Meldungen 2008



03.12.2008

Weißfrauen Diakoniekirche

Brunch für Menschen ohne Wohnung

Fünf-Sterne-Frühstück des Le Meridien Parkhotels

Ein Fünf-Sterne-Frühstück servierten 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Le Meridien Parkhotels am Samstag, dem 29. November 2008, in der Weißfrauen Diakoniekirche und machten somit 120 Gästen aus dem Bahnhofsviertel eine große Freude. "Ein Brunch für Menschen ohne Wohnung wie im Grand Hotel", das war die Idee von Hotelmanager Jan Willem Roenhorst und seinem Team für den diesjährigen Community Day.

[Foto: Oliver Tamangini]

02.09.2008

Weißfrauen Diakoniekirche

Henning Scherf liest aus seinem anregenden und mitreißenden Buch „Grau ist bunt - was im Alter möglich ist“

Autorenlesung in der Weißfrauen Diakoniekirche Frankfurt

Henning Scherf hat sich wie wenige andere mit diesen Fragen auseinandergesetzt. Er erzählt in diesem Buch davon, wie seine Großeltern und seine Eltern alt geworden sind und wie er selbst alt werden will. Der großen Angst vor dem eigenen Altern und der Panik vor einer immer älter werdenden Republik stellt er ein ganz neues Altersbild entgegen. Und eine alternative Lebensform, die er selber in seiner Alters-WG praktiziert. Er ist überzeugt: Wir müssen die Trennung zwischen Alt und Jung aufheben, die starre Abfolge von Ausbildung – Arbeit – Ruhestand auflösen und Vereinsamung verhindern. Wir müssen zu einem neuen Miteinander finden, aber auch die eigene Sterblichkeit akzeptieren. Die Veränderungen, die sich durch das Altern ergeben, bergen viele neue Chancen. In seinem ebenso persönlichen wie politischen Buch zeigt Henning Scherf, wie wir sie nutzen können.

Henning Scherf (69) war bis 2005 Bürgermeister von Bremen. Er lebt mit seiner Frau Luise in der wohl berühmtesten Wohngemeinschaft Deutschlands.

Statt Eintrittsgeld werden Spenden erbeten für das Kulturzentrum „Haus der Drei Welten“ in Frankfurts Partnerstadt Granada - Nicaragua

Mittwoch, den 17. September 2008 um 16 Uhr
Weißfrauen Diakoniekirche Frankfurt
Gutleut- Ecke Weserstraße

27.08.2008

Diakonisches Werk für Frankfurt am Main

„Evangelische Hauskrankenpflege hat Zukunft“

Diakoniestationen gGmbH feierte „10 Jahre Dienst im Sinne Christi als gemeinnützige GmbH“ / Urkunde für Zertifizierung nach DIN-EN-ISO-9001 überreicht

Doppelten Grund zum Feiern hatte am Freitag, dem 15. August, die Diakoniestationen gGmbH. Denn neben dem 10-jährigen Jubiläum stand bei einer Festveranstaltung im Evangelischen Pflegezentrum in der Battonnstraße die Zertifizierung nach DIN-EN-ISO-9001 im Focus. Rainer Trost vom TÜV Saarland überreichte die Zertifizierungsurkunde an Geschäftsführer Helmut Ulrich, der auf den intensiven Qualitätsmanagement-Prozess in der Einrichtung verweist: „Um Qualität tatsächlich zu sichern und auszubauen, bedarf es einer regelmäßigen Überprüfung der eigenen Arbeit. Das geschieht einerseits durch obligatorische Pflegevisiten und andererseits über ein effizientes Beschwerdemanagement“. In die Qualitätsentwicklung seien alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktiv einbezogen. „Unter anderem wirken sie bei der Festlegung der unternehmensspezifischen Standards mit und werden regelmäßig fortgebildet.“
Die Vorstandsvorsitzende des Evangelischen Regionalverbandes, Pfarrerin Esther Gebhardt, hob die Bedeutung der ambulanten Krankenpflege für die evangelische Kirche in Frankfurt hervor. Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, insbesondere Pflegedienstleiterin Daniela Höfler-Greiner, dankte sie für das große Engagement. Dr. Michael Frase, Aufsichtsratsvorsitzender und Leiter des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main, nannte die wirtschaftliche Entwicklung der gemeinnützigen GmbH und insbesondere die Entscheidung für das Pflegezentrum in der Battonnstraße eine „Erfolgsgeschichte“. Die Evangelische Hauskrankenpflege habe Zukunft, betonten sowohl er als auch Gebhardt.
Grußworte zum Jubiläum, das unter dem Motto „2000 Jahre im Dienste Christi – 10 Jahre als gemeinnützige GmbH” stand, sprachen auch die Vorsitzende des Diakonieausschusses der Regionalversammlung und langjährige Vorsitzende des Beirates der Diakoniestation Dornbusch, Oda Düttmann sowie Pfarrer Martin Barschke, Projektleiter Zukunftssicherung der Diakoniestationen beim Diakonischen Werk in Hessen und Nassau. Torsten Dietz, Kraftfahrzeughändler aus Karben und langjähriger Geschäftspartner der Diakonie, überreichte einen Scheck über 1.000 Euro an die Einrichtung, die bereits kurz nach Gründung der gGmbH mit dem Qualitätsmanagement begann: Unternehmensstrukturen und Abläufe wurden systematisch auf Effektivität und Effizienz geprüft und angepasst, um so Qualität kontinuierlich zu verbessern. Eine wichtige Voraussetzung, so Ulrich, seien Fachkräfte. „Bei uns haben 2 von 3 Mitarbeitern eine qualifizierte Ausbildung, etwa als Krankenschwester oder Altenpfleger“.
Wie der Geschäftsführer weiter ausführte, gehe es darum, den gesamten ambulanten Pflegebetrieb der Evangelischen Hauskrankenpflege sowie die anderen Dienstleistungsbereiche so zu organisieren, dass die Arbeit in jeder Hinsicht transparent und nachvollziehbar sei. „Die gesetzliche Verpflichtung für Ambulante Pflegedienste, ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement nachzuweisen, ist für uns keine lästige Pflicht, vielmehr betrachten wir Qualitätssicherung und -weiterentwicklung als Teil unserer Verantwortung gegenüber Pflegebedürftigen und deren Angehörigen.“ Die Zufriedenheit der Kunden ermittle man unter anderem mit Befragungen.
Für den Samstag hatte die Diakoniestationen gGmbH zu einem Tag der offenen Tür in die Battonnstraße eingeladen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gaben vielfältige Informationen zur Evangelischen Hauskrankenpflege, zum Diakonischen Betreuungsdienst, zu den Projekten „Chronische Wunden“ und „Dementiell und psychisch Erkrankte“ sowie zu den Wohngemeinschaften für dementiell Erkrankte. Bei einem persönlichen Gesundheits-Check ließen zahlreiche Besucherinnen und Besucher Blutzucker- und Blutdruckwerte sowie ihren Body-Mass-Index ermitteln.

[Jörn Dietze]

21.08.2008

Kindertagesstätten

Merkel fordert mehr Investitionen in Bildung

Kanzlerin besuchte Kita der Evangelischen Friedensgemeinde in Frankfurt

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am 21. August zum Auftakt ihrer „Bildungsreise“ durch Deutschland die Kindertagesstätte der Evangelischen Friedensgemeinde in Frankfurt am Main (Foto) und die Evangelische Fachhochschule (EFH) in Darmstadt besucht. In der EFH forderte sie mehr Investitionen in Bildung. Besonders in der frühkindlichen Erziehung müssten neue Wege gegangen werden, so Merkel. Eine der Zukunftsfragen betreffe die Qualifizierung der Erzieherinnen und Erzieher.

Bei ihrem Besuch im Kindergarten der Evangelischen Friedensgemeinde appellierte die Kanzlerin an die Länder, gemeinsam Lösungen für Bildungsdefizite zu finden. „Von den Ländern erwarte ich eine kreative Umsetzung der Bildungsziele“, sagte Merkel. Auch der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) bezeichnete die Bildungspolitik als eine der zentralen Zukunftsfragen und begrüßte eine Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern in der Bildungspolitik. „In Zuständigkeitsfragen werden wir aber stur sein“, betonte er. Hessen sei bundesweit Vorreiter mit einem einheitlichen Erziehungsplan von der Geburt bis zum zehnten Lebensjahr.

Eine bessere Qualifikation der Erzieherinnen und Erzieher ziehe aber auch höhere Personalkosten nach sich, gab Koch zu bedenken. „Dann kollabieren alle Kommunen Deutschlands finanziell.“ Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Peter Steinacker stellte ebenfalls die Frage nach der angemessenen Bezahlung besser qualifizierter Pädagogen. „Wir wollen als Kirche unseren Teil dazu beitragen“, kündigte er an.

Merkel hatte zuvor bei ihrem Besuch in dem Frankfurter Kindergarten das dortige Sprachförderprogramm für Kinder gelobt. Das Alter zwischen drei und sechs Jahren sei das „schönste Alter“, in dem man Kinder begeistern könne, zitierte Merkel eine Erzieherin. Kindertagesstätten müssten Eltern in ihre Arbeit einbeziehen, forderte Merkel. Der Beruf der Erzieherin müsse zudem „attraktiver gemacht werden“.

Die Kindertagesstätte der evangelischen Friedensgemeinde zeichnet sich durch die Sprachförderung von Kindern aus Einwandererfamilien aus. Im Rahmen des Projekts „Frühstart“ werden Erzieherinnen fortgebildet, die Kindern Deutsch vermitteln sollen. Mehrsprachige Elternbegleiter beraten Migranten bei der Sprachförderung für ihre Kinder.

Die Informationsreise der Bundeskanzlerin umfasst zwölf Stationen in zehn Bundesländern. Dabei will sich Merkel ein umfassendes Bild vom deutschen Bildungssystem verschaffen. Die Reise mündet am 22. Oktober in einen „Bildungsgipfel“.

[(epd, 26.8.2008)]

17.06.2008

Weißfrauen Diakoniekirche

Die Jahressuppe und Ausstellungseröffnung am 20.6.2008

ANDREAS EXNER stellt aus: BITTEDANKE

ANDREAS EXNER stellt aus

Eröffnung am Freitag, 20.06.08, 19.00 Uhr mit einer Einführung von Dr. Burkhard Brunn

In dieser Saison inszeniert der Frankfurter Künstler Andreas Exner unter dem Titel BITTEDANKE fünf Arbeiten aus seinem bisherigen Werkschaffen in der Weißfrauen Diakoniekirche.
Die Arbeiten des deutschen Künstlers Andreas Exner hängen an der Wand genauso wie ein gemaltes Bild. Der Künstler beabsichtigt, dass diese Verbindung vom Betrachter gemacht wird, denn seine Wahl eines ganz alltäglichen Kleidungsstückes, "zugenäht" mit einem ähnlich gefärbten Stück Stoff, kann als eine Intervention in der historischen Flugbahn der monochromen Malerei (Ellsworth Kelly, Richard Tuttle und Blinky Palermo werden alle auf die ein oder andere Art in diesen Arbeiten "zitiert") verstanden werden. Indem er die Malerei von Fragen der Komposition, den Auswüchsen der Subjektivität und dem Unterschied zwischen Farbe und Untergrund sowie dem schwer greifbaren metaphysischen Aspirationen befreit.
Weitere Informationen zu Andreas Exner unter www.andreasexner.net

Ab 20.00 Uhr: Die Jahressuppe
Das philosophische Reisebüro veranstaltet gemeinsam mit la cuisine brute 2008 das kunstinterventionistische Projekt "die Jahressuppe". 366 Tage lang wird in 10 verschiedenen europäischen Ländern eine einzige Suppe von 366 Personen gekocht, obwohl täglich eine andere Suppe serviert wird. Am 12. Februar 2008 begann die Suppe im MAK, Museum für angewandte Kunst, Wien zu kochen. Ab diesem Tag wandert ein Rest der flüssigen Suppe ein Jahr lang täglich von Küche zu Küche, um als Basis für die jeweils nächste Suppe zu dienen.
Am 20. Juni macht die Jahressuppe ihre Station in der Weißfrauen Diakoniekirche – mitten im Frankfurter Bahnhofsviertel.
Weitere Informationen zur Jahressuppe unter www.philosophisches-reisebüro.net

Ausstellungsdauer 20.06.08 bis 29.08.08
Öffnungszeiten Mo bis Fr 12 bis 16 Uhr

Weißfrauen Diakoniekirche
Weser- Ecke Gutleutstraße

16.06.2008

Zentrum für Frauen

"Kleider machen Leute" gilt nicht nur für Manager

Mit einer Sammlung von hochwertiger Berufskleidung in zwei Frankfurter Bankhäusern startete am 6. Juni die neue ModeKreativWerkstatt des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main.

Edle Anzüge, seidene Krawatten, chice Kostüme. Was an diesem Freitagvormittag auf den Kleiderstangen im 57. Stock des Frankfurter Messeturmes hängt, würde auf den ersten Blick wohl niemand für das Ergebnis einer Kleidersammlung halten. Doch die Textilien sind "Second Hand" - gespendet von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Investmentbank "Goldman Sachs". "Die Kleidung zum Job" nennt sich ein Projekt, mit dem das Unternehmen gemeinsam mit „Citi" die neue ModeKreativWerkstatt der Frankfurter Diakonie unterstützt. „An zwei Tagen sammeln wir gezielt hochwertige Kleidung für das Berufsleben und haben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ermuntert, wieder einmal ihre Kleiderschränke zu durchforsten", erklärt Janina Boyers von der "Goldman Sachs" Unternehmenskommunikation.

Individuell zugeschnitten

Angesiedelt ist die ModeKreativWerkstatt im Zentrum für Frauen am Alfred-Brehm-Platz, die Zielgruppe jedoch geht weit über die Nutzerinnen der Einrichtung hinaus. Karin Kühn, Leiterin des Zentrums, erklärt die Abläufe: „Ein ,KreativTeam' aus vier Frauen verändert unter professioneller Anleitung einer Maßschneiderin hochwertige Second-Hand-Kleidung kreativ und schneidet sie auf individuelle Bedürfnisse zu.“ Profitieren sollen Frauen und Männer, die für den Beruf angemessene Kleidung benötigen, jedoch keine ausreichenden finanziellen Mittel haben. „Auch für Vorstellungsgespräche und Vorsprachen bei Ämtern und Behörden ist das hochrelevant", so Joachim Otto, Arbeitsbereichsleiter Beschäftigung und Qualifizierung beim Diakonischen Werk für Frankfurt am Main. Das Projekt unterstütze Frauen und Männer, Selbstsicherheit zu gewinnen und motiviere sie, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. "In diesem Kontext arbeitet die ModeKreativWerkstatt begleitend zur Wiedereingliederung in das Berufsleben im Rahmen von Hartz IV- Arbeitsgelegenheiten."


Engagiertes Frauen-Netzwerk

„Die Ideen der Modekreativwerkstatt leben", sagt Heidi Markert begeistert. „Die Leute bekommen nicht irgendetwas in die Hand gedrückt, sondern werden individuell beraten und erhalten ein Kleidungsstück passgenau zugeschnitten." Die Controllerin ist Teil eines Frauen-Netzwerkes bei „Goldman Sachs", das den Kontakt zum Diakonischen Werk für Frankfurt am Main knüpfte und auch „Citi" als Partner gewinnen konnte. „Wir freuen uns, auf diese Weise den Startschuss für ein bisher einzigartiges Projekt geben zu können", bekräftigt Stephanie Kirbach, Director bei „Citi". Janina Boyers weist auf die wichtige Rolle hin, die gute Kleidung für das Selbstvertrauen spielt: „Jeder kennt das: Wenn man gut gekleidet auf die Straße geht, ist das ein ganz anderes Gefühl, als wenn man weiß, dass etwas nicht richtig sitzt." Und das habe schließlich Auswirkungen auf das gesamte Auftreten.

Breite Zielgruppe

Karin Kühn kann das bestätigen: „Kleider machen Leute - das alte Sprichwort gilt heute keinesfalls nur für Manager, sondern in vielen gesellschaftlichen Bereichen mehr denn je." So werde in fast allen beruflichen Kontexten ein gepflegtes Aussehen erwartet oder vorausgesetzt. In den vier Einrichtungen des Zentrums hat Kühn daher einen stark steigenden Bedarf festgestellt – „vor allem bei Frauen, die sich um eine Ausbildung bemühen oder einen Widereinstig in den Beruf anstreben." Doch nicht nur sie werden von dem neuen Angebot profitieren. Eine wichtige Zielgruppe, so Joachim Otto, seien die zurzeit über 200 Frauen und Männer, die durch das Diakonische Werk in gemeinnützige Arbeitsgelegenheiten in kirchlichen und diakonischen Einrichtungen vermittelt werden. „Man darf nicht vergessen, dass heute auch sehr hochqualifizierte Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Und für die Berufe, in die sie wieder einsteigen möchten, benötigen sie Kleidung, die sie mit ihren finanziellen Möglichkeiten oftmals nicht erwerben können."

Ohne Druck Fähigkeiten erproben

Insgesamt, so Otto, werde die ModeKreativWerkstatt unterschiedlichen Bedarfslagen gerecht. Denn auch das KreativTeam profitiere. „Als Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekt hilft die ModeKreativWerkstatt den Frauen beim Wiedereinstieg in das Berufsleben." Sie verpflichten sich, regelmäßig teilzunehmen und erhalten einen Stundensatz von 1 Euro 50. „Auch Frauen mit geringer Belastbarkeit sollen Erfolge erzielen, die motivieren und zu weiteren Entwicklungsschritten ermutigen", betont Karin Kühn und ergänzt: „Die Teilnehmerinnen haben die Möglichkeit, Fähigkeiten und kreatives Potenzial ohne zeitlichen Druck zu entdecken und zu erlernen." Nicht zuletzt solle dies Interesse an einer Weiterqualifizierung im Bereich Textil wecken oder gar dazu motivieren, eine entsprechende Ausbildung zu beginnen.

Hervorragende Resonanz

Mittelfristiges Ziel der Verantwortlichen ist eine Ausweitung des Projekts. So kann sich Otto zum Beispiel eine ganze Modeetage mit Farb- und Stilberatung vorstellen. Zunächst jedoch wolle man den Bedarf genau beobachten. „Wenn wir wissen, welche Kleidungsstücke besonders gefragt sind, können wir bei weiteren Sammlungen gezielt Schwerpunkte setzen", pflichtet Janina Boyers bei. Über die gute Resonanz bereits am frühen Freitagvormittag ist sie ebenso wenig verwundert wie ihre Kollegin Antje Hanisch, die den Kleiderständer gerade um einige Stücke aus ihrem Schrank bereichert: „Wenn man weiß, dass die Kleidung nicht kommerziell vermarktet oder zu Putzlappen verarbeitet wird, ist man auch mal bereit, etwas weiterzugeben, an dem Herz und Erinnerungen hängen", resümiert die „Goldman Sachs"-Stabsmitarbeiterin. Die ModeKreativWerkstatt sei schließlich ein Garant, dass ein hochwertiges Kleidungsstück gezielt dem Menschen zugute komme, der es benötige.

Foto: von links nach rechts: Heidi Markert, Controllerin Goldmann Sachs, Joachim Otto, Diakonie Frankfurt Arbeitsbereichsleiter Beschäftigung und Qualifizierung, Janina Boyers, Kommunikation Goldmann Sachs

11.06.2008

Soziale Stadt

Beim „March on Washington” hautnah dabei

Zeitzeugin von Martin Luther King sprach in der Frankfurter Nordweststadt

Gebannt lauschten die Zuhörer in der Frankfurter Nordweststadt am vergangenen Mittwochnachmittag den Ausführungen von Marie Davenport-Schneider, als sie von ihrer Begegnung mit Martin Luther King berichtete. Hautnah hatte sie im Jahre 1963 den „March on Washington“ miterlebt, bei dem Martin Luther King vor dem Lincoln Memorial seine berühmte Rede „I have a Dream – Ich habe einen Traum“ hielt. Das Treffen mit der Zeitzeugin fand im Rahmen einer Kulturwoche anlässlich des 40. Todestages des schwarzen Baptistenpastors und Bürgerrechtlers statt. Organisiert wurde es vom Nachbarschaftsbüro des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main und der Evangelischen Dietrich Bonhoeffer Gemeinde.


Beim „March on Washington“ hatten am 28. August 1963 über 250.000 Menschen friedlich „für Arbeit und Freiheit“ demonstriert - unter ihnen 60.000 Weiße. Mit dem Marsch wollte King in der Hauptstadt für die Probleme der Schwarzen sensibilisieren. Gleichzeitig sollten konservative Politiker zum Einlenken bezüglich einer Gesetzesvorlage bewegt werden, die Präsident Kennedy als Reaktion auf die anhaltenden Demonstrationen für Gleichberechtigung dem US-Kongress vorgelegt hatte. Das Gesetz zur landesweiten Gleichberechtigung von Schwarz und Weiß wurde dann im Folgejahr verabschiedet. Davenport-Schneider bezeichnete den „March on Washington“ als das wichtigste Ereignis in ihrem Leben. Eine Medaille mit dem Konterfei von Martin Luther King aus dieser Zeit trägt sie bis heute um den Hals. Davenport Schneider setzt sich für eine Martin-Luther-King-Gedenkstätte in den USA ein und sammelte dafür auch in der Nordweststadt Spendengelder. Besonders beeindruckt zeigten sich viele Teilnehmer vom Abschluss der Veranstaltung, als sie gemeinsam mit der Zeitzeugin das für die Bürgerrechtsbewegung so wichtige Protestlied „We shall overcome“ anstimmten.


Die Kulturwoche bot vom 1. bis zum 8. Juni eine Vielzahl von Veranstaltungen, Herzstück war eine Ausstellung mit Videoinstallation in einem der Zelte im Martin-Luther-King-Park. Gemeinsam mit seiner Frau Dr. Elisabeth Gebhardt-Jaekel hatte der Künstler Uli Jaekel Fotos und Texte zusammengestellt, die Kings Lebensweg vom Sklavenabkömmling zum angesehenen Pastor nachzeichneten. Das Motto der Kulturwoche “Er kämpfte für Toleranz” prangte während der Zeit auch auf Frankfurter Linienbussen. Organisiert wurde die Kulturwoche vom Nachbarschaftsbüro des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main und zahlreichen Organisationen und Initiativen aus dem Stadtteil.

[Jörn Dietze]

04.06.2008

Soziale Stadt

Martin Luther King – auch Vorbild für aktive Nachbarschaft

Eröffnung der Kulturwoche am 1. Juni

Die Stimmgewalt des Gospelchors der Atterburry-Chapel zeigt Wirkung. Von allen Seiten kommen sie herangeeilt: Spaziergänger, Radfahrer, Inline-Skater bleiben stehen, swingen und klatschen mit. Ein Blick auf die Menschenmenge im Martin-Luther-King-Park lässt keinen Zweifel, dass es heute um kulturelle Vielfalt geht. Mit begeisterten und würdevollen Klängen startet eine Woche, die auf ganz unterschiedliche Weise das Leben eines Mannes beleuchtet, der wie kaum ein anderer für Toleranz und Gewaltfreiheit steht: Martin Luther King. „Er ist ein bedeutender Kirchenmann mit einer politischen Botschaft, die uns immer wieder neu bewegt“, betont der Leiter des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main, Dr. Michael Frase, und stellt sogleich aktuellen Bezug her: „Martin Luther King hat es geschafft, Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen – genau darum geht es auch beim Projekt ,Aktive Nachbarschaft’.“ Es gelte, Kings Gedanken auch in der Nordweststadt umzusetzen. „Wertschätzung, Gemeinschaft und Aktivierung sind entscheidende Schlagworte.“

Ein Stadtteil wird aktiv

Mit dem Programm „Aktive Nachbarschaft“ möchte die Stadt Frankfurt am Main die Lebensbedingungen in Stadtvierteln verbessern und das Miteinander – auch von unterschiedlichen Kulturen - stärken. Dabei kooperiert sie eng mit verschiedenen Trägern sozialer Arbeit. „Wir verstehen uns als Institution, die das Leben im Stadtteil aktiviert“, erklärt Annette Püntmann, Quartiersmanagerin im Nachbarschaftsbüro. Nachdem sie in der Karl-Kirchner-Siedlung in Frankfurt Preungesheim bereits erfolgreich am Projekt „Soziale Stadt – Neue Nachbarschaften“ beteiligt war, übernahm die Diakonie vor drei Jahren die Trägerschaft in der Nordweststadt, wo in den letzten Jahrzehnten einschneidende Veränderungen stattfanden: So hatte der Anteil der Bewohner mit ausländischer Staatsangehörigkeit 1970 lediglich drei Prozent betragen, während er 1996 bereits auf ein Viertel angewachsen war. Das Quartiersmanagement arbeitet präventiv, fördert integrative Projekte und bildet Bewohnerinnen und Bewohner zu Nachbarschaftsvermittlern aus, die in Konfliktfällen als Mediatoren zur Verfügung stehen. Insgesamt gehe es darum, Menschen anzustoßen, sich kennen zu lernen und aufeinander zuzugehen, so Püntmann. Wie gut ihr das bereits gelungen ist, verdeutlicht die Kulturwoche, an der sich eine Vielzahl an Organisationen und Initiativen beteiligt: So sorgt der „Internationale Verein für Kinder und ihre Familien“ bei der Eröffnung für kulinarische Genüsse. Am Montag dann organisieren Frauen aus der Nordweststadt einen orientalischen Basar, bevor am Dienstag Klassen der Ernst-Reuter-Schule II und einen Tag später die Evangelische Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde das Programm gestalten. Einen besonderen Höhepunkt gibt es am Mittwoch um 17 Uhr, wenn Marie Davenport-Schneider als Zeitzeugin von ihrer Begegnung mit Martin Luther King berichtet.

„Träume können Ziele werden“

Mit von der Partie sind zudem das „Netzwerk Nordweststadt“, der Eine Welt Laden, die Arbeiterwohlfahrt (AWO) sowie die Vereine „Brücke 71“, „Freunde des Schwarzen Meeres“ und „KOMPAS“. Stadträtin Elisabeth Haindl lobt den hohen Einsatz des Quartiersmanagements und verweist auf unterschiedlichste Potenziale, die bei Bewohnerinnen und Bewohnern im Stadtviertel geweckt worden seien: „Durch die Arbeit ist viel ehrenamtliches Engagement entstanden – über Nationalitäten und Altersgrenzen hinweg“. Auch der in der Nordweststadt aufgewachsene HipHop Musiker D-Flame wendet sich an die Menge, die sich in seinem „Lieblingspark“ versammelt hat: Anknüpfend an die berühmte Rede „I have a dream - Ich habe einen Traum“, fordert er dazu auf, Kings Visionen am Leben zu erhalten: „Träume können Ziele und schließlich Realität werden. Es liegt an uns“, bekräftigt der überregional bekannte Künstler und nimmt dabei insbesondere Eltern in die Pflicht, „Kinder ohne Grenzen in ihren Köpfen zu erziehen.“

Ein großes Vorbild - auch für Frankfurt

Immer wieder geht es um den viel beschworenen „amerikanischen Traum“, den James Seward von Martin Luther King weitaus besser verstanden sieht, als von den meisten Mitmenschen seiner Zeit: „Kings Leben steht für die Verwirklichung des Versprechens, das die Gründer der Vereinigten Staaten in der ‚Declaration Of Independence’ gegeben haben“, betont der Leiter der Presse- und Kulturabteilung im Amerikanischen Konsulat Frankfurt, „es geht darum, dass alle Menschen gleich geschaffen sind und unveräußerliche Rechte haben.“ Dass ein Schwarzer heute Chancen habe, zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt zu werden, sei ein Fortschritt, der unmittelbar auf Kings Wirken zurückzuführen sei. Seward verdeutlicht die neue Bedeutung, die King dem Begriff „Kampf“ gegeben habe: „Seine Erfolge beweisen, dass die Taktik des Gewaltlosigkeit die richtige ist.“ Er hoffe inständig, „dass sich in unseren modernen Gesellschaften noch mehr Gruppen, die um ihre Rechte kämpfen, King zum Vorbild nehmen.“

Linienbusse mit starker Botschaft

Vergangenheit und Gegenwart verbindet auch eine Ausstellung, die täglich in einem der beiden Zelte zu sehen ist. Uli Jaekel und Dr. Elisabeth Gebhardt-Jaekel haben Fotos und Texte zusammengestellt, die Kings Lebensweg vom Sklavenabkömmling zum angesehenen Pastor nachzeichnen und sich mit seinen gewaltfreien Aktionen ebenso beschäftigen wie mit dem Klima von Angst, Fanatismus und Rassenhass, das der Bürgerrechtsbewegung entgegenstand. Ein Videofilm kombiniert historische Bilder mit aktuellen Szenen aus dem multikulturellen Alltag in der Nordweststadt. „Das holt Martin Luther King aus dem Mausoleum des Gedenkens heraus“, betont Uli Jaekel und verweist auf den unmittelbaren Bezug zum Ort des Geschehens: Auf dem Gelände einer alten Ziegelei war der Martin Luther King Park in den 60er-Jahren von amerikanischen Soldaten gebaut und unmittelbar nach der Ermordung Kings nach ihm benannt worden. Ulrich Schaffert, Pfarrer der Dietrich Bonhoeffer Gemeinde wünscht sich, dass die Grünanlage in Zukunft - etwa durch die feste Einrichtung eines Cafes - noch mehr zu einem „Ort der Kommunikation“ wird. Bis zum nächsten Sonntag immerhin seien intensive Gespräche und Diskussionen garantiert, bekräftigt Dr. Frase. Dass das Motto der Kulturtage, „Er kämpfte für Toleranz - wir sind auf dem Weg“, auch auf Linienbussen der Frankfurter Verkehrsgesellschaft prangt, freut ihn besonders: „So wird eine starke Botschaft in das Stadtquartier und darüber hinaus getragen.“
Programm der Kulturwoche als PDF

[Autor: Jörn Dietze; Fotos: Thomas Rohnke]

04.06.2008

Diakonisches Werk für Frankfurt am Main

So sehen ökumenische Sieger aus

Diakonie und Caritas erreichen den 2. Platz beim 8. Liga-Fußball-Cup Turnier

Nicht nur Fußballer fiebern jährlich dem legendären Liga-Cup entgegen, an dem Wohlfahrtsverbände, gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaften, Jugend- und Sozialamt sowie Stadtschulamt teilnehmen. Auch zahlreiche Fans unterstützen die sportlichen Spitzenleistungen ihrer Kollegen. Zum 8. Mal fand am 30. Mai in Fechenheim das sportliche Highlight statt. 8 Mannschaften sind angetreten und haben ihre Fans begeistert. Das Team des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main und des Caritasverbandes Frankfurt e.V. gehört zu den Siegern. Super.

30.05.2008

Soziale Stadt

Kulturwoche 1. bis 8. Juni:
„I have a dream“ - Martin Luther King

Er kämpfte für Toleranz - Wir sind auf dem Weg dahin

Zum 40. Mal jährt sich der Todestag von Martin Luther King. Am 4. April 1968 wird er in Memphis, Tennessee, von einem weißen Attentäter erschossen.

Martin Luther King gehört zu den herausragenden Persönlichkeiten seiner Zeit. Wer kennt nicht seinen Satz „I have a dream“. Er kämpft für Toleranz und Gewaltfreiheit. Seine Botschaft ist heute so aktuell wie damals.

Die Kulturwoche befasst sich mit seinem Leben und gesellschaftlichen Herausforderungen von heute. Dazu laden das Nachbarschaftsbüro des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main, Einrichtungen aus dem Stadtteil, Gemeinden und Vereine rund um die Nordweststadt herzlich ein.

Zwei Zelte im Martin-Luther-King-Park sind Mittelpunkt der Kulturwoche. Das Ausstellungszelt umfasst die Installation „Martin Luther King im Park“, das Café-Zelt dient Begegnungen, Veranstaltungen und Gesprächen bei türkischer Verpflegung.

Kinder können sich auf tolle Spiele im Park freuen. Die Betreuung ist durch die verantwortlichen Gruppen gesichert. Der Verein „Freunde des Schwarzen Meeres“ sorgt für kalte Getränke und türkische Spezialitäten.

Die Kulturwoche wird finanziert vom Frankfurter Programm – Aktive Nachbarschaft.
Sie sind herzlich eingeladen.

Programm der Kulturwoche als PDF

08.05.2008

WESER5

Frankfurter Obdachlose profitieren von künstlerischem Engagement

Das WESER5 Diakoniezentrum erhielt über 1000 Euro aus dem Erlös des Projekts „Lauf gegen die Kälte“

Einen Scheck über 1022 Euro übergab der Künstler Heinz Ratz am 30.04 an die Leiterin des WESER5 Diakoniezentrums Renate Lutz . Wofür das Geld genau verwendet werde, darüber sollten die Besucher von WESER5 nun mitentscheiden, betonte sie. Die Summe ist Teil des Erlöses aus dem Projekt „Lauf gegen die Kälte“, das Ratz gemeinsam mit seiner Musikgruppe „Strom und Wasser“ organisierte. Im letzten Winter waren die Künstler insgesamt 1000 Kilometer zu Fuß von Dortmund nach München gelaufen und hatten auf dem Weg insgesamt 30 Konzerte zugunsten von Obdachlosen gegeben. Um auch mittellosen Zuschauern den Besuch zu ermöglichen, verlangten sie keinerlei Eintritt, sammelten stattdessen jedoch Spenden für örtliche Obdachlosen-Organisationen und Projekte. Mit dem Lauf protestierte Ratz gleichzeitig gegen den zunehmenden Abbau von sozialen Einrichtungen und die Kürzungen von Sozialleistungen, die ein wachsendes Gefälle zwischen Arm und Reich zur Folge haben. Der Künstler, der 10 Bücher und 14 CDs veröffentlichte, wurde 1968 als Sohn einer Indianerin und eines Deutschen geboren und lebte unter anderem in Spanien, Peru, Saudi-Arabien, Schweiz, Argentinien und Schottland. Über ein Jahr lang war Ratz selbst obdachlos.

Das WESER5 Diakoniezentrum im Frankfurter Bahnhofsviertel hält fünf qualifizierte Hilfeangebote für wohnsitzlose Menschen unter einem Dach bereit: eine Soziale Beratungsstelle, ein Übergangswohnhaus mit Notübernachtung, Aufsuchende Straßensozialarbeit sowie einen Tagestreff, in den täglich bis zu 100 Besucher kommen.

[Jörn Dietze]

06.05.2008

Diakonisches Werk für Frankfurt am Main

Dem eigenen Leben auf der Spur - Als Pilger auf dem Jakobsweg

Lesung mit Felix Bernhard am 21.5.08 um 19 Uhr im Dominikanerkloster, Frankfurt

„Stärke wächst nicht aus körperlicher Kraft, vielmehr aus unbeugsamen Willen“ (Ghandi) – der Leitsatz mit dem sich der Bestseller-Autor Felix Bernhard auf den Weg gemacht hat: 2.500 km auf dem Jakobsweg, alleine und – im Rollstuhl. Die dabei gewonnen Erfahrung von grenzenloser Freiheit transportiert er in seinem Buch und seinen mitreissenden Lesungen.
Seit einem schweren Motorradunfall direkt nach dem Abitur vor 14 Jahren sitzt der frühere Leistungssportler im Rollstuhl. Mit dem festen Willen, seinem Leben wieder eine gewisse Normalität zu geben, hat sich Felix Bernhard auf den Weg gemacht: Studium in Freiburg und den USA, Karriere bei einem global operierenden Konzern. Auf unzähligen Kilo - metern in der Stille und Weite auf den Jakobswegen die unmittelbare Erfahrung von Freiheit, von denen er authentisch berichtet.
Felix Bernhard hat beschlossen, dass der Rollstuhl nicht gegen, sondern für ihn arbeitet. Er zeigt auf eindrückliche aber auch sehr humorvolle Weise welche Kraft und Stärke dem Willen entspringt. Er fordert uns auf mitzugehen auf dem Weg zur inneren Freiheit!
„Der Lebensmut von Felix Bernhard steckt an“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Das Buch von Felix Bernhard „Dem eigenem Leben auf der Spur“ ist im Scherz Verlag unter der ISBN 978-3-502-15093-0 erschienen.

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier

30.04.2008

WESER5

UMBAU

Der WESER5 Tagestreff wird saniert

Die Öffnungszeiten sind: Sonntag 9 bis 17 Uhr und Montag bis Donnerstag 8.30 bis 17.00 Uhr. Der Eingang Weserstraße 3 und 5 liegt an der Rückseite des Gebäudes, dazu muss man über den Hof gehen.

Die Neueröffnung des WESER5 Tagestreffs ist für August 2008 geplant.

11.03.2008

WESER5

Spenden Sie für Obdachlose

Kampagne „Sehtest“

Die Bürger einer so wohlhabenden Stadt wie Frankfurt fühlen sich meist weit weg von den Obdachlosen, fast wie in einer anderen Welt.

Die Kommunikation muss es schaffen, die Menschen darauf aufmerksam zu machen, wie nah sie die Obdachlosen in Wirklichkeit sind. Ziel ist, die Menschen zum ersten Schritt zu bewegen, Bereitschaft zur Interaktion herzustellen.
Klischeehafte Darstellungen des Elends und Appelle an das Gewissen werden jedoch kaum ausreichen, um die wahrgenommene Distanz zu überbrücken.

Die Kampagne „Sehtest“ macht den Menschen keinen vordergründigen Vorwurf.
Es ist sicher keine Absicht, wenn die Obdachlosen nicht gesehen werden, – es fehlt einfach nur die passende Sehhilfe.
Poster und Anzeigen, die eine vermeintliche Farbenblindheit zu testen vorgeben, entpuppen sich als Test für eine ganz andere Sehschwäche:
Die Obdachlosenblindheit.



Die Motive fordern dazu auf, genauer hinzuschauen: Erst auf den zweiten Blick erkennt man, was sich hinter den rot-grünen Abbildungen verbirgt. Die Empfehlung zu einem Sehtests konfrontiert die Menschen mit einen Augenzwinkern mit ihrer selbst gewählten „Sehschwäche“.
Der Verzicht auf den erhobenen Zeigefinger und drastische Darstellungen soll es den Menschen leichter machen ihr eigenes Verhalten zu überdenken, und die Bereitschaft wecken, die Obdachlosen in der Stadt zu unterstützen.

12.02.2008

Müttergenesungswerk

„Ein großer Schritt in Richtung Gesundheit“

Neujahrsempfang des Ortsausschusses für Müttergenesung in Frankfurt am Main

Der Ortsausschuss für Müttergenesung in Frankfurt am Main zieht bei seinem Neujahrsempfang positive Bilanz und möchte Frauen ermutigen, etwas für sich zu tun.

„Müttergenesung hat viel geschafft“. Marlene Rupprecht hatte Positives zu vermelden, als sie anlässlich eines Neujahrsempfangs am 1. Februar in Frankfurt am Main die vergangenen Monate Revue passieren ließ. Dass der Bundestag 2007 überparteilich und einstimmig den Teilen der Gesundheitsreform zugestimmt hat, die Müttergenesung betreffen, darf die Kuratoriumsvorsitzende der Elly Heuss-Knapp-Stiftung durchaus als Erfolg ihres außergewöhnlichen Engagements werten. Der Hintergrund: Mit der Gesundheitsreform sind medizinische Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen für Mütter und Väter zu Pflichtleistungen in der GKV umgewandelt worden. Vorher lag es im Ermessen der Kassen, die Anträge zu bewilligen. Seit 1. April 2007 müssen sie die Leistungen genehmigen, wenn die medizinischen Voraussetzungen vorliegen. In diesem Fall gilt ausnahmsweise nicht der Grundsatz „ambulant vor stationär“. Außerdem werden die Ausgaben für Mutter-/Vater-Kind-Maßnahmen zukünftig im Risikostrukturausgleich berücksichtigt. Kassen, die mehr Leistungen bewilligen und entsprechend mehr Ausgaben haben, sind nicht mehr im Nachteil gegenüber solchen, die nur wenige Vorsorge- und Reha-Maßnahmen bezahlen.

Studie belegt hohen Bedarf

Marianne Adler vom geschäftsführenden Vorstand des Landesausschusses für Müttergenesung dankte Rupprecht sowie allen Unterstützern und Schirmherrinnen für ihren großen Einsatz. „Ohne ihn wäre die erfolgreiche Arbeit der Müttergenesung so nicht möglich“, betonte die Beraterin im Arbeitsbereich Müttergenesung des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main. Anke Koch, Schirmherrin der Müttergenesung in Hessen und Frau des Hessischen Ministerpräsidenten, bekräftigte die erfreulichen Konsequenzen der neuen Regelung: „Die Zahl der bewilligten Anträge auf Mutter-Kind-Kuren ist enorm angestiegen. Bei einigen Kassen liegt sie bereits zwischen 80 und 90 Prozent“. Vor einigen Monaten hingegen sei eine Ablehnungsquote von bis zu 60 Prozent die Regel gewesen. Koch würdigte gleichzeitig das Engagement der Willy Robert Pitzer Stiftung, die auch im Jahre 2008 bedürftigen Müttern, deren Antrag endgültig abgelehnt wurde, Kuren ermöglicht. Wie nötig dies ist, belegt eine Studie des Bundesministeriums für Senioren, Frauen und Jugend, die zu dem Schluss kommt, dass der Bedarf an Unterstützung weitaus höher ist als die tatsächlich genutzten Leistungen. Die Erhebung sieht ihn bei 20 Prozent aller Mütter und 11Prozent aller Väter. Insgesamt, so die Studie, leiden in Deutschland 1,1 Millionen Mütter und 128.000 Väter an Gesundheitsstörungen. Mehr als die Hälfte der behandlungsbedürftigen Mütter und Väter gibt darüber hinaus an, dass auch ihre Kinder von mindestens einem psychosozialen Problem betroffen seien.


Beitrag zum sozialen Gemeinwesen

„Die bundesweit 1400 Anlaufsstellen bei den Wohlfahrtsverbänden sind entscheidende Türöffner. Durch sie kommen viele Frauen zum ersten Mal mit dem Hilfesystem in Kontakt“, erörterte Rupprecht. Die Frankfurter Oberbürgermeistern Petra Roth lobte in diesem Zusammenhang die hohe Kompetenz der Beraterinnen: „Ihre Arbeit trägt wesentlich zu einem sozial ausgeglichenen Gemeinwesen bei.“ Immer deutlicher werde, dass Frauen in der Gesellschaft Unterstützung benötigten. Ein Grund sei, dass sie heute oftmals verschiedene Rollen in sich vereinigten - zum Beispiel Mutter, Tochter und Großmutter - und damit überfordert seien, betonte die Schirmherrin der Müttergenesung in Frankfurt am Main. „Zahlreiche Frauen haben bei einer Kur das erste Mal seit langer Zeit überhaupt die Möglichkeit, ohne ihre Kinder zusammenzusitzen und sich in einer Gruppe auszutauschen“, konkretisiert Rupprecht.

Als eine Besonderheit von Müttergenesung stellt sie den ganzheitlichen Ansatz heraus. Die Tatsache, dass die Beratungsstellen von den fünf großen Wohlfahrtsverbänden getragen werden, bringe entscheidende Vorteile, da sie in starke Netzwerke eingebunden seien. Diese nutze man gezielt, um Frauen in ganz unterschiedlichen Problemlagen optimal zu unterstützen. „Zum Beispiel können sie unbürokratisch zu Schuldner- oder Suchtberatungsstellen weitervermittelt werden“. Die Müttergenesung in Frankfurt stehe dabei in besonderer Weise für eine gelungene Kooperation der Träger. „Hier zeigt sich, wie ein Netzwerk funktionieren kann, in das viel Power gesteckt wird.“ Auch Dr. Michael Frase bestätigt dies: „Die Arbeit ist ein hervorragendes Beispiel für sinnvolle Vernetzung und ein Konzept, das die Familien in den Mittelpunkt stellt“, so der Leiter des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main.

Gewaltproblematik tritt zutage

„Müttergenesung“, bekräftigt Marianne Adler, „holt Frauen in ihrer speziellen Situation ab und geht auf individuelle Bedürfnisse ein“. Dazu kombiniert sie verschiedene Therapie- und Unterstützungsformen. „Rückenschule alleine bringt nichts, wenn finanzielle Probleme wie Blei auf den Schultern lasten“, nennt Rupprecht ein Beispiel. Auch Gewalt in Beziehungen sei eine Problematik, die immer öfter zutage trete, hat Anke Urner von der Caritas-Familienberatung festgestellt: „Etwa ein Zehntel der Frauen, die wir beraten, leiden unter Folgen von Gewalt, zum Beispiel unter posttraumatischen Störungen“, sagt die Beraterin, die zur Zeit eine Dokumentation von Gewaltfällen erstellt. Nicht selten vermittelt sie betroffene Frauen an andere Hilfeangebote wie etwa das Zentrum für Frauen am Alfred-Brehm-Platz weiter. Doch auch, wenn keine Gewalterfahrungen vorliegen, stoßen viele Mütter an die Grenze ihrer Belastbarkeit. „Ihre Kraft reicht nicht mehr aus, um die Familie zu managen, sie sind überarbeitet, erkranken körperlich wie psychisch“, weiß Rupprecht. „Beratung – Kur – Erhalt der Gesundheit“, lauten daher die drei Elemente der therapeutischen Kette, zu der auch ein umfassendes Nachsorgeprogramm gehört. In Frankfurt am Main steht es unter dem Motto „Bewegung – Ernährung – Entspannung“ und umfasst unter anderem Yoga, Klangmassage oder auch den Workshop „Erziehen ohne Gewalt“. Das Prinzip: Hilfe zur Selbsthilfe.


Die eigene Rolle finden

„Entspannung im Sinne von ,zu sich selbst kommen’ bildet die Grundlage für alles andere“, so Angelika-martina Lebéus. Es gehe um alltagstaugliche Übungen, erklärt die Beraterin, die beim Diakonischen Werk für Frankfurt am Main für Nachsorge zuständig ist und die Schwelle bewusst niedrig hält. So liegen etwa die Kosten für eine Veranstaltung im Höchstfall bei fünf Euro inklusive Getränken, Imbiss und Kinderbetreuung. Insgesamt hat Lebéus festgestellt, dass viele Mütter sich über ihre Rolle in der Familie im Unklaren seien. „Oft mangelt es an positiven Vorbildern für die Elternrolle.“ Typisch sei, dass die Frauen nicht Nein sagen könnten oder ihren Kindern keine Grenzen setzten. „In zahlreichen Fällen“, ergänzt Rupprecht, „ist die Beziehung zwischen Mutter und Kind gestört“. Zum Beispiel, wenn Mütter nur noch die Defizite ihrer Kinder wahrnehmen könnten und die Stärken aus den Augen verlören. „Insgesamt geht es darum, Vertrauen aufzubauen“, resümiert Marianne Adler und möchte noch mehr Frauen ermutigen, etwas für sich zu tun, denn: „Wenn eine Mutter zu uns Kontakt aufgenommen hat, ist ein erster großer Schritt in Richtung Gesundheit getan.“

[Jörn Dietze]

31.01.2008

Diakonisches Werk für Frankfurt am Main

Erste Senioren Männer-WG in Frankfurt

Das Diakonische Werk für Frankfurt am Main plant eine Wohngemeinschaft für ältere allein stehende Männer mit psychosozialem Betreuungsbedarf

Bei einer Wohngemeinschaft denken viele zunächst an junge Menschen. Dabei kann diese Form des Zusammenlebens auch für Senioren attraktiv sein.

 „Eigenständiges Wohnen steht im Mittelpunkt.“ Dr. Michael Frase betont den privaten Charakter der geplanten Senioren-Wohngemeinschaft: „Nicht der Aspekt der Pflege steht im Vordergrund, sondern Assistenz“, so der Leiter des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main. Unter anderem vom Jugend- und Sozialamt erhielt die Diakonie in den vergangenen Monaten verstärkt Hinweise, dass ältere Männer von den klassischen Formen der Unterstützung immer weniger angesprochen werden. „Darauf gilt es mit Flexibilität und neuen Konzepten zu reagieren“, bekräftigt Frase, der einen Grund für die Entwicklung in der Tatsache sieht, „dass sich auch das Leben im Alter in unserer Gesellschaft immer mehr ausdifferenziert“.

Lebensführung in Gemeinschaft lernen

So seien Männer im Seniorenalter nach dem Tod ihrer Partnerin oder einer Trennung oftmals hilflos, erklärt Georg Bastian, Leiter des Arbeitsbereichs Diakonische Dienste: „Aufgrund des klassischen Rollenbildes, mit dem sie aufgewachsen sind, haben sie nie gelernt, sich eigenständig zu versorgen, den Haushalt zu organisieren oder sich selbst Mahlzeiten zuzubereiten.“ Tatsache sei, dass die Betroffenen sich in ihrer Trauer oftmals zurückzögen, vereinsamten und zu Depressionen neigten. „Das führt nicht selten zu seelischen und körperlichen Erkrankungen - in Extremfällen zu Vermüllung der Wohnung, Verwahrlosung und Selbstmordgedanken.“ Die Wohngemeinschaft ermögliche Männern daher, sich wieder in eine Gemeinschaft zu integrieren. Geplant sei eine Tagesbetreuung durch Hauswirtschaftskräfte oder Sozialarbeiter, mit deren Hilfe die Senioren eine selbstständige Lebensführung erlernten.

Zusammenarbeit mit Stadt und Stiftung

Für eine bedarfsgerechte Wohnung mit sechs bis acht Appartements  - allesamt mit eigener Dusche und WC - sowie Gemeinschaftsraum und Küche gibt es bereits Entwürfe. Hervorgegangen sind sie aus gemeinsamen Planungen mit der Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft (KEG), welche die ehemalige amerikanische Gibbs-Kaserne im Bereich Gießener Straße/ Marbachweg derzeit zu Wohnungen umbaut. Gute Erfahrungen mit einer solchen Zusammenarbeit hat das Diakonische Werk bereits beim Umbau von Räumlichkeiten der ehemaligen McNair-Kaserne in Frankfurt-Höchst für eine Wohngemeinschaft für Demenzkranke gemacht. Die KEG ist ein Unternehmen auf Grundlage eines Public Private Partnership (PPP). Darunter versteht man den Zusammenschluss von öffentlicher Hand, in diesem Falle der Stadt Frankfurt am Main, und privaten Investoren. Unterstützt wird das WG-Projekt auch von der Share Value Stiftung, die bereits 20.000 Euro als Anschubfinanzierung zugesagt hat.

Kein teurer Luxus

Dass die Senioren-WG in ein normales Wohnumfeld einbezogen sein wird, gehört zum Konzept. Ganz bewusst, so Bastian, stehe der Charakter einer Privatwohnung im Vordergrund: „Die Betreuungskräfte wohnen nicht im Haus und werden somit als Gäste wahrgenommen.“ Wer neu in die Wohngemeinschaft einziehe, darüber bestimmten die Bewohner mit, ergänzt Frase. Da der Betreuungsaufwand gemessen an klassischen stationären Projekten reduziert sei, hielten sich die Kosten für die Senioren in einem angemessenen Rahmen. „Zur Miete für das Zimmer werden monatlich etwa 600 bis 800 Euro anteilig für Betreuung dazukommen.“ Da man damit rechne, dass viele Männer aus einer größeren Wohnung in die WG wechselten, gehe man davon aus, dass die Gesamtkosten für die Senioren tragbar blieben. Insgesamt streben die Verantwortlichen an, dass sich das Projekt langfristig durch diese Einnahmen finanziert. Wie sich der aktuelle Bedarf im Detail darstellt, wird das Diakonische Werk in den nächsten Wochen und Monaten ausloten, bevor die Wohngemeinschaft dann voraussichtlich im Frühjahr 2009 starten kann.

Weitere Informationen zum Projekt: Diakonisches Werk für Frankfurt am Main, Arbeitsbereich Verbund diakonischer Dienste, Georg Bastian, Leitung, Rechneigrabenstraße 10, 60311 Frankfurt am Main, Telefon  069 92105–6624, E-Mail: georg.bastian@ervffm.de

17.01.2008

WESER5

Party bringt 4800 Euro für Obdachlosen-Projekt Weser5

Verein Aktiv7 organisierte 4. Benefiz-Party

4800 Euro, den Erlös einer Benefiz-Party, hat der Verein Aktiv7 an das Diakoniezentrum Weser5 gespendet. Die sieben Studenten Nico Häger, Lorrain de Silva, Bernhard Haas, Kilian Teckemeier, Frank Herzog, Marco Müller und Kay Schmidt, die seit 2005 Benefiz-Partys in Frankfurt veranstalten, überreichten den Scheck am Dienstag Renate Lutz, der Leiterin des Diakoniezentrums Weser5 am Hauptbahnhof. Vom Erlös kauft das Diakonische Werk Frankfurt, Träger der Einrichtung, unter anderem neue Waschmaschinen und Wäschetrockner, um den Obdachlosen weiterhin die Möglichkeit zu bieten, ihre Wäsche regelmäßig zu waschen. „Wir sind sehr froh, mit dem Geld neue Geräte kaufen zu können und finden es toll, dass junge Menschen sich so für die Gemeinnützigkeit engagieren“, sagte Renate Lutz. Demnächst soll das Zentrum modernisiert werden, da komme die Unterstützung gerade rechtzeitig.

Aktiv 7 hatte am 11. Januar zu seiner 4. Benefiz-Party ins Studierendenhaus auf dem Uni-Campus Bockenheim eingeladen und mit mehr als 750 Besuchern den Spendenerlös von 4800 Euro erzielt. „Die Party war auf ganzer Linie ein Erfolg“, erklärte Lorrain de Silva, Pressesprecher von Aktiv 7. „Dank der Unterstützung der Frankfurter Medien, die unsere Party rechtzeitig angekündigt haben, kamen weit mehr Leute, als wir erwartet hatten.“ Die Besucher feierten auf zwei Ebenen zu House & Electro sowie Rock & Pop bis in die frühen Morgenstunden.

Die Aktiv7-Mitglieder freuen sich schon jetzt darauf, in diesem Jahr eine weitere Party zu organisieren. Insgesamt hat der Verein durch die Benefiz-Partys nun mehr als 11.000 Euro spenden können.

Weitere Informationen über den Verein im Internet unter www.aktiv7.de
Kontakt: Nico Häger, Telefon 0178 4122136, E-Mail: nhaeger@googlemail.com

04.01.2008

Diakonisches Werk für Frankfurt am Main

Einkaufsservice mit „diakonischem Plus“

Ein neuer Einkaufsservice von Diakonie und Evangelischer Christus-Immanuel-Gemeinde im Frankfurter Westend leistet Hilfe und setzt gleichzeitig ein Zeichen gegen Vereinsamung und Isolation

Einkaufen gehen – das fällt Gerda F. zunehmend schwerer. Zwar lebt sie mitten im Frankfurter Westend, doch zwischen ihrer Wohnung und dem nächsten Supermarkt liegen mehrere hundert Meter und nicht zuletzt gut 40 Stufen in ihrem Treppenhaus. Mehrfach bereits hat die alleinlebende Rentnerin überlegt, aus dem Altbau wegzuziehen, der über keinen Aufzug verfügt. Doch der Gedanke, ihr Zuhause zu verlassen, in dem sie seit über 30 Jahren lebt, ist für sie mit zu vielen Ängsten und Unsicherheiten verbunden. Und so nimmt sie mehrmals wöchentlich große Mühen auf sich, um sich mit dem Nötigsten zu versorgen. Das jedoch könnte sich nun ändern. Denn mit dem Einkaufsservice 60plus haben die Evangelische Personalkirchengemeinde Christus Immanuel und das Diakonische Werk für Frankfurt am Main ein neues Angebot für Seniorinnen und Senioren im Frankfurter Westend geschaffen.

Es geht um Vertrauen

Menschen, die im Rahmen der Hartz IV- Reform Arbeitsgelegenheiten wahrnehmen, erledigen für sie Einkäufe oder begleiten sie zu Läden, Ärzten, zur Bank oder zum Frisör. Hauptzielgruppe sind Menschen ab 60 Jahren. „Aber auch eine alleinerziehende Mutter, die krank ist, kann vorübergehend unsere Dienstleistung nutzen“, betont Mahbube Kazemi, die zum aus drei Mitarbeiterinnen bestehenden Team von 60plus gehört. Erfahrungen hat sie bereits in der Frankfurter Nordweststadt gesammelt, wo das Diakonische Werk für Frankfurt am Main gemeinsam mit der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde seit eineinhalb Jahren einen Einkaufsservice organisiert. „Es geht immer darum, Vertrauen aufzubauen“, sagt sie, „wir sind auch da, um einfach mal nur Kaffee zu trinken und zu reden – das ist gerade in der heutigen Zeit immens wichtig.“

Vereinsamung kein Einzelfall

Auch für Gerda F. könnte das eine große Hilfe sein. Schließlich lebt keines ihrer drei Kinder in Frankfurt, zwei hat es gar aus beruflichen Gründen ins Ausland verschlagen. Kein Einzelfall, wie Jürgen Simon weiß: „Viele Seniorinnen und Senioren haben aus den ganz unterschiedlichsten Gründen wenig soziale Kontakte“, betont der Koordinator für Arbeitsgelegenheiten beim Diakonischen Werk und Hildburg Wegener ergänzt: „Isolation und Vereinsamung von älteren Menschen ist ein Thema, das uns in der Gemeinde sehr beschäftigt. Mit dem Einkaufsservice setzen wir ein Zeichen.“ Schließlich sei es ein Ziel, Menschen einen möglichst langen Verbleib in der eigenen Wohnung - und somit in der gewohnten Umgebung - zu ermöglichen, so die Kirchenvorsteherin der Gemeinde am Beethovenplatz. Wie nötig ein solches Angebot ist, hat sich bereits in der Nordweststadt deutlich gezeigt, wo der Einkaufsservice im Rahmen des Projektes „Soziale Stadt“ entstand. „Rund 80 Stammkunden gab es bereits nach einem halben Jahr“, bekräftigt Jürgen Simon. Seit 2004 schafft er mit seinen Kollegen von der Koordinationsstelle des Diakonischen Werks Arbeitsgelegenheiten in evangelischen Kirchengemeinden und diakonischen Einrichtungen in Frankfurt, 163 sind es derzeit.

Viele Seiten profitieren

Dabei wolle man Arbeitslosen nicht nur einen Wiedereinstieg in den beruflichen Alltag ermöglichen, sondern sie gleichzeitig stabilisieren, ermutigen und ihr Selbstwertgefühl stärken. Eine kompetente pädagogische Betreuung trage dazu bei. „Es geht auch darum, gemeinsam Fragen zu klären: Was ist für die Rückkehr an den Arbeitsmarkt nötig? Wo liegen persönliche Probleme?“ Das breit gefächerte Netzwerk der Diakonie mit unterschiedlichsten Beratungs- und Hilfeangeboten, an die man weitervermitteln könne, sei dabei sehr hilfreich, so Simon. Die drei Mitarbeiter der Koordinationsstelle sind auch Ansprechpartner für die Einsatzstellen – in diesem Fall die Christus-Immanuel-Gemeinde – und kooperieren mit den Rhein-Main-Job-Centern, denen auch eine zentrale Aufgabe zukommt, wenn es um die weiteren beruflichen Perspektiven nach der Wiedereingliederungsmaßnahme geht. Simon möchte noch mehr Frankfurter Kirchengemeinden zu gemeinsamen Projekten ermutigen: „Davon profitieren schließlich immer viele Seiten“. Eine Erfahrung, die auch Hildburg Wegener gemacht hat: „Im Zusammenspiel mit der Diakonie haben wir unser Gemeindeprofil so erweitern können, wie es für uns alleine nicht möglich gewesen wäre.“

Den Einkaufsservice 60plus erreichen Sie montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr unter: 069/ 907 436 65

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