Meldungen 2006



17.11.2006

Krabbelstuben

Neue Krabbelstube „Jona“ des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main im Stadtteil Eschersheim

Einweihung am 21. November

Eine neue Krabbelstube für Kinder im Alter zwischen 3 Monaten und 3 Jahren weiht das Diakonische Werk für Frankfurt am Main am 21. November im Stadtteil Eschersheim ein. Bei der Festveranstaltung, die von 15.00 bis 16.30 Uhr Im Uhrig 7 stattfindet, sprechen unter anderem die Frankfurter Bürgermeisterin Jutta Ebeling sowie der Leiter des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main Dr. Michael Frase.

Orientiert am Konzept der ungarischen Kinderärztin Emmi Pikler sammeln in den Krabbelstuben bereits die Jüngsten selbständig Erfahrungen. Sie entwickeln individuelle Fähigkeiten und finden dazu eine Umgebung mit einfachen Spielmaterialien vor, die der Phantasie und dem natürlichen Bewegungsdrang Raum lassen. Respekt gegenüber Kindern ist ein wichtiger Schlüsselbegriff für die Erzieherinnen, welche die Mädchen und Jungen gezielt in ihrer Entwicklung begleiten. Die Krabbelstuben bieten ein Umfeld frei von Druck und Konkurrenz und entlasten Eltern. Gemeinsam mit ihnen gewöhnen die Erzieherinnen die Kinder ein und stehen auch danach als qualifizierte Ansprechpartnerinnen zur Verfügung

Die Krabbelstube „Jona“ öffnete im Mai 2006 und bietet Betreuungsplätze für insgesamt 33 Kinder in drei Gruppen. Sie ist die fünfte Einrichtung dieser Art. Krabbelstuben des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main gibt es außerdem in den Stadtteilen Zeilsheim, Schwanheim, Griesheim und Ginnheim.

Weitere Informationen zu den Krabbelstuben finden Sie hier

[Jörn Dietze]

17.11.2006

Ambulanter Palliativdienst

In Würde Sterben – Wunsch oder Wirklichkeit?

Gegenwart und Zukunft von Palliativmedizin

Interdisziplinärer Fachtag Palliativmedizin im Literaturhaus war ein großer Erfolg

Aus Anlass des zehnjährigen Bestehens des Evangelischen Hospitals für palliative Medizin fand am 15. November 2006 im Literaturhaus Frankfurt am Main ein Interdisziplinärer Fachtag zur Palliativmedizin statt. Unter dem Motto „Leben strecken, Leiden mindern, Trübsal dämpfen, Schmerzen lindern“ behandelten Fachleute ein Thema, das in unserer Gesellschaft mehr und mehr an Bedeutung gewinnt, jedoch vielerorts noch zu den Tabus zählt.

Wie hat sich der Umgang mit Tod und Streben seit Goethes Zeiten verändert und welche neuen Chancen und Möglichkeiten bietet die Zukunft für eine angemessene Begleitung von Menschen am Ende ihres Lebens? Diese Fragen sind nur ein Ausschnitt aus einer Palette an Themen, zu denen unter anderem der international renommierte Spezialist für Palliativmedizin Prof. Dr. Eberhard Klaschick vor über 170 Teilnehmern sprach. Neben dem Chefarzt der Abteilung Anästhesie, Intensivmedizin, Palliativmedizin und Schmerztherapie am Malteser-Krankenhaus Bonn und langjährigen Präsidenten der Dt. Gesellschaft für Palliativmedizin referierten unter anderem verschiedene Fachärzte, eine Krankenschwester, ein Soziologe, eine Psychologin und eine ehrenamtliche Mitarbeiterin des Evangelischen Hospitals. Der Fachtag beleuchtete das Feld der Palliativmedizin aus verschiedenen Perspektiven, das Spektrum der Themen erstreckte sich von der Frage nach dem Recht alter Menschen auf Palliation über praktische Einblicke in die Praxis bis hin zum gesellschaftlichen Umgang mit Tod und Sterben.

Das Evangelische Hospital für palliative Medizin in der Rechneigrabenstraße ist spezialisiert auf die Behandlung von extremen Schmerzen. Als kleines Fachkrankenhaus mit 20 Betten nimmt es ausschließlich Patienten auf, die infolge einer als unheilbar eingestuften Tumorerkrankung oder Aids nur noch eine geringe Lebenserwartung haben. Neben Schmerzbekämpfung und Symptomkontrolle steht vor allem die persönliche Betreuung und Pflege im Vordergrund: Der Begriff „Palliativ“ leitet sich ab vom lateinischen Wort „Pallium“ (Mantel). Denn wie ein Mantel umhüllt und schützt palliative Medizin den Patienten. Dabei berücksichtigt sie immer auch die Bedürfnisse der Familie vor und nach dem Tod des Patienten. Das Hospital vertritt eine ganzheitliche medizinische und betreuerische Sicht. Die Fachärzte kommen aus den Bereichen Innere Medizin, Anästhesie und Psychotherapie. Durch eine umfassende seelsorgerliche Begleitung haben Patienten wie Angehörige zudem die Möglichkeit, sich der unvermeidlichen Konfrontation mit Sterben und Tod zu stellen. Träger des Hospitals ist die Evangelische Gesellschaft gGmbH.

Weitere Informationen zum Evangelischen Hospital für palliative Medizin finden Sie hier.

[Jörn Dietze]

02.11.2006

Wohngemeinschaft für Demenzkranke

„So viel Selbständigkeit wie möglich, so viel Betreuung wie nötig“

Das Diakonische Werk für Frankfurt am Main eröffnete zwei neue Wohngemeinschaften für Demenzkranke

Die Räume sind lichtdurchflutet, warme Ocker-Töne an den Wänden sorgen für freundliche Atmosphäre. Einladend und geräumig präsentieren sich die beiden neuen Wohngemeinschaften für Demenzkranke, die am 2. November in Frankfurt-Preungesheim eingeweiht wurden.

„Die Bewohner leben so eigenständig wie möglich, private Atmosphäre statt Pflegeheim-Charakter lautet die Devise“. Dr. Michael Frase, Leiter des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main, charakterisiert ein Konzept, mit dem die Diakonie in Frankfurt-Höchst bereits seit über zwei Jahren positive Erfahrungen macht. Nun hat sie im Wohngebiet „Frankfurter Bogen“ zwei weitere Wohngemeinschaften für Demenzkranke eröffnet. Bei der feierlichen Einweihung dankte Sozialdezernent Uwe Becker ausdrücklich für das „mutige Engagement“ und verwies auf die Vielfalt der Wohnformen in Frankfurt, die immer auch das Leben im Alter mit einschließen müsse: „Menschen mit Demenz dürfen nicht automatisch in die Schublade der stationären Pflege gesteckt werden“, fordert er.

Geborgenheit schaffen - Fähigkeiten stärken

Träger der neuen Wohngemeinschaften, die jeweils 7 betreuungsbedürftigen Personen ein Zuhause bieten, ist die Evangelische Gesellschaft zum Betrieb von Wohn-, Alten- und Pflegeheimen gGmbH, eine Tochter des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main. „Für die Angehörigen ist es oft eine schwere Gewissensentscheidung, wenn mal wieder die Herdplatte nicht abgeschaltet worden ist: Kann man die Erkrankten noch zu Hause betreuen oder muss man sie in einem Pflegeheim unterbringen?“, beschreibt der Geschäftsführer der Gesellschaft, Helmut Ulrich, ein häufiges Dilemma. Genau an dieser Stelle setze das Konzept an und biete eine moderne Alternative: „Die Bewohner leben in familienähnlichen Strukturen und genießen ein hohes Maß an Selbständigkeit. Ambulante Pflege und persönliche Begleitung durch engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellen dabei sicher, dass sie rund um die Uhr optimal versorgt sind.“ Mit den Angehörigen gebe es zudem eine intensive Zusammenarbeit.

Eigene Möbel- und Erinnerungsstücke dürfen die Demenzkranken mitbringen, wie Frase erörtert, „von Bildern bis hin zum Sofa“. Für Geborgenheit und Kommunikation spielten nicht zuletzt lebensgeschichtliche Bezüge im Alltag eine entscheidende Rolle. Dieser orientiert sich an den Bedürfnissen der Bewohner und den Abläufen eines Privathaushaltes, die Pflege ordnet sich jeweils unter. Mahlzeiten in der Gruppe geben dem Tag Struktur, bei der Zubereitung in der gemütlichen Wohnküche sind die Bewohner mit einbezogen: „Es geht um Aktivierung; vorhandene Fähigkeiten sollen gestärkt, verloren gegangene so weit wie möglich wieder hergestellt werden“, erklärt Helmut Ulrich und fasst das Motto zusammen: „So viel Selbständigkeit wie möglich, so viel Betreuung wie nötig“.

Beispielhaftes Gemeinschaftsprojekt

Untergebracht sind die Wohngemeinschaften, von denen eine bereits vollständig bezogen ist, in einem Haus in der Gundelandstraße 7, das vom Verein „Preungesheimer Ameisen“, dem Caritasverband und dem Gemeinnützigen Siedlungswerk konzipiert wurde. In die Architektur flossen dabei gezielt Erkenntnisse aus der wissenschaftlichen Forschung zum Thema Demenz ein: So sind die Räumlichkeiten als Karree mit einer Art „Rundlauf“angelegt, gleiches gilt für den bewohnergerecht gestalteten Garten. Tendenzen, sich zu verirren oder wegzulaufen werden auf diese Weise gemindert, dem Bewegungsdrang Rechnung getragen. Die Farben von Wänden und Böden folgen ebenfalls einem speziellen Konzept, das sich an den Bedürfnissen und Empfindungen von demenziell erkrankten Menschen orientiert. Die moderne Ausstattung wurde nicht zuletzt durch einen Betrag von 70.000 Euro ermöglicht, mit dem fünf von der Dresdner Bank AG verwaltete Stiftungen das Projekt unterstützten. Insgesamt lobt Frase die Wohngemeinschaften als ein „beispielhaftes Gemeinschaftsprojekt“.

Sascha Mintkiewicz verweist in diesem Kontext auf den dringenden Handlungsbedarf: „Wir haben es mit einem typischen Problem der Moderne und einer Folge der steigenden Lebenserwartung zu tun“, betont der Mitarbeiter im Stiftungsmanagement der Dresdner Bank AG und führt aktuelle Zahlen an: Bereits jetzt gelten 20 Prozent aller 65-Jährigen als demenziell erkrankt, bei den 85-Jährigen ist dies ein Viertel, bei den 90-Jährigen gar ein Drittel. Insgesamt leben in Deutschland 1,2 Millionen Demenzkranke, 10.000 davon in Frankfurt am Main – Tendenz steigend. „Was noch vor wenigen Jahren ein Tabu-Thema war“, resümiert Sozialdezernent Becker, „hat es heute auf die Titelseiten der Zeitungen geschafft und gilt als eine der großen Herausforderungen für die Zukunft“.

Infos zu den Wohngemeinschaften Demenz finden Sie hier.

[Jörn Dietze]

13.10.2006

Soziale Stadt

Bürgerbeteiligung beginnt bei den Kleinsten

Im Rahmen des Projekts „Soziale Stadt - Neue Nachbarschaften“ wurde in der Nordweststadt ein neuer Dschungel-Spielplatz eingeweiht

Mit einem Festakt wurde am Freitag, dem 13. Oktober ein neuer Dschungel-Spielplatz in der Nordweststadt eingeweiht. Er entstand im Rahmen des Projektes „Soziale Stadt- Neue Nachbarschaften“. Der Leiter des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main, Dr. Michael Frase und der Frankfurter Sozialdezernent Uwe Becker übergaben den neuen Spielplatz in der Bernadottestraße im Rahmen eines Festes an die Kinder. Wie Frase betonte, stehe der Spielplatz beispielhaft für Bürgerbeteiligung, wie sie im Projekt „Soziale Stadt neue Nachbarschaften“ angestrebt werde. Becker sprach von einem „großen Gemeinschaftswerk und guten Zeichen für den Zusammenhalt im Stadtteil“.

Ideen der Kinder als Grundlage

Nicht nur die freundliche Gestaltung mit Naturmaterialien und Holzpalmen unterscheidet die neue Anlage von anderen Spielplätzen, besonders ist vor allem die Art und Weise ihrer Entstehung. Nach einer Anhörung im Ortsbeirat 8 hatten die Kinder der Kindertagsstätte 109 das Gelände besichtigt. In der anschließenden „Modellbauphase“ setzten sie mit Materialen wie Knete und Holz ihre Ideen kreativ um und bastelten Modelle von Spielgeräten.

Nach diesen Plänen gestaltete das Grünflächenamt dann in Kooperation mit dem Nachbarschaftsbüro das Gelände. Auch am Freitag legten die Kinder selbst begeistert Hand an und pinselten Farbe auf die noch etwas nackt wirkenden Holzgestelle. „Die Kinder erkennen ihre Modelle wieder und identifizieren sich sehr mit dem Spielplatz“, freut sich Karin Dabs-Groda, Stellvertretende Leiterin der Kita 109 und ihr Kollege Bernd Ortner ergänzt: „Sie fühlen sich ernst genommen, reden von ‚ihrem’ Spielplatz und übernehmen die Patenschaft für ihn.“

Insgesamt 65.000 Euro hat die Stadt Frankfurt für den Spielplatz aufgebracht, der überwiegende Teil davon stammt aus dem Etat für das Projekt „Soziale Stadt – Neue Nachbarschaften“, bei dem die Stadt Frankfurt mit verschiedenen Trägern zusammenarbeitet. Das Diakonische Werk für Frankfurt am Main hat in diesem Rahmen im Januar 2005 den Aufbau eines Quartiermanagements für die Nordweststadt übernommen. Bereits in der Karl-Kirchner-Siedlung in Frankfurt Preungesheim war die Diakonie an einem solchen Projekt erfolgreich beteiligt. Sozialdezernt Becker dankte ausdrücklich für die gute Zusammenarbeit.

Ressourcen erkennen und vernetzen

„Bei der Sozialen Stadt geht es darum, die Ressourcen im Stadtteil zu erkennen und sinnvoll miteinander zu vernetzen“, betont Annette Püntmann von Diakonischen Werk für Frankfurt am Main, die sämtliche Aktivitäten bei der Entstehung des Spielplatzes koordinierte. Als Quartiersmanagerin ist sie Anlaufstelle für die Bewohnerinnen und Bewohner der Nordweststadt und kooperiert mit allen im Stadtteil vorhandenen Einrichtungen wie Schule, Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen, Wohnungsgesellschaften, Kirchengemeinden, Ortsbeirat und Vereinen.

Ziel des Quartiersmanagements ist die Verbesserung von Lebensbedingungen in Wohngebieten, die baulich, wirtschaftlich sowie infrastrukturell unterversorgt sind und besondere soziale Problemlagen aufweisen. Das Miteinander – auch von unterschiedlichen Kulturen - zu stärken und zu fördern steht auch in der Nordweststadt im Mittelpunkt, wo, wie Püntmann erläutert, Menschen aus mehr als 70 Nationen leben. „Es geht darum, ein Quartier zukunftsfähig zu gestalten“, resümiert Frase und ergänzt: „Wir kommen als Moderatoren und Initiatoren und möchten Strukturen von Bürgerbeteiligung schaffen, die es uns erlauben, nach etwa 5 Jahren wieder aus dem Viertel herauszugehen“.

[Jörn Dietze]

22.09.2006

Pädagogische Frühförderung für blinde und sehbehinderte Kinder

Frühförderung prägt ein Leben lang

Dr. Wolfgang und Sigrid Berner-Stiftung unterstützt Pädagogische Frühförderung für blinde und sehbehinderte Kinder

Einen Scheck über 2.500 Euro von der Dr. Wolfgang und Sigrid Berner-Stiftung nahm die stellvertretende Leiterin der Pädagogischen Frühförderung für blinde und sehbehinderte Kinder, Carmen Lauer, am Mittwoch entgegen. In Begleitung der Vorstandsmitglieder Lutz Heil und Walter Rau überreichte Stifterin Sigrid Berner ihn persönlich in den Räumen der Einrichtung in der Eschersheimer Landstraße. Zweck der im Jahre 2002 gegründeten Stiftung, die von der Stadt bereits ins „Goldene Buch der Frankfurter Stiftungen“ aufgenommen wurde, ist die „Förderung von kranken und behinderten Kindern im Großraum Frankfurt“.

Fördern – beraten - stärken

Umfassend informierten sich die Stiftungsvertreter über Aufgaben und Ziele von Frühförderung und zeigten sich beeindruckt von der Vielfalt. Wie Carmen Lauer erläuterte, betreut die vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main getragene Einrichtung zwischen 120 und 140 Familien in Frankfurt und Südhessen. Die Mitarbeiterinnen kommen ins Haus und trainieren Reste vorhandener Sehfähigkeit durch spezielle Spielmaterialien wie eine ‚Light-Box’ mit Licht- und Farbeffekten oder Diaprojektoren. Viele der Kinder fördern sie von der Geburt bis zum Schuleintritt.

„Jeder noch so kleinste Sehrest kann sich entwickeln und für den Alltag immens wichtig werden, wenn Kinder frühzeitig Förderung erhalten“, bekräftigt Lauer. Gerade die Zeit unmittelbar nach der Geburt spiele, wie Erfahrungen und Untersuchungen belegten, eine entscheidende Rolle für die weitere Entwicklung. „Darum möchten wir vorhandenes Potenzial möglichst früh herausholen.“ Doch die insgesamt 12 Fachkräfte fördern nicht nur das Sehen gezielt, sondern haben zum Beispiel auch Materialien zum Tasten wie etwa Steine, Schwämme oder eine Sandwanne im Gepäck. „Speziell für mehrfachbehinderte Kinder, deren Anteil stetig zunimmt, ist das ein wichtiger Zugangsweg“, erklärt Lauer. Als besondere Herausforderung betrachtet sie die steigende Zahl von Frühchen unter ihnen. „Eine optimale Vernetzung mit Ärzten, Krankenhäusern und vor allem Frühchen-Stationen wird für uns immer entscheidender.“

Insgesamt leiste die Pädagogische Frühförderung eine überaus familienbezogene Arbeit: „In Zeiten, in denen ständig Zuschüsse und Hilfsangebote gestrichen werden, müssen die Eltern immer mehr um ihre Rechte kämpfen – zusätzlich zu ihrer ohnehin schon belastenden Situation.“ Sie gezielt zu stärken und zu beraten sei daher ein wichtiger Schwerpunkt . “Zum Beispiel, wenn es um sinnvolle Spielmöglichkeiten oder die Wahl der richtigen Schule geht.“

Hoher Qualitätsanspruch

Auch mit Kindertagesstätten nimmt die Pädagogische Frühförderung in Absprache mit den Eltern Kontakt auf und bietet Schulungen für Erzieherinnen und Erzieher oder Frühförderstunden in der Kita an. „Thema ist zum Beispiel, wie ein sehbehindertes Kind mit anderen in Kontakt kommen kann“, erörtert Lauer, die insgesamt den hohen Qualitätsanspruch aller Fachkräfte an die eigene Arbeit herausstellt. Um zugrunde liegende Standards noch transparenter zu machen, planen sie, den von der Stiftung zugedachten Betrag für die Anschaffung von Laptops einzusetzen: „Unsere Leistungen direkt vor Ort zu dokumentieren, würde für alle auch eine große Zeitersparnis bedeuten.“ Zudem seien die mobilen Computer eine große Hilfe bei interdisziplinären Kongressen, welche die Mitarbeiterinnen regelmäßig besuchten, um fachlich auf dem aktuellsten Stand zu bleiben. Und nicht zuletzt nützten sie den Kindern ganz direkt: „Es gibt spezielle Computerspiele für Sehbehinderte, die wir dann bei unserer mobilen Arbeit einsetzen können.“

Stifterin Sigrid Berner ist von der Wichtigkeit einer „solch professionellen Versorgung von Kindern in ihrem gewohnten Lebensumfeld“ ebenso überzeugt wie Vorstandsmitglied Rau, der betont: „Was man zu einem frühen Zeitpunkt versäumt, lässt sich später nicht mehr nachholen.“ Der Stiftungszweck, das traditionelle Engagement der Familie Berner für kirchlich-diakonische Zwecke und die Arbeit der Pädagogischen Frühförderung, resümiert schließlich Lutz Heil, - all das passe ganz hervorragend zusammen.

[Jörn Dietze]

04.09.2006

Suchtkrankenberatung

Glücksspiel muss begrenzt bleiben

Diakonisches Werk für Frankfurt am Main kritisiert Entscheidung des Bundeskartellamts zur Ausweitung des Lottoangebots durch private Anbieter

Das Diakonische Werk für Frankfurt am Main hat die Entscheidung des Bundeskartellamtes kritisiert, wonach sich staatliche Lottoanbieter künftig stärker dem Wettbewerb mit Privatvermittlern stellen müssen, was für Glücksspieler größere Wahlmöglichkeiten und voraussichtlich günstigere Preise zur Folge haben wird. Wie der Leiter der Evangelischen Suchtkrankenberatung, Jochim Otto, betont, sei die Entscheidung aus therapeutischer Sicht ein Schritt in die falsche Richtung. Anstatt eine Einschränkung im Bereich des Glücksspiels zu erwirken, finde nun eine Ausweitung mit den entsprechenden Folgen statt. Dazu gehöre unter anderem eine Zunahme von Konsumenten, von denen dann ein gewisser Prozentsatz eine Sucht entwickle.

Im Sinne der Betroffenen und deren Familien sowie eines wirksamen Spielerschutzes fordert das Diakonische Werk für Frankfurt am Main daher die Unterbindung von privaten Glücksspielangeboten wie etwa Sportwetten, eine Einschränkung des staatlichen Glücksspielangebots sowie ein Verbot von Internetwetten, Onlineglücksspielen und Werbung für Glücksspielangebote. Gleichzeitig müssten mehr finanzielle Mittel für Prävention, Beratung und Behandlung von Glücksspielern zur Verfügung gestellt und zuverlässige Möglichkeiten der Sperre in Casinos und Spielhallen geschaffen werden. „Als Evangelische Suchtberatungsstelle sehen wir uns veranlasst, auch öffentlich die Interessen unseres Klientels zu vertreten“, bekräftigt Otto und führt aus: „Menschen, die süchtig geworden sind, gehen nicht von sich aus an die Öffentlichkeit. Scham und Schuld spielen hier eine große Rolle.“

Bereits seit fünf Jahren verzeichnet die Evangelische Suchtkrankenberatung einen deutlichen Zuwachs bei der Beratung und Behandlung von Menschen, die ein problematisches Glücksspielverhalten zeigen oder bereits abhängig geworden sind. Im ersten Halbjahr dieses Jahres waren etwa 25 % der Klienten Spieler oder Angehörige von ihnen. „Langfristig“, so Otto, „sind Süchtige einsam und isoliert. Schulden haben Auswirkungen auf die Familien, die Sucht betrifft immer auch das Lebensumfeld.“ Dem Trend Rechnung getragen hat die Einrichtung unter anderem durch eine therapeutisch geleitete Spielergruppe, die seit Februar dieses Jahres existiert.

Die vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main getragene Evangelische Suchtkrankenberatung berät seit fast dreißig Jahren Menschen mit Suchterkrankungen. Sie ist Anlaufstelle für Betroffene und Angehörige, die professionelle Hilfe suchen. Die Fachstelle berät bei Alkoholsucht, Medikamentenmissbrauch und pathologischem Glücksspiel. Eine entscheidende Rolle dabei spielt das in der Frankfurter Innenstadt gelegenen Café „Alte Backstube“. Als besonders niedrigschwelliges Angebot ist es seit über 20 Jahren für viele die erste Station auf dem Weg aus dem Teufelskreis „Sucht“.

Infos zur Suchtkrankenberatung finden Sie hier

30.08.2006

Krabbelstuben

Neue Krabbelstube an der Segenskirche in Frankfurt-Griesheim

Eröffnung am 1. Oktober

Eine neue Krabbelstube für Kinder im Alter zwischen 4 Monaten und 3 Jahren eröffnet das Diakonische Werk für Frankfurt am Main am 1. Oktober im Stadtteil Griesheim. Es ist die sechste Einrichtung dieser Art, die zweite davon in Griesheim. Krabbelstuben gibt es außerdem in Zeilsheim, Schwanheim, Ginnheim, und Eschersheim. Orientiert am Konzept der ungarischen Kinderärztin Emmi Pikler machen in den Krabbelstuben bereits die Jüngsten möglichst selbständig Erfahrungen. Respekt gegenüber Kindern ist ein wichtiger Schlüsselbegriff. Die Krabbelstuben bieten ein Umfeld frei von Druck und Konkurrenz und entlasten Eltern gezielt. Die neue Krabbelstube an der Segenskirche in der Alten Falterstraße 6 bietet Platz für insgesamt 22 Kinder. Interessierte wenden sich an Herrn Reinhold Steinhilber vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main, Tel.: 069/ 92105-6811, E-Mail: reinhold.steinhilber@ervffm.de

Weitere Informationen über die Krabbelstuben des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main finden Sie hier

18.08.2006

Pädagogische Frühförderung für blinde und sehbehinderte Kinder

Lichtblicke für Kinder

Kompetente Hilfe in vertrauter Umgebung

Mit der Übergabe eines neuen Fahrzeugs setzt die Hermann und Katharina Gassen Stiftung eine mittlerweile 24 Jahre lange Tradition fort: die Unterstützung der Pädagogischen Frühförderung für blinde und sehbehinderte Kinder des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main.

„Wir arbeiten mobil – da ist das Auto für uns ein wichtiges Handwerkszeug“, bekräftigt Katrin Bange. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main, Dr. Michael Frase, nahm die Mitarbeiterin der Pädagogischen Frühförderung am Mittwoch, dem 16. August, einen nagelneuen Ford Focus entgegen. Herbert Pfennig, Mitglied des Vorstands der Frankfurter Sparkasse von 1822, übergab den Schlüssel für den Kombi auf dem Kundenparkplatz der Bank in der Neuen Mainzer Straße. Wie Pfennig, gleichzeitig Vorstandsvorsitzender der Hermann und Katharina Gassen Stiftung, betonte, korrespondiere die Einrichtung in hervorragender Weise mit dem Stiftungszweck, der die Unterstützung hilfsbedürftiger blinder Kinder und pflegebedürftiger älterer mittelloser Menschen festschreibe. „Wenn es darum geht, dem Stifterwillen gerecht zu werden, ist das Diakonische Werk für Frankfurt am Main für uns stets ein verlässlicher Partner.“ Dessen Vorsitzender Dr. Michael Frase erklärte, dank der Stiftung stehe die Pädagogische Frühförderung modellhaft für das Wachsen einer innovativen Idee hin zu einer erfolgreichen Einrichtung. „Schließlich hat die Praxis eindeutig gezeigt, dass auch Kinder mit geringen Sehfähigkeiten ein visuelles Entwicklungspotenzial besitzen“.

Kompetente Hilfe in vertrauter Umgebung

Um dieses zu fördern, besuchen Mitarbeiterinnen der Frühförderung die Kinder zu Hause oder in der Kindertagesstätte und erzeugen durch spezielle Spielmaterialien eine Umgebung, welche die Seh-Entwicklung anregt und eigene Kräfte mobilisiert. „Dazu“, erklärt Katrin Bange, „dienen unter anderem verschiedenste Geräte wie eine ‚Light-Box’ mit Licht- und Farbeffekten oder Diaprojektoren.“ Ziel sei, die Wahrnehmung mit allen Sinnen zu schulen und so die gesamte Persönlichkeit zu stärken. Beratung von Eltern und Erzieherinnen gehöre ebenso zu den Kernaufgaben wie eine intensive Zusammenarbeit mit Therapeuten oder Krankengymnastinnen. „Dass wir ins Haus kommen, ist ein großer Vorteil, denn wir erleben Kinder und Eltern in ihrer vertrauten Umgebung“, betont die Fachfrau und ergänzt: „Für die Familien, die meist Monate mit Warten und Bangen zugebracht haben, ist Hilfe von außen immens wichtig.“ Und die ist oftmals lange von Bestand. Denn die Pädagogische Frühförderung fördert die Kinder auf Wunsch bis zum Schuleintritt. Eltern können direkt Kontakt mit der Einrichtung aufnehmen, deren Einsatzgebiet über Frankfurt hinaus bis in den Odenwald reicht. Voraussetzung ist eine ärztliche Bescheinigung über die Sehbehinderung.

Gassen Stiftung gewährleistet Kontinuität

Die Hermann und Katharina Gassen Stiftung unterstützt die Pädagogische Frühförderung seit Beginn ihrer Arbeit vor 24 Jahren durch Fahrzeuge oder Materialien. Die Summe der Fördermittel addiert sich mittlerweile auf 1,47 Millionen Euro. Die vom Frankfurter Schumacher Hermann Gassen im Jahre 1970 gegründete Stiftung engagiert sie sich außerdem für die Stiftung Blindenanstalt oder das Hospital für palliative Medizin in der Rechneigrabenstraße. Bedürftige Frankfurter Seniorinnen und Senioren erhalten über die Frankfurter Sozialrathäuser zudem finanzielle Zuwendungen. „Stiftungen ermöglichen kontinuierliche Hilfe über einen sehr langen Zeitraum hinweg, weil der Kapitalgrundstock erhalten bleibt oder sogar wächst“, betont Hans Peter Meyer vom Stiftungs- und Nachlassmanagement der Frankfurter Sparkasse von 1822, welche die Stiftung verwaltet. Neben der Familie Gassen dankte Meyer auch den zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern, die immer wieder „zustiften“, etwa indem sie Liegenschaften oder Erbschaften in die Stiftung einbringen.

Je früher, desto besser

Für Kunden sei es zunehmend attraktiv, auf diese Weise langfristig und nachhaltig Gutes zu tun, anstatt sich nur punktuell zu engagieren, erklärt Meyer und Herbert Pfennig ergänzt: „Das müssen keinesfalls nur Menschen mit einem großen Kapital sein“. Bei der Gassen-Stiftung leiste jeder Zustifter einen entscheidenden Beitrag, dass die Pädagogische Frühförderung auch in Zukunft den steigenden Bedarf abdecken kann. „Wir fördern immer mehr Kinder, die sehr jung und oftmals unter einem Jahr alt sind“, betont Bange und wertet dies als ein sehr gutes Zeichen, denn: „Je eher die Förderung beginnt, umso größere Erfolge können wir erzielen.“ Früher, erinnert sich Frase, habe man Kinder mit einer Sehschwäche stets angehalten, die Augen zu schonen. „Heute jedoch weiß man ganz im Gegenteil, dass es vor allem auf eines ankommt: intensives Training.“


Weitere Informationen zur Pädagogischen Frühförderung für blinde und sehbehinderte Kinder erhalten Sie hier

18.08.2006

Wohngemeinschaft für Demenzkranke

Wohngemeinschaft für Demenzkranke hat Plätze frei

Modellprojekt bietet neues Zuhause in vertrauter Umgebung

In der Wohngemeinschaft für Demenzkranke des Diakonischen Werkes leben alte Menschen weitgehend selbstbestimmt und sicher wie in einer Familie. Das 2004 gestartete Modellprojekt für Demenzkranke in der ehemaligen McNair-Kaserne in Frankfurt-Höchst hat zwei Plätze frei. Eine Wohngemeinschaft kann eine alternative Lebensform zur eigenen Wohnung und zu Alten- und Pflegeheimen sein. Dabei stehen individuelles Wohnen in einem normalen Wohnumfeld und individuelle Betreuung rund um die Uhr im Vordergrund.

Jeder Bewohner bezieht sein selbst möbliertes Einzelzimmer, in dem wichtige Erinnerungsstücke Platz haben. Familiäre Strukturen sorgen für ein hohes Maß an Lebensqualität und ein vertrautes Umfeld bis ans Lebensende.

Interessierte wenden sich an:

Annette Fitschen, Projektleitung,
Telefon 069 92105 6643,
E-Mail: annette.fitschen@ervffm.de

Weitere Informationen zu den Wohngemeinschaften Demenz erhalten Sie hier

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