das ist auch das Ansinnen von Flughafen-Pfarrerin Ulrike Johanns und Vikar Felipe Blanco Wißmann, die den Projekttag organisieren: "Wir wollen auch deutlich machen, dass Kirche unmittelbar mit der Arbeitswelt der Menschen verknüpft ist", betonen sie einmütig, während die Konfirmanden und ihre Begleiter einer nach dem anderen von Security-Leuten abgescannt werden. Bei der anschließenden Vorfeld-Rundfahrt nämlich geht es ganz nah an den riesigen Jumbos vorbei. Von der Führerin lernen die Jungen und Mädchen unter anderem, dass in Frankfurt jährlich 54 Millionen Passagiere starten und landen, 2,1 Millionen Tonnen Fracht umgeschlagen werden, ein 40 Kilometer langes unterirdisches Netz aus Kerosinleitungen das Betanken der Flugzeuge sicherstellt und der Catering-Service der Lufthansa täglich rund 80.000 Essen an die Airlines ausliefert. Dröhnende Jets, die in immer wieder in unmittelbarer Nähe des Busses starten und landen, sorgen nicht nur bei den technikbegeisterten Jugendlichen, sondern auch bei vielen Erwachsenen für offene Münder und hektisches Suchen nach der besten Fotoposition.
Als Kirche präsent sein
Und was hat das alles mit der Kirche zu tun? Dieser Frage sind die Jugendlichen bereits am Vormittag auf den Grund gegangen, als sie mit Flughafenpfarrerin Ulrike Johanns über die umfangreiche Arbeit von "Kirche am Flughafen" sprachen, einem Arbeitsbereich der Diakonie des Evangelischen Regionalverbandes Frankfurt am Main. "Wir sind Anlaufstelle für Reisende, Flughafenbesucher und -beschäftigte", betont Johanns. Schließlich sei der Airport auch Arbeitsplatz für rund 70.000 Menschen unterschiedlichster Nationalitäten und Berufe - rund um die Uhr. "Die Flughafen-Seelsorge lädt ein zu Gottesdiensten und Veranstaltungen unter anderem in zwei Flughafen-Kapellen." Für Menschen, die in eine Notlage geraten sind, engagiere sich der Kirchliche Sozialdienst für Passagiere mit schnellen unbürokratischen Hilfen. "Das Team", so die Pfarrerin, "steht Menschen in psychisch bedrängten Lebenslagen bei, vermittelt Ansprechpartner, beschafft Unterkunft und organisiert Hilfe für Reisende, die zum Beispiel Opfer eines Diebstahls geworden sind". Gebannt lauschen die Jugendlichen auch Johanns Berichten vom Kirchlichen Flüchtlingsdienst, der Asylsuchenden Verfahrensberatung und Seelsorge anbietet, und von der Abschiebungsbeobachtung: "Mitarbeiterinnen von uns sind vor Ort, wenn Flüchtlinge abgeschoben werden. Ihre Beobachtungen werden dann in Zusammenarbeit mit der Bundespolizei und mit Menschenrechtsorganisationen ausgewertet." Mit dem Kirchlichen Sozialdienst hat auch Werner Krieg bereits zusammengearbeitet "Er ist eine enorm wichtige Einrichtung", betont der Pfarrer aus Bad Vilbel-Massenheim. Ein Grund für ihn, sich mit 17 Konfirmandinnen und Konfirmanden für den Projekttag anzumelden :"Es ist wichtig, dass Jugendliche wissen, wo Kirche heute überall präsent ist".
Zusammenarbeit ist Trumpf
Für Alisha ist genau das etwas "ganz Neues und Überraschendes". Nadine hingegen hatte schon einmal gehört, dass es Kirche am Flughafen gibt, sich die Arbeit aber vollkommen anders vorgestellt: "Ich hätte nie gedacht, dass die Kirche hier so mitmischt und mit so vielen Einrichtungen zusammenarbeitet." Und exakt davon können sich die Jugendlichen am Nachmittag selbst ein Bild machen. Denn auf dem Programm stehen Begegnungen mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Berufsgruppen am Airport: Mitarbeitende der Fraport AG, der Bundespolizei und des Passagier-Betreuungsdienstes FraCare Services berichten von ihrer Tätigkeit und ihrer Zusammenarbeit mit "Kirche am Flughafen". Und so sitzen 15 Mädchen und Jungen dann auch in einem Zimmer, in dem allein reisende Kinder vor, zwischen oder nach Lufthansa-Flügen betreut werden. 50.000 seien es pro Jahr, erklärt die Operative Leiterin von FraCare Services, Astrid Holstein. Gerade ist ein zwölfjähriger Junge gekommen, der aus der Pfalz zu seinen Verwandten nach Dublin reist. Ein Mitarbeiter bringt ihn zu seinem Flug, übergibt ihn persönlich an die Crew. "Morgen wird der Raum hier voll sein, denn in Hessen beginnen die Osterferien", betont Holstein und berichtet den beeindruckten Konfirmanden, dass in Stoßzeiten über 750 Kinder an einem Tag von Lufthansa betreut werden. Doch der Service, welcher die Eltern bei Flügen innerhalb Europas lediglich 40 Euro kostet, sei nicht das einzige Angebot des vor einem Jahr von Lufthansa und Flughafenbetreiber Fraport AG gegründeten Unternehmens FraCare Services.
Freude und Trauer dicht beieinander
"Etwa 80 Prozent unserer Arbeit besteht darin, hilfsbedürftige Fluggäste zum Beispiel mit körperlichen Einschränkungen oder Krankheiten zu betreuen", so Holstein. Dazu nutzen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter neben Rollstühlen unter anderem die kleinen Elektrofahrzeuge, die einigen Konfirmandinnen und Konfirmanden bei vorherigen Flughafenbesuchen bereits aufgefallen waren. Holstein verweist auf eine EU-Richtlinie, die seit letztem Sommer besteht: "Die Flughafenbetreiber und Airlines sind verpflichtet, sich um solche Fluggäste zu kümmern. Dabei dürfen den Betroffenen keine extra Kosten entstehen." Kirche am Flughafen spiele als Kooperationspartner dabei eine entscheidende Rolle. Zum Beispiel, wenn Menschen in Notlagen gerieten, orientierungslos seien oder die Verwandten nicht zum Abholen erschienen. "Der Betreuungsdienst ist verpflichtet, Gäste bis ans Taxi zu begleiten. Was aber ist, wenn sie kein Geld haben oder überhaupt nicht wissen, wo sie hinfahren müssen?" Dann, betont Johanns, werde der Kirchliche Sozialdienst für Passagiere ebenso aktiv wie etwa bei Problemen mit der Einreise. "Passagiere, denen zum Beispiel das Visum fehlt, würden lange im Transitbereich festsitzen, wenn nicht der Kirchliche Sozialdienst intensiv nach einer Lösung suchen würde", bekräftigt Holstein. Dabei, ergänzt Johanns, arbeite man Hand in Hand mit Behörden und Ämtern. Nicht selten spielten sich ausgelassene Freudenszenen ab, etwa wenn sich Familienmitglieder nach langer Zeit und vielen Wirrungen wiederträfen. Das berühre auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. "Gemeinsam sind wir mit unseren Einrichtungen das soziale Netz im global village", resümiert die Pfarrerin und ergänzt: "Der Flughafen ist wie eine Stadt - es gibt Geschäfte, Hotels, Ärzte, Läden und vieles mehr - da ist es selbstverständlich, dass wir als Kirche auch vor Ort sind." Ganz still wird es im Raum, wenn Holstein über Trauerfälle und Unglücke spricht, von denen Reisende oder Kollegen betroffen sind: "In solchen Fällen ist die Flughafenseelsorge unschätzbar wichtig für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - auch wenn es um die Betreuung von Angehörigen geht. Ohne die Pfarrerin wüssten wir da manchmal nicht weiter."
[Abb.: Pfarrerin Ulrike Johanns mit den Konfirmandinnen und Konfirmanden beim Rundgang]
[Jörn Dietze]
Soziale Stadt
Identifikation und Einsatzbereitschaft: Rödelheim-West bewegt sich
Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. präsentiert Quartiersanalyse/Bewohner fühlen sich mit ihrem Viertel verbunden
Rödelheim hat viel Potenzial - so lautet das Fazit einer Quartiersanalyse, die Ludger Stallmann vom Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. (ISS) am Dienstag, 17. März, im Gemeindehaus der Evangelischen Cyriakusgemeinde präsentierte. Grundlage der vom "Frankfurter Programm - Aktive Nachbarschaft" in Auftrag gegebenen Studie für den westlichen Bezirk des Stadtteils sind Befragungen von Bewohnern, Interviews mit lokalen Experten sowie eine Analyse statistischer Daten. "Die Bürgerinnen und Bürger haben großes Interesse an nachbarschaftlichem Zusammenleben und zeigen eine hohe Bereitschaft, sich für ihre Belange zu engagieren", betont Quartiersmanagerin Heike Hecker vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main. Eindrucksvoller Beleg dafür war der sehr gut gefüllte Gemeindesaal, in dem Rödelheimer verschiedenster Generationen und Nationalitäten den Ausführungen Stallmanns lauschten. Dieser verdeutlichte zu Beginn einige Besonderheiten: So ergebe sich durch die "Halbinsellage" des Quartiers zwischen Gewerbegebiet, Nidda und Autobahn sowie die Trennung durch die Bahnlinie quasi eine Vierteilung. Jeder vierte Bewohner sei ausländischer Staatsbürger, baulich gebe es in Rödelheim-West eine "hohe Verdichtung". Für die Stadtteilentwicklung spielten die großen Wohnungsbaugesellschaften daher eine entscheidende Rolle.
Grünflächen, Parkraum und Treffpunkte
Als ein für die Bewohnerinnen und Bewohner zentrales Thema nannte Stallmann die einheitliche Sanierung aller Wohngebäude. Insgesamt gehe es um ein freundlicheres Erscheinungsbild des Quartiers. So wurde in zahlreichen Interviews mangelnde Sauberkeit der Grünflächen beklagt und eine intensivere Pflege, Sitzgelegenheiten sowie mehr Sicherheit durch verbesserte Beleuchtung gefordert. Auch die Unterführung am Bahnhof sei zu dreckig und zu unsicher. Insgesamt wünschen sich die Bewohnerinnen und Bewohner von Rödelheim-West mehr Treffpunkte und Kontaktmöglichkeiten im Viertel. Weitere Themen: die Parksituation, Angebote für Jugendliche wie etwa ein Jugendhaus, ein Mangel an Hortplätzen, der weitere Umbau des Bolzplatzes am Zentmarkweg sowie Gesprächsrunden für Senioren oder Menschen mit Migrationshintergrund. Von den Befragten vorgeschlagen wurden unter anderem eine Kleiderkammer und ein Second-Hand-Laden im Viertel sowie neue Beratungs- und Hilfsprojekte, beispielsweise zur Berufsfindung.
Ergebnisse machen Mut
Insgesamt bescheinigte Stallmann den Bewohnern von Rödelheim-West ein großes Interesse am "sozialen Miteinander": "Die hohe Identifikation mit ihrem Stadtteil zieht sich wie ein Roter Faden durch die gesamte Analyse". Der Leiter des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main, Dr. Michael Frase, hob in diesem Kontext bürgerschaftliches Engagement als einen zentralen Punkt hervor: "Rödelheim-West hat vieles an Potenzialen zu bieten. Diese Schätze gilt es zu heben". Ziel des Quartiersmanagements sei, Beteiligungsmöglichkeiten zu schaffen, die Belange der Bürger zu fördern und Dinge in Bewegung zu bringen. "Die Quartiersanalyse ist dafür ein wichtiger Schritt. Und die Ergebnisse machen Mut, weitere Schritte zu wagen."
Diakonie "bewährter Partner"
Mit dem "Frankfurter Programm - Aktive Nachbarschaft" möchte die Stadt Frankfurt am Main die Lebensbedingungen in Stadtvierteln verbessern und das Miteinander - auch von unterschiedlichen Kulturen - stärken. Dabei kooperiert sie eng mit verschiedenen Trägern sozialer Arbeit. Nachdem das Diakonische Werk für Frankfurt am Main bereits in der Karl-Kirchner-Siedlung in Frankfurt Preungesheim erfolgreich beteiligt war, übernahm es vor vier Jahren die Trägerschaft in der Nordweststadt und im Sommer 2008 auch in Rödelheim-West. Die Dezernentin für Soziales, Senioren, Jugend und Sport, Prof. Dr. Daniela Birkenfeld, dankte der Diakonie ausdrücklich dafür: "Ich freue mich, dass ein bewährter Partner der Stadt Frankfurt am Main sein großes Knowhow hier einbringt". Ziel sei, die Lebensqualität weiter so zu verbessern, dass Bewohnerinnen und Bewohner jeder Generation und Herkunft sich in Rödelheim zu Hause fühlten, betonte Birkenfeld. Dabei lobte sie die gute Vernetzung im Stadtteil: "Vereine, Arbeitsgemeinschaften, Kirchen, Schulen, Eltern und Ortsbeirat arbeiten hervorragend mit dem Quartiersmanagement zusammen." Als Beispiel stellte sie das Engagement für den Bolzplatz am Zentmarkweg heraus, das in eine gemeinsame Arbeitsgemeinschaft mündete, die bereits einiges auf den Weg gebracht habe.
Viele Planungen bereits konkret
Auch Ortsvorsteher Christian Wernet begrüßte das Engagement: "Es geht darum, den Stadtteil lebens- und liebenswerter zu gestalten. In dieser Hinsicht hat die Quartiersmanagerin bereits Sichtbares und Achtbares geleistet." Hecker selbst sagte, es gelte nun "zügig die nächsten Aufgaben anzupacken" und stellte ausgewählte Projekte für 2009 vor, die sich aus der Quartiersanalyse ergeben. So werde die Erneuerung des Bolzplatzes am Zentmarkweg weiter fortgesetzt. "Dazu sollen unter anderem Übungsleiter aus dem Ausbildungsprojekt der Werkstatt Frankfurt an zwei Nachmittagen Ballsportgruppen anbieten". Um das Thema "Grünanlagen" aufzugreifen, suche man unter anderem Baum- und Blumenpaten für die Bepflanzung und Verschönerung der "Baumscheiben". Das im August 2008 eröffnete Nachbarschaftsbüro in der Westerbachstraße 29 werde als Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger bereits gut angenommen. Zu Heckers aktuellen Planungen gehören weiterhin Straßen- und Nachbarschaftsfeste, ein Tag des Vorlesens und ein Netzwerk von Ehrenamtlichen. Um "Begegnungen unter Nachbarn" zu intensivieren soll es zudem ein monatliches Stadtteilfrühstück sowie verstärkt Ausflüge und Unternehmungen für alle Altersgruppen geben.
[Carla Diehl]
Soziale Stadt
Voller Einsatz für den Bolzplatz
Quartiersmanagement der Diakonie greift wichtiges Anliegen junger Rödelheimer auf
Nicht wie gewohnt mit dem Ball am Fuß, sondern mit Sägen, Scheren und Rechen in den Händen, sah man Jungen und Mädchen am Sonntag auf dem Bolzplatz am Zehntmarkweg in Rödelheim. Eifrig beschnitten sie die Sträucher und rodeten das Dickicht, räumten Müll weg. „Jugendliche krempeln die Ärmel hoch“, lautete das Motto einer Aktion, die vom Quartiersmanagement der Diakonie koordiniert wurde, das im Auftrag des städtischen „Frankfurter Programms – Aktive Nachbarschaft“ in Rödelheim-West tätig ist.
Gute Vernetzung setzt Zeichen
„Wir haben ein wichtiges Anliegen der jungen Rödelheimer aufgegriffen“, betont Quartiersmanagerin Heike Hecker, die das Engagement für den Bolzplatz als einen Beleg für die gute Vernetzung im Stadtviertel wertet. Um die Jugendlichen zu unterstützen, gründete sich eine „AG Bolzplatz“, in der Vertreter des RaUm der Evangelischen Cyriakusgemeinde, des Aktivspielplatzes Zentmarkweg sowie des 1. FC Rödelheim mit der Quartiersmanagerin und den Jugendlichen zusammenarbeiten. Die sonntägliche Aktion, so Hecker, sei ein Startschuss. Mit der Übernahme von Eigenverantwortung wolle man ein Zeichen setzen. Schließlich könne sich der Platz durch die Kooperation von Jugendlichen, Ortsbeirat, Grünflächenamt, Quartiersmanagement und dem „Frankfurter Programm – Aktive Nachbarschaft“ im Laufe des Jahres in einen vorbildlichen Bolzplatz verwandeln. Unter anderem wünschen sich die Jugendlichen einen geeigneten Bodenbelag, neue Tore und lärmgedämmte Ballfangzäune, damit auch die Lärmbelästigung für die Nachbarn verringert wird.
„Hochwassergebiet“ mitten im Stadtteil
„Ein zentrales Element ist die Beteiligung und Aktivierung der Bewohnerschaft“, bekräftigt Hecker. So hatten einige Jugendliche zuvor bereits mit einem Brief bei den unmittelbaren Nachbarn um Verständnis und Unterstützung geworben. Darin schreiben sie unter anderem, dass sich der Fußballplatz in einem miserablen Zustand befinde. „Diese Verwilderung ist bereits so weit fortgeschritten, dass dieser Platz bei Trockenheit einem Acker und bei Regen einem Hochwassergebiet ähnelt“, heißt es. Am Donnerstag letzter Woche dann luden Jugendliche aus der Siedlung Zentmarkweg alle, die an der Verbesserung des Bolzplatzes interessiert sind, zu einem Treffen ein. Nachdem die Quartiersmanagerin auf der gut besuchten Versammlung ausführlich über den Planungsstand informiert hatte, wurden die Verabredungen für die Aktion getroffen.
Vom Engagement begeistert
Die startete dann am Sonntag pünktlich um 10.30 Uhr unter der Leitung von Heike Hecker und Heiko Lüßmann von der Jugendeinrichtung RaUm der Evangelischen Cyriakusgemeinde. Ungeachtet der winterlichen Temperaturen begannen die Jugendlichen mit der der Rodung des Sträucher-Dickichts rund um den Bolzplatz gemäß der Planungen des Grünflächenamtes. „Obwohl der ein oder andere Aktive seinen Platz an der Baumsäge aufgeben musste, um etwa seinen Einsatz beim Fußballspiel nicht zu verpassen, gab es bis zum erfolgreichen Ende immer genug Nachrücker. Bereits gegen 14.00 Uhr war der Auftrag erledigt, insgesamt haben sich über 40 Jugendliche beteiligt“, zeigt sich die Quartiersmanagerin vom Engagement begeistert.
Lebensbedingungen verbessern – Miteinander stärken
Mit dem kommunalen Programm „Frankfurter Programm – Aktive Nachbarschaft“ möchte die Stadt Frankfurt die Lebensbedingungen in Quartieren verbessern und das Miteinander - auch von unterschiedlichen Kulturen - stärken. Dabei kooperiert sie eng mit verschiedenen Trägern sozialer Arbeit. Nachdem das Diakonische Werk für Frankfurt am Main bereits in der Karl-Kirchner-Siedlung in Preungesheim erfolgreich beteiligt war, übernahm es vor vier Jahren die Trägerschaft in der Nordweststadt und im Sommer 2008 in Rödelheim-West.
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main
Dramatische Lebensgeschichten und Schicksale
2. Jahresbericht der Abschiebungsbeobachtung am Frankfurter Flughafen
Dramatische Lebensgeschichten und Schicksale verbergen sich hinter der Abschiebung von Flüchtlingen und Asylbewerbern am Frankfurter Flughafen. Das bestätigt der zweite Jahresbericht 2007/2008, den die Abschiebungsbeobachterinnen der katholischen und evangelischen Kirche am Frankfurter Flughafen jetzt vorgelegt haben. Im Jahr 2007 wurden 4500 Menschen abgeschoben, 25 % weniger als im Vorjahr. Rund 300 Abschiebungen wurden im Berichtsjahr von den Abschiebungsbeobachterinnen begleitet.
Seit 2006 finanzieren die katholische und die evangelische Kirche mit Unterstützung der UNO Flüchtlingshilfe e.V. eine Abschiebungsbeobachtung. Sie hat das Ziel, für Transparenz im Verfahren von Abschiebungen herzustellen und humanitäre Ansprüche zu gewährleisten. Unterstützt und begleitet wird diese Aufgabe von einem Forum, dessen Vertreter von Kirchen, Bundespolizei, Pro Asyl, amnesty international und vom hessischen Flüchtlingsrat ernannt sind. Dabei hat sich die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Bundespolizei, die in den vergangenen zwei Jahren aufgebaut wurde, selbst bei kontroversen Auffassungen bewährt. Die Träger bedauern allerdings, dass das Innenministerium im Forum Abschiebebeobachtung noch immer nicht vertreten ist. Diese Mitwirkung wird als dringend notwendig erachtet.
Der Jahresbericht gibt Einblick in zahlreiche Schicksale. Jeder der geschilderten Vorgänge begründet die Notwendigkeit der Abschiebungsbeobachtung. Warum fällt die serbische Familie, die seit Jahren hier lebt, ein Einkommen besitzt und nicht straffällig geworden ist, nicht unter die Bleiberechtsregelung und wird abgeschoben? Wieso wird die Abschiebung eines jungen Chinesen vollzogen, obwohl er das Sorgerecht für seine beiden Kinder mit deutschem Pass besitzt? Besonders problematisch waren: Trennungen von Familien, Abschiebung nach langjährigem Aufenthalt, Kranke mit Arztbegleitung und Menschen, bei denen Abschiebungen gescheitert sind. Stresssituationen sind programmiert und erfordern hohe Sensibilität aller Beteiligten. Vermehrt bitten Flüchtlingsinitiativen oder Anwälte darum, eine Abschiebung zu beobachten. Besonders aufmerksam werden auch Abschiebungen in Krisenregionen wie Afghanistan, Irak und Sri Lanka beobachtet.
Der Bericht ist zu beziehen bei: Dezernat-caritas@bistumlimburg.de
Kontakt: Bischöfliches Ordinariat, Dezernat Caritas: 06431-295340
Kontakt: Ulrike Johanns, Arbeitsbereichsleiterin Kirche am Flughafen, Telefon 069/69071991
und Download unter: Jahresbericht_Abschiebungsbeobachtung_Frankfurt_2007-2008.pdf
Weißfrauen Diakoniekirche
Brunch für Menschen ohne Wohnung
Fünf-Sterne-Frühstück des Le Meridien Parkhotels
Ein Fünf-Sterne-Frühstück servierten 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Le Meridien Parkhotels am Samstag, dem 29. November 2008, in der Weißfrauen Diakoniekirche und machten somit 120 Gästen aus dem Bahnhofsviertel eine große Freude. "Ein Brunch für Menschen ohne Wohnung wie im Grand Hotel", das war die Idee von Hotelmanager Jan Willem Roenhorst und seinem Team für den diesjährigen Community Day.
[Foto: Oliver Tamangini]
Weißfrauen Diakoniekirche
Henning Scherf liest aus seinem anregenden und mitreißenden Buch „Grau ist bunt - was im Alter möglich ist“
Autorenlesung in der Weißfrauen Diakoniekirche Frankfurt
Henning Scherf hat sich wie wenige andere mit diesen Fragen auseinandergesetzt. Er erzählt in diesem Buch davon, wie seine Großeltern und seine Eltern alt geworden sind und wie er selbst alt werden will. Der großen Angst vor dem eigenen Altern und der Panik vor einer immer älter werdenden Republik stellt er ein ganz neues Altersbild entgegen. Und eine alternative Lebensform, die er selber in seiner Alters-WG praktiziert. Er ist überzeugt: Wir müssen die Trennung zwischen Alt und Jung aufheben, die starre Abfolge von Ausbildung – Arbeit – Ruhestand auflösen und Vereinsamung verhindern. Wir müssen zu einem neuen Miteinander finden, aber auch die eigene Sterblichkeit akzeptieren. Die Veränderungen, die sich durch das Altern ergeben, bergen viele neue Chancen. In seinem ebenso persönlichen wie politischen Buch zeigt Henning Scherf, wie wir sie nutzen können.
Henning Scherf (69) war bis 2005 Bürgermeister von Bremen. Er lebt mit seiner Frau Luise in der wohl berühmtesten Wohngemeinschaft Deutschlands.
Statt Eintrittsgeld werden Spenden erbeten für das Kulturzentrum „Haus der Drei Welten“ in Frankfurts Partnerstadt Granada - Nicaragua
Mittwoch, den 17. September 2008 um 16 Uhr
Weißfrauen Diakoniekirche Frankfurt
Gutleut- Ecke Weserstraße
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main
„Evangelische Hauskrankenpflege hat Zukunft“
Diakoniestationen gGmbH feierte „10 Jahre Dienst im Sinne Christi als gemeinnützige GmbH“ / Urkunde für Zertifizierung nach DIN-EN-ISO-9001 überreicht
Doppelten Grund zum Feiern hatte am Freitag, dem 15. August, die Diakoniestationen gGmbH. Denn neben dem 10-jährigen Jubiläum stand bei einer Festveranstaltung im Evangelischen Pflegezentrum in der Battonnstraße die Zertifizierung nach DIN-EN-ISO-9001 im Focus. Rainer Trost vom TÜV Saarland überreichte die Zertifizierungsurkunde an Geschäftsführer Helmut Ulrich, der auf den intensiven Qualitätsmanagement-Prozess in der Einrichtung verweist: „Um Qualität tatsächlich zu sichern und auszubauen, bedarf es einer regelmäßigen Überprüfung der eigenen Arbeit. Das geschieht einerseits durch obligatorische Pflegevisiten und andererseits über ein effizientes Beschwerdemanagement“. In die Qualitätsentwicklung seien alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktiv einbezogen. „Unter anderem wirken sie bei der Festlegung der unternehmensspezifischen Standards mit und werden regelmäßig fortgebildet.“
Die Vorstandsvorsitzende des Evangelischen Regionalverbandes, Pfarrerin Esther Gebhardt, hob die Bedeutung der ambulanten Krankenpflege für die evangelische Kirche in Frankfurt hervor. Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, insbesondere Pflegedienstleiterin Daniela Höfler-Greiner, dankte sie für das große Engagement. Dr. Michael Frase, Aufsichtsratsvorsitzender und Leiter des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main, nannte die wirtschaftliche Entwicklung der gemeinnützigen GmbH und insbesondere die Entscheidung für das Pflegezentrum in der Battonnstraße eine „Erfolgsgeschichte“. Die Evangelische Hauskrankenpflege habe Zukunft, betonten sowohl er als auch Gebhardt.
Grußworte zum Jubiläum, das unter dem Motto „2000 Jahre im Dienste Christi – 10 Jahre als gemeinnützige GmbH” stand, sprachen auch die Vorsitzende des Diakonieausschusses der Regionalversammlung und langjährige Vorsitzende des Beirates der Diakoniestation Dornbusch, Oda Düttmann sowie Pfarrer Martin Barschke, Projektleiter Zukunftssicherung der Diakoniestationen beim Diakonischen Werk in Hessen und Nassau. Torsten Dietz, Kraftfahrzeughändler aus Karben und langjähriger Geschäftspartner der Diakonie, überreichte einen Scheck über 1.000 Euro an die Einrichtung, die bereits kurz nach Gründung der gGmbH mit dem Qualitätsmanagement begann: Unternehmensstrukturen und Abläufe wurden systematisch auf Effektivität und Effizienz geprüft und angepasst, um so Qualität kontinuierlich zu verbessern. Eine wichtige Voraussetzung, so Ulrich, seien Fachkräfte. „Bei uns haben 2 von 3 Mitarbeitern eine qualifizierte Ausbildung, etwa als Krankenschwester oder Altenpfleger“.
Wie der Geschäftsführer weiter ausführte, gehe es darum, den gesamten ambulanten Pflegebetrieb der Evangelischen Hauskrankenpflege sowie die anderen Dienstleistungsbereiche so zu organisieren, dass die Arbeit in jeder Hinsicht transparent und nachvollziehbar sei. „Die gesetzliche Verpflichtung für Ambulante Pflegedienste, ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement nachzuweisen, ist für uns keine lästige Pflicht, vielmehr betrachten wir Qualitätssicherung und -weiterentwicklung als Teil unserer Verantwortung gegenüber Pflegebedürftigen und deren Angehörigen.“ Die Zufriedenheit der Kunden ermittle man unter anderem mit Befragungen.
Für den Samstag hatte die Diakoniestationen gGmbH zu einem Tag der offenen Tür in die Battonnstraße eingeladen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gaben vielfältige Informationen zur Evangelischen Hauskrankenpflege, zum Diakonischen Betreuungsdienst, zu den Projekten „Chronische Wunden“ und „Dementiell und psychisch Erkrankte“ sowie zu den Wohngemeinschaften für dementiell Erkrankte. Bei einem persönlichen Gesundheits-Check ließen zahlreiche Besucherinnen und Besucher Blutzucker- und Blutdruckwerte sowie ihren Body-Mass-Index ermitteln.
[Jörn Dietze]
Kindertagesstätten
Merkel fordert mehr Investitionen in Bildung
Kanzlerin besuchte Kita der Evangelischen Friedensgemeinde in Frankfurt
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am 21. August zum Auftakt ihrer „Bildungsreise“ durch Deutschland die Kindertagesstätte der Evangelischen Friedensgemeinde in Frankfurt am Main (Foto) und die Evangelische Fachhochschule (EFH) in Darmstadt besucht. In der EFH forderte sie mehr Investitionen in Bildung. Besonders in der frühkindlichen Erziehung müssten neue Wege gegangen werden, so Merkel. Eine der Zukunftsfragen betreffe die Qualifizierung der Erzieherinnen und Erzieher.
Bei ihrem Besuch im Kindergarten der Evangelischen Friedensgemeinde appellierte die Kanzlerin an die Länder, gemeinsam Lösungen für Bildungsdefizite zu finden. „Von den Ländern erwarte ich eine kreative Umsetzung der Bildungsziele“, sagte Merkel. Auch der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) bezeichnete die Bildungspolitik als eine der zentralen Zukunftsfragen und begrüßte eine Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern in der Bildungspolitik. „In Zuständigkeitsfragen werden wir aber stur sein“, betonte er. Hessen sei bundesweit Vorreiter mit einem einheitlichen Erziehungsplan von der Geburt bis zum zehnten Lebensjahr.
Eine bessere Qualifikation der Erzieherinnen und Erzieher ziehe aber auch höhere Personalkosten nach sich, gab Koch zu bedenken. „Dann kollabieren alle Kommunen Deutschlands finanziell.“ Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Peter Steinacker stellte ebenfalls die Frage nach der angemessenen Bezahlung besser qualifizierter Pädagogen. „Wir wollen als Kirche unseren Teil dazu beitragen“, kündigte er an.
Merkel hatte zuvor bei ihrem Besuch in dem Frankfurter Kindergarten das dortige Sprachförderprogramm für Kinder gelobt. Das Alter zwischen drei und sechs Jahren sei das „schönste Alter“, in dem man Kinder begeistern könne, zitierte Merkel eine Erzieherin. Kindertagesstätten müssten Eltern in ihre Arbeit einbeziehen, forderte Merkel. Der Beruf der Erzieherin müsse zudem „attraktiver gemacht werden“.
Die Kindertagesstätte der evangelischen Friedensgemeinde zeichnet sich durch die Sprachförderung von Kindern aus Einwandererfamilien aus. Im Rahmen des Projekts „Frühstart“ werden Erzieherinnen fortgebildet, die Kindern Deutsch vermitteln sollen. Mehrsprachige Elternbegleiter beraten Migranten bei der Sprachförderung für ihre Kinder.
Die Informationsreise der Bundeskanzlerin umfasst zwölf Stationen in zehn Bundesländern. Dabei will sich Merkel ein umfassendes Bild vom deutschen Bildungssystem verschaffen. Die Reise mündet am 22. Oktober in einen „Bildungsgipfel“.
[(epd, 26.8.2008)]
Weißfrauen Diakoniekirche
Die Jahressuppe und Ausstellungseröffnung am 20.6.2008
ANDREAS EXNER stellt aus: BITTEDANKE
ANDREAS EXNER stellt aus
Eröffnung am Freitag, 20.06.08, 19.00 Uhr mit einer Einführung von Dr. Burkhard Brunn
In dieser Saison inszeniert der Frankfurter Künstler Andreas Exner unter dem Titel BITTEDANKE fünf Arbeiten aus seinem bisherigen Werkschaffen in der Weißfrauen Diakoniekirche.
Die Arbeiten des deutschen Künstlers Andreas Exner hängen an der Wand genauso wie ein gemaltes Bild. Der Künstler beabsichtigt, dass diese Verbindung vom Betrachter gemacht wird, denn seine Wahl eines ganz alltäglichen Kleidungsstückes, "zugenäht" mit einem ähnlich gefärbten Stück Stoff, kann als eine Intervention in der historischen Flugbahn der monochromen Malerei (Ellsworth Kelly, Richard Tuttle und Blinky Palermo werden alle auf die ein oder andere Art in diesen Arbeiten "zitiert") verstanden werden. Indem er die Malerei von Fragen der Komposition, den Auswüchsen der Subjektivität und dem Unterschied zwischen Farbe und Untergrund sowie dem schwer greifbaren metaphysischen Aspirationen befreit.
Weitere Informationen zu Andreas Exner unter www.andreasexner.net
Ab 20.00 Uhr: Die Jahressuppe
Das philosophische Reisebüro veranstaltet gemeinsam mit la cuisine brute 2008 das kunstinterventionistische Projekt "die Jahressuppe". 366 Tage lang wird in 10 verschiedenen europäischen Ländern eine einzige Suppe von 366 Personen gekocht, obwohl täglich eine andere Suppe serviert wird. Am 12. Februar 2008 begann die Suppe im MAK, Museum für angewandte Kunst, Wien zu kochen. Ab diesem Tag wandert ein Rest der flüssigen Suppe ein Jahr lang täglich von Küche zu Küche, um als Basis für die jeweils nächste Suppe zu dienen.
Am 20. Juni macht die Jahressuppe ihre Station in der Weißfrauen Diakoniekirche – mitten im Frankfurter Bahnhofsviertel.
Weitere Informationen zur Jahressuppe unter www.philosophisches-reisebüro.net
Ausstellungsdauer 20.06.08 bis 29.08.08
Öffnungszeiten Mo bis Fr 12 bis 16 Uhr
Weißfrauen Diakoniekirche
Weser- Ecke Gutleutstraße
Zentrum für Frauen
"Kleider machen Leute" gilt nicht nur für Manager
Mit einer Sammlung von hochwertiger Berufskleidung in zwei Frankfurter Bankhäusern startete am 6. Juni die neue ModeKreativWerkstatt des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main.
Edle Anzüge, seidene Krawatten, chice Kostüme. Was an diesem Freitagvormittag auf den Kleiderstangen im 57. Stock des Frankfurter Messeturmes hängt, würde auf den ersten Blick wohl niemand für das Ergebnis einer Kleidersammlung halten. Doch die Textilien sind "Second Hand" - gespendet von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Investmentbank "Goldman Sachs". "Die Kleidung zum Job" nennt sich ein Projekt, mit dem das Unternehmen gemeinsam mit „Citi" die neue ModeKreativWerkstatt der Frankfurter Diakonie unterstützt. „An zwei Tagen sammeln wir gezielt hochwertige Kleidung für das Berufsleben und haben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ermuntert, wieder einmal ihre Kleiderschränke zu durchforsten", erklärt Janina Boyers von der "Goldman Sachs" Unternehmenskommunikation.
Individuell zugeschnitten
Angesiedelt ist die ModeKreativWerkstatt im Zentrum für Frauen am Alfred-Brehm-Platz, die Zielgruppe jedoch geht weit über die Nutzerinnen der Einrichtung hinaus. Karin Kühn, Leiterin des Zentrums, erklärt die Abläufe: „Ein ,KreativTeam' aus vier Frauen verändert unter professioneller Anleitung einer Maßschneiderin hochwertige Second-Hand-Kleidung kreativ und schneidet sie auf individuelle Bedürfnisse zu.“ Profitieren sollen Frauen und Männer, die für den Beruf angemessene Kleidung benötigen, jedoch keine ausreichenden finanziellen Mittel haben. „Auch für Vorstellungsgespräche und Vorsprachen bei Ämtern und Behörden ist das hochrelevant", so Joachim Otto, Arbeitsbereichsleiter Beschäftigung und Qualifizierung beim Diakonischen Werk für Frankfurt am Main. Das Projekt unterstütze Frauen und Männer, Selbstsicherheit zu gewinnen und motiviere sie, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. "In diesem Kontext arbeitet die ModeKreativWerkstatt begleitend zur Wiedereingliederung in das Berufsleben im Rahmen von Hartz IV- Arbeitsgelegenheiten."
Engagiertes Frauen-Netzwerk
„Die Ideen der Modekreativwerkstatt leben", sagt Heidi Markert begeistert. „Die Leute bekommen nicht irgendetwas in die Hand gedrückt, sondern werden individuell beraten und erhalten ein Kleidungsstück passgenau zugeschnitten." Die Controllerin ist Teil eines Frauen-Netzwerkes bei „Goldman Sachs", das den Kontakt zum Diakonischen Werk für Frankfurt am Main knüpfte und auch „Citi" als Partner gewinnen konnte. „Wir freuen uns, auf diese Weise den Startschuss für ein bisher einzigartiges Projekt geben zu können", bekräftigt Stephanie Kirbach, Director bei „Citi". Janina Boyers weist auf die wichtige Rolle hin, die gute Kleidung für das Selbstvertrauen spielt: „Jeder kennt das: Wenn man gut gekleidet auf die Straße geht, ist das ein ganz anderes Gefühl, als wenn man weiß, dass etwas nicht richtig sitzt." Und das habe schließlich Auswirkungen auf das gesamte Auftreten.
Breite Zielgruppe
Karin Kühn kann das bestätigen: „Kleider machen Leute - das alte Sprichwort gilt heute keinesfalls nur für Manager, sondern in vielen gesellschaftlichen Bereichen mehr denn je." So werde in fast allen beruflichen Kontexten ein gepflegtes Aussehen erwartet oder vorausgesetzt. In den vier Einrichtungen des Zentrums hat Kühn daher einen stark steigenden Bedarf festgestellt – „vor allem bei Frauen, die sich um eine Ausbildung bemühen oder einen Widereinstig in den Beruf anstreben." Doch nicht nur sie werden von dem neuen Angebot profitieren. Eine wichtige Zielgruppe, so Joachim Otto, seien die zurzeit über 200 Frauen und Männer, die durch das Diakonische Werk in gemeinnützige Arbeitsgelegenheiten in kirchlichen und diakonischen Einrichtungen vermittelt werden. „Man darf nicht vergessen, dass heute auch sehr hochqualifizierte Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Und für die Berufe, in die sie wieder einsteigen möchten, benötigen sie Kleidung, die sie mit ihren finanziellen Möglichkeiten oftmals nicht erwerben können."
Ohne Druck Fähigkeiten erproben
Insgesamt, so Otto, werde die ModeKreativWerkstatt unterschiedlichen Bedarfslagen gerecht. Denn auch das KreativTeam profitiere. „Als Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekt hilft die ModeKreativWerkstatt den Frauen beim Wiedereinstieg in das Berufsleben." Sie verpflichten sich, regelmäßig teilzunehmen und erhalten einen Stundensatz von 1 Euro 50. „Auch Frauen mit geringer Belastbarkeit sollen Erfolge erzielen, die motivieren und zu weiteren Entwicklungsschritten ermutigen", betont Karin Kühn und ergänzt: „Die Teilnehmerinnen haben die Möglichkeit, Fähigkeiten und kreatives Potenzial ohne zeitlichen Druck zu entdecken und zu erlernen." Nicht zuletzt solle dies Interesse an einer Weiterqualifizierung im Bereich Textil wecken oder gar dazu motivieren, eine entsprechende Ausbildung zu beginnen.
Hervorragende Resonanz
Mittelfristiges Ziel der Verantwortlichen ist eine Ausweitung des Projekts. So kann sich Otto zum Beispiel eine ganze Modeetage mit Farb- und Stilberatung vorstellen. Zunächst jedoch wolle man den Bedarf genau beobachten. „Wenn wir wissen, welche Kleidungsstücke besonders gefragt sind, können wir bei weiteren Sammlungen gezielt Schwerpunkte setzen", pflichtet Janina Boyers bei. Über die gute Resonanz bereits am frühen Freitagvormittag ist sie ebenso wenig verwundert wie ihre Kollegin Antje Hanisch, die den Kleiderständer gerade um einige Stücke aus ihrem Schrank bereichert: „Wenn man weiß, dass die Kleidung nicht kommerziell vermarktet oder zu Putzlappen verarbeitet wird, ist man auch mal bereit, etwas weiterzugeben, an dem Herz und Erinnerungen hängen", resümiert die „Goldman Sachs"-Stabsmitarbeiterin. Die ModeKreativWerkstatt sei schließlich ein Garant, dass ein hochwertiges Kleidungsstück gezielt dem Menschen zugute komme, der es benötige.
Foto: von links nach rechts: Heidi Markert, Controllerin Goldmann Sachs, Joachim Otto, Diakonie Frankfurt Arbeitsbereichsleiter Beschäftigung und Qualifizierung, Janina Boyers, Kommunikation Goldmann Sachs
Soziale Stadt
Beim „March on Washington” hautnah dabei
Zeitzeugin von Martin Luther King sprach in der Frankfurter Nordweststadt
Gebannt lauschten die Zuhörer in der Frankfurter Nordweststadt am vergangenen Mittwochnachmittag den Ausführungen von Marie Davenport-Schneider, als sie von ihrer Begegnung mit Martin Luther King berichtete. Hautnah hatte sie im Jahre 1963 den „March on Washington“ miterlebt, bei dem Martin Luther King vor dem Lincoln Memorial seine berühmte Rede „I have a Dream – Ich habe einen Traum“ hielt. Das Treffen mit der Zeitzeugin fand im Rahmen einer Kulturwoche anlässlich des 40. Todestages des schwarzen Baptistenpastors und Bürgerrechtlers statt. Organisiert wurde es vom Nachbarschaftsbüro des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main und der Evangelischen Dietrich Bonhoeffer Gemeinde.
Beim „March on Washington“ hatten am 28. August 1963 über 250.000 Menschen friedlich „für Arbeit und Freiheit“ demonstriert - unter ihnen 60.000 Weiße. Mit dem Marsch wollte King in der Hauptstadt für die Probleme der Schwarzen sensibilisieren. Gleichzeitig sollten konservative Politiker zum Einlenken bezüglich einer Gesetzesvorlage bewegt werden, die Präsident Kennedy als Reaktion auf die anhaltenden Demonstrationen für Gleichberechtigung dem US-Kongress vorgelegt hatte. Das Gesetz zur landesweiten Gleichberechtigung von Schwarz und Weiß wurde dann im Folgejahr verabschiedet. Davenport-Schneider bezeichnete den „March on Washington“ als das wichtigste Ereignis in ihrem Leben. Eine Medaille mit dem Konterfei von Martin Luther King aus dieser Zeit trägt sie bis heute um den Hals. Davenport Schneider setzt sich für eine Martin-Luther-King-Gedenkstätte in den USA ein und sammelte dafür auch in der Nordweststadt Spendengelder. Besonders beeindruckt zeigten sich viele Teilnehmer vom Abschluss der Veranstaltung, als sie gemeinsam mit der Zeitzeugin das für die Bürgerrechtsbewegung so wichtige Protestlied „We shall overcome“ anstimmten.
Die Kulturwoche bot vom 1. bis zum 8. Juni eine Vielzahl von Veranstaltungen, Herzstück war eine Ausstellung mit Videoinstallation in einem der Zelte im Martin-Luther-King-Park. Gemeinsam mit seiner Frau Dr. Elisabeth Gebhardt-Jaekel hatte der Künstler Uli Jaekel Fotos und Texte zusammengestellt, die Kings Lebensweg vom Sklavenabkömmling zum angesehenen Pastor nachzeichneten. Das Motto der Kulturwoche “Er kämpfte für Toleranz” prangte während der Zeit auch auf Frankfurter Linienbussen. Organisiert wurde die Kulturwoche vom Nachbarschaftsbüro des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main und zahlreichen Organisationen und Initiativen aus dem Stadtteil.
[Jörn Dietze]
Soziale Stadt
Martin Luther King – auch Vorbild für aktive Nachbarschaft
Eröffnung der Kulturwoche am 1. Juni
Die Stimmgewalt des Gospelchors der Atterburry-Chapel zeigt Wirkung. Von allen Seiten kommen sie herangeeilt: Spaziergänger, Radfahrer, Inline-Skater bleiben stehen, swingen und klatschen mit. Ein Blick auf die Menschenmenge im Martin-Luther-King-Park lässt keinen Zweifel, dass es heute um kulturelle Vielfalt geht. Mit begeisterten und würdevollen Klängen startet eine Woche, die auf ganz unterschiedliche Weise das Leben eines Mannes beleuchtet, der wie kaum ein anderer für Toleranz und Gewaltfreiheit steht: Martin Luther King. „Er ist ein bedeutender Kirchenmann mit einer politischen Botschaft, die uns immer wieder neu bewegt“, betont der Leiter des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main, Dr. Michael Frase, und stellt sogleich aktuellen Bezug her: „Martin Luther King hat es geschafft, Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen – genau darum geht es auch beim Projekt ,Aktive Nachbarschaft’.“ Es gelte, Kings Gedanken auch in der Nordweststadt umzusetzen. „Wertschätzung, Gemeinschaft und Aktivierung sind entscheidende Schlagworte.“






Ein Stadtteil wird aktiv
Mit dem Programm „Aktive Nachbarschaft“ möchte die Stadt Frankfurt am Main die Lebensbedingungen in Stadtvierteln verbessern und das Miteinander – auch von unterschiedlichen Kulturen - stärken. Dabei kooperiert sie eng mit verschiedenen Trägern sozialer Arbeit. „Wir verstehen uns als Institution, die das Leben im Stadtteil aktiviert“, erklärt Annette Püntmann, Quartiersmanagerin im Nachbarschaftsbüro. Nachdem sie in der Karl-Kirchner-Siedlung in Frankfurt Preungesheim bereits erfolgreich am Projekt „Soziale Stadt – Neue Nachbarschaften“ beteiligt war, übernahm die Diakonie vor drei Jahren die Trägerschaft in der Nordweststadt, wo in den letzten Jahrzehnten einschneidende Veränderungen stattfanden: So hatte der Anteil der Bewohner mit ausländischer Staatsangehörigkeit 1970 lediglich drei Prozent betragen, während er 1996 bereits auf ein Viertel angewachsen war. Das Quartiersmanagement arbeitet präventiv, fördert integrative Projekte und bildet Bewohnerinnen und Bewohner zu Nachbarschaftsvermittlern aus, die in Konfliktfällen als Mediatoren zur Verfügung stehen. Insgesamt gehe es darum, Menschen anzustoßen, sich kennen zu lernen und aufeinander zuzugehen, so Püntmann. Wie gut ihr das bereits gelungen ist, verdeutlicht die Kulturwoche, an der sich eine Vielzahl an Organisationen und Initiativen beteiligt: So sorgt der „Internationale Verein für Kinder und ihre Familien“ bei der Eröffnung für kulinarische Genüsse. Am Montag dann organisieren Frauen aus der Nordweststadt einen orientalischen Basar, bevor am Dienstag Klassen der Ernst-Reuter-Schule II und einen Tag später die Evangelische Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde das Programm gestalten. Einen besonderen Höhepunkt gibt es am Mittwoch um 17 Uhr, wenn Marie Davenport-Schneider als Zeitzeugin von ihrer Begegnung mit Martin Luther King berichtet.




„Träume können Ziele werden“
Mit von der Partie sind zudem das „Netzwerk Nordweststadt“, der Eine Welt Laden, die Arbeiterwohlfahrt (AWO) sowie die Vereine „Brücke 71“, „Freunde des Schwarzen Meeres“ und „KOMPAS“. Stadträtin Elisabeth Haindl lobt den hohen Einsatz des Quartiersmanagements und verweist auf unterschiedlichste Potenziale, die bei Bewohnerinnen und Bewohnern im Stadtviertel geweckt worden seien: „Durch die Arbeit ist viel ehrenamtliches Engagement entstanden – über Nationalitäten und Altersgrenzen hinweg“. Auch der in der Nordweststadt aufgewachsene HipHop Musiker D-Flame wendet sich an die Menge, die sich in seinem „Lieblingspark“ versammelt hat: Anknüpfend an die berühmte Rede „I have a dream - Ich habe einen Traum“, fordert er dazu auf, Kings Visionen am Leben zu erhalten: „Träume können Ziele und schließlich Realität werden. Es liegt an uns“, bekräftigt der überregional bekannte Künstler und nimmt dabei insbesondere Eltern in die Pflicht, „Kinder ohne Grenzen in ihren Köpfen zu erziehen.“

Ein großes Vorbild - auch für Frankfurt
Immer wieder geht es um den viel beschworenen „amerikanischen Traum“, den James Seward von Martin Luther King weitaus besser verstanden sieht, als von den meisten Mitmenschen seiner Zeit: „Kings Leben steht für die Verwirklichung des Versprechens, das die Gründer der Vereinigten Staaten in der ‚Declaration Of Independence’ gegeben haben“, betont der Leiter der Presse- und Kulturabteilung im Amerikanischen Konsulat Frankfurt, „es geht darum, dass alle Menschen gleich geschaffen sind und unveräußerliche Rechte haben.“ Dass ein Schwarzer heute Chancen habe, zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt zu werden, sei ein Fortschritt, der unmittelbar auf Kings Wirken zurückzuführen sei. Seward verdeutlicht die neue Bedeutung, die King dem Begriff „Kampf“ gegeben habe: „Seine Erfolge beweisen, dass die Taktik des Gewaltlosigkeit die richtige ist.“ Er hoffe inständig, „dass sich in unseren modernen Gesellschaften noch mehr Gruppen, die um ihre Rechte kämpfen, King zum Vorbild nehmen.“






Linienbusse mit starker Botschaft
Vergangenheit und Gegenwart verbindet auch eine Ausstellung, die täglich in einem der beiden Zelte zu sehen ist. Uli Jaekel und Dr. Elisabeth Gebhardt-Jaekel haben Fotos und Texte zusammengestellt, die Kings Lebensweg vom Sklavenabkömmling zum angesehenen Pastor nachzeichnen und sich mit seinen gewaltfreien Aktionen ebenso beschäftigen wie mit dem Klima von Angst, Fanatismus und Rassenhass, das der Bürgerrechtsbewegung entgegenstand. Ein Videofilm kombiniert historische Bilder mit aktuellen Szenen aus dem multikulturellen Alltag in der Nordweststadt. „Das holt Martin Luther King aus dem Mausoleum des Gedenkens heraus“, betont Uli Jaekel und verweist auf den unmittelbaren Bezug zum Ort des Geschehens: Auf dem Gelände einer alten Ziegelei war der Martin Luther King Park in den 60er-Jahren von amerikanischen Soldaten gebaut und unmittelbar nach der Ermordung Kings nach ihm benannt worden. Ulrich Schaffert, Pfarrer der Dietrich Bonhoeffer Gemeinde wünscht sich, dass die Grünanlage in Zukunft - etwa durch die feste Einrichtung eines Cafes - noch mehr zu einem „Ort der Kommunikation“ wird. Bis zum nächsten Sonntag immerhin seien intensive Gespräche und Diskussionen garantiert, bekräftigt Dr. Frase. Dass das Motto der Kulturtage, „Er kämpfte für Toleranz - wir sind auf dem Weg“, auch auf Linienbussen der Frankfurter Verkehrsgesellschaft prangt, freut ihn besonders: „So wird eine starke Botschaft in das Stadtquartier und darüber hinaus getragen.“
Programm der Kulturwoche als PDF
[Autor: Jörn Dietze; Fotos: Thomas Rohnke]
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main
So sehen ökumenische Sieger aus
Diakonie und Caritas erreichen den 2. Platz beim 8. Liga-Fußball-Cup Turnier
Nicht nur Fußballer fiebern jährlich dem legendären Liga-Cup entgegen, an dem Wohlfahrtsverbände, gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaften, Jugend- und Sozialamt sowie Stadtschulamt teilnehmen. Auch zahlreiche Fans unterstützen die sportlichen Spitzenleistungen ihrer Kollegen. Zum 8. Mal fand am 30. Mai in Fechenheim das sportliche Highlight statt. 8 Mannschaften sind angetreten und haben ihre Fans begeistert. Das Team des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main und des Caritasverbandes Frankfurt e.V. gehört zu den Siegern. Super.
Soziale Stadt
Kulturwoche 1. bis 8. Juni:
„I have a dream“ - Martin Luther King
Er kämpfte für Toleranz - Wir sind auf dem Weg dahin
Zum 40. Mal jährt sich der Todestag von Martin Luther King. Am 4. April 1968 wird er in Memphis, Tennessee, von einem weißen Attentäter erschossen.
Martin Luther King gehört zu den herausragenden Persönlichkeiten seiner Zeit. Wer kennt nicht seinen Satz „I have a dream“. Er kämpft für Toleranz und Gewaltfreiheit. Seine Botschaft ist heute so aktuell wie damals.
Die Kulturwoche befasst sich mit seinem Leben und gesellschaftlichen Herausforderungen von heute. Dazu laden das Nachbarschaftsbüro des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main, Einrichtungen aus dem Stadtteil, Gemeinden und Vereine rund um die Nordweststadt herzlich ein.
Zwei Zelte im Martin-Luther-King-Park sind Mittelpunkt der Kulturwoche.
Das Ausstellungszelt umfasst die Installation „Martin Luther King im Park“, das Café-Zelt dient Begegnungen, Veranstaltungen und Gesprächen bei türkischer Verpflegung.
Kinder können sich auf tolle Spiele im Park freuen. Die Betreuung ist durch die verantwortlichen Gruppen gesichert.
Der Verein „Freunde des Schwarzen Meeres“ sorgt für kalte Getränke und türkische Spezialitäten.
Die Kulturwoche wird finanziert vom Frankfurter Programm – Aktive Nachbarschaft.
Sie sind herzlich eingeladen.
Programm der Kulturwoche als PDF
WESER5
Frankfurter Obdachlose profitieren von künstlerischem Engagement
Das WESER5 Diakoniezentrum erhielt über 1000 Euro aus dem Erlös des Projekts „Lauf gegen die Kälte“
Einen Scheck über 1022 Euro übergab der Künstler Heinz Ratz am 30.04 an die Leiterin des WESER5 Diakoniezentrums Renate Lutz . Wofür das Geld genau verwendet werde, darüber sollten die Besucher von WESER5 nun mitentscheiden, betonte sie. Die Summe ist Teil des Erlöses aus dem Projekt „Lauf gegen die Kälte“, das Ratz gemeinsam mit seiner Musikgruppe „Strom und Wasser“ organisierte. Im letzten Winter waren die Künstler insgesamt 1000 Kilometer zu Fuß von Dortmund nach München gelaufen und hatten auf dem Weg insgesamt 30 Konzerte zugunsten von Obdachlosen gegeben. Um auch mittellosen Zuschauern den Besuch zu ermöglichen, verlangten sie keinerlei Eintritt, sammelten stattdessen jedoch Spenden für örtliche Obdachlosen-Organisationen und Projekte. Mit dem Lauf protestierte Ratz gleichzeitig gegen den zunehmenden Abbau von sozialen Einrichtungen und die Kürzungen von Sozialleistungen, die ein wachsendes Gefälle zwischen Arm und Reich zur Folge haben. Der Künstler, der 10 Bücher und 14 CDs veröffentlichte, wurde 1968 als Sohn einer Indianerin und eines Deutschen geboren und lebte unter anderem in Spanien, Peru, Saudi-Arabien, Schweiz, Argentinien und Schottland. Über ein Jahr lang war Ratz selbst obdachlos.
Das WESER5 Diakoniezentrum im Frankfurter Bahnhofsviertel hält fünf qualifizierte Hilfeangebote für wohnsitzlose Menschen unter einem Dach bereit: eine Soziale Beratungsstelle, ein Übergangswohnhaus mit Notübernachtung, Aufsuchende Straßensozialarbeit sowie einen Tagestreff, in den täglich bis zu 100 Besucher kommen.
[Jörn Dietze]
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main
Dem eigenen Leben auf der Spur - Als Pilger auf dem Jakobsweg
Lesung mit Felix Bernhard am 21.5.08 um 19 Uhr im Dominikanerkloster, Frankfurt
„Stärke wächst nicht aus körperlicher Kraft, vielmehr aus unbeugsamen Willen“ (Ghandi) – der Leitsatz mit dem sich der Bestseller-Autor Felix Bernhard auf den Weg gemacht hat: 2.500 km auf dem Jakobsweg, alleine und – im Rollstuhl. Die dabei gewonnen Erfahrung von grenzenloser Freiheit transportiert er in seinem Buch und seinen mitreissenden Lesungen.
Seit einem schweren Motorradunfall direkt nach dem Abitur vor 14 Jahren sitzt der frühere Leistungssportler im Rollstuhl. Mit dem festen Willen, seinem Leben wieder eine gewisse Normalität zu geben, hat sich Felix Bernhard auf den Weg gemacht: Studium in Freiburg und den USA, Karriere bei einem global operierenden Konzern. Auf unzähligen Kilo - metern in der Stille und Weite auf den Jakobswegen die unmittelbare Erfahrung von Freiheit, von denen er authentisch berichtet.
Felix Bernhard hat beschlossen, dass der Rollstuhl nicht gegen, sondern für ihn arbeitet. Er zeigt auf eindrückliche aber auch sehr humorvolle Weise welche Kraft und Stärke dem Willen entspringt. Er fordert uns auf mitzugehen auf dem Weg zur inneren Freiheit!
„Der Lebensmut von Felix Bernhard steckt an“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Das Buch von Felix Bernhard „Dem eigenem Leben auf der Spur“ ist im Scherz Verlag unter der ISBN 978-3-502-15093-0 erschienen.
Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier
WESER5
UMBAU
Der WESER5 Tagestreff wird saniert
Die Öffnungszeiten sind: Sonntag 9 bis 17 Uhr und Montag bis Donnerstag 8.30 bis 17.00 Uhr. Der Eingang Weserstraße 3 und 5 liegt an der Rückseite des Gebäudes, dazu muss man über den Hof gehen.
Die Neueröffnung des WESER5 Tagestreffs ist für August 2008 geplant.
WESER5
Spenden Sie für Obdachlose
Kampagne „Sehtest“
Die Bürger einer so wohlhabenden Stadt wie Frankfurt fühlen sich meist weit weg von den Obdachlosen, fast wie in einer anderen Welt.
Die Kommunikation muss es schaffen, die Menschen darauf aufmerksam zu machen, wie nah sie die Obdachlosen in Wirklichkeit sind. Ziel ist, die Menschen zum ersten Schritt zu bewegen, Bereitschaft zur Interaktion herzustellen.
Klischeehafte Darstellungen des Elends und Appelle an das Gewissen werden jedoch kaum ausreichen, um die wahrgenommene Distanz zu überbrücken.
Die Kampagne „Sehtest“ macht den Menschen keinen vordergründigen Vorwurf.
Es ist sicher keine Absicht, wenn die Obdachlosen nicht gesehen werden, – es fehlt einfach nur die passende Sehhilfe.
Poster und Anzeigen, die eine vermeintliche Farbenblindheit zu testen vorgeben, entpuppen sich als Test für eine ganz andere Sehschwäche:
Die Obdachlosenblindheit.
Die Motive fordern dazu auf, genauer hinzuschauen: Erst auf den zweiten Blick erkennt man, was sich hinter den rot-grünen Abbildungen verbirgt. Die Empfehlung zu einem Sehtests konfrontiert die Menschen mit einen Augenzwinkern mit ihrer selbst gewählten „Sehschwäche“.
Der Verzicht auf den erhobenen Zeigefinger und drastische Darstellungen soll es den Menschen leichter machen ihr eigenes Verhalten zu überdenken, und die Bereitschaft wecken, die Obdachlosen in der Stadt zu unterstützen.
Müttergenesungswerk
„Ein großer Schritt in Richtung Gesundheit“
Neujahrsempfang des Ortsausschusses für Müttergenesung in Frankfurt am Main
Der Ortsausschuss für Müttergenesung in Frankfurt am Main zieht bei seinem Neujahrsempfang positive Bilanz und möchte Frauen ermutigen, etwas für sich zu tun.
„Müttergenesung hat viel geschafft“. Marlene Rupprecht hatte Positives zu vermelden, als sie anlässlich eines Neujahrsempfangs am 1. Februar in Frankfurt am Main die vergangenen Monate Revue passieren ließ. Dass der Bundestag 2007 überparteilich und einstimmig den Teilen der Gesundheitsreform zugestimmt hat, die Müttergenesung betreffen, darf die Kuratoriumsvorsitzende der Elly Heuss-Knapp-Stiftung durchaus als Erfolg ihres außergewöhnlichen Engagements werten. Der Hintergrund: Mit der Gesundheitsreform sind medizinische Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen für Mütter und Väter zu Pflichtleistungen in der GKV umgewandelt worden. Vorher lag es im Ermessen der Kassen, die Anträge zu bewilligen. Seit 1. April 2007 müssen sie die Leistungen genehmigen, wenn die medizinischen Voraussetzungen vorliegen. In diesem Fall gilt ausnahmsweise nicht der Grundsatz „ambulant vor stationär“. Außerdem werden die Ausgaben für Mutter-/Vater-Kind-Maßnahmen zukünftig im Risikostrukturausgleich berücksichtigt. Kassen, die mehr Leistungen bewilligen und entsprechend mehr Ausgaben haben, sind nicht mehr im Nachteil gegenüber solchen, die nur wenige Vorsorge- und Reha-Maßnahmen bezahlen.
Studie belegt hohen Bedarf
Marianne Adler vom geschäftsführenden Vorstand des Landesausschusses für Müttergenesung dankte Rupprecht sowie allen Unterstützern und Schirmherrinnen für ihren großen Einsatz. „Ohne ihn wäre die erfolgreiche Arbeit der Müttergenesung so nicht möglich“, betonte die Beraterin im Arbeitsbereich Müttergenesung des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main. Anke Koch, Schirmherrin der Müttergenesung in Hessen und Frau des Hessischen Ministerpräsidenten, bekräftigte die erfreulichen Konsequenzen der neuen Regelung: „Die Zahl der bewilligten Anträge auf Mutter-Kind-Kuren ist enorm angestiegen. Bei einigen Kassen liegt sie bereits zwischen 80 und 90 Prozent“. Vor einigen Monaten hingegen sei eine Ablehnungsquote von bis zu 60 Prozent die Regel gewesen. Koch würdigte gleichzeitig das Engagement der Willy Robert Pitzer Stiftung, die auch im Jahre 2008 bedürftigen Müttern, deren Antrag endgültig abgelehnt wurde, Kuren ermöglicht. Wie nötig dies ist, belegt eine Studie des Bundesministeriums für Senioren, Frauen und Jugend, die zu dem Schluss kommt, dass der Bedarf an Unterstützung weitaus höher ist als die tatsächlich genutzten Leistungen. Die Erhebung sieht ihn bei 20 Prozent aller Mütter und 11Prozent aller Väter. Insgesamt, so die Studie, leiden in Deutschland 1,1 Millionen Mütter und 128.000 Väter an Gesundheitsstörungen. Mehr als die Hälfte der behandlungsbedürftigen Mütter und Väter gibt darüber hinaus an, dass auch ihre Kinder von mindestens einem psychosozialen Problem betroffen seien.
Beitrag zum sozialen Gemeinwesen
„Die bundesweit 1400 Anlaufsstellen bei den Wohlfahrtsverbänden sind entscheidende Türöffner. Durch sie kommen viele Frauen zum ersten Mal mit dem Hilfesystem in Kontakt“, erörterte Rupprecht. Die Frankfurter Oberbürgermeistern Petra Roth lobte in diesem Zusammenhang die hohe Kompetenz der Beraterinnen: „Ihre Arbeit trägt wesentlich zu einem sozial ausgeglichenen Gemeinwesen bei.“ Immer deutlicher werde, dass Frauen in der Gesellschaft Unterstützung benötigten. Ein Grund sei, dass sie heute oftmals verschiedene Rollen in sich vereinigten - zum Beispiel Mutter, Tochter und Großmutter - und damit überfordert seien, betonte die Schirmherrin der Müttergenesung in Frankfurt am Main. „Zahlreiche Frauen haben bei einer Kur das erste Mal seit langer Zeit überhaupt die Möglichkeit, ohne ihre Kinder zusammenzusitzen und sich in einer Gruppe auszutauschen“, konkretisiert Rupprecht.
Als eine Besonderheit von Müttergenesung stellt sie den ganzheitlichen Ansatz heraus. Die Tatsache, dass die Beratungsstellen von den fünf großen Wohlfahrtsverbänden getragen werden, bringe entscheidende Vorteile, da sie in starke Netzwerke eingebunden seien. Diese nutze man gezielt, um Frauen in ganz unterschiedlichen Problemlagen optimal zu unterstützen. „Zum Beispiel können sie unbürokratisch zu Schuldner- oder Suchtberatungsstellen weitervermittelt werden“. Die Müttergenesung in Frankfurt stehe dabei in besonderer Weise für eine gelungene Kooperation der Träger. „Hier zeigt sich, wie ein Netzwerk funktionieren kann, in das viel Power gesteckt wird.“ Auch Dr. Michael Frase bestätigt dies: „Die Arbeit ist ein hervorragendes Beispiel für sinnvolle Vernetzung und ein Konzept, das die Familien in den Mittelpunkt stellt“, so der Leiter des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main.
Gewaltproblematik tritt zutage„Müttergenesung“, bekräftigt Marianne Adler, „holt Frauen in ihrer speziellen Situation ab und geht auf individuelle Bedürfnisse ein“. Dazu kombiniert sie verschiedene Therapie- und Unterstützungsformen. „Rückenschule alleine bringt nichts, wenn finanzielle Probleme wie Blei auf den Schultern lasten“, nennt Rupprecht ein Beispiel. Auch Gewalt in Beziehungen sei eine Problematik, die immer öfter zutage trete, hat Anke Urner von der Caritas-Familienberatung festgestellt: „Etwa ein Zehntel der Frauen, die wir beraten, leiden unter Folgen von Gewalt, zum Beispiel unter posttraumatischen Störungen“, sagt die Beraterin, die zur Zeit eine Dokumentation von Gewaltfällen erstellt. Nicht selten vermittelt sie betroffene Frauen an andere Hilfeangebote wie etwa das Zentrum für Frauen am Alfred-Brehm-Platz weiter. Doch auch, wenn keine Gewalterfahrungen vorliegen, stoßen viele Mütter an die Grenze ihrer Belastbarkeit. „Ihre Kraft reicht nicht mehr aus, um die Familie zu managen, sie sind überarbeitet, erkranken körperlich wie psychisch“, weiß Rupprecht. „Beratung – Kur – Erhalt der Gesundheit“, lauten daher die drei Elemente der therapeutischen Kette, zu der auch ein umfassendes Nachsorgeprogramm gehört. In Frankfurt am Main steht es unter dem Motto „Bewegung – Ernährung – Entspannung“ und umfasst unter anderem Yoga, Klangmassage oder auch den Workshop „Erziehen ohne Gewalt“. Das Prinzip: Hilfe zur Selbsthilfe.
Die eigene Rolle finden
„Entspannung im Sinne von ,zu sich selbst kommen’ bildet die Grundlage für alles andere“, so Angelika-martina Lebéus. Es gehe um alltagstaugliche Übungen, erklärt die Beraterin, die beim Diakonischen Werk für Frankfurt am Main für Nachsorge zuständig ist und die Schwelle bewusst niedrig hält. So liegen etwa die Kosten für eine Veranstaltung im Höchstfall bei fünf Euro inklusive Getränken, Imbiss und Kinderbetreuung. Insgesamt hat Lebéus festgestellt, dass viele Mütter sich über ihre Rolle in der Familie im Unklaren seien. „Oft mangelt es an positiven Vorbildern für die Elternrolle.“ Typisch sei, dass die Frauen nicht Nein sagen könnten oder ihren Kindern keine Grenzen setzten. „In zahlreichen Fällen“, ergänzt Rupprecht, „ist die Beziehung zwischen Mutter und Kind gestört“. Zum Beispiel, wenn Mütter nur noch die Defizite ihrer Kinder wahrnehmen könnten und die Stärken aus den Augen verlören. „Insgesamt geht es darum, Vertrauen aufzubauen“, resümiert Marianne Adler und möchte noch mehr Frauen ermutigen, etwas für sich zu tun, denn: „Wenn eine Mutter zu uns Kontakt aufgenommen hat, ist ein erster großer Schritt in Richtung Gesundheit getan.“[Jörn Dietze]
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main
Erste Senioren Männer-WG in Frankfurt
Das Diakonische Werk für Frankfurt am Main plant eine Wohngemeinschaft für ältere allein stehende Männer mit psychosozialem Betreuungsbedarf
Bei einer Wohngemeinschaft denken viele zunächst an junge Menschen. Dabei kann diese Form des Zusammenlebens auch für Senioren attraktiv sein.
„Eigenständiges Wohnen steht im Mittelpunkt.“ Dr. Michael Frase betont den privaten Charakter der geplanten Senioren-Wohngemeinschaft: „Nicht der Aspekt der Pflege steht im Vordergrund, sondern Assistenz“, so der Leiter des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main. Unter anderem vom Jugend- und Sozialamt erhielt die Diakonie in den vergangenen Monaten verstärkt Hinweise, dass ältere Männer von den klassischen Formen der Unterstützung immer weniger angesprochen werden. „Darauf gilt es mit Flexibilität und neuen Konzepten zu reagieren“, bekräftigt Frase, der einen Grund für die Entwicklung in der Tatsache sieht, „dass sich auch das Leben im Alter in unserer Gesellschaft immer mehr ausdifferenziert“.
Lebensführung in Gemeinschaft lernen
So seien Männer im Seniorenalter nach dem Tod ihrer Partnerin oder einer Trennung oftmals hilflos, erklärt Georg Bastian, Leiter des Arbeitsbereichs Diakonische Dienste: „Aufgrund des klassischen Rollenbildes, mit dem sie aufgewachsen sind, haben sie nie gelernt, sich eigenständig zu versorgen, den Haushalt zu organisieren oder sich selbst Mahlzeiten zuzubereiten.“ Tatsache sei, dass die Betroffenen sich in ihrer Trauer oftmals zurückzögen, vereinsamten und zu Depressionen neigten. „Das führt nicht selten zu seelischen und körperlichen Erkrankungen - in Extremfällen zu Vermüllung der Wohnung, Verwahrlosung und Selbstmordgedanken.“ Die Wohngemeinschaft ermögliche Männern daher, sich wieder in eine Gemeinschaft zu integrieren. Geplant sei eine Tagesbetreuung durch Hauswirtschaftskräfte oder Sozialarbeiter, mit deren Hilfe die Senioren eine selbstständige Lebensführung erlernten.
Zusammenarbeit mit Stadt und Stiftung
Für eine bedarfsgerechte Wohnung mit sechs bis acht Appartements - allesamt mit eigener Dusche und WC - sowie Gemeinschaftsraum und Küche gibt es bereits Entwürfe. Hervorgegangen sind sie aus gemeinsamen Planungen mit der Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft (KEG), welche die ehemalige amerikanische Gibbs-Kaserne im Bereich Gießener Straße/ Marbachweg derzeit zu Wohnungen umbaut. Gute Erfahrungen mit einer solchen Zusammenarbeit hat das Diakonische Werk bereits beim Umbau von Räumlichkeiten der ehemaligen McNair-Kaserne in Frankfurt-Höchst für eine Wohngemeinschaft für Demenzkranke gemacht. Die KEG ist ein Unternehmen auf Grundlage eines Public Private Partnership (PPP). Darunter versteht man den Zusammenschluss von öffentlicher Hand, in diesem Falle der Stadt Frankfurt am Main, und privaten Investoren. Unterstützt wird das WG-Projekt auch von der Share Value Stiftung, die bereits 20.000 Euro als Anschubfinanzierung zugesagt hat.
Kein teurer Luxus
Dass die Senioren-WG in ein normales Wohnumfeld einbezogen sein wird, gehört zum Konzept. Ganz bewusst, so Bastian, stehe der Charakter einer Privatwohnung im Vordergrund: „Die Betreuungskräfte wohnen nicht im Haus und werden somit als Gäste wahrgenommen.“ Wer neu in die Wohngemeinschaft einziehe, darüber bestimmten die Bewohner mit, ergänzt Frase. Da der Betreuungsaufwand gemessen an klassischen stationären Projekten reduziert sei, hielten sich die Kosten für die Senioren in einem angemessenen Rahmen. „Zur Miete für das Zimmer werden monatlich etwa 600 bis 800 Euro anteilig für Betreuung dazukommen.“ Da man damit rechne, dass viele Männer aus einer größeren Wohnung in die WG wechselten, gehe man davon aus, dass die Gesamtkosten für die Senioren tragbar blieben. Insgesamt streben die Verantwortlichen an, dass sich das Projekt langfristig durch diese Einnahmen finanziert. Wie sich der aktuelle Bedarf im Detail darstellt, wird das Diakonische Werk in den nächsten Wochen und Monaten ausloten, bevor die Wohngemeinschaft dann voraussichtlich im Frühjahr 2009 starten kann.
Weitere Informationen zum Projekt: Diakonisches Werk für Frankfurt am Main, Arbeitsbereich Verbund diakonischer Dienste, Georg Bastian, Leitung, Rechneigrabenstraße 10, 60311 Frankfurt am Main, Telefon 069 92105–6624, E-Mail: georg.bastian@ervffm.de
WESER5
Party bringt 4800 Euro für Obdachlosen-Projekt Weser5
Verein Aktiv7 organisierte 4. Benefiz-Party
4800 Euro, den Erlös einer Benefiz-Party, hat der Verein Aktiv7 an das Diakoniezentrum Weser5 gespendet. Die sieben Studenten Nico Häger, Lorrain de Silva, Bernhard Haas, Kilian Teckemeier, Frank Herzog, Marco Müller und Kay Schmidt, die seit 2005 Benefiz-Partys in Frankfurt veranstalten, überreichten den Scheck am Dienstag Renate Lutz, der Leiterin des Diakoniezentrums Weser5 am Hauptbahnhof. Vom Erlös kauft das Diakonische Werk Frankfurt, Träger der Einrichtung, unter anderem neue Waschmaschinen und Wäschetrockner, um den Obdachlosen weiterhin die Möglichkeit zu bieten, ihre Wäsche regelmäßig zu waschen. „Wir sind sehr froh, mit dem Geld neue Geräte kaufen zu können und finden es toll, dass junge Menschen sich so für die Gemeinnützigkeit engagieren“, sagte Renate Lutz. Demnächst soll das Zentrum modernisiert werden, da komme die Unterstützung gerade rechtzeitig.
Aktiv 7 hatte am 11. Januar zu seiner 4. Benefiz-Party ins Studierendenhaus auf dem Uni-Campus Bockenheim eingeladen und mit mehr als 750 Besuchern den Spendenerlös von 4800 Euro erzielt. „Die Party war auf ganzer Linie ein Erfolg“, erklärte Lorrain de Silva, Pressesprecher von Aktiv 7. „Dank der Unterstützung der Frankfurter Medien, die unsere Party rechtzeitig angekündigt haben, kamen weit mehr Leute, als wir erwartet hatten.“ Die Besucher feierten auf zwei Ebenen zu House & Electro sowie Rock & Pop bis in die frühen Morgenstunden.
Die Aktiv7-Mitglieder freuen sich schon jetzt darauf, in diesem Jahr eine weitere Party zu organisieren. Insgesamt hat der Verein durch die Benefiz-Partys nun mehr als 11.000 Euro spenden können.
Weitere Informationen über den Verein im Internet unter www.aktiv7.de
Kontakt: Nico Häger, Telefon 0178 4122136, E-Mail: nhaeger@googlemail.com
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main
Einkaufsservice mit „diakonischem Plus“
Ein neuer Einkaufsservice von Diakonie und Evangelischer Christus-Immanuel-Gemeinde im Frankfurter Westend leistet Hilfe und setzt gleichzeitig ein Zeichen gegen Vereinsamung und Isolation
Einkaufen gehen – das fällt Gerda F. zunehmend schwerer. Zwar lebt sie mitten im Frankfurter Westend, doch zwischen ihrer Wohnung und dem nächsten Supermarkt liegen mehrere hundert Meter und nicht zuletzt gut 40 Stufen in ihrem Treppenhaus. Mehrfach bereits hat die alleinlebende Rentnerin überlegt, aus dem Altbau wegzuziehen, der über keinen Aufzug verfügt. Doch der Gedanke, ihr Zuhause zu verlassen, in dem sie seit über 30 Jahren lebt, ist für sie mit zu vielen Ängsten und Unsicherheiten verbunden. Und so nimmt sie mehrmals wöchentlich große Mühen auf sich, um sich mit dem Nötigsten zu versorgen. Das jedoch könnte sich nun ändern. Denn mit dem Einkaufsservice 60plus haben die Evangelische Personalkirchengemeinde Christus Immanuel und das Diakonische Werk für Frankfurt am Main ein neues Angebot für Seniorinnen und Senioren im Frankfurter Westend geschaffen.
Es geht um Vertrauen
Menschen, die im Rahmen der Hartz IV- Reform Arbeitsgelegenheiten wahrnehmen, erledigen für sie Einkäufe oder begleiten sie zu Läden, Ärzten, zur Bank oder zum Frisör. Hauptzielgruppe sind Menschen ab 60 Jahren. „Aber auch eine alleinerziehende Mutter, die krank ist, kann vorübergehend unsere Dienstleistung nutzen“, betont Mahbube Kazemi, die zum aus drei Mitarbeiterinnen bestehenden Team von 60plus gehört. Erfahrungen hat sie bereits in der Frankfurter Nordweststadt gesammelt, wo das Diakonische Werk für Frankfurt am Main gemeinsam mit der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde seit eineinhalb Jahren einen Einkaufsservice organisiert. „Es geht immer darum, Vertrauen aufzubauen“, sagt sie, „wir sind auch da, um einfach mal nur Kaffee zu trinken und zu reden – das ist gerade in der heutigen Zeit immens wichtig.“
Vereinsamung kein Einzelfall
Auch für Gerda F. könnte das eine große Hilfe sein. Schließlich lebt keines ihrer drei Kinder in Frankfurt, zwei hat es gar aus beruflichen Gründen ins Ausland verschlagen. Kein Einzelfall, wie Jürgen Simon weiß: „Viele Seniorinnen und Senioren haben aus den ganz unterschiedlichsten Gründen wenig soziale Kontakte“, betont der Koordinator für Arbeitsgelegenheiten beim Diakonischen Werk und Hildburg Wegener ergänzt: „Isolation und Vereinsamung von älteren Menschen ist ein Thema, das uns in der Gemeinde sehr beschäftigt. Mit dem Einkaufsservice setzen wir ein Zeichen.“ Schließlich sei es ein Ziel, Menschen einen möglichst langen Verbleib in der eigenen Wohnung - und somit in der gewohnten Umgebung - zu ermöglichen, so die Kirchenvorsteherin der Gemeinde am Beethovenplatz. Wie nötig ein solches Angebot ist, hat sich bereits in der Nordweststadt deutlich gezeigt, wo der Einkaufsservice im Rahmen des Projektes „Soziale Stadt“ entstand. „Rund 80 Stammkunden gab es bereits nach einem halben Jahr“, bekräftigt Jürgen Simon. Seit 2004 schafft er mit seinen Kollegen von der Koordinationsstelle des Diakonischen Werks Arbeitsgelegenheiten in evangelischen Kirchengemeinden und diakonischen Einrichtungen in Frankfurt, 163 sind es derzeit.
Viele Seiten profitieren
Dabei wolle man Arbeitslosen nicht nur einen Wiedereinstieg in den beruflichen Alltag ermöglichen, sondern sie gleichzeitig stabilisieren, ermutigen und ihr Selbstwertgefühl stärken. Eine kompetente pädagogische Betreuung trage dazu bei. „Es geht auch darum, gemeinsam Fragen zu klären: Was ist für die Rückkehr an den Arbeitsmarkt nötig? Wo liegen persönliche Probleme?“ Das breit gefächerte Netzwerk der Diakonie mit unterschiedlichsten Beratungs- und Hilfeangeboten, an die man weitervermitteln könne, sei dabei sehr hilfreich, so Simon. Die drei Mitarbeiter der Koordinationsstelle sind auch Ansprechpartner für die Einsatzstellen – in diesem Fall die Christus-Immanuel-Gemeinde – und kooperieren mit den Rhein-Main-Job-Centern, denen auch eine zentrale Aufgabe zukommt, wenn es um die weiteren beruflichen Perspektiven nach der Wiedereingliederungsmaßnahme geht. Simon möchte noch mehr Frankfurter Kirchengemeinden zu gemeinsamen Projekten ermutigen: „Davon profitieren schließlich immer viele Seiten“. Eine Erfahrung, die auch Hildburg Wegener gemacht hat: „Im Zusammenspiel mit der Diakonie haben wir unser Gemeindeprofil so erweitern können, wie es für uns alleine nicht möglich gewesen wäre.“
Den Einkaufsservice 60plus erreichen Sie montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr unter: 069/ 907 436 65
WESER5
Engagierte Mitarbeiter setzen sich für Wohnsitzlose ein
Beschäftigte von American Express Frankfurt sammelten Kleidung für das WESER5 Diakoniezentrum
Mit einer Kleiderspende hat American Express auch in diesem Jahr das WESER5 Diakoniezentrum unterstützt. Leiterin Renate Lutz nahm die Kleidungsstücke dankbar entgegen und freute sich zudem über gespendete Plätzchen und Nikoläuse aus Schokolade für die Besucher der Einrichtung. Im Rahmen eines "Day Of Caring" hatten Mitarbeiter gezielt die Art von Kleidung gesammelt, die im WESER5 Diakoniezentrum dringend benötigt wird, um Wohnsitzlose in der kalten Jahreszeit mit dem Nötigsten zu versorgen.
Soziale Verantwortung beginnt vor Ort
Seit 2003 folgen American Express Mitarbeiter in ganz Deutschland jedes Jahr dem Aufruf, sich an einem bestimmten Tag für die Gemeinschaft zu engagieren. Dazu entwickeln sie eigene Aktionen, die sie unter Einbindung ihrer Kollegen eigenverantwortlich umsetzen. Wie Beate Beltermann betont, gehe es darum, dass nicht nur das Unternehmen, sondern auch die einzelnen Mitarbeiter ganz bewusst soziale Verantwortung übernähmen. Sie ist Mitglied eines 12-köpfigen Teams, das soziale Aktivitäten ins Leben ruft, begleitet und die Zusammenarbeit mit WESER5 koordiniert. "Wir sind ein globales Unternehmen mit vielen Standorten, an denen wir uns regional engagieren, weil wir etwas an den Orten tun möchten, wo wir leben und arbeiten", so Beltermann. Als einer der weltweit größten Reise- und Finanzdienstleister beschäftigt American Express mehr als 66.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in über 200 Ländern. Wie Pressesprecherin Ursula Hellstern erklärt, gehöre es seit langem zur Unternehmenskultur, sich neben wirtschaftlichen Zielsetzungen für die Gesellschaft stark zu machen.
Armut im Stadtbild immer sichtbarer
Der Kontakt zwischen WESER5 und American Express war im Jahre 2004 über die Frankfurter Bahnhofsmission entstanden. Seitdem unterstützt das Unternehmen die Einrichtung nicht nur mit Kleiderspende-Aktionen, sondern zum Beispiel auch durch eine regelmäßige Sammlung von Artikeln zur Körperpflege. "Mit Hartz IV ist die Lage für viele Menschen dramatischer geworden", hat Renate Lutz festgestellt. Eine der Folgen sei, dass materielle Not im Stadtbild immer drastischer sichtbar werde. Das WESER5 Diakoniezentrum im Frankfurter Bahnhofsviertel hält fünf qualifizierte Hilfeangebote für wohnsitzlose Menschen unter einem Dach bereit: eine Soziale Beratungsstelle, ein Übergangswohnhaus mit Notübernachtung, Aufsuchende Straßensozialarbeit sowie einen Tagestreff, der jährlich von 21.000 Menschen besucht wird.
[Foto: Rolf Oeser]
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main
Spenden statt Geschenke
Diakonisches Werk erhält von Siemens Frankfurt Spende über 10.000 Euro
Das Diakonische Werk hat gestern (20.12.) von der Siemens Niederlassung Frankfurt eine Spende über 10.000 Euro erhalten. Das Geld stammt aus der Aktion „Spenden statt Geschenke“ der Siemens AG in der Region Rhein-Main. Ausgewählt wurde die Diakonie nach Praxis-Erfahrungen eines Siemens-Managers beim Projekt „Seitenwechsel", bei dem er den Alltag benachteiligter Menschen kennen lernte.
„Wir haben zu Weihnachten auf Präsente für unsere Kunden und Geschäftspartner verzichtet. Stattdessen wird die Summe von insgesamt 40.000 Euro auf acht soziale Einrichtungen im Rhein-Main-Gebiet verteilt“, erläuterte Geschäftsleiter Uwe Bartmann bei der Scheckübergabe an Dr. Thea Mohr, Geschäftsführerin des Diakonischen Werks Frankfurt.
Die Spendensumme von 10.000 Euro geht zu gleichen Teilen an zwei Einrichtungen der Diakonie: zum einen an das Evangelische Hospital für palliative Medizin Frankfurt, das sich auf schwerkranke Patienten mit fortgeschrittenen Erkrankungen konzentriert. Zum anderen an das Weser5 Diakoniezentrum, das Angebote für wohnungslose Menschen in Frankfurt bereit hält.
„Unsere Siemens Niederlassung ist als Unternehmen stark in der Stadt Frankfurt verankert. Daher haben wir bewusst das Diakonische Werk als Empfänger ausgewählt, das sich so engagiert um bessere Lebensumstände benachteiligter und kranker Menschen in unserem Tätigkeitsumfeld bemüht“, so Bartmann.
Die Spendenempfänger wurden von Roland Trumpfheller, dem kaufmännischer Leiter der Siemens Gebäudetechnik Rhein-Main, vorgeschlagen. Trumpfheller hat in den letzten Jahren bereits mehrfach am Projekt „Seitenwechsel“ teilgenommen, bei dem Manager für längere Zeit den Alltag von Menschen kennen lernen, die auf der Schattenseite des Lebens wohnen. Dabei war er auch in den beiden Einrichtungen der Diakonie aktiv.
Die Niederlassung Frankfurt ist Sitz der Geschäftsleitung von Siemens Rhein-Main. Von hier aus werden alle Vertriebs- und Serviceaktivitäten der Siemens AG in Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und dem Rhein-Neckar-Dreieck koordiniert.
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main | WESER5
Wegschauen ist lebensgefährlich
Mit der provokanten „Aktion Tuch“ weist die Diakonie auf die Situation Obdachloser hin und möchte zum Handeln aufrütteln
Frankfurt Hauptwache. Ein ganz normaler Werktag kurz vor dem Weihnachtsfest. Auf der Jagd nach den letzten Geschenken hasten Passanten durch die Fußgängerzone. Doch etwas stört die Atmosphäre zwischen Glühweinständen und Karussell gewaltig. Unweit der Katharinenkirche liegt mitten auf der Zeil ein Toter mit einem Tuch bedeckt – so scheint es zumindest. Auch der zufällig in Sichtweite stehende Rettungswagen passt exakt ins Bild. Schnellen Schrittes stolpert eine Frau fast über das vermeintliche Leichentuch. Erschrocken bleibt sie stehen. Dann weicht das Grölen einer Gruppe von Schülern schlagartig Entsetzen. Schockwirkungen, die gewollt sind. Denn bei genauerem Hinsehen entpuppt sich die Szenerie als provokante Aktion. „Siehst Du mich jetzt? Ein Obdachloser hat die letzten Tage hier gesessen. Wetten, dass Sie ihn jetzt sehen?“, ist auf dem Tuch zu lesen, das über eine lebensgroße Puppe gebreitet ist, von der noch die Beine zu sehen sind. Gemeinsam mit der Werbeagentur Saatchi & Saatchi hat das Diakonische Werk für Frankfurt am Main die „Aktion Tuch“ entwickelt, die seit Dienstag in der Innenstadt läuft.
Nur die Spitze des Eisberges
„Wir möchten die Menschen aufrütteln. Sie sollen hinschauen und Hinweise geben, wo Obdachlose Hilfe benötigen“, betont der Leiter des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main, Dr. Michael Frase. Auf solche Unterstützung seien Hilfeeinrichtungen angewiesen, erklärt Bettina Bonnet von der Straßensozialarbeit des WESER5 Diakoniezentrums. „Wir können nicht überall sein, daher bitten wir die Menschen zu reagieren und sich an uns zu wenden, wenn ein Obdachloser irgendwo liegt oder an einer Bushaltestelle sitzt.“ Gerade in der kalten Jahreszeit gelte es, besonders aufmerksam zu sein, keine Zeit zu verlieren und umgehend öffentliche Einrichtungen oder die Polizei zu verständigen. Das könne lebensrettend sein. „Es gibt in Frankfurt ein gut abgestimmtes trägerübergreifendes Hilfesystem. Doch das kann nur funktionieren, wenn die Bevölkerung unterstützend mitarbeitet“, mahnt auch Frase. Schließlich stellten diejenigen Obdachlosen, die im Stadtbild unübersehbar seien, lediglich die Spitze eines Eisberges dar.
Behutsam ansprechen
Wie Bonnet erörtert, übernachten Obdachlose „an den abenteuerlichsten Stellen“ – in Müllcontainern, unter Treppen, Balkonen oder im Wald. Gemeinsam mit Kollegen der Sozialen Beratungsstelle von WESER5 spricht sie die Wohnungslosen an und baut langsam Vertrauen auf. „Wir machen Angebote, aber drängen niemanden zu etwas“, betont sie. Zu rund 300 Obdachlosen hat die Straßensozialarbeit regelmäßigen Kontakt. „Viele dieser Menschen trauen sich nicht, von sich aus Hilfe in Anspruch zu nehmen“, so Bonnet. Ziel sei, sie in weitere Hilfeangebote zu vermitteln. Zum Beispiel in den WESER5 Tagestreff, wo sie dann weitere Schritte hin zur Verbesserung ihrer Lebenssituation einleiten können. „Falls das erst einmal abgelehnt wird, helfen wir immerhin mit einem warmen Schlafsack aus.“
Einsatz, der sich lohnt
Wie effektiv die Arbeit ist, verdeutlicht der Arbeitsbereichsleiter "Diakonische Dienste", Georg Bastian, an einem Beispiel: „Vor kurzen haben wir im Übergangswohnhaus ‚Haus der Diakonie’ durch den Einsatz der Straßensozialarbeit einen Obdachlosen aufnehmen können, der monatelang in Erdhöhlen im Stadtwald gelebt hatte.“ In einem eigenen Zimmer könne er nun wohnen und erhalte begleitend Unterstützung, bis er seine Angelegenheiten selbst regeln könne und eine neue Unterkunft gefunden habe. Das „Haus der Diakonie“ mit 39 Plätzen sowie einer Notübernachtung mit acht Betten ist ebenfalls Bestandteil des WESER5 Diakoniezentrums. Unter einem Dach gelegen ermöglichen fünf qualifizierte Angebote schnelle und unbürokratische Unterstützung. Wie die Leiterin des Zentrums Renate Lutz erörtert, besuchen jährlich 21.000 Menschen den Tagestreff, 900 Männer sprechen in der Sozialen Beratungsstelle vor.
Konfrontiert mit der eigenen „Sehschwäche“
„Die meisten Menschen machen einen Bogen um Obdachlose. Oft geht es dabei nicht ums Geld, sondern sie wollen keine Berührungspunkte“, erklärt Holger Lutz, Geschäftsführer von Saatchi & Saatchi. Die „Aktion Tuch“ sei daher direkt, deutlich und provozierend und setzte bewusst auf Schockwirkung, um die Menschen mit ihrer selbst gewählten „Sehschwäche“ zu konfrontieren. Das Engagement der Werbeagentur, die die Aktion kostenfrei entwickelte, betrachtet Lutz als Übernahme von Verantwortung in der Region: „Wir sind in Frankfurt zu Hause und fühlen uns verpflichtet, mit unserem Knowhow zu helfen – und das ist Kommunikation.“ Wenn die Aktion auch nur einem Obdachlosen das Leben rette, habe sich der Aufwand mehr als gelohnt, so der Geschäftsführer. Die „Aktion Tuch“ läuft noch bis Freitag, 21. Dezember, jeweils von 10 bis 18 Uhr.
[Jörn Dietze]
Mobile Kinderkrankenpflege | Ambulanter Palliativdienst
Pflege zu Hause erhöht Lebensqualität
Die Share Value Stiftung fördert den Ambulanten Palliativdienst am Hospital für Palliativmedizin sowie die Mobile Kinderkrankenpflege mit insgesamt 30.000 Euro
Einen Scheck in Höhe von 30.000 Euro hat die Share Value Stiftung am Mittwoch, dem 21. November, an zwei Einrichtungen des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main übergeben. Von dem Betrag gehen 20.000 Euro an den Ambulanten Palliativdienst (APD) des Evangelischen Hospitals für Palliativmedizin, mit 10.000 Euro wird die Anschaffung eines neuen Fahrzeuges für die Mobile Kinderkrankenpflege unterstützt. Wie der Leiter des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main, Dr. Michael Frase, betont, sei die Zusammenarbeit mit Stiftungen und Förderern eine wichtige Voraussetzung, um innovative Projekte auf den Weg zu bringen.
Hilfe zur Selbsthilfe
Reiner Sachs stellt die Verbindung zum Stiftungszweck heraus: „Beide Einrichtungen sind in der ambulanten Versorgung schwerkranker und sterbender Menschen tätig und leisten in hohem Maße Hilfe zur Selbsthilfe“, betont der stellvertretende Stiftungsratsvorsitzende der Share Value Stiftung. Es handle sich um unverzichtbare Leistungen im Gesundheitswesen, die von den Kranken- und Pflegekassen nicht oder nur zum Teil finanziell gedeckt seien. „Das korrespondiert mit unserer Idee, Notwendige Projekte auf den Weg zu bringen, die sonst nicht möglich wären“. Die Share Value Stiftung fördert Einrichtungen der Jugendhilfe, der Altenhilfe, des öffentlichen Gesundheitswesens und des Wohlfahrtswesens, in denen im christlichen Sinne Hilfe geleistet wird. Nach dem Willen des Stifters Günter Weispfenning wird das Vermögen der Stiftung ausschließlich in Aktien angelegt. Unterstützt werden Einrichtungen, die dem Diakonischen Werk oder einem anderen Verband der freien Wohlfahrtspflege angehören und in Thüringen oder Hessen liegen.
Nach Hause begleiten
Der Ambulante Palliativdienst (APD) des Evangelischen Hospitals für Palliativmedizin besteht seit 2003 und ist ein Modell-Projekt. Das Hospital in der Frankfurter Rechneigrabenstraße ist spezialisiert auf die Behandlung von extremen Schmerzen. Als Fachkrankenhaus mit 20 Betten nimmt es ausschließlich Patienten auf, die infolge einer bösartigen Krebserkrankung oder einer HIV-Infektion als „austherapiert“ gelten und nach ärztlicher Einschätzung nur noch eine geringe Lebenserwartung haben. Neben Schmerzbekämpfung und Symptomkontrolle steht vor allem die persönliche Betreuung und Pflege im Vordergrund. Der Begriff „palliativ“ leitet sich ab vom lateinischen Wort „Pallium“ – Mantel. Grundgedanke ist, den Patienten wie mit einem Mantel zu umhüllen und zu schützen. Mit der Etablierung des APD sei dabei eine wichtige Brücke von stationärer zu ambulanter Versorgung gelungen, erörtert Helmut Ulrich, Geschäftsführer der Evangelischen Gesellschaft zum Betrieb von Wohn-, Alten- und Pflegeheimen: „Im Hospital können Patienten nur so lange bleiben, wie der entsprechende medizinische Behandlungsbedarf angezeigt ist. Die Weiterversorgung Schwerstkranker und Sterbender stellt deren Familien dann aber oftmals vor ein Problem“. Genau hier setze das ambulante Konzept an, erklärt APD-Mitarbeiter Matthias Bäumner: „Wir knüpfen ein Netz, das eine Versorgung zu Hause ermöglicht.“
Bedarf steigt
Vier Mitarbeiter mit Palliative-Care-Ausbildung besuchen bis zu 40 Patientinnen und Patienten drei bis viermal in der Woche zu Hause. Weitere 25, die entfernter wohnen, beraten sie telefonisch. Dass die meisten der Betreuten vorher Patienten im Hospital seien, erweise sich als Vorteil, da so frühzeitig umfangreiche individuelle Konzepte für eine ambulante Versorgung erstellt werden könnten, bemerkt Bäumner. Dazu gehöre Beratung ebenso wie Anleitung zur Dosierung von Schmerzmitteln. „Ganz wichtig ist uns ein kontinuierlicher Kontakt mit den Familien, um auch Veränderungen im Krankheitsverlauf mitzubegleiten“. Intensiv arbeitet der APD mit Hausärzten zusammen, darüber hinaus unterstützt die Ärztliche Leiterin des Hospitals für Palliativmedizin, Dr. med. Angelika Berg, bei der Therapie. Dass der Bedarf stetig ansteigt, belegen die Zahlen: Betreute der Dienst im Jahre 2006 noch knapp 260 Patienten, so waren es im Zeitraum von Januar bis Oktober dieses Jahres bereits 316. Wie Ulrich darlegt, zeige die Arbeit immer größere Wirkung: „Während im letzten Jahr zwei Drittel der Patienten im Hospital verstarben, pendelt sich die Zahl für dieses Jahr etwa bei der Hälfte ein.“ Die letzten Monate oder Wochen zu Hause zu verbringen, weiß Bäumner, sei schließlich für fast alle ein Herzenswunsch. Frase verweist auf die hohe Bedeutung, die solches Engagement für die Kirche habe: „Kranke und sterbende Menschen zu begleiten ist ein Uranliegen von Christinnen und Christen. Darum müssen wir in diesem Arbeitsfeld besonders präsent sein“.
Kinder benötigen besondere Aufmerksamkeit
Für den hohen Wert einer häuslichen und familiären Umgebung, so Reiner Sachs, stehe auch die Mobile Kinderkrankenpflege beispielhaft. Sie ist der einzige Pflegedienst in Frankfurt am Main, der sich auf die Betreuung akut oder chronisch kranker Kinder spezialisiert hat. Seit 1979 gibt es die Mobile Kinderkrankenpflege. Insgesamt neun examinierte Kinderkrankenschwestern sind auch an Wochenenden und Feiertagen im Frankfurter Stadtgebiet sowie in angrenzenden Gemeinden im Einsatz. „Momentan versorgen wir 35 Kinder im Monat, einige von ihnen nur über kurze Zeiträume, andere über Monate oder Jahre“, erklärt Sivinski und ergänzt: „Der Bedarf jedoch ist noch weitaus größer“. Zu den Leistungen des Pflegeteams gehört unter anderem die Durchführung ärztlicher Verordnungen wie Verbandswechsel, Injektionen oder Pflege nach Operationen. Zudem leitet es Familien zu Pflege und Ernährung an. „Immer höheren Stellenwert gewinnt auch die Begleitung von sterbenden Kindern und ihren Familien“, bekräftigt die Leiterin, „mehr und mehr fragen Kliniken bei uns an, ob wir schwerstkranke Kinder übernehmen können.“ Um diesem Anliegen noch eingehender Rechnung zu tragen, absolviert eine Mitarbeiterin zurzeit die Ausbildung „Palliative-Care für Kinder“. Die Mobile Kinderkrankenpflege arbeitet selbstverständlich eng mit Ärzten, Krankenhäusern und Einrichtungen des Gesundheitswesens zusammen. Lediglich ein Drittel der Kosten decken die Kranken- und Pflegekassen. Zudem sichern die Stadt Frankfurt, die Cronstett- und Hynspergische Evangelische Stiftung zu Frankfurt und Förderer wie die Share Value Stiftung die Arbeit.
[Jörn Dietze]
Familien-Markt | WESER5
"Gemeinsame Sache" mit Langzeitwirkung
Kleiderspende-Aktion der Mitarbeiter von Ernst & Young für Diakonie und Caritas bringt großen Erfolg
Viele Hände öffnen sich und bilden einen Kreis. Die Abbildung auf dem Plakat hat für Andreas Havas Symbolcharakter: "Ein Unternehmen ist nichts abstraktes, sondern besteht aus Menschen, die gemeinsam etwas auf den Weg bringen", bekräftigt der Partner bei Ernst & Young, der eine besondere Aktion initiiert hat: Über vierzehn Tage hinweg haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Prüfungs- und Beratungsunternehmens in Eschborn fleißig ihre Kleiderschränke begutachtet und alles, was sie nicht mehr brauchten, in einen großen Holzcontainer gebracht. Von dem Ergebnis profitieren nun zwei Frankfurter Einrichtungen, die bedürftige Menschen in Frankfurt unterstützen: Der Ökumenische Familien-Markt sowie das WESER5 Diakoniezentrum.
Hilfe mit Mehrfacheffekt
"Wir haben zu der Kleiderspende-Aktion aufgerufen, weil wir als großes Wirtschaftsunternehmen auch eine soziale Verantwortung haben und freuen uns, dass unsere Mitarbeiter bei diesem freiwilligen Engagement so begeistert mitgemacht haben", betont Gunther Ruppel, Vorstandsmitglied von Ernst & Young und Niederlassungsleiter in Frankfurt/Eschborn. Der Erfolg bestätigt ihn: "Die Kleidungsstücke sind allesamt sehr hochwertig", betonen Petra Spöck und Harald Weck vom Leitungsteam des Familien-Marktes, der vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main und dem Caritasverband Frankfurt e.V. gemeinsam getragen wird. Die große Menge an Kleidung hat die Beteiligten überrascht. Havas indes kennt ein Problem, das sich vielen immer wieder stellt, aus eigener Erfahrung: "Man hat gut erhaltene Sachen, die man nicht mehr nutzt, und fragt sich: Wohin mit ihnen, damit sie wirklich bei Menschen ankommen, die Hilfe benötigen?" Dass die beiden Einrichtungen exakt für eine solch sinnvolle Verwendung stehen, hat die Unternehmensvertreter überzeugt: "Uns gefällt das Konzept, dass die Einkäufer im Familien-Markt nicht als Hilfebedürftige sondern als Kunden betrachtet werden", so Havas. Dr. Thea Mohr, Geschäftsführerin des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main, verweist auf den Mehrfacheffekt: "Der Familienmarkt ermöglicht einerseits finanzschwachen Menschen in einem Second-Hand-Kaufhaus zu günstigen Preisen einzukaufen und qualifiziert gleichzeitig im Rahmen von Hartz-IV-Maßnahmen Langzeitarbeitslose in den Bereichen Verkauf, Verwaltung, Logistik und Lagerwesen."
Persönliche Verantwortung wahrnehmen
Auch bei WESER5 bewirken die gesammelten Jacken, Mäntel oder Pullover viel: "Funktionale Kleidung ist immer Mangelware, denn gerade in der kalten Jahreszeit kommen zahlreiche Obdachlose zu uns, die schnell versorgt werden müssen", betont Renate Lutz, Leiterin des Diakoniezentrums im Frankfurter Bahnhofsviertel, das fünf Unterstützungsangebote unter einem Dach bereit hält: eine Soziale Beratungsstelle, einen Tagestreff, ein Übergangswohnhaus mit Notübernachtung sowie Aufsuchende Straßensozialarbeit. "Als Menschen, die Arbeit haben, dürfen wir nicht vergessen, dass wir in einer bestimmten Weise privilegiert sind und persönliche Verantwortung für eine menschenwürdige Gesellschaft tragen", bekräftigt Havas. Bereits seit Jahren engagiert sich Ernst & Young im sozialen, aber auch im Kulturbereich. Unter anderem fungiert das Unternehmen als Hauptsponsor der Frankfurter "Nacht der Museen". Die Ernst & Young AG mit Hauptsitz in Stuttgart ist eine der großen deutschen Prüfungsgesellschaften und das deutsche Mitgliedsunternehmen der weltweit agierenden Ernst & Young International. An 21 Standorten beschäftigt es rund 6.200 Mitarbeiter, mehr als 1.600 von ihnen arbeiten in der Niederlassung Frankfurt/Eschborn.
Netzwerke für die Region
Die Idee zu der Kleiderspende-Aktion entstand bei einer Veranstaltung im Rahmen der "Common Purpose"-Initiative, wo Havas die Geschäftsführerin des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main traf: "Common Purpose bringt Führungskräfte der Region aus den verschiedensten Bereichen zusammen und möchte aktive Verantwortungsträger für die Gesellschaft aufbauen", erklärt Mohr. Der Begriff bedeutet übersetzt so viel wie "gemeinsame Sache" und steht für eine Initiative, die 1989 in Großbritannien gegründet wurde und heute in mehr als 50 Städten in sieben Ländern mit Programmen vertreten ist. In Frankfurt wurde sie im Jahre 2003 unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeisterin Petra Roth auf den Weg gebracht. Dass die Kleiderspende-Aktion die Ernst & Young-Mitarbeiter zu weiteren Ideen inspiriert hat, freut Havas besonders. So sollen in Zukunft etwa Lebensmittel, die bei Konferenzen oder Veranstaltungen übrig geblieben sind, gezielt an soziale Einrichtungen weitergegeben werden. "Dinge anstoßen, aus denen sich dann immer wieder neue Initiativen entwickeln, ist einer der Grundgedanken von Common Purpose", betont Havas und ergänzt: "Es geht um Netzwerke, die Vielfalt im Gemeinwesen repräsentieren". Für Mohr ist die Kleiderspende-Aktion nicht zuletzt ein "tolles Beispiel für Nachhaltigkeit". Schließlich soll der Sammelcontainer nun zu einer Dauereinrichtung im Hause Ernst & Young werden.
Familien-Markt
Mobil dank der Johanniter Cronstetten Altenhilfe e.V.
Die Johanniter Cronstetten Altenhilfe e.V. (JCA) fördert die Anschaffung eines neuen Transporters für den Familien-Markt von Diakonie und Caritas
Mit einem Betrag von 7.000 Euro hat die Johanniter Cronstetten Altenhilfe e.V. (JCA) die Anschaffung eines Transporters für den Ökumenischen Familien-Markt unterstützt. Den neuen Ford Transit übergaben die Vorstandsmitglieder Jobst-Babo Graf Harrach, Johann Gottlieb Freiherr von Süsskind-Schwendi und Sylvius Hohlt am 17. November an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterinnen der Einrichtung in Frankfurt-Bornheim. Wie der Leiter des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main, Dr. Michael Frase, betonte, sei die Spende ein weiterer bedeutender Beitrag zu einem diakonischen Netzwerk, in dem die JCA seit Jahren eine wichtige Rolle spiele und viel ermögliche.
Familen-Markt wird gebraucht
Der Familien-Markt ist ein Second-Hand-Kaufhaus für Menschen mit geringen finanziellen Möglichkeiten und wird vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main und dem Caritasverband Frankfurt e.V. gemeinsam getragen. Zunehmend mehr Menschen sind
auf Angebote, wie sie der Familien-Markt vorsieht angewiesen.
Einkaufsberechtigt sind alle Inhaber eines Frankfurt-Passes, ALG II-Bescheides oder entsprechenden Berechtigungsscheines. Außerdem Studentinnen und Studenten mit gültigem Studentenausweis. Im Rahmen von Hartz IV-Maßnahmen qualifiziert die
Einrichtung Langzeitarbeitslose in den Bereichen Verkauf, Verwaltung, Logistik und Lagerwesen. Knapp die Hälfte von ihnen sind Jugendliche. „Unter anderem durch ein von der Industrie- und Handelskammer anerkanntes System aus Qualifizierungsbausteinen
verbessern sie bei uns ihre Chancen, eine Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt zu finden“, erklärt Harald Weck vom Leitungsteam des Familien-Marktes.
Haushaltsauflösungen sind nicht immer einfach, vor allem bei älteren Menschen
Zum Anliegen der JCA sieht Jobst-Babo Graf Harrach unmittelbare Verbindungen. Als Beispiel nennt er Haushaltsauflösungen, die der Familien-Markt anbietet: „Für alte Menschen ist es ein harter Einschnitt, wenn sie sich von Dingen trennen müssen, die sie sich einmal mühsam erarbeitet haben und an denen ihr Herz hängt.“ Zu wissen, dass diese nicht auf den Müll wanderten, sondern wiederum anderen zugute kämen, sei ein starker Beitrag zum Wohlbefinden in einer an sich schon schwierigen Lebenssituation, etwa wenn ein Wechsel von der eigenen Wohnung in ein Seniorenheim anstehe. Ziel der 1979 gegründeten Johanniter Cronstetten Altenhilfe ist, im Rahmen der Pflege persönliche Zuwendung zu ermöglichen, die über das hinausgeht, was durch Leistungskataloge abgerechnet werden kann. „Es geht um Humanität statt bloßer Versorgung, um Zeit für das Gespräch“, betont von Süsskind-Schwendi. Über 80 Seniorinnen und Senioren betreut die JCA. Darüber hinaus hat der Verein ein Seminarangebot für Menschen entwickelt, die ehrenamtlich in der Altenbetreuung tätig werden möchten, und fördert Initiativen, die sich Betreuung und Unterstützung alter Menschen zum Ziel gesetzt haben.
Der Familien-Markt bringt und holt Möbel ab
Dass die JCA mit ihrer Spende die Anschaffung eines Neufahrzeug anstatt eines Gebrauchtwagens ermöglicht habe, sei besonders erfreulich, betont Harald Weck: „Der Transporter ersetzt ein sechs Jahre altes Fahrzeug, das nicht mehr im Betrieb gehalten werden konnte. Da er vor allem zum Bringen und Abholen von Möbeln eingesetzt wird, ist er hohen Belastungen ausgesetzt.“ Ein Großteil der Fahrer, die vom Familien-Markt qualifiziert würden, habe wenig Fahrpraxis. Daher sei ein technisch einwandfreier Zustand des Transporters von besonders hoher Bedeutung. „Insgesamt erlernen viele der jungen Menschen im Familien-Markt zunächst Grundvoraussetzungen, etwa sich in eine Hierarchie einzuordnen und strukturiert zu arbeiten“, ergänzt Leiterin Petra Spöck. „Bei uns haben sie dazu intensivere Möglichkeiten als in einem regulären Betrieb, da wir sie eingehend begleiten.“
Beschäftigung, auch für ältere Arbeitnehmer
Doch auch ältere Menschen spielen im den Bereichen Beschäftigung und Qualifikation eine Rolle. Von insgesamt 70 Plätzen stehen fünf für über 58-Jährige zur Verfügung: „Bis zu drei Jahre finden sie hier eine
Arbeit und entgehen so einer Frühverrentung,“ betont Weck, der gerade für solch erfahrene Mitarbeiter äußerst dankbar ist: „Mit ihrem Know-how und ihrer Einstellung geben sie Jüngeren gute Beispiele. Zudem entlasten
sie uns im Arbeitsalltag.“ Petra Spöck ergänzt einen weiteren Aspekt: „Neben der Hauptzielgruppe Familien kaufen zahlreiche Seniorinnen und Senioren mit Frankfurt-Pass im Familien-Markt ein.“ Für sie sei das Second-Hand-Kaufhaus
auch als Ort der Kommunikation wichtig. „Schließlich treffen in unserem kleinen Café täglich Generationen aufeinander.“
[Jörn Dietze]
Tipp:
Viermal im Jahr veranstaltet der Familien-Markt einen Flohmarkt, der für Jedermann geöffnet ist. Der nächste findet statt am 2. Dezember 2007 von 10 bis 14 Uhr in der Freiligrathstraße 37-39 in Frankfurt-Bornheim.
Kontakt:
Familien-Markt
Freiligrathstraße 37-39
60385 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 904 367 80
Fax: (069) 904 367 81
E-Mail: Familien-Markt@t-online.de
Internet: www.familienmarkt-frankfurt.de
WESER5
Fliegende Bälle und jede Menge Spannung
An jedem letzten Sonntag im Monat findet im WESER 5-Tagestreff ein
Mit welchem Ehrgeiz die 12 Männer bei der Sache sind, sieht man ihren Gesichtern an. Rund um die Tischtennisplatte im WESER5-Tagestreff haben sie sich versammelt, um wie jeden Monat ihren Champion zu küren. Echte Endspiel-Stimmung kommt auf, wenn die umstehenden Zuschauern ihre Favoriten lautstark anfeuern. Immerhin darf sich der Gewinner über 15 Euro Preisgeld freuen. Doch das Turnier, bei dem stets Hobbysportler unterschiedlichster Nationalitäten um den „Titel“ kämpfen, lohne sich für alle, betont Organisator Jürgen Hepp:“ Tischtennis leistet einen wichtigen und regelmäßigen Beitrag zu einer angenehmeren Tagesstrukturierung.“ Viele entdeckten bei sich auch eine Steigerung ihrer Leistung und ihres Ehrgeizes.“ „Besonders gerne treten viele der Männer gegen deutlich bessere Spieler. Dabei sind sie sehr lernwillig“. Zudem habe das Spielen im Tagestreff schon 3 Besucher motiviert, in Tischtennisvereine einzutreten.
Auch unter der Woche finden Spielwillige im Tagestreff meist einen Partner, mit dem sie sich die Bälle zuspielen und können. Tischtennis spielen kann man im Tagestreff von Sonntag bis Donnerstag (12 – 16 Uhr). Die Turniere finden an jedem letzten Sonntag im Monat um 11 Uhr statt. Als Preisgelder winken: 15, 10, 5 €. Und natürlich für alle Kaffee, Tee, Spaß und jede Menge Spannung.
Insgesamt besuchen täglich zwischen 80 und 100 Menschen den WESER 5-Tagestreff. Die meisten von ihnen sind wohnungslos und von Armut betroffen, nächtigen im Freien oder sind in Notunterkünften untergebracht. Viele leben vereinsamt und isoliert und haben sonst keine sozialen Kontakte. Im Tagestreff halten sie sich auf, essen, waschen ihre Wäsche, duschen, betreiben Körperhygiene. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter führen sie an Hilfeangebote heran, die wesentlich zur Verbesserung ihrer Lebenssituation beitragen. Dazu gehören insbesondere auch die anderen Unterstützungsangebote des WESER5 Diakoniezentrums, zu dem neben dem Tagestreff eine soziale Beratungsstelle, ein Übergangswohnhaus, eine Notübernachtung sowie aufsuchende Straßensozialarbeit gehören.
Familien-Markt
Familien-Markt macht Flohmarkt
Sonderverkauf von Neuware
Zu einem Flohmarkt mit Sonderverkauf von Neuware aus mehreren Ladenauflösungen lädt der Familien-Markt, das Second-Hand-Kaufhaus von Diakonie und Caritas für Sonntag, 2. September, von 10 bis 14 Uhr, nach Bornheim, Freiligrathstraße 37-39, ein. Bei diesem Flohmarkt sind Schnäppchenjäger richtig. Zu kaufen gibt es Kleidung für Erwachsene und Kinder, Möbel, Hausrat und Antikmöbel. Die Neuware umfasst unter anderem große Bestände von Herbst- und Wintermänteln, Daunenjacken, Übergangsjacken, Jeanskleider und Jeansjacken mit Fellbesatz, Trainingsanzüge, Kinderjacken und Kinderhosen. Zudem sind neue Lederjacken, Jacken und Pullover vom Ordnungsamt zu haben. Verkauft wird auch neue „Tupperware“, darunter Mülleimer, Dosen, Schüsseln und Hundeschüsseln.
Informationen beim Familien-Markt, Telefon 069-90436780
Weißfrauen Diakoniekirche
Knoten an Knoten an Knoten
Seidenstück von Jens Risch in Weißfrauen Diakoniekirche
Am Mittwoch, den 5. September 2007 zeigt ab 19 Uhr der in Berlin lebende Künstler Jens Risch seine beiden Arbeiten „Seidenstück I“ und „Seidenstück II (Erster Teil)“ in der Weißfrauen Diakoniekirche, Weser- Ecke Gutleutstraße. 4 Jahre lang hat Jens Risch, der Meisterschüler bei Prof. Thomas Bayrle an der Städelschule war, an einem 1000 Meter langen Seidenfaden geknotet. Knoten an Knoten an Knoten. So lange, bis kein weiterer Knoten mehr zu machen war. Entstanden ist in dieser Zeit ein Kondensat von Energie, ein kraftvoller und kritischer Kommentar zu Themen wie Arbeit, Geschwindigkeit, Kunstproduktion. Eine Koralle, ein Gehirn, ein Tagebuch, eine organisch gewachsene Skulptur. In der Präsentation von Jens Risch in der Diakoniekirche sind auch die einzelnen vier Arbeitsstufen zu sehen, die zu dem Seidenstück mit ca. 8 cm Durchmesser geführt haben.
Diese Arbeiten von Jens Risch passen nach Meinung von Gerald Hintze, Kurator an Weißfrauen Diakoniekirche, in die gegenwärtigen Fragestellungen nach dem Sinn von Arbeit in unserer Gesellschaft. Fast vier Jahre hat Jens Risch mit einem 5 Stunden-Arbeitstag sich in ein selbstbeauftragtes Projekt begeben: Keine große Geste ist mit dieser künstlerischen Arbeit entstanden, sondern ein berührendes Dokument von Lebens-Arbeits-Zeit (siehe Foto von Jörg Baumann im Anhang).
Am 5. September wird um 19 Uhr in der Weißfrauen Diakoniekirche der ehemalige Lehrer von Jens Risch, Prof. Thomas Bayrle, in die Arbeit am Seidenstück einführen. Das kleinteilige Seidenstück von Jens Risch steht nun dem Großen Wandbild von Ulrich Becker gegenüber und verhält sich zu den fleißigen Bienen der Stadtimkerei von Florian Haas und Andreas Wolf im Turm der Diakoniekirche. Alle Arbeiten sind noch bis Ende September jeden Dienstag und Donnerstag von 13 bis 17 Uhr in der Weißfrauen Diakoniekirche zu sehen.
Weitere Informationen über die Arbeit von Jens Risch unter: www.jensrisch.de










































































































































