Kindertagesstätten
„Kein Kinderkram...“
Mit einer ungewöhnlichen Werbeaktion möchte die Diakonie Frankfurt Fachkräfte für ihre Kitas gewinnen.
Ein Mädchen mit Wäscheklammern in der Nase, umherfliegenden Schnürsenkeln, ein Junge, der mit einem Spielzeugauto von einem Kameraden geschlagen wird, während ein anderer versucht, einen Gegenstand in die Steckdose zu bekommen. Ein Albtraum für jede Erzieherin, jeden Erzieher. Zu sehen auf einer Karikatur, mit der das Diakonische Werk für Frankfurt am Main Personal für seine Einrichtungen wirbt. In 180 Gaststätten wird die Karikatur als Postkarte ausliegen. "Wir wollen bewusst neue Wege bei der Personalgewinnung gehen und probieren es deshalb mit Werbemaßnahmen an ungewöhnlichen Orten und mit einem Augenzwinkern, denn dieser Beruf macht ja wirklich Spaß", sagt Kurt-Helmuth Eimuth, bei der Diakonie Frankfurt für Kindertagesstätten zuständig. Schließlich, so Eimuth, sei der Arbeitsmarkt für diese Berufsgruppe in Frankfurt "leergefegt". Alleine bei den evangelischen Trägern seien bis Sommer etwa 100 Stellen zu besetzen. Ursächlich für den steigenden Personalbedarf sind der Platzausbau für die Unter-drei-Jährigen, die steigende Kinderzahl in Frankfurt und die bessere Ausstattung der Kindertagesstätten mit Personal. Um Berufsanfängerinnen wirbt die Diakonie gesondert mit einem Plakat und dem Slogan „Kein Kinderkram“ an den Fachschulen in Hessen. Auch werde man die Präsenz im Internet verstärken, kündigt Eimuth an.
Kontakt:
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main
Arbeitsbereich Kindertagesstätten
Kurt-Helmuth Eimuth, Tel.: 069/ 90105-6646
zu den Kita-Stellenangeboten
Download Plakat "Kein Kinderkram"
Download Postkarte "Kein Kinderkram"
WESER5
„Not gibt es auch in der Nachbarschaft...“
Humanity First Deutschland und WESER5 Diakoniezentrum organisierten gemeinsamen Aktionstag zur Obdachlosenhilfe
Einen Aktionstag zur Obdachlosenhilfe organisierten Mitglieder der Hilfsorganisation Humanity First Deutschland in Zusammenarbeit mit dem WESER5 Diakoniezentrum. Unter anderem gaben sie heiße Getränke und Gebäck im WESER5 Tagestreff aus und überbrachten Kleiderspenden, Gesellschaftsspiele sowie alltägliche Gebrauchsgegenstände. Mit der gemeinsamen Veranstaltung, so Volker Qasir von Humanity First, wollten die Organisatoren darauf aufmerksam machen, dass es nicht nur im Ausland oder in Entwicklungsländern notleidende Menschen gebe, sondern auch in Deutschland. Ziel sei, die Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren, dass auch in Nachbarschaften zahlreiche in Not geratene Menschen lebten, die Unterstützung benötigen, betonte die Leiterin des WESER5 Diakoniezentrums, Renate Lutz. Wie die Initiatorin des Projektes, Susan Winkler (Humanity First), erklärte, solle die Aktion der Startschuss für eine weitergehende Zusammenarbeit mit dem WESER5 Diakoniezentrum sein. Die Zahl fünf steht bei der Einrichtung der Diakonie Frankfurt nicht nur für eine Hausnummer in der Weserstraße, sondern für fünf qualifizierte Angebote für Wohnsitzlose: Tagestreff, Straßensozialarbeit, Soziale Beratungsstelle, Notübernachtung und Übergangswohnhaus.
Humanity First (deutsch.: Menschlichkeit zuerst) ist eine im Jahr 1992 gegründete, internationale Hilfsorganisation mit Hauptsitz in London. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, notleidenden und bedürftigen Menschen in aller Welt, unabhängig von Herkunft, Rasse, Nationalität oder Religion, zu helfen. Humanity First verfügt weltweit über ein ausgedehntes Netz von ortsansässigen, ehrenamtlichen Helfern, die innerhalb kürzester Zeit in über 190 Ländern der Welt aktiv werden können. Humanity First Deutschland wurde 1997 gegründet und unterhält hauptsächlich langfristig angelegte Hilfs- und Versorgungsprojekte in Regionen West-Afrikas, die vor allem „Hilfe zur Selbsthilfe“ ermöglichen sollen.
WESER5 | Diakonisches Werk für Frankfurt am Main
Haus & Grund Frankfurt am Main e.V. spendet 3.000 Euro für WESER5 Straßensozialarbeit der Diakonie Frankfurt
Spende
Eine Spende in Höhe von 3.000 Euro für die Straßensozialarbeit hat Geschäftsführer Wolf-Bodo Friers von Haus & Grund Frankfurt am Main e.V. am Montag an die Leiterin des WESER5 Diakoniezentrums, Renate Lutz, überbracht. Mit dem Betrag aus Mitteln einer eigenen Stiftung leistet der Verein einen Beitrag dazu, dass die Stelle einer Straßensozialarbeiterin finanziert werden kann. Dies ist nur mithilfe von Spenden und Fördermitteln möglich.
Die WESER5 Straßensozialarbeit wendet sich an wohnungslose Frauen und Männer, die resigniert haben und von sich aus keine Hilfe in Anspruch nehmen. Sie leben in Abbruchhäusern, auf öffentlichen Plätzen oder im Stadtwald. An diesen Orten sucht die Straßensozialarbeit die Wohnungslosen auf, spricht sie behutsam an und baut langsam Vertrauen auf. Ziel ist, sie an weitere Unterstützungsangebote heranzuführen und erste Schritte zur Veränderung ihrer Lebenssituation einzuleiten. Die WESER5 Straßensozialarbeit ist Teil des WESER5 Diakoniezentrums, das im Frankfurter Bahnhofsviertel fünf qualifizierte Angebote für Wohnsitzlose bereithält. Neben der Straßensozialarbeit sind dies ein Tagestreff, eine Soziale Beratungsstelle, eine Notübernachtung sowie ein Übergangswohnhaus. Getragen wird das WESER5 Diakoniezentrum vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main.
Haus & Grund Frankfurt am Main vertritt seit über 125 Jahren die Interessen der privaten Immobilieneigentümer und ist mit rund 9.000 Mitgliedern der größte Grundeigentümerverein in Hessen und einer der größten Eigentümervertreter bundesweit. Seit 1994 existiert zudem die Private Stiftung Haus & Grund Frankfurt, die für die Erhaltung und den Erwerb von privatem Immobilieneigentum eintritt und darüber hinaus soziale und kulturelle Maßnahmen unterstützt.
Mobile Kinderkrankenpflege
Mobile Kinderkrankenpflege der Diakonie Frankfurt erhält 1.370 Euro
vom Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik
Einen Scheck in Höhe von 1370 Euro hat das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP) an die Mobile Kinderkrankenpflege des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main übergeben. Leiterin Erika Zimmermann nahm den Betrag, der bei einer Spendensammlung anlässlich der Weihnachtsfeier im Gemeinschaftswerk zusammengekommen war, am Freitag von GEP-Direktor Jörg Bollmann entgegen.
Die Mobile Kinderkrankenpflege ist der einzige Pflegedienst in Frankfurt und Umgebung, der sich auf die Betreuung akut oder chronisch kranker Kinder spezialisiert hat. Auch an Wochenenden und Feiertagen gewährleistet er die Versorgung der jungen Patientinnen und Patienten. Examinierte Kinderkrankenschwestern kommen nach Absprache mit Kinder- und Klinikärzten sowie Eltern ins Haus. Seit 1979 bietet die Mobile Kinderkrankenpflege professionelle medizinische Betreuung sowie intensive persönliche Zuwendung und hilft, Klinikaufenthalte von Kindern auf eine minimale Dauer zu beschränken oder komplett zu verhindern.
Zu den Leistungen des Pflegeteams gehört unter anderem die Durchführung ärztlicher Verordnungen wie Verbandswechsel oder Injektionen, Pflege nach Operationen sowie Anleitung zu Pflege und Ernährung. Immer mehr an Stellenwert gewinnt die Begleitung von schwerstkranken und sterbenden Kindern sowie ihren Familien. Dazu werden Mitarbeiterinnen speziell im Bereich Palliativpflege geschult. Um kranke Kinder möglichst umfassend zu betreuen, arbeitet die Mobile Kinderkrankenpflege eng mit Ärzten, Krankenhäusern und Einrichtungen des Gesundheitswesens zusammen.
Oberster Grundsatz ist die Achtung gegenüber Kindern - unabhängig von soziokultureller Herkunft, Religion und Weltanschauung. Neben der Stadt Frankfurt unterstützt die Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung, eine der ältesten Stiftungen Frankfurts, die Einrichtung. Da die von den Kranken- und Pflegekassen erstatteten Beträge bei weitem nicht die Kosten decken, ist die Mobile Kinderkrankenpflege auch in Zukunft auf Unterstützung durch Stiftungsmittel und Spenden angewiesen, um ihre wichtige Arbeit aufrecht zu erhalten.
Integrationshilfen für Menschen mit Behinderung
Begegnungszentrum „Drehscheibe“ der Diakonie Frankfurt nach Umbau mit erweitertem Konzept wiedereröffnet
Förderung durch die Share-Value Stiftung/ Öffnung in den Stadtteil mit vielfältigen Aktivitäten
Dank einer Förderung der Share Value Stiftung in Höhe von 40.000 Euro konnte die „Drehscheibe“ in der Fürstenbergerstraße 27 zu einem barrierefreien Kommunikations- und Begegnungszentrum mit Cafécharakter umgestaltet werden. Bei einer Festveranstaltung am 1. Februar dankte der Leiter des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main, Pfarrer Dr. Michael Frase, der Stiftung und unterstrich den Netzwerkcharakter der Einrichtung: „Mit dem neuen Konzept der Drehscheibe möchten wir eine stadtteilorientierte Arbeit weiter vorantreiben und einen Verbund aus Menschen mit und ohne Behinderung schaffen.“ Wie die Vorsitzende der Share Value Stiftung, Christiane Weispfenning, bekräftigte, freue sie sich, dass die Stiftung durch die Förderung der Drehscheibe dazu beitragen könne, viele wertvolle Begegnungen zu ermöglichen. Dr. Rüdiger Koch überbrachte die Grüße des Ortsbeirates 3 (Nordend) und bezeichnete die Drehscheibe als „einen wichtigen Baustein eines großen Netzwerkes, in dem verschiedene gesellschaftliche Gruppen miteinander vernetzt sind und das, was notwendig ist, miteinander bereden.“
An die Anfänge der Einrichtung erinnerte die Leiterin der Kontaktstelle für Körperbehinderte und Langzeitkranke der Diakonie Frankfurt (KKL), Elvira Neupert-Eyrich. Die KKL eröffnete die Drehscheibe im Jahre 1982 für die Bewohner der barrierefreien Wohnanlage in der Fürstenbergerstraße als Begegnungsraum für körperbehinderte Menschen. In den 1990er-Jahren wurde das Konzept zunehmend erweitert: Selbsthilfegruppen und verschiedene Träger halten seitdem behinderungsspezifische und behinderungsübergreifende Angebote vor. „Schon lange“, so Neupert-Eyrich, „gilt die Drehscheibe als der barrierefreie Raum in Frankfurt, in dem sich die unterschiedlichsten Gruppen treffen können“.
Das neue Konzept gehe nun einen Schritt weiter und öffne sich für Menschen mit und ohne Behinderung im Stadtteil, erklärte Stefanie Schleifer, Koordinatorin des von der Aktion Mensch geförderten Modellprojekts „Selbstbestimmung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben - Koordination und Aufbau eines Netzwerkes für Menschen mit Behinderung“. Im Rahmen dieses Projektes der Diakonie Frankfurt seien bereits neue Angebote hinzugekommen. „Sie bieten Menschen mit und ohne Behinderung Möglichkeiten zum Austausch und zur aktiven Gestaltung des Lebens im Stadtteil.“
Unter anderem startet im März ein barrierefreies Theaterprojekt, das Menschen mit und ohne Behinderung ermöglicht, gemeinsam Theater zu spielen. Zudem setzt sich eine Gruppe des Netzwerkes für „barrierefreie Geschäfte im Nordend“ ein und sucht dazu unter anderem den Kontakt zum Einzelhandel. „Mit weiteren Veranstaltungen wie etwa Lesungen“, so Schleifer, „möchten wir die Drehscheibe als einen Ort der Kommunikation und Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung in den Stadtteil hinein öffnen.“ Ziel sei, Barrieren abzubauen und neue soziale Netze zu knüpfen, um auch der Isolation von Menschen mit Behinderung entgegen zu treten. „Gemeinsam wollen wir aktiv das Stadtteilleben gestalten und daran teilhaben“, bekräftigte die Koordinatorin. Nicht zuletzt zeigen sich die inhaltlichen Veränderungen auch in der räumlichen Neugestaltung der Drehscheibe: Helle, freundliche Farben, die Möglichkeit für Kunstausstellungen sowie eine neue behindertengerechte Teeküche laden ab sofort zu Gesprächen und Aktivitäten ein.
Foto: (von links nach rechts) Elvira Neupert-Eyrich, Stefanie Schleifer, Christiane Weispfenning, Pfarrer Dr. Michael Frase
WESER5
Ein starkes Zeichen gegen Kälte:
Über 5.500 Euro für Obdachlose in Frankfurt
Verein Aktiv7 übergab Scheck an WESER5 Straßensozialarbeit der Diakonie Frankfurt/ Hoher Erlös aus erfolgreicher Benefizparty mit bekannten Szene-Größen
Einen Scheck in Höhe von 5.570 Euro überreichten Rebecca Kämpfe, Joy Beacon und Nico Häger vom Verein Aktiv7 am Donnerstag an die Leiterin des WESER5 Diakoniezentrums, Renate Lutz. Es ist der Erlös aus einer Benefizparty, die der Verein am 12. Dezember 2009 im Englischen Theater am Willy-Brandt-Platz organisiert hatte. Dabei waren unter anderem Künstler wie die Band INUKI, United DJ Klitbeats sowie Szene-Größe DJ Julian Smith, die allesamt auf ihre Gage verzichteten. Auch die Deutsche Bank unterstützte die Party mit 2.000 Euro. Aktiv7, eine Gruppe junger Frankfurterinnen und Frankfurter, veranstaltet regelmäßig Szene-Partys und spendet den Erlös für gute Zwecke. Mit seiner Jubiläums-Party erzielte der Verein nun einen neuen Spendenrekord.
Die WESER5 Straßensozialarbeit wendet sich an wohnungslose Frauen und Männer, die resigniert haben und von sich aus keine Hilfe in Anspruch nehmen. Sie leben in Abbruchhäusern, auf öffentlichen Plätzen oder im Stadtwald. An diesen Orten sucht die Straßensozialarbeit die Wohnungslosen auf, spricht sie behutsam an und baut langsam Vertrauen auf. Ziel ist, sie an weitere Unterstützungsangebote heranzuführen und erste Schritte zur Veränderung ihrer Lebenssituation einzuleiten. Die WESER5 Straßensozialarbeit ist Teil des WESER5 Diakoniezentrums, das im Frankfurter Bahnhofsviertel fünf qualifizierte Angebote für Wohnsitzlose bereithält. Neben der Straßensozialarbeit sind dies ein Tagestreff, eine Soziale Beratungsstelle, eine Notübernachtung sowie ein Übergangswohnhaus. Getragen wird das WESER5 Diakoniezentrum vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main.
Aktiv7 wurde als gemeinnütziger Verein von sieben Studenten aus Frankfurt gegründet und veranstaltet seit 2005 regelmäßig „coole Partys“, deren Erlöse einem guten Zweck zukommen.
Unter anderem unterstützte Aktiv7 bereits Plan International und den Verein Frauen helfen Frauen e.V. Im Jahre 2008 förderte Aktiv7 auch die Anschaffung einer Waschmaschine und eines Trockners für den WESER5 Tagestreff.
Foto:
von links nach rechts: Rebecca Kämpfe, Joy Beacon, Nico Häger, Renate Lutz
Familien-Markt
„DIE WELLE XMAS-CHARITY“ - Hilfsaktion unterstützt Familien-Markt
Vielfältige Sachspenden übergeben/ Mieter und Anwohner sammelten Spielzeug und Kleidung
Das erste große Charity-Projekt des zukunftsweisenden Gebäudeensembles DIE WELLE im Frankfurter Opernviertel war ein voller Erfolg. Asset-Managerin Barbara Linnemann konnte dem von Diakonie und Caritas getragenen Familien-Markt jetzt das überwältigende Ergebnis der Aktion präsentieren: Tennisschläger, Puppen, schicke Winterjacken – ein ganzer Kleintransporter voll Sachspenden kam für den guten Zweck zusammen. Unter dem Motto „DIE WELLE XMAS-CHARITY – Gemeinsam helfen wir Menschen in Not“ waren in den letzten Wochen Mieter und Anwohner der
WELLE und alle Bürger Frankfurts dazu aufgerufen, gut erhaltenes Spielzeug
und Kleidung zu spenden. Petra Spöck vom Familien-Markt nahm die Schätze jetzt von Barbara Linnemann entgegen: „Wir sind überglücklich über die tolle Resonanz. Mit den Waren können wir unzähligen Familien und Kindern auch nach Weihnachten noch eine große Freude machen. Leider gibt es auch in unserer unmittelbaren Nachbarschaft Menschen, die Hilfe von uns allen benötigen. Deshalb möchten wir uns ganz herzlich bei allen Spendern bedanken.“
Neben lieb gewonnenen Kuscheltieren, Baby- und warmer Winterkleidung in allen Größen wurden beispielsweise auch gut erhaltene Outdoor-Sportgeräte gespendet. Eines der Highlights dürfte mit Sicherheit der große gelbe Bagger sein, der neben vielen anderen Spielwaren in der WELLE vorbeigebracht wurde. „Uns war es wichtig, einen Beitrag für bedürftige Menschen in unserem Umfeld zu leisten. Gerade Sachspenden bieten die Möglichkeit unmittelbarer Hilfe. Wenn Kinder bereitwillig auf Spielzeug verzichten, um es anderen zu geben, hat das auch einen pädagogischen Aspekt. Wir sind sicher, dass dank der großartigen Unterstützung unzähliger Spender viele Frankfurter Familien hoffnungsvoll ins neue Jahr starten können“, betont Barbara Linnemann.
Der ökumenische Familien-Markt ist ein Secondhand-Kaufhaus im Stadtteil Bornheim. Einkommensschwache Frankfurter Bürgerinnen und Bürger, die über einen Frankfurt-Pass oder einen von Kirchengemeinden und Beratungsstellen ausgestellten Berechtigungsschein verfügen, können sich hier günstig einkleiden und mit Möbeln versorgen. Berechtigt zum Einkauf sind außerdem Studierende mit einem gültigen Studentenausweis. Wohnsitzlose Menschen erhalten im Familien-Markt kostenlos Kleidung. Neben Bekleidung für Damen, Herren und Kinder führt der Familienmarkt Geschirr, Heimtextilien und Möbel. Die Logistikabteilung führt Umzüge und Entrümpelungen durch. Zudem qualifiziert und beschäftigt die Einrichtung langzeitarbeitslose Menschen in den Bereichen Verkauf, Verwaltung, Logistik und Lagerwesen, um auf diese Weise ihre Chancen auf Vermittlung in den Ersten Arbeitsmarkt zu erhöhen.
Weißfrauen Diakoniekirche
Lange Nacht am Heiligen Abend in der Weißfrauen Diakoniekirche
im Bahnhofsviertel
Zum sechsten Mal lädt das Diakonische Werk für Frankfurt am Main zu einer „Langen Nacht am Heiligen Abend“ ins Bahnhofsviertel ein. Am Donnerstag, dem 24. Dezember 2009 öffnet sich um 18 Uhr die Tür der Weißfrauen Diakoniekirche und wird erst am ersten Weihnachtstag gegen 10 Uhr wieder geschlossen. Eingeladen sind alle, die am Heiligen Abend ins Bahnhofsviertel kommen möchten. Ein Gottesdienst zum Thema „Die Gaben“ mit dem Leiter der Diakonie Frankfurt, Pfarrer Dr. Michael Frase, beginnt um 19 Uhr. Mitwirken werden der Frankfurter Schauspieler Matthias Scheuring, der Sankt Petersburger Trompeter Michail Klimaschewskij sowie Michael Berg an der Orgel. Der Kirchenraum ist von Frankfurter Künstlern gestaltet. Unter anderem gibt es ein Krippenpanorama von Manfred Stumpf, Engel und Hirten von Eva Schwab, eine große Krippe von Phillip Zaiser, den Frankfurter Stern von Jens Lehmann, Ochs und Esel von Florian Haas. In diesem Jahr kommen von Tamara Grcic die drei Gaben „Gold, Weihrauch, Myrrhe“ hinzu. Zu einem Weihnachtsessen an langen Tafeln sind ab 21 Uhr alle Gäste der Diakoniekirche eingeladen. Wie in jedem Jahr engagieren sich dabei zwei oder drei Restaurants. An der Krippe treffen sich ab 22.30 Uhr Musiker von der Straße zu einer Nachtmusik. Nach dem Nachtgebet um 0.00 Uhr mit Gerald Hintze wird gegen 0.30 Uhr als Nachtfilm „Schatten im Paradies“ von Aki Kaurismäki gezeigt. Auch in dieser Nacht besteht die Möglichkeit, in der Kirche zu schlafen; Tee und Weihnachtsgebäck werden an einer kleinen Bar von ehrenamtlichen Gastgebern die ganze Nacht über gereicht. Um 7 Uhr begrüßt ein Morgengebet den Weihnachtstag. Mit einem Weihnachtsfrühstück ab 8.30 Uhr klingt die Lange Nacht am Heiligen Abend im Bahnhofsviertel aus.
Info-Heft (Download PDF, 3 MB)
WESER5
Mit Szene-Größen abfeiern hilft Wohnsitzlosen
Verein Aktiv7 unterstützt WESER5 Straßensozialarbeit
Benefiz-Party mit Live-Musik und renommierten DJs am Samstag, dem 12. Dezember im Englischen Theater
Aktiv7, eine Gruppe junger Frankfurterinnen und Frankfurter, veranstaltet regelmäßig Szene-Partys und spendet den Erlös für gute Zwecke. Mit ihrer Jubiläums-Party am Samstag, dem 12. Dezember ab 22 Uhr im Englischen Theater am Willy-Brandt-Platz unterstützt der Verein die WESER5 Straßensozialarbeit der Diakonie Frankfurt. Die Einrichtung wendet sich an wohnungslose Frauen und Männer, die resigniert haben und von sich aus keine Hilfe in Anspruch nehmen. Sie leben in Abbruchhäusern, auf öffentlichen Plätzen oder im Stadtwald. An diesen Orten sucht die Straßensozialarbeit die Wohnungslosen auf, spricht sie behutsam an und baut langsam Vertrauen auf. Ziel ist, sie an weitere Unterstützungsangebote heranzuführen und erste Schritte zur Veränderung ihrer Lebenssituation einzuleiten. Die WESER5 Straßensozialarbeit ist Teil des WESER5 Diakoniezentrums, das im Frankfurter Bahnhofsviertel fünf qualifizierte Angebote für Wohnsitzlose bereithält. Neben der Straßensozialarbeit sind dies ein Tagestreff, eine Soziale Beratungsstelle, eine Notübernachtung sowie ein Übergangswohnhaus.
Für die Benefizparty wünscht sich Aktiv7 zahlreiche Besucherinnen und Besucher, um einen Scheck mit einer möglichst hohen Summe an die WESER5 Straßensozialarbeit überreichen zu können, die dringend auf Unterstützung angewiesen ist. Auch lokale Sponsoren konnten die Mitglieder des Vereins für ihre Idee begeistern. So beteiligt sich zum Beispiel die Deutsche Bank mit 2.000 Euro an der Party und letztlich am Erlös für WESER5. Die Veranstaltung am 12.12.2009 bietet Musik auf höchstem Niveau – von INUKI, einer Live-Band mit einer Mischung aus Electro-Pop-Rock, über feinste House und Hip Hop Tunes vom United DJ Klitbeats, bis hin zum Aushängeschild der Frankfurter Club-Szene, DJ Julian Smith. Garantiert sind preiswerte Getränke und jede Menge Spaß. Der Türen vom Englischen Theater am Willy-Brandt-Platz öffnen um 22 Uhr.
Aktiv7 wurde als gemeinnütziger Verein von sieben Studenten aus Frankfurt gegründet und veranstaltet seit 2005 regelmäßig „coole Partys“, deren Erlöse einem guten Zweck zukommen.
Unter anderem unterstützte Aktiv7 bereits Plan International und den Verein Frauen helfen Frauen e.V. Im Jahre 2008 förderte Aktiv7 auch die Anschaffung einer Waschmaschine und eines Trockners für den WESER5 Tagestreff. Insgesamt konnte der Verein in den letzten vier Jahren mehr als 18.000 Euro an Party-Erlösen spenden.
Zentrum für Frauen
ModekreativWerkstatt der Diakonie Frankfurt lädt ein zum Tag der offenen Tür am Freitag, dem 11. Dezember 2009
Qualifizierung als Schwerpunkt/ Zusätzliche Förderung durch den EU Sozialfonds
Die ModeKreativwerkstatt des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main hat sich vergrößert und neue Räume in der Rohrbachstraße 54 bezogen. Aus diesem Anlass lädt sie am Freitag, dem 11. Dezember von 11 bis 14 Uhr zu einem Tag der offenen Tür ein. Die ModeKreativWerkstatt ermöglicht, dass hochwertige Kleidungsstücke finanziell schlechter gestellten Menschen zugute kommen, die sie für Vorstellungsgespräche oder Behördengänge benötigen. Ein KreativTeam, das nun aus 16 Frauen besteht, die an Hartz IV-Arbeitsgelegenheiten teilnehmen, arbeitet dafür Kleidung um, die von Unternehmen und Privatpersonen für diesen Zweck gesammelt und gespendet wurde. Gefördert wird die ModeKreativWerkstatt seit September 2009 auch aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF), mit dem die EU arbeitsmarkt- und beschäftigungspolitische Maßnahmen in ihren Mitgliedstaaten unterstützt.
Die ModeKreativWerkstatt ist ein Projekt des Zentrums für Frauen in Kooperation mit der „Koordination und Organisation von Arbeitsgelegenheiten“ der Diakonie Frankfurt am Main und der Rhein-Main Jobcenter GmbH. Diese beteiligt sich nicht nur finanziell, sondern weist bei Beratungen in ihren Jobcentern gezielt auf die Möglichkeit hin, sich in der ModeKreativWerkstatt mit Kleidungsstücken zu versorgen. Die Investmentbank Goldman Sachs, das Bankhaus Citi, die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die Royal Bank Of Scotland sowie zahlreiche Einzelspender unterstützen das Projekt ebenso durch Kleidersammlungen wie die Personalberatungsgruppe Michael Page International. Letztere bietet den Teilnehmerinnen in Zukunft auch „Bewerbungscoaching“ als begleitende Maßnahme an. Neuer Kooperationspartner ist die „Galeria Kaufhof“, die Praktikumsplätze in ihrem Frankfurter Warenhaus zur Verfügung stellt.
In der Mode KreativWerkstatt haben Frauen die Möglichkeit, sich in verschiedenen Bereichen zu qualifizieren. Neben der Arbeit an der Nähmaschine sind dies auch Verkauf, Warenannahme und Logistik. Ziel ist, den Teilnehmerinnen Basisqualifikationen für das Berufsleben zu vermitteln und Interesse an einer Weiterqualifizierung oder Ausbildung zu wecken.
Einladungsflyer
Koordination und Organisation von Arbeitsgelegenheiten
„Koordination und Organisation von Arbeitsgelegenheiten“ der Diakonie Frankfurt am Main durch „Weiterbildung Hessen e.V.“ zertifiziert
Die Einrichtung „Koordination und Organisation von Arbeitsgelegenheiten“ des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main ist vom Verein „Weiterbildung Hessen e.V.“ als Weiterbildungseinrichtung zertifiziert worden.
Im Rahmen der Jahrestagung des Vereins überreichten Bürgermeisterin Jutta Ebeling und der Vorsitzende von „Weiterbildung Hessen e.V.“ , Claus Kapelke, die Zertifizierungsurkunde an den Leiter des Arbeitsbereiches Beschäftigung und Qualifizierung der Diakonie Frankfurt am Main, Joachim Otto. Der Verein „Weiterbildung Hessen e.V.“ ist ein Zusammenschluss von Hessischen Bildungseinrichtungen, die sich auf gemeinsame Qualitätsstandards verpflichtet haben. Er wird gefördert durch die Hessische Landesregierung und Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds.
Zentrum für Frauen
EU-Delegation besucht erweiterte ModeKreativWerkstatt der Diakonie Frankfurt am Main in neuen Räumlichkeiten
Zusätzliche Angebote durch neue Kooperationspartner/ Zahl der Frauen im KreativTeam auf 16 erhöht
Die ModeKreativwerkstatt des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main hat sich vergrößert und neue Räume in der Rohrbachstraße 54 bezogen. Aus insgesamt 16 Frauen besteht nun das KreativTeam, das dafür sorgt, dass bedürftige Frauen sich mit angemessener Kleidung für das Berufsleben versorgen können. Aus diesem Anlass besuchte eine Kommission der Europäischen Union (EU) das Projekt, das seit September 2009 aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert wird. Über die Arbeit des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main informierte sich unter anderem Manuela Geleng aus der EU-Kommission in Brüssel. In der Generaldirektion Beschäftigung, soziale Angelegenheit und Chancengleichheit ist sie zuständig für die Förderung von Deutschland, Österreich und Slowenien aus den Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF). Mit dem ESF unterstützt die EU arbeitsmarkt- und beschäftigungspolitische Maßnahmen in den EU-Mitgliedstaaten. Deutschland erhält für die Förderperiode 2007 bis 2013 insgesamt 9,38 Mrd. € ESF-Mittel. Die Hessische Landesregierung erhält aus diesem Topf rund 187 Mio. € für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen. Begleitet wurde Geleng daher von Vertreterinnen und Vertretern des Hessischen Ministeriums für Arbeit, Familie und Gesundheit und der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen, die das Projekt des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main zur Förderung aus dem ESF ausgewählt hatten.
Fähigkeiten ohne Druck entdecken
Der Leiter der Diakonie Frankfurt am Main, Pfarrer Dr. Michael Frase, bedankte sich für die Förderung und verwies auf den hohen Stellenwert der vielfältigen Kooperationspartner aus Wirtschaft und Gesellschaft. „Die ModeKreativWerkstatt ist ein wichtiges Scharnier zwischen verschiedenen Lebenswelten, die auf diese Weise miteinander in Kontakt kommen“, bekräftigte der Diakonie-Chef. Eine Besonderheit sei, dass der Schwerpunkt nicht nur auf Beschäftigung, sondern gezielt auf Qualifizierung liege. Weiterhin ermöglicht die ModeKreativWerkstatt, dass hochwertige Kleidungsstücke gezielt finanziell schlechter gestellten Menschen zugute kommen, die sie beispielsweise für Vorstellungsgespräche oder Behördengänge benötigen. Das KreativTeam, das für diesen Zweck gespendete Kleidung umarbeitet, besteht aus Teilnehmerinnen an Hartz IV-Arbeitsgelegenheiten. „Auch Frauen mit geringer Belastbarkeit erzielen hier Erfolge, die motivieren und zu weiteren Entwicklungsschritten ermutigen. Die 16 Teilnehmerinnen haben die Möglichkeit, Fähigkeiten und kreatives Potenzial ohne zeitlichen Druck zu entdecken und zu erlernen“, betont Karin Kühn, Leiterin des Zentrums für Frauen der Diakonie Frankfurt, an welches das Projekt angebunden ist.
Basisqualifikationen fürs Berufsleben
Ziel sei nicht zuletzt, Interesse an einer Weiterqualifizierung zu wecken oder zu motivieren, eine entsprechende Ausbildung zu beginnen. Im Laufe der Qualifizierung“, führt die Sozialarbeiterin der ModeKreativWerkstatt, Monika Hoffmann aus, bildeten sich unterschiedliche Talente heraus. „Daher bieten wir verschiedene Bereiche an, in denen sich die Frauen qualifizieren können.“ Neben der direkten Arbeit an der Nähmaschine seien dies auch Verkauf, Warenannahme und Logistik. In diesem Kontext freuen sich Hoffmann und Kühn über einen neuen Kooperationspartner. Die „Galeria Kaufhof“ hat zugesagt, Praktikumsplätze für Teilnehmerinnen der ModeKreativWerkstatt in ihrem Warenhaus an der Frankfurter Hauptwache zur Verfügung zu stellen. Das Erlernen von Basisqualifikationen für das Berufsleben wie Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und sozialer Kompetenz, so Hoffman, spielten eine entscheidende Rolle.
Nun auch Bewerbungscoaching
Das Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekt ModeKreativWerkstatt läuft unter Anleitung einer Maßschneiderin in enger Kooperation mit der „Koordination und Organisation von Arbeitsgelegenheiten“ der Diakonie Frankfurt am Main und der Rhein-Main Jobcenter GmbH. Diese beteiligt sich nicht nur finanziell, sondern weist bei Beratungen in ihren Jobcentern gezielt auf die Möglichkeit hin, sich in der ModeKreativWerkstatt mit Kleidungsstücken zu versorgen. Die Investmentbank Goldman Sachs, das Bankhaus Citi, die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die Royal Bank Of Scotland sowie zahlreiche Einzelspender unterstützen das Projekt ebenso durch Kleidersammlungen wie die Personalberatungsgruppe Michael Page International. Letztere bietet den Teilnehmerinnen der ModeKreativWerkstatt in Zukunft auch „Bewerbungscoaching“ als begleitende Maßnahme an. Wie Malik Aibache, Director Marketing Communication&Web, Central & Eastern Europe, betonte, wolle man den Frauen in Workshops grundlegende Dinge vermitteln: „Coaching und Beratung sind das tägliche Business unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die auf diese Weise ganz bewusst ein Stück soziale Verantwortung in ihrer Stadt wahrnehmen.”
Kindertagesstätten
Diakonie Frankfurt verleiht Zertifikate an 10 Pädagogische Assistenten
Neue Qualifizierungsmaßnahme eröffnet Möglichkeit, wieder im Berufsleben Fuß zu fassen
Insgesamt zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben eine neue Qualizierungsmaßnahme der Diakonie Frankfurt erfolgreich abgeschlossen. Nach einem Jahr konnten sie nun ihre Zertifikate zum Pädagogischen Assistenten in Empfang nehmen. Die Qualifizierung bestand aus 325 Stunden theoretischem Unterricht und 960 Stunden begleiteter Praxis in einer Kindertageseinrichtung. Träger ist das Diakonische Werk für Frankfurt am Main, dessen Arbeitsbereich Kindertagestätten die Maßnahme in Kooperation mit der Einrichtung „Koordination und Organisation von Arbeitsgelegenheiten“ durchführte. Die Finanzierung erfolgte über die Rhein-Main Jobcenter GmbH. Mit der Qualifizierungsmaßnahme soll den Teilnehmern die Möglichkeit eröffnet werden, aus der Arbeitslosigkeit wieder im Berufsleben Fuß zu fassen und ihre individuellen Fähigkeiten im Bereich von Kindertageseinrichtungen einzusetzen.
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main
RTL sendet Fernsehclip der Diakonie Frankfurt zum Thema wohnsitzlose Frauen
Kooperation mit Saatchi&Saatchi sowie der Medienarbeit der EKD
Mit einem Fernsehclip möchte das Diakonische Werk für Frankfurt am Main auf die Situation obdachloser Frauen aufmerksam machen. Dafür hat die Werbeagentur Saatchi&Saatchi den TV-Clip „Frau im Spiegel“ entwickelt, der vom 21. Oktober bis Jahresende nahezu täglich im RTL-Fernsehen zu sehen ist. Wie der Leiter der Diakonie Frankfurt, Dr. Michael Frase betont, sei es eine wichtige Aufgabe der der Diakonie, die Öffentlichkeit für ein Thema zu sensibilisieren, dem noch immer zu wenig Beachtung geschenkt werde: Rund 254.000 Menschen in Deutschland leben in Wohnungsnot, darunter mehr als 63.000 Frauen. Allein in Frankfurt am Main sind 1.800 Menschen betroffen. Rund 300 Obdachlose leben auf der Straße.
Die kreative Idee für den Fernsehspot entstammt der Feder von Saatchi&Saatchi Frankfurt, seit 2007 Werbeagentur für das Diakonische Werk für Frankfurt am Main. Regie führte Christoph Rath , als Darstellerin agiert die Frankfurter Schauspielerin Susanne Schyns.
Die Medienarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) unterstützt die Aktion, indem sie der Kirche zustehende Sendezeit auf RTL-Television für die Ausstrahlung des Clips zur Verfügung stellt. Der Senderbeauftragter des Gemeinschaftswerkes der Evangelischen Publizistik, Fritz Penserot hält es dabei für realistisch, mit dem 45-Sekunden-Clip bis Jahresende rund 150 Millionen Zuschauerkontakte zu erreichen. Bereits beim ersten gemeinsamen Projekt, dem „Weihnachtsmannfilm“, der im Dezember 2008 im RTL-Fernsehen gelaufen war, sei man auf eine ähnliche Quote gekommen. Michael Samak, CEO bei Saatchi&Saatchi bekräftigt, auch für ein globales Unternehmen sei es wichtig, sich lokal zu engagieren. „Es ist der ausdrückliche Wunsch der Mitarbeiter, neben der alltäglichen Arbeit etwas Soziales vor Ort zu tun“. Mit dem Spot wolle man die Zuschauer für die Situation von weiblichen Obdachlosen sensibilisieren.
„Bei Frauen merkt man oft nicht sofort, dass sie Hilfe benötigen“, führt Barbara Dirscherl aus. Wie die junge Frau vom Saatchi&Saatchi Kreativteam festgestellt hat, versuchten viele Frauen in Notsituationen sehr lange, ein reguläres Leben aufrechtzuerhalten, pflegten und schminkten sich weiterhin. „Man muss schon genau hinschauen, wenn man helfen möchte – und das tut die Diakonie“, befindet die Agentur-Mitarbeiterin, deren Beobachtungen die Leiterin des Zentrums für Frauen der Diakonie Frankfurt, Karin Kühn vollends bestätigen kann: „Nur ein kleiner Teil der Frauen zeigt ihre Not offen und sichtbar.“ Im Hinblick auf Frauen in Notsituationen, so Kühn, müsse man daher von einer hohen Dunkelziffer ausgehen.
Spendenkonto:
Diakonisches Werk für Frankfurt
Frankfurter Sparkasse
Konto 407 100,
BLZ 500 502 01
Vermerk: Zentrum für Frauen HH 2792
Den Spot können Sie hier anschauen:
Koordination und Aufbau eines Netzwerkes für Menschen mit Behinderung
Teilhabe von Menschen mit Behinderung notwendiger denn je
Fachtagung der Diakonie Frankfurt am Main zur „Sozialraumorientierung in der Behindertenhilfe“ am 16. November im Dominikanerkloster / Engagiertes Modellprojekt stellt sich vor
Eine Fachtagung zum Thema "Sozialraumorientierung in der Behindertenhilfe" veranstaltet das Diakonische Werk für Frankfurt am Main am Montag, dem 16. November 2009, von 8.30 Uhr bis 17.30 Uhr im Dominikanerkloster in der Kurt-Schumacher Straße 23. Auf dem Programm steht neben verschiedenen Fachvorträgen die Präsentation eines durch die Aktion Mensch geförderten Modellprojektes der Diakonie Frankfurt am Main, das sich mit der Koordination und dem Aufbau eines Netzwerkes für Menschen mit Behinderung beschäftigt.
Unter dem Motto „Vielfalt statt Einfalt!" finden darüber hinaus verschiedene Workshops statt. So beleuchtet Jutta Jung vom Club Behinderter und ihrer Freunde e.V. (CeBeeF) das Thema „Freizeitangebote in Frankfurt am Main auch für Kinder und Jugendliche mit Behinderung!“, Ralf Kern von KOMM ambulante Dienste e.V. thematisiert „Ambulante Wohngemeinschaften für junge Erwachsene mit schweren Behinderungen". Einen Workshop über das freiwillige Engagement von Menschen mit Lernbehinderungen bieten Armin Herzberger und Steven David James vom Lebenshilfe Center Netphen an; bei Waltraud David von Mensch zuerst e.V. geht es unter dem Motto "Geben und Nehmen - das ist das Leben" um die Rolle von Menschen mit Lernschwierigkeiten in der Gemeinde.
Seit einigen Jahren findet das Fachkonzept „Sozialraumorientierung“ nun Einzug in die Behindertenhilfe. Wesentliche Bestandteile sind die aktive Teilhabe sowie die Stärkung des Potenzials der Beteiligten. Besonders im Zusammenhang mit der Diskussion um die Inklusion von Menschen mit Behinderung erscheint dies notwendiger denn je. Die Tagung beleuchtet Perspektiven, Möglichkeiten und Chancen, die sich in diesem Kontext für Beteiligte und Fachleute eröffnen.
Interessierte können sich bis zum 2. November 2009 anmelden, der Teilnehmerbeitrag beträgt 20,00 Euro. Der Zugang zum Dominikanerkloster ist barrierefrei, alle Tagungsräume sind mit dem Aufzug erreichbar.
Download Programm- und Anmeldeflyer
Kontakt und weitere Informationen:
Diakonisches Werk Frankfurt am Main
Koordination und Aufbau eines Netzwerkes für Menschen mit Behinderung
Stefanie Schleifer
Eschersheimer Landstraße 565-567
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Diakonisches Werk für Frankfurt am Main
Ehrenamtliche Rechtliche Betreuung als Herausforderung und Chance
Fachtagung des Evangelischen Vereins für Jugend- und Erwachsenenhilfe e.V. und der Diakonie Frankfurt am Main am 5. November im Dominikanerkloster / Anmeldung ab sofort möglich
Eine interdisziplinäre Fachtagung zum Thema „Ehrenamtliche Rechtliche Betreuung als Herausforderung und Chance“ findet am Donnerstag, dem 5. November 2009 von 9 bis 17 Uhr im Frankfurter Dominikanerkloster in der Kurt-Schumacher-Straße 23 statt. Veranstaltet wird sie vom Evangelischen Verein für Jugend- und Erwachsenenhilfe e.V. und dem Diakonischen Werk für Frankfurt am Main gemeinsam mit dem Bürgerinstitut e.V., dem Sozialdienst des Sankt Katharinen-Krankenhauses sowie der Evangelischen Aktionsgemeinschaft für Familienfragen e.V. Eingeladen sind Richter, Rechtspfleger, Mitarbeitende der Betreuungsbehörde, der Betreuungsvereine, der Ehrenamtsagenturen, ehrenamtliche Betreuer sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger. Anmeldungen sind ab sofort bis spätestens 2. November möglich.
Die von der Ehrenamtskampagne der Hessischen Landesregierung „gemeinsam-Aktiv Bürgerengagement in Hessen“ geförderte Veranstaltung bietet ein Forum zum Austausch und beleuchtet neue Handlungswege und -strategien. Referenten sind Heinz Janning von der Beratungsgesellschaft für
Bürgerengagement Bremen, der Richter am Betreuungsgericht Frankfurt, Axel Bauer ,die Leiterin der Betreuungsstelle Frankfurt, Angelika Schaum, Beate Gerigk von der Landesarbeitsgemeinschaft Betreuungsvereine Hessen sowie die Leiterin des Betreuungsvereins der AWO Nürnberg, Maria Seidnitzer.
Ehrenamtliche Rechtliche Betreuung basiert auf einer Tradition, die weit zurückreicht: Seit Jahrtausenden haben Menschen sich aus religiösen, politischen oder sozialen Gründen für andere Menschen oder für eine Sache eingesetzt. Bei den Römern wurde für Mitbürger, die nicht in der Lage waren, die Regeln für das Zusammenleben zu erfassen oder entsprechend dieser Vorgaben zu handeln, ein Kurator eingesetzt. Bei den Germanen sprach und handelte der „Munt“, „Fürmund“ und in Deutschland bis 1992 der „Vormund“ für Entmündigte. Durch das erste Betreuungsrechtänderungsgesetz (1999) wurde im §1836 BGB bestimmt, dass nur in begründeten Ausnahmefällen ein Berufsbetreuer bestellt wird. Die Betreuungsvereine wurden verstärkt zur Gewinnung von Ehrenamtlichen verpflichtet. Der ehrenamtliche Rechtliche Betreuer ist aufgrund der persönlichen Lebensnähe für geeignete Betreuungen zu bestellen.
Seit den 1990er Jahren gibt es in Deutschland einen tiefgreifenden Umbruch zu einer neuen Ehrenamtskultur. Die Enquete-Kommission „Zukunft des bürgerschaftlichen Engagements“ legte im Jahr 2002 ihren Abschlussbericht mit Handlungsempfehlungen vor. Die Freiwilligen-Surveys der vergangenen Jahre kommen zu interessanten Ergebnissen. Eine wichtige Erkenntnis ist: Das Ehrenamt befindet sich in einem deutlichen Wandel. Die Bereitschaft zum Engagement ist nach wie vor hoch, aber viele engagieren sich weniger dauerhaft und weniger in verpflichtenden Verantwortungsrollen. Was dies für die ehrenamtliche Rechtliche Betreuung bedeutet, wird die Tagung, die unter der Schirmherrschaft des Hessischen Ministeriums für Arbeit, Familie und Gesundheit steht, unter anderem thematisieren.
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Weitere Informationen beim:
Evangelischen Verein für Jugend- und Erwachsenenhilfe e.V.
Karl Heinz Schulz
Rotteckstraße 16
60316 Frankfurt
Tel.: 069/299 255 151
Fax: 069/299 255 199
Mail: karl-heinz.schulz@diakonischeswerk-frankfurt.de
WESER5
Neue Fahrradwerkstatt für Wohnsitzlose im WESER5 Diakoniezentrum
Fahrradspender dringend gesucht/ Angebot möchte Mobilität von Wohnsitzlosen erhalten
Eine neue Fahrradwerkstatt hat im WESER5 Diakoniezentrum ihre Arbeit aufgenommen. Wohnsitzlose haben hier die Möglichkeit, beschädigte Fahrräder unter Anleitung zu reparieren und erhalten dafür die nötigen Ersatzteile. Zudem können sie Fahrräder entleihen. Dabei ist die WESER5 Fahrradwerkstatt keine Konkurrenz zu kommerziellen Fahrradläden, sondern unterstützt gezielt wohnsitzlose Menschen, damit sie mobil bleiben. Die FR Altenhilfe sowie American Express förderten die Ausstattung mit jeweils 1.500,- Euro. Nun ist die WESER5 Fahrradwerkstatt auch auf die Unterstützung der Frankfurter Bevölkerung angewiesen. Die Verantwortlichen rufen dazu auf, nicht mehr benötigte Fahrräder zu spenden, damit sie von bedürftigen Menschen genutzt werden können. Innerhalb des Frankfurter Stadtgebietes können die Räder nach Terminvereinbarung auch abgeholt werden. Bisher gingen zwei Fahrräder als Spenden ein, für Anfang Oktober sind weitere fünf zugesagt. Geplant ist, einen größeren Pool von Fahrrädern aufzubauen, die kurzfristig an Wohnsitzlose ausgeliehen werden können, um ihnen auf diese Weise zu mehr Mobilität zu verhelfen. Geöffnet ist die Werkstatt, die im WESER5 Tagestreff angesiedelt ist, montags bis donnerstags von 8.30 bis 14.00 Uhr sowie sonntags von 9.30 bis 14.00 Uhr.
Der WESER5 Tagestreff ist Teil des WESER5 Diakoniezentrums, das vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main getragen wird. Die Zahl fünf steht dabei nicht nur für eine Hausnummer in der Weserstraße, sondern für fünf qualifizierte Angebote für Wohnsitzlose: Tagestreff, Straßensozialarbeit, Soziale Beratungsstelle, Notübernachtung und Übergangswohnhaus. Hier sind wohnungslose Menschen willkommen, dürfen sich geschützt und angenommen fühlen. Im WESER5 Tagestreff kommen sie zur Ruhe und organisieren ihren Alltag. Hilfe zur Selbsthilfe lautet das Motto. Der Tagestreff besteht seit 1997 und hat sich als stark genutzte Einrichtung im Frankfurter Bahnhofsviertel etabliert. Um die 100 Frauen und Männer besuchen ihn täglich. Essen, Duschen, Gepäckaufbewahrung, Wäscherei und Aufenthaltsräume gehören zum Angebot. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen für Gespräche zur Verfügung, Gemeinschaftsangebote fördern Zusammenhalt.
Kontakt:
WESER5 Tagestreff
Eingang: Gutleutstraße 20
60329 Frankfurt
Telefon: 271358-129
Telefax: 271358-130
E-Mail: tagestreff@weser5.de
www.weser5.de
Zentrum für Frauen
Ein Jahrhundert voller Tatkraft und Engagement für Frauen
Mit einer Festveranstaltung im Palais am Zoo feierte „Lilith – Wohnen für Frauen“ 100. Geburtstag
„100 Jahre Lilith sind 100 Jahre Frauengeschichte.“ Treffender als mit dem Satz von ZDF-Fernsehfrau Sybille Bassler lässt sich die bewegte Historie von „Lilith – Wohnen für Frauen“ am Frankfurter Alfred-Brehm-Platz kaum charakterisieren. Bei einer Festveranstaltung aus Anlass des Jubiläums im Frankfurter Palais am Zoo begaben sich über 200 Gäste daher mit dem Leiter des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main, Pfarrer Dr. Michael Frase auf eine interessante Zeitreise. „Fräulein Bertha Thomas“ stand dabei zunächst im Mittelpunkt. Die am 16. Dezember 1841 geborene Tochter eines Frankfurter Malers tat im Jahre 1903 einen richtungsweisenden Schritt: Sie trug einen erheblichen Teil dazu bei, dass der Verein für Innere Mission ein Komitee gründete, aus dem kurze Zeit später der Verein „Weibliche Stadtmission“ hervorging. Im Jahre 1909 eröffnete dieser am Frankfurter Alfred-Brehm-Platz sein Hilfeangebot „für hilfs- und ratbedürftige, ferner für gefährdete sowie für verwahrloste oder gefallene Personen weiblichen Geschlechts“ mit 20 Betten. „Damit ist Lilith eine der ersten diakonischen Aktivitäten der Evangelischen Kirche“, betonte Frase.
Nachbarschaft in Aufruhr
Vorwiegend Prostituierte waren es, die hier Zuflucht fanden, darunter zahlreiche Frauen, die vom Land in die Stadt gekommen waren, aber keine adäquate Arbeit fanden oder zu wenig verdienten. Im Jahre 1914 kam das Nebenhaus mit der Nummer 17 hinzu: Als Luisenheim diente es bis 1985 als Mädchenwohnheim. Bereits gegen den Kauf des Hauses Nr. 15 hatte die Nachbarschaft Widerspruch beim Regierungspräsidenten in Wiesbaden eingelegt. In der Begründung hieß es zum Beispiel, die Wohnungen in dieser wohlsituierten Umgebung könnten nicht mehr teuer vermieten werden. Zudem herrschte die Angst die „weiblichen verwahrlosten und gefallenen Personen weiblichen Geschlechts“, könnten einen „verderblichen Einfluss auf die heranwachsende Jugend in der Nachbarschaft“ haben. Über die Wirren des Krieges, in dessen Verlauf 1944 beide Häuser zerstört wurden und zwei Leiterinnen sowie 31 Jugendliche ums Leben kamen bis hin aktuellen Entwicklungen spannte sich der Bogen der historischen Betrachtung. An vielen Stellen wurde deutlich, wie sich die Konzepte von sozialer Arbeit und das Frauenbild der Gesellschaft immer wieder veränderten. „Nach 100 Jahren“ so Frases Resümee, „ist das Zentrum für Frauen am Alfred-Brehm-Platz nicht nur eine altehrwürdige Einrichtung mit einer großen Diakoniegeschichte, sondern auch eine zeitgemäße, sich der aktuellen Lebenssituation von Frauen in sozialen Schwierigkeiten stellende Arbeit der Evangelischen Kirche geworden.“
Aufwerten und integrieren
Auf deren Rolle als Träger ging die Vorstandsvorsitzende des Evangelischen Regionalverbandes, Pfarrerin Esther Gebhardt ein. Einerseits, betonte sie, sei die Bibel in der Vergangenheit oftmals herangezogen worden, um Ungleichbehandlung von Frauen zu rechtfertigen, andererseits habe es in der Kirche immer auch eine herrschaftskritische Tradition gegeben. Den Umgang Jesu mit den Frauen stellte Gebhardt als beispielhaft heraus: „Er stellt benachteiligte Frauen auf ihre eigenen Füße, wertet sie auf und integriert sie.“ Auch für Lilith seien dies wichtige Stichworte. „Frauen bekommen hier die Möglichkeit, ihr Leben neu zu ordnen, sich psychisch zu stabilisieren und Wege in ein selbstbestimmtes Leben zu finden.“
Wie die Leiterin des Zentrums für Frauen, Karin Kühn ausführte, stehen bei der Begleitung der Frauen Wertschätzung und Respekt im Vordergrund. Wohnungslosigkeit sei dabei eine extreme Form weiblicher Armut. „Oftmals gehen mit ihr psychosomatische und psychische Krankheiten, Suchtprobleme, Medikamentenmissbrauch, Schulden, Verwahrlosung und Beziehungsprobleme einher“, sagte Kühn. Bei „Lilith“ erhielten die Frauen einen Schutzraum, im dem sie zur Ruhe kommen können, aber auch befähigt werden, sich intensiv mit ihren Problemen auseinander zu setzen und wieder selbstbestimmt zu leben. Dazu werde mit jeder Frau ein individueller Hilfeplan aufgestellt, der unter anderem festhalte, mit welchen Schritten die unterschiedlichsten Problemlagen angegangen werden. Insgesamt, so Kühn weiter, sei Lilith mit seinen 28 Einzelzimmern und 4 Notbetten ein wichtiger Teil des Zentrums für Frauen der Diakonie Frankfurt am Main, wo jedes Jahr über 1.600 Frauen Hilfe und Beratung in Not- und Krisensituationen finden.
Zwischen Anspruch und Realität
„Lilith ist nicht etwa alt geworden, sondern steckt voller Engagement und Tatkraft“, befand auch Stadträtin Prof. Dr. Daniela Birkenfeld. Dabei meisterten die Mitarbeiterinnen „die Balance zwischen Beraten, Betreuen und Begleiten“ in hervorragender Weise. „Bei Lilith wird nicht nur an Symptomen, sondern an den Wurzeln gearbeitet“, sagte die Frankfurter Dezernentin für Soziales, Senioren, Jugend und Recht und bescheinigte der Diakonie Frankfurt eine wichtige Rolle bei der Sicherung des sozialen Friedens in der gesamten Stadt“. Dr. Peter Barkey vom Landeswohlfahrtverband Hessen dankte allen Mitarbeiterinnen für die engagierte Arbeit und lobte das „soziale Wurzelwerk“, das seit Jahrhunderten in Frankfurt arbeite.
Die aktuelle Situation von Frauen in Deutschland beleuchtete Sybille Bassler in ihrem Festvortrag. Trotz vieler gesellschaftlicher Regelungen und Maßnahmen zur Vereinbarung von Beruf und Familie, konstatierte sie, klaffe noch heute eine Lücke zwischen Anspruch und Realität, wenn es um das Thema Gleichberechtigung gehe. Beispielhaft zeigte die ZDF-Redakteurin des Frauenjournals „ML – Mona Lisa“ dies anhand der Themen „Bezahlung“ und „Bildung“ auf. „Deutschland nimmt in Europa eine traurige Spitzenposition ein“, betonte sie und verwies auf die Tatsache, dass es zahlreichen Frauen in „typisch weiblichen Berufen“ kaum möglich sei, ihre Familie zu ernähren.“ Das Armutsrisiko gerade für alleinerziehende Frauen sei hoch. Doch auch Frauen in den Chefetagen verdienten in der Regel ein Drittel weniger als ihre männlichen Kollegen, obwohl mittlerweile mehr Mädchen als Jungen das Abitur absolvierten und etwa die Hälfte der Studierenden Frauen seien.
Fernsehspot will sensibel machen
Einen besonderen Höhepunkt bildete die Präsentation eines Fernsehspots zum Thema „Obdachlose Frauen“, den die Agentur Saatchi&Saatchi im Auftrag der Diakonie Frankfurt produzierte. Voraussichtlich im Herbst 2009 wird er im RTL-Fernsehen laufen. Die Medienarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) unterstützt die Aktion, indem sie der Kirche zustehende Sendezeit für die Ausstrahlung zur Verfügung stellt. Der Senderbeauftragter des Gemeinschaftswerkes der Evangelischen Publizistik, Fritz Penserot hält es dabei für realistisch, mit dem 45-Sekunden-Clip über vier Wochen hinweg 100 Millionen Zuschauerkontakte zu erreichen. Bereits beim ersten gemeinsamen Projekt, dem „Weihnachtsmannfilm“, der im Dezember 2008 im RTL-Fernsehen gelaufen war, sei man auf diese Quote gekommen. Michael Samak, CEO bei Saatchi&Saatchi bekräftigte, auch für ein globales Unternehmen sei es wichtig, sich lokal zu engagieren. „Es ist der ausdrückliche Wunsch der Mitarbeiter, neben der alltäglichen Arbeit etwas Soziales vor Ort zu tun“. Mit dem Spot wolle man die Zuschauer für die Situation von weiblichen Obdachlosen sensibilisieren. „Bei Frauen merkt man oft nicht sofort, dass sie Hilfe benötigen“, führte Barbara Dirscherl aus. Wie die junge Frau vom Saatchi&Saatchi Kreativteam festgestellt hat, versuchten viele Frauen in Notsituationen sehr lange, ein reguläres Leben aufrechtzuerhalten, pflegten und schminkten sich weiterhin. „Man muss schon genau hinschauen, wenn man helfen möchte – und das tut die Diakonie“, befand die Agentur-Mitarbeiterin, deren Beobachtungen Karin Kühn vollends bestätigen konnte: „Nur ein kleiner Teil der Frauen zeigt ihre Not offen und sichtbar.“ Im Hinblick auf Frauen in Notsituationen, so die Leiterin des Zentrums für Frauen, müsse man daher von einer hohen Dunkelziffer ausgehen.
Notfallseelsorge
„Notfallseelsorge ist den Kinderschuhen entwachsen“
Anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Evangelischen Notfallseelsorge Frankfurt diskutierten Vertreter von Polizei, Feuerwehr, Medizin, Psychologie und Kirche im Frankfurter Dominikanerkloster.
„Die Zeit, in der die Notfallseelsorge wirken kann, ist kurz, doch in wenigen Stunden kann sie Menschen sehr intensiv helfen.“ Der Leiter der Abteilung Zentrale Dienste des Polizeipräsidiums Frankfurt, Polizeidirektor Bernd Braun brachte zu Beginn auf den Punkt, worum es in den folgenden zwei Stunden im großen Saal des Frankfurter Dominikanerklosters gehen sollte: Um Chancen und Zukunftsperspektiven, aber auch um Grenzen von Notfallseelsorge in Ballungsgebieten. Anlass der Podiumsdiskussion unter der Leitung von Meinhard Schmidt-Degenhard vom Hessischen Rundfunk war der zehnte Geburtstag der Evangelischen Notfallseelsorge Frankfurt, einer Einrichtung der Diakonie Frankfurt am Main, die aus zwei hauptamtlich und rund dreißig ehrenamtlich Mitarbeitenden besteht. Angefordert wird die von Pfarrerin Irene Derwein geleitete Notfallseelsorge über die Leitstelle der Feuerwehr durch ein Notrufsignal, zum Beispiel, um Unfallopfern beizustehen oder nach schweren oder tödlichen Unfällen Angehörige, Kinder und unverletzte Beteiligte zu begleiten. Die Betreuung von Opfern und Angehörigen nach Gewaltverbrechen gehört ebenso zu den Aufgaben wie häusliche Einsätze, etwa nach erfolgloser Reanimation, bei plötzlichem Tod von Kindern oder Suizid. Wie Polizeidirektor Braun ausführte, werde die Seelsorgeeinrichtung bei Unglücksfällen in drei von fünf Fällen von Seiten der Polizei angefordert. Besonders stellte er die Unterstützung von Polizistinnen und Polizisten beim Überbringen von Todesnachrichten heraus. „Kolleginnen und Kollegen, die oft hohen Belastungen ausgesetzt sind, haben durch die Notfallseelsorge auch die Möglichkeit, in einer frühen Phase mit jemandem zu reden - noch bevor sie den eigenen psychologischen Dienst der Polizei nutzen“, betonte er und stellte klar: „Das Bild von den harten Männern, die keine Unterstützung brauchen, haben wir bei der Polizei längst hinter uns gelassen.“
Keine „Predigt auf der Straße“
Der Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes Frankfurt am Main, Prof. Dr. Leo Latasch bezeichnete die Notfallseelsorge als „festen Bestandteil des Gesamtapparates“ bei Unglücksfällen. Der Mediziner formulierte einen hohen Anspruch an die Professionalität der Notfallseelsorger und damit nicht zuletzt an deren Ausbildung. „Religiosität bedeutet für Menschen eine Hilfe und eine Stütze, auch wenn sie nicht regelmäßig in die Kirche gehen“, betonte er. Entscheidend sei jedoch immer die Frage nach der Grenze. „In vielen Fällen ist es schwierig zu unterscheiden, ob ein religiöses Bedürfnis besteht oder nicht. Damit müssen Notfallseelsorger äußerst sensibel umgehen.“ Ganz Ähnliches forderte Dr. Gisela Perren-Klingler vom Institut Psychotrauma in der Schweiz, insbesondere um einen „Machtmissbrauch“ in den Situation mit hilflosen Menschen zu verhindern. Gerade in Ballungsräumen wie Frankfurt habe nicht jedes Unfallopfer eine Nähe zu einer christlichen Kirche. In keinem Falle dürfe ein Notfallseelsorger die Krisensituation als „Chance zur Mission“ begreifen, betonte sie. Da mit dem Berufsbild des Pfarrers allgemein viele Zuschreibungen verbunden seien, komme den ehrenamtlichen Laien bei der Notfallseelsorge eine besonders hohe Bedeutung zu. „Fachleute brauchen Laien, die sie unterstützen und frei von festen Konnotationen sind.“ Wie Pfarrer Knut Fischer von den Johannitern Berlin - selbst Notfallseelsorger -, bestätigte, sei die tägliche Arbeit weit weg von einer „Predigt auf der Straße“. Vielmehr stehe das „Beistehen“ als Grundhaltung der Seelsorge im Mittelpunkt. „Der Mensch in Not gibt das Maß vor“, so Fischer, „es geht darum, mit ihm eine Situation auszuhalten.“ Wenn ein entsprechendes Signal vom Betroffenen komme, bete man selbstverständlich auch mit ihm.
Multikulturelle Herausforderungen
Einen weiteren Schwerpunkt der Diskussion bildete die Frage, welche besonderen Herausforderungen ein Ballungsraum wie Frankfurt für Notfallseelsorge mit sich bringt. Wie Volker Wilken von der Berufsfeuerwehr Frankfurt, der im Anschluss an die Diskussion 40 Einsatzwesten als Jubiläumsgeschenk an die Evangelische Notfallseelsorge übergab, bekräftigte, sei Anonymität ein wichtiges Stichwort. „Viele Menschen kennen nicht einmal ihren Nachbarn und in einer Krisensituation ist dann niemand für sie da.“ Auch Unglücksfälle mit einer großen Anzahl von Betroffenen wie etwa ein Hochhausbrand oder Paniksituationen in der Masse gehörten zu den Szenarien, für die in Ballungsräumen Vorkehrungen getroffen werden müssten. „Wir haben hier Notfallpläne ausgearbeitet, die von mehreren Tausend Verletzten ausgehen“, ergänzte Latasch. Braun nannte zudem den Flughafen mit einer Vielzahl möglicher Krisenszenarien, welche die gesamte Stadt betreffen könnten, als Herausforderung. „Da in einer Großstadt soziale Konflikte zunehmend mit Gewalt ausgetragen werden, stellt sich auch die Frage, welche Rolle Notfallseelsorge bei der Bewältigung dieses Problemfeldes in Zukunft spielen kann.“
Insgesamt habe sich Notfallseelsorge über ein Jahrzehnt als feste Größe in Frankfurt etabliert. Daher dürfe man auch von nicht-kirchlicher Seite keine Parallelstrukturen aufbauen, sondern müsse das große Potenzial, das sich hier biete, nutzen und weiter ausbauen, forderte Braun. Laut Wilken sei vor allem bei Großschadensfällen Klarheit wichtig, wer die Gesamtverantwortung habe und wer zu alarmieren sei. Mehr als bisher, befand Latasch, müsse Notfallseelsorge in einer multikulturellen Stadt wie Frankfurt mit Laien anderer Religionen zusammenarbeiten. „Menschen anderer Kulturen trauern anders und reagieren zum Beispiel auf eine Todesnachricht anders“, berichtet auch Braun von seinen Erfahrungen. Wilcken verwies in diesem Kontext auf die Wichtigkeit von Sprache als verbindendes Element in Krisensituationen. Perren-Klingler sah dies ebenso: „Vor dem Beten kommt die Muttersprache“, betonte sie und berichtete von der Arbeit der so genannten „Care-Teams“ in der Schweiz, die Sprache als ein besonders wichtiges Element bei der Betreuung von Menschen in Krisensituationen begreifen. In Berlin, erklärte indes Fischer, arbeite die Notfallseelsorge daher seit Jahren mit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), aber auch mit der Gemeinschaft türkischer Ärzte zusammen. „Damit erreichen wir Menschen anderer Sprache, aber auch anderer Religionen und Frömmigkeitsformen.“
Qualität weiter sichern
Im Unterschied zu anderen Diskussionsteilnehmern, die Supervision für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als wichtiges Angebot verstanden, um Erlebtes zu reflektieren und zu verarbeiten, forderte Perren-Klingler, solch regelmäßige Kurse zur Pflicht zu machen. „Auch Freiwillige müssen so professionell sein, dass sie bereit sind, sich selbst zu schützen“, bekräftigte sie. Insgesamt wünscht sich Perren-Klingler noch mehr politischen Willen im Hinblick auf die Etablierung von Notallseelsorge. Latasch nahm den Faden auf und forderte die Entscheidungsträger dazu auf, Möglichkeiten einer Dauerfinanzierung zu finden, die nicht alleine von der Kirche geleistet werden muss. „Es gilt, die Standards mindestens zu halten, denn die Qualität ist gut“. Notfallseelsorge in Frankfurt, resümierte schließlich Perren-Klingler, sei aus den Kinderschuhen herausgewachsen und habe eine ganz neue Art von Professionalität erreicht. „Nun geht es darum, Qualität und Nachhaltigkeit langfristig zu sichern und auszubauen.“
Mobile Kinderkrankenpflege
STELLENANGEBOT
Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in gesucht
Die Mobile Kinderkrankenpflege des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main sucht ab sofort – in Teilzeit – eine/n Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in.
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- Mitgliedschaft in einer christlichen Kirche (ACK)
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Diakonisches Werk für Frankfurt am Main
Geschäftsstelle
Rechneigrabenstraße 10
60311 Frankfurt am Main
Zentrum für Frauen
Modetrends für neue Perspektiven
Auch die Royal Bank Of Scotland unterstützt die ModeKreativWerkstatt im Zentrum für Frauen mit einer Sammlung hochwertiger Berufskleidung.
„Kleider machen Leute“ - das alte Sprichwort ist noch heute aktuell. Gerade auch, wenn es darum geht, sich um eine Ausbildung zu bemühen oder einen Wiedereinstig in den Beruf anzustreben. „Die ModeKreativWerkstatt sorgt dafür, dass hochwertige Kleidungsstücke gezielt finanziell schlechter gestellten Menschen zugute kommen, die sie zum Beispiel für ein Vorstellungsgespräch benötigen“, erklärt Karin Kühn, Leiterin des Zentrums für Frauen am Alfred-Brehm-Platz. Eine Idee, die Oliver Thorborg spontan gefiel: „Ich hatte viele gute Kleidungsstücke abzugeben, wollte aber auf keinen Fall, dass Putzlappen daraus werden“, so der Mitarbeiter der Royal Bank Of Scotland. Daher recherchierte er im Internet nach sinnvollen Verwendungsmöglichkeiten und stieß auf die ModeKreativWerkstatt. Thorborg schlug vor, unter den rund 400 Frankfurter Mitarbeitern des Bankhauses eine Sammlung durchzuführen. Mit großem Erfolg, wie sich vergangene Woche herausstellte. Denn Karin Kühn und Monika Hoffmann vom Zentrum für Frauen konnten sich bei einer Übergabe in der Frankfurter Niederlassung des Bankhauses für eine Vielzahl geeigneter Kleidungsstücke bedanken.
Erfolgsmodell innerhalb kürzester Zeit
Der Startschuss für die ModeKreativWerkstatt fiel im Jahre 2008. Die Investmentbank Goldman Sachs und das Bankhaus Citi waren mit der Idee an das Zentrum für Frauen herangetreten, ein aus England stammendes Konzept mit dem Titel „Dress For Success“ auch in Frankfurt umzusetzen. Das Prinzip: Firmen sammeln hochwertige Berufskleidung unter der Mitarbeiterschaft und stellen sie so gezielt Menschen zur Verfügung, die für den Beruf angemessene Kleidung benötigen, jedoch keine ausreichenden finanziellen Mittel besitzen. Auch die Personalberatungsgruppe Michael Page International sowie zahlreiche Einzelspender beteiligten sich schließlich und trugen dazu bei, dass sich die ModeKreativWerkstatt innerhalb von kürzester Zeit zu einem Erfolgsmodell entwickelte. „Wir brauchen dringend immer wieder Nachschub an hochwertiger Kleidung, denn das Angebot wird von Frauen, die Hartz IV beziehen, sehr gut genutzt“, bekräftigt Kühn. Eine entscheidende Rolle spiele die Kooperation mit den Rhein-Main Jobcentern. Sie unterstützen das Projekt nicht nur finanziell, sondern weisen unter anderem mit Flyern gezielt auf die Möglichkeit hin, sich in der ModeKretaivWerkstatt mit passgenau zugeschnittenen Kleidungsstücken zu versorgen.
Auch Männerbekleidung gefragt
Angesiedelt ist die Werkstatt im Zentrum für Frauen am Alfred-Brehm-Platz. Getragen von der Diakonie Frankfurt am Main vereint es vier qualifizierte Angebote unter einem Dach: Lilith - Wohnen für Frauen, eine Soziale Beratungsstelle, den Tagestreff 17 Ost sowie TAMARA - Beratung und Hilfe für Prostituierte. Auch über die Frankfurter Stadtgrenzen hinaus gibt es keine vergleichbare Einrichtung mit einem derart breiten Spektrum an Unterstützung für Frauen in schwierigen Lebenssituationen.„In allen Bereichen spielt das Thema der beruflichen Perspektive eine tragende Rolle“, bekräftigt Kühn. Dass bei der Sammlung auch eine ganze Menge Herrenbekleidung zusammenkam, sei ebenfalls gewollt, denn das Zentrum für Frauen kooperiere eng mit dem Ökumenischen Familienmarkt. In dem von Diakonie und Caritas gemeinsam getragen Second-Hand-Kaufhaus nämlich gibt seit kurzem eine Abteilung für Business-Kleidung: „Hier erhalten Männer in ganz ähnlicher Weise passende Kleidung für das Berufsleben.“
Den Blick für andere nicht verlieren
Dr. Ingrid Hengster, Deutschlandchefin der Royal Bank Of Scotland, zeigt sich von der Idee begeistert: „Ich finde es sehr gut, dass verschiedene ‚Welten‘ wie Banksektor und Soziale Arbeit auf diese Weise zusammenkommen.“ In einer ausdifferenzierten Gesellschaft habe schließlich jeder zahlreiche eigenen Themen, die im tagtäglich Mittelpunkt stünden. „Gerade darum ist es umso wichtiger, den anderen nicht aus dem Blick zu verlieren.“ Wie Monika Hoffmann ausführt, sei die ModeKreativWerkstatt gleichzeitig ein Beschäftigungsprojekt: „Das KreativTeam, das die Kleidung unter professioneller Anleitung einer Maßschneiderin umarbeitet, besteht aus sechs Frauen, die den Wiedereinstieg in das Berufsleben anstreben“, erklärt die Sozialarbeiterin. Im Rahmen einer Hartz IV-Arbeitsgelegenheit verpflichten sie sich, regelmäßig teilzunehmen und erhalten einen Stundensatz von 1 Euro 50. Hierbei arbeitet das Zentrum für Frauen eng mit der „Koordination und Organisation von Arbeitsgelegenheiten“ der Diakonie Frankfurt zusammen, die direkter Ansprechpartner für die Rhein-Main Jobcenter GmbH im Kontext von Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen ist. „Fördern und fordern“, laute dabei das Motto, erörtert Hoffmann und sieht in der Heranführung an den Arbeitsalltag ein entscheidendes Ziel: „Viele der Frauen standen noch nie im Berufsleben oder sind seit Jahren arbeitslos.“ Daher gehe es darum, in einer beruflichen Tagesstruktur Fuß zu fassen und Dinge wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Kommunikationsfähigkeit einzuüben.
Start in eine neue Phase
Auch die Stärkung des Selbstbewusstseins sei ein wichtiges Ziel. „Die Frauen lernen zum Beispiel, mit Kundinnen umzugehen und haben zudem die Möglichkeit, Fähigkeiten und kreatives Potenzial ohne zeitlichen Druck zu entdecken und zu erlernen." Das solle nicht zuletzt Interesse an einer Weiterqualifizierung im Bereich Textil wecken oder gar dazu motivieren, eine entsprechende Ausbildung zu beginnen. Insgesamt, freut sich Karin Kühn, starte man nun in eine neue Phase, nachdem die Zusage von den Rhein-Main-Jobcentern bestehe, die Zahl der Arbeitsgelegenheiten auf 16 zu erhöhen. „Daher suchen wir für die ModeKreativWerkstatt möglichst kurzfristig größere Räumlichkeiten.“
[Jörn Dietze]
Zentrum für Frauen
72 Stunden: Jugendliche aus Frankfurt-Nied packen an
Firmgruppe verschönert Außengelände des Zentrums für Frauen der Diakonie Frankfurt
Kräftig anpacken hieß es drei Tage lang für 34 Jugendliche, die vom 8. bis 10. Mai das Außengelände des Zentrums für Frauen am Alfred-Brehm-Platz verschönerten. Im Rahmen der größten Sozialaktion des Bundes der Deutschen Katholiken "72 Stunden - uns schickt der Himmel" gestalteten die Jungen und Mädchen aus der Katholischen Pfarrgemeinde Frankfurt-Nied den Garten um das Gebäude neu. Ihr Motto lautete „All YOU NEED IS NIED".
Begleitet von einer Landschaftsgärtnerin pflanzten sie eifrig frisches Grün, legten Beete an, strichen Zäune, richteten Sitzgelegenheiten und Kommunikationsecken ein. Wie Gemeindereferentin Verena Nitzling erklärte, gehöre die Teilnahme am Projekt zur Vorbereitung auf die Firmung und sei sorgfältig gemeinsam geplant worden: „Unter anderem haben wir bei Unternehmen und Firmen im Stadtteil um Unterstützung angefragt und neben Pflanzen, Erde und Steinen zum Beispiel Gartentische und 30 Stühle als Spende erhalten", freut sich Nitzling. Darüber hinaus beteiligten sich auch Bäcker, Metzger, Getränkehändler und andere Geschäftsleute aus den Stadtteilen Nied und Griesheim, indem sie die Jugendlichen während der Aktion mit Speisen und Getränken versorgten.
"Eine Hand hält die andere"
Jennifer Kolodziej gefällt die Erfahrung, einmal richtig körperlich zu arbeiten: "Es ist wichtig, nicht nur herumzusitzen, sondern einander zu helfen. So etwas braucht die Gesellschaft", weiß die 17-Jährige. Melanie Gotzmann sieht das ganz ähnlich: "Zur Firmvorbereitung gehört einfach ein soziales Projekt dazu", findet die 15-Jährige und ergänzt: "Die Frauen hier sollen sich wohlfühlen und es ist schön, dass wir etwas dazu beitragen können." Auch die Gruppe, betont das Mädchen, habe von der Aktion und den intensiven Vorbereitungen profitiert: "Die Gemeinschaft ist richtig zusammengewachsen." Das gemeinsame Motto laute nun: "Eine Hand hält die andere."
Die Leiterin des Zentrums für Frauen, Karin Kühn, zeigt sich vom Engagement der Jugendlichen begeistert: "Es ist beeindruckend zu sehen, wie sich junge Menschen für andere einsetzen, die auf Unterstützung angewiesen sind. Solche Zeichen der Solidarität machen Mut. Dafür danken wir sehr herzlich." Das Zentrum für Frauen am Alfred-Brehm-Platz wird getragen von der Diakonie Frankfurt am Main und vereint vier qualifizierte Angebote unter einem Dach: Lilith - Wohnen für Frauen, eine Soziale Beratungsstelle, den Tagestreff 17 Ost sowie TAMARA - Beratung und Hilfe für Prostituierte. Auch über die Frankfurter Stadtgrenzen hinaus gibt es keine vergleichbare Einrichtung mit einem derart breiten Spektrum an Unterstützung für Frauen in schwierigen Lebenssituationen.
Engagement - Kreativität - Einfallsreichtum
Im Zuge der mit gut 100.000 Teilnehmenden äußerst erfolgreich verlaufenen Sozialaktion "72 Stunden - uns schickt der Himmel" realisierten katholische Jugendgruppen in insgesamt sieben Bundesländern und 14 Diözesen vom 7. Bis 10. Mai ein soziales, interkulturelles, ökologisches oder politisches Projekt und setzen sich so für die Anliegen von Menschen in ihren Heimatorten ein. Engagement, Kreativität und Einfallsreichtum standen dabei im Mittelpunkt, ganz gleich ob es um Computerkurse für Senioren, Spielangebote für Kinder oder die Umgestaltung von öffentlichen Plätzen ging. Unterstützt wurde die Aktion auch von öffentlich-rechtlichen Rundfunksendern wie dem "Aktionsradio HR 3", die immer wieder über den Verlauf der Aktivitäten berichteten.
[Carla Diehl]
Müttergenesungswerk
"Da ist plötzlich wieder viel Kraft in mir..."
Bei einem Empfang der Müttergenesung im Museum Giersch standen Mütter mit ihren (Lebens-) Geschichten im Mittelpunkt / OB Dr. Roth wirbt für wichtige Form von Bürgerengagement.
"Von der Müttergenesung habe ich Hilfe erfahren, wie ich sie bisher nicht kannte." Susanne D. bringt auf den Punkt, was zahlreiche Frauen Jahr für Jahr erleben. Als eine von fünf Müttern berichtete sie am 30. April im Museum Giersch von ihren Erfahrungen während einer Mutter-Kind-Kur. Eingeladen hatte die Ehrenvorsitzende des Ehrenausschusses für Müttergenesung, Oberbürgermeisterin Dr. Petra Roth, um aus Anlass der beginnenden Sammelaktion 2009 allen bisherigen Spendern und Unterstützern zu danken. "Ihr Einsatz hilft nicht nur Müttern, sondern es geht um das Wohl von Familien, nicht zuletzt von Kindern", betonte sie. Wie Marianne Adler von der Müttergenesung Frankfurt bekräftigte, seien zahlreiche Angebote nur durch das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern möglich. So zeige sich bei der Arbeit mit Müttern unter anderem, dass immer mehr junge Familien von Armut betroffen seien. "Gerade während einer Kur wird vieles offensichtlich, was im stressigen Alltag allzu leicht untergeht", berichtet Adler. Da fehle es einer Mutter an einer warmen Winterjacke, eine andere sei nicht in der Lage, ihrer Tochter ein geeignetes Paar Jogging-Schuhe oder einen Turnanzug zu kaufen. "Dank der Unterstützer kann Müttergenesung auch hier gezielt helfen, zum Beispiel mit einem kleinen Taschengeld." Wichtig sei nicht zuletzt, Müttern Wertschätzung entgegenzubringen, die Tag für Tag einen wichtigen Dienst an ihren Familien und somit an der gesamten Gesellschaft leisteten.
Ein Licht im Dunkel der Odyssee
Susanne D. kann das bestätigen. In einer Kureinrichtung an der Ostsee hat sie sich selbst ein Bild machen können, wie nötig solche Hilfen für zahlreiche Mütter sind. Ihre eigene Mutter-Kind-Kur bezeichnet sie als "Licht nach langem Dunkel". Hautkrebs – so lautete vor fünf Jahren die niederschmetternde Diagnose für die Mutter von zwei Kindern. Doch das war längst nicht alles, denn nach Operation und Reha folgten neue Hiobsbotschaften: Die Schwester erkrankte an Brustkrebs und einige Monate später stürzte Susanne D.s Vater schwer. Sechs Monate lag er auf der Intensivstation, musste künstlich beatmet werden. Trotz ihrer eigenen Interferon-Behandlung pendelte Susanne D. täglich zwischen den Krankenhäusern und ihrer Wohnung, ihre Tochter verbrachte etliche Stunden in Wartezimmern oder bei Pförtnern. "Ich hatte ein sehr schlechtes Gewissen gegenüber meiner Familie und mir selbst", erinnert sich die Frau, für die wenig später der "totale Zusammenbruch" folgte, nachdem erst ihr Vater und ein halbes Jahr später auch ihre Schwester verstarb. Auf Empfehlung einer Freundin rief sie schließlich bei der Beratungsstelle für Mütter- und Mutter-Kind-Kuren der Diakonie an und bat um Unterstützung. "Sehr schnell konnte ich eine Kur in Grömitz antreten, bei der ich auch psychologische Unterstützung in Anspruch nahm." Nach drei Wochen habe sie sich wieder "richtig gut" gefühlt. "Und auch mein Kind lebte während der Kur total auf." Yvonne P. wiederum profitierte nach mehreren Klinikaufenthalten und einer Bandscheibenoperation vom gezielten Sportprogramm während ihrer Mutter-Kind-Kur. "Bei der Müttergenesung erfuhr ich unbürokratische Hilfe und tatkräftige Unterstützung. Das hat mir große Zuversicht gegeben", erklärt die alleinerziehende Mutter von Zwillingen.
Junge Menschen für Engagement gewinnen
Oberbürgermeisterin Dr. Petra Roth stellte den Wert von Müttergenesung für die gesamte Gesellschaft heraus: "Der doppelte Druck durch die Sorge für die Familie und das Funktionieren-Müssen im Job bringt für viele Frauen eine hochgradige Belastung im körperlichen wie im psychischen Bereich mit sich." Knapp 60 Jahre nach ihrer Gründung stehe die Müttergenesung vor großen Herausforderungen und nehme entscheidende Verantwortung für die Entwicklung der Familien wahr: "Wir brauchen auch heute junge Menschen, die sich für Müttergenesung engagieren, weil sie spüren, dass es mehr gibt als Job und Karriere, nämlich Zuwendung und Zeit für Andere", forderte die OB. Der Leiter der Diakonie Frankfurt am Main, Dr. Michael Frase, ehrte in diesem Kontext Gretel Weiß und Waltraude Schäfer für mehr als zehn sowie Walter Paschold für über zwanzig Jahre ehrenamtliches Engagement. Zudem gedachte er Kitty Ambrosius, die am 12. April im Alter von 94 Jahren verstarb. Im Jahre 1951 hatte sie den ersten Ehrenausschuss gegründet und fungierte über 40 Jahre als dessen Vorsitzende. "Sie hat die Müttergenesung nicht nur geprägt, sondern stand mit ihrer Person für die engagierte Arbeit in Frankfurt." Es sei etwas ganz besonderes, dass in der Mainmetropole vier Wohlfahrtsverbände in so enger Weise kooperierten, bekräftigte Frase und verwies auf die Struktur des Ortsauschusses, der von Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Deutschem Roten Kreuz und Diakonie gemeinsam getragen wird. "In Zeiten, in denen sich Gesellschaft rasant entwickelt, ist es die Aufgabe von Müttergenesung, immer wieder neue Perspektiven für Mütter zu entwickeln und ihre berechtigten Interessen zu vertreten." Als beispielhaft bezeichnete Frase die umfassenden Nachsorgeangebote, von denen auch Susanne D. profitierte: "Am Ende der Kur dachte ich mit Schrecken an den Alltag, doch dann wurde ich hervorragend aufgefangen. Es ist schön zu wissen, dass ich mich auch heute an Frau Lebéus von der Nachsorge wenden kann, wenn ich Unterstützung brauche", freut sie sich und resümiert: "Dank Müttergenesung kann ich heute wieder positiv in die Zukunft blicken."
Dank Müttergenesung "die Kurve gekriegt"
Astrid H. weiß ganz ähnliches zu berichten: "Ich war ein klassischer Burn-Out-Fall", erinnert sich die Mutter von drei Kindern. Die Doppelbelastung von Familie und Beruf habe sie lange Zeit kompensieren können. Doch als sich ihre Arbeit "verdreifachte", nachdem Kolleginnen im Zuge der Wirtschaftskrise freigestellt wurden, geriet sie immer tiefer in den Strudel. "Ich konnte nicht Nein sagen und irgendwann ging dann gar nichts mehr." Während einer Mutter-Kind-Kur lernte sie, sich selbst Grenzen zu setzen und eine sinnvolle Balance zwischen Arbeit und Familienleben anzustreben. "Durch die Kur habe ich gerade noch die Kurve gekriegt", bekräftigt die Frau, die nun an einer beruflichen Wiedereingliederungsmaßnahme ihres Arbeitgebers teilnimmt. "Ganz viel Kraft" spürt auch Richterin Clementine E. wieder in sich. Bereits zwei Mutter-Kind-Kuren hat sie mit ihrer Tochter absolviert, die eine Leber- und eine Nierentransplantation über sich ergehen lassen musste. "Die Zeit war für die ganze Familie ein echter Horror", blickt sie zurück. Dass ihre Tochter entgegen aller medizinischer Prognosen nun eine reguläre Schule besucht und auch im Sportunterricht zu den besten zählt, schreibt Clementine E. wesentlich den ganzheitlichen Angeboten der Müttergenesung zu. "Sie brachten ein Ausmaß an Erleichterung mit sich, dass sich kaum beschrieben lässt." Nun möchte sie etwas davon zurückgeben und plant, sich ehrenamtlich für die Müttergenesung zu engagieren. Wie eine Mutter Kind-Kur ganz neue Interessen und Talente wecken kann, machte Birgit A. deutlich, die im Museum Giersch mit einer Duett-Partnerin für musikalische Höhepunkte sorgte. Im Rahmen einer Asthma-Therapie entdeckte sie vor drei Jahren auf einer Mutter-Kind-Kur das Querflöte-Spielen. "Dieses Hobby gibt mir heute viel Kraft für den Alltag", betont sie und ergänzt: "Ich möchte anderen Frauen Mut machen, zu einer Beratungsstelle der Müttergenesung zu gehen und gezielt etwas für sich und ihre Familie zu tun."
[Jörn Dietze]
Kirche am Flughafen
Jugendliche erkunden soziales Netz im global village Flughafen
Auf Einladung von Kirche am Flughafen verbringen Konfirmandinnen und Konfirmanden einen ungewöhnlichen Tag am größten Airport Deutschlands
„Wer kam eigentlich auf die Idee, am Flughafen eine Kirche einzurichten?“ Jennys Frage ist typisch für diesen Tag. Zeigt sie doch, wie viel Erstaunliches die Konfirmandinnen und Konfirmanden erleben, die heute den Frankfurter Airport besuchen. Insgesamt 85 aus dem gesamten Umland sind einer Einladung von Kirche am Flughafen gefolgt und verbringen Stunden, die ihnen sicher noch lange in Erinnerung bleiben werden. Auch eine Gruppe aus Hofheim-Lorsbach ist dabei. Pfarrerin Kerstin Krause hat sie gezielt vorbereitet: "Unter anderem hat eine Flugbegleiterin im Konfirmandenunterricht von ihrer Arbeit erzählt und wir haben den Film ‚Terminal' mit Tom Hanks geschaut." Mit dem Tag am Flughafen möchte Krause den Jugendlichen zeigen, "dass Kirche an vielen Orten in unserer Gesellschaft einen wichtigen Dienst tut." Genau das ist auch das Ansinnen von Flughafen-Pfarrerin Ulrike Johanns und Vikar Felipe Blanco Wißmann, die den Projekttag organisieren: "Wir wollen auch deutlich machen, dass Kirche unmittelbar mit der Arbeitswelt der Menschen verknüpft ist", betonen sie einmütig, während die Konfirmanden und ihre Begleiter einer nach dem anderen von Security-Leuten abgescannt werden. Bei der anschließenden Vorfeld-Rundfahrt nämlich geht es ganz nah an den riesigen Jumbos vorbei. Von der Führerin lernen die Jungen und Mädchen unter anderem, dass in Frankfurt jährlich 54 Millionen Passagiere starten und landen, 2,1 Millionen Tonnen Fracht umgeschlagen werden, ein 40 Kilometer langes unterirdisches Netz aus Kerosinleitungen das Betanken der Flugzeuge sicherstellt und der Catering-Service der Lufthansa täglich rund 80.000 Essen an die Airlines ausliefert. Dröhnende Jets, die in immer wieder in unmittelbarer Nähe des Busses starten und landen, sorgen nicht nur bei den technikbegeisterten Jugendlichen, sondern auch bei vielen Erwachsenen für offene Münder und hektisches Suchen nach der besten Fotoposition.
Als Kirche präsent sein
Und was hat das alles mit der Kirche zu tun? Dieser Frage sind die Jugendlichen bereits am Vormittag auf den Grund gegangen, als sie mit Flughafenpfarrerin Ulrike Johanns über die umfangreiche Arbeit von "Kirche am Flughafen" sprachen, einem Arbeitsbereich der Diakonie des Evangelischen Regionalverbandes Frankfurt am Main. "Wir sind Anlaufstelle für Reisende, Flughafenbesucher und -beschäftigte", betont Johanns. Schließlich sei der Airport auch Arbeitsplatz für rund 70.000 Menschen unterschiedlichster Nationalitäten und Berufe - rund um die Uhr. "Die Flughafen-Seelsorge lädt ein zu Gottesdiensten und Veranstaltungen unter anderem in zwei Flughafen-Kapellen." Für Menschen, die in eine Notlage geraten sind, engagiere sich der Kirchliche Sozialdienst für Passagiere mit schnellen unbürokratischen Hilfen. "Das Team", so die Pfarrerin, "steht Menschen in psychisch bedrängten Lebenslagen bei, vermittelt Ansprechpartner, beschafft Unterkunft und organisiert Hilfe für Reisende, die zum Beispiel Opfer eines Diebstahls geworden sind". Gebannt lauschen die Jugendlichen auch Johanns Berichten vom Kirchlichen Flüchtlingsdienst, der Asylsuchenden Verfahrensberatung und Seelsorge anbietet, und von der Abschiebungsbeobachtung: "Mitarbeiterinnen von uns sind vor Ort, wenn Flüchtlinge abgeschoben werden. Ihre Beobachtungen werden dann in Zusammenarbeit mit der Bundespolizei und mit Menschenrechtsorganisationen ausgewertet." Mit dem Kirchlichen Sozialdienst hat auch Werner Krieg bereits zusammengearbeitet "Er ist eine enorm wichtige Einrichtung", betont der Pfarrer aus Bad Vilbel-Massenheim. Ein Grund für ihn, sich mit 17 Konfirmandinnen und Konfirmanden für den Projekttag anzumelden :"Es ist wichtig, dass Jugendliche wissen, wo Kirche heute überall präsent ist".
Zusammenarbeit ist Trumpf
Für Alisha ist genau das etwas "ganz Neues und Überraschendes". Nadine hingegen hatte schon einmal gehört, dass es Kirche am Flughafen gibt, sich die Arbeit aber vollkommen anders vorgestellt: "Ich hätte nie gedacht, dass die Kirche hier so mitmischt und mit so vielen Einrichtungen zusammenarbeitet." Und exakt davon können sich die Jugendlichen am Nachmittag selbst ein Bild machen. Denn auf dem Programm stehen Begegnungen mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Berufsgruppen am Airport: Mitarbeitende der Fraport AG, der Bundespolizei und des Passagier-Betreuungsdienstes FraCare Services berichten von ihrer Tätigkeit und ihrer Zusammenarbeit mit "Kirche am Flughafen". Und so sitzen 15 Mädchen und Jungen dann auch in einem Zimmer, in dem allein reisende Kinder vor, zwischen oder nach Lufthansa-Flügen betreut werden. 50.000 seien es pro Jahr, erklärt die Operative Leiterin von FraCare Services, Astrid Holstein. Gerade ist ein zwölfjähriger Junge gekommen, der aus der Pfalz zu seinen Verwandten nach Dublin reist. Ein Mitarbeiter bringt ihn zu seinem Flug, übergibt ihn persönlich an die Crew. "Morgen wird der Raum hier voll sein, denn in Hessen beginnen die Osterferien", betont Holstein und berichtet den beeindruckten Konfirmanden, dass in Stoßzeiten über 750 Kinder an einem Tag von Lufthansa betreut werden. Doch der Service, welcher die Eltern bei Flügen innerhalb Europas lediglich 40 Euro kostet, sei nicht das einzige Angebot des vor einem Jahr von Lufthansa und Flughafenbetreiber Fraport AG gegründeten Unternehmens FraCare Services.
Freude und Trauer dicht beieinander
"Etwa 80 Prozent unserer Arbeit besteht darin, hilfsbedürftige Fluggäste zum Beispiel mit körperlichen Einschränkungen oder Krankheiten zu betreuen", so Holstein. Dazu nutzen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter neben Rollstühlen unter anderem die kleinen Elektrofahrzeuge, die einigen Konfirmandinnen und Konfirmanden bei vorherigen Flughafenbesuchen bereits aufgefallen waren. Holstein verweist auf eine EU-Richtlinie, die seit letztem Sommer besteht: "Die Flughafenbetreiber und Airlines sind verpflichtet, sich um solche Fluggäste zu kümmern. Dabei dürfen den Betroffenen keine extra Kosten entstehen." Kirche am Flughafen spiele als Kooperationspartner dabei eine entscheidende Rolle. Zum Beispiel, wenn Menschen in Notlagen gerieten, orientierungslos seien oder die Verwandten nicht zum Abholen erschienen. "Der Betreuungsdienst ist verpflichtet, Gäste bis ans Taxi zu begleiten. Was aber ist, wenn sie kein Geld haben oder überhaupt nicht wissen, wo sie hinfahren müssen?" Dann, betont Johanns, werde der Kirchliche Sozialdienst für Passagiere ebenso aktiv wie etwa bei Problemen mit der Einreise. "Passagiere, denen zum Beispiel das Visum fehlt, würden lange im Transitbereich festsitzen, wenn nicht der Kirchliche Sozialdienst intensiv nach einer Lösung suchen würde", bekräftigt Holstein. Dabei, ergänzt Johanns, arbeite man Hand in Hand mit Behörden und Ämtern. Nicht selten spielten sich ausgelassene Freudenszenen ab, etwa wenn sich Familienmitglieder nach langer Zeit und vielen Wirrungen wiederträfen. Das berühre auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. "Gemeinsam sind wir mit unseren Einrichtungen das soziale Netz im global village", resümiert die Pfarrerin und ergänzt: "Der Flughafen ist wie eine Stadt - es gibt Geschäfte, Hotels, Ärzte, Läden und vieles mehr - da ist es selbstverständlich, dass wir als Kirche auch vor Ort sind." Ganz still wird es im Raum, wenn Holstein über Trauerfälle und Unglücke spricht, von denen Reisende oder Kollegen betroffen sind: "In solchen Fällen ist die Flughafenseelsorge unschätzbar wichtig für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - auch wenn es um die Betreuung von Angehörigen geht. Ohne die Pfarrerin wüssten wir da manchmal nicht weiter."
[Abb.: Pfarrerin Ulrike Johanns mit den Konfirmandinnen und Konfirmanden beim Rundgang]
[Jörn Dietze]
Soziale Stadt
Identifikation und Einsatzbereitschaft: Rödelheim-West bewegt sich
Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. präsentiert Quartiersanalyse/Bewohner fühlen sich mit ihrem Viertel verbunden
Rödelheim hat viel Potenzial - so lautet das Fazit einer Quartiersanalyse, die Ludger Stallmann vom Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. (ISS) am Dienstag, 17. März, im Gemeindehaus der Evangelischen Cyriakusgemeinde präsentierte. Grundlage der vom "Frankfurter Programm - Aktive Nachbarschaft" in Auftrag gegebenen Studie für den westlichen Bezirk des Stadtteils sind Befragungen von Bewohnern, Interviews mit lokalen Experten sowie eine Analyse statistischer Daten. "Die Bürgerinnen und Bürger haben großes Interesse an nachbarschaftlichem Zusammenleben und zeigen eine hohe Bereitschaft, sich für ihre Belange zu engagieren", betont Quartiersmanagerin Heike Hecker vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main. Eindrucksvoller Beleg dafür war der sehr gut gefüllte Gemeindesaal, in dem Rödelheimer verschiedenster Generationen und Nationalitäten den Ausführungen Stallmanns lauschten. Dieser verdeutlichte zu Beginn einige Besonderheiten: So ergebe sich durch die "Halbinsellage" des Quartiers zwischen Gewerbegebiet, Nidda und Autobahn sowie die Trennung durch die Bahnlinie quasi eine Vierteilung. Jeder vierte Bewohner sei ausländischer Staatsbürger, baulich gebe es in Rödelheim-West eine "hohe Verdichtung". Für die Stadtteilentwicklung spielten die großen Wohnungsbaugesellschaften daher eine entscheidende Rolle.
Grünflächen, Parkraum und Treffpunkte
Als ein für die Bewohnerinnen und Bewohner zentrales Thema nannte Stallmann die einheitliche Sanierung aller Wohngebäude. Insgesamt gehe es um ein freundlicheres Erscheinungsbild des Quartiers. So wurde in zahlreichen Interviews mangelnde Sauberkeit der Grünflächen beklagt und eine intensivere Pflege, Sitzgelegenheiten sowie mehr Sicherheit durch verbesserte Beleuchtung gefordert. Auch die Unterführung am Bahnhof sei zu dreckig und zu unsicher. Insgesamt wünschen sich die Bewohnerinnen und Bewohner von Rödelheim-West mehr Treffpunkte und Kontaktmöglichkeiten im Viertel. Weitere Themen: die Parksituation, Angebote für Jugendliche wie etwa ein Jugendhaus, ein Mangel an Hortplätzen, der weitere Umbau des Bolzplatzes am Zentmarkweg sowie Gesprächsrunden für Senioren oder Menschen mit Migrationshintergrund. Von den Befragten vorgeschlagen wurden unter anderem eine Kleiderkammer und ein Second-Hand-Laden im Viertel sowie neue Beratungs- und Hilfsprojekte, beispielsweise zur Berufsfindung.
Ergebnisse machen Mut
Insgesamt bescheinigte Stallmann den Bewohnern von Rödelheim-West ein großes Interesse am "sozialen Miteinander": "Die hohe Identifikation mit ihrem Stadtteil zieht sich wie ein Roter Faden durch die gesamte Analyse". Der Leiter des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main, Dr. Michael Frase, hob in diesem Kontext bürgerschaftliches Engagement als einen zentralen Punkt hervor: "Rödelheim-West hat vieles an Potenzialen zu bieten. Diese Schätze gilt es zu heben". Ziel des Quartiersmanagements sei, Beteiligungsmöglichkeiten zu schaffen, die Belange der Bürger zu fördern und Dinge in Bewegung zu bringen. "Die Quartiersanalyse ist dafür ein wichtiger Schritt. Und die Ergebnisse machen Mut, weitere Schritte zu wagen."
Diakonie "bewährter Partner"
Mit dem "Frankfurter Programm - Aktive Nachbarschaft" möchte die Stadt Frankfurt am Main die Lebensbedingungen in Stadtvierteln verbessern und das Miteinander - auch von unterschiedlichen Kulturen - stärken. Dabei kooperiert sie eng mit verschiedenen Trägern sozialer Arbeit. Nachdem das Diakonische Werk für Frankfurt am Main bereits in der Karl-Kirchner-Siedlung in Frankfurt Preungesheim erfolgreich beteiligt war, übernahm es vor vier Jahren die Trägerschaft in der Nordweststadt und im Sommer 2008 auch in Rödelheim-West. Die Dezernentin für Soziales, Senioren, Jugend und Sport, Prof. Dr. Daniela Birkenfeld, dankte der Diakonie ausdrücklich dafür: "Ich freue mich, dass ein bewährter Partner der Stadt Frankfurt am Main sein großes Knowhow hier einbringt". Ziel sei, die Lebensqualität weiter so zu verbessern, dass Bewohnerinnen und Bewohner jeder Generation und Herkunft sich in Rödelheim zu Hause fühlten, betonte Birkenfeld. Dabei lobte sie die gute Vernetzung im Stadtteil: "Vereine, Arbeitsgemeinschaften, Kirchen, Schulen, Eltern und Ortsbeirat arbeiten hervorragend mit dem Quartiersmanagement zusammen." Als Beispiel stellte sie das Engagement für den Bolzplatz am Zentmarkweg heraus, das in eine gemeinsame Arbeitsgemeinschaft mündete, die bereits einiges auf den Weg gebracht habe.
Viele Planungen bereits konkret
Auch Ortsvorsteher Christian Wernet begrüßte das Engagement: "Es geht darum, den Stadtteil lebens- und liebenswerter zu gestalten. In dieser Hinsicht hat die Quartiersmanagerin bereits Sichtbares und Achtbares geleistet." Hecker selbst sagte, es gelte nun "zügig die nächsten Aufgaben anzupacken" und stellte ausgewählte Projekte für 2009 vor, die sich aus der Quartiersanalyse ergeben. So werde die Erneuerung des Bolzplatzes am Zentmarkweg weiter fortgesetzt. "Dazu sollen unter anderem Übungsleiter aus dem Ausbildungsprojekt der Werkstatt Frankfurt an zwei Nachmittagen Ballsportgruppen anbieten". Um das Thema "Grünanlagen" aufzugreifen, suche man unter anderem Baum- und Blumenpaten für die Bepflanzung und Verschönerung der "Baumscheiben". Das im August 2008 eröffnete Nachbarschaftsbüro in der Westerbachstraße 29 werde als Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger bereits gut angenommen. Zu Heckers aktuellen Planungen gehören weiterhin Straßen- und Nachbarschaftsfeste, ein Tag des Vorlesens und ein Netzwerk von Ehrenamtlichen. Um "Begegnungen unter Nachbarn" zu intensivieren soll es zudem ein monatliches Stadtteilfrühstück sowie verstärkt Ausflüge und Unternehmungen für alle Altersgruppen geben.
[Carla Diehl]
Soziale Stadt
Voller Einsatz für den Bolzplatz
Quartiersmanagement der Diakonie greift wichtiges Anliegen junger Rödelheimer auf
Nicht wie gewohnt mit dem Ball am Fuß, sondern mit Sägen, Scheren und Rechen in den Händen, sah man Jungen und Mädchen am Sonntag auf dem Bolzplatz am Zehntmarkweg in Rödelheim. Eifrig beschnitten sie die Sträucher und rodeten das Dickicht, räumten Müll weg. „Jugendliche krempeln die Ärmel hoch“, lautete das Motto einer Aktion, die vom Quartiersmanagement der Diakonie koordiniert wurde, das im Auftrag des städtischen „Frankfurter Programms – Aktive Nachbarschaft“ in Rödelheim-West tätig ist.
Gute Vernetzung setzt Zeichen
„Wir haben ein wichtiges Anliegen der jungen Rödelheimer aufgegriffen“, betont Quartiersmanagerin Heike Hecker, die das Engagement für den Bolzplatz als einen Beleg für die gute Vernetzung im Stadtviertel wertet. Um die Jugendlichen zu unterstützen, gründete sich eine „AG Bolzplatz“, in der Vertreter des RaUm der Evangelischen Cyriakusgemeinde, des Aktivspielplatzes Zentmarkweg sowie des 1. FC Rödelheim mit der Quartiersmanagerin und den Jugendlichen zusammenarbeiten. Die sonntägliche Aktion, so Hecker, sei ein Startschuss. Mit der Übernahme von Eigenverantwortung wolle man ein Zeichen setzen. Schließlich könne sich der Platz durch die Kooperation von Jugendlichen, Ortsbeirat, Grünflächenamt, Quartiersmanagement und dem „Frankfurter Programm – Aktive Nachbarschaft“ im Laufe des Jahres in einen vorbildlichen Bolzplatz verwandeln. Unter anderem wünschen sich die Jugendlichen einen geeigneten Bodenbelag, neue Tore und lärmgedämmte Ballfangzäune, damit auch die Lärmbelästigung für die Nachbarn verringert wird.
„Hochwassergebiet“ mitten im Stadtteil
„Ein zentrales Element ist die Beteiligung und Aktivierung der Bewohnerschaft“, bekräftigt Hecker. So hatten einige Jugendliche zuvor bereits mit einem Brief bei den unmittelbaren Nachbarn um Verständnis und Unterstützung geworben. Darin schreiben sie unter anderem, dass sich der Fußballplatz in einem miserablen Zustand befinde. „Diese Verwilderung ist bereits so weit fortgeschritten, dass dieser Platz bei Trockenheit einem Acker und bei Regen einem Hochwassergebiet ähnelt“, heißt es. Am Donnerstag letzter Woche dann luden Jugendliche aus der Siedlung Zentmarkweg alle, die an der Verbesserung des Bolzplatzes interessiert sind, zu einem Treffen ein. Nachdem die Quartiersmanagerin auf der gut besuchten Versammlung ausführlich über den Planungsstand informiert hatte, wurden die Verabredungen für die Aktion getroffen.
Vom Engagement begeistert
Die startete dann am Sonntag pünktlich um 10.30 Uhr unter der Leitung von Heike Hecker und Heiko Lüßmann von der Jugendeinrichtung RaUm der Evangelischen Cyriakusgemeinde. Ungeachtet der winterlichen Temperaturen begannen die Jugendlichen mit der der Rodung des Sträucher-Dickichts rund um den Bolzplatz gemäß der Planungen des Grünflächenamtes. „Obwohl der ein oder andere Aktive seinen Platz an der Baumsäge aufgeben musste, um etwa seinen Einsatz beim Fußballspiel nicht zu verpassen, gab es bis zum erfolgreichen Ende immer genug Nachrücker. Bereits gegen 14.00 Uhr war der Auftrag erledigt, insgesamt haben sich über 40 Jugendliche beteiligt“, zeigt sich die Quartiersmanagerin vom Engagement begeistert.
Lebensbedingungen verbessern – Miteinander stärken
Mit dem kommunalen Programm „Frankfurter Programm – Aktive Nachbarschaft“ möchte die Stadt Frankfurt die Lebensbedingungen in Quartieren verbessern und das Miteinander - auch von unterschiedlichen Kulturen - stärken. Dabei kooperiert sie eng mit verschiedenen Trägern sozialer Arbeit. Nachdem das Diakonische Werk für Frankfurt am Main bereits in der Karl-Kirchner-Siedlung in Preungesheim erfolgreich beteiligt war, übernahm es vor vier Jahren die Trägerschaft in der Nordweststadt und im Sommer 2008 in Rödelheim-West.
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main
Dramatische Lebensgeschichten und Schicksale
2. Jahresbericht der Abschiebungsbeobachtung am Frankfurter Flughafen
Dramatische Lebensgeschichten und Schicksale verbergen sich hinter der Abschiebung von Flüchtlingen und Asylbewerbern am Frankfurter Flughafen. Das bestätigt der zweite Jahresbericht 2007/2008, den die Abschiebungsbeobachterinnen der katholischen und evangelischen Kirche am Frankfurter Flughafen jetzt vorgelegt haben. Im Jahr 2007 wurden 4500 Menschen abgeschoben, 25 % weniger als im Vorjahr. Rund 300 Abschiebungen wurden im Berichtsjahr von den Abschiebungsbeobachterinnen begleitet.
Seit 2006 finanzieren die katholische und die evangelische Kirche mit Unterstützung der UNO Flüchtlingshilfe e.V. eine Abschiebungsbeobachtung. Sie hat das Ziel, für Transparenz im Verfahren von Abschiebungen herzustellen und humanitäre Ansprüche zu gewährleisten. Unterstützt und begleitet wird diese Aufgabe von einem Forum, dessen Vertreter von Kirchen, Bundespolizei, Pro Asyl, amnesty international und vom hessischen Flüchtlingsrat ernannt sind. Dabei hat sich die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Bundespolizei, die in den vergangenen zwei Jahren aufgebaut wurde, selbst bei kontroversen Auffassungen bewährt. Die Träger bedauern allerdings, dass das Innenministerium im Forum Abschiebebeobachtung noch immer nicht vertreten ist. Diese Mitwirkung wird als dringend notwendig erachtet.
Der Jahresbericht gibt Einblick in zahlreiche Schicksale. Jeder der geschilderten Vorgänge begründet die Notwendigkeit der Abschiebungsbeobachtung. Warum fällt die serbische Familie, die seit Jahren hier lebt, ein Einkommen besitzt und nicht straffällig geworden ist, nicht unter die Bleiberechtsregelung und wird abgeschoben? Wieso wird die Abschiebung eines jungen Chinesen vollzogen, obwohl er das Sorgerecht für seine beiden Kinder mit deutschem Pass besitzt? Besonders problematisch waren: Trennungen von Familien, Abschiebung nach langjährigem Aufenthalt, Kranke mit Arztbegleitung und Menschen, bei denen Abschiebungen gescheitert sind. Stresssituationen sind programmiert und erfordern hohe Sensibilität aller Beteiligten. Vermehrt bitten Flüchtlingsinitiativen oder Anwälte darum, eine Abschiebung zu beobachten. Besonders aufmerksam werden auch Abschiebungen in Krisenregionen wie Afghanistan, Irak und Sri Lanka beobachtet.
Der Bericht ist zu beziehen bei: Dezernat-caritas@bistumlimburg.de
Kontakt: Bischöfliches Ordinariat, Dezernat Caritas: 06431-295340
Kontakt: Ulrike Johanns, Arbeitsbereichsleiterin Kirche am Flughafen, Telefon 069/69071991
und Download unter: Jahresbericht_Abschiebungsbeobachtung_Frankfurt_2007-2008.pdf
Weißfrauen Diakoniekirche
Brunch für Menschen ohne Wohnung
Fünf-Sterne-Frühstück des Le Meridien Parkhotels
Ein Fünf-Sterne-Frühstück servierten 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Le Meridien Parkhotels am Samstag, dem 29. November 2008, in der Weißfrauen Diakoniekirche und machten somit 120 Gästen aus dem Bahnhofsviertel eine große Freude. "Ein Brunch für Menschen ohne Wohnung wie im Grand Hotel", das war die Idee von Hotelmanager Jan Willem Roenhorst und seinem Team für den diesjährigen Community Day.
[Foto: Oliver Tamangini]
Weißfrauen Diakoniekirche
Henning Scherf liest aus seinem anregenden und mitreißenden Buch „Grau ist bunt - was im Alter möglich ist“
Autorenlesung in der Weißfrauen Diakoniekirche Frankfurt
Henning Scherf hat sich wie wenige andere mit diesen Fragen auseinandergesetzt. Er erzählt in diesem Buch davon, wie seine Großeltern und seine Eltern alt geworden sind und wie er selbst alt werden will. Der großen Angst vor dem eigenen Altern und der Panik vor einer immer älter werdenden Republik stellt er ein ganz neues Altersbild entgegen. Und eine alternative Lebensform, die er selber in seiner Alters-WG praktiziert. Er ist überzeugt: Wir müssen die Trennung zwischen Alt und Jung aufheben, die starre Abfolge von Ausbildung – Arbeit – Ruhestand auflösen und Vereinsamung verhindern. Wir müssen zu einem neuen Miteinander finden, aber auch die eigene Sterblichkeit akzeptieren. Die Veränderungen, die sich durch das Altern ergeben, bergen viele neue Chancen. In seinem ebenso persönlichen wie politischen Buch zeigt Henning Scherf, wie wir sie nutzen können.
Henning Scherf (69) war bis 2005 Bürgermeister von Bremen. Er lebt mit seiner Frau Luise in der wohl berühmtesten Wohngemeinschaft Deutschlands.
Statt Eintrittsgeld werden Spenden erbeten für das Kulturzentrum „Haus der Drei Welten“ in Frankfurts Partnerstadt Granada - Nicaragua
Mittwoch, den 17. September 2008 um 16 Uhr
Weißfrauen Diakoniekirche Frankfurt
Gutleut- Ecke Weserstraße
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main
„Evangelische Hauskrankenpflege hat Zukunft“
Diakoniestationen gGmbH feierte „10 Jahre Dienst im Sinne Christi als gemeinnützige GmbH“ / Urkunde für Zertifizierung nach DIN-EN-ISO-9001 überreicht
Doppelten Grund zum Feiern hatte am Freitag, dem 15. August, die Diakoniestationen gGmbH. Denn neben dem 10-jährigen Jubiläum stand bei einer Festveranstaltung im Evangelischen Pflegezentrum in der Battonnstraße die Zertifizierung nach DIN-EN-ISO-9001 im Focus. Rainer Trost vom TÜV Saarland überreichte die Zertifizierungsurkunde an Geschäftsführer Helmut Ulrich, der auf den intensiven Qualitätsmanagement-Prozess in der Einrichtung verweist: „Um Qualität tatsächlich zu sichern und auszubauen, bedarf es einer regelmäßigen Überprüfung der eigenen Arbeit. Das geschieht einerseits durch obligatorische Pflegevisiten und andererseits über ein effizientes Beschwerdemanagement“. In die Qualitätsentwicklung seien alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktiv einbezogen. „Unter anderem wirken sie bei der Festlegung der unternehmensspezifischen Standards mit und werden regelmäßig fortgebildet.“
Die Vorstandsvorsitzende des Evangelischen Regionalverbandes, Pfarrerin Esther Gebhardt, hob die Bedeutung der ambulanten Krankenpflege für die evangelische Kirche in Frankfurt hervor. Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, insbesondere Pflegedienstleiterin Daniela Höfler-Greiner, dankte sie für das große Engagement. Dr. Michael Frase, Aufsichtsratsvorsitzender und Leiter des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main, nannte die wirtschaftliche Entwicklung der gemeinnützigen GmbH und insbesondere die Entscheidung für das Pflegezentrum in der Battonnstraße eine „Erfolgsgeschichte“. Die Evangelische Hauskrankenpflege habe Zukunft, betonten sowohl er als auch Gebhardt.
Grußworte zum Jubiläum, das unter dem Motto „2000 Jahre im Dienste Christi – 10 Jahre als gemeinnützige GmbH” stand, sprachen auch die Vorsitzende des Diakonieausschusses der Regionalversammlung und langjährige Vorsitzende des Beirates der Diakoniestation Dornbusch, Oda Düttmann sowie Pfarrer Martin Barschke, Projektleiter Zukunftssicherung der Diakoniestationen beim Diakonischen Werk in Hessen und Nassau. Torsten Dietz, Kraftfahrzeughändler aus Karben und langjähriger Geschäftspartner der Diakonie, überreichte einen Scheck über 1.000 Euro an die Einrichtung, die bereits kurz nach Gründung der gGmbH mit dem Qualitätsmanagement begann: Unternehmensstrukturen und Abläufe wurden systematisch auf Effektivität und Effizienz geprüft und angepasst, um so Qualität kontinuierlich zu verbessern. Eine wichtige Voraussetzung, so Ulrich, seien Fachkräfte. „Bei uns haben 2 von 3 Mitarbeitern eine qualifizierte Ausbildung, etwa als Krankenschwester oder Altenpfleger“.
Wie der Geschäftsführer weiter ausführte, gehe es darum, den gesamten ambulanten Pflegebetrieb der Evangelischen Hauskrankenpflege sowie die anderen Dienstleistungsbereiche so zu organisieren, dass die Arbeit in jeder Hinsicht transparent und nachvollziehbar sei. „Die gesetzliche Verpflichtung für Ambulante Pflegedienste, ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement nachzuweisen, ist für uns keine lästige Pflicht, vielmehr betrachten wir Qualitätssicherung und -weiterentwicklung als Teil unserer Verantwortung gegenüber Pflegebedürftigen und deren Angehörigen.“ Die Zufriedenheit der Kunden ermittle man unter anderem mit Befragungen.
Für den Samstag hatte die Diakoniestationen gGmbH zu einem Tag der offenen Tür in die Battonnstraße eingeladen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gaben vielfältige Informationen zur Evangelischen Hauskrankenpflege, zum Diakonischen Betreuungsdienst, zu den Projekten „Chronische Wunden“ und „Dementiell und psychisch Erkrankte“ sowie zu den Wohngemeinschaften für dementiell Erkrankte. Bei einem persönlichen Gesundheits-Check ließen zahlreiche Besucherinnen und Besucher Blutzucker- und Blutdruckwerte sowie ihren Body-Mass-Index ermitteln.
[Jörn Dietze]
Kindertagesstätten
Merkel fordert mehr Investitionen in Bildung
Kanzlerin besuchte Kita der Evangelischen Friedensgemeinde in Frankfurt
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am 21. August zum Auftakt ihrer „Bildungsreise“ durch Deutschland die Kindertagesstätte der Evangelischen Friedensgemeinde in Frankfurt am Main (Foto) und die Evangelische Fachhochschule (EFH) in Darmstadt besucht. In der EFH forderte sie mehr Investitionen in Bildung. Besonders in der frühkindlichen Erziehung müssten neue Wege gegangen werden, so Merkel. Eine der Zukunftsfragen betreffe die Qualifizierung der Erzieherinnen und Erzieher.
Bei ihrem Besuch im Kindergarten der Evangelischen Friedensgemeinde appellierte die Kanzlerin an die Länder, gemeinsam Lösungen für Bildungsdefizite zu finden. „Von den Ländern erwarte ich eine kreative Umsetzung der Bildungsziele“, sagte Merkel. Auch der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) bezeichnete die Bildungspolitik als eine der zentralen Zukunftsfragen und begrüßte eine Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern in der Bildungspolitik. „In Zuständigkeitsfragen werden wir aber stur sein“, betonte er. Hessen sei bundesweit Vorreiter mit einem einheitlichen Erziehungsplan von der Geburt bis zum zehnten Lebensjahr.
Eine bessere Qualifikation der Erzieherinnen und Erzieher ziehe aber auch höhere Personalkosten nach sich, gab Koch zu bedenken. „Dann kollabieren alle Kommunen Deutschlands finanziell.“ Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Peter Steinacker stellte ebenfalls die Frage nach der angemessenen Bezahlung besser qualifizierter Pädagogen. „Wir wollen als Kirche unseren Teil dazu beitragen“, kündigte er an.
Merkel hatte zuvor bei ihrem Besuch in dem Frankfurter Kindergarten das dortige Sprachförderprogramm für Kinder gelobt. Das Alter zwischen drei und sechs Jahren sei das „schönste Alter“, in dem man Kinder begeistern könne, zitierte Merkel eine Erzieherin. Kindertagesstätten müssten Eltern in ihre Arbeit einbeziehen, forderte Merkel. Der Beruf der Erzieherin müsse zudem „attraktiver gemacht werden“.
Die Kindertagesstätte der evangelischen Friedensgemeinde zeichnet sich durch die Sprachförderung von Kindern aus Einwandererfamilien aus. Im Rahmen des Projekts „Frühstart“ werden Erzieherinnen fortgebildet, die Kindern Deutsch vermitteln sollen. Mehrsprachige Elternbegleiter beraten Migranten bei der Sprachförderung für ihre Kinder.
Die Informationsreise der Bundeskanzlerin umfasst zwölf Stationen in zehn Bundesländern. Dabei will sich Merkel ein umfassendes Bild vom deutschen Bildungssystem verschaffen. Die Reise mündet am 22. Oktober in einen „Bildungsgipfel“.
[(epd, 26.8.2008)]
Weißfrauen Diakoniekirche
Die Jahressuppe und Ausstellungseröffnung am 20.6.2008
ANDREAS EXNER stellt aus: BITTEDANKE
ANDREAS EXNER stellt aus
Eröffnung am Freitag, 20.06.08, 19.00 Uhr mit einer Einführung von Dr. Burkhard Brunn
In dieser Saison inszeniert der Frankfurter Künstler Andreas Exner unter dem Titel BITTEDANKE fünf Arbeiten aus seinem bisherigen Werkschaffen in der Weißfrauen Diakoniekirche.
Die Arbeiten des deutschen Künstlers Andreas Exner hängen an der Wand genauso wie ein gemaltes Bild. Der Künstler beabsichtigt, dass diese Verbindung vom Betrachter gemacht wird, denn seine Wahl eines ganz alltäglichen Kleidungsstückes, "zugenäht" mit einem ähnlich gefärbten Stück Stoff, kann als eine Intervention in der historischen Flugbahn der monochromen Malerei (Ellsworth Kelly, Richard Tuttle und Blinky Palermo werden alle auf die ein oder andere Art in diesen Arbeiten "zitiert") verstanden werden. Indem er die Malerei von Fragen der Komposition, den Auswüchsen der Subjektivität und dem Unterschied zwischen Farbe und Untergrund sowie dem schwer greifbaren metaphysischen Aspirationen befreit.
Weitere Informationen zu Andreas Exner unter www.andreasexner.net
Ab 20.00 Uhr: Die Jahressuppe
Das philosophische Reisebüro veranstaltet gemeinsam mit la cuisine brute 2008 das kunstinterventionistische Projekt "die Jahressuppe". 366 Tage lang wird in 10 verschiedenen europäischen Ländern eine einzige Suppe von 366 Personen gekocht, obwohl täglich eine andere Suppe serviert wird. Am 12. Februar 2008 begann die Suppe im MAK, Museum für angewandte Kunst, Wien zu kochen. Ab diesem Tag wandert ein Rest der flüssigen Suppe ein Jahr lang täglich von Küche zu Küche, um als Basis für die jeweils nächste Suppe zu dienen.
Am 20. Juni macht die Jahressuppe ihre Station in der Weißfrauen Diakoniekirche – mitten im Frankfurter Bahnhofsviertel.
Weitere Informationen zur Jahressuppe unter www.philosophisches-reisebüro.net
Ausstellungsdauer 20.06.08 bis 29.08.08
Öffnungszeiten Mo bis Fr 12 bis 16 Uhr
Weißfrauen Diakoniekirche
Weser- Ecke Gutleutstraße
Zentrum für Frauen
"Kleider machen Leute" gilt nicht nur für Manager
Mit einer Sammlung von hochwertiger Berufskleidung in zwei Frankfurter Bankhäusern startete am 6. Juni die neue ModeKreativWerkstatt des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main.
Edle Anzüge, seidene Krawatten, chice Kostüme. Was an diesem Freitagvormittag auf den Kleiderstangen im 57. Stock des Frankfurter Messeturmes hängt, würde auf den ersten Blick wohl niemand für das Ergebnis einer Kleidersammlung halten. Doch die Textilien sind "Second Hand" - gespendet von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Investmentbank "Goldman Sachs". "Die Kleidung zum Job" nennt sich ein Projekt, mit dem das Unternehmen gemeinsam mit „Citi" die neue ModeKreativWerkstatt der Frankfurter Diakonie unterstützt. „An zwei Tagen sammeln wir gezielt hochwertige Kleidung für das Berufsleben und haben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ermuntert, wieder einmal ihre Kleiderschränke zu durchforsten", erklärt Janina Boyers von der "Goldman Sachs" Unternehmenskommunikation.
Individuell zugeschnitten
Angesiedelt ist die ModeKreativWerkstatt im Zentrum für Frauen am Alfred-Brehm-Platz, die Zielgruppe jedoch geht weit über die Nutzerinnen der Einrichtung hinaus. Karin Kühn, Leiterin des Zentrums, erklärt die Abläufe: „Ein ,KreativTeam' aus vier Frauen verändert unter professioneller Anleitung einer Maßschneiderin hochwertige Second-Hand-Kleidung kreativ und schneidet sie auf individuelle Bedürfnisse zu.“ Profitieren sollen Frauen und Männer, die für den Beruf angemessene Kleidung benötigen, jedoch keine ausreichenden finanziellen Mittel haben. „Auch für Vorstellungsgespräche und Vorsprachen bei Ämtern und Behörden ist das hochrelevant", so Joachim Otto, Arbeitsbereichsleiter Beschäftigung und Qualifizierung beim Diakonischen Werk für Frankfurt am Main. Das Projekt unterstütze Frauen und Männer, Selbstsicherheit zu gewinnen und motiviere sie, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. "In diesem Kontext arbeitet die ModeKreativWerkstatt begleitend zur Wiedereingliederung in das Berufsleben im Rahmen von Hartz IV- Arbeitsgelegenheiten."
Engagiertes Frauen-Netzwerk
„Die Ideen der Modekreativwerkstatt leben", sagt Heidi Markert begeistert. „Die Leute bekommen nicht irgendetwas in die Hand gedrückt, sondern werden individuell beraten und erhalten ein Kleidungsstück passgenau zugeschnitten." Die Controllerin ist Teil eines Frauen-Netzwerkes bei „Goldman Sachs", das den Kontakt zum Diakonischen Werk für Frankfurt am Main knüpfte und auch „Citi" als Partner gewinnen konnte. „Wir freuen uns, auf diese Weise den Startschuss für ein bisher einzigartiges Projekt geben zu können", bekräftigt Stephanie Kirbach, Director bei „Citi". Janina Boyers weist auf die wichtige Rolle hin, die gute Kleidung für das Selbstvertrauen spielt: „Jeder kennt das: Wenn man gut gekleidet auf die Straße geht, ist das ein ganz anderes Gefühl, als wenn man weiß, dass etwas nicht richtig sitzt." Und das habe schließlich Auswirkungen auf das gesamte Auftreten.
Breite Zielgruppe
Karin Kühn kann das bestätigen: „Kleider machen Leute - das alte Sprichwort gilt heute keinesfalls nur für Manager, sondern in vielen gesellschaftlichen Bereichen mehr denn je." So werde in fast allen beruflichen Kontexten ein gepflegtes Aussehen erwartet oder vorausgesetzt. In den vier Einrichtungen des Zentrums hat Kühn daher einen stark steigenden Bedarf festgestellt – „vor allem bei Frauen, die sich um eine Ausbildung bemühen oder einen Widereinstig in den Beruf anstreben." Doch nicht nur sie werden von dem neuen Angebot profitieren. Eine wichtige Zielgruppe, so Joachim Otto, seien die zurzeit über 200 Frauen und Männer, die durch das Diakonische Werk in gemeinnützige Arbeitsgelegenheiten in kirchlichen und diakonischen Einrichtungen vermittelt werden. „Man darf nicht vergessen, dass heute auch sehr hochqualifizierte Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Und für die Berufe, in die sie wieder einsteigen möchten, benötigen sie Kleidung, die sie mit ihren finanziellen Möglichkeiten oftmals nicht erwerben können."
Ohne Druck Fähigkeiten erproben
Insgesamt, so Otto, werde die ModeKreativWerkstatt unterschiedlichen Bedarfslagen gerecht. Denn auch das KreativTeam profitiere. „Als Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekt hilft die ModeKreativWerkstatt den Frauen beim Wiedereinstieg in das Berufsleben." Sie verpflichten sich, regelmäßig teilzunehmen und erhalten einen Stundensatz von 1 Euro 50. „Auch Frauen mit geringer Belastbarkeit sollen Erfolge erzielen, die motivieren und zu weiteren Entwicklungsschritten ermutigen", betont Karin Kühn und ergänzt: „Die Teilnehmerinnen haben die Möglichkeit, Fähigkeiten und kreatives Potenzial ohne zeitlichen Druck zu entdecken und zu erlernen." Nicht zuletzt solle dies Interesse an einer Weiterqualifizierung im Bereich Textil wecken oder gar dazu motivieren, eine entsprechende Ausbildung zu beginnen.
Hervorragende Resonanz
Mittelfristiges Ziel der Verantwortlichen ist eine Ausweitung des Projekts. So kann sich Otto zum Beispiel eine ganze Modeetage mit Farb- und Stilberatung vorstellen. Zunächst jedoch wolle man den Bedarf genau beobachten. „Wenn wir wissen, welche Kleidungsstücke besonders gefragt sind, können wir bei weiteren Sammlungen gezielt Schwerpunkte setzen", pflichtet Janina Boyers bei. Über die gute Resonanz bereits am frühen Freitagvormittag ist sie ebenso wenig verwundert wie ihre Kollegin Antje Hanisch, die den Kleiderständer gerade um einige Stücke aus ihrem Schrank bereichert: „Wenn man weiß, dass die Kleidung nicht kommerziell vermarktet oder zu Putzlappen verarbeitet wird, ist man auch mal bereit, etwas weiterzugeben, an dem Herz und Erinnerungen hängen", resümiert die „Goldman Sachs"-Stabsmitarbeiterin. Die ModeKreativWerkstatt sei schließlich ein Garant, dass ein hochwertiges Kleidungsstück gezielt dem Menschen zugute komme, der es benötige.
Foto: von links nach rechts: Heidi Markert, Controllerin Goldmann Sachs, Joachim Otto, Diakonie Frankfurt Arbeitsbereichsleiter Beschäftigung und Qualifizierung, Janina Boyers, Kommunikation Goldmann Sachs
Soziale Stadt
Beim „March on Washington” hautnah dabei
Zeitzeugin von Martin Luther King sprach in der Frankfurter Nordweststadt
Gebannt lauschten die Zuhörer in der Frankfurter Nordweststadt am vergangenen Mittwochnachmittag den Ausführungen von Marie Davenport-Schneider, als sie von ihrer Begegnung mit Martin Luther King berichtete. Hautnah hatte sie im Jahre 1963 den „March on Washington“ miterlebt, bei dem Martin Luther King vor dem Lincoln Memorial seine berühmte Rede „I have a Dream – Ich habe einen Traum“ hielt. Das Treffen mit der Zeitzeugin fand im Rahmen einer Kulturwoche anlässlich des 40. Todestages des schwarzen Baptistenpastors und Bürgerrechtlers statt. Organisiert wurde es vom Nachbarschaftsbüro des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main und der Evangelischen Dietrich Bonhoeffer Gemeinde.
Beim „March on Washington“ hatten am 28. August 1963 über 250.000 Menschen friedlich „für Arbeit und Freiheit“ demonstriert - unter ihnen 60.000 Weiße. Mit dem Marsch wollte King in der Hauptstadt für die Probleme der Schwarzen sensibilisieren. Gleichzeitig sollten konservative Politiker zum Einlenken bezüglich einer Gesetzesvorlage bewegt werden, die Präsident Kennedy als Reaktion auf die anhaltenden Demonstrationen für Gleichberechtigung dem US-Kongress vorgelegt hatte. Das Gesetz zur landesweiten Gleichberechtigung von Schwarz und Weiß wurde dann im Folgejahr verabschiedet. Davenport-Schneider bezeichnete den „March on Washington“ als das wichtigste Ereignis in ihrem Leben. Eine Medaille mit dem Konterfei von Martin Luther King aus dieser Zeit trägt sie bis heute um den Hals. Davenport Schneider setzt sich für eine Martin-Luther-King-Gedenkstätte in den USA ein und sammelte dafür auch in der Nordweststadt Spendengelder. Besonders beeindruckt zeigten sich viele Teilnehmer vom Abschluss der Veranstaltung, als sie gemeinsam mit der Zeitzeugin das für die Bürgerrechtsbewegung so wichtige Protestlied „We shall overcome“ anstimmten.
Die Kulturwoche bot vom 1. bis zum 8. Juni eine Vielzahl von Veranstaltungen, Herzstück war eine Ausstellung mit Videoinstallation in einem der Zelte im Martin-Luther-King-Park. Gemeinsam mit seiner Frau Dr. Elisabeth Gebhardt-Jaekel hatte der Künstler Uli Jaekel Fotos und Texte zusammengestellt, die Kings Lebensweg vom Sklavenabkömmling zum angesehenen Pastor nachzeichneten. Das Motto der Kulturwoche “Er kämpfte für Toleranz” prangte während der Zeit auch auf Frankfurter Linienbussen. Organisiert wurde die Kulturwoche vom Nachbarschaftsbüro des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main und zahlreichen Organisationen und Initiativen aus dem Stadtteil.
[Jörn Dietze]
Soziale Stadt
Martin Luther King – auch Vorbild für aktive Nachbarschaft
Eröffnung der Kulturwoche am 1. Juni
Die Stimmgewalt des Gospelchors der Atterburry-Chapel zeigt Wirkung. Von allen Seiten kommen sie herangeeilt: Spaziergänger, Radfahrer, Inline-Skater bleiben stehen, swingen und klatschen mit. Ein Blick auf die Menschenmenge im Martin-Luther-King-Park lässt keinen Zweifel, dass es heute um kulturelle Vielfalt geht. Mit begeisterten und würdevollen Klängen startet eine Woche, die auf ganz unterschiedliche Weise das Leben eines Mannes beleuchtet, der wie kaum ein anderer für Toleranz und Gewaltfreiheit steht: Martin Luther King. „Er ist ein bedeutender Kirchenmann mit einer politischen Botschaft, die uns immer wieder neu bewegt“, betont der Leiter des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main, Dr. Michael Frase, und stellt sogleich aktuellen Bezug her: „Martin Luther King hat es geschafft, Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen – genau darum geht es auch beim Projekt ,Aktive Nachbarschaft’.“ Es gelte, Kings Gedanken auch in der Nordweststadt umzusetzen. „Wertschätzung, Gemeinschaft und Aktivierung sind entscheidende Schlagworte.“






Ein Stadtteil wird aktiv
Mit dem Programm „Aktive Nachbarschaft“ möchte die Stadt Frankfurt am Main die Lebensbedingungen in Stadtvierteln verbessern und das Miteinander – auch von unterschiedlichen Kulturen - stärken. Dabei kooperiert sie eng mit verschiedenen Trägern sozialer Arbeit. „Wir verstehen uns als Institution, die das Leben im Stadtteil aktiviert“, erklärt Annette Püntmann, Quartiersmanagerin im Nachbarschaftsbüro. Nachdem sie in der Karl-Kirchner-Siedlung in Frankfurt Preungesheim bereits erfolgreich am Projekt „Soziale Stadt – Neue Nachbarschaften“ beteiligt war, übernahm die Diakonie vor drei Jahren die Trägerschaft in der Nordweststadt, wo in den letzten Jahrzehnten einschneidende Veränderungen stattfanden: So hatte der Anteil der Bewohner mit ausländischer Staatsangehörigkeit 1970 lediglich drei Prozent betragen, während er 1996 bereits auf ein Viertel angewachsen war. Das Quartiersmanagement arbeitet präventiv, fördert integrative Projekte und bildet Bewohnerinnen und Bewohner zu Nachbarschaftsvermittlern aus, die in Konfliktfällen als Mediatoren zur Verfügung stehen. Insgesamt gehe es darum, Menschen anzustoßen, sich kennen zu lernen und aufeinander zuzugehen, so Püntmann. Wie gut ihr das bereits gelungen ist, verdeutlicht die Kulturwoche, an der sich eine Vielzahl an Organisationen und Initiativen beteiligt: So sorgt der „Internationale Verein für Kinder und ihre Familien“ bei der Eröffnung für kulinarische Genüsse. Am Montag dann organisieren Frauen aus der Nordweststadt einen orientalischen Basar, bevor am Dienstag Klassen der Ernst-Reuter-Schule II und einen Tag später die Evangelische Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde das Programm gestalten. Einen besonderen Höhepunkt gibt es am Mittwoch um 17 Uhr, wenn Marie Davenport-Schneider als Zeitzeugin von ihrer Begegnung mit Martin Luther King berichtet.




„Träume können Ziele werden“
Mit von der Partie sind zudem das „Netzwerk Nordweststadt“, der Eine Welt Laden, die Arbeiterwohlfahrt (AWO) sowie die Vereine „Brücke 71“, „Freunde des Schwarzen Meeres“ und „KOMPAS“. Stadträtin Elisabeth Haindl lobt den hohen Einsatz des Quartiersmanagements und verweist auf unterschiedlichste Potenziale, die bei Bewohnerinnen und Bewohnern im Stadtviertel geweckt worden seien: „Durch die Arbeit ist viel ehrenamtliches Engagement entstanden – über Nationalitäten und Altersgrenzen hinweg“. Auch der in der Nordweststadt aufgewachsene HipHop Musiker D-Flame wendet sich an die Menge, die sich in seinem „Lieblingspark“ versammelt hat: Anknüpfend an die berühmte Rede „I have a dream - Ich habe einen Traum“, fordert er dazu auf, Kings Visionen am Leben zu erhalten: „Träume können Ziele und schließlich Realität werden. Es liegt an uns“, bekräftigt der überregional bekannte Künstler und nimmt dabei insbesondere Eltern in die Pflicht, „Kinder ohne Grenzen in ihren Köpfen zu erziehen.“

Ein großes Vorbild - auch für Frankfurt
Immer wieder geht es um den viel beschworenen „amerikanischen Traum“, den James Seward von Martin Luther King weitaus besser verstanden sieht, als von den meisten Mitmenschen seiner Zeit: „Kings Leben steht für die Verwirklichung des Versprechens, das die Gründer der Vereinigten Staaten in der ‚Declaration Of Independence’ gegeben haben“, betont der Leiter der Presse- und Kulturabteilung im Amerikanischen Konsulat Frankfurt, „es geht darum, dass alle Menschen gleich geschaffen sind und unveräußerliche Rechte haben.“ Dass ein Schwarzer heute Chancen habe, zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt zu werden, sei ein Fortschritt, der unmittelbar auf Kings Wirken zurückzuführen sei. Seward verdeutlicht die neue Bedeutung, die King dem Begriff „Kampf“ gegeben habe: „Seine Erfolge beweisen, dass die Taktik des Gewaltlosigkeit die richtige ist.“ Er hoffe inständig, „dass sich in unseren modernen Gesellschaften noch mehr Gruppen, die um ihre Rechte kämpfen, King zum Vorbild nehmen.“






Linienbusse mit starker Botschaft
Vergangenheit und Gegenwart verbindet auch eine Ausstellung, die täglich in einem der beiden Zelte zu sehen ist. Uli Jaekel und Dr. Elisabeth Gebhardt-Jaekel haben Fotos und Texte zusammengestellt, die Kings Lebensweg vom Sklavenabkömmling zum angesehenen Pastor nachzeichnen und sich mit seinen gewaltfreien Aktionen ebenso beschäftigen wie mit dem Klima von Angst, Fanatismus und Rassenhass, das der Bürgerrechtsbewegung entgegenstand. Ein Videofilm kombiniert historische Bilder mit aktuellen Szenen aus dem multikulturellen Alltag in der Nordweststadt. „Das holt Martin Luther King aus dem Mausoleum des Gedenkens heraus“, betont Uli Jaekel und verweist auf den unmittelbaren Bezug zum Ort des Geschehens: Auf dem Gelände einer alten Ziegelei war der Martin Luther King Park in den 60er-Jahren von amerikanischen Soldaten gebaut und unmittelbar nach der Ermordung Kings nach ihm benannt worden. Ulrich Schaffert, Pfarrer der Dietrich Bonhoeffer Gemeinde wünscht sich, dass die Grünanlage in Zukunft - etwa durch die feste Einrichtung eines Cafes - noch mehr zu einem „Ort der Kommunikation“ wird. Bis zum nächsten Sonntag immerhin seien intensive Gespräche und Diskussionen garantiert, bekräftigt Dr. Frase. Dass das Motto der Kulturtage, „Er kämpfte für Toleranz - wir sind auf dem Weg“, auch auf Linienbussen der Frankfurter Verkehrsgesellschaft prangt, freut ihn besonders: „So wird eine starke Botschaft in das Stadtquartier und darüber hinaus getragen.“
Programm der Kulturwoche als PDF
[Autor: Jörn Dietze; Fotos: Thomas Rohnke]
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main
So sehen ökumenische Sieger aus
Diakonie und Caritas erreichen den 2. Platz beim 8. Liga-Fußball-Cup Turnier
Nicht nur Fußballer fiebern jährlich dem legendären Liga-Cup entgegen, an dem Wohlfahrtsverbände, gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaften, Jugend- und Sozialamt sowie Stadtschulamt teilnehmen. Auch zahlreiche Fans unterstützen die sportlichen Spitzenleistungen ihrer Kollegen. Zum 8. Mal fand am 30. Mai in Fechenheim das sportliche Highlight statt. 8 Mannschaften sind angetreten und haben ihre Fans begeistert. Das Team des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main und des Caritasverbandes Frankfurt e.V. gehört zu den Siegern. Super.
Soziale Stadt
Kulturwoche 1. bis 8. Juni:
„I have a dream“ - Martin Luther King
Er kämpfte für Toleranz - Wir sind auf dem Weg dahin
Zum 40. Mal jährt sich der Todestag von Martin Luther King. Am 4. April 1968 wird er in Memphis, Tennessee, von einem weißen Attentäter erschossen.
Martin Luther King gehört zu den herausragenden Persönlichkeiten seiner Zeit. Wer kennt nicht seinen Satz „I have a dream“. Er kämpft für Toleranz und Gewaltfreiheit. Seine Botschaft ist heute so aktuell wie damals.
Die Kulturwoche befasst sich mit seinem Leben und gesellschaftlichen Herausforderungen von heute. Dazu laden das Nachbarschaftsbüro des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main, Einrichtungen aus dem Stadtteil, Gemeinden und Vereine rund um die Nordweststadt herzlich ein.
Zwei Zelte im Martin-Luther-King-Park sind Mittelpunkt der Kulturwoche.
Das Ausstellungszelt umfasst die Installation „Martin Luther King im Park“, das Café-Zelt dient Begegnungen, Veranstaltungen und Gesprächen bei türkischer Verpflegung.
Kinder können sich auf tolle Spiele im Park freuen. Die Betreuung ist durch die verantwortlichen Gruppen gesichert.
Der Verein „Freunde des Schwarzen Meeres“ sorgt für kalte Getränke und türkische Spezialitäten.
Die Kulturwoche wird finanziert vom Frankfurter Programm – Aktive Nachbarschaft.
Sie sind herzlich eingeladen.
Programm der Kulturwoche als PDF
WESER5
Frankfurter Obdachlose profitieren von künstlerischem Engagement
Das WESER5 Diakoniezentrum erhielt über 1000 Euro aus dem Erlös des Projekts „Lauf gegen die Kälte“
Einen Scheck über 1022 Euro übergab der Künstler Heinz Ratz am 30.04 an die Leiterin des WESER5 Diakoniezentrums Renate Lutz . Wofür das Geld genau verwendet werde, darüber sollten die Besucher von WESER5 nun mitentscheiden, betonte sie. Die Summe ist Teil des Erlöses aus dem Projekt „Lauf gegen die Kälte“, das Ratz gemeinsam mit seiner Musikgruppe „Strom und Wasser“ organisierte. Im letzten Winter waren die Künstler insgesamt 1000 Kilometer zu Fuß von Dortmund nach München gelaufen und hatten auf dem Weg insgesamt 30 Konzerte zugunsten von Obdachlosen gegeben. Um auch mittellosen Zuschauern den Besuch zu ermöglichen, verlangten sie keinerlei Eintritt, sammelten stattdessen jedoch Spenden für örtliche Obdachlosen-Organisationen und Projekte. Mit dem Lauf protestierte Ratz gleichzeitig gegen den zunehmenden Abbau von sozialen Einrichtungen und die Kürzungen von Sozialleistungen, die ein wachsendes Gefälle zwischen Arm und Reich zur Folge haben. Der Künstler, der 10 Bücher und 14 CDs veröffentlichte, wurde 1968 als Sohn einer Indianerin und eines Deutschen geboren und lebte unter anderem in Spanien, Peru, Saudi-Arabien, Schweiz, Argentinien und Schottland. Über ein Jahr lang war Ratz selbst obdachlos.
Das WESER5 Diakoniezentrum im Frankfurter Bahnhofsviertel hält fünf qualifizierte Hilfeangebote für wohnsitzlose Menschen unter einem Dach bereit: eine Soziale Beratungsstelle, ein Übergangswohnhaus mit Notübernachtung, Aufsuchende Straßensozialarbeit sowie einen Tagestreff, in den täglich bis zu 100 Besucher kommen.
[Jörn Dietze]
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main
Dem eigenen Leben auf der Spur - Als Pilger auf dem Jakobsweg
Lesung mit Felix Bernhard am 21.5.08 um 19 Uhr im Dominikanerkloster, Frankfurt
„Stärke wächst nicht aus körperlicher Kraft, vielmehr aus unbeugsamen Willen“ (Ghandi) – der Leitsatz mit dem sich der Bestseller-Autor Felix Bernhard auf den Weg gemacht hat: 2.500 km auf dem Jakobsweg, alleine und – im Rollstuhl. Die dabei gewonnen Erfahrung von grenzenloser Freiheit transportiert er in seinem Buch und seinen mitreissenden Lesungen.
Seit einem schweren Motorradunfall direkt nach dem Abitur vor 14 Jahren sitzt der frühere Leistungssportler im Rollstuhl. Mit dem festen Willen, seinem Leben wieder eine gewisse Normalität zu geben, hat sich Felix Bernhard auf den Weg gemacht: Studium in Freiburg und den USA, Karriere bei einem global operierenden Konzern. Auf unzähligen Kilo - metern in der Stille und Weite auf den Jakobswegen die unmittelbare Erfahrung von Freiheit, von denen er authentisch berichtet.
Felix Bernhard hat beschlossen, dass der Rollstuhl nicht gegen, sondern für ihn arbeitet. Er zeigt auf eindrückliche aber auch sehr humorvolle Weise welche Kraft und Stärke dem Willen entspringt. Er fordert uns auf mitzugehen auf dem Weg zur inneren Freiheit!
„Der Lebensmut von Felix Bernhard steckt an“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Das Buch von Felix Bernhard „Dem eigenem Leben auf der Spur“ ist im Scherz Verlag unter der ISBN 978-3-502-15093-0 erschienen.
Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier
WESER5
UMBAU
Der WESER5 Tagestreff wird saniert
Die Öffnungszeiten sind: Sonntag 9 bis 17 Uhr und Montag bis Donnerstag 8.30 bis 17.00 Uhr. Der Eingang Weserstraße 3 und 5 liegt an der Rückseite des Gebäudes, dazu muss man über den Hof gehen.
Die Neueröffnung des WESER5 Tagestreffs ist für August 2008 geplant.
WESER5
Spenden Sie für Obdachlose
Kampagne „Sehtest“
Die Bürger einer so wohlhabenden Stadt wie Frankfurt fühlen sich meist weit weg von den Obdachlosen, fast wie in einer anderen Welt.
Die Kommunikation muss es schaffen, die Menschen darauf aufmerksam zu machen, wie nah sie die Obdachlosen in Wirklichkeit sind. Ziel ist, die Menschen zum ersten Schritt zu bewegen, Bereitschaft zur Interaktion herzustellen.
Klischeehafte Darstellungen des Elends und Appelle an das Gewissen werden jedoch kaum ausreichen, um die wahrgenommene Distanz zu überbrücken.
Die Kampagne „Sehtest“ macht den Menschen keinen vordergründigen Vorwurf.
Es ist sicher keine Absicht, wenn die Obdachlosen nicht gesehen werden, – es fehlt einfach nur die passende Sehhilfe.
Poster und Anzeigen, die eine vermeintliche Farbenblindheit zu testen vorgeben, entpuppen sich als Test für eine ganz andere Sehschwäche:
Die Obdachlosenblindheit.
Die Motive fordern dazu auf, genauer hinzuschauen: Erst auf den zweiten Blick erkennt man, was sich hinter den rot-grünen Abbildungen verbirgt. Die Empfehlung zu einem Sehtests konfrontiert die Menschen mit einen Augenzwinkern mit ihrer selbst gewählten „Sehschwäche“.
Der Verzicht auf den erhobenen Zeigefinger und drastische Darstellungen soll es den Menschen leichter machen ihr eigenes Verhalten zu überdenken, und die Bereitschaft wecken, die Obdachlosen in der Stadt zu unterstützen.
Müttergenesungswerk
„Ein großer Schritt in Richtung Gesundheit“
Neujahrsempfang des Ortsausschusses für Müttergenesung in Frankfurt am Main
Der Ortsausschuss für Müttergenesung in Frankfurt am Main zieht bei seinem Neujahrsempfang positive Bilanz und möchte Frauen ermutigen, etwas für sich zu tun.
„Müttergenesung hat viel geschafft“. Marlene Rupprecht hatte Positives zu vermelden, als sie anlässlich eines Neujahrsempfangs am 1. Februar in Frankfurt am Main die vergangenen Monate Revue passieren ließ. Dass der Bundestag 2007 überparteilich und einstimmig den Teilen der Gesundheitsreform zugestimmt hat, die Müttergenesung betreffen, darf die Kuratoriumsvorsitzende der Elly Heuss-Knapp-Stiftung durchaus als Erfolg ihres außergewöhnlichen Engagements werten. Der Hintergrund: Mit der Gesundheitsreform sind medizinische Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen für Mütter und Väter zu Pflichtleistungen in der GKV umgewandelt worden. Vorher lag es im Ermessen der Kassen, die Anträge zu bewilligen. Seit 1. April 2007 müssen sie die Leistungen genehmigen, wenn die medizinischen Voraussetzungen vorliegen. In diesem Fall gilt ausnahmsweise nicht der Grundsatz „ambulant vor stationär“. Außerdem werden die Ausgaben für Mutter-/Vater-Kind-Maßnahmen zukünftig im Risikostrukturausgleich berücksichtigt. Kassen, die mehr Leistungen bewilligen und entsprechend mehr Ausgaben haben, sind nicht mehr im Nachteil gegenüber solchen, die nur wenige Vorsorge- und Reha-Maßnahmen bezahlen.
Studie belegt hohen Bedarf
Marianne Adler vom geschäftsführenden Vorstand des Landesausschusses für Müttergenesung dankte Rupprecht sowie allen Unterstützern und Schirmherrinnen für ihren großen Einsatz. „Ohne ihn wäre die erfolgreiche Arbeit der Müttergenesung so nicht möglich“, betonte die Beraterin im Arbeitsbereich Müttergenesung des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main. Anke Koch, Schirmherrin der Müttergenesung in Hessen und Frau des Hessischen Ministerpräsidenten, bekräftigte die erfreulichen Konsequenzen der neuen Regelung: „Die Zahl der bewilligten Anträge auf Mutter-Kind-Kuren ist enorm angestiegen. Bei einigen Kassen liegt sie bereits zwischen 80 und 90 Prozent“. Vor einigen Monaten hingegen sei eine Ablehnungsquote von bis zu 60 Prozent die Regel gewesen. Koch würdigte gleichzeitig das Engagement der Willy Robert Pitzer Stiftung, die auch im Jahre 2008 bedürftigen Müttern, deren Antrag endgültig abgelehnt wurde, Kuren ermöglicht. Wie nötig dies ist, belegt eine Studie des Bundesministeriums für Senioren, Frauen und Jugend, die zu dem Schluss kommt, dass der Bedarf an Unterstützung weitaus höher ist als die tatsächlich genutzten Leistungen. Die Erhebung sieht ihn bei 20 Prozent aller Mütter und 11Prozent aller Väter. Insgesamt, so die Studie, leiden in Deutschland 1,1 Millionen Mütter und 128.000 Väter an Gesundheitsstörungen. Mehr als die Hälfte der behandlungsbedürftigen Mütter und Väter gibt darüber hinaus an, dass auch ihre Kinder von mindestens einem psychosozialen Problem betroffen seien.
Beitrag zum sozialen Gemeinwesen
„Die bundesweit 1400 Anlaufsstellen bei den Wohlfahrtsverbänden sind entscheidende Türöffner. Durch sie kommen viele Frauen zum ersten Mal mit dem Hilfesystem in Kontakt“, erörterte Rupprecht. Die Frankfurter Oberbürgermeistern Petra Roth lobte in diesem Zusammenhang die hohe Kompetenz der Beraterinnen: „Ihre Arbeit trägt wesentlich zu einem sozial ausgeglichenen Gemeinwesen bei.“ Immer deutlicher werde, dass Frauen in der Gesellschaft Unterstützung benötigten. Ein Grund sei, dass sie heute oftmals verschiedene Rollen in sich vereinigten - zum Beispiel Mutter, Tochter und Großmutter - und damit überfordert seien, betonte die Schirmherrin der Müttergenesung in Frankfurt am Main. „Zahlreiche Frauen haben bei einer Kur das erste Mal seit langer Zeit überhaupt die Möglichkeit, ohne ihre Kinder zusammenzusitzen und sich in einer Gruppe auszutauschen“, konkretisiert Rupprecht.
Als eine Besonderheit von Müttergenesung stellt sie den ganzheitlichen Ansatz heraus. Die Tatsache, dass die Beratungsstellen von den fünf großen Wohlfahrtsverbänden getragen werden, bringe entscheidende Vorteile, da sie in starke Netzwerke eingebunden seien. Diese nutze man gezielt, um Frauen in ganz unterschiedlichen Problemlagen optimal zu unterstützen. „Zum Beispiel können sie unbürokratisch zu Schuldner- oder Suchtberatungsstellen weitervermittelt werden“. Die Müttergenesung in Frankfurt stehe dabei in besonderer Weise für eine gelungene Kooperation der Träger. „Hier zeigt sich, wie ein Netzwerk funktionieren kann, in das viel Power gesteckt wird.“ Auch Dr. Michael Frase bestätigt dies: „Die Arbeit ist ein hervorragendes Beispiel für sinnvolle Vernetzung und ein Konzept, das die Familien in den Mittelpunkt stellt“, so der Leiter des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main.
Gewaltproblematik tritt zutage„Müttergenesung“, bekräftigt Marianne Adler, „holt Frauen in ihrer speziellen Situation ab und geht auf individuelle Bedürfnisse ein“. Dazu kombiniert sie verschiedene Therapie- und Unterstützungsformen. „Rückenschule alleine bringt nichts, wenn finanzielle Probleme wie Blei auf den Schultern lasten“, nennt Rupprecht ein Beispiel. Auch Gewalt in Beziehungen sei eine Problematik, die immer öfter zutage trete, hat Anke Urner von der Caritas-Familienberatung festgestellt: „Etwa ein Zehntel der Frauen, die wir beraten, leiden unter Folgen von Gewalt, zum Beispiel unter posttraumatischen Störungen“, sagt die Beraterin, die zur Zeit eine Dokumentation von Gewaltfällen erstellt. Nicht selten vermittelt sie betroffene Frauen an andere Hilfeangebote wie etwa das Zentrum für Frauen am Alfred-Brehm-Platz weiter. Doch auch, wenn keine Gewalterfahrungen vorliegen, stoßen viele Mütter an die Grenze ihrer Belastbarkeit. „Ihre Kraft reicht nicht mehr aus, um die Familie zu managen, sie sind überarbeitet, erkranken körperlich wie psychisch“, weiß Rupprecht. „Beratung – Kur – Erhalt der Gesundheit“, lauten daher die drei Elemente der therapeutischen Kette, zu der auch ein umfassendes Nachsorgeprogramm gehört. In Frankfurt am Main steht es unter dem Motto „Bewegung – Ernährung – Entspannung“ und umfasst unter anderem Yoga, Klangmassage oder auch den Workshop „Erziehen ohne Gewalt“. Das Prinzip: Hilfe zur Selbsthilfe.
Die eigene Rolle finden
„Entspannung im Sinne von ,zu sich selbst kommen’ bildet die Grundlage für alles andere“, so Angelika-martina Lebéus. Es gehe um alltagstaugliche Übungen, erklärt die Beraterin, die beim Diakonischen Werk für Frankfurt am Main für Nachsorge zuständig ist und die Schwelle bewusst niedrig hält. So liegen etwa die Kosten für eine Veranstaltung im Höchstfall bei fünf Euro inklusive Getränken, Imbiss und Kinderbetreuung. Insgesamt hat Lebéus festgestellt, dass viele Mütter sich über ihre Rolle in der Familie im Unklaren seien. „Oft mangelt es an positiven Vorbildern für die Elternrolle.“ Typisch sei, dass die Frauen nicht Nein sagen könnten oder ihren Kindern keine Grenzen setzten. „In zahlreichen Fällen“, ergänzt Rupprecht, „ist die Beziehung zwischen Mutter und Kind gestört“. Zum Beispiel, wenn Mütter nur noch die Defizite ihrer Kinder wahrnehmen könnten und die Stärken aus den Augen verlören. „Insgesamt geht es darum, Vertrauen aufzubauen“, resümiert Marianne Adler und möchte noch mehr Frauen ermutigen, etwas für sich zu tun, denn: „Wenn eine Mutter zu uns Kontakt aufgenommen hat, ist ein erster großer Schritt in Richtung Gesundheit getan.“[Jörn Dietze]
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main
Erste Senioren Männer-WG in Frankfurt
Das Diakonische Werk für Frankfurt am Main plant eine Wohngemeinschaft für ältere allein stehende Männer mit psychosozialem Betreuungsbedarf
Bei einer Wohngemeinschaft denken viele zunächst an junge Menschen. Dabei kann diese Form des Zusammenlebens auch für Senioren attraktiv sein.
„Eigenständiges Wohnen steht im Mittelpunkt.“ Dr. Michael Frase betont den privaten Charakter der geplanten Senioren-Wohngemeinschaft: „Nicht der Aspekt der Pflege steht im Vordergrund, sondern Assistenz“, so der Leiter des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main. Unter anderem vom Jugend- und Sozialamt erhielt die Diakonie in den vergangenen Monaten verstärkt Hinweise, dass ältere Männer von den klassischen Formen der Unterstützung immer weniger angesprochen werden. „Darauf gilt es mit Flexibilität und neuen Konzepten zu reagieren“, bekräftigt Frase, der einen Grund für die Entwicklung in der Tatsache sieht, „dass sich auch das Leben im Alter in unserer Gesellschaft immer mehr ausdifferenziert“.
Lebensführung in Gemeinschaft lernen
So seien Männer im Seniorenalter nach dem Tod ihrer Partnerin oder einer Trennung oftmals hilflos, erklärt Georg Bastian, Leiter des Arbeitsbereichs Diakonische Dienste: „Aufgrund des klassischen Rollenbildes, mit dem sie aufgewachsen sind, haben sie nie gelernt, sich eigenständig zu versorgen, den Haushalt zu organisieren oder sich selbst Mahlzeiten zuzubereiten.“ Tatsache sei, dass die Betroffenen sich in ihrer Trauer oftmals zurückzögen, vereinsamten und zu Depressionen neigten. „Das führt nicht selten zu seelischen und körperlichen Erkrankungen - in Extremfällen zu Vermüllung der Wohnung, Verwahrlosung und Selbstmordgedanken.“ Die Wohngemeinschaft ermögliche Männern daher, sich wieder in eine Gemeinschaft zu integrieren. Geplant sei eine Tagesbetreuung durch Hauswirtschaftskräfte oder Sozialarbeiter, mit deren Hilfe die Senioren eine selbstständige Lebensführung erlernten.
Zusammenarbeit mit Stadt und Stiftung
Für eine bedarfsgerechte Wohnung mit sechs bis acht Appartements - allesamt mit eigener Dusche und WC - sowie Gemeinschaftsraum und Küche gibt es bereits Entwürfe. Hervorgegangen sind sie aus gemeinsamen Planungen mit der Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft (KEG), welche die ehemalige amerikanische Gibbs-Kaserne im Bereich Gießener Straße/ Marbachweg derzeit zu Wohnungen umbaut. Gute Erfahrungen mit einer solchen Zusammenarbeit hat das Diakonische Werk bereits beim Umbau von Räumlichkeiten der ehemaligen McNair-Kaserne in Frankfurt-Höchst für eine Wohngemeinschaft für Demenzkranke gemacht. Die KEG ist ein Unternehmen auf Grundlage eines Public Private Partnership (PPP). Darunter versteht man den Zusammenschluss von öffentlicher Hand, in diesem Falle der Stadt Frankfurt am Main, und privaten Investoren. Unterstützt wird das WG-Projekt auch von der Share Value Stiftung, die bereits 20.000 Euro als Anschubfinanzierung zugesagt hat.
Kein teurer Luxus
Dass die Senioren-WG in ein normales Wohnumfeld einbezogen sein wird, gehört zum Konzept. Ganz bewusst, so Bastian, stehe der Charakter einer Privatwohnung im Vordergrund: „Die Betreuungskräfte wohnen nicht im Haus und werden somit als Gäste wahrgenommen.“ Wer neu in die Wohngemeinschaft einziehe, darüber bestimmten die Bewohner mit, ergänzt Frase. Da der Betreuungsaufwand gemessen an klassischen stationären Projekten reduziert sei, hielten sich die Kosten für die Senioren in einem angemessenen Rahmen. „Zur Miete für das Zimmer werden monatlich etwa 600 bis 800 Euro anteilig für Betreuung dazukommen.“ Da man damit rechne, dass viele Männer aus einer größeren Wohnung in die WG wechselten, gehe man davon aus, dass die Gesamtkosten für die Senioren tragbar blieben. Insgesamt streben die Verantwortlichen an, dass sich das Projekt langfristig durch diese Einnahmen finanziert. Wie sich der aktuelle Bedarf im Detail darstellt, wird das Diakonische Werk in den nächsten Wochen und Monaten ausloten, bevor die Wohngemeinschaft dann voraussichtlich im Frühjahr 2009 starten kann.
Weitere Informationen zum Projekt: Diakonisches Werk für Frankfurt am Main, Arbeitsbereich Verbund diakonischer Dienste, Georg Bastian, Leitung, Rechneigrabenstraße 10, 60311 Frankfurt am Main, Telefon 069 92105–6624, E-Mail: georg.bastian@ervffm.de
WESER5
Party bringt 4800 Euro für Obdachlosen-Projekt Weser5
Verein Aktiv7 organisierte 4. Benefiz-Party
4800 Euro, den Erlös einer Benefiz-Party, hat der Verein Aktiv7 an das Diakoniezentrum Weser5 gespendet. Die sieben Studenten Nico Häger, Lorrain de Silva, Bernhard Haas, Kilian Teckemeier, Frank Herzog, Marco Müller und Kay Schmidt, die seit 2005 Benefiz-Partys in Frankfurt veranstalten, überreichten den Scheck am Dienstag Renate Lutz, der Leiterin des Diakoniezentrums Weser5 am Hauptbahnhof. Vom Erlös kauft das Diakonische Werk Frankfurt, Träger der Einrichtung, unter anderem neue Waschmaschinen und Wäschetrockner, um den Obdachlosen weiterhin die Möglichkeit zu bieten, ihre Wäsche regelmäßig zu waschen. „Wir sind sehr froh, mit dem Geld neue Geräte kaufen zu können und finden es toll, dass junge Menschen sich so für die Gemeinnützigkeit engagieren“, sagte Renate Lutz. Demnächst soll das Zentrum modernisiert werden, da komme die Unterstützung gerade rechtzeitig.
Aktiv 7 hatte am 11. Januar zu seiner 4. Benefiz-Party ins Studierendenhaus auf dem Uni-Campus Bockenheim eingeladen und mit mehr als 750 Besuchern den Spendenerlös von 4800 Euro erzielt. „Die Party war auf ganzer Linie ein Erfolg“, erklärte Lorrain de Silva, Pressesprecher von Aktiv 7. „Dank der Unterstützung der Frankfurter Medien, die unsere Party rechtzeitig angekündigt haben, kamen weit mehr Leute, als wir erwartet hatten.“ Die Besucher feierten auf zwei Ebenen zu House & Electro sowie Rock & Pop bis in die frühen Morgenstunden.
Die Aktiv7-Mitglieder freuen sich schon jetzt darauf, in diesem Jahr eine weitere Party zu organisieren. Insgesamt hat der Verein durch die Benefiz-Partys nun mehr als 11.000 Euro spenden können.
Weitere Informationen über den Verein im Internet unter www.aktiv7.de
Kontakt: Nico Häger, Telefon 0178 4122136, E-Mail: nhaeger@googlemail.com
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main
Einkaufsservice mit „diakonischem Plus“
Ein neuer Einkaufsservice von Diakonie und Evangelischer Christus-Immanuel-Gemeinde im Frankfurter Westend leistet Hilfe und setzt gleichzeitig ein Zeichen gegen Vereinsamung und Isolation
Einkaufen gehen – das fällt Gerda F. zunehmend schwerer. Zwar lebt sie mitten im Frankfurter Westend, doch zwischen ihrer Wohnung und dem nächsten Supermarkt liegen mehrere hundert Meter und nicht zuletzt gut 40 Stufen in ihrem Treppenhaus. Mehrfach bereits hat die alleinlebende Rentnerin überlegt, aus dem Altbau wegzuziehen, der über keinen Aufzug verfügt. Doch der Gedanke, ihr Zuhause zu verlassen, in dem sie seit über 30 Jahren lebt, ist für sie mit zu vielen Ängsten und Unsicherheiten verbunden. Und so nimmt sie mehrmals wöchentlich große Mühen auf sich, um sich mit dem Nötigsten zu versorgen. Das jedoch könnte sich nun ändern. Denn mit dem Einkaufsservice 60plus haben die Evangelische Personalkirchengemeinde Christus Immanuel und das Diakonische Werk für Frankfurt am Main ein neues Angebot für Seniorinnen und Senioren im Frankfurter Westend geschaffen.
Es geht um Vertrauen
Menschen, die im Rahmen der Hartz IV- Reform Arbeitsgelegenheiten wahrnehmen, erledigen für sie Einkäufe oder begleiten sie zu Läden, Ärzten, zur Bank oder zum Frisör. Hauptzielgruppe sind Menschen ab 60 Jahren. „Aber auch eine alleinerziehende Mutter, die krank ist, kann vorübergehend unsere Dienstleistung nutzen“, betont Mahbube Kazemi, die zum aus drei Mitarbeiterinnen bestehenden Team von 60plus gehört. Erfahrungen hat sie bereits in der Frankfurter Nordweststadt gesammelt, wo das Diakonische Werk für Frankfurt am Main gemeinsam mit der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde seit eineinhalb Jahren einen Einkaufsservice organisiert. „Es geht immer darum, Vertrauen aufzubauen“, sagt sie, „wir sind auch da, um einfach mal nur Kaffee zu trinken und zu reden – das ist gerade in der heutigen Zeit immens wichtig.“
Vereinsamung kein Einzelfall
Auch für Gerda F. könnte das eine große Hilfe sein. Schließlich lebt keines ihrer drei Kinder in Frankfurt, zwei hat es gar aus beruflichen Gründen ins Ausland verschlagen. Kein Einzelfall, wie Jürgen Simon weiß: „Viele Seniorinnen und Senioren haben aus den ganz unterschiedlichsten Gründen wenig soziale Kontakte“, betont der Koordinator für Arbeitsgelegenheiten beim Diakonischen Werk und Hildburg Wegener ergänzt: „Isolation und Vereinsamung von älteren Menschen ist ein Thema, das uns in der Gemeinde sehr beschäftigt. Mit dem Einkaufsservice setzen wir ein Zeichen.“ Schließlich sei es ein Ziel, Menschen einen möglichst langen Verbleib in der eigenen Wohnung - und somit in der gewohnten Umgebung - zu ermöglichen, so die Kirchenvorsteherin der Gemeinde am Beethovenplatz. Wie nötig ein solches Angebot ist, hat sich bereits in der Nordweststadt deutlich gezeigt, wo der Einkaufsservice im Rahmen des Projektes „Soziale Stadt“ entstand. „Rund 80 Stammkunden gab es bereits nach einem halben Jahr“, bekräftigt Jürgen Simon. Seit 2004 schafft er mit seinen Kollegen von der Koordinationsstelle des Diakonischen Werks Arbeitsgelegenheiten in evangelischen Kirchengemeinden und diakonischen Einrichtungen in Frankfurt, 163 sind es derzeit.
Viele Seiten profitieren
Dabei wolle man Arbeitslosen nicht nur einen Wiedereinstieg in den beruflichen Alltag ermöglichen, sondern sie gleichzeitig stabilisieren, ermutigen und ihr Selbstwertgefühl stärken. Eine kompetente pädagogische Betreuung trage dazu bei. „Es geht auch darum, gemeinsam Fragen zu klären: Was ist für die Rückkehr an den Arbeitsmarkt nötig? Wo liegen persönliche Probleme?“ Das breit gefächerte Netzwerk der Diakonie mit unterschiedlichsten Beratungs- und Hilfeangeboten, an die man weitervermitteln könne, sei dabei sehr hilfreich, so Simon. Die drei Mitarbeiter der Koordinationsstelle sind auch Ansprechpartner für die Einsatzstellen – in diesem Fall die Christus-Immanuel-Gemeinde – und kooperieren mit den Rhein-Main-Job-Centern, denen auch eine zentrale Aufgabe zukommt, wenn es um die weiteren beruflichen Perspektiven nach der Wiedereingliederungsmaßnahme geht. Simon möchte noch mehr Frankfurter Kirchengemeinden zu gemeinsamen Projekten ermutigen: „Davon profitieren schließlich immer viele Seiten“. Eine Erfahrung, die auch Hildburg Wegener gemacht hat: „Im Zusammenspiel mit der Diakonie haben wir unser Gemeindeprofil so erweitern können, wie es für uns alleine nicht möglich gewesen wäre.“
Den Einkaufsservice 60plus erreichen Sie montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr unter: 069/ 907 436 65
WESER5
Engagierte Mitarbeiter setzen sich für Wohnsitzlose ein
Beschäftigte von American Express Frankfurt sammelten Kleidung für das WESER5 Diakoniezentrum
Mit einer Kleiderspende hat American Express auch in diesem Jahr das WESER5 Diakoniezentrum unterstützt. Leiterin Renate Lutz nahm die Kleidungsstücke dankbar entgegen und freute sich zudem über gespendete Plätzchen und Nikoläuse aus Schokolade für die Besucher der Einrichtung. Im Rahmen eines "Day Of Caring" hatten Mitarbeiter gezielt die Art von Kleidung gesammelt, die im WESER5 Diakoniezentrum dringend benötigt wird, um Wohnsitzlose in der kalten Jahreszeit mit dem Nötigsten zu versorgen.
Soziale Verantwortung beginnt vor Ort
Seit 2003 folgen American Express Mitarbeiter in ganz Deutschland jedes Jahr dem Aufruf, sich an einem bestimmten Tag für die Gemeinschaft zu engagieren. Dazu entwickeln sie eigene Aktionen, die sie unter Einbindung ihrer Kollegen eigenverantwortlich umsetzen. Wie Beate Beltermann betont, gehe es darum, dass nicht nur das Unternehmen, sondern auch die einzelnen Mitarbeiter ganz bewusst soziale Verantwortung übernähmen. Sie ist Mitglied eines 12-köpfigen Teams, das soziale Aktivitäten ins Leben ruft, begleitet und die Zusammenarbeit mit WESER5 koordiniert. "Wir sind ein globales Unternehmen mit vielen Standorten, an denen wir uns regional engagieren, weil wir etwas an den Orten tun möchten, wo wir leben und arbeiten", so Beltermann. Als einer der weltweit größten Reise- und Finanzdienstleister beschäftigt American Express mehr als 66.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in über 200 Ländern. Wie Pressesprecherin Ursula Hellstern erklärt, gehöre es seit langem zur Unternehmenskultur, sich neben wirtschaftlichen Zielsetzungen für die Gesellschaft stark zu machen.
Armut im Stadtbild immer sichtbarer
Der Kontakt zwischen WESER5 und American Express war im Jahre 2004 über die Frankfurter Bahnhofsmission entstanden. Seitdem unterstützt das Unternehmen die Einrichtung nicht nur mit Kleiderspende-Aktionen, sondern zum Beispiel auch durch eine regelmäßige Sammlung von Artikeln zur Körperpflege. "Mit Hartz IV ist die Lage für viele Menschen dramatischer geworden", hat Renate Lutz festgestellt. Eine der Folgen sei, dass materielle Not im Stadtbild immer drastischer sichtbar werde. Das WESER5 Diakoniezentrum im Frankfurter Bahnhofsviertel hält fünf qualifizierte Hilfeangebote für wohnsitzlose Menschen unter einem Dach bereit: eine Soziale Beratungsstelle, ein Übergangswohnhaus mit Notübernachtung, Aufsuchende Straßensozialarbeit sowie einen Tagestreff, der jährlich von 21.000 Menschen besucht wird.
[Foto: Rolf Oeser]
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main
Spenden statt Geschenke
Diakonisches Werk erhält von Siemens Frankfurt Spende über 10.000 Euro
Das Diakonische Werk hat gestern (20.12.) von der Siemens Niederlassung Frankfurt eine Spende über 10.000 Euro erhalten. Das Geld stammt aus der Aktion „Spenden statt Geschenke“ der Siemens AG in der Region Rhein-Main. Ausgewählt wurde die Diakonie nach Praxis-Erfahrungen eines Siemens-Managers beim Projekt „Seitenwechsel", bei dem er den Alltag benachteiligter Menschen kennen lernte.
„Wir haben zu Weihnachten auf Präsente für unsere Kunden und Geschäftspartner verzichtet. Stattdessen wird die Summe von insgesamt 40.000 Euro auf acht soziale Einrichtungen im Rhein-Main-Gebiet verteilt“, erläuterte Geschäftsleiter Uwe Bartmann bei der Scheckübergabe an Dr. Thea Mohr, Geschäftsführerin des Diakonischen Werks Frankfurt.
Die Spendensumme von 10.000 Euro geht zu gleichen Teilen an zwei Einrichtungen der Diakonie: zum einen an das Evangelische Hospital für palliative Medizin Frankfurt, das sich auf schwerkranke Patienten mit fortgeschrittenen Erkrankungen konzentriert. Zum anderen an das Weser5 Diakoniezentrum, das Angebote für wohnungslose Menschen in Frankfurt bereit hält.
„Unsere Siemens Niederlassung ist als Unternehmen stark in der Stadt Frankfurt verankert. Daher haben wir bewusst das Diakonische Werk als Empfänger ausgewählt, das sich so engagiert um bessere Lebensumstände benachteiligter und kranker Menschen in unserem Tätigkeitsumfeld bemüht“, so Bartmann.
Die Spendenempfänger wurden von Roland Trumpfheller, dem kaufmännischer Leiter der Siemens Gebäudetechnik Rhein-Main, vorgeschlagen. Trumpfheller hat in den letzten Jahren bereits mehrfach am Projekt „Seitenwechsel“ teilgenommen, bei dem Manager für längere Zeit den Alltag von Menschen kennen lernen, die auf der Schattenseite des Lebens wohnen. Dabei war er auch in den beiden Einrichtungen der Diakonie aktiv.
Die Niederlassung Frankfurt ist Sitz der Geschäftsleitung von Siemens Rhein-Main. Von hier aus werden alle Vertriebs- und Serviceaktivitäten der Siemens AG in Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und dem Rhein-Neckar-Dreieck koordiniert.
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main | WESER5
Wegschauen ist lebensgefährlich
Mit der provokanten „Aktion Tuch“ weist die Diakonie auf die Situation Obdachloser hin und möchte zum Handeln aufrütteln
Frankfurt Hauptwache. Ein ganz normaler Werktag kurz vor dem Weihnachtsfest. Auf der Jagd nach den letzten Geschenken hasten Passanten durch die Fußgängerzone. Doch etwas stört die Atmosphäre zwischen Glühweinständen und Karussell gewaltig. Unweit der Katharinenkirche liegt mitten auf der Zeil ein Toter mit einem Tuch bedeckt – so scheint es zumindest. Auch der zufällig in Sichtweite stehende Rettungswagen passt exakt ins Bild. Schnellen Schrittes stolpert eine Frau fast über das vermeintliche Leichentuch. Erschrocken bleibt sie stehen. Dann weicht das Grölen einer Gruppe von Schülern schlagartig Entsetzen. Schockwirkungen, die gewollt sind. Denn bei genauerem Hinsehen entpuppt sich die Szenerie als provokante Aktion. „Siehst Du mich jetzt? Ein Obdachloser hat die letzten Tage hier gesessen. Wetten, dass Sie ihn jetzt sehen?“, ist auf dem Tuch zu lesen, das über eine lebensgroße Puppe gebreitet ist, von der noch die Beine zu sehen sind. Gemeinsam mit der Werbeagentur Saatchi & Saatchi hat das Diakonische Werk für Frankfurt am Main die „Aktion Tuch“ entwickelt, die seit Dienstag in der Innenstadt läuft.
Nur die Spitze des Eisberges
„Wir möchten die Menschen aufrütteln. Sie sollen hinschauen und Hinweise geben, wo Obdachlose Hilfe benötigen“, betont der Leiter des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main, Dr. Michael Frase. Auf solche Unterstützung seien Hilfeeinrichtungen angewiesen, erklärt Bettina Bonnet von der Straßensozialarbeit des WESER5 Diakoniezentrums. „Wir können nicht überall sein, daher bitten wir die Menschen zu reagieren und sich an uns zu wenden, wenn ein Obdachloser irgendwo liegt oder an einer Bushaltestelle sitzt.“ Gerade in der kalten Jahreszeit gelte es, besonders aufmerksam zu sein, keine Zeit zu verlieren und umgehend öffentliche Einrichtungen oder die Polizei zu verständigen. Das könne lebensrettend sein. „Es gibt in Frankfurt ein gut abgestimmtes trägerübergreifendes Hilfesystem. Doch das kann nur funktionieren, wenn die Bevölkerung unterstützend mitarbeitet“, mahnt auch Frase. Schließlich stellten diejenigen Obdachlosen, die im Stadtbild unübersehbar seien, lediglich die Spitze eines Eisberges dar.
Behutsam ansprechen
Wie Bonnet erörtert, übernachten Obdachlose „an den abenteuerlichsten Stellen“ – in Müllcontainern, unter Treppen, Balkonen oder im Wald. Gemeinsam mit Kollegen der Sozialen Beratungsstelle von WESER5 spricht sie die Wohnungslosen an und baut langsam Vertrauen auf. „Wir machen Angebote, aber drängen niemanden zu etwas“, betont sie. Zu rund 300 Obdachlosen hat die Straßensozialarbeit regelmäßigen Kontakt. „Viele dieser Menschen trauen sich nicht, von sich aus Hilfe in Anspruch zu nehmen“, so Bonnet. Ziel sei, sie in weitere Hilfeangebote zu vermitteln. Zum Beispiel in den WESER5 Tagestreff, wo sie dann weitere Schritte hin zur Verbesserung ihrer Lebenssituation einleiten können. „Falls das erst einmal abgelehnt wird, helfen wir immerhin mit einem warmen Schlafsack aus.“
Einsatz, der sich lohnt
Wie effektiv die Arbeit ist, verdeutlicht der Arbeitsbereichsleiter "Diakonische Dienste", Georg Bastian, an einem Beispiel: „Vor kurzen haben wir im Übergangswohnhaus ‚Haus der Diakonie’ durch den Einsatz der Straßensozialarbeit einen Obdachlosen aufnehmen können, der monatelang in Erdhöhlen im Stadtwald gelebt hatte.“ In einem eigenen Zimmer könne er nun wohnen und erhalte begleitend Unterstützung, bis er seine Angelegenheiten selbst regeln könne und eine neue Unterkunft gefunden habe. Das „Haus der Diakonie“ mit 39 Plätzen sowie einer Notübernachtung mit acht Betten ist ebenfalls Bestandteil des WESER5 Diakoniezentrums. Unter einem Dach gelegen ermöglichen fünf qualifizierte Angebote schnelle und unbürokratische Unterstützung. Wie die Leiterin des Zentrums Renate Lutz erörtert, besuchen jährlich 21.000 Menschen den Tagestreff, 900 Männer sprechen in der Sozialen Beratungsstelle vor.
Konfrontiert mit der eigenen „Sehschwäche“
„Die meisten Menschen machen einen Bogen um Obdachlose. Oft geht es dabei nicht ums Geld, sondern sie wollen keine Berührungspunkte“, erklärt Holger Lutz, Geschäftsführer von Saatchi & Saatchi. Die „Aktion Tuch“ sei daher direkt, deutlich und provozierend und setzte bewusst auf Schockwirkung, um die Menschen mit ihrer selbst gewählten „Sehschwäche“ zu konfrontieren. Das Engagement der Werbeagentur, die die Aktion kostenfrei entwickelte, betrachtet Lutz als Übernahme von Verantwortung in der Region: „Wir sind in Frankfurt zu Hause und fühlen uns verpflichtet, mit unserem Knowhow zu helfen – und das ist Kommunikation.“ Wenn die Aktion auch nur einem Obdachlosen das Leben rette, habe sich der Aufwand mehr als gelohnt, so der Geschäftsführer. Die „Aktion Tuch“ läuft noch bis Freitag, 21. Dezember, jeweils von 10 bis 18 Uhr.
[Jörn Dietze]
Mobile Kinderkrankenpflege | Ambulanter Palliativdienst
Pflege zu Hause erhöht Lebensqualität
Die Share Value Stiftung fördert den Ambulanten Palliativdienst am Hospital für Palliativmedizin sowie die Mobile Kinderkrankenpflege mit insgesamt 30.000 Euro
Einen Scheck in Höhe von 30.000 Euro hat die Share Value Stiftung am Mittwoch, dem 21. November, an zwei Einrichtungen des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main übergeben. Von dem Betrag gehen 20.000 Euro an den Ambulanten Palliativdienst (APD) des Evangelischen Hospitals für Palliativmedizin, mit 10.000 Euro wird die Anschaffung eines neuen Fahrzeuges für die Mobile Kinderkrankenpflege unterstützt. Wie der Leiter des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main, Dr. Michael Frase, betont, sei die Zusammenarbeit mit Stiftungen und Förderern eine wichtige Voraussetzung, um innovative Projekte auf den Weg zu bringen.
Hilfe zur Selbsthilfe
Reiner Sachs stellt die Verbindung zum Stiftungszweck heraus: „Beide Einrichtungen sind in der ambulanten Versorgung schwerkranker und sterbender Menschen tätig und leisten in hohem Maße Hilfe zur Selbsthilfe“, betont der stellvertretende Stiftungsratsvorsitzende der Share Value Stiftung. Es handle sich um unverzichtbare Leistungen im Gesundheitswesen, die von den Kranken- und Pflegekassen nicht oder nur zum Teil finanziell gedeckt seien. „Das korrespondiert mit unserer Idee, Notwendige Projekte auf den Weg zu bringen, die sonst nicht möglich wären“. Die Share Value Stiftung fördert Einrichtungen der Jugendhilfe, der Altenhilfe, des öffentlichen Gesundheitswesens und des Wohlfahrtswesens, in denen im christlichen Sinne Hilfe geleistet wird. Nach dem Willen des Stifters Günter Weispfenning wird das Vermögen der Stiftung ausschließlich in Aktien angelegt. Unterstützt werden Einrichtungen, die dem Diakonischen Werk oder einem anderen Verband der freien Wohlfahrtspflege angehören und in Thüringen oder Hessen liegen.
Nach Hause begleiten
Der Ambulante Palliativdienst (APD) des Evangelischen Hospitals für Palliativmedizin besteht seit 2003 und ist ein Modell-Projekt. Das Hospital in der Frankfurter Rechneigrabenstraße ist spezialisiert auf die Behandlung von extremen Schmerzen. Als Fachkrankenhaus mit 20 Betten nimmt es ausschließlich Patienten auf, die infolge einer bösartigen Krebserkrankung oder einer HIV-Infektion als „austherapiert“ gelten und nach ärztlicher Einschätzung nur noch eine geringe Lebenserwartung haben. Neben Schmerzbekämpfung und Symptomkontrolle steht vor allem die persönliche Betreuung und Pflege im Vordergrund. Der Begriff „palliativ“ leitet sich ab vom lateinischen Wort „Pallium“ – Mantel. Grundgedanke ist, den Patienten wie mit einem Mantel zu umhüllen und zu schützen. Mit der Etablierung des APD sei dabei eine wichtige Brücke von stationärer zu ambulanter Versorgung gelungen, erörtert Helmut Ulrich, Geschäftsführer der Evangelischen Gesellschaft zum Betrieb von Wohn-, Alten- und Pflegeheimen: „Im Hospital können Patienten nur so lange bleiben, wie der entsprechende medizinische Behandlungsbedarf angezeigt ist. Die Weiterversorgung Schwerstkranker und Sterbender stellt deren Familien dann aber oftmals vor ein Problem“. Genau hier setze das ambulante Konzept an, erklärt APD-Mitarbeiter Matthias Bäumner: „Wir knüpfen ein Netz, das eine Versorgung zu Hause ermöglicht.“
Bedarf steigt
Vier Mitarbeiter mit Palliative-Care-Ausbildung besuchen bis zu 40 Patientinnen und Patienten drei bis viermal in der Woche zu Hause. Weitere 25, die entfernter wohnen, beraten sie telefonisch. Dass die meisten der Betreuten vorher Patienten im Hospital seien, erweise sich als Vorteil, da so frühzeitig umfangreiche individuelle Konzepte für eine ambulante Versorgung erstellt werden könnten, bemerkt Bäumner. Dazu gehöre Beratung ebenso wie Anleitung zur Dosierung von Schmerzmitteln. „Ganz wichtig ist uns ein kontinuierlicher Kontakt mit den Familien, um auch Veränderungen im Krankheitsverlauf mitzubegleiten“. Intensiv arbeitet der APD mit Hausärzten zusammen, darüber hinaus unterstützt die Ärztliche Leiterin des Hospitals für Palliativmedizin, Dr. med. Angelika Berg, bei der Therapie. Dass der Bedarf stetig ansteigt, belegen die Zahlen: Betreute der Dienst im Jahre 2006 noch knapp 260 Patienten, so waren es im Zeitraum von Januar bis Oktober dieses Jahres bereits 316. Wie Ulrich darlegt, zeige die Arbeit immer größere Wirkung: „Während im letzten Jahr zwei Drittel der Patienten im Hospital verstarben, pendelt sich die Zahl für dieses Jahr etwa bei der Hälfte ein.“ Die letzten Monate oder Wochen zu Hause zu verbringen, weiß Bäumner, sei schließlich für fast alle ein Herzenswunsch. Frase verweist auf die hohe Bedeutung, die solches Engagement für die Kirche habe: „Kranke und sterbende Menschen zu begleiten ist ein Uranliegen von Christinnen und Christen. Darum müssen wir in diesem Arbeitsfeld besonders präsent sein“.
Kinder benötigen besondere Aufmerksamkeit
Für den hohen Wert einer häuslichen und familiären Umgebung, so Reiner Sachs, stehe auch die Mobile Kinderkrankenpflege beispielhaft. Sie ist der einzige Pflegedienst in Frankfurt am Main, der sich auf die Betreuung akut oder chronisch kranker Kinder spezialisiert hat. Seit 1979 gibt es die Mobile Kinderkrankenpflege. Insgesamt neun examinierte Kinderkrankenschwestern sind auch an Wochenenden und Feiertagen im Frankfurter Stadtgebiet sowie in angrenzenden Gemeinden im Einsatz. „Momentan versorgen wir 35 Kinder im Monat, einige von ihnen nur über kurze Zeiträume, andere über Monate oder Jahre“, erklärt Sivinski und ergänzt: „Der Bedarf jedoch ist noch weitaus größer“. Zu den Leistungen des Pflegeteams gehört unter anderem die Durchführung ärztlicher Verordnungen wie Verbandswechsel, Injektionen oder Pflege nach Operationen. Zudem leitet es Familien zu Pflege und Ernährung an. „Immer höheren Stellenwert gewinnt auch die Begleitung von sterbenden Kindern und ihren Familien“, bekräftigt die Leiterin, „mehr und mehr fragen Kliniken bei uns an, ob wir schwerstkranke Kinder übernehmen können.“ Um diesem Anliegen noch eingehender Rechnung zu tragen, absolviert eine Mitarbeiterin zurzeit die Ausbildung „Palliative-Care für Kinder“. Die Mobile Kinderkrankenpflege arbeitet selbstverständlich eng mit Ärzten, Krankenhäusern und Einrichtungen des Gesundheitswesens zusammen. Lediglich ein Drittel der Kosten decken die Kranken- und Pflegekassen. Zudem sichern die Stadt Frankfurt, die Cronstett- und Hynspergische Evangelische Stiftung zu Frankfurt und Förderer wie die Share Value Stiftung die Arbeit.
[Jörn Dietze]
Familien-Markt | WESER5
"Gemeinsame Sache" mit Langzeitwirkung
Kleiderspende-Aktion der Mitarbeiter von Ernst & Young für Diakonie und Caritas bringt großen Erfolg
Viele Hände öffnen sich und bilden einen Kreis. Die Abbildung auf dem Plakat hat für Andreas Havas Symbolcharakter: "Ein Unternehmen ist nichts abstraktes, sondern besteht aus Menschen, die gemeinsam etwas auf den Weg bringen", bekräftigt der Partner bei Ernst & Young, der eine besondere Aktion initiiert hat: Über vierzehn Tage hinweg haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Prüfungs- und Beratungsunternehmens in Eschborn fleißig ihre Kleiderschränke begutachtet und alles, was sie nicht mehr brauchten, in einen großen Holzcontainer gebracht. Von dem Ergebnis profitieren nun zwei Frankfurter Einrichtungen, die bedürftige Menschen in Frankfurt unterstützen: Der Ökumenische Familien-Markt sowie das WESER5 Diakoniezentrum.
Hilfe mit Mehrfacheffekt
"Wir haben zu der Kleiderspende-Aktion aufgerufen, weil wir als großes Wirtschaftsunternehmen auch eine soziale Verantwortung haben und freuen uns, dass unsere Mitarbeiter bei diesem freiwilligen Engagement so begeistert mitgemacht haben", betont Gunther Ruppel, Vorstandsmitglied von Ernst & Young und Niederlassungsleiter in Frankfurt/Eschborn. Der Erfolg bestätigt ihn: "Die Kleidungsstücke sind allesamt sehr hochwertig", betonen Petra Spöck und Harald Weck vom Leitungsteam des Familien-Marktes, der vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main und dem Caritasverband Frankfurt e.V. gemeinsam getragen wird. Die große Menge an Kleidung hat die Beteiligten überrascht. Havas indes kennt ein Problem, das sich vielen immer wieder stellt, aus eigener Erfahrung: "Man hat gut erhaltene Sachen, die man nicht mehr nutzt, und fragt sich: Wohin mit ihnen, damit sie wirklich bei Menschen ankommen, die Hilfe benötigen?" Dass die beiden Einrichtungen exakt für eine solch sinnvolle Verwendung stehen, hat die Unternehmensvertreter überzeugt: "Uns gefällt das Konzept, dass die Einkäufer im Familien-Markt nicht als Hilfebedürftige sondern als Kunden betrachtet werden", so Havas. Dr. Thea Mohr, Geschäftsführerin des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main, verweist auf den Mehrfacheffekt: "Der Familienmarkt ermöglicht einerseits finanzschwachen Menschen in einem Second-Hand-Kaufhaus zu günstigen Preisen einzukaufen und qualifiziert gleichzeitig im Rahmen von Hartz-IV-Maßnahmen Langzeitarbeitslose in den Bereichen Verkauf, Verwaltung, Logistik und Lagerwesen."
Persönliche Verantwortung wahrnehmen
Auch bei WESER5 bewirken die gesammelten Jacken, Mäntel oder Pullover viel: "Funktionale Kleidung ist immer Mangelware, denn gerade in der kalten Jahreszeit kommen zahlreiche Obdachlose zu uns, die schnell versorgt werden müssen", betont Renate Lutz, Leiterin des Diakoniezentrums im Frankfurter Bahnhofsviertel, das fünf Unterstützungsangebote unter einem Dach bereit hält: eine Soziale Beratungsstelle, einen Tagestreff, ein Übergangswohnhaus mit Notübernachtung sowie Aufsuchende Straßensozialarbeit. "Als Menschen, die Arbeit haben, dürfen wir nicht vergessen, dass wir in einer bestimmten Weise privilegiert sind und persönliche Verantwortung für eine menschenwürdige Gesellschaft tragen", bekräftigt Havas. Bereits seit Jahren engagiert sich Ernst & Young im sozialen, aber auch im Kulturbereich. Unter anderem fungiert das Unternehmen als Hauptsponsor der Frankfurter "Nacht der Museen". Die Ernst & Young AG mit Hauptsitz in Stuttgart ist eine der großen deutschen Prüfungsgesellschaften und das deutsche Mitgliedsunternehmen der weltweit agierenden Ernst & Young International. An 21 Standorten beschäftigt es rund 6.200 Mitarbeiter, mehr als 1.600 von ihnen arbeiten in der Niederlassung Frankfurt/Eschborn.
Netzwerke für die Region
Die Idee zu der Kleiderspende-Aktion entstand bei einer Veranstaltung im Rahmen der "Common Purpose"-Initiative, wo Havas die Geschäftsführerin des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main traf: "Common Purpose bringt Führungskräfte der Region aus den verschiedensten Bereichen zusammen und möchte aktive Verantwortungsträger für die Gesellschaft aufbauen", erklärt Mohr. Der Begriff bedeutet übersetzt so viel wie "gemeinsame Sache" und steht für eine Initiative, die 1989 in Großbritannien gegründet wurde und heute in mehr als 50 Städten in sieben Ländern mit Programmen vertreten ist. In Frankfurt wurde sie im Jahre 2003 unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeisterin Petra Roth auf den Weg gebracht. Dass die Kleiderspende-Aktion die Ernst & Young-Mitarbeiter zu weiteren Ideen inspiriert hat, freut Havas besonders. So sollen in Zukunft etwa Lebensmittel, die bei Konferenzen oder Veranstaltungen übrig geblieben sind, gezielt an soziale Einrichtungen weitergegeben werden. "Dinge anstoßen, aus denen sich dann immer wieder neue Initiativen entwickeln, ist einer der Grundgedanken von Common Purpose", betont Havas und ergänzt: "Es geht um Netzwerke, die Vielfalt im Gemeinwesen repräsentieren". Für Mohr ist die Kleiderspende-Aktion nicht zuletzt ein "tolles Beispiel für Nachhaltigkeit". Schließlich soll der Sammelcontainer nun zu einer Dauereinrichtung im Hause Ernst & Young werden.
Familien-Markt
Mobil dank der Johanniter Cronstetten Altenhilfe e.V.
Die Johanniter Cronstetten Altenhilfe e.V. (JCA) fördert die Anschaffung eines neuen Transporters für den Familien-Markt von Diakonie und Caritas
Mit einem Betrag von 7.000 Euro hat die Johanniter Cronstetten Altenhilfe e.V. (JCA) die Anschaffung eines Transporters für den Ökumenischen Familien-Markt unterstützt. Den neuen Ford Transit übergaben die Vorstandsmitglieder Jobst-Babo Graf Harrach, Johann Gottlieb Freiherr von Süsskind-Schwendi und Sylvius Hohlt am 17. November an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterinnen der Einrichtung in Frankfurt-Bornheim. Wie der Leiter des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main, Dr. Michael Frase, betonte, sei die Spende ein weiterer bedeutender Beitrag zu einem diakonischen Netzwerk, in dem die JCA seit Jahren eine wichtige Rolle spiele und viel ermögliche.
Familen-Markt wird gebraucht
Der Familien-Markt ist ein Second-Hand-Kaufhaus für Menschen mit geringen finanziellen Möglichkeiten und wird vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main und dem Caritasverband Frankfurt e.V. gemeinsam getragen. Zunehmend mehr Menschen sind
auf Angebote, wie sie der Familien-Markt vorsieht angewiesen.
Einkaufsberechtigt sind alle Inhaber eines Frankfurt-Passes, ALG II-Bescheides oder entsprechenden Berechtigungsscheines. Außerdem Studentinnen und Studenten mit gültigem Studentenausweis. Im Rahmen von Hartz IV-Maßnahmen qualifiziert die
Einrichtung Langzeitarbeitslose in den Bereichen Verkauf, Verwaltung, Logistik und Lagerwesen. Knapp die Hälfte von ihnen sind Jugendliche. „Unter anderem durch ein von der Industrie- und Handelskammer anerkanntes System aus Qualifizierungsbausteinen
verbessern sie bei uns ihre Chancen, eine Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt zu finden“, erklärt Harald Weck vom Leitungsteam des Familien-Marktes.
Haushaltsauflösungen sind nicht immer einfach, vor allem bei älteren Menschen
Zum Anliegen der JCA sieht Jobst-Babo Graf Harrach unmittelbare Verbindungen. Als Beispiel nennt er Haushaltsauflösungen, die der Familien-Markt anbietet: „Für alte Menschen ist es ein harter Einschnitt, wenn sie sich von Dingen trennen müssen, die sie sich einmal mühsam erarbeitet haben und an denen ihr Herz hängt.“ Zu wissen, dass diese nicht auf den Müll wanderten, sondern wiederum anderen zugute kämen, sei ein starker Beitrag zum Wohlbefinden in einer an sich schon schwierigen Lebenssituation, etwa wenn ein Wechsel von der eigenen Wohnung in ein Seniorenheim anstehe. Ziel der 1979 gegründeten Johanniter Cronstetten Altenhilfe ist, im Rahmen der Pflege persönliche Zuwendung zu ermöglichen, die über das hinausgeht, was durch Leistungskataloge abgerechnet werden kann. „Es geht um Humanität statt bloßer Versorgung, um Zeit für das Gespräch“, betont von Süsskind-Schwendi. Über 80 Seniorinnen und Senioren betreut die JCA. Darüber hinaus hat der Verein ein Seminarangebot für Menschen entwickelt, die ehrenamtlich in der Altenbetreuung tätig werden möchten, und fördert Initiativen, die sich Betreuung und Unterstützung alter Menschen zum Ziel gesetzt haben.
Der Familien-Markt bringt und holt Möbel ab
Dass die JCA mit ihrer Spende die Anschaffung eines Neufahrzeug anstatt eines Gebrauchtwagens ermöglicht habe, sei besonders erfreulich, betont Harald Weck: „Der Transporter ersetzt ein sechs Jahre altes Fahrzeug, das nicht mehr im Betrieb gehalten werden konnte. Da er vor allem zum Bringen und Abholen von Möbeln eingesetzt wird, ist er hohen Belastungen ausgesetzt.“ Ein Großteil der Fahrer, die vom Familien-Markt qualifiziert würden, habe wenig Fahrpraxis. Daher sei ein technisch einwandfreier Zustand des Transporters von besonders hoher Bedeutung. „Insgesamt erlernen viele der jungen Menschen im Familien-Markt zunächst Grundvoraussetzungen, etwa sich in eine Hierarchie einzuordnen und strukturiert zu arbeiten“, ergänzt Leiterin Petra Spöck. „Bei uns haben sie dazu intensivere Möglichkeiten als in einem regulären Betrieb, da wir sie eingehend begleiten.“
Beschäftigung, auch für ältere Arbeitnehmer
Doch auch ältere Menschen spielen im den Bereichen Beschäftigung und Qualifikation eine Rolle. Von insgesamt 70 Plätzen stehen fünf für über 58-Jährige zur Verfügung: „Bis zu drei Jahre finden sie hier eine
Arbeit und entgehen so einer Frühverrentung,“ betont Weck, der gerade für solch erfahrene Mitarbeiter äußerst dankbar ist: „Mit ihrem Know-how und ihrer Einstellung geben sie Jüngeren gute Beispiele. Zudem entlasten
sie uns im Arbeitsalltag.“ Petra Spöck ergänzt einen weiteren Aspekt: „Neben der Hauptzielgruppe Familien kaufen zahlreiche Seniorinnen und Senioren mit Frankfurt-Pass im Familien-Markt ein.“ Für sie sei das Second-Hand-Kaufhaus
auch als Ort der Kommunikation wichtig. „Schließlich treffen in unserem kleinen Café täglich Generationen aufeinander.“
[Jörn Dietze]
Tipp:
Viermal im Jahr veranstaltet der Familien-Markt einen Flohmarkt, der für Jedermann geöffnet ist. Der nächste findet statt am 2. Dezember 2007 von 10 bis 14 Uhr in der Freiligrathstraße 37-39 in Frankfurt-Bornheim.
Kontakt:
Familien-Markt
Freiligrathstraße 37-39
60385 Frankfurt am Main
Telefon: (069) 904 367 80
Fax: (069) 904 367 81
E-Mail: Familien-Markt@t-online.de
Internet: www.familienmarkt-frankfurt.de
WESER5
Fliegende Bälle und jede Menge Spannung
An jedem letzten Sonntag im Monat findet im WESER 5-Tagestreff ein
Mit welchem Ehrgeiz die 12 Männer bei der Sache sind, sieht man ihren Gesichtern an. Rund um die Tischtennisplatte im WESER5-Tagestreff haben sie sich versammelt, um wie jeden Monat ihren Champion zu küren. Echte Endspiel-Stimmung kommt auf, wenn die umstehenden Zuschauern ihre Favoriten lautstark anfeuern. Immerhin darf sich der Gewinner über 15 Euro Preisgeld freuen. Doch das Turnier, bei dem stets Hobbysportler unterschiedlichster Nationalitäten um den „Titel“ kämpfen, lohne sich für alle, betont Organisator Jürgen Hepp:“ Tischtennis leistet einen wichtigen und regelmäßigen Beitrag zu einer angenehmeren Tagesstrukturierung.“ Viele entdeckten bei sich auch eine Steigerung ihrer Leistung und ihres Ehrgeizes.“ „Besonders gerne treten viele der Männer gegen deutlich bessere Spieler. Dabei sind sie sehr lernwillig“. Zudem habe das Spielen im Tagestreff schon 3 Besucher motiviert, in Tischtennisvereine einzutreten.
Auch unter der Woche finden Spielwillige im Tagestreff meist einen Partner, mit dem sie sich die Bälle zuspielen und können. Tischtennis spielen kann man im Tagestreff von Sonntag bis Donnerstag (12 – 16 Uhr). Die Turniere finden an jedem letzten Sonntag im Monat um 11 Uhr statt. Als Preisgelder winken: 15, 10, 5 €. Und natürlich für alle Kaffee, Tee, Spaß und jede Menge Spannung.
Insgesamt besuchen täglich zwischen 80 und 100 Menschen den WESER 5-Tagestreff. Die meisten von ihnen sind wohnungslos und von Armut betroffen, nächtigen im Freien oder sind in Notunterkünften untergebracht. Viele leben vereinsamt und isoliert und haben sonst keine sozialen Kontakte. Im Tagestreff halten sie sich auf, essen, waschen ihre Wäsche, duschen, betreiben Körperhygiene. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter führen sie an Hilfeangebote heran, die wesentlich zur Verbesserung ihrer Lebenssituation beitragen. Dazu gehören insbesondere auch die anderen Unterstützungsangebote des WESER5 Diakoniezentrums, zu dem neben dem Tagestreff eine soziale Beratungsstelle, ein Übergangswohnhaus, eine Notübernachtung sowie aufsuchende Straßensozialarbeit gehören.
Familien-Markt
Familien-Markt macht Flohmarkt
Sonderverkauf von Neuware
Zu einem Flohmarkt mit Sonderverkauf von Neuware aus mehreren Ladenauflösungen lädt der Familien-Markt, das Second-Hand-Kaufhaus von Diakonie und Caritas für Sonntag, 2. September, von 10 bis 14 Uhr, nach Bornheim, Freiligrathstraße 37-39, ein. Bei diesem Flohmarkt sind Schnäppchenjäger richtig. Zu kaufen gibt es Kleidung für Erwachsene und Kinder, Möbel, Hausrat und Antikmöbel. Die Neuware umfasst unter anderem große Bestände von Herbst- und Wintermänteln, Daunenjacken, Übergangsjacken, Jeanskleider und Jeansjacken mit Fellbesatz, Trainingsanzüge, Kinderjacken und Kinderhosen. Zudem sind neue Lederjacken, Jacken und Pullover vom Ordnungsamt zu haben. Verkauft wird auch neue „Tupperware“, darunter Mülleimer, Dosen, Schüsseln und Hundeschüsseln.
Informationen beim Familien-Markt, Telefon 069-90436780
Weißfrauen Diakoniekirche
Knoten an Knoten an Knoten
Seidenstück von Jens Risch in Weißfrauen Diakoniekirche
Am Mittwoch, den 5. September 2007 zeigt ab 19 Uhr der in Berlin lebende Künstler Jens Risch seine beiden Arbeiten „Seidenstück I“ und „Seidenstück II (Erster Teil)“ in der Weißfrauen Diakoniekirche, Weser- Ecke Gutleutstraße. 4 Jahre lang hat Jens Risch, der Meisterschüler bei Prof. Thomas Bayrle an der Städelschule war, an einem 1000 Meter langen Seidenfaden geknotet. Knoten an Knoten an Knoten. So lange, bis kein weiterer Knoten mehr zu machen war. Entstanden ist in dieser Zeit ein Kondensat von Energie, ein kraftvoller und kritischer Kommentar zu Themen wie Arbeit, Geschwindigkeit, Kunstproduktion. Eine Koralle, ein Gehirn, ein Tagebuch, eine organisch gewachsene Skulptur. In der Präsentation von Jens Risch in der Diakoniekirche sind auch die einzelnen vier Arbeitsstufen zu sehen, die zu dem Seidenstück mit ca. 8 cm Durchmesser geführt haben.
Diese Arbeiten von Jens Risch passen nach Meinung von Gerald Hintze, Kurator an Weißfrauen Diakoniekirche, in die gegenwärtigen Fragestellungen nach dem Sinn von Arbeit in unserer Gesellschaft. Fast vier Jahre hat Jens Risch mit einem 5 Stunden-Arbeitstag sich in ein selbstbeauftragtes Projekt begeben: Keine große Geste ist mit dieser künstlerischen Arbeit entstanden, sondern ein berührendes Dokument von Lebens-Arbeits-Zeit (siehe Foto von Jörg Baumann im Anhang).
Am 5. September wird um 19 Uhr in der Weißfrauen Diakoniekirche der ehemalige Lehrer von Jens Risch, Prof. Thomas Bayrle, in die Arbeit am Seidenstück einführen. Das kleinteilige Seidenstück von Jens Risch steht nun dem Großen Wandbild von Ulrich Becker gegenüber und verhält sich zu den fleißigen Bienen der Stadtimkerei von Florian Haas und Andreas Wolf im Turm der Diakoniekirche. Alle Arbeiten sind noch bis Ende September jeden Dienstag und Donnerstag von 13 bis 17 Uhr in der Weißfrauen Diakoniekirche zu sehen.
Weitere Informationen über die Arbeit von Jens Risch unter: www.jensrisch.de
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main
Von gebrochenem Brot und zerbrochenen Bildern
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main zeigt Wanderausstellung des Landeskirchlichen Archivs Kassel zur „Zweiten Reformation“
Eine Wanderausstellung mit dem Titel „Von gebrochenem Brot und zerbrochenen Bildern“ ist am Montag, dem 20. August im Foyer des Hauses der Evangelischen Kirche in der Rechneigrabenstraße 10 eröffnet worden. Sie wird bis zum 30. September zu sehen sein und thematisiert die „Zweite Reformation in Hessen Kassel 1605“. Gemeint sind die weitreichenden Umbrüche in der kirchlichen Landschaft, die sich zu der Zeit durch den Streit zwischen Lutheranern und Reformierten ergaben. „Die Auswirkungen sind bis heute spürbar“, betont Peter Unglaube, Stellvertretender Archivleiter und Mitverantwortlicher für die Ausstellung, „vor allem bei der Innenraumgestaltung der Kirchen oder beim Abendmahlsverständnis“.
„Verbesserungspunkte“ spalten das Kirchenvolk
Zentrale Punkte seien das von den Reformierten vertretene Bilderverbot sowie die Frage der Gegenwart Christi in der Welt. „Die Umbrüche bewegten das gesamte Kirchenvolk in sehr starker Weise, denn die Menschen sahen elementare Fragen berührt, von denen ihr Seelenheil abhängt.“ Zugespitzt hatte sich der Streit durch drei „Verbesserungspunkte“, die Landgraf Moritz von Hessen im Jahre 1605 erließ, um die Konfessionen in seinem Land anzugleichen. Sie regelten unter anderem, dass Gott nicht bildlich darzustellen ist und beim Abendmahl nur normales Brot gereicht und gebrochen werden soll. Hintergrund war die Position der Reformierten, Christus könne nicht an unterschiedlichen Stellen leiblich in der Welt anwesend sein, während die Lutheraner das genaue Gegenteil beim Abendmahl ausdrückten - durch die Heiligkeit des Brotes, das sie in Form von Hostien reichten. „All dies ist nicht nur in Kirchen, sondern vor allem auch in Wirtshäusern und auf der Straße so heftig diskutiert worden, wie heute nur Politik oder Fußballergebnisse“, betont Unglaube. Schließlich hatten die „Verbesserungspunkte“ bei Menschen lutherischen Bekenntnisses tiefe Wunden gerissen. In Marburg gab es sogar einen Toten, als ein Mann nach einem Streit in einem Wirtshaus erschlagen wurde. Dass der Täter nur eine sehr milde Strafe bekommen habe, weil sein Landesherr gleicher Konfession war, zeige, wie tief die Gräben gewesen seien, so Unglaube.
Vielfältige Spuren in Kirchengemeinden
„Obwohl der Begriff Zweite Reformation umstritten ist, thematisiert die Ausstellung eine Entwicklung, welche die konfessionelle Landschaft heftig durcheinandergebracht hat“, resümiert der Leiter des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main, Dr. Michael Frase und ergänzt: „Sie spricht Fragestellungen an, die nicht nur im Christentum immer wieder aktuell sind, man denke nur an die Diskussion um das strikte Bilderverbot im Islam“. Mit der Ausstellung wolle man keinesfalls alte Gräben wieder aufreißen, sondern sensibel machen für die bunte Geschichte der evangelischen Landeskirchen, bekräftigt Unglaube, der unter anderem in Pfarrarchiven von Gemeinden forschte und so gut wie immer Spuren aus dieser Zeit fand: „Zum Beispiel konnte man Rechnungen für schwarzen Stoff finden, mit dem die Gemeinden Altar und Taufbecken verdeckten, um dem Bilderverbot nachzukommen - oder es wurde plötzlich Weißbrot statt Oblaten eingekauft.“ Insgesamt hätten die Forschungen deutlich gemacht, wie präsent die Themen an der kirchlichen Basis gewesen seien.
Zur Ausstellung ist eine Broschüre mit allen Texten sowie weiteren Erläuterungen erschienen, die für fünf Euro erhältlich ist. Darüber hinaus bietet das Landeskirchliche Archiv Kassel auch während der Frankfurter Ausstellung Vorträge zum Thema an – zum Beispiel für Schulklassen und Konfirmandengruppen. Einrichtungen und Gemeinden, die Interesse haben, die Wanderausstellung mit 12 Informationstafeln kostenlos zu zeigen, können sich ebenfalls an das Archiv wenden.
Kontakt für Führungen und Fragen zur Ausstellung:
Landeskirchliches Archiv der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck
Peter Unglaube M. A.
Stellvertretende Archivleitung
Lessingstraße 15 A
34119 Kassel
Telefon: 0561 / 788 76-0
Telefax: 0561 / 788 76-11
E-Mail: archiv@ekkw.de
[Jörn Dietze]
WESER5
Wärmende Rhythmen
WESER5-Tagestreff feierte die 100. Ausgabe des Musikcafés „Socialclub“
Mit einem Grillfest hat der „Socialclub“ des WESER5 Tagestreffs im Frankfurter Bahnhofsviertel am 18. Juli seine 100. Veranstaltung gefeiert. Seit Frühjahr 2005 bietet das Musikcafé jeden Mittwoch zwischen 7 Uhr 45 und 17 Uhr einen musikalischen Themenschwerpunkt. Vater der Idee ist Gerald Hintze, Mitarbeiter im Tagestreff und Kurator der Weißfrauen Diakoniekirche, die sich ein Stockwerk über den Räumen befindet: „Ich wollte etwas für die Atmosphäre tun und etwas Kommunikatives schaffen“. Also nahm er einen Ghetto-Blaster und einige CDs und betätigte sich als Diskjockey. Mit großem Erfolg: Heute ist der „Socialclub“ ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil des Tagestreffs, in den täglich zwischen 80 und 100 Besucherinnen und Besucher kommen.
Lebenssituationen verbessern
Die meisten von ihnen sind wohnungslos und von Armut betroffen, nächtigen im Freien oder sind in Notunterkünften untergebracht. Viele leben vereinsamt und isoliert und haben sonst keine sozialen Kontakte. Im Tagestreff halten sie sich auf, essen, waschen ihre Wäsche, duschen, betreiben Körperhygiene. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter führen sie an Hilfeangebote heran, die wesentlich zur Verbesserung ihrer Lebenssituation beitragen. Dazu gehören insbesondere auch die anderen Unterstützungsangebote des WESER5 Diakoniezentrums, zu dem neben dem Tagestreff eine soziale Beratungsstelle, ein Übergangswohnhaus, eine Notübernachtung sowie aufsuchende Straßensozialarbeit gehören.
Entspannen oder „Rauslassen“
Sehr aufmerksam beobachtet Diskjockey Hintze was im Raum geschieht und reagiert flexibel auf Stimmungen: „Ich muss einfühlsam sein und anhand der Atmosphäre entscheiden, ob etwas Entspannendes angesagt ist oder die Leute rauslassen wollen und ich laut aufdrehen soll.“ Dann, betont sein Kollege Matthias Roth werde auch mal getanzt, zumindest aber mitgewippt oder mit dem Finger geschnipst. Andererseits gebe es immer wieder „intensive Zuhörphasen“, wie Hintze sie nennt. „Dann spiele ich Songs mit anspruchsvollen Texten oder Stücke, die Erinnerungen hervorrufen. Oft werden die Leute ganz still“. Auch auf jahreszeitliche Besonderheiten geht Hintze mit seiner Songauswahl ein: „In der Passionszeit lege ich zum Beispiel Gospels und Spirituals auf, vor Weihnachten auch mal Hirtenmusik.“
Welt-Musik
Die Liste der musikalischen Themen indes, die in den Jahren auf dem Programm standen, liest sich wie ein Lexikon der neueren Musikgeschichte: Country, Delta Blues, Bebop, Rock oder „House of the Rising Sun“. Liebevoll gestaltete kleine Zeitungen gehören jede Woche dazu. Hier gibt Hintze Informationen zu den jeweiligen Künstlern und Songs, zur Musikrichtung sowie ihrer Einordnung in die Geschichte. Und nimmt auch mal von Besuchern verfasste Kurzgeschichten, Gedichte und Zeichnungen auf - oder Fotos, die er selbst im Urlaub gemacht hat, zum Beispiel zur Situation Wohnungsloser in Paris. Nicht selten greift er auf die umfangreiche CD-Sammlung von Tagestreff-Mitarbeiter Matthias Roth zurück. Oder nimmt dankbar Anregungen und Wünsche der Besucher auf. „Viele hier haben einen Migrationshintergrund und wünschen sich auch mal Musik aus ihrer Heimat.“ Dann scheut Hintze keine Mühe, um an die entsprechenden CDs zu gelangen. „Ich klappere Läden ab oder sehe, ob ich es über Bekannte bekommen kann.“ So stellte ihm ein polnischer Tontechniker zum Beispiel 300 Titel aus seinem Heimatland zusammen.
Es geht um Wertschätzung
Musik ist für Hintze schließlich ein ideales Medium, um Themen und Stimmungen auch zwischen verschiedenen Kulturen zu transportieren. Im Zusammenhang mit einem Song von Harry Belafonte ging es zum Beispiel um Martin Luther Kings legendäre Rede „I have a Dream – Ich habe einen Traum.“ Und bei Peter Maffays „Woran glaubst Du?“ oder Queens „Save Me“ wird dann auch lauthals mitgesungen. „Weil sich die Menschen mit den Texten identifizieren“, weiß Hintze, der auch während er als DJ in Aktion ist stets als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Alle zwei Wochen werden die Besucherinnen und Besucher des „Socialclubs“ zudem von engagierten Frauen der Evangelischen Hoffnungsgemeinde mit Canapés verpflegt. „Es geht um Wertschätzung“, betont Hintze, „wir möchten Wärme weitergeben und den Menschen durch die Rhythmen zumindest für einen Moment das Bleierne nehmen, was ihr Leben oftmals bestimmt.“
Kontakt:
WESER5 Diakoniezentrum
Weserstraße 5
60329 Frankfurt am Main
Tel: 069 / 271358-0
Fax: 069 / 271358-100
www.weser5.de
[Jörn Dietze]
Mobile Kinderkrankenpflege
"Helfen macht Spaß ..."
Kinderladen "Die Wiesenwichtel" spendet 415 Euro an die Mobile Kinderkrankenpflege des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main
Eine Spende in Höhe von 415 Euro hat Birgit Audouard vom Nieder-Erlenbacher Kinderladen "Die Wiesenwichtel" an die Mobile Kinderkrankenpflege übergeben. Die Mobile Kinderkrankenpflege ist eine Einrichtung des Diakonischen Werks des Evangelischen Regionalverbandes. Der Betrag war am 24. Mai bei einem Fest zur Eröffnung des neuen Spielplatzes "An den Bergen" durch den Verkauf von Brezeln und Getränken zusammengekommen.
Familien-Markt
"Soziales am Bau" als Zukunftsidee
Spende an den Familienmarkt belebt alte Tradition in zeitgemäßer Form
Eine Spende in Höhe von 1.500 Euro hat die Frankfurter Innenarchitektin Susanne Leson am Dienstag an Petra Spöck und Harald Weck vom "Familienmarkt" in Bornheim übergeben. Mit der Zuwendung an das Second-Hand-Kaufhaus, so Leson, lebe eine alte Tradition in zeitgemäßer Form wieder auf: "Bis vor einigen Jahren gab es die Regelung, dass bei Neubauten fünf Prozent der Gesamtsumme in Kunst am Bau investiert werden musste. Diese Idee haben wir nun quasi unter dem Motto 'Soziales am Bau' variiert."
„Nachahmer“ willkommen
Hintergrund der Aktion ist ein Projekt, das die Innenarchitektin für die Neu-Gastronomin Tanja Linden in Königswinter verwirklichte. Das von Leson ausgestattete Restaurant „Stella del Mare“ startete nach seiner Eröffnung im Herbst letzten Jahres so erfolgreich, dass Inhaberin Linden sich in einer besonderen Form „bedanken“ wollte und ein Zehntel des Betrages der letzten Honorarrechnung an den Familienmarkt spendete. „In einem solchen Kontext soziale Zwecke zu bedenken ist gerade heute von großer Wichtigkeit, da ambitionierte Projekte mehr und mehr auf Stiftungs- und Fördergelder angewiesen sind“, freut sich Petra Spöck. „Vermittlerin“ Leson versteht die Spende daher auch als Initiative, für die sie möglichst zahlreiche „Nachahmer“ finden möchte. „Insgesamt ist viel mehr möglich, als man oftmals vermutet“, betont sie und ergänzt: „Von kreativen Ideen profitieren schließlich mehrere Seiten.“ Als Beispiel nennt sie etwa, dass Handwerksbetriebe Auszubildende für Renovierungsarbeiten in sozialen Einrichtungen zur Verfügung stellen. „Das eröffnet den Projekten neue Möglichkeiten und vermittelt gleichzeitig den jungen Menschen Praxiserfahrung“.
Gezielte Förderung für Frankfurter Familien
Ganz bewusst möchte die Innenarchitektin ihren Kunden Unterstützungsaktionen nahe bringen. Tanja Linden beriet sie daher auch bei der Auswahl des Spendenempfängers: „Den Familienmarkt kennen mein Mann und ich schon sehr lange als Einrichtung, die maßgeblich zu einer guten Kultur des Zusammenlebens in Frankfurt beiträgt, indem sie Familien gezielt fördert.“ Dies, erklärt Petra Spöck, geschehe einerseits durch die Möglichkeit, Textilen, Möbel und Hausrat zu fairen Preisen einkaufen zu können, andererseits durch Beschäftigung und Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen im Rahmen von Hartz IV-Maßnahmen in den Bereichen Verkauf, Verwaltung, Logistik und Lagerwesen. „Beispielhafte Aktionen wie die von Frau Linden und Frau Leson befördern soziale Projekte aus dem Schattendasein in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses“, resümiert die Leiterin des Familienmarktes, „sie professionalisieren die Arbeit und ermöglichen Menschen, die über wenige Mittel verfügen, mehr als nur Almosen zu empfangen.“
Kompetenter Dienstleister
Das Second-Hand-Kaufhaus in der Freiligrathstraße gibt es seit Dezember 2000. Es ist hervorgegangen aus dem Ökumenischen Kleider- und Möbeldienst und wird getragen vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main und vom Caritasverband Frankfurt e.V. Im Familien-Markt einkaufen können alle Inhaber eines Frankfurt-Passes, ALG II-Bescheides oder entsprechenden Berechtigungsscheines. Dazu kommen Studentinnen und Studenten mit gültigem Studentenausweis. Wie Harald Weck bekräftigt, freue sich der Familienmarkt über Kleider und Möbelspenden aus der Bevölkerung: „Gerne holen wir Spenden aus Frankfurt um Umgebung zu Hause ab. Bei Möbeln gilt dies grundsätzlich nach einer vorherigen Besichtigung.“ Außerdem stehe der Familienmarkt als kompetenter Dienstleister für Wohnungsauflösungen zur Verfügung.
Weißfrauen Diakoniekirche
Neue Gäste eröffen die Saison
Arbeiten im Innenraum und im Turm der Kirche
Am Freitag, den 25. Mai 2007 eröffnet Weißfrauen Diakoniekirche (Weser- Ecke Gutleutstraße) um 20 Uhr die Saison mit neuen Arbeiten im Innenraum und im Turm der Kirche.
Drei Wochen hat der Frankfurter Maler Ulrich Becker sein Atelier in die Weißfrauen Diakoniekirche verlegt und an einem Wandbild in der Größe von 25 x 10 Metern gearbeitet. Mit diesem großen Wandbild aktualisiert Ulrich Becker die Formen- und Farbmuster der 1956 von Architekt Neumann erbauten Weißfrauenkirche.
Im zur Zeit sehr baufälligen Betonturm der Weißfrauenkirche hat die Künstlergruppe finger den ersten Bienenstand ihrer Stadtimkerei eingerichtet. Gemeinsam mit ihren 500000 fleißigen „MitarbeiterInnen“ erforscht die Künstlergruppe finger (Florian Haas und Andreas Wolf) die Unterschiede und Gemeinsamkeiten kultureller, künstlerischer und wirtschaftlich ausgerichteter Arbeitsweisen.
Weißfrauen Diakoniekirche Frankfurt
Gerald Hintze, Kurator
Telefon 069 26497110
Müttergenesungswerk
Frau, ich sage dir: Steh auf und geh....
Landesausschuss für Müttergenesung dankt Willy Robert Pitzer
Aus Anlass einer Fachveranstaltung in der Mutter-Kind-Klinik „Talitha“ in Bad Wildungen hat sich der Landesausschuss für Müttergenesung in Hessen bei der Willy Robert Pitzer Stiftung für die intensive Förderung bedankt. Durch Zuwendungen von jährlich 100.000 Euro ermöglichte die Stiftung bisher 95 Müttern mit 151 Kindern, an einer Mutter-Kind-Kur teilnehmen. Ihre Anträge waren auch nach einem Widerspruchsverfahren von den Kassen abgelehnt worden. Seit drei Jahren unterhält die Stiftung Kooperationsverträge mit drei hessischen Häusern. Neben „Talitha“ sind das die Klinik „Werraland“ in Bad Sooden-Allendorf sowie die Mutter-Kind-Klinik „Anne Frank“ in Laubach.
Kämpfen für ein berechtigtes Anliegen
Entscheidender Impuls zur Gründung der Stiftung durch den Bad Nauheimer Architekten Willy Robert Pitzer im Jahre 2001 war die Erfahrung, dass immer mehr Anträge auf Rehabilitation durch die Kassen abgelehnt wurden, auch wenn eine solche dringend angezeigt war. „Das ist bei Mütter-Kind-Maßnahmen besonders eklatant“, betont Armin Clauss, Vorsitzender des Stiftungsvorstandes. So erhielten in der Vergangenheit durchschnittlich 40% der Antragstellerinnen in Hessen einen negativen Bescheid. Diese Frauen jedoch, weiß die stellvertretende Leiterin der Klinik „Anne Frank“, Dr. Bettina Vonderheid-Guth, seien nicht weniger bedürftig als andere: „Viele von ihnen haben keine Kraft und keine Ressourcen mehr, für ihr Anliegen zu kämpfen“. Wie Marianne Adler vom geschäftsführenden Vorstand des Landesausschusses für Müttergenesung betont, lehnten vor allem die kleinen Betriebskrankenkassen Anträge immer wieder mit völlig absurden Begründungen ab. Als Beraterin im Arbeitsbereich Müttergenesung des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main fungiert Adler auch als Ansprechpartnerin für die Stiftung sowie betroffene Frauen.
Vielfältige und moderne Therapieformen
Anke Koch, Ehefrau des Hessischen Ministerpräsidenten und Schirmherrin der Müttergenesung in Hessen, zeigte sich „tief beeindruckt“ von der in den Kliniken geleisteten Arbeit, zu der eine Vielfalt an modernen Therapieformen gehört: Psychotherapie, Ernährungsberatung, Interaktionstherapie, Bewegung, Schmerztherapie oder ein ausführliches Beratungsangebot sind nur einige Beispiele. Ziel sei, Familien in einer belasteten Lebenssituation zu helfen, Krisen durchzustehen und dabei dennoch die Beziehung zum Kind aufrecht zu erhalten, resümiert die Leiterin von „Talitha“, Andrea Twardella. Der biblische Name ihrer Klinik stehe dafür symbolisch. Schließlich bedeute das Wort übersetzt: „Frau, ich sage dir: Steh auf und geh!“
Wie wichtig Beziehungsarbeit ist, verdeutlichte Dr. Anette Hasselmann, leitende Ärztin der Klinik „Werraland“, an einem Beispiel: „Eine depressive Mutter kann ihrem Kind nicht die nötige Anregung und Anerkennung geben, so dass dieses ihr auch nicht zeigen kann, dass es sich wohlfühlt. Und das verstärkt dann wiederum die Depression der Mutter.“ Auch aus diesem Grund seien ambulante Maßnahmen keine Alternative, denn: „Genesungsprozesse verlaufen weitaus intensiver, wenn die Frauen aus den Belastungen des Alltags herausgenommen werden und stattdessen einen Schonraum genießen.“ Für die Nachsorge allerdings habe sich das ambulante Prinzip bewährt.
Impulse für die Zukunft
Seit mit dem 1. April des Jahres die Bewilligung von Anträgen auf Mütter-Kind-Kuren durch die Kassen zur Pflichtaufgabe geworden sei, habe sich bereits einiges verändert, betont Ute Braun vom geschäftsführenden Vorstand des Landesausschusses. So sei Müttergenesung intensiver ins Blickfeld der Politik gerückt. Zudem erfahre die Arbeit der Beraterinnen der beteiligten Verbände Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Deutsches Rotes Kreuz und Diakonie nun weitaus mehr Wertschätzung durch die Kassen, weil sie im Sinne einer Clearing-Stelle „vorsortieren“ und Klarheit für die betroffenen Frauen schaffen. Dass auch die Zahl der Anträge bei einigen Kassen bereits gestiegen ist, freut Elisabeth Freifrau von Lüninck vom Trägerverein Mutter-Kind-Klinik Talitha. Sie möchte noch mehr Mütter ermutigen, Kuren zu beantragen. „Viele bekommen von ihrem Arzt immer noch gesagt, dass es keine Chance dazu gibt“. Wie Ute Braun betont, liege dies an einem Informationsdefizit, das es durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit zu beheben gelte. Welche Konsequenzen die im Zuge der Gesundheitsreform getroffene Neuregelung auf die Bewilligungsstrategien habe, bleibe abzuwarten. So bekräftigte denn auch Armin Clauss, dass es bei der Stiftungsarbeit keinesfalls darum gehe, andere aus der Verantwortung zu entlassen, sondern im Gegenteil Politiker und Entscheidungsträger auf Problemlagen aufmerksam zu machen, die dringend angegangen werden müssten: „Wir sehen uns als wichtiger Impulsgeber für die Gesellschaft“.
[Jörn Dietze]
WESER5
Ein Schlafsack macht oft den Anfang....
Die Straßensozialarbeit des Diakoniezentrums WESER5 erhält
Mit einem Betrag von 45.000 Euro unterstützt die Johanniter Cronstetten Altenhilfe e.V. (JCA) die Straßensozialarbeit des Diakoniezentrums WESER5. Einen entsprechenden Scheck übergaben die JCA-Vorstandsmitglieder Jobst-Babo Graf Harrach und Johann Gottlieb Freiherr von Süsskind-Schwendi am Mittwoch an die Einrichtung des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main. Wie dessen Vorsitzender Dr. Michael Frase bekräftigte, seien Engagement und Bürgerbeteiligung für soziale Einrichtungen heute wichtiger denn je: „Projektorientierte Zusammenarbeit mit Partnern wie der JCA ist ein Erfolgsmodell für die Zukunft“, sagte er und betonte: „Ohne die Unterstützung aus Stiftungsgeldern und Spenden wäre die Straßensozialarbeit nicht möglich“. So versetze die JCA die Einrichtung nun in die Lage, die halbe Stelle einer Straßensozialarbeiterin für zwei Jahre zu finanzieren. Dass dies ein Startsignal für weitere Zuwendungen ist, hofft der DW-Vorsitzende, denn: „Unser Ziel ist letztendlich, eine ganze Stelle aus Spendenmitteln zu finanzieren.“
Langsam Vertrauen gewinnen
Wie bitter nötig dies in Frankfurt ist, unterstrich Graf Harrach: „Dass immer mehr alte Menschen unter den 300 bis 400 Wohnungslosen sind, die in Frankfurt unter schwierigen Verhältnissen auf der Straße leben, ist ein alarmierendes Zeichen“, betonte er. Die Unterstützung der Straßensozialarbeit schlage daher eine direkte Brücke zum JCA-Stiftungszweck „Altenbetreuung“. Bettina Bonnet bestätigte dies: „Ältere Leute haben oft besonders große Hemmungen, Unterstützungsangebote anzunehmen, da sie nicht von Fürsorge abhängig sein wollen“, erklärte die Straßensozialarbeiterin von WESER 5, „daher müssen wir sie zunächst ganz vorsichtig ansprechen, damit sie langsam Vertrauen zu uns gewinnen“. Oftmals lebten die Menschen in Abbruchhäusern, alten Garagen oder in Erdhöhlen im Stadtwald. An diesen Orten sucht Bonnet sie mit einer Kollegin aus der sozialen Beratungsstelle des Diakoniezentrums auf. Um sie zu finden, gehen die Mitarbeiterinnen auch Hinweisen aus der Bevölkerung nach.
Ein erster Schritt zu weiterer Hilfe
„Unser Ziel ist, die Menschen in weitere Hilfeangebote zu vermitteln“, betonte Renate Lutz, Leiterin des Diakoniezentrums WESER5. Dies sei in den meisten Fällen jedoch nur Schrittweise möglich: „Zunächst geht es oftmals darum, ihnen einen Schlafsack zur Verfügung zu stellen.“ Dass die Straßensozialarbeit ein Baustein im Gesamtkonzept des Diakoniezentrums WESER5 ist, zu dem außerdem ein Tagestreff, eine soziale Beratungsstelle, eine Notübernachtung sowie ein Übergangswohnhaus gehört, spielt für die Kontakte eine entscheidende Rolle: „Wenn wir einen Wohnungslosen dazu bewegen können, das niedrigschwellige Angebot unseres Tagestreffs zu nutzen, ist ein erster Schritt hin zu weiteren Hilfeleistungen getan.“ Zwischen März und Dezember letzten Jahres habe die Straßensozialarbeit zu über 100 Wohnungslosen Kontakt aufgenommen, 28 Menschen konnten die Sozialarbeiterinnen in Notunterkünfte vermitteln, 5 gar in eigenen Wohnraum.
Arbeit verdient „nachhaltige Unterstützung“
Wie Bettina Bonnet erörterte, lebten viele dieser Menschen über einen langen Zeitraum hinweg auf der Straße. Körperliche wie psychische Erkrankungen sowie Verelendung seien oftmals die Folge. Sie wieder an Hilfesysteme heranzuführen sei „sozial dringend“, betonte Johann Gottlieb Freiherr von Süsskind-Schwendi, Vorstandsvorsitzender der Johanniter Cronstetten Altenhilfe e.V., die 1979 gegründet wurde und mit Hilfe der Johanniter-Unfall-Hilfe über 80 alte Menschen betreut. Im Rahmen der Pflege ermöglicht sie persönliche Zuwendung, die über das hinaus geht, was durch Leistungskataloge abgerechnet werden kann. Die JCA hat zudem ein Seminarangebot für Menschen entwickelt, die ehrenamtlich in der Altenbetreuung tätig werden möchten. Darüber hinaus fördert sie Initiativen, die sich Betreuung und Unterstützung alter Menschen zum Ziel gesetzt haben. In diesem Kontext, so Graf Harrach, verdiene auch die Straßensozialarbeit von WESER5 nachhaltige Unterstützung.
Mobile Kinderkrankenpflege
Messer-Sozialstifung übergibt Auto an Mobile Kinderkrankenpflege
Betrag von 7.800 Euro zur Verfügung gestellt
Ein neues Fahrzeug hat die Mobile Kinderkrankenpflege am Dienstag, dem 27. Februar am Evangelischen Pflegezentrum in der Battonnstraße entgegengenommen. Ermöglicht wurde dies durch die Dr. Hans Messer Sozialstiftung, die einen Betrag von 7.800 Euro zur Verfügung stellte.
„Für uns bedeutet die Unterstützung einen guten Ansatzpunkt, gezielt etwas für Familien zu tun“, erklärte Petra Messer, die als Vertreterin der Stiftung den neuen PKW an die Leiterein der Mobilen Kinderkrankenpflege Erika Sivinski übergab. Wie Sivinski betonte, werde das neue Fahrzeug dringendst benötigt, da Mobilität die Grundlage der Arbeit bilde. Insgesamt neun examinierte Kinderkrankenschwestern seien auch an Wochenenden und Feiertagen im gesamten Frankfurter Stadtgebiet sowie in angrenzenden Gemeinden im Einsatz.
Medizinische Betreuung und persönliche Zuwendung
Die Mobile Kinderkrankenpflege ist der einzige Pflegedienst in Frankfurt am Main, der sich auf die Betreuung akut oder chronisch kranker Kinder spezialisiert hat. Seit 1979 bietet sie professionelle medizinische Betreuung und intensive persönliche Zuwendung und hilft, Klinikaufenthalte von Kindern auf eine minimale Dauer zu beschränken. „Momentan versorgen wir monatlich um die 30 Kinder, einige von ihnen nur über kurze Zeiträume, andere hingegen über Monate oder Jahre hinweg“, erklärt Sivinski und ergänzt: „Der Bedarf jedoch ist noch weitaus größer“. Zu den Leistungen des Pflegeteams gehört unter anderem die Durchführung ärztlicher Verordnungen wie Verbandswechsel oder Injektionen, Pflege nach Operationen sowie Anleitung zu Pflege und Ernährung. „Immer mehr an Stellenwert gewinnt auch die Begleitung von sterbenden Kindern und ihren Familien“, bekräftigt die Leiterin. Insgesamt seien im letzten Jahr 10 solcher Kinder durch die unter anderem im Bereich Palliativpflege geschulten Mitarbeiterinnen betreut worden.
Junge Stiftung fördert soziale Zwecke
Die Dr. Hans Messer Sozialstiftung wurde vor zwei Jahren von Ria Messer in Andenken an ihren verstorbenen Ehemann gegründet. Ein besonderer Focus der Stiftungsarbeit, so Petra Messer, liege aufgrund der kinderfreundlichen Grundeinstellung des Namensgebers auf Projekten und Angeboten für Kinder. Auch aus diesem Grund passe die Unterstützung der Mobile Kinderkrankenpflege hervorragend zum Stiftungszweck, der darin bestehe soziale Projekte zu fördern. „Ich habe viele Familien kennen gelernt, in der Kinder insgesamt nicht optimal versorgt sind, zum Beispiel aus Zeitmangel oder aufgrund von Sprachschwierigkeiten“, resümiert die Stiftungsvertreterin.
Harte Verhandlungen mit Kostenträgern
Um kranke Kinder möglichst umfassend zu betreuen arbeitet die Mobile Kinderkrankenpflege eng mit Ärzten, Krankenhäusern und Einrichtungen des Gesundheitswesens zusammen. Oberster Grundsatz ist die Achtung gegenüber Kindern - unabhängig von soziokultureller Herkunft, Religion und Weltanschauung. Neben der Stadt Frankfurt unterstützt die Cronstett- und Hynspergische Evangelische Stiftung zu Frankfurt die Einrichtung. „Die Losung lautet, möglichst kein Kind aus Kostengründen abzulehnen“, bekräftigt Sivinski. In Einzelfällen bedeute dies auch, die gesamten Kosten für die Pflege zu übernehmen, die Regel jedoch sei eine Einigung mit den Kostenträgern nach harten Verhandlungen für jedes einzelne Kind: „Was in den Leistungskatalogen der Krankenkassen steht, trifft auf die meisten von uns zu pflegenden Kinder nicht zu. Daher gilt es, die Kostenträger zusätzlich in die Pflicht zu nehmen“, weiß die Leiterin und freut sich darüber, „dass die Erfolgsquote in dieser Hinsicht mehr und mehr erhöht werden konnte“.
Einrichtung weiter auf Unterstützung angewiesen
Dennoch, betont der Geschäftsführer der Evangelischen Gesellschaft zum Betrieb von Wohn-, Alten- und Pflegeheimen gGmbH, Helmut Ulrich, finanziere sich ein Dienst wie die Mobile Kinderkrankenpflege nicht aus sich selbst heraus, denn: „Die von den Kranken- und Pflegekassen erstatten Beträge decken bei weitem nicht die Kosten.“ Daher könne die Einrichtung ihre wichtige Arbeit auch in Zukunft nur mit Unterstützung aus Stiftungsmitteln und Spenden aufrecht erhalten. So ermöglichten zum Beispiel Erlöse aus der Spendenaktion „FAZ-Leser helfen" eine Stellenausweitung, die es den Kinderkrankenschwestern nun erlaubt, auch in an Frankfurt angrenzenden Gemeinden tätig zu werden.
Kontakt:
Mobile Kinderkrankenpflege
Kohlbrandstraße 16
60385 Frankfurt am Main
Tel.: 069 / 45 20 60
Fax: 069 / 46 92 510
E-Mail: mobile.kinderkrankenpflege@t-online.de
Leitung: Erika Sivinski
Krabbelstuben
Krabbelstube "An der Segenskirche" in Griesheim
Eröffnung am 20. Februar
Das Diakonisches Werk für Frankfurt am Main des Evangelischen Regionalverbandes feierte die Eröffnung der zweiten Krabbelstube in Frankfurt-Griesheim am Dienstag, dem 20. Februar in der Krabbelstube "An der Segenskirche". Zur Eröffnung sprach unter anderem die Frankfurter Bürgermeisterin Jutta Ebeling.
Am 4. Oktober 2006 hat die Krabbelstube in den ehemaligen Räumen der Gemeinde in der Alte Falterstraße 6 ihren Betrieb aufgenommen. Insgesamt 22 Betreuungsplätze für Kinder im Alter von 4 Monaten bis zu 3 Jahren sind entstanden. Die Kinder werden in zwei Gruppen von je zwei Erzieherinnen betreut.
Die Krabbelstube arbeitet nach einem besonderen pädagogischen Konzept. Orientiert am pädagogischen Ansatz der ungarischen Kinderärztin und Pädagogin Dr. Emmi Pikler stehen persönliche Beziehungen und das Entwicklungspotential des Kindes im Mittelpunkt.
Das Diakonische Werk weitet das Betreuungsangebot für Kinder unter 3 Jahren kontinuierlich aus. So sind bereits sieben Krabbelstube in unterschiedlichen Stadtteilen entstanden.
TAMARA
Soroptimist International Club Frankfurt HELP e.V. spendet 3000 Euro an Prostituiertenhilfe
Internationale Unterstützung für TAMARA
Einen Scheck über 3000 Euro haben Vertreterinnen des Soroptimist International Clubs Frankfurt HELP e.V. an TAMARA – Beratung und Hilfe für Prostituierte übergeben. Der Leiter des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main, Dr. Michael Frase, sowie Mitarbeiterinnen von TAMARA nahmen die Spende am Montag im Café „Alte Backstube“ entgegen. Wie die Präsidentin des Frankfurter Soroptimist International Clubs Verena von Tresckow-Bronke erklärte, engagiere sich die größte internationale Serviceorganisation berufstätiger Frauen nicht nur für Karriereförderung, sondern ebenfalls für Frauen in Notsituationen. „Mit der Unterstützung von TAMARA möchten wir einerseits gezielte Hilfe leisten und gleichzeitig ein wichtiges Thema ins öffentliche Bewusstsein rücken“, betonte die Präsidentin. Zudem stehe die Aktion beispielhaft für die Kombination von Engagement vor Ort und der internationalen Ausrichtung des Clubs. „Ein entscheidender Teil des Betrags kam bei einem Benefizkonzert im September letzten Jahres zusammen, das anlässlich eines Treffens mit befreundeten Clubs aus Frankreich und Belgien stattfand“, erörterte Vizepräsidentin Petra Wörner. Soroptimist International (SI) umfasst über 3.100 Serviceclubs mit insgesamt mehr als 91.000 Mitgliedern in 125 Staaten der Welt, im Frankfurter Club engagieren sich 36 Frauen.
Auch die Männer sensibilisieren
Dr. Michael Frase dankte für die Unterstützung, die das Zentrum für Frauen nun zum dritten Mal durch den Club erhält, und stellte die Wichtigkeit von kontinuierlicher Partnerschaft heraus: In Zeiten, in denen die Förderung durch staatliche Stellen immer weiter zurückgehe, sei privates Engagement entscheidender denn je. „Es bewirkt nicht zuletzt, dass soziale Projekte in verschiedenen Teilen der Gesellschaft intensiv wahrgenommen werden.“ Dies gelte auch für die Arbeit von TAMARA, die in Frankfurt beispielhaft sei. Verstärkt ins öffentliche Blickfeld rückte die Beratungsstelle durch ihre Mitwirkung an der Kampagne „freiersein“ anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Dabei sprachen Mitarbeiterinnen gezielt Männer auf Themen wie Umgang mit den Frauen oder Gesundheitsprävention an. „Das Konzept hat sich bewährt“, betont Monika Hoffmann, die wie ihre Kollegin Petra Weigand seit fast 20 Jahren bei TAMARA tätig ist. „Die meisten Männer sind für Gespräche offen, wenn man sie nicht moralisch unter Druck setzt“. Zudem eröffne sich über sie ein wichtiger Zugangsweg zu betroffenen Frauen. Der gespendete Betrag soll nun teilweise verwendet werden, um das Projekt weiterzuführen und auf eine noch professionellere Basis zu stellen. „Bei Messen oder großen Sportveranstaltungen wollen wir auch in Zukunft für die Thematik sensibilisieren“, bekräftigt Petra Weigand.
Realistischer Blick jenseits von Klischees
TAMARA wurde im Jahre 1986 als „Kontaktstelle für Prostituierte“ gegründet und ist heute ein Teil des Zentrums für Frauen am Alfred Brehm Platz. Getragen wird die Beratungsstelle vom Evangelischen Verein für Innere Mission und dem Diakonischen Werk für Frankfurt am Main. Drei Sozialarbeiterinnen kümmern sich um die Anliegen der ratsuchenden Frauen, der Ausstieg aus der Prostitution ist dabei über die Jahre ein zentrales Thema geblieben. Zum ganzheitlichen Angebot von TAMARA gehören außerdem Schuldnerinnenberatung, psychosoziale Begleitung, Beratung von Angehörigen und die Arbeit mit noch tätigen oder neu in die Prostitution einsteigenden Frauen. Die Beraterinnen informieren über allgemeine rechtliche und gesundheitliche Aspekte und die speziellen lokalen Bedingungen im Frankfurter Prostitutionsmilieu. Dies ermöglicht den Frauen einen realistischen Blick auf ihre Situation jenseits klischeehafter Vorstellungen.
„Runden Tisch“ wiederbeleben!
Im Blickpunkt steht zur Zeit auch die Bilanzierung des 2002 in Kraft getretenen Prostitutionsgesetzes. „Es brachte zwar einige Verbesserungen mit sich, doch bei der praktischen Umsetzung vor Ort gibt es noch vielfältige Probleme“, betont Karin Kühn, Leiterin des Zentrums für Frauen. Zwar ebne das Gesetz den Frauen endlich den Weg in die Sozialversicherungssysteme, Grundvoraussetzung für deren tatsächliche Inanspruchnahme jedoch sei ein offener und liberaler Umgang mit der Prostitutionstätigkeit. Auch vor diesem Hintergrund fordert Petra Weigand, den Runden Tisch zum Thema Prostitution wiederzubeleben. Eine solche Konferenz aus Vertretern von Hilfsprojekten, Polizei, Staatsanwaltschaft und Parteien hatte es in Frankfurt von 2000 bis 2002 anlässlich der Konflikte um „Illegale“ gegeben. „Trotz klarer Empfehlungen scheitert eine Neuauflage bisher daran, dass es keine Einigung darüber gibt, an welches Dezernat der Runde Tisch bei der Stadt angebunden werden soll“, erklärt Dr. Frase und Monika Hoffmann ergänzt, „Dabei haben wir äußerst gute Erfahrungen gemacht: Wo sonst kann intensives gegenseitiges Verständnis besser wachsen?
[Jörn Dietze]
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main
"Diakonie mit Herz und Verstand"
Edith Ziehm erhält goldenes Kronenkreuz der Diakonie
Anlässlich ihrer Verabschiedung als Mitarbeiterin des Evangelischen Pflegezentrums wurde Edith Ziehm am Freitag mit dem goldenen Kronenkreuz der Diakonie ausgezeichnet.
Esther Gebhardt, Vorsitzende des Evangelischen Regionalverbandes Frankfurt, überreichte ihr die Ehrung, die das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland für langjährige Dienste in Kirche und Diakonie verleiht. Über 30 Jahre wirkte Ziehm als Mitarbeiterin der Diakonie in Frankfurt, zuletzt war sie als Fachberaterin für die Weiterqualifizierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Diakoniestationen gGmbH in der Battonnstraße zuständig. Darüber hinaus leitete sie das von der Stadt Frankfurt geförderte Projekt Psychosoziale Betreuungsangebote für psychisch und demenziell erkrankte Menschen und wirkte als Hygiene- und Arbeitsschutzbeauftragte.
Evangelische Krankenpflege im Wandel
Ziehms beruflicher Weg ist eng mit der Entwicklung der Evangelischen Hauskrankenpflege in Frankfurt verbunden. Als die ausgebildete Krankenschwester im Jahre 1975 ihren Dienst begann, war die Gemeindekrankenpflege noch fest in den Kirchengemeinden verankert: Jeder Gemeinde standen ein bis zwei Krankenschwestern zur Verfügung. Bereits einige Jahre später änderte sich das Bild gravierend: Die Gemeindekrankenpflege wurde neu strukturiert und regionale Diakoniestationen traten an die Stelle einer direkten Anbindung von Krankenschwestern an die Gemeinden. Im Jahre 1998 schließlich mündete die Entwicklung in die Gründung der Diakoniestationen gGmbH und des Evangelischen Pflegezentrums in der Battonnstraße 26-28. Neben stadtweiter ambulanter Krankenpflege bietet es heute auch Beratung für pflegende Angehörige und Patienten sowie Psychosoziale Betreuung für psychisch und demenziell erkrankte Menschen.
Entscheidende Impulse
Wie der Vorsitzende des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main, Dr. Michael Frase, erörtert, habe Ziehm die Neustrukturierung aus ihrer fachlichen Perspektive durchaus kritisch betrachtet, jedoch stets konstruktiv und flexibel an der Umsetzung neuer Ideen gearbeitet. Entscheidende Impulse habe sie unter anderem bei der Entwicklung von Qualitätsstandards gesetzt. „Die Stabilität der Pflege liegt ihr am Herzen“, betont Frase und ergänzt: „durch ihre Offenheit, Kompetenz und ihre freundliche Art konnte Edith Ziehm auch in den Kirchengemeinden viele davon überzeugen, dass Veränderungen notwendig sind.“ Insgesamt stehe Ziehm, so formulierten es ehemalige Kolleginnen und Kollegen in einem musikalischen Abschiedsgruß, für eine „Diakonie mit Herz und Verstand“. In diesem Sinne setzte sie auch auf eine enge Zusammenarbeit mit anderen Wohlfahrtsverbänden oder der Stadt Frankfurt und engagierte sich in vielfältigen Gremien, wo sie aufgrund ihres Verhandlungsgeschicks und ihrer ausgleichenden Art hohe Wertschätzung genießt.
Fachgerechte Pflege auch für die Kleinsten
Ganz entscheidenden Anteil hatte Ziehm an der Gründung der Mobilen Kinderkrankenpflege des Diakonischen Werks für Frankfurt im Jahre 1979, bei der sie als eine treibende Kraft wirkte. „Durch die fachliche Anleitung unserer Mitarbeiterinnen stellte Edith Ziehm darüber hinaus sicher, dass wir von Beginn an eine fach- und situationsgerechte Kinderkrankenpflege im häuslichen Bereich leisten konnten“, betont Leiterin Erika Sivinsky. Als Vertreterin der Cronstett- und Hynspergischen Evangelischen Stiftung zu Frankfurt, die seit 21 Jahren die Mobile Kinderkrankenpflege fördert, wird Edith Ziehm in Zukunft ehrenamtlich im Beirat der Einrichtung mitwirken und der Diakonie auf diese Weise ihre Fachkompetenz auch nach der Pensionierung weiter zur Verfügung stellen.
[Jörn Dietze]
Mobile Kinderkrankenpflege
Medela Medizintechnik GmbH übergibt Scheck an Mobile Kinderkrankenpflege
Teilnehmerbeitrag einer Apotheker-Schulung in Wiesbaden kommt guten Zweck zugute
Einen Scheck in Höhe von 400 Euro übergibt Tatjana Bender von der Medela Medizintechnik GmbH&Co. Handels KG an die Leiterin der Mobilen Kinderkrankenpflege Erika Sivinski.
Der Teilnehmerbeitrag einer Apotheker-Schulung in Wiesbaden kommt traditionsgemäß einem guten Zweck zugute. Helmut Ulrich, Geschäftsführer der Wohn-Alten und Pflege gGmbH, lobt das Engagement und betont, dass kranke Kinder besondere Aufmerksamkeit und Pflege benötigen, dazu gehören professionelle medizinische Betreuung und intensive persönliche Zuwendung. Für beides steht die Mobile Kinderkrankenpflege. Sie hilft, Klinikaufenthalte auf eine minimale Dauer zu beschränken und stärkt Kinder und Eltern in ihrer besonderen Situation. Schließlich hat sich gezeigt, dass Pflege in häuslicher Umgebung den körperlichen und seelischen Zustand der kleinen Patienten entscheidend verbessert. Die Mobile Kinderkrankenpflege ist der einzige Pflegedienst in Frankfurt am Main, der sich auf die Betreuung akut oder chronisch kranker und sterbender Kinder spezialisiert hat und besteht seit 1979.
Soziale Stadt
Nachbarschaftsvermittler in der Nordweststadt erhalten Zertifikat
Das Projekt "Soziale Stadt - Neue Nachbarschaften" der Diakonie
Ein Zertifikat zum Nachbarschaftsvermittler erhielten zehn engagierte Bewohnerinnen und Bewohner aus der Nordweststadt, die in Zukunft bei Konflikten im Stadtteil vermitteln sollen. Eingesetzt werden die Nachbarschaftsvermittler vom Nachbarschaftsbüro des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main im Evangelischen regionalverband. Klaus Nattrodt, Ortsvorsteher im Ortsbeirat 8, und Conny von Schumann vom Nachbarschaftsbüro des Diakonischen Werkes übergeben das Zertifikat "Nachbarschaftsvermittler".
Das Projekt "Soziale Stadt - Neue Nachbarschaften" der Diakonie hat in Kooperation mit dem Mediationsteam RheinMain die Ausbildung zum "Nachbarschaftsvermittler" durchgeführt. Hausordnung, Kinderlärm, Müll im Treppenhaus, laute Musik, falsch parkende Autos: an solchen Themen entzünden sich Nachbarschaftskonflikte, die manchmal Jahre andauern und das Zusammenleben belasten. Haben sich die Fronten erst einmal verhärtet, können Beteiligte oft nicht mehr ohne Vorbehalte aufeinander zu gehen. Ziel der Ausbildung zum Nachbarschaftsvermittler ist, den Verständigungsprozess der beteiligten Konfliktparteien zu fördern, zu moderieren und eine Klärung der Streitpunkte herbeizuführen. Dabei stehen Themen wie Konflikte mit Jugendlichen im Stadtteil, multikulturelle Konflikte in der Nachbarschaft sowie Konflikte zwischen Generationen im Mittelpunkt der Ausbildung.
Pressekontakt: Conny von Schumann, Projekt "Soziale Stadt - Neue Nachbarschaften", Telefon: 069 921056653, Mobil: 0160 8205573, E-Mail: Conny.schumann@ervffm.de.
[Jörn Dietze]
Krabbelstuben
Neue Krabbelstube „Jona“ des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main im Stadtteil Eschersheim
Einweihung am 21. November
Eine neue Krabbelstube für Kinder im Alter zwischen 3 Monaten und 3 Jahren weiht das Diakonische Werk für Frankfurt am Main am 21. November im Stadtteil Eschersheim ein. Bei der Festveranstaltung, die von 15.00 bis 16.30 Uhr Im Uhrig 7 stattfindet, sprechen unter anderem die Frankfurter Bürgermeisterin Jutta Ebeling sowie der Leiter des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main Dr. Michael Frase.
Orientiert am Konzept der ungarischen Kinderärztin Emmi Pikler sammeln in den Krabbelstuben bereits die Jüngsten selbständig Erfahrungen. Sie entwickeln individuelle Fähigkeiten und finden dazu eine Umgebung mit einfachen Spielmaterialien vor, die der Phantasie und dem natürlichen Bewegungsdrang Raum lassen. Respekt gegenüber Kindern ist ein wichtiger Schlüsselbegriff für die Erzieherinnen, welche die Mädchen und Jungen gezielt in ihrer Entwicklung begleiten. Die Krabbelstuben bieten ein Umfeld frei von Druck und Konkurrenz und entlasten Eltern. Gemeinsam mit ihnen gewöhnen die Erzieherinnen die Kinder ein und stehen auch danach als qualifizierte Ansprechpartnerinnen zur Verfügung
Die Krabbelstube „Jona“ öffnete im Mai 2006 und bietet Betreuungsplätze für insgesamt 33 Kinder in drei Gruppen. Sie ist die fünfte Einrichtung dieser Art. Krabbelstuben des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main gibt es außerdem in den Stadtteilen Zeilsheim, Schwanheim, Griesheim und Ginnheim.
Weitere Informationen zu den Krabbelstuben finden Sie hier
[Jörn Dietze]
Ambulanter Palliativdienst
In Würde Sterben – Wunsch oder Wirklichkeit?
Gegenwart und Zukunft von Palliativmedizin
Interdisziplinärer Fachtag Palliativmedizin im Literaturhaus war ein großer Erfolg
Aus Anlass des zehnjährigen Bestehens des Evangelischen Hospitals für palliative Medizin fand am 15. November 2006 im Literaturhaus Frankfurt am Main ein Interdisziplinärer Fachtag zur Palliativmedizin statt. Unter dem Motto „Leben strecken, Leiden mindern, Trübsal dämpfen, Schmerzen lindern“ behandelten Fachleute ein Thema, das in unserer Gesellschaft mehr und mehr an Bedeutung gewinnt, jedoch vielerorts noch zu den Tabus zählt.
Wie hat sich der Umgang mit Tod und Streben seit Goethes Zeiten verändert und welche neuen Chancen und Möglichkeiten bietet die Zukunft für eine angemessene Begleitung von Menschen am Ende ihres Lebens? Diese Fragen sind nur ein Ausschnitt aus einer Palette an Themen, zu denen unter anderem der international renommierte Spezialist für Palliativmedizin Prof. Dr. Eberhard Klaschick vor über 170 Teilnehmern sprach. Neben dem Chefarzt der Abteilung Anästhesie, Intensivmedizin, Palliativmedizin und Schmerztherapie am Malteser-Krankenhaus Bonn und langjährigen Präsidenten der Dt. Gesellschaft für Palliativmedizin referierten unter anderem verschiedene Fachärzte, eine Krankenschwester, ein Soziologe, eine Psychologin und eine ehrenamtliche Mitarbeiterin des Evangelischen Hospitals. Der Fachtag beleuchtete das Feld der Palliativmedizin aus verschiedenen Perspektiven, das Spektrum der Themen erstreckte sich von der Frage nach dem Recht alter Menschen auf Palliation über praktische Einblicke in die Praxis bis hin zum gesellschaftlichen Umgang mit Tod und Sterben.
Das Evangelische Hospital für palliative Medizin in der Rechneigrabenstraße ist spezialisiert auf die Behandlung von extremen Schmerzen. Als kleines Fachkrankenhaus mit 20 Betten nimmt es ausschließlich Patienten auf, die infolge einer als unheilbar eingestuften Tumorerkrankung oder Aids nur noch eine geringe Lebenserwartung haben. Neben Schmerzbekämpfung und Symptomkontrolle steht vor allem die persönliche Betreuung und Pflege im Vordergrund: Der Begriff „Palliativ“ leitet sich ab vom lateinischen Wort „Pallium“ (Mantel). Denn wie ein Mantel umhüllt und schützt palliative Medizin den Patienten. Dabei berücksichtigt sie immer auch die Bedürfnisse der Familie vor und nach dem Tod des Patienten. Das Hospital vertritt eine ganzheitliche medizinische und betreuerische Sicht. Die Fachärzte kommen aus den Bereichen Innere Medizin, Anästhesie und Psychotherapie. Durch eine umfassende seelsorgerliche Begleitung haben Patienten wie Angehörige zudem die Möglichkeit, sich der unvermeidlichen Konfrontation mit Sterben und Tod zu stellen. Träger des Hospitals ist die Evangelische Gesellschaft gGmbH.
Weitere Informationen zum Evangelischen Hospital für palliative Medizin finden Sie hier.[Jörn Dietze]
Wohngemeinschaft für Demenzkranke
„So viel Selbständigkeit wie möglich, so viel Betreuung wie nötig“
Das Diakonische Werk für Frankfurt am Main eröffnete zwei neue Wohngemeinschaften für Demenzkranke
Die Räume sind lichtdurchflutet, warme Ocker-Töne an den Wänden sorgen für freundliche Atmosphäre. Einladend und geräumig präsentieren sich die beiden neuen Wohngemeinschaften für Demenzkranke, die am 2. November in Frankfurt-Preungesheim eingeweiht wurden.
„Die Bewohner leben so eigenständig wie möglich, private Atmosphäre statt Pflegeheim-Charakter lautet die Devise“. Dr. Michael Frase, Leiter des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main, charakterisiert ein Konzept, mit dem die Diakonie in Frankfurt-Höchst bereits seit über zwei Jahren positive Erfahrungen macht. Nun hat sie im Wohngebiet „Frankfurter Bogen“ zwei weitere Wohngemeinschaften für Demenzkranke eröffnet. Bei der feierlichen Einweihung dankte Sozialdezernent Uwe Becker ausdrücklich für das „mutige Engagement“ und verwies auf die Vielfalt der Wohnformen in Frankfurt, die immer auch das Leben im Alter mit einschließen müsse: „Menschen mit Demenz dürfen nicht automatisch in die Schublade der stationären Pflege gesteckt werden“, fordert er.
Geborgenheit schaffen - Fähigkeiten stärken
Träger der neuen Wohngemeinschaften, die jeweils 7 betreuungsbedürftigen Personen ein Zuhause bieten, ist die Evangelische Gesellschaft zum Betrieb von Wohn-, Alten- und Pflegeheimen gGmbH, eine Tochter des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main. „Für die Angehörigen ist es oft eine schwere Gewissensentscheidung, wenn mal wieder die Herdplatte nicht abgeschaltet worden ist: Kann man die Erkrankten noch zu Hause betreuen oder muss man sie in einem Pflegeheim unterbringen?“, beschreibt der Geschäftsführer der Gesellschaft, Helmut Ulrich, ein häufiges Dilemma. Genau an dieser Stelle setze das Konzept an und biete eine moderne Alternative: „Die Bewohner leben in familienähnlichen Strukturen und genießen ein hohes Maß an Selbständigkeit. Ambulante Pflege und persönliche Begleitung durch engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellen dabei sicher, dass sie rund um die Uhr optimal versorgt sind.“ Mit den Angehörigen gebe es zudem eine intensive Zusammenarbeit.
Eigene Möbel- und Erinnerungsstücke dürfen die Demenzkranken mitbringen, wie Frase erörtert, „von Bildern bis hin zum Sofa“. Für Geborgenheit und Kommunikation spielten nicht zuletzt lebensgeschichtliche Bezüge im Alltag eine entscheidende Rolle. Dieser orientiert sich an den Bedürfnissen der Bewohner und den Abläufen eines Privathaushaltes, die Pflege ordnet sich jeweils unter. Mahlzeiten in der Gruppe geben dem Tag Struktur, bei der Zubereitung in der gemütlichen Wohnküche sind die Bewohner mit einbezogen: „Es geht um Aktivierung; vorhandene Fähigkeiten sollen gestärkt, verloren gegangene so weit wie möglich wieder hergestellt werden“, erklärt Helmut Ulrich und fasst das Motto zusammen: „So viel Selbständigkeit wie möglich, so viel Betreuung wie nötig“.
Beispielhaftes Gemeinschaftsprojekt
Untergebracht sind die Wohngemeinschaften, von denen eine bereits vollständig bezogen ist, in einem Haus in der Gundelandstraße 7, das vom Verein „Preungesheimer Ameisen“, dem Caritasverband und dem Gemeinnützigen Siedlungswerk konzipiert wurde. In die Architektur flossen dabei gezielt Erkenntnisse aus der wissenschaftlichen Forschung zum Thema Demenz ein: So sind die Räumlichkeiten als Karree mit einer Art „Rundlauf“angelegt, gleiches gilt für den bewohnergerecht gestalteten Garten. Tendenzen, sich zu verirren oder wegzulaufen werden auf diese Weise gemindert, dem Bewegungsdrang Rechnung getragen. Die Farben von Wänden und Böden folgen ebenfalls einem speziellen Konzept, das sich an den Bedürfnissen und Empfindungen von demenziell erkrankten Menschen orientiert. Die moderne Ausstattung wurde nicht zuletzt durch einen Betrag von 70.000 Euro ermöglicht, mit dem fünf von der Dresdner Bank AG verwaltete Stiftungen das Projekt unterstützten. Insgesamt lobt Frase die Wohngemeinschaften als ein „beispielhaftes Gemeinschaftsprojekt“.
Sascha Mintkiewicz verweist in diesem Kontext auf den dringenden Handlungsbedarf: „Wir haben es mit einem typischen Problem der Moderne und einer Folge der steigenden Lebenserwartung zu tun“, betont der Mitarbeiter im Stiftungsmanagement der Dresdner Bank AG und führt aktuelle Zahlen an: Bereits jetzt gelten 20 Prozent aller 65-Jährigen als demenziell erkrankt, bei den 85-Jährigen ist dies ein Viertel, bei den 90-Jährigen gar ein Drittel. Insgesamt leben in Deutschland 1,2 Millionen Demenzkranke, 10.000 davon in Frankfurt am Main – Tendenz steigend. „Was noch vor wenigen Jahren ein Tabu-Thema war“, resümiert Sozialdezernent Becker, „hat es heute auf die Titelseiten der Zeitungen geschafft und gilt als eine der großen Herausforderungen für die Zukunft“.
Infos zu den Wohngemeinschaften Demenz finden Sie hier.
[Jörn Dietze]
Soziale Stadt
Bürgerbeteiligung beginnt bei den Kleinsten
Im Rahmen des Projekts „Soziale Stadt - Neue Nachbarschaften“ wurde in der Nordweststadt ein neuer Dschungel-Spielplatz eingeweiht
Mit einem Festakt wurde am Freitag, dem 13. Oktober ein neuer Dschungel-Spielplatz in der Nordweststadt eingeweiht. Er entstand im Rahmen des Projektes „Soziale Stadt- Neue Nachbarschaften“. Der Leiter des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main, Dr. Michael Frase und der Frankfurter Sozialdezernent Uwe Becker übergaben den neuen Spielplatz in der Bernadottestraße im Rahmen eines Festes an die Kinder. Wie Frase betonte, stehe der Spielplatz beispielhaft für Bürgerbeteiligung, wie sie im Projekt „Soziale Stadt neue Nachbarschaften“ angestrebt werde. Becker sprach von einem „großen Gemeinschaftswerk und guten Zeichen für den Zusammenhalt im Stadtteil“.
Ideen der Kinder als Grundlage
Nicht nur die freundliche Gestaltung mit Naturmaterialien und Holzpalmen unterscheidet die neue Anlage von anderen Spielplätzen, besonders ist vor allem die Art und Weise ihrer Entstehung. Nach einer Anhörung im Ortsbeirat 8 hatten die Kinder der Kindertagsstätte 109 das Gelände besichtigt. In der anschließenden „Modellbauphase“ setzten sie mit Materialen wie Knete und Holz ihre Ideen kreativ um und bastelten Modelle von Spielgeräten.
Nach diesen Plänen gestaltete das Grünflächenamt dann in Kooperation mit dem Nachbarschaftsbüro das Gelände. Auch am Freitag legten die Kinder selbst begeistert Hand an und pinselten Farbe auf die noch etwas nackt wirkenden Holzgestelle. „Die Kinder erkennen ihre Modelle wieder und identifizieren sich sehr mit dem Spielplatz“, freut sich Karin Dabs-Groda, Stellvertretende Leiterin der Kita 109 und ihr Kollege Bernd Ortner ergänzt: „Sie fühlen sich ernst genommen, reden von ‚ihrem’ Spielplatz und übernehmen die Patenschaft für ihn.“
Insgesamt 65.000 Euro hat die Stadt Frankfurt für den Spielplatz aufgebracht, der überwiegende Teil davon stammt aus dem Etat für das Projekt „Soziale Stadt – Neue Nachbarschaften“, bei dem die Stadt Frankfurt mit verschiedenen Trägern zusammenarbeitet. Das Diakonische Werk für Frankfurt am Main hat in diesem Rahmen im Januar 2005 den Aufbau eines Quartiermanagements für die Nordweststadt übernommen. Bereits in der Karl-Kirchner-Siedlung in Frankfurt Preungesheim war die Diakonie an einem solchen Projekt erfolgreich beteiligt. Sozialdezernt Becker dankte ausdrücklich für die gute Zusammenarbeit.
Ressourcen erkennen und vernetzen
„Bei der Sozialen Stadt geht es darum, die Ressourcen im Stadtteil zu erkennen und sinnvoll miteinander zu vernetzen“, betont Annette Püntmann von Diakonischen Werk für Frankfurt am Main, die sämtliche Aktivitäten bei der Entstehung des Spielplatzes koordinierte. Als Quartiersmanagerin ist sie Anlaufstelle für die Bewohnerinnen und Bewohner der Nordweststadt und kooperiert mit allen im Stadtteil vorhandenen Einrichtungen wie Schule, Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen, Wohnungsgesellschaften, Kirchengemeinden, Ortsbeirat und Vereinen.
Ziel des Quartiersmanagements ist die Verbesserung von Lebensbedingungen in Wohngebieten, die baulich, wirtschaftlich sowie infrastrukturell unterversorgt sind und besondere soziale Problemlagen aufweisen. Das Miteinander – auch von unterschiedlichen Kulturen - zu stärken und zu fördern steht auch in der Nordweststadt im Mittelpunkt, wo, wie Püntmann erläutert, Menschen aus mehr als 70 Nationen leben. „Es geht darum, ein Quartier zukunftsfähig zu gestalten“, resümiert Frase und ergänzt: „Wir kommen als Moderatoren und Initiatoren und möchten Strukturen von Bürgerbeteiligung schaffen, die es uns erlauben, nach etwa 5 Jahren wieder aus dem Viertel herauszugehen“.
[Jörn Dietze]
Pädagogische Frühförderung für blinde und sehbehinderte Kinder
Frühförderung prägt ein Leben lang
Dr. Wolfgang und Sigrid Berner-Stiftung unterstützt Pädagogische Frühförderung für blinde und sehbehinderte Kinder
Einen Scheck über 2.500 Euro von der Dr. Wolfgang und Sigrid Berner-Stiftung nahm die stellvertretende Leiterin der Pädagogischen Frühförderung für blinde und sehbehinderte Kinder, Carmen Lauer, am Mittwoch entgegen. In Begleitung der Vorstandsmitglieder Lutz Heil und Walter Rau überreichte Stifterin Sigrid Berner ihn persönlich in den Räumen der Einrichtung in der Eschersheimer Landstraße. Zweck der im Jahre 2002 gegründeten Stiftung, die von der Stadt bereits ins „Goldene Buch der Frankfurter Stiftungen“ aufgenommen wurde, ist die „Förderung von kranken und behinderten Kindern im Großraum Frankfurt“.
Fördern – beraten - stärken
Umfassend informierten sich die Stiftungsvertreter über Aufgaben und Ziele von Frühförderung und zeigten sich beeindruckt von der Vielfalt. Wie Carmen Lauer erläuterte, betreut die vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main getragene Einrichtung zwischen 120 und 140 Familien in Frankfurt und Südhessen. Die Mitarbeiterinnen kommen ins Haus und trainieren Reste vorhandener Sehfähigkeit durch spezielle Spielmaterialien wie eine ‚Light-Box’ mit Licht- und Farbeffekten oder Diaprojektoren. Viele der Kinder fördern sie von der Geburt bis zum Schuleintritt.
„Jeder noch so kleinste Sehrest kann sich entwickeln und für den Alltag immens wichtig werden, wenn Kinder frühzeitig Förderung erhalten“, bekräftigt Lauer. Gerade die Zeit unmittelbar nach der Geburt spiele, wie Erfahrungen und Untersuchungen belegten, eine entscheidende Rolle für die weitere Entwicklung. „Darum möchten wir vorhandenes Potenzial möglichst früh herausholen.“ Doch die insgesamt 12 Fachkräfte fördern nicht nur das Sehen gezielt, sondern haben zum Beispiel auch Materialien zum Tasten wie etwa Steine, Schwämme oder eine Sandwanne im Gepäck. „Speziell für mehrfachbehinderte Kinder, deren Anteil stetig zunimmt, ist das ein wichtiger Zugangsweg“, erklärt Lauer. Als besondere Herausforderung betrachtet sie die steigende Zahl von Frühchen unter ihnen. „Eine optimale Vernetzung mit Ärzten, Krankenhäusern und vor allem Frühchen-Stationen wird für uns immer entscheidender.“
Insgesamt leiste die Pädagogische Frühförderung eine überaus familienbezogene Arbeit: „In Zeiten, in denen ständig Zuschüsse und Hilfsangebote gestrichen werden, müssen die Eltern immer mehr um ihre Rechte kämpfen – zusätzlich zu ihrer ohnehin schon belastenden Situation.“ Sie gezielt zu stärken und zu beraten sei daher ein wichtiger Schwerpunkt . “Zum Beispiel, wenn es um sinnvolle Spielmöglichkeiten oder die Wahl der richtigen Schule geht.“
Hoher Qualitätsanspruch
Auch mit Kindertagesstätten nimmt die Pädagogische Frühförderung in Absprache mit den Eltern Kontakt auf und bietet Schulungen für Erzieherinnen und Erzieher oder Frühförderstunden in der Kita an. „Thema ist zum Beispiel, wie ein sehbehindertes Kind mit anderen in Kontakt kommen kann“, erörtert Lauer, die insgesamt den hohen Qualitätsanspruch aller Fachkräfte an die eigene Arbeit herausstellt. Um zugrunde liegende Standards noch transparenter zu machen, planen sie, den von der Stiftung zugedachten Betrag für die Anschaffung von Laptops einzusetzen: „Unsere Leistungen direkt vor Ort zu dokumentieren, würde für alle auch eine große Zeitersparnis bedeuten.“ Zudem seien die mobilen Computer eine große Hilfe bei interdisziplinären Kongressen, welche die Mitarbeiterinnen regelmäßig besuchten, um fachlich auf dem aktuellsten Stand zu bleiben. Und nicht zuletzt nützten sie den Kindern ganz direkt: „Es gibt spezielle Computerspiele für Sehbehinderte, die wir dann bei unserer mobilen Arbeit einsetzen können.“
Stifterin Sigrid Berner ist von der Wichtigkeit einer „solch professionellen Versorgung von Kindern in ihrem gewohnten Lebensumfeld“ ebenso überzeugt wie Vorstandsmitglied Rau, der betont: „Was man zu einem frühen Zeitpunkt versäumt, lässt sich später nicht mehr nachholen.“ Der Stiftungszweck, das traditionelle Engagement der Familie Berner für kirchlich-diakonische Zwecke und die Arbeit der Pädagogischen Frühförderung, resümiert schließlich Lutz Heil, - all das passe ganz hervorragend zusammen.
[Jörn Dietze]
Suchtkrankenberatung
Glücksspiel muss begrenzt bleiben
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main kritisiert Entscheidung des Bundeskartellamts zur Ausweitung des Lottoangebots durch private Anbieter
Das Diakonische Werk für Frankfurt am Main hat die Entscheidung des Bundeskartellamtes kritisiert, wonach sich staatliche Lottoanbieter künftig stärker dem Wettbewerb mit Privatvermittlern stellen müssen, was für Glücksspieler größere Wahlmöglichkeiten und voraussichtlich günstigere Preise zur Folge haben wird. Wie der Leiter der Evangelischen Suchtkrankenberatung, Jochim Otto, betont, sei die Entscheidung aus therapeutischer Sicht ein Schritt in die falsche Richtung. Anstatt eine Einschränkung im Bereich des Glücksspiels zu erwirken, finde nun eine Ausweitung mit den entsprechenden Folgen statt. Dazu gehöre unter anderem eine Zunahme von Konsumenten, von denen dann ein gewisser Prozentsatz eine Sucht entwickle.
Im Sinne der Betroffenen und deren Familien sowie eines wirksamen Spielerschutzes fordert das Diakonische Werk für Frankfurt am Main daher die Unterbindung von privaten Glücksspielangeboten wie etwa Sportwetten, eine Einschränkung des staatlichen Glücksspielangebots sowie ein Verbot von Internetwetten, Onlineglücksspielen und Werbung für Glücksspielangebote. Gleichzeitig müssten mehr finanzielle Mittel für Prävention, Beratung und Behandlung von Glücksspielern zur Verfügung gestellt und zuverlässige Möglichkeiten der Sperre in Casinos und Spielhallen geschaffen werden. „Als Evangelische Suchtberatungsstelle sehen wir uns veranlasst, auch öffentlich die Interessen unseres Klientels zu vertreten“, bekräftigt Otto und führt aus: „Menschen, die süchtig geworden sind, gehen nicht von sich aus an die Öffentlichkeit. Scham und Schuld spielen hier eine große Rolle.“
Bereits seit fünf Jahren verzeichnet die Evangelische Suchtkrankenberatung einen deutlichen Zuwachs bei der Beratung und Behandlung von Menschen, die ein problematisches Glücksspielverhalten zeigen oder bereits abhängig geworden sind. Im ersten Halbjahr dieses Jahres waren etwa 25 % der Klienten Spieler oder Angehörige von ihnen. „Langfristig“, so Otto, „sind Süchtige einsam und isoliert. Schulden haben Auswirkungen auf die Familien, die Sucht betrifft immer auch das Lebensumfeld.“ Dem Trend Rechnung getragen hat die Einrichtung unter anderem durch eine therapeutisch geleitete Spielergruppe, die seit Februar dieses Jahres existiert.
Die vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main getragene Evangelische Suchtkrankenberatung berät seit fast dreißig Jahren Menschen mit Suchterkrankungen. Sie ist Anlaufstelle für Betroffene und Angehörige, die professionelle Hilfe suchen. Die Fachstelle berät bei Alkoholsucht, Medikamentenmissbrauch und pathologischem Glücksspiel. Eine entscheidende Rolle dabei spielt das in der Frankfurter Innenstadt gelegenen Café „Alte Backstube“. Als besonders niedrigschwelliges Angebot ist es seit über 20 Jahren für viele die erste Station auf dem Weg aus dem Teufelskreis „Sucht“.
Infos zur Suchtkrankenberatung finden Sie hier
Krabbelstuben
Neue Krabbelstube an der Segenskirche in Frankfurt-Griesheim
Eröffnung am 1. Oktober
Eine neue Krabbelstube für Kinder im Alter zwischen 4 Monaten und 3 Jahren eröffnet das Diakonische Werk für Frankfurt am Main am 1. Oktober im Stadtteil Griesheim. Es ist die sechste Einrichtung dieser Art, die zweite davon in Griesheim. Krabbelstuben gibt es außerdem in Zeilsheim, Schwanheim, Ginnheim, und Eschersheim. Orientiert am Konzept der ungarischen Kinderärztin Emmi Pikler machen in den Krabbelstuben bereits die Jüngsten möglichst selbständig Erfahrungen. Respekt gegenüber Kindern ist ein wichtiger Schlüsselbegriff. Die Krabbelstuben bieten ein Umfeld frei von Druck und Konkurrenz und entlasten Eltern gezielt. Die neue Krabbelstube an der Segenskirche in der Alten Falterstraße 6 bietet Platz für insgesamt 22 Kinder. Interessierte wenden sich an Herrn Reinhold Steinhilber vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main, Tel.: 069/ 92105-6811, E-Mail: reinhold.steinhilber@ervffm.de
Weitere Informationen über die Krabbelstuben des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main finden Sie hier
Pädagogische Frühförderung für blinde und sehbehinderte Kinder
Lichtblicke für Kinder
Kompetente Hilfe in vertrauter Umgebung
Mit der Übergabe eines neuen Fahrzeugs setzt die Hermann und Katharina Gassen Stiftung eine mittlerweile 24 Jahre lange Tradition fort: die Unterstützung der Pädagogischen Frühförderung für blinde und sehbehinderte Kinder des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main.
„Wir arbeiten mobil – da ist das Auto für uns ein wichtiges Handwerkszeug“, bekräftigt Katrin Bange. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main, Dr. Michael Frase, nahm die Mitarbeiterin der Pädagogischen Frühförderung am Mittwoch, dem 16. August, einen nagelneuen Ford Focus entgegen. Herbert Pfennig, Mitglied des Vorstands der Frankfurter Sparkasse von 1822, übergab den Schlüssel für den Kombi auf dem Kundenparkplatz der Bank in der Neuen Mainzer Straße. Wie Pfennig, gleichzeitig Vorstandsvorsitzender der Hermann und Katharina Gassen Stiftung, betonte, korrespondiere die Einrichtung in hervorragender Weise mit dem Stiftungszweck, der die Unterstützung hilfsbedürftiger blinder Kinder und pflegebedürftiger älterer mittelloser Menschen festschreibe. „Wenn es darum geht, dem Stifterwillen gerecht zu werden, ist das Diakonische Werk für Frankfurt am Main für uns stets ein verlässlicher Partner.“ Dessen Vorsitzender Dr. Michael Frase erklärte, dank der Stiftung stehe die Pädagogische Frühförderung modellhaft für das Wachsen einer innovativen Idee hin zu einer erfolgreichen Einrichtung. „Schließlich hat die Praxis eindeutig gezeigt, dass auch Kinder mit geringen Sehfähigkeiten ein visuelles Entwicklungspotenzial besitzen“.
Kompetente Hilfe in vertrauter Umgebung
Um dieses zu fördern, besuchen Mitarbeiterinnen der Frühförderung die Kinder zu Hause oder in der Kindertagesstätte und erzeugen durch spezielle Spielmaterialien eine Umgebung, welche die Seh-Entwicklung anregt und eigene Kräfte mobilisiert. „Dazu“, erklärt Katrin Bange, „dienen unter anderem verschiedenste Geräte wie eine ‚Light-Box’ mit Licht- und Farbeffekten oder Diaprojektoren.“ Ziel sei, die Wahrnehmung mit allen Sinnen zu schulen und so die gesamte Persönlichkeit zu stärken. Beratung von Eltern und Erzieherinnen gehöre ebenso zu den Kernaufgaben wie eine intensive Zusammenarbeit mit Therapeuten oder Krankengymnastinnen. „Dass wir ins Haus kommen, ist ein großer Vorteil, denn wir erleben Kinder und Eltern in ihrer vertrauten Umgebung“, betont die Fachfrau und ergänzt: „Für die Familien, die meist Monate mit Warten und Bangen zugebracht haben, ist Hilfe von außen immens wichtig.“ Und die ist oftmals lange von Bestand. Denn die Pädagogische Frühförderung fördert die Kinder auf Wunsch bis zum Schuleintritt. Eltern können direkt Kontakt mit der Einrichtung aufnehmen, deren Einsatzgebiet über Frankfurt hinaus bis in den Odenwald reicht. Voraussetzung ist eine ärztliche Bescheinigung über die Sehbehinderung.
Gassen Stiftung gewährleistet Kontinuität
Die Hermann und Katharina Gassen Stiftung unterstützt die Pädagogische Frühförderung seit Beginn ihrer Arbeit vor 24 Jahren durch Fahrzeuge oder Materialien. Die Summe der Fördermittel addiert sich mittlerweile auf 1,47 Millionen Euro. Die vom Frankfurter Schumacher Hermann Gassen im Jahre 1970 gegründete Stiftung engagiert sie sich außerdem für die Stiftung Blindenanstalt oder das Hospital für palliative Medizin in der Rechneigrabenstraße. Bedürftige Frankfurter Seniorinnen und Senioren erhalten über die Frankfurter Sozialrathäuser zudem finanzielle Zuwendungen. „Stiftungen ermöglichen kontinuierliche Hilfe über einen sehr langen Zeitraum hinweg, weil der Kapitalgrundstock erhalten bleibt oder sogar wächst“, betont Hans Peter Meyer vom Stiftungs- und Nachlassmanagement der Frankfurter Sparkasse von 1822, welche die Stiftung verwaltet. Neben der Familie Gassen dankte Meyer auch den zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern, die immer wieder „zustiften“, etwa indem sie Liegenschaften oder Erbschaften in die Stiftung einbringen.
Je früher, desto besser
Für Kunden sei es zunehmend attraktiv, auf diese Weise langfristig und nachhaltig Gutes zu tun, anstatt sich nur punktuell zu engagieren, erklärt Meyer und Herbert Pfennig ergänzt: „Das müssen keinesfalls nur Menschen mit einem großen Kapital sein“. Bei der Gassen-Stiftung leiste jeder Zustifter einen entscheidenden Beitrag, dass die Pädagogische Frühförderung auch in Zukunft den steigenden Bedarf abdecken kann. „Wir fördern immer mehr Kinder, die sehr jung und oftmals unter einem Jahr alt sind“, betont Bange und wertet dies als ein sehr gutes Zeichen, denn: „Je eher die Förderung beginnt, umso größere Erfolge können wir erzielen.“ Früher, erinnert sich Frase, habe man Kinder mit einer Sehschwäche stets angehalten, die Augen zu schonen. „Heute jedoch weiß man ganz im Gegenteil, dass es vor allem auf eines ankommt: intensives Training.“
Weitere Informationen zur Pädagogischen Frühförderung für blinde und sehbehinderte Kinder erhalten Sie hier
Wohngemeinschaft für Demenzkranke
Wohngemeinschaft für Demenzkranke hat Plätze frei
Modellprojekt bietet neues Zuhause in vertrauter Umgebung
In der Wohngemeinschaft für Demenzkranke des Diakonischen Werkes leben alte Menschen weitgehend selbstbestimmt und sicher wie in einer Familie. Das 2004 gestartete Modellprojekt für Demenzkranke in der ehemaligen McNair-Kaserne in Frankfurt-Höchst hat zwei Plätze frei. Eine Wohngemeinschaft kann eine alternative Lebensform zur eigenen Wohnung und zu Alten- und Pflegeheimen sein. Dabei stehen individuelles Wohnen in einem normalen Wohnumfeld und individuelle Betreuung rund um die Uhr im Vordergrund.
Jeder Bewohner bezieht sein selbst möbliertes Einzelzimmer, in dem wichtige Erinnerungsstücke Platz haben. Familiäre Strukturen sorgen für ein hohes Maß an Lebensqualität und ein vertrautes Umfeld bis ans Lebensende.
Interessierte wenden sich an:
Annette Fitschen, Projektleitung,
Telefon 069 92105 6643,
E-Mail: annette.fitschen@ervffm.de
Weitere Informationen zu den Wohngemeinschaften Demenz erhalten Sie hier


















































































