Weißfrauen Diakoniekirche
Lange Nacht am Heiligen Abend in der Weißfrauen Diakoniekirche
im Bahnhofsviertel
Zum sechsten Mal lädt das Diakonische Werk für Frankfurt am Main zu einer „Langen Nacht am Heiligen Abend“ ins Bahnhofsviertel ein. Am Donnerstag, dem 24. Dezember 2009 öffnet sich um 18 Uhr die Tür der Weißfrauen Diakoniekirche und wird erst am ersten Weihnachtstag gegen 10 Uhr wieder geschlossen. Eingeladen sind alle, die am Heiligen Abend ins Bahnhofsviertel kommen möchten. Ein Gottesdienst zum Thema „Die Gaben“ mit dem Leiter der Diakonie Frankfurt, Pfarrer Dr. Michael Frase, beginnt um 19 Uhr. Mitwirken werden der Frankfurter Schauspieler Matthias Scheuring, der Sankt Petersburger Trompeter Michail Klimaschewskij sowie Michael Berg an der Orgel. Der Kirchenraum ist von Frankfurter Künstlern gestaltet. Unter anderem gibt es ein Krippenpanorama von Manfred Stumpf, Engel und Hirten von Eva Schwab, eine große Krippe von Phillip Zaiser, den Frankfurter Stern von Jens Lehmann, Ochs und Esel von Florian Haas. In diesem Jahr kommen von Tamara Grcic die drei Gaben „Gold, Weihrauch, Myrrhe“ hinzu. Zu einem Weihnachtsessen an langen Tafeln sind ab 21 Uhr alle Gäste der Diakoniekirche eingeladen. Wie in jedem Jahr engagieren sich dabei zwei oder drei Restaurants. An der Krippe treffen sich ab 22.30 Uhr Musiker von der Straße zu einer Nachtmusik. Nach dem Nachtgebet um 0.00 Uhr mit Gerald Hintze wird gegen 0.30 Uhr als Nachtfilm „Schatten im Paradies“ von Aki Kaurismäki gezeigt. Auch in dieser Nacht besteht die Möglichkeit, in der Kirche zu schlafen; Tee und Weihnachtsgebäck werden an einer kleinen Bar von ehrenamtlichen Gastgebern die ganze Nacht über gereicht. Um 7 Uhr begrüßt ein Morgengebet den Weihnachtstag. Mit einem Weihnachtsfrühstück ab 8.30 Uhr klingt die Lange Nacht am Heiligen Abend im Bahnhofsviertel aus.
Info-Heft (Download PDF, 3 MB)
WESER5
Mit Szene-Größen abfeiern hilft Wohnsitzlosen
Verein Aktiv7 unterstützt WESER5 Straßensozialarbeit
Benefiz-Party mit Live-Musik und renommierten DJs am Samstag, dem 12. Dezember im Englischen Theater
Aktiv7, eine Gruppe junger Frankfurterinnen und Frankfurter, veranstaltet regelmäßig Szene-Partys und spendet den Erlös für gute Zwecke. Mit ihrer Jubiläums-Party am Samstag, dem 12. Dezember ab 22 Uhr im Englischen Theater am Willy-Brandt-Platz unterstützt der Verein die WESER5 Straßensozialarbeit der Diakonie Frankfurt. Die Einrichtung wendet sich an wohnungslose Frauen und Männer, die resigniert haben und von sich aus keine Hilfe in Anspruch nehmen. Sie leben in Abbruchhäusern, auf öffentlichen Plätzen oder im Stadtwald. An diesen Orten sucht die Straßensozialarbeit die Wohnungslosen auf, spricht sie behutsam an und baut langsam Vertrauen auf. Ziel ist, sie an weitere Unterstützungsangebote heranzuführen und erste Schritte zur Veränderung ihrer Lebenssituation einzuleiten. Die WESER5 Straßensozialarbeit ist Teil des WESER5 Diakoniezentrums, das im Frankfurter Bahnhofsviertel fünf qualifizierte Angebote für Wohnsitzlose bereithält. Neben der Straßensozialarbeit sind dies ein Tagestreff, eine Soziale Beratungsstelle, eine Notübernachtung sowie ein Übergangswohnhaus.
Für die Benefizparty wünscht sich Aktiv7 zahlreiche Besucherinnen und Besucher, um einen Scheck mit einer möglichst hohen Summe an die WESER5 Straßensozialarbeit überreichen zu können, die dringend auf Unterstützung angewiesen ist. Auch lokale Sponsoren konnten die Mitglieder des Vereins für ihre Idee begeistern. So beteiligt sich zum Beispiel die Deutsche Bank mit 2.000 Euro an der Party und letztlich am Erlös für WESER5. Die Veranstaltung am 12.12.2009 bietet Musik auf höchstem Niveau – von INUKI, einer Live-Band mit einer Mischung aus Electro-Pop-Rock, über feinste House und Hip Hop Tunes vom United DJ Klitbeats, bis hin zum Aushängeschild der Frankfurter Club-Szene, DJ Julian Smith. Garantiert sind preiswerte Getränke und jede Menge Spaß. Der Türen vom Englischen Theater am Willy-Brandt-Platz öffnen um 22 Uhr.
Aktiv7 wurde als gemeinnütziger Verein von sieben Studenten aus Frankfurt gegründet und veranstaltet seit 2005 regelmäßig „coole Partys“, deren Erlöse einem guten Zweck zukommen.
Unter anderem unterstützte Aktiv7 bereits Plan International und den Verein Frauen helfen Frauen e.V. Im Jahre 2008 förderte Aktiv7 auch die Anschaffung einer Waschmaschine und eines Trockners für den WESER5 Tagestreff. Insgesamt konnte der Verein in den letzten vier Jahren mehr als 18.000 Euro an Party-Erlösen spenden.
Zentrum für Frauen
ModekreativWerkstatt der Diakonie Frankfurt lädt ein zum Tag der offenen Tür am Freitag, dem 11. Dezember 2009
Qualifizierung als Schwerpunkt/ Zusätzliche Förderung durch den EU Sozialfonds
Die ModeKreativwerkstatt des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main hat sich vergrößert und neue Räume in der Rohrbachstraße 54 bezogen. Aus diesem Anlass lädt sie am Freitag, dem 11. Dezember von 11 bis 14 Uhr zu einem Tag der offenen Tür ein. Die ModeKreativWerkstatt ermöglicht, dass hochwertige Kleidungsstücke finanziell schlechter gestellten Menschen zugute kommen, die sie für Vorstellungsgespräche oder Behördengänge benötigen. Ein KreativTeam, das nun aus 16 Frauen besteht, die an Hartz IV-Arbeitsgelegenheiten teilnehmen, arbeitet dafür Kleidung um, die von Unternehmen und Privatpersonen für diesen Zweck gesammelt und gespendet wurde. Gefördert wird die ModeKreativWerkstatt seit September 2009 auch aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF), mit dem die EU arbeitsmarkt- und beschäftigungspolitische Maßnahmen in ihren Mitgliedstaaten unterstützt.
Die ModeKreativWerkstatt ist ein Projekt des Zentrums für Frauen in Kooperation mit der „Koordination und Organisation von Arbeitsgelegenheiten“ der Diakonie Frankfurt am Main und der Rhein-Main Jobcenter GmbH. Diese beteiligt sich nicht nur finanziell, sondern weist bei Beratungen in ihren Jobcentern gezielt auf die Möglichkeit hin, sich in der ModeKreativWerkstatt mit Kleidungsstücken zu versorgen. Die Investmentbank Goldman Sachs, das Bankhaus Citi, die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die Royal Bank Of Scotland sowie zahlreiche Einzelspender unterstützen das Projekt ebenso durch Kleidersammlungen wie die Personalberatungsgruppe Michael Page International. Letztere bietet den Teilnehmerinnen in Zukunft auch „Bewerbungscoaching“ als begleitende Maßnahme an. Neuer Kooperationspartner ist die „Galeria Kaufhof“, die Praktikumsplätze in ihrem Frankfurter Warenhaus zur Verfügung stellt.
In der Mode KreativWerkstatt haben Frauen die Möglichkeit, sich in verschiedenen Bereichen zu qualifizieren. Neben der Arbeit an der Nähmaschine sind dies auch Verkauf, Warenannahme und Logistik. Ziel ist, den Teilnehmerinnen Basisqualifikationen für das Berufsleben zu vermitteln und Interesse an einer Weiterqualifizierung oder Ausbildung zu wecken.
Einladungsflyer
Koordination und Organisation von Arbeitsgelegenheiten
„Koordination und Organisation von Arbeitsgelegenheiten“ der Diakonie Frankfurt am Main durch „Weiterbildung Hessen e.V.“ zertifiziert
Die Einrichtung „Koordination und Organisation von Arbeitsgelegenheiten“ des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main ist vom Verein „Weiterbildung Hessen e.V.“ als Weiterbildungseinrichtung zertifiziert worden.
Im Rahmen der Jahrestagung des Vereins überreichten Bürgermeisterin Jutta Ebeling und der Vorsitzende von „Weiterbildung Hessen e.V.“ , Claus Kapelke, die Zertifizierungsurkunde an den Leiter des Arbeitsbereiches Beschäftigung und Qualifizierung der Diakonie Frankfurt am Main, Joachim Otto. Der Verein „Weiterbildung Hessen e.V.“ ist ein Zusammenschluss von Hessischen Bildungseinrichtungen, die sich auf gemeinsame Qualitätsstandards verpflichtet haben. Er wird gefördert durch die Hessische Landesregierung und Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds.
Zentrum für Frauen
EU-Delegation besucht erweiterte ModeKreativWerkstatt der Diakonie Frankfurt am Main in neuen Räumlichkeiten
Zusätzliche Angebote durch neue Kooperationspartner/ Zahl der Frauen im KreativTeam auf 16 erhöht
Die ModeKreativwerkstatt des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main hat sich vergrößert und neue Räume in der Rohrbachstraße 54 bezogen. Aus insgesamt 16 Frauen besteht nun das KreativTeam, das dafür sorgt, dass bedürftige Frauen sich mit angemessener Kleidung für das Berufsleben versorgen können. Aus diesem Anlass besuchte eine Kommission der Europäischen Union (EU) das Projekt, das seit September 2009 aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert wird. Über die Arbeit des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main informierte sich unter anderem Manuela Geleng aus der EU-Kommission in Brüssel. In der Generaldirektion Beschäftigung, soziale Angelegenheit und Chancengleichheit ist sie zuständig für die Förderung von Deutschland, Österreich und Slowenien aus den Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF). Mit dem ESF unterstützt die EU arbeitsmarkt- und beschäftigungspolitische Maßnahmen in den EU-Mitgliedstaaten. Deutschland erhält für die Förderperiode 2007 bis 2013 insgesamt 9,38 Mrd. € ESF-Mittel. Die Hessische Landesregierung erhält aus diesem Topf rund 187 Mio. € für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen. Begleitet wurde Geleng daher von Vertreterinnen und Vertretern des Hessischen Ministeriums für Arbeit, Familie und Gesundheit und der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen, die das Projekt des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main zur Förderung aus dem ESF ausgewählt hatten.
Fähigkeiten ohne Druck entdecken
Der Leiter der Diakonie Frankfurt am Main, Pfarrer Dr. Michael Frase, bedankte sich für die Förderung und verwies auf den hohen Stellenwert der vielfältigen Kooperationspartner aus Wirtschaft und Gesellschaft. „Die ModeKreativWerkstatt ist ein wichtiges Scharnier zwischen verschiedenen Lebenswelten, die auf diese Weise miteinander in Kontakt kommen“, bekräftigte der Diakonie-Chef. Eine Besonderheit sei, dass der Schwerpunkt nicht nur auf Beschäftigung, sondern gezielt auf Qualifizierung liege. Weiterhin ermöglicht die ModeKreativWerkstatt, dass hochwertige Kleidungsstücke gezielt finanziell schlechter gestellten Menschen zugute kommen, die sie beispielsweise für Vorstellungsgespräche oder Behördengänge benötigen. Das KreativTeam, das für diesen Zweck gespendete Kleidung umarbeitet, besteht aus Teilnehmerinnen an Hartz IV-Arbeitsgelegenheiten. „Auch Frauen mit geringer Belastbarkeit erzielen hier Erfolge, die motivieren und zu weiteren Entwicklungsschritten ermutigen. Die 16 Teilnehmerinnen haben die Möglichkeit, Fähigkeiten und kreatives Potenzial ohne zeitlichen Druck zu entdecken und zu erlernen“, betont Karin Kühn, Leiterin des Zentrums für Frauen der Diakonie Frankfurt, an welches das Projekt angebunden ist.
Basisqualifikationen fürs Berufsleben
Ziel sei nicht zuletzt, Interesse an einer Weiterqualifizierung zu wecken oder zu motivieren, eine entsprechende Ausbildung zu beginnen. Im Laufe der Qualifizierung“, führt die Sozialarbeiterin der ModeKreativWerkstatt, Monika Hoffmann aus, bildeten sich unterschiedliche Talente heraus. „Daher bieten wir verschiedene Bereiche an, in denen sich die Frauen qualifizieren können.“ Neben der direkten Arbeit an der Nähmaschine seien dies auch Verkauf, Warenannahme und Logistik. In diesem Kontext freuen sich Hoffmann und Kühn über einen neuen Kooperationspartner. Die „Galeria Kaufhof“ hat zugesagt, Praktikumsplätze für Teilnehmerinnen der ModeKreativWerkstatt in ihrem Warenhaus an der Frankfurter Hauptwache zur Verfügung zu stellen. Das Erlernen von Basisqualifikationen für das Berufsleben wie Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und sozialer Kompetenz, so Hoffman, spielten eine entscheidende Rolle.
Nun auch Bewerbungscoaching
Das Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekt ModeKreativWerkstatt läuft unter Anleitung einer Maßschneiderin in enger Kooperation mit der „Koordination und Organisation von Arbeitsgelegenheiten“ der Diakonie Frankfurt am Main und der Rhein-Main Jobcenter GmbH. Diese beteiligt sich nicht nur finanziell, sondern weist bei Beratungen in ihren Jobcentern gezielt auf die Möglichkeit hin, sich in der ModeKreativWerkstatt mit Kleidungsstücken zu versorgen. Die Investmentbank Goldman Sachs, das Bankhaus Citi, die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die Royal Bank Of Scotland sowie zahlreiche Einzelspender unterstützen das Projekt ebenso durch Kleidersammlungen wie die Personalberatungsgruppe Michael Page International. Letztere bietet den Teilnehmerinnen der ModeKreativWerkstatt in Zukunft auch „Bewerbungscoaching“ als begleitende Maßnahme an. Wie Malik Aibache, Director Marketing Communication&Web, Central & Eastern Europe, betonte, wolle man den Frauen in Workshops grundlegende Dinge vermitteln: „Coaching und Beratung sind das tägliche Business unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die auf diese Weise ganz bewusst ein Stück soziale Verantwortung in ihrer Stadt wahrnehmen.”
Kindertagesstätten
Diakonie Frankfurt verleiht Zertifikate an 10 Pädagogische Assistenten
Neue Qualifizierungsmaßnahme eröffnet Möglichkeit, wieder im Berufsleben Fuß zu fassen
Insgesamt zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben eine neue Qualizierungsmaßnahme der Diakonie Frankfurt erfolgreich abgeschlossen. Nach einem Jahr konnten sie nun ihre Zertifikate zum Pädagogischen Assistenten in Empfang nehmen. Die Qualifizierung bestand aus 325 Stunden theoretischem Unterricht und 960 Stunden begleiteter Praxis in einer Kindertageseinrichtung. Träger ist das Diakonische Werk für Frankfurt am Main, dessen Arbeitsbereich Kindertagestätten die Maßnahme in Kooperation mit der Einrichtung „Koordination und Organisation von Arbeitsgelegenheiten“ durchführte. Die Finanzierung erfolgte über die Rhein-Main Jobcenter GmbH. Mit der Qualifizierungsmaßnahme soll den Teilnehmern die Möglichkeit eröffnet werden, aus der Arbeitslosigkeit wieder im Berufsleben Fuß zu fassen und ihre individuellen Fähigkeiten im Bereich von Kindertageseinrichtungen einzusetzen.
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main
RTL sendet Fernsehclip der Diakonie Frankfurt zum Thema wohnsitzlose Frauen
Kooperation mit Saatchi&Saatchi sowie der Medienarbeit der EKD
Mit einem Fernsehclip möchte das Diakonische Werk für Frankfurt am Main auf die Situation obdachloser Frauen aufmerksam machen. Dafür hat die Werbeagentur Saatchi&Saatchi den TV-Clip „Frau im Spiegel“ entwickelt, der vom 21. Oktober bis Jahresende nahezu täglich im RTL-Fernsehen zu sehen ist. Wie der Leiter der Diakonie Frankfurt, Dr. Michael Frase betont, sei es eine wichtige Aufgabe der der Diakonie, die Öffentlichkeit für ein Thema zu sensibilisieren, dem noch immer zu wenig Beachtung geschenkt werde: Rund 254.000 Menschen in Deutschland leben in Wohnungsnot, darunter mehr als 63.000 Frauen. Allein in Frankfurt am Main sind 1.800 Menschen betroffen. Rund 300 Obdachlose leben auf der Straße.
Die kreative Idee für den Fernsehspot entstammt der Feder von Saatchi&Saatchi Frankfurt, seit 2007 Werbeagentur für das Diakonische Werk für Frankfurt am Main. Regie führte Christoph Rath , als Darstellerin agiert die Frankfurter Schauspielerin Susanne Schyns.
Die Medienarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) unterstützt die Aktion, indem sie der Kirche zustehende Sendezeit auf RTL-Television für die Ausstrahlung des Clips zur Verfügung stellt. Der Senderbeauftragter des Gemeinschaftswerkes der Evangelischen Publizistik, Fritz Penserot hält es dabei für realistisch, mit dem 45-Sekunden-Clip bis Jahresende rund 150 Millionen Zuschauerkontakte zu erreichen. Bereits beim ersten gemeinsamen Projekt, dem „Weihnachtsmannfilm“, der im Dezember 2008 im RTL-Fernsehen gelaufen war, sei man auf eine ähnliche Quote gekommen. Michael Samak, CEO bei Saatchi&Saatchi bekräftigt, auch für ein globales Unternehmen sei es wichtig, sich lokal zu engagieren. „Es ist der ausdrückliche Wunsch der Mitarbeiter, neben der alltäglichen Arbeit etwas Soziales vor Ort zu tun“. Mit dem Spot wolle man die Zuschauer für die Situation von weiblichen Obdachlosen sensibilisieren.
„Bei Frauen merkt man oft nicht sofort, dass sie Hilfe benötigen“, führt Barbara Dirscherl aus. Wie die junge Frau vom Saatchi&Saatchi Kreativteam festgestellt hat, versuchten viele Frauen in Notsituationen sehr lange, ein reguläres Leben aufrechtzuerhalten, pflegten und schminkten sich weiterhin. „Man muss schon genau hinschauen, wenn man helfen möchte – und das tut die Diakonie“, befindet die Agentur-Mitarbeiterin, deren Beobachtungen die Leiterin des Zentrums für Frauen der Diakonie Frankfurt, Karin Kühn vollends bestätigen kann: „Nur ein kleiner Teil der Frauen zeigt ihre Not offen und sichtbar.“ Im Hinblick auf Frauen in Notsituationen, so Kühn, müsse man daher von einer hohen Dunkelziffer ausgehen.
Spendenkonto:
Diakonisches Werk für Frankfurt
Frankfurter Sparkasse
Konto 407 100,
BLZ 500 502 01
Vermerk: Zentrum für Frauen HH 2792
Den Spot können Sie hier anschauen:
Koordination und Aufbau eines Netzwerkes für Menschen mit Behinderung
Teilhabe von Menschen mit Behinderung notwendiger denn je
Fachtagung der Diakonie Frankfurt am Main zur „Sozialraumorientierung in der Behindertenhilfe“ am 16. November im Dominikanerkloster / Engagiertes Modellprojekt stellt sich vor
Eine Fachtagung zum Thema "Sozialraumorientierung in der Behindertenhilfe" veranstaltet das Diakonische Werk für Frankfurt am Main am Montag, dem 16. November 2009, von 8.30 Uhr bis 17.30 Uhr im Dominikanerkloster in der Kurt-Schumacher Straße 23. Auf dem Programm steht neben verschiedenen Fachvorträgen die Präsentation eines durch die Aktion Mensch geförderten Modellprojektes der Diakonie Frankfurt am Main, das sich mit der Koordination und dem Aufbau eines Netzwerkes für Menschen mit Behinderung beschäftigt.
Unter dem Motto „Vielfalt statt Einfalt!" finden darüber hinaus verschiedene Workshops statt. So beleuchtet Jutta Jung vom Club Behinderter und ihrer Freunde e.V. (CeBeeF) das Thema „Freizeitangebote in Frankfurt am Main auch für Kinder und Jugendliche mit Behinderung!“, Ralf Kern von KOMM ambulante Dienste e.V. thematisiert „Ambulante Wohngemeinschaften für junge Erwachsene mit schweren Behinderungen". Einen Workshop über das freiwillige Engagement von Menschen mit Lernbehinderungen bieten Armin Herzberger und Steven David James vom Lebenshilfe Center Netphen an; bei Waltraud David von Mensch zuerst e.V. geht es unter dem Motto "Geben und Nehmen - das ist das Leben" um die Rolle von Menschen mit Lernschwierigkeiten in der Gemeinde.
Seit einigen Jahren findet das Fachkonzept „Sozialraumorientierung“ nun Einzug in die Behindertenhilfe. Wesentliche Bestandteile sind die aktive Teilhabe sowie die Stärkung des Potenzials der Beteiligten. Besonders im Zusammenhang mit der Diskussion um die Inklusion von Menschen mit Behinderung erscheint dies notwendiger denn je. Die Tagung beleuchtet Perspektiven, Möglichkeiten und Chancen, die sich in diesem Kontext für Beteiligte und Fachleute eröffnen.
Interessierte können sich bis zum 2. November 2009 anmelden, der Teilnehmerbeitrag beträgt 20,00 Euro. Der Zugang zum Dominikanerkloster ist barrierefrei, alle Tagungsräume sind mit dem Aufzug erreichbar.
Download Programm- und Anmeldeflyer
Kontakt und weitere Informationen:
Diakonisches Werk Frankfurt am Main
Koordination und Aufbau eines Netzwerkes für Menschen mit Behinderung
Stefanie Schleifer
Eschersheimer Landstraße 565-567
60431 Frankfurt
Tel: 069/ 5302-242
Fax. 069/ 5302-266
E-Mail: schleifer@integrationshilfen.de
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main
Ehrenamtliche Rechtliche Betreuung als Herausforderung und Chance
Fachtagung des Evangelischen Vereins für Jugend- und Erwachsenenhilfe e.V. und der Diakonie Frankfurt am Main am 5. November im Dominikanerkloster / Anmeldung ab sofort möglich
Eine interdisziplinäre Fachtagung zum Thema „Ehrenamtliche Rechtliche Betreuung als Herausforderung und Chance“ findet am Donnerstag, dem 5. November 2009 von 9 bis 17 Uhr im Frankfurter Dominikanerkloster in der Kurt-Schumacher-Straße 23 statt. Veranstaltet wird sie vom Evangelischen Verein für Jugend- und Erwachsenenhilfe e.V. und dem Diakonischen Werk für Frankfurt am Main gemeinsam mit dem Bürgerinstitut e.V., dem Sozialdienst des Sankt Katharinen-Krankenhauses sowie der Evangelischen Aktionsgemeinschaft für Familienfragen e.V. Eingeladen sind Richter, Rechtspfleger, Mitarbeitende der Betreuungsbehörde, der Betreuungsvereine, der Ehrenamtsagenturen, ehrenamtliche Betreuer sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger. Anmeldungen sind ab sofort bis spätestens 2. November möglich.
Die von der Ehrenamtskampagne der Hessischen Landesregierung „gemeinsam-Aktiv Bürgerengagement in Hessen“ geförderte Veranstaltung bietet ein Forum zum Austausch und beleuchtet neue Handlungswege und -strategien. Referenten sind Heinz Janning von der Beratungsgesellschaft für
Bürgerengagement Bremen, der Richter am Betreuungsgericht Frankfurt, Axel Bauer ,die Leiterin der Betreuungsstelle Frankfurt, Angelika Schaum, Beate Gerigk von der Landesarbeitsgemeinschaft Betreuungsvereine Hessen sowie die Leiterin des Betreuungsvereins der AWO Nürnberg, Maria Seidnitzer.
Ehrenamtliche Rechtliche Betreuung basiert auf einer Tradition, die weit zurückreicht: Seit Jahrtausenden haben Menschen sich aus religiösen, politischen oder sozialen Gründen für andere Menschen oder für eine Sache eingesetzt. Bei den Römern wurde für Mitbürger, die nicht in der Lage waren, die Regeln für das Zusammenleben zu erfassen oder entsprechend dieser Vorgaben zu handeln, ein Kurator eingesetzt. Bei den Germanen sprach und handelte der „Munt“, „Fürmund“ und in Deutschland bis 1992 der „Vormund“ für Entmündigte. Durch das erste Betreuungsrechtänderungsgesetz (1999) wurde im §1836 BGB bestimmt, dass nur in begründeten Ausnahmefällen ein Berufsbetreuer bestellt wird. Die Betreuungsvereine wurden verstärkt zur Gewinnung von Ehrenamtlichen verpflichtet. Der ehrenamtliche Rechtliche Betreuer ist aufgrund der persönlichen Lebensnähe für geeignete Betreuungen zu bestellen.
Seit den 1990er Jahren gibt es in Deutschland einen tiefgreifenden Umbruch zu einer neuen Ehrenamtskultur. Die Enquete-Kommission „Zukunft des bürgerschaftlichen Engagements“ legte im Jahr 2002 ihren Abschlussbericht mit Handlungsempfehlungen vor. Die Freiwilligen-Surveys der vergangenen Jahre kommen zu interessanten Ergebnissen. Eine wichtige Erkenntnis ist: Das Ehrenamt befindet sich in einem deutlichen Wandel. Die Bereitschaft zum Engagement ist nach wie vor hoch, aber viele engagieren sich weniger dauerhaft und weniger in verpflichtenden Verantwortungsrollen. Was dies für die ehrenamtliche Rechtliche Betreuung bedeutet, wird die Tagung, die unter der Schirmherrschaft des Hessischen Ministeriums für Arbeit, Familie und Gesundheit steht, unter anderem thematisieren.
Download Programm- und Anmeldeflyer
Weitere Informationen beim:
Evangelischen Verein für Jugend- und Erwachsenenhilfe e.V.
Karl Heinz Schulz
Rotteckstraße 16
60316 Frankfurt
Tel.: 069/299 255 151
Fax: 069/299 255 199
Mail: karl-heinz.schulz@diakonischeswerk-frankfurt.de
WESER5
Neue Fahrradwerkstatt für Wohnsitzlose im WESER5 Diakoniezentrum
Fahrradspender dringend gesucht/ Angebot möchte Mobilität von Wohnsitzlosen erhalten
Eine neue Fahrradwerkstatt hat im WESER5 Diakoniezentrum ihre Arbeit aufgenommen. Wohnsitzlose haben hier die Möglichkeit, beschädigte Fahrräder unter Anleitung zu reparieren und erhalten dafür die nötigen Ersatzteile. Zudem können sie Fahrräder entleihen. Dabei ist die WESER5 Fahrradwerkstatt keine Konkurrenz zu kommerziellen Fahrradläden, sondern unterstützt gezielt wohnsitzlose Menschen, damit sie mobil bleiben. Die FR Altenhilfe sowie American Express förderten die Ausstattung mit jeweils 1.500,- Euro. Nun ist die WESER5 Fahrradwerkstatt auch auf die Unterstützung der Frankfurter Bevölkerung angewiesen. Die Verantwortlichen rufen dazu auf, nicht mehr benötigte Fahrräder zu spenden, damit sie von bedürftigen Menschen genutzt werden können. Innerhalb des Frankfurter Stadtgebietes können die Räder nach Terminvereinbarung auch abgeholt werden. Bisher gingen zwei Fahrräder als Spenden ein, für Anfang Oktober sind weitere fünf zugesagt. Geplant ist, einen größeren Pool von Fahrrädern aufzubauen, die kurzfristig an Wohnsitzlose ausgeliehen werden können, um ihnen auf diese Weise zu mehr Mobilität zu verhelfen. Geöffnet ist die Werkstatt, die im WESER5 Tagestreff angesiedelt ist, montags bis donnerstags von 8.30 bis 14.00 Uhr sowie sonntags von 9.30 bis 14.00 Uhr.
Der WESER5 Tagestreff ist Teil des WESER5 Diakoniezentrums, das vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main getragen wird. Die Zahl fünf steht dabei nicht nur für eine Hausnummer in der Weserstraße, sondern für fünf qualifizierte Angebote für Wohnsitzlose: Tagestreff, Straßensozialarbeit, Soziale Beratungsstelle, Notübernachtung und Übergangswohnhaus. Hier sind wohnungslose Menschen willkommen, dürfen sich geschützt und angenommen fühlen. Im WESER5 Tagestreff kommen sie zur Ruhe und organisieren ihren Alltag. Hilfe zur Selbsthilfe lautet das Motto. Der Tagestreff besteht seit 1997 und hat sich als stark genutzte Einrichtung im Frankfurter Bahnhofsviertel etabliert. Um die 100 Frauen und Männer besuchen ihn täglich. Essen, Duschen, Gepäckaufbewahrung, Wäscherei und Aufenthaltsräume gehören zum Angebot. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen für Gespräche zur Verfügung, Gemeinschaftsangebote fördern Zusammenhalt.
Kontakt:
WESER5 Tagestreff
Eingang: Gutleutstraße 20
60329 Frankfurt
Telefon: 271358-129
Telefax: 271358-130
E-Mail: tagestreff@weser5.de
www.weser5.de
Zentrum für Frauen
Ein Jahrhundert voller Tatkraft und Engagement für Frauen
Mit einer Festveranstaltung im Palais am Zoo feierte „Lilith – Wohnen für Frauen“ 100. Geburtstag
„100 Jahre Lilith sind 100 Jahre Frauengeschichte.“ Treffender als mit dem Satz von ZDF-Fernsehfrau Sybille Bassler lässt sich die bewegte Historie von „Lilith – Wohnen für Frauen“ am Frankfurter Alfred-Brehm-Platz kaum charakterisieren. Bei einer Festveranstaltung aus Anlass des Jubiläums im Frankfurter Palais am Zoo begaben sich über 200 Gäste daher mit dem Leiter des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main, Pfarrer Dr. Michael Frase auf eine interessante Zeitreise. „Fräulein Bertha Thomas“ stand dabei zunächst im Mittelpunkt. Die am 16. Dezember 1841 geborene Tochter eines Frankfurter Malers tat im Jahre 1903 einen richtungsweisenden Schritt: Sie trug einen erheblichen Teil dazu bei, dass der Verein für Innere Mission ein Komitee gründete, aus dem kurze Zeit später der Verein „Weibliche Stadtmission“ hervorging. Im Jahre 1909 eröffnete dieser am Frankfurter Alfred-Brehm-Platz sein Hilfeangebot „für hilfs- und ratbedürftige, ferner für gefährdete sowie für verwahrloste oder gefallene Personen weiblichen Geschlechts“ mit 20 Betten. „Damit ist Lilith eine der ersten diakonischen Aktivitäten der Evangelischen Kirche“, betonte Frase.
Nachbarschaft in Aufruhr
Vorwiegend Prostituierte waren es, die hier Zuflucht fanden, darunter zahlreiche Frauen, die vom Land in die Stadt gekommen waren, aber keine adäquate Arbeit fanden oder zu wenig verdienten. Im Jahre 1914 kam das Nebenhaus mit der Nummer 17 hinzu: Als Luisenheim diente es bis 1985 als Mädchenwohnheim. Bereits gegen den Kauf des Hauses Nr. 15 hatte die Nachbarschaft Widerspruch beim Regierungspräsidenten in Wiesbaden eingelegt. In der Begründung hieß es zum Beispiel, die Wohnungen in dieser wohlsituierten Umgebung könnten nicht mehr teuer vermieten werden. Zudem herrschte die Angst die „weiblichen verwahrlosten und gefallenen Personen weiblichen Geschlechts“, könnten einen „verderblichen Einfluss auf die heranwachsende Jugend in der Nachbarschaft“ haben. Über die Wirren des Krieges, in dessen Verlauf 1944 beide Häuser zerstört wurden und zwei Leiterinnen sowie 31 Jugendliche ums Leben kamen bis hin aktuellen Entwicklungen spannte sich der Bogen der historischen Betrachtung. An vielen Stellen wurde deutlich, wie sich die Konzepte von sozialer Arbeit und das Frauenbild der Gesellschaft immer wieder veränderten. „Nach 100 Jahren“ so Frases Resümee, „ist das Zentrum für Frauen am Alfred-Brehm-Platz nicht nur eine altehrwürdige Einrichtung mit einer großen Diakoniegeschichte, sondern auch eine zeitgemäße, sich der aktuellen Lebenssituation von Frauen in sozialen Schwierigkeiten stellende Arbeit der Evangelischen Kirche geworden.“
Aufwerten und integrieren
Auf deren Rolle als Träger ging die Vorstandsvorsitzende des Evangelischen Regionalverbandes, Pfarrerin Esther Gebhardt ein. Einerseits, betonte sie, sei die Bibel in der Vergangenheit oftmals herangezogen worden, um Ungleichbehandlung von Frauen zu rechtfertigen, andererseits habe es in der Kirche immer auch eine herrschaftskritische Tradition gegeben. Den Umgang Jesu mit den Frauen stellte Gebhardt als beispielhaft heraus: „Er stellt benachteiligte Frauen auf ihre eigenen Füße, wertet sie auf und integriert sie.“ Auch für Lilith seien dies wichtige Stichworte. „Frauen bekommen hier die Möglichkeit, ihr Leben neu zu ordnen, sich psychisch zu stabilisieren und Wege in ein selbstbestimmtes Leben zu finden.“
Wie die Leiterin des Zentrums für Frauen, Karin Kühn ausführte, stehen bei der Begleitung der Frauen Wertschätzung und Respekt im Vordergrund. Wohnungslosigkeit sei dabei eine extreme Form weiblicher Armut. „Oftmals gehen mit ihr psychosomatische und psychische Krankheiten, Suchtprobleme, Medikamentenmissbrauch, Schulden, Verwahrlosung und Beziehungsprobleme einher“, sagte Kühn. Bei „Lilith“ erhielten die Frauen einen Schutzraum, im dem sie zur Ruhe kommen können, aber auch befähigt werden, sich intensiv mit ihren Problemen auseinander zu setzen und wieder selbstbestimmt zu leben. Dazu werde mit jeder Frau ein individueller Hilfeplan aufgestellt, der unter anderem festhalte, mit welchen Schritten die unterschiedlichsten Problemlagen angegangen werden. Insgesamt, so Kühn weiter, sei Lilith mit seinen 28 Einzelzimmern und 4 Notbetten ein wichtiger Teil des Zentrums für Frauen der Diakonie Frankfurt am Main, wo jedes Jahr über 1.600 Frauen Hilfe und Beratung in Not- und Krisensituationen finden.
Zwischen Anspruch und Realität
„Lilith ist nicht etwa alt geworden, sondern steckt voller Engagement und Tatkraft“, befand auch Stadträtin Prof. Dr. Daniela Birkenfeld. Dabei meisterten die Mitarbeiterinnen „die Balance zwischen Beraten, Betreuen und Begleiten“ in hervorragender Weise. „Bei Lilith wird nicht nur an Symptomen, sondern an den Wurzeln gearbeitet“, sagte die Frankfurter Dezernentin für Soziales, Senioren, Jugend und Recht und bescheinigte der Diakonie Frankfurt eine wichtige Rolle bei der Sicherung des sozialen Friedens in der gesamten Stadt“. Dr. Peter Barkey vom Landeswohlfahrtverband Hessen dankte allen Mitarbeiterinnen für die engagierte Arbeit und lobte das „soziale Wurzelwerk“, das seit Jahrhunderten in Frankfurt arbeite.
Die aktuelle Situation von Frauen in Deutschland beleuchtete Sybille Bassler in ihrem Festvortrag. Trotz vieler gesellschaftlicher Regelungen und Maßnahmen zur Vereinbarung von Beruf und Familie, konstatierte sie, klaffe noch heute eine Lücke zwischen Anspruch und Realität, wenn es um das Thema Gleichberechtigung gehe. Beispielhaft zeigte die ZDF-Redakteurin des Frauenjournals „ML – Mona Lisa“ dies anhand der Themen „Bezahlung“ und „Bildung“ auf. „Deutschland nimmt in Europa eine traurige Spitzenposition ein“, betonte sie und verwies auf die Tatsache, dass es zahlreichen Frauen in „typisch weiblichen Berufen“ kaum möglich sei, ihre Familie zu ernähren.“ Das Armutsrisiko gerade für alleinerziehende Frauen sei hoch. Doch auch Frauen in den Chefetagen verdienten in der Regel ein Drittel weniger als ihre männlichen Kollegen, obwohl mittlerweile mehr Mädchen als Jungen das Abitur absolvierten und etwa die Hälfte der Studierenden Frauen seien.
Fernsehspot will sensibel machen
Einen besonderen Höhepunkt bildete die Präsentation eines Fernsehspots zum Thema „Obdachlose Frauen“, den die Agentur Saatchi&Saatchi im Auftrag der Diakonie Frankfurt produzierte. Voraussichtlich im Herbst 2009 wird er im RTL-Fernsehen laufen. Die Medienarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) unterstützt die Aktion, indem sie der Kirche zustehende Sendezeit für die Ausstrahlung zur Verfügung stellt. Der Senderbeauftragter des Gemeinschaftswerkes der Evangelischen Publizistik, Fritz Penserot hält es dabei für realistisch, mit dem 45-Sekunden-Clip über vier Wochen hinweg 100 Millionen Zuschauerkontakte zu erreichen. Bereits beim ersten gemeinsamen Projekt, dem „Weihnachtsmannfilm“, der im Dezember 2008 im RTL-Fernsehen gelaufen war, sei man auf diese Quote gekommen. Michael Samak, CEO bei Saatchi&Saatchi bekräftigte, auch für ein globales Unternehmen sei es wichtig, sich lokal zu engagieren. „Es ist der ausdrückliche Wunsch der Mitarbeiter, neben der alltäglichen Arbeit etwas Soziales vor Ort zu tun“. Mit dem Spot wolle man die Zuschauer für die Situation von weiblichen Obdachlosen sensibilisieren. „Bei Frauen merkt man oft nicht sofort, dass sie Hilfe benötigen“, führte Barbara Dirscherl aus. Wie die junge Frau vom Saatchi&Saatchi Kreativteam festgestellt hat, versuchten viele Frauen in Notsituationen sehr lange, ein reguläres Leben aufrechtzuerhalten, pflegten und schminkten sich weiterhin. „Man muss schon genau hinschauen, wenn man helfen möchte – und das tut die Diakonie“, befand die Agentur-Mitarbeiterin, deren Beobachtungen Karin Kühn vollends bestätigen konnte: „Nur ein kleiner Teil der Frauen zeigt ihre Not offen und sichtbar.“ Im Hinblick auf Frauen in Notsituationen, so die Leiterin des Zentrums für Frauen, müsse man daher von einer hohen Dunkelziffer ausgehen.
Notfallseelsorge
„Notfallseelsorge ist den Kinderschuhen entwachsen“
Anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Evangelischen Notfallseelsorge Frankfurt diskutierten Vertreter von Polizei, Feuerwehr, Medizin, Psychologie und Kirche im Frankfurter Dominikanerkloster.
„Die Zeit, in der die Notfallseelsorge wirken kann, ist kurz, doch in wenigen Stunden kann sie Menschen sehr intensiv helfen.“ Der Leiter der Abteilung Zentrale Dienste des Polizeipräsidiums Frankfurt, Polizeidirektor Bernd Braun brachte zu Beginn auf den Punkt, worum es in den folgenden zwei Stunden im großen Saal des Frankfurter Dominikanerklosters gehen sollte: Um Chancen und Zukunftsperspektiven, aber auch um Grenzen von Notfallseelsorge in Ballungsgebieten. Anlass der Podiumsdiskussion unter der Leitung von Meinhard Schmidt-Degenhard vom Hessischen Rundfunk war der zehnte Geburtstag der Evangelischen Notfallseelsorge Frankfurt, einer Einrichtung der Diakonie Frankfurt am Main, die aus zwei hauptamtlich und rund dreißig ehrenamtlich Mitarbeitenden besteht. Angefordert wird die von Pfarrerin Irene Derwein geleitete Notfallseelsorge über die Leitstelle der Feuerwehr durch ein Notrufsignal, zum Beispiel, um Unfallopfern beizustehen oder nach schweren oder tödlichen Unfällen Angehörige, Kinder und unverletzte Beteiligte zu begleiten. Die Betreuung von Opfern und Angehörigen nach Gewaltverbrechen gehört ebenso zu den Aufgaben wie häusliche Einsätze, etwa nach erfolgloser Reanimation, bei plötzlichem Tod von Kindern oder Suizid. Wie Polizeidirektor Braun ausführte, werde die Seelsorgeeinrichtung bei Unglücksfällen in drei von fünf Fällen von Seiten der Polizei angefordert. Besonders stellte er die Unterstützung von Polizistinnen und Polizisten beim Überbringen von Todesnachrichten heraus. „Kolleginnen und Kollegen, die oft hohen Belastungen ausgesetzt sind, haben durch die Notfallseelsorge auch die Möglichkeit, in einer frühen Phase mit jemandem zu reden - noch bevor sie den eigenen psychologischen Dienst der Polizei nutzen“, betonte er und stellte klar: „Das Bild von den harten Männern, die keine Unterstützung brauchen, haben wir bei der Polizei längst hinter uns gelassen.“
Keine „Predigt auf der Straße“
Der Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes Frankfurt am Main, Prof. Dr. Leo Latasch bezeichnete die Notfallseelsorge als „festen Bestandteil des Gesamtapparates“ bei Unglücksfällen. Der Mediziner formulierte einen hohen Anspruch an die Professionalität der Notfallseelsorger und damit nicht zuletzt an deren Ausbildung. „Religiosität bedeutet für Menschen eine Hilfe und eine Stütze, auch wenn sie nicht regelmäßig in die Kirche gehen“, betonte er. Entscheidend sei jedoch immer die Frage nach der Grenze. „In vielen Fällen ist es schwierig zu unterscheiden, ob ein religiöses Bedürfnis besteht oder nicht. Damit müssen Notfallseelsorger äußerst sensibel umgehen.“ Ganz Ähnliches forderte Dr. Gisela Perren-Klingler vom Institut Psychotrauma in der Schweiz, insbesondere um einen „Machtmissbrauch“ in den Situation mit hilflosen Menschen zu verhindern. Gerade in Ballungsräumen wie Frankfurt habe nicht jedes Unfallopfer eine Nähe zu einer christlichen Kirche. In keinem Falle dürfe ein Notfallseelsorger die Krisensituation als „Chance zur Mission“ begreifen, betonte sie. Da mit dem Berufsbild des Pfarrers allgemein viele Zuschreibungen verbunden seien, komme den ehrenamtlichen Laien bei der Notfallseelsorge eine besonders hohe Bedeutung zu. „Fachleute brauchen Laien, die sie unterstützen und frei von festen Konnotationen sind.“ Wie Pfarrer Knut Fischer von den Johannitern Berlin - selbst Notfallseelsorger -, bestätigte, sei die tägliche Arbeit weit weg von einer „Predigt auf der Straße“. Vielmehr stehe das „Beistehen“ als Grundhaltung der Seelsorge im Mittelpunkt. „Der Mensch in Not gibt das Maß vor“, so Fischer, „es geht darum, mit ihm eine Situation auszuhalten.“ Wenn ein entsprechendes Signal vom Betroffenen komme, bete man selbstverständlich auch mit ihm.
Multikulturelle Herausforderungen
Einen weiteren Schwerpunkt der Diskussion bildete die Frage, welche besonderen Herausforderungen ein Ballungsraum wie Frankfurt für Notfallseelsorge mit sich bringt. Wie Volker Wilken von der Berufsfeuerwehr Frankfurt, der im Anschluss an die Diskussion 40 Einsatzwesten als Jubiläumsgeschenk an die Evangelische Notfallseelsorge übergab, bekräftigte, sei Anonymität ein wichtiges Stichwort. „Viele Menschen kennen nicht einmal ihren Nachbarn und in einer Krisensituation ist dann niemand für sie da.“ Auch Unglücksfälle mit einer großen Anzahl von Betroffenen wie etwa ein Hochhausbrand oder Paniksituationen in der Masse gehörten zu den Szenarien, für die in Ballungsräumen Vorkehrungen getroffen werden müssten. „Wir haben hier Notfallpläne ausgearbeitet, die von mehreren Tausend Verletzten ausgehen“, ergänzte Latasch. Braun nannte zudem den Flughafen mit einer Vielzahl möglicher Krisenszenarien, welche die gesamte Stadt betreffen könnten, als Herausforderung. „Da in einer Großstadt soziale Konflikte zunehmend mit Gewalt ausgetragen werden, stellt sich auch die Frage, welche Rolle Notfallseelsorge bei der Bewältigung dieses Problemfeldes in Zukunft spielen kann.“
Insgesamt habe sich Notfallseelsorge über ein Jahrzehnt als feste Größe in Frankfurt etabliert. Daher dürfe man auch von nicht-kirchlicher Seite keine Parallelstrukturen aufbauen, sondern müsse das große Potenzial, das sich hier biete, nutzen und weiter ausbauen, forderte Braun. Laut Wilken sei vor allem bei Großschadensfällen Klarheit wichtig, wer die Gesamtverantwortung habe und wer zu alarmieren sei. Mehr als bisher, befand Latasch, müsse Notfallseelsorge in einer multikulturellen Stadt wie Frankfurt mit Laien anderer Religionen zusammenarbeiten. „Menschen anderer Kulturen trauern anders und reagieren zum Beispiel auf eine Todesnachricht anders“, berichtet auch Braun von seinen Erfahrungen. Wilcken verwies in diesem Kontext auf die Wichtigkeit von Sprache als verbindendes Element in Krisensituationen. Perren-Klingler sah dies ebenso: „Vor dem Beten kommt die Muttersprache“, betonte sie und berichtete von der Arbeit der so genannten „Care-Teams“ in der Schweiz, die Sprache als ein besonders wichtiges Element bei der Betreuung von Menschen in Krisensituationen begreifen. In Berlin, erklärte indes Fischer, arbeite die Notfallseelsorge daher seit Jahren mit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), aber auch mit der Gemeinschaft türkischer Ärzte zusammen. „Damit erreichen wir Menschen anderer Sprache, aber auch anderer Religionen und Frömmigkeitsformen.“
Qualität weiter sichern
Im Unterschied zu anderen Diskussionsteilnehmern, die Supervision für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als wichtiges Angebot verstanden, um Erlebtes zu reflektieren und zu verarbeiten, forderte Perren-Klingler, solch regelmäßige Kurse zur Pflicht zu machen. „Auch Freiwillige müssen so professionell sein, dass sie bereit sind, sich selbst zu schützen“, bekräftigte sie. Insgesamt wünscht sich Perren-Klingler noch mehr politischen Willen im Hinblick auf die Etablierung von Notallseelsorge. Latasch nahm den Faden auf und forderte die Entscheidungsträger dazu auf, Möglichkeiten einer Dauerfinanzierung zu finden, die nicht alleine von der Kirche geleistet werden muss. „Es gilt, die Standards mindestens zu halten, denn die Qualität ist gut“. Notfallseelsorge in Frankfurt, resümierte schließlich Perren-Klingler, sei aus den Kinderschuhen herausgewachsen und habe eine ganz neue Art von Professionalität erreicht. „Nun geht es darum, Qualität und Nachhaltigkeit langfristig zu sichern und auszubauen.“
Mobile Kinderkrankenpflege
STELLENANGEBOT
Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in gesucht
Die Mobile Kinderkrankenpflege des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main sucht ab sofort – in Teilzeit – eine/n Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in.
- Wir bieten:
- eine anspruchsvolle und abwechslungsreiche Tätigkeit
- Mitarbeit in einem dynamischen Team
- Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten, Supervision
- Vergütung nach Kirchlich-Diakonische-Arbeitsvertragsordnung
- Kirchliche Zusatzversorgung
- Dienstwagen
- Wir erwarten:
- einschlägige Qualifikation (Examen)
- Mitgliedschaft in einer christlichen Kirche (ACK)
- Nachweis über Berufserfahrung
- Führerschein der Klasse 3 bzw. B
- Interesse an sozialpädiatrischer Tätigkeit
- hohe Motivation, Teamfähigkeit
- Flexibilität (Wochenenddienste)
- physische und psychische Belastbarkeit
Ihre aussagekräftige Bewerbung richten Sie bitte innerhalb von 14 Tagen nach Erscheinen dieser Anzeige an folgende Adresse:
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main
Geschäftsstelle
Rechneigrabenstraße 10
60311 Frankfurt am Main
Zentrum für Frauen
Modetrends für neue Perspektiven
Auch die Royal Bank Of Scotland unterstützt die ModeKreativWerkstatt im Zentrum für Frauen mit einer Sammlung hochwertiger Berufskleidung.
„Kleider machen Leute“ - das alte Sprichwort ist noch heute aktuell. Gerade auch, wenn es darum geht, sich um eine Ausbildung zu bemühen oder einen Wiedereinstig in den Beruf anzustreben. „Die ModeKreativWerkstatt sorgt dafür, dass hochwertige Kleidungsstücke gezielt finanziell schlechter gestellten Menschen zugute kommen, die sie zum Beispiel für ein Vorstellungsgespräch benötigen“, erklärt Karin Kühn, Leiterin des Zentrums für Frauen am Alfred-Brehm-Platz. Eine Idee, die Oliver Thorborg spontan gefiel: „Ich hatte viele gute Kleidungsstücke abzugeben, wollte aber auf keinen Fall, dass Putzlappen daraus werden“, so der Mitarbeiter der Royal Bank Of Scotland. Daher recherchierte er im Internet nach sinnvollen Verwendungsmöglichkeiten und stieß auf die ModeKreativWerkstatt. Thorborg schlug vor, unter den rund 400 Frankfurter Mitarbeitern des Bankhauses eine Sammlung durchzuführen. Mit großem Erfolg, wie sich vergangene Woche herausstellte. Denn Karin Kühn und Monika Hoffmann vom Zentrum für Frauen konnten sich bei einer Übergabe in der Frankfurter Niederlassung des Bankhauses für eine Vielzahl geeigneter Kleidungsstücke bedanken.
Erfolgsmodell innerhalb kürzester Zeit
Der Startschuss für die ModeKreativWerkstatt fiel im Jahre 2008. Die Investmentbank Goldman Sachs und das Bankhaus Citi waren mit der Idee an das Zentrum für Frauen herangetreten, ein aus England stammendes Konzept mit dem Titel „Dress For Success“ auch in Frankfurt umzusetzen. Das Prinzip: Firmen sammeln hochwertige Berufskleidung unter der Mitarbeiterschaft und stellen sie so gezielt Menschen zur Verfügung, die für den Beruf angemessene Kleidung benötigen, jedoch keine ausreichenden finanziellen Mittel besitzen. Auch die Personalberatungsgruppe Michael Page International sowie zahlreiche Einzelspender beteiligten sich schließlich und trugen dazu bei, dass sich die ModeKreativWerkstatt innerhalb von kürzester Zeit zu einem Erfolgsmodell entwickelte. „Wir brauchen dringend immer wieder Nachschub an hochwertiger Kleidung, denn das Angebot wird von Frauen, die Hartz IV beziehen, sehr gut genutzt“, bekräftigt Kühn. Eine entscheidende Rolle spiele die Kooperation mit den Rhein-Main Jobcentern. Sie unterstützen das Projekt nicht nur finanziell, sondern weisen unter anderem mit Flyern gezielt auf die Möglichkeit hin, sich in der ModeKretaivWerkstatt mit passgenau zugeschnittenen Kleidungsstücken zu versorgen.
Auch Männerbekleidung gefragt
Angesiedelt ist die Werkstatt im Zentrum für Frauen am Alfred-Brehm-Platz. Getragen von der Diakonie Frankfurt am Main vereint es vier qualifizierte Angebote unter einem Dach: Lilith - Wohnen für Frauen, eine Soziale Beratungsstelle, den Tagestreff 17 Ost sowie TAMARA - Beratung und Hilfe für Prostituierte. Auch über die Frankfurter Stadtgrenzen hinaus gibt es keine vergleichbare Einrichtung mit einem derart breiten Spektrum an Unterstützung für Frauen in schwierigen Lebenssituationen.„In allen Bereichen spielt das Thema der beruflichen Perspektive eine tragende Rolle“, bekräftigt Kühn. Dass bei der Sammlung auch eine ganze Menge Herrenbekleidung zusammenkam, sei ebenfalls gewollt, denn das Zentrum für Frauen kooperiere eng mit dem Ökumenischen Familienmarkt. In dem von Diakonie und Caritas gemeinsam getragen Second-Hand-Kaufhaus nämlich gibt seit kurzem eine Abteilung für Business-Kleidung: „Hier erhalten Männer in ganz ähnlicher Weise passende Kleidung für das Berufsleben.“
Den Blick für andere nicht verlieren
Dr. Ingrid Hengster, Deutschlandchefin der Royal Bank Of Scotland, zeigt sich von der Idee begeistert: „Ich finde es sehr gut, dass verschiedene ‚Welten‘ wie Banksektor und Soziale Arbeit auf diese Weise zusammenkommen.“ In einer ausdifferenzierten Gesellschaft habe schließlich jeder zahlreiche eigenen Themen, die im tagtäglich Mittelpunkt stünden. „Gerade darum ist es umso wichtiger, den anderen nicht aus dem Blick zu verlieren.“ Wie Monika Hoffmann ausführt, sei die ModeKreativWerkstatt gleichzeitig ein Beschäftigungsprojekt: „Das KreativTeam, das die Kleidung unter professioneller Anleitung einer Maßschneiderin umarbeitet, besteht aus sechs Frauen, die den Wiedereinstieg in das Berufsleben anstreben“, erklärt die Sozialarbeiterin. Im Rahmen einer Hartz IV-Arbeitsgelegenheit verpflichten sie sich, regelmäßig teilzunehmen und erhalten einen Stundensatz von 1 Euro 50. Hierbei arbeitet das Zentrum für Frauen eng mit der „Koordination und Organisation von Arbeitsgelegenheiten“ der Diakonie Frankfurt zusammen, die direkter Ansprechpartner für die Rhein-Main Jobcenter GmbH im Kontext von Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen ist. „Fördern und fordern“, laute dabei das Motto, erörtert Hoffmann und sieht in der Heranführung an den Arbeitsalltag ein entscheidendes Ziel: „Viele der Frauen standen noch nie im Berufsleben oder sind seit Jahren arbeitslos.“ Daher gehe es darum, in einer beruflichen Tagesstruktur Fuß zu fassen und Dinge wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Kommunikationsfähigkeit einzuüben.
Start in eine neue Phase
Auch die Stärkung des Selbstbewusstseins sei ein wichtiges Ziel. „Die Frauen lernen zum Beispiel, mit Kundinnen umzugehen und haben zudem die Möglichkeit, Fähigkeiten und kreatives Potenzial ohne zeitlichen Druck zu entdecken und zu erlernen." Das solle nicht zuletzt Interesse an einer Weiterqualifizierung im Bereich Textil wecken oder gar dazu motivieren, eine entsprechende Ausbildung zu beginnen. Insgesamt, freut sich Karin Kühn, starte man nun in eine neue Phase, nachdem die Zusage von den Rhein-Main-Jobcentern bestehe, die Zahl der Arbeitsgelegenheiten auf 16 zu erhöhen. „Daher suchen wir für die ModeKreativWerkstatt möglichst kurzfristig größere Räumlichkeiten.“
[Jörn Dietze]
Zentrum für Frauen
72 Stunden: Jugendliche aus Frankfurt-Nied packen an
Firmgruppe verschönert Außengelände des Zentrums für Frauen der Diakonie Frankfurt
Kräftig anpacken hieß es drei Tage lang für 34 Jugendliche, die vom 8. bis 10. Mai das Außengelände des Zentrums für Frauen am Alfred-Brehm-Platz verschönerten. Im Rahmen der größten Sozialaktion des Bundes der Deutschen Katholiken "72 Stunden - uns schickt der Himmel" gestalteten die Jungen und Mädchen aus der Katholischen Pfarrgemeinde Frankfurt-Nied den Garten um das Gebäude neu. Ihr Motto lautete „All YOU NEED IS NIED".
Begleitet von einer Landschaftsgärtnerin pflanzten sie eifrig frisches Grün, legten Beete an, strichen Zäune, richteten Sitzgelegenheiten und Kommunikationsecken ein. Wie Gemeindereferentin Verena Nitzling erklärte, gehöre die Teilnahme am Projekt zur Vorbereitung auf die Firmung und sei sorgfältig gemeinsam geplant worden: „Unter anderem haben wir bei Unternehmen und Firmen im Stadtteil um Unterstützung angefragt und neben Pflanzen, Erde und Steinen zum Beispiel Gartentische und 30 Stühle als Spende erhalten", freut sich Nitzling. Darüber hinaus beteiligten sich auch Bäcker, Metzger, Getränkehändler und andere Geschäftsleute aus den Stadtteilen Nied und Griesheim, indem sie die Jugendlichen während der Aktion mit Speisen und Getränken versorgten.
"Eine Hand hält die andere"
Jennifer Kolodziej gefällt die Erfahrung, einmal richtig körperlich zu arbeiten: "Es ist wichtig, nicht nur herumzusitzen, sondern einander zu helfen. So etwas braucht die Gesellschaft", weiß die 17-Jährige. Melanie Gotzmann sieht das ganz ähnlich: "Zur Firmvorbereitung gehört einfach ein soziales Projekt dazu", findet die 15-Jährige und ergänzt: "Die Frauen hier sollen sich wohlfühlen und es ist schön, dass wir etwas dazu beitragen können." Auch die Gruppe, betont das Mädchen, habe von der Aktion und den intensiven Vorbereitungen profitiert: "Die Gemeinschaft ist richtig zusammengewachsen." Das gemeinsame Motto laute nun: "Eine Hand hält die andere."
Die Leiterin des Zentrums für Frauen, Karin Kühn, zeigt sich vom Engagement der Jugendlichen begeistert: "Es ist beeindruckend zu sehen, wie sich junge Menschen für andere einsetzen, die auf Unterstützung angewiesen sind. Solche Zeichen der Solidarität machen Mut. Dafür danken wir sehr herzlich." Das Zentrum für Frauen am Alfred-Brehm-Platz wird getragen von der Diakonie Frankfurt am Main und vereint vier qualifizierte Angebote unter einem Dach: Lilith - Wohnen für Frauen, eine Soziale Beratungsstelle, den Tagestreff 17 Ost sowie TAMARA - Beratung und Hilfe für Prostituierte. Auch über die Frankfurter Stadtgrenzen hinaus gibt es keine vergleichbare Einrichtung mit einem derart breiten Spektrum an Unterstützung für Frauen in schwierigen Lebenssituationen.
Engagement - Kreativität - Einfallsreichtum
Im Zuge der mit gut 100.000 Teilnehmenden äußerst erfolgreich verlaufenen Sozialaktion "72 Stunden - uns schickt der Himmel" realisierten katholische Jugendgruppen in insgesamt sieben Bundesländern und 14 Diözesen vom 7. Bis 10. Mai ein soziales, interkulturelles, ökologisches oder politisches Projekt und setzen sich so für die Anliegen von Menschen in ihren Heimatorten ein. Engagement, Kreativität und Einfallsreichtum standen dabei im Mittelpunkt, ganz gleich ob es um Computerkurse für Senioren, Spielangebote für Kinder oder die Umgestaltung von öffentlichen Plätzen ging. Unterstützt wurde die Aktion auch von öffentlich-rechtlichen Rundfunksendern wie dem "Aktionsradio HR 3", die immer wieder über den Verlauf der Aktivitäten berichteten.
[Carla Diehl]
Müttergenesungswerk
"Da ist plötzlich wieder viel Kraft in mir..."
Bei einem Empfang der Müttergenesung im Museum Giersch standen Mütter mit ihren (Lebens-) Geschichten im Mittelpunkt / OB Dr. Roth wirbt für wichtige Form von Bürgerengagement.
"Von der Müttergenesung habe ich Hilfe erfahren, wie ich sie bisher nicht kannte." Susanne D. bringt auf den Punkt, was zahlreiche Frauen Jahr für Jahr erleben. Als eine von fünf Müttern berichtete sie am 30. April im Museum Giersch von ihren Erfahrungen während einer Mutter-Kind-Kur. Eingeladen hatte die Ehrenvorsitzende des Ehrenausschusses für Müttergenesung, Oberbürgermeisterin Dr. Petra Roth, um aus Anlass der beginnenden Sammelaktion 2009 allen bisherigen Spendern und Unterstützern zu danken. "Ihr Einsatz hilft nicht nur Müttern, sondern es geht um das Wohl von Familien, nicht zuletzt von Kindern", betonte sie. Wie Marianne Adler von der Müttergenesung Frankfurt bekräftigte, seien zahlreiche Angebote nur durch das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern möglich. So zeige sich bei der Arbeit mit Müttern unter anderem, dass immer mehr junge Familien von Armut betroffen seien. "Gerade während einer Kur wird vieles offensichtlich, was im stressigen Alltag allzu leicht untergeht", berichtet Adler. Da fehle es einer Mutter an einer warmen Winterjacke, eine andere sei nicht in der Lage, ihrer Tochter ein geeignetes Paar Jogging-Schuhe oder einen Turnanzug zu kaufen. "Dank der Unterstützer kann Müttergenesung auch hier gezielt helfen, zum Beispiel mit einem kleinen Taschengeld." Wichtig sei nicht zuletzt, Müttern Wertschätzung entgegenzubringen, die Tag für Tag einen wichtigen Dienst an ihren Familien und somit an der gesamten Gesellschaft leisteten.
Ein Licht im Dunkel der Odyssee
Susanne D. kann das bestätigen. In einer Kureinrichtung an der Ostsee hat sie sich selbst ein Bild machen können, wie nötig solche Hilfen für zahlreiche Mütter sind. Ihre eigene Mutter-Kind-Kur bezeichnet sie als "Licht nach langem Dunkel". Hautkrebs – so lautete vor fünf Jahren die niederschmetternde Diagnose für die Mutter von zwei Kindern. Doch das war längst nicht alles, denn nach Operation und Reha folgten neue Hiobsbotschaften: Die Schwester erkrankte an Brustkrebs und einige Monate später stürzte Susanne D.s Vater schwer. Sechs Monate lag er auf der Intensivstation, musste künstlich beatmet werden. Trotz ihrer eigenen Interferon-Behandlung pendelte Susanne D. täglich zwischen den Krankenhäusern und ihrer Wohnung, ihre Tochter verbrachte etliche Stunden in Wartezimmern oder bei Pförtnern. "Ich hatte ein sehr schlechtes Gewissen gegenüber meiner Familie und mir selbst", erinnert sich die Frau, für die wenig später der "totale Zusammenbruch" folgte, nachdem erst ihr Vater und ein halbes Jahr später auch ihre Schwester verstarb. Auf Empfehlung einer Freundin rief sie schließlich bei der Beratungsstelle für Mütter- und Mutter-Kind-Kuren der Diakonie an und bat um Unterstützung. "Sehr schnell konnte ich eine Kur in Grömitz antreten, bei der ich auch psychologische Unterstützung in Anspruch nahm." Nach drei Wochen habe sie sich wieder "richtig gut" gefühlt. "Und auch mein Kind lebte während der Kur total auf." Yvonne P. wiederum profitierte nach mehreren Klinikaufenthalten und einer Bandscheibenoperation vom gezielten Sportprogramm während ihrer Mutter-Kind-Kur. "Bei der Müttergenesung erfuhr ich unbürokratische Hilfe und tatkräftige Unterstützung. Das hat mir große Zuversicht gegeben", erklärt die alleinerziehende Mutter von Zwillingen.
Junge Menschen für Engagement gewinnen
Oberbürgermeisterin Dr. Petra Roth stellte den Wert von Müttergenesung für die gesamte Gesellschaft heraus: "Der doppelte Druck durch die Sorge für die Familie und das Funktionieren-Müssen im Job bringt für viele Frauen eine hochgradige Belastung im körperlichen wie im psychischen Bereich mit sich." Knapp 60 Jahre nach ihrer Gründung stehe die Müttergenesung vor großen Herausforderungen und nehme entscheidende Verantwortung für die Entwicklung der Familien wahr: "Wir brauchen auch heute junge Menschen, die sich für Müttergenesung engagieren, weil sie spüren, dass es mehr gibt als Job und Karriere, nämlich Zuwendung und Zeit für Andere", forderte die OB. Der Leiter der Diakonie Frankfurt am Main, Dr. Michael Frase, ehrte in diesem Kontext Gretel Weiß und Waltraude Schäfer für mehr als zehn sowie Walter Paschold für über zwanzig Jahre ehrenamtliches Engagement. Zudem gedachte er Kitty Ambrosius, die am 12. April im Alter von 94 Jahren verstarb. Im Jahre 1951 hatte sie den ersten Ehrenausschuss gegründet und fungierte über 40 Jahre als dessen Vorsitzende. "Sie hat die Müttergenesung nicht nur geprägt, sondern stand mit ihrer Person für die engagierte Arbeit in Frankfurt." Es sei etwas ganz besonderes, dass in der Mainmetropole vier Wohlfahrtsverbände in so enger Weise kooperierten, bekräftigte Frase und verwies auf die Struktur des Ortsauschusses, der von Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Deutschem Roten Kreuz und Diakonie gemeinsam getragen wird. "In Zeiten, in denen sich Gesellschaft rasant entwickelt, ist es die Aufgabe von Müttergenesung, immer wieder neue Perspektiven für Mütter zu entwickeln und ihre berechtigten Interessen zu vertreten." Als beispielhaft bezeichnete Frase die umfassenden Nachsorgeangebote, von denen auch Susanne D. profitierte: "Am Ende der Kur dachte ich mit Schrecken an den Alltag, doch dann wurde ich hervorragend aufgefangen. Es ist schön zu wissen, dass ich mich auch heute an Frau Lebéus von der Nachsorge wenden kann, wenn ich Unterstützung brauche", freut sie sich und resümiert: "Dank Müttergenesung kann ich heute wieder positiv in die Zukunft blicken."
Dank Müttergenesung "die Kurve gekriegt"
Astrid H. weiß ganz ähnliches zu berichten: "Ich war ein klassischer Burn-Out-Fall", erinnert sich die Mutter von drei Kindern. Die Doppelbelastung von Familie und Beruf habe sie lange Zeit kompensieren können. Doch als sich ihre Arbeit "verdreifachte", nachdem Kolleginnen im Zuge der Wirtschaftskrise freigestellt wurden, geriet sie immer tiefer in den Strudel. "Ich konnte nicht Nein sagen und irgendwann ging dann gar nichts mehr." Während einer Mutter-Kind-Kur lernte sie, sich selbst Grenzen zu setzen und eine sinnvolle Balance zwischen Arbeit und Familienleben anzustreben. "Durch die Kur habe ich gerade noch die Kurve gekriegt", bekräftigt die Frau, die nun an einer beruflichen Wiedereingliederungsmaßnahme ihres Arbeitgebers teilnimmt. "Ganz viel Kraft" spürt auch Richterin Clementine E. wieder in sich. Bereits zwei Mutter-Kind-Kuren hat sie mit ihrer Tochter absolviert, die eine Leber- und eine Nierentransplantation über sich ergehen lassen musste. "Die Zeit war für die ganze Familie ein echter Horror", blickt sie zurück. Dass ihre Tochter entgegen aller medizinischer Prognosen nun eine reguläre Schule besucht und auch im Sportunterricht zu den besten zählt, schreibt Clementine E. wesentlich den ganzheitlichen Angeboten der Müttergenesung zu. "Sie brachten ein Ausmaß an Erleichterung mit sich, dass sich kaum beschrieben lässt." Nun möchte sie etwas davon zurückgeben und plant, sich ehrenamtlich für die Müttergenesung zu engagieren. Wie eine Mutter Kind-Kur ganz neue Interessen und Talente wecken kann, machte Birgit A. deutlich, die im Museum Giersch mit einer Duett-Partnerin für musikalische Höhepunkte sorgte. Im Rahmen einer Asthma-Therapie entdeckte sie vor drei Jahren auf einer Mutter-Kind-Kur das Querflöte-Spielen. "Dieses Hobby gibt mir heute viel Kraft für den Alltag", betont sie und ergänzt: "Ich möchte anderen Frauen Mut machen, zu einer Beratungsstelle der Müttergenesung zu gehen und gezielt etwas für sich und ihre Familie zu tun."
[Jörn Dietze]
Kirche am Flughafen
Jugendliche erkunden soziales Netz im global village Flughafen
Auf Einladung von Kirche am Flughafen verbringen Konfirmandinnen und Konfirmanden einen ungewöhnlichen Tag am größten Airport Deutschlands
„Wer kam eigentlich auf die Idee, am Flughafen eine Kirche einzurichten?“ Jennys Frage ist typisch für diesen Tag. Zeigt sie doch, wie viel Erstaunliches die Konfirmandinnen und Konfirmanden erleben, die heute den Frankfurter Airport besuchen. Insgesamt 85 aus dem gesamten Umland sind einer Einladung von Kirche am Flughafen gefolgt und verbringen Stunden, die ihnen sicher noch lange in Erinnerung bleiben werden. Auch eine Gruppe aus Hofheim-Lorsbach ist dabei. Pfarrerin Kerstin Krause hat sie gezielt vorbereitet: "Unter anderem hat eine Flugbegleiterin im Konfirmandenunterricht von ihrer Arbeit erzählt und wir haben den Film ‚Terminal' mit Tom Hanks geschaut." Mit dem Tag am Flughafen möchte Krause den Jugendlichen zeigen, "dass Kirche an vielen Orten in unserer Gesellschaft einen wichtigen Dienst tut." Genau das ist auch das Ansinnen von Flughafen-Pfarrerin Ulrike Johanns und Vikar Felipe Blanco Wißmann, die den Projekttag organisieren: "Wir wollen auch deutlich machen, dass Kirche unmittelbar mit der Arbeitswelt der Menschen verknüpft ist", betonen sie einmütig, während die Konfirmanden und ihre Begleiter einer nach dem anderen von Security-Leuten abgescannt werden. Bei der anschließenden Vorfeld-Rundfahrt nämlich geht es ganz nah an den riesigen Jumbos vorbei. Von der Führerin lernen die Jungen und Mädchen unter anderem, dass in Frankfurt jährlich 54 Millionen Passagiere starten und landen, 2,1 Millionen Tonnen Fracht umgeschlagen werden, ein 40 Kilometer langes unterirdisches Netz aus Kerosinleitungen das Betanken der Flugzeuge sicherstellt und der Catering-Service der Lufthansa täglich rund 80.000 Essen an die Airlines ausliefert. Dröhnende Jets, die in immer wieder in unmittelbarer Nähe des Busses starten und landen, sorgen nicht nur bei den technikbegeisterten Jugendlichen, sondern auch bei vielen Erwachsenen für offene Münder und hektisches Suchen nach der besten Fotoposition.
Als Kirche präsent sein
Und was hat das alles mit der Kirche zu tun? Dieser Frage sind die Jugendlichen bereits am Vormittag auf den Grund gegangen, als sie mit Flughafenpfarrerin Ulrike Johanns über die umfangreiche Arbeit von "Kirche am Flughafen" sprachen, einem Arbeitsbereich der Diakonie des Evangelischen Regionalverbandes Frankfurt am Main. "Wir sind Anlaufstelle für Reisende, Flughafenbesucher und -beschäftigte", betont Johanns. Schließlich sei der Airport auch Arbeitsplatz für rund 70.000 Menschen unterschiedlichster Nationalitäten und Berufe - rund um die Uhr. "Die Flughafen-Seelsorge lädt ein zu Gottesdiensten und Veranstaltungen unter anderem in zwei Flughafen-Kapellen." Für Menschen, die in eine Notlage geraten sind, engagiere sich der Kirchliche Sozialdienst für Passagiere mit schnellen unbürokratischen Hilfen. "Das Team", so die Pfarrerin, "steht Menschen in psychisch bedrängten Lebenslagen bei, vermittelt Ansprechpartner, beschafft Unterkunft und organisiert Hilfe für Reisende, die zum Beispiel Opfer eines Diebstahls geworden sind". Gebannt lauschen die Jugendlichen auch Johanns Berichten vom Kirchlichen Flüchtlingsdienst, der Asylsuchenden Verfahrensberatung und Seelsorge anbietet, und von der Abschiebungsbeobachtung: "Mitarbeiterinnen von uns sind vor Ort, wenn Flüchtlinge abgeschoben werden. Ihre Beobachtungen werden dann in Zusammenarbeit mit der Bundespolizei und mit Menschenrechtsorganisationen ausgewertet." Mit dem Kirchlichen Sozialdienst hat auch Werner Krieg bereits zusammengearbeitet "Er ist eine enorm wichtige Einrichtung", betont der Pfarrer aus Bad Vilbel-Massenheim. Ein Grund für ihn, sich mit 17 Konfirmandinnen und Konfirmanden für den Projekttag anzumelden :"Es ist wichtig, dass Jugendliche wissen, wo Kirche heute überall präsent ist".
Zusammenarbeit ist Trumpf
Für Alisha ist genau das etwas "ganz Neues und Überraschendes". Nadine hingegen hatte schon einmal gehört, dass es Kirche am Flughafen gibt, sich die Arbeit aber vollkommen anders vorgestellt: "Ich hätte nie gedacht, dass die Kirche hier so mitmischt und mit so vielen Einrichtungen zusammenarbeitet." Und exakt davon können sich die Jugendlichen am Nachmittag selbst ein Bild machen. Denn auf dem Programm stehen Begegnungen mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Berufsgruppen am Airport: Mitarbeitende der Fraport AG, der Bundespolizei und des Passagier-Betreuungsdienstes FraCare Services berichten von ihrer Tätigkeit und ihrer Zusammenarbeit mit "Kirche am Flughafen". Und so sitzen 15 Mädchen und Jungen dann auch in einem Zimmer, in dem allein reisende Kinder vor, zwischen oder nach Lufthansa-Flügen betreut werden. 50.000 seien es pro Jahr, erklärt die Operative Leiterin von FraCare Services, Astrid Holstein. Gerade ist ein zwölfjähriger Junge gekommen, der aus der Pfalz zu seinen Verwandten nach Dublin reist. Ein Mitarbeiter bringt ihn zu seinem Flug, übergibt ihn persönlich an die Crew. "Morgen wird der Raum hier voll sein, denn in Hessen beginnen die Osterferien", betont Holstein und berichtet den beeindruckten Konfirmanden, dass in Stoßzeiten über 750 Kinder an einem Tag von Lufthansa betreut werden. Doch der Service, welcher die Eltern bei Flügen innerhalb Europas lediglich 40 Euro kostet, sei nicht das einzige Angebot des vor einem Jahr von Lufthansa und Flughafenbetreiber Fraport AG gegründeten Unternehmens FraCare Services.
Freude und Trauer dicht beieinander
"Etwa 80 Prozent unserer Arbeit besteht darin, hilfsbedürftige Fluggäste zum Beispiel mit körperlichen Einschränkungen oder Krankheiten zu betreuen", so Holstein. Dazu nutzen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter neben Rollstühlen unter anderem die kleinen Elektrofahrzeuge, die einigen Konfirmandinnen und Konfirmanden bei vorherigen Flughafenbesuchen bereits aufgefallen waren. Holstein verweist auf eine EU-Richtlinie, die seit letztem Sommer besteht: "Die Flughafenbetreiber und Airlines sind verpflichtet, sich um solche Fluggäste zu kümmern. Dabei dürfen den Betroffenen keine extra Kosten entstehen." Kirche am Flughafen spiele als Kooperationspartner dabei eine entscheidende Rolle. Zum Beispiel, wenn Menschen in Notlagen gerieten, orientierungslos seien oder die Verwandten nicht zum Abholen erschienen. "Der Betreuungsdienst ist verpflichtet, Gäste bis ans Taxi zu begleiten. Was aber ist, wenn sie kein Geld haben oder überhaupt nicht wissen, wo sie hinfahren müssen?" Dann, betont Johanns, werde der Kirchliche Sozialdienst für Passagiere ebenso aktiv wie etwa bei Problemen mit der Einreise. "Passagiere, denen zum Beispiel das Visum fehlt, würden lange im Transitbereich festsitzen, wenn nicht der Kirchliche Sozialdienst intensiv nach einer Lösung suchen würde", bekräftigt Holstein. Dabei, ergänzt Johanns, arbeite man Hand in Hand mit Behörden und Ämtern. Nicht selten spielten sich ausgelassene Freudenszenen ab, etwa wenn sich Familienmitglieder nach langer Zeit und vielen Wirrungen wiederträfen. Das berühre auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. "Gemeinsam sind wir mit unseren Einrichtungen das soziale Netz im global village", resümiert die Pfarrerin und ergänzt: "Der Flughafen ist wie eine Stadt - es gibt Geschäfte, Hotels, Ärzte, Läden und vieles mehr - da ist es selbstverständlich, dass wir als Kirche auch vor Ort sind." Ganz still wird es im Raum, wenn Holstein über Trauerfälle und Unglücke spricht, von denen Reisende oder Kollegen betroffen sind: "In solchen Fällen ist die Flughafenseelsorge unschätzbar wichtig für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - auch wenn es um die Betreuung von Angehörigen geht. Ohne die Pfarrerin wüssten wir da manchmal nicht weiter."
[Abb.: Pfarrerin Ulrike Johanns mit den Konfirmandinnen und Konfirmanden beim Rundgang]
[Jörn Dietze]
Soziale Stadt
Identifikation und Einsatzbereitschaft: Rödelheim-West bewegt sich
Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. präsentiert Quartiersanalyse/Bewohner fühlen sich mit ihrem Viertel verbunden
Rödelheim hat viel Potenzial - so lautet das Fazit einer Quartiersanalyse, die Ludger Stallmann vom Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. (ISS) am Dienstag, 17. März, im Gemeindehaus der Evangelischen Cyriakusgemeinde präsentierte. Grundlage der vom "Frankfurter Programm - Aktive Nachbarschaft" in Auftrag gegebenen Studie für den westlichen Bezirk des Stadtteils sind Befragungen von Bewohnern, Interviews mit lokalen Experten sowie eine Analyse statistischer Daten. "Die Bürgerinnen und Bürger haben großes Interesse an nachbarschaftlichem Zusammenleben und zeigen eine hohe Bereitschaft, sich für ihre Belange zu engagieren", betont Quartiersmanagerin Heike Hecker vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main. Eindrucksvoller Beleg dafür war der sehr gut gefüllte Gemeindesaal, in dem Rödelheimer verschiedenster Generationen und Nationalitäten den Ausführungen Stallmanns lauschten. Dieser verdeutlichte zu Beginn einige Besonderheiten: So ergebe sich durch die "Halbinsellage" des Quartiers zwischen Gewerbegebiet, Nidda und Autobahn sowie die Trennung durch die Bahnlinie quasi eine Vierteilung. Jeder vierte Bewohner sei ausländischer Staatsbürger, baulich gebe es in Rödelheim-West eine "hohe Verdichtung". Für die Stadtteilentwicklung spielten die großen Wohnungsbaugesellschaften daher eine entscheidende Rolle.
Grünflächen, Parkraum und Treffpunkte
Als ein für die Bewohnerinnen und Bewohner zentrales Thema nannte Stallmann die einheitliche Sanierung aller Wohngebäude. Insgesamt gehe es um ein freundlicheres Erscheinungsbild des Quartiers. So wurde in zahlreichen Interviews mangelnde Sauberkeit der Grünflächen beklagt und eine intensivere Pflege, Sitzgelegenheiten sowie mehr Sicherheit durch verbesserte Beleuchtung gefordert. Auch die Unterführung am Bahnhof sei zu dreckig und zu unsicher. Insgesamt wünschen sich die Bewohnerinnen und Bewohner von Rödelheim-West mehr Treffpunkte und Kontaktmöglichkeiten im Viertel. Weitere Themen: die Parksituation, Angebote für Jugendliche wie etwa ein Jugendhaus, ein Mangel an Hortplätzen, der weitere Umbau des Bolzplatzes am Zentmarkweg sowie Gesprächsrunden für Senioren oder Menschen mit Migrationshintergrund. Von den Befragten vorgeschlagen wurden unter anderem eine Kleiderkammer und ein Second-Hand-Laden im Viertel sowie neue Beratungs- und Hilfsprojekte, beispielsweise zur Berufsfindung.
Ergebnisse machen Mut
Insgesamt bescheinigte Stallmann den Bewohnern von Rödelheim-West ein großes Interesse am "sozialen Miteinander": "Die hohe Identifikation mit ihrem Stadtteil zieht sich wie ein Roter Faden durch die gesamte Analyse". Der Leiter des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main, Dr. Michael Frase, hob in diesem Kontext bürgerschaftliches Engagement als einen zentralen Punkt hervor: "Rödelheim-West hat vieles an Potenzialen zu bieten. Diese Schätze gilt es zu heben". Ziel des Quartiersmanagements sei, Beteiligungsmöglichkeiten zu schaffen, die Belange der Bürger zu fördern und Dinge in Bewegung zu bringen. "Die Quartiersanalyse ist dafür ein wichtiger Schritt. Und die Ergebnisse machen Mut, weitere Schritte zu wagen."
Diakonie "bewährter Partner"
Mit dem "Frankfurter Programm - Aktive Nachbarschaft" möchte die Stadt Frankfurt am Main die Lebensbedingungen in Stadtvierteln verbessern und das Miteinander - auch von unterschiedlichen Kulturen - stärken. Dabei kooperiert sie eng mit verschiedenen Trägern sozialer Arbeit. Nachdem das Diakonische Werk für Frankfurt am Main bereits in der Karl-Kirchner-Siedlung in Frankfurt Preungesheim erfolgreich beteiligt war, übernahm es vor vier Jahren die Trägerschaft in der Nordweststadt und im Sommer 2008 auch in Rödelheim-West. Die Dezernentin für Soziales, Senioren, Jugend und Sport, Prof. Dr. Daniela Birkenfeld, dankte der Diakonie ausdrücklich dafür: "Ich freue mich, dass ein bewährter Partner der Stadt Frankfurt am Main sein großes Knowhow hier einbringt". Ziel sei, die Lebensqualität weiter so zu verbessern, dass Bewohnerinnen und Bewohner jeder Generation und Herkunft sich in Rödelheim zu Hause fühlten, betonte Birkenfeld. Dabei lobte sie die gute Vernetzung im Stadtteil: "Vereine, Arbeitsgemeinschaften, Kirchen, Schulen, Eltern und Ortsbeirat arbeiten hervorragend mit dem Quartiersmanagement zusammen." Als Beispiel stellte sie das Engagement für den Bolzplatz am Zentmarkweg heraus, das in eine gemeinsame Arbeitsgemeinschaft mündete, die bereits einiges auf den Weg gebracht habe.
Viele Planungen bereits konkret
Auch Ortsvorsteher Christian Wernet begrüßte das Engagement: "Es geht darum, den Stadtteil lebens- und liebenswerter zu gestalten. In dieser Hinsicht hat die Quartiersmanagerin bereits Sichtbares und Achtbares geleistet." Hecker selbst sagte, es gelte nun "zügig die nächsten Aufgaben anzupacken" und stellte ausgewählte Projekte für 2009 vor, die sich aus der Quartiersanalyse ergeben. So werde die Erneuerung des Bolzplatzes am Zentmarkweg weiter fortgesetzt. "Dazu sollen unter anderem Übungsleiter aus dem Ausbildungsprojekt der Werkstatt Frankfurt an zwei Nachmittagen Ballsportgruppen anbieten". Um das Thema "Grünanlagen" aufzugreifen, suche man unter anderem Baum- und Blumenpaten für die Bepflanzung und Verschönerung der "Baumscheiben". Das im August 2008 eröffnete Nachbarschaftsbüro in der Westerbachstraße 29 werde als Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger bereits gut angenommen. Zu Heckers aktuellen Planungen gehören weiterhin Straßen- und Nachbarschaftsfeste, ein Tag des Vorlesens und ein Netzwerk von Ehrenamtlichen. Um "Begegnungen unter Nachbarn" zu intensivieren soll es zudem ein monatliches Stadtteilfrühstück sowie verstärkt Ausflüge und Unternehmungen für alle Altersgruppen geben.
[Carla Diehl]
Soziale Stadt
Voller Einsatz für den Bolzplatz
Quartiersmanagement der Diakonie greift wichtiges Anliegen junger Rödelheimer auf
Nicht wie gewohnt mit dem Ball am Fuß, sondern mit Sägen, Scheren und Rechen in den Händen, sah man Jungen und Mädchen am Sonntag auf dem Bolzplatz am Zehntmarkweg in Rödelheim. Eifrig beschnitten sie die Sträucher und rodeten das Dickicht, räumten Müll weg. „Jugendliche krempeln die Ärmel hoch“, lautete das Motto einer Aktion, die vom Quartiersmanagement der Diakonie koordiniert wurde, das im Auftrag des städtischen „Frankfurter Programms – Aktive Nachbarschaft“ in Rödelheim-West tätig ist.
Gute Vernetzung setzt Zeichen
„Wir haben ein wichtiges Anliegen der jungen Rödelheimer aufgegriffen“, betont Quartiersmanagerin Heike Hecker, die das Engagement für den Bolzplatz als einen Beleg für die gute Vernetzung im Stadtviertel wertet. Um die Jugendlichen zu unterstützen, gründete sich eine „AG Bolzplatz“, in der Vertreter des RaUm der Evangelischen Cyriakusgemeinde, des Aktivspielplatzes Zentmarkweg sowie des 1. FC Rödelheim mit der Quartiersmanagerin und den Jugendlichen zusammenarbeiten. Die sonntägliche Aktion, so Hecker, sei ein Startschuss. Mit der Übernahme von Eigenverantwortung wolle man ein Zeichen setzen. Schließlich könne sich der Platz durch die Kooperation von Jugendlichen, Ortsbeirat, Grünflächenamt, Quartiersmanagement und dem „Frankfurter Programm – Aktive Nachbarschaft“ im Laufe des Jahres in einen vorbildlichen Bolzplatz verwandeln. Unter anderem wünschen sich die Jugendlichen einen geeigneten Bodenbelag, neue Tore und lärmgedämmte Ballfangzäune, damit auch die Lärmbelästigung für die Nachbarn verringert wird.
„Hochwassergebiet“ mitten im Stadtteil
„Ein zentrales Element ist die Beteiligung und Aktivierung der Bewohnerschaft“, bekräftigt Hecker. So hatten einige Jugendliche zuvor bereits mit einem Brief bei den unmittelbaren Nachbarn um Verständnis und Unterstützung geworben. Darin schreiben sie unter anderem, dass sich der Fußballplatz in einem miserablen Zustand befinde. „Diese Verwilderung ist bereits so weit fortgeschritten, dass dieser Platz bei Trockenheit einem Acker und bei Regen einem Hochwassergebiet ähnelt“, heißt es. Am Donnerstag letzter Woche dann luden Jugendliche aus der Siedlung Zentmarkweg alle, die an der Verbesserung des Bolzplatzes interessiert sind, zu einem Treffen ein. Nachdem die Quartiersmanagerin auf der gut besuchten Versammlung ausführlich über den Planungsstand informiert hatte, wurden die Verabredungen für die Aktion getroffen.
Vom Engagement begeistert
Die startete dann am Sonntag pünktlich um 10.30 Uhr unter der Leitung von Heike Hecker und Heiko Lüßmann von der Jugendeinrichtung RaUm der Evangelischen Cyriakusgemeinde. Ungeachtet der winterlichen Temperaturen begannen die Jugendlichen mit der der Rodung des Sträucher-Dickichts rund um den Bolzplatz gemäß der Planungen des Grünflächenamtes. „Obwohl der ein oder andere Aktive seinen Platz an der Baumsäge aufgeben musste, um etwa seinen Einsatz beim Fußballspiel nicht zu verpassen, gab es bis zum erfolgreichen Ende immer genug Nachrücker. Bereits gegen 14.00 Uhr war der Auftrag erledigt, insgesamt haben sich über 40 Jugendliche beteiligt“, zeigt sich die Quartiersmanagerin vom Engagement begeistert.
Lebensbedingungen verbessern – Miteinander stärken
Mit dem kommunalen Programm „Frankfurter Programm – Aktive Nachbarschaft“ möchte die Stadt Frankfurt die Lebensbedingungen in Quartieren verbessern und das Miteinander - auch von unterschiedlichen Kulturen - stärken. Dabei kooperiert sie eng mit verschiedenen Trägern sozialer Arbeit. Nachdem das Diakonische Werk für Frankfurt am Main bereits in der Karl-Kirchner-Siedlung in Preungesheim erfolgreich beteiligt war, übernahm es vor vier Jahren die Trägerschaft in der Nordweststadt und im Sommer 2008 in Rödelheim-West.
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main
Dramatische Lebensgeschichten und Schicksale
2. Jahresbericht der Abschiebungsbeobachtung am Frankfurter Flughafen
Dramatische Lebensgeschichten und Schicksale verbergen sich hinter der Abschiebung von Flüchtlingen und Asylbewerbern am Frankfurter Flughafen. Das bestätigt der zweite Jahresbericht 2007/2008, den die Abschiebungsbeobachterinnen der katholischen und evangelischen Kirche am Frankfurter Flughafen jetzt vorgelegt haben. Im Jahr 2007 wurden 4500 Menschen abgeschoben, 25 % weniger als im Vorjahr. Rund 300 Abschiebungen wurden im Berichtsjahr von den Abschiebungsbeobachterinnen begleitet.
Seit 2006 finanzieren die katholische und die evangelische Kirche mit Unterstützung der UNO Flüchtlingshilfe e.V. eine Abschiebungsbeobachtung. Sie hat das Ziel, für Transparenz im Verfahren von Abschiebungen herzustellen und humanitäre Ansprüche zu gewährleisten. Unterstützt und begleitet wird diese Aufgabe von einem Forum, dessen Vertreter von Kirchen, Bundespolizei, Pro Asyl, amnesty international und vom hessischen Flüchtlingsrat ernannt sind. Dabei hat sich die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Bundespolizei, die in den vergangenen zwei Jahren aufgebaut wurde, selbst bei kontroversen Auffassungen bewährt. Die Träger bedauern allerdings, dass das Innenministerium im Forum Abschiebebeobachtung noch immer nicht vertreten ist. Diese Mitwirkung wird als dringend notwendig erachtet.
Der Jahresbericht gibt Einblick in zahlreiche Schicksale. Jeder der geschilderten Vorgänge begründet die Notwendigkeit der Abschiebungsbeobachtung. Warum fällt die serbische Familie, die seit Jahren hier lebt, ein Einkommen besitzt und nicht straffällig geworden ist, nicht unter die Bleiberechtsregelung und wird abgeschoben? Wieso wird die Abschiebung eines jungen Chinesen vollzogen, obwohl er das Sorgerecht für seine beiden Kinder mit deutschem Pass besitzt? Besonders problematisch waren: Trennungen von Familien, Abschiebung nach langjährigem Aufenthalt, Kranke mit Arztbegleitung und Menschen, bei denen Abschiebungen gescheitert sind. Stresssituationen sind programmiert und erfordern hohe Sensibilität aller Beteiligten. Vermehrt bitten Flüchtlingsinitiativen oder Anwälte darum, eine Abschiebung zu beobachten. Besonders aufmerksam werden auch Abschiebungen in Krisenregionen wie Afghanistan, Irak und Sri Lanka beobachtet.
Der Bericht ist zu beziehen bei: Dezernat-caritas@bistumlimburg.de
Kontakt: Bischöfliches Ordinariat, Dezernat Caritas: 06431-295340
Kontakt: Ulrike Johanns, Arbeitsbereichsleiterin Kirche am Flughafen, Telefon 069/69071991
und Download unter: Jahresbericht_Abschiebungsbeobachtung_Frankfurt_2007-2008.pdf


























