Meldungen 2010



24.12.2010

Weißfrauen Diakoniekirche

Lange Nacht am Heiligen Abend im Frankfurter Bahnhofsviertel

Weißfrauen Diakoniekirche

Zum sechsten Mal lädt die Diakonie Frankfurt am Main zu einer „Langen Nacht am Heiligen Abend“ ins Bahnhofsviertel ein. Am Freitag, dem 24. Dezember 2010, öffnet sich um 18 Uhr die Tür der Weißfrauen Diakoniekirche, Weser- / Ecke Gutleutstraße und wird erst am ersten Weihnachtstag um 10 Uhr wieder geschlossen. Eingeladen sind alle, die am Heiligen Abend ins Bahnhofsviertel kommen möchten. Ein Weihnachtsgottesdienst mit Diakoniepfarrer Dr. Michael Frase beginnt um 19 Uhr.
Mitwirken werden der Frankfurter Schauspieler Matthias Scheuring, der Sankt Petersburger Trompeter Michail Klimaschewskij sowie Michael Berg an der Orgel. Im ganzen Kirchenraum sind Arbeiten von Frankfurter Künstlerinnen und Künstlern zu sehen: ein Krippenpanorama von Manfred Stumpf, Engel und Hirten von Eva Schwab, eine große Krippe von Phillip Zaiser, der Frankfurter Stern von Jens Lehmann, Ochs und Esel von Florian Haas, die drei Gaben „Gold, Weihrauch, Myrrhe“ von Tamara Grcic – und in diesem Jahr kommen die Schafe von Günter Zehetner hinzu . Ab 21 Uhr sind alle Gäste der Diakoniekirche zu einem Weihnachtsessen an langen Tafeln eingeladen. Wie in jedem Jahr engagieren sich dabei zwei Restaurants und viele ehrenamtliche Gastgeberinnen und Gastgeber. An der Krippe treffen sich ab 22.30 Uhr Musiker von der Straße zu einer Nachtmusik. Nach dem Nachtgebet um 0.00 Uhr mit Gerald Hintze wird gegen 0.30 Uhr Amanda Wittibschläger ihren Nachtblues singen. Auch in dieser Nacht besteht die Möglichkeit, in der Kirche zu schlafen; Tee und Weihnachtsgebäck werden an einer kleinen Bar von ehrenamtlichen Gastgebern die ganze Nacht über gereicht. Um 7 Uhr begrüßt ein Morgengebet den Weihnachtstag. Mit einem Frühstück ab 8.30 Uhr klingt diese Heilige Nacht im Bahnhofsviertel aus.



Predigt von Diakoniepfarrer Dr. Michael Frase am Heiligen Abend in der Weißfrauen Diakoniekirche im Jahr 2010

Gnade und Friede sei mit euch von unserem Vater und von unserem Herrn Jesus Christus!


Liebe Gemeinde,

Sie sehen heute neu in dieser Kirche Schafe, die sich durch eine Projektion als Altarbild bewegen. Sie sind eine Ergänzung unseres Krippen-Ensembles, das jährlich jedes Jahr um ein Kunstwerk eines anderen Künstlers oder einer Künstlerin bereichert wird. Zu den gängigen Vorstellungen der Krippe gehören selbstverständlich die Schafe dazu, spielen doch auch die Hirten in der Weihnachtsgeschichte eine bedeutende Rolle.

Der historischen Kern dieser Weihnachtserzählung lässt sich im Kontext der Hirten und ihrer Herden in den Feldern vor Bethlehem gut nachvollziehen. Noch heute werden dort, wo man diese Situation auch in der Antike zu verorten weiß, den Touristen bei ihrem Besuch von Bethlehem diese Felder gezeigt. Ein Tal erstreckt sich zwischen dem alten Bethlehem und den heute heranwachsenden Vororten der großen Stadt Jerusalem. Die Hirtenfelder sind eine im Hochland um Bethlehem herum angesiedelte karge Weidefläche. Das karstige Gelände ist durchbrochen. Es lassen sich Höhlen finden, die als Ställe und Unterstände genutzt werden.

In der Geburtskirche zu Bethlehem selbst kann man eine unterirdische Grotte unter dem Chor der Kirche besichtigen. Dieser Ort wird seit Jahrhunderten in der Tradition der Christenheit als Geburtsstätte Christi verehrt.

Auch wenn diese Stätten bereits seit der ausgehenden Antike durch Helena, die Mutter des römischen Kaisers Konstantin, definiert und festgelegt wurden, so ist von einer Historizität dieses Ortes nicht auszugehen. Die Tradition allerdings verehrt an diesen Plätzen die Geburtsstätte des Gottessohnes.

Diese durchziehenden Wanderherden, die seit der Antike immer unterwegs waren, wurden in der Regel von Hirten versorgt, die dafür von den Besitzern der Tiere einen meist sehr kargen Lohn bekamen. Oft waren sie wochenlang unterwegs, lebten draußen mit ihren Herden und konnten nur selten zu ihren Familien in ihre Dörfer heimkehren.

Die Besitzer der Hirten waren reichere Bauern, die sich selbst diesem harten Leben nicht aussetzen mussten. Hirten waren also auf der einen Seite die Verantwortlichen für die großen Herden, andererseits aber selbst nur Lohnknechte der Besitzer.

Die Hirtenfelder von Bethlehem vermitteln auch heute noch etwas Authentisches. Man kann sich zurückversetzen in die Situation um Christi Geburt, jener unruhigen Zeit, in denen die Römische Besatzungsmacht versuchte, die öffentliche Ordnung mit ihrem Militärapparat durch Unterdrückung aufrecht zu erhalten und die Selbstbestimmung des Volkes Israel zu verhindern.

Wenn in der Weihnachtsgeschichte von den Hirten und ihren Herden die Rede ist, hat sich heute für viele von uns durch Legenden, Erzählungen und Krippenspiele ein recht idyllisches Bild für die Situation eingeprägt, so spiegelt sich (sicherlich beabsichtigt) die Einheit von Mensch und Natur, die gesamte Schöpfung Gottes, an der Krippe wider. Die im Lukasevangelium überlieferte Geburtssituation im Stall hat diesen Kontext von Armut und Obdachlosigkeit von Anfang an mit im Blick.

Die ersten, die den geborenen Gottessohn sehen, erkennen und verehren, sind jene an der Armutsgrenze lebenden Menschen, die Nachtwache bei den Herden auf den Feldern halten. Dies ist für Lukas eine konzeptionelle Aussage, kein journalistischer Bericht.

Die Bibel ist reich an Vergleichen und Bildern, die die Beziehung zwischen Gott und den Menschen immer wieder auch mit Alltagssituationen von Hirten und Schafen in Zusammenhang bringt. Eine der frühesten christlichen Darstellungen des Christus ist die des Guten Hirten. Fließend sind hier die gestalterischen Übergänge von der heidnischen, antiken Plastik hin zu einer christlichen Ikonografie des Christus als guter Hirte.

Die Belege in der Bibel, in denen sich Gott oder sein Gesandter oder sein Sohn mit dem Bild des Guten Hirten vergleichend den Menschen erklärt, sind zahlreich. Der vielleicht bekannteste Psalm des Alten Testamentes, der früher fast allen Menschen geläufig war und als ein besonderer Psalm für die Stärkung in schwierigen Situationen gilt, handelt von diesem guten Hirten. Psalm 23 beginnt „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.“ (Psalm 23,1 u. 2)

Die geführte Herde, die sich auf den Hirten verlassend in guten Händen weiß, dass dieser für die Herde sorgt und wie im Psalm beschrieben zu grünen Auen und frischem Wasser führt, ist ein Bild der Gottesführung der Menschheit durch die Zeit und durch die verschiedenen Lebenslagen.

Wenn wir hier also auf den Bildern weidende Schafe sehen und der Film so angelegt ist, dass er diese Schafe aus der Perspektive des Hirten zeigt, dann ist im Grund genommen in diesen Bildern, die hier vor uns ablaufen, die Perspektive Gottes gemeint. So, wie der Hirte das Umfeld seiner Herde überwacht und analysiert, um den Weg zu finden, der die besten Aussichten für seine Herde hat, so steht Gott perspektivisch auch der Entwicklung der Menschen in ihren Lebensbezügen vor.

Der kurze, 4 Minuten dauernde Film, der während des Gottesdienstes hier vorne am Altar – gleich einem Parament – sich immer aufs neue wiederholt, wurde vom Künstler Günter Zehetner extra für diesen Gottesdienst vor einigen Tagen aktuell gedreht. Die Schneelandschaft, in der sich die Schafe bewegen, zeigt den Winter des Jahres 2010 mit seinem frühen Schnee.

Die Kameraperspektive ändert sich nur behutsam. Sie gibt aber immer die Sichtweise des Hirten wider. Vermittelt den Überblick über die Gesamtsituation und wechselt dann auf Augenhöhe der Schafe oder verharrt bei der Ansicht des Bodens.

Es handelt sich also um drei Perspektiven, die typisch für den Hirten und seine Herde sind und die sich leicht auf die Weihnachtsgeschichte und damit auf das Verhältnis Gottes zu den Menschen übertragen lassen.

Denn von diesen drei Perspektiven haben die Schafe und der Hirte zwei gemeinsam. Es ist die Ebene der Schafe, die ihre Kommunikation untereinander und mit dem Hirten wechselseitig wahrnehmen können. Die Schafe können ihre aktuelle Lebenslage selbst einschätzen und regeln. Sie haben ihren allerdings begrenzten Überblick über diese Lebenslage. In dieser Weise kommunizieren auch wir Menschen, planen und gestalten. Es ist der Kontext der Weihnachtsgeschichte, wie wir sie gerade wieder gehört haben: Die Reise nach Bethlehem, die Geburt im Stall, die Begegnung der Hirten und ihren Schafen mit dem Jesus-Kind in der Krippe.

Die zweite Ebene ist die des Bodens oder der Lebensgrundlagen. Schafe wie Menschen sind Experten in der Klärung der jeweiligen Lebensbedingungen. Wie die Schafe wissen, welche Gräser am besten schmecken, weiß der Mensch genau, welche Ressourcen er zu einer erfolgreichen und angenehmen Lebensführung braucht.

Aber auch der Hirte kennt die Voraussetzungen, damit seine Herde gedeihen kann. Er überlässt es nicht allein den Tieren, sich schmackhaftes Futter zu suchen, sondern führt die Herde zu den Weidegründen. Gleiches gilt für die Menschen: „Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser“. In diesem Hirtenbild begegnet uns Gott als Schöpfer, der das Lebensumfeld gestaltet, damit Leben gelingen kann.

Die dritte Perspektive ist allein dem Hirten vorbehalten. Die Schafe wissen noch nicht einmal, dass es diese Perspektive überhaupt gibt. Sie verstehen nicht, dass eine tagelange Wanderung dem Ziel dient, neue und unverbrauchte Weidegründe zu erreichen, die allein der Hirte kennt.

Auch wir Menschen verstehen uns nicht auf diese dritte Dimension. Viele lehnen sogar konsequent diese Perspektive ab, während der Glaube an diese dritte Sichtweise davon ausgeht, dass es ein „Woher wir kommen“ und ein „Wohin wir gehen“, gibt, das wir nur erahnen oder glauben können. Denn diese Dimension ist allein dem Hirten bzw. Gott vorbehalten.

In der biblischen Verkündigung dringt allerdings diese dritte Dimension immer wieder in das Leben der Menschen ein. Darin unterscheidet sich der Mensch vom Schaf. Er ist intellektuell dazu in der Lage, die Botschaft von dieser dritten Perspektive im Leben zu hören. Theologisch formuliert: Es ist die Offenbarung des Wortes Gottes in der Welt.

In der Weihnachtsgeschichte nach Lukas verdichtet sich diese dritte Dimension in der Verkündigung des Engels an die Hirten auf dem Felde und mündet ein in den Gesang der Engel: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens“. (Lukas 2,14)

So bekommen wir Menschen eine Ahnung davon, was dieser Gottesfrieden uns verheißt.

Diese drei Perspektiven oder Dimensionen des Lebens lassen sich anschaulich in den Bildern der Herde und des Hirten beschreiben. An Weihnachten ereignet sich etwas Ungewöhnliches und erreicht seinen Höhepunkt im Ostergeschehen.

Um im Bilde der Herde zu bleiben: der Hirte selbst begibt sich nicht nur auf die Ebene der Schafe, sondern wird selbst Teil der Herde, um das Leben der Herde mit zu vollziehen. Und für uns gesagt: Gott wird Mensch. Oder wie es der Engel verkündet: „Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids!“ (Lukas 2,10)

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre Eure Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.


Sie bitten in die Diakoniekirche

An Weihnachten für andere Menschen da zu sein, für Victor Starr gibt es nichts Schöneres. In der Diakoniekirche gestaltet er deshalb heute den Heiligabend für Obdachlose mit.
Eine bessere Art, Weihnachten zu verbringen, könnte sich Victor Starr nicht vorstellen. «Es gibt nichts Schöneres, als an diesem besonderen Festtag für andere Menschen da zu sein», sagt der Fluglotse, den es vor fast zwei Jahren von New York nach Frankfurt verschlug. Schon im vergangen Jahr half er in der Diakoniekirche in der Weserstraße 5 beim Organisieren der «Langen Nacht am heiligen Abend». Zu der sind alle Menschen eingeladen, die den Heiligen Abend alleine oder ohne feste Bleibe verbringen. Noch stecken er und Koordinator Gerald Hintze mitten in den Vorbereitungen. Bis heute Abend alles festlich geschmückt ist, haben sie und die anderen Helfer noch viel zu tun.

Schon in New York engagierte sich Starr für Menschen, die weniger haben als andere. «Vor fünf Jahren begann ich, Obdachlose an Weihnachten zu betreuen.» Als seine drei Söhne – heute sind sie zwischen 18 und 21 Jahre alt – von Jahr zu Jahr mehr in Wettbewerb standen, wer das teuerste Weihnachtsgeschenk bekam, dachte er: An ihrer Einstellung muss sich etwas ändern. «Die Botschaft des Weihnachtsfestes ging immer mehr verloren. Sie wollten immer größere Geschenke, MP3- und CD-Spieler, waren eifersüchtig aufeinander.»
Irgendwann sprach Starr darüber mit einer Freundin beim Kaffeetrinken. «Sie meinte: Bring sie doch an Weihnachten mit in die Kirche. Dort können sie bedürftigen helfen.» Gesagt, getan: Beim nächsten Weihnachtsfest war die Familie in der südlichen Bronx, einem der ärmeren Viertel der riesigen Stadt.
«Nach ersten Berührungsängsten hatten meine Söhne Spaß daran, zu helfen. Sie fingen an, sich mit den Obdachlosen zu unterhalten», erinnert sich Starr. Nach zwei Jahren allerdings ließ ihr Engagement nach. «Ich jedoch fuhr weiterhin an Weihnachten mit gesammelten Lebensmitteln in arme Wohnviertel und verteilten sie an Bedürftige.»

Als Starr 2009 als Ausbilder für Fluglotsen nach Frankfurt kam, wollte er sich auch hier um Obdachlose kümmern. «Irgendwann lernte ich Gerald Hintze kennen. Er ist ein toller Mensch, setzt sich sehr für Obdachlose und andere Menschen ein.» Seitdem hilft Starr bei der «Langen Nacht am Heiligen Abend».
«Ich begann, Kleidung zu sammeln. Schnell stieß ich damit bei Kollegen und anderen Menschen auf großes Interesse», betont Starr. In diesem Jahr habe die Zahl der Spenden sogar zugenommen. «Wenn ich zur Arbeit komme, liegen täglich mehrere Wintermäntel, Schals oder andere Dinge auf meinem Schreibtisch. Selbst Nachbarn stellten mir einfach Kisten mit Kleidungsstücken vor die Tür.»

Auf seiner Facebook-Seite sammelt Starr ebenfalls Spenden für den heiligen Abend in der Diakoniekirche. «Über das Internet habe ich Kontakt zu vielen Leuten bekommen, die mithelfen.» Vor allem bei seinen Kollegen von der Flugsicherung bedankt er sich für die große Unterstützung. «Sie helfen, wo sie nur können, packen beim Aufbau mit an, geben Essen und Kaffee aus, spielen mit den Besuchern Karten und unterhalten sich mit ihnen.» In diesem Jahr seien 20 Helfer in mehreren Schichten im Einsatz.

«Sogar Soldaten der US Armee in Wiesbaden unterstützen uns. Eine Pfadfindergruppe hat auf dem Stützpunkt Spielzeug gesammelt, das ich nach Weihnachten dort abhole und der Diakonie zur Verfügung stelle.» In der Kleiderkammer der Weserstraße 5 sei kein Platz mehr. «Viele Kisten lagern in meiner Wohnung. Ich bringe sie nach und nach ins Bahnhofsviertel.»
Bereits zum sechsten Mal findet die «Lange Nacht am Heiligen Abend» in der Weißfrauen Diakoniekirche statt, sagt Hintze. «Eingeladen sind alle, die am Heiligen Abend ins Bahnhofsviertel kommen möchten.»
Die Türen der Kirche öffnen um 18 Uhr. Um 19 Uhr beginnt der Gottesdienst. Ab 21 Uhr wird das Abendessen serviert. Den Kirchenraum haben Frankfurter Künstler weihnachtlich gestaltet. Um 22.30 Uhr spielen Straßenmusiker zu einer Nachtmusik auf. Nach dem Nachtgebet stimmt Amanda Wittigschläger einen Nachtblues an. Wer möchte, kann die Nacht in der Kirche verbringen. Am ersten Weihnachtsfeiertag wird ab 8.30 Uhr Frühstück serviert.

[Frankfurter Neue Presse, 24. Dezember 2010, (hau)]

16.12.2010

Mobile Kinderkrankenpflege

Verein AKTIV7 übergibt 5.769,- € an die Mobile Kinderkrankenpflege

9. Benefizparty und 1. Benefiz-Kick erbrachten hervorragendes Spendenergebnis

Die 9. Benefizparty des Frankfurter Vereins Aktiv7 im November im English Theatre war ein voller Erfolg. Insgesamt 5.339,- € kamen im Rahmen der Veranstaltung für die Mobile Kinderkrankenpflege der Diakonie Frankfurt zusammen. Bereits im August hatte Aktiv7 mit dem 1.Benefiz-Kick, einem gemeinnützigen Fußballturnier, 430,- € für die Einrichtung gesammelt, so dass sich ein Gesamtbetrag von 5.769,- € ergibt. Einen Scheck in entsprechender Höhe übergaben Vertreterinnen und Vertreter des Vereins am Mittwoch an die Leiterin der Mobilen Kinderkrankenpflege, Erika Zimmermann. Unterstützung bei der Organisation der Benefizparty erhielt Aktiv7 auch durch die Deutsche Bank. Im Rahmen des Mitarbeiter-Programms "Social Day" halfen engagierte Mitarbeiter der Abteilung Mergers & Acquisitions bei der Organisation und Durchführung des Events, zudem erhielt der Verein eine Spende über 1.200,- €.

Bereits seit 1979 pflegt und betreut die Mobile Kinderkrankenpflege der Diakonie Frankfurt akut und chronisch kranke sowie sterbende Kinder. Das Angebot ist in Frankfurt am Main einzigartig. Examinierte Kinderkrankenschwestern arbeiten nach neuesten pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen und helfen, Klinikaufenthalte von Kindern auf eine minimale Dauer zu beschränken oder komplett zu verhindern. In der Praxis hat sich gezeigt, dass Pflege in häuslicher Umgebung den körperlichen und seelischen Zustand von kranken Kindern entscheidend verbessert. Dabei spielt intensive persönliche Zuwendung eine wichtige Rolle. Um kranke Kinder möglichst umfassend zu betreuen, arbeitet die Mobile Kinderkrankenpflege eng mit Ärzten, Krankenhäusern und Einrichtungen des Gesundheitswesens zusammen. Neben der Stadt Frankfurt unterstützt die Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung die Einrichtung. Da die von den Kranken- und Pflegekassen erstatteten Beträge bei weitem nicht die Kosten decken, ist die Mobile Kinderkrankenpflege auch in Zukunft auf Unterstützung durch Stiftungsmittel und Spenden angewiesen, um ihre wichtige Arbeit aufrecht zu erhalten.

Der Verein Aktiv7 wurde im Jahr 2005 von sieben Studenten gegründet und ist mittlerweile auf 23 Mitglieder angewachsen. Insgesamt konnte Aktiv7 mit seinen Benefizveranstaltungen schon über 32.000,- € spenden. Welche Projekte unterstützt werden, wird dabei demokratisch von den Mitgliedern entschieden. Wer Lust hat das Gute mit dem Spaß zu verbinden ist bei Aktiv7 herzlich willkommen – der Verein freut sich immer über neue Mitglieder.

15.12.2010

Zentrum für Frauen

„Endlich habe ich meinen eigenen Rhythmus gefunden...“

Projekt „Stark mit Kind“

Dank „Stark mit Kind“, einem Projekt des Zentrums für Frauen der Diakonie Frankfurt, entwickelten seit März dieses Jahres 20 alleinerziehende Frauen neue Perspektiven für ein eigenständiges Leben mit ihren Kindern.

„Ich habe mich hier gleich richtig wohlgefühlt. Jede hier hat eine andere Mentalität und dennoch gibt es ein Super-Miteinander.“ Wenn Mayra über ihre Erlebnisse aus der letzten Zeit spricht, klingt großer Lebensmut aus ihren Worten. Vor wenigen Monaten noch hätte sie sich dies nie träumen lassen. Die Mutter von zwei Kindern im Alter von 20 Monaten und 3 Jahren ist eine von 20 Frauen, die am Projekt „Stark mit Kind“ der Diakonie Frankfurt teilnimmt. Durch das Rhein-Main Jobcenter war sie im April auf das Angebot aufmerksam geworden, hatte damals weder Kindergartenplätze oder Betreuungsmöglichkeiten. „Trotzdem wollte ich gerne wieder anfangen zu arbeiten, aber in jedem Kindergarten hagelte es Absagen.“ Doch das war längst nicht das einzige Problem der 20-Jährigen: „Als ich hierher kam, hatte ich noch keinen geregelten Alltag und Ablauf. Ich habe mich gefragt: Was mach ich eigentlich mit den Kindern. Den ganzen Tag hatte ich ja nichts zu tun außer Aufräumen oder Fernsehgucken.“ Nachdem sie zu „Stark mit Kind“ gekommen sei, habe sie ihren Rhythmus gefunden. „Ich kann jetzt zum Beispiel einschätzen, wann ich die Kinder fertig machen muss. Dadurch sind die viel ausgeglichener geworden. Es gibt endlich eine feste Urzeit, wo sie aufstehen und etwas bestimmtes tun. Es ist endlich alles geregelter. Und das gibt Sicherheit.“

Den Alltag neu entdecken

Eine Entwicklung, die Kersten Eiting von „Stark mit Kind“ als typisch beschreibt: „Bevor die Frauen zum Projekt stoßen, leben sie oftmals mit ihren Kindern in den Tag hinein. Sie gehen zwar mit ihnen auf den Spielplatz, haben aber keine Kontakte, durch welche sie sich zum Beispiel über ihre Kinder austauschen können.“ Vielen falle es am Anfang auch sehr schwer, pünktlich zu erscheinen, ergänzt ihre Kollegin Corinna Nachtwey. „Das ist etwas, was wir über das ganze Jahr hinweg üben, denn eine klare Struktur im Tagesablauf ist die Basis, überhaupt eine Arbeit aufzunehmen.“

Zielgruppe von „Stark mit Kind“ sind alleinerziehende Schwangere und alleinerziehende junge Mütter mit Kindern unter drei Jahren. Drei Tage in der Woche werden sie - von Montag bis Mittwoch - über neun bis zehn Monate hinweg im Zentrum für Frauen begleitet. 14 Frauen unterschiedlichster Nationalitäten sind es momentan. „Ziel ist, Frauen nach ihren individuellen Bedürfnissen zu stärken und gemeinsam mit ihnen Perspektiven zu entwickeln.“, betont die Leiterin des Zentrums für Frauen, Karin Kühn. „Stark mit Kind“ läuft im Auftrag der Stadt Frankfurt und der Rhein-Main Jobcenter GmbH, Träger ist das Diakonische Werk für Frankfurt am Main. Angebunden ist das Projekt an das Zentrum für Frauen der Diakonie Frankfurt, das eine breite Palette an Unterstützungsangeboten bereithält. „Stark mit Kind“, erklärt Kühn, arbeite anhand verschiedener Module wie Gesundheit und Ernährung, Organisation des Alltages über psychosoziale Beratung und Erziehungsfragen oder auch Entwicklung der Ausbildungs- und Erwerbsfähigkeit. Kinderbetreuung wird angeboten. An den verschiedenen Wochentagen stehen jeweils unterschiedliche Themenbereiche auf dem Programm. „Wir arbeiten einerseits sehr individuell mit den Frauen, bieten Einzelgespräche und Begleitung an, sind aber auch in der Gruppe zusammen – das ist ein große Stärke“, bekräftigt Eiting.

... wo die eigenen Stärken liegen.

So sprechen die Frauen zum Beispiel über den Alltag mit dem Kind, seine Entwicklung oder Erziehungsfragen. Weiterhin sind Kommunikation, Kompetenztraining und Bewerbungen Thema. „Wir bieten auch einen Deutsch- und einen Rechtschreibekurs an und es geht zum Beispiel um gesunde Ernährung.“, erörtert Nachtwey. Dabei lernten die Frauen unter anderem, wie sie mit verhältnismäßig wenig Geld eine ausgewogene Mahlzeit bereiten können. Das Kochen in der geräumigen Küche sei zudem sehr wichtig, damit sich die Gruppe findet. Auch EDV ist als neues Themenfeld hinzugekommen. „Wir haben hier vier Computer und die Frauen haben nun auch die Möglichkeit, beim Evangelischen Regionalverband Fortbildungen im Hinblick auf das Office-Paket zu besuchen, wofür sie dann auch ein Zertifikat bekommen.“ Ein großer Teil der Arbeit, resümiert Eiting, besteht darin, die Rahmenbedingungen für ein selbständiges Leben mit Kind zu schaffen.

Genau das hat auch Mayra erfahren: Ihr Problem mit dem Kindergartenplatz hat sie mittlerweile gelöst. „Frau Nachtwey hat mit mir ganz Höchst abgeklappert. Und in einer Kindertagesstätte hat es dann direkt funktioniert, obwohl ich es dort vorher auch schon einmal alleine versucht hatte.“ Geholfen hat „Stark mit Kind“ der Philippinin aber auch bei der Organisation von privaten Angelegenheiten, zum Beispiel mit der Korrespondenz. Oder bei der Lösung von Problemen mit ihrem deutschen Pass. „Man ist nicht alleine. Sobald jemand hinter einem steht, läuft es bei den Behörden plötzlich ganz anders“, hat sie festgestellt und bekennt: „Ich habe jetzt viel weniger Angst davor, mich mit solchen Angelegenheiten auseinanderzusetzen.“ Auch Bewerbungen hat sie geschrieben. „Das hatte ich vorher noch nie gemacht und nun habe ich für nächstes Jahr tatsächlich einen Praktikumsplatz als Schreinerin gefunden“, freut sich die junge Frau, die eine Ausbildung als Fachverkäuferin aufgrund ihrer Schwangerschaft abgebrochen hatte.

Intensive Kooperationen

„Es ist ein enorm wichtiger Punkt, gemeinsam mit den Frauen zu entdecken, wo persönliche Ressourcen und Stärken liegen, von denen man selbst gar nichts weiß und daraus ein Berufsbild zu entwickeln. Vieles hat man oft gar nicht im Blick“, weiß Karin Kühn. Mayra pflichtet bei: „Durch einen Fragebogen mit Interessenstest haben viele Frauen hier Dinge entdeckt, von denen sie vorher nichts ahnten - zum Beispiel das Interesse an Technik.“ Wo liegen die Bedürfnisse? Welches sind realistische Ziele? – das sind bei „Stark mit Kind“ entscheidende Fragen. „Es geht insgesamt darum, sich eigene Stärken und Eigenschaften bewusst zu machen, die man dann auch beruflich nutzen kann“, bekräftigt Eiting. Dass dies nicht nur bei Mayra von Erfolg gekrönt ist, belegen die Zahlen eindrucksvoll: Bis jetzt hat nur eine Frau das Projekt abgebrochen, zwei Frauen fanden inzwischen einen Ausbildungsplatz, andere haben klare berufliche Perspektiven entwickelt, die sie im nächsten Jahr umsetzen werden: Zwei Teilnehmerinnen werden eine Teilzeitausbildung beginnen und eine Frau hat sich um ein Bildungsstipendium beworben, um den Realschulabschluss nachzuholen.

„Insgesamt arbeitet das Projekt mit den unterschiedlichsten Kooperationspartnern“ , betont Karin Kühn. So gibt es unter anderem eine Zusammenarbeit mit dem Verein zur beruflichen Förderung von Frauen, der auch Infotage durchführt. Seit Kurzem sind auch die Malteser mit im Boot. „Es war ein Wunsch der Frauen, spezielle Erste-Hilfe-Kurse für Kinder zu belegen, so dass sie in Notfällen adäquat agieren können.“ An zwei Vormittagen führten die Malteser nun erstmals einen solchen Kurs im Rahmen von „Stark mit Kind“ durch: „Es ist ein spezielles Angebot, das sich vom normalen Erste-Hilfe-Kurs unterscheidet“, erklärt Lioba Abel-Meiser, Pressesprecherin und Leiterin ehrenamtliche Sozialdienste beim Malteser Hilfsdienst e.V. – Stadtverband Frankfurt. Eine aktuelle Studie der Uni Mainz habe ergeben, dass über 90 Prozent der Deutschen nicht in der Lage seien, Erste Hilfe zu leisten, betont sie und bekräftigt so die Wichtigkeit, solche Kenntnisse regelmäßig auch aufzufrischen. Bei den Erste-Hilfe-Kursen für Kindernotfälle gehe es darüber hinaus in einem hohen Maße um Prävention: „Wie vermeide ich, dass sich ein Kind verletzt oder etwa Spülmittel aus der Flasche trinkt?“ Im Mittelpunkt stehe sehr stark die individuelle Haushaltssituation, weiß Abel-Meiser und resümiert: „Wir möchten den Frauen allgemein mehr Sicherheit geben, Notfälle einzuschätzen und zwischen vermeintlichen und echten zu unterscheiden. Gerade für Alleinerziehende, die oftmals die alleinige Verantwortung in solchen Situationen tragen, ist dies von hoher Bedeutung.“

Kontakt:
Stark mit Kind
(in den Räumlichkeiten von 17 Ost – Tagestreff für Frauen)
Alfred-Brehm-Platz 17
60316 Frankfurt am Main
Tel: 069 / 94 35 02 – 80
Fax: 069 / 94 35 02 – 52
E-Mail: stark-mit-kind@zefra.de
www.zefra.de

[ Foto: © Natalya Kozyreva_iStockphoto.com]

02.12.2010

Evangelische Telefonseelsorge Frankfurt am Main

Zwei neue Pfarrerinnen für die Evangelische Telefonseelsorge Frankfurt am Main

Irene Derwein und Anette Bill wurden am 1. Dezember offiziell in ihre Ämter eingeführt

Mit einem feierlichen Gottesdienst in der Weißfrauen Diakoniekirche wurden am Mittwoch die neuen Pfarrerinnen in der Evangelischen Telefonseelsorge Frankfurt am Main, Irene Derwein und Anette Bill, durch den Dekan von Frankfurt am Main Mitte-Ost, Pfarrer Dr. Dietrich Neuhaus, offiziell in ihre Ämter eingeführt. Am Gottesdienst wirkte auch die Vorstandsvorsitzende des Evangelischen Regionalverbandes Frankfurt am Main, Pfarrerin Esther Gebhardt, mit. Beim anschließenden Empfang, den der Leiter des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main, Pfarrer Dr. Michael Frase, moderierte, wurde zudem Ursula Wiesen als neue Mitarbeiterin der Evangelischen Telefonseelsorge Frankfurt begrüßt.

Pfarrerin Irene Derwein wirkte zuvor als Seelsorgerin und Leiterin beim Kirchlichen Flüchtlingsdienst am Frankfurter Flughafen sowie als Leiterin der Notfallseelsorge Frankfurt am Main. Letzteres bleibt sie auch weiterhin mit einer halben Stelle. Anette Bill arbeitete als Pfarrerin und Schulseelsorgerin an einer beruflichen Schule in Bad Nauheim. Zudem ist sie Supervisorin.

Die Evangelische Telefonseelsorge Frankfurt ist eine Einrichtung des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main. Unter dem Motto „Anonym, Kompetent, Rund um die Uhr“ steht sie Hilfesuchenden gebührenfrei zur Verfügung. Was immer das Problem ist, unter 0800 111 0 111 erreichen die Anrufer ausgebildete Gesprächspartnerinnen und -partner. Selbstverständlich werden die Gespräche vertraulich behandelt und die Anrufer können anonym bleiben. Der Dienst am Telefon wird von hauptamtlich Mitarbeitenden und gut 50 Ehrenamtlichen wahrgenommen. Für die Übernahme dieses anspruchsvollen Ehrenamtes wird eine Ausbildung, Supervision und ständige Fortbildung geboten. Ein neuer Ausbildungskurs beginnt Ende Januar 2011.

[Foto: (von links nach rechts) Pfarrerin Irene Derwein, Pfarrerin Anette Bill, Ursula Wiesen, Pfarrer Dr. Michael Frase]

01.12.2010

Diakonisches Werk für Frankfurt am Main

Wohnraum muss gesichert sein, damit selbstständiges Leben gelingt...

Interview

Wohnen ist existenziell. Doch wenn die wirtschaftlichen Möglichkeiten gering sind, gestaltet sich die Suche nach einer passen den Wohnung schwierig. Ganz zu schweigen von der Finanzierung und sozialen Kontakten in der Nachbarschaft. Auch in Frankfurt leben Menschen in unsicheren Wohnverhältnissen, einige haben ihr Zuhause verloren. Der Evangelische Verein für Wohnraumhilfe in Frankfurt am Main e.V. hält ein umfassendes Hilfeangebot für sie bereit.
Ein Gespräch mit den Geschäftsführern Peter Schäfer und Heinz Gonther.

Herr Schäfer, Herr Gonther, seit wann gibt es den Evangelischen Verein für Wohnraumhilfe und welche Aufgaben hat er?

S: Der Evangelische Verein für Wohnraumhilfe wurde 1984 vom Evangelischen Regionalverband gegründet. Bis dato wurde die Arbeit der Wohnungslosenhilfe im Ansatz vom Diakonischen Werk organisiert. Für die Vereinsform gab es verschiedene rechtliche Gründe. Seitdem ist der Verein gemäß dem wachsenden Bedarf in Frankfurt erheblich in seinem Aufgabenfeld gewachsen. Heute haben wir im Wesentlichen drei große Aufgabenbereiche. Zunächst ist das die Zurverfügungstellung von Übergangsunterkünften und temporär zur Verfügung stehenden Wohnungen für einen Personenkreis von etwa 800 Personen. Dies geschieht im Wege der öffentlich-rechtlichen Einweisungen der Personen, um unmittelbar drohende Obdachlosigkeit zu verhindern.

Und die anderen Bereiche?

S: Der zweite ist das Betreute Wohnen für junge Erwachsene – ein sozialarbeiterisch sehr intensives Arbeitsfeld, in dem wir Menschen zwischen 18 und 25 Jahren betreuen mit einem Stellenschlüssel 1 : 6 . Wir stellen die Wohnung zur Verfügung für die Dauer der Betreuung und arbeiten auf der Grundlage einer Leistungsvereinbarung mit der Stadt Frankfurt.

G: Als drittes gibt es die „Zentrale Vermittlung von Unterkünften – ZVU“, ein Projekt, welches der Verein seit 1993 in gemeinsamer Organisation mit dem Jugend- und Sozialamt der Stadt Frankfurt am Main als eigene Abteilung betreibt. Jeder, der hier in Frankfurt außerhalb der stationären Bereiche wie etwa dem Übergangswohnhaus im WESER5 Diakoniezentrum unterzubringen ist, wird über dieses System vermittelt. Dazu haben wir eine Datenbank mit allen in Frage kommenden Unterkünften. Die unterschiedlichen Stellen des Sozialamtes rufen hier an, zum Beispiel wenn die Zwangsräumung einer Familie ansteht. Wir vermitteln dann sowohl in eigene Häuser, als auch in Häuser anderer Betreiber wie dem Rotem Kreuz oder dem Internationalen Bund. Hierüber gewinnen wir auch einen Überblick über die Gesamtsituation in Frankfurt – und zwar tagesgenau.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit im Detail? In der Presse war ja auch schon von Outsourcing die Rede, welches die Stadt hier betreibe...

G: Wir unterhalten ein Büro, in dem auch ein städtischer Mitarbeiter tätig ist, der die Abrechnung vornimmt. Nach ganz klaren vertraglichen Kriterien managen wir den Bereich für die Stadt Frankfurt. Der Begriff Outsourcing trifft weder die Form unserer Zusammenarbeit juristisch, noch die Qualität der Arbeit, die hier geleistet wird – vor allem im Vergleich zu vorher, als jedes Sozialrathaus auf eigene Faust die Pflicht der Stadt Frankfurt erfüllte, Obdachlose unterzubringen. Die jetzige Struktur gewährt einen Überblick und bietet Transparenz im Hinblick auf die Kosten. Erst mit dem Verein wurde ein zentrales Steuerungselement geschaffen, das erfolgreich der Stadt in den ersten Jahren eine jährliche Ersparnis in Millionenhöhe einbrachte, weil keine überteuerten Hotelplätze mehr angemietet werden mussten. Vorher wusste man zeitnah auch nicht genau, wie viel Geld die Stadt für die Unterbringung der Personen ausgibt. Die Ermittlung dieser Erkenntnisse benötigte zuvor immer einen langen Vorlauf, da zunächst alle Zahlen der einzelnen Organisationseinheiten zusammen getragen werden mussten.

Ein Wort zu den Kosten, die für die Arbeit heute anfallen...

S: Seit 1993 gibt es eine Vereinbarung, dass die tatsächlichen Kosten dieses Betriebes der ZVU auf die Übernachtungen umzulegen sind mit den monatlichen Abrechnungen. Sie bleiben im Schnitt immer unter einem Euro pro Übernachtung und Person. Die Verwaltungskosten würden in gleichem Maße auch bei der Stadt anfallen, es würde sie wahrscheinlich sogar teurer kommen, da strukturbedingt ganz andere Personalvorhaltungen machen müssten. Wir haben keine Gewinnmarge oder eine Umlage die wir vereinnahmen. Im letzten Jahr hatten wir im Bereich der Übergangsplätze die Situation, dass aufgrund von steigenden Energiekosten gegenüber der ursprünglichen Kalkulation nach zu verhandeln war.. Aber wir korrigieren auch nach unten, etwa die Energiepreise deutlich fallen würden. Nur die tatsächlichen Kosten des Betriebes werden dem Verein erstattet. Wenn ein Bewohner aufgrund eines vorhandenen eigenen Einkommens verpflichtet ist, sich an den Unterkunftskosten zu beteiligen, zahlt er nicht an uns, sondern an das Sozialamt. Unsere Betriebskosten werden jährlich durch eine Buchführung belegt und durch eine Wirtschaftsprüfung geprüft. Das System ist für die Stadt transparent und jederzeit prüfbar

Und wie kalkulieren sie heute die Kosten für ihre Wohnheimplätze?

G: Der Verein stellt um die 500 Plätze zur Verfügung - in unterschiedlichen Konstellationen. Wir unterhalten ein eigenes Haus und vier weitere Liegenschaften zu Mietkonditionen. Über all diese Objekte haben wir Verträge mit der Stadt Frankfurt. Die kalkulierten Kosten, die wir mit ihr der Stadt abrechnen, sind nur zu etwa einem Drittel Miete, bestehen ansonsten aus Umlagen, Strom, Wasser, Versicherung und so weiter, aber auch zum Beispiel aus Leerstands-Kosten. Wir müssen auch Wohnheimplätze vorhalten, selbst wenn im Sommer eventuell die Auslastung zurückgeht. Zudem möblieren wir diese Wohnungen komplett. Das bedeutet, dass jeder Platz über einen Standard verfügt, so dass jemand mit seiner wenigen persönlichen Habe direkt dorthin kommen und schlafen kann. Dazu brauchen wir Personal wie etwa Techniker, die konstruieren und reparieren. Nicht zuletzt entsteht Personalaufwand für die soziale Beratung zur Unterstützung zum Erhalt einer regulären Wohnung. Relativ hohe Unterhaltungskosten haben wir unter anderem auch dadurch, dass es im Jahr mehrere Neueinzüge in ein und dieselbe Wohnung gibt.

Und das wirkt sich dann auf den Zustand der Wohnungen aus...?

S: Die starke Fluktuation bedingt natürlich auch einen erhöhten Renovierungsaufwand. Zudem bedingt der vorübergehende Charakter der Nutzung häufig auch einen weniger achtsamen Umgang mit der Wohnung. Um den vertraglich definierten Standard bei Bezug des Zimmers zu halten, ist häufig mehr als nur eine „Nachbesserung“ des Renovierungszustandes erforderlich.

Wie sieht die aktuelle Situation in Frankfurt aus?

G: Im Moment können wir den tatsächlichen Bedarf nicht mehr tagesgenau decken. Um Spitzen abzufangen, müssen wir vereinzelt wieder mehr auf Hotels ausweichen, was aus sozialpolitischen Gründen eigentlich nicht gewollt ist. Der Bau von Sozialwohnungen ist in Frankfurt in den letzten Jahren beachtlich gesunken. Gleichzeitig fallen seit Jahren immer mehr Wohnungen aus der Sozialbindung heraus. Parallel dazu lesen wir, dass die Mietpreise wieder steigen. Es bleibt zu vermuten, dass es immer mehr Menschen geben wird, die sich das so nicht mehr leisten können. Unserer Beobachtung nach hat sich der Verlust von Wohnraum aus ökonomischen Gründen verstärkt.

Können Sie Beispiele nennen?

S: Die Leute sammeln Mietschulden an, werden rausgeklagt und landen dann in unserem System. Ein wesentlicher Aspekt dabei ist Verarmung durch Jobverlust, der in etlichen Fällen auch nicht das einzige Problem bleibt. Nach Jobverlust und Wegfall des Einkommens gerät das Familiensystem ins Wanken, Beziehungen können zerbrechen, in Einzelfällen kommt es zu häuslicher Gewalt.

Wie sieht es mit der Verweildauer in der Übergangswohnung aus?

S: Im Schnitt beträgt sie ein halbes bis ein dreiviertel Jahr. Wesentlich ist aber immer die Frage: Wie ist der Wohnungsmarkt momentan aufgestellt und welche Zugänge haben die Leute? Es gibt bei dem Personenkreis ja viele Negativkriterien in dieser Hinsicht, etwa Schulden – aber auch eine andere Hautfarbe oder fünf Kinder gehören leider oftmals dazu. In dieser Hinsicht sind die Voraussetzungen sehr unterschiedlich. Und daran gekoppelt ist auch die individuelle Aufenthaltsdauer in der Übergangsunterkunft.

G: Das Problem ist der immer größer werdende Bedarf an Wohnraum, der entsteht, weil die Haushalte sich verkleinern. In weniger als einem Viertel der Frankfurter Haushalte leben Kinder, 51 Prozent sind Alleinstehende. Die Wohnungsstruktur dagegen stimmt mit diesem Bedarf nicht mehr überein. Bei zusätzlichem Wohnraum handelt es sich größtenteils um frei finanzierte Flächen. Da sind dann Marktmieten zu zahlen, die ein entsprechendes Einkommen erfordern, um an diesem Wohnungsmarkt teilzunehmen. Menschen in den unteren Einkommensbereichen haben in Zukunft immer weniger Chancen, wieder in eigenen Wohnraum zu kommen.

Können Sie noch einige Worte zum Betreuten Wohnen für junge Erwachsene sagen...?

G: Wir halten 36 Plätze für junge Menschen vor, die erhebliche Probleme zu Hause und in punkto Schulbildung haben und unter Umständen schon Jugendhilfemaßnahmen hinter sich haben. Häufig haben sie auch Probleme mit ihrem Lebensstil. Dazu gehört der Konsum von Drogen oder Alkohol. Es sind Personen, die nach Einschätzung des Sozialamtes nur mit intensiver Betreuung auf einen Level gebracht werden können, dass sie sich in Zukunft selbst helfen können.

S: Wenn das Sozialamt jemanden für eine solche Betreuung benennt, geschieht es weil die Hoffnung besteht, mit ein wenig mehr Betreuung bekommt er das hin. Wir nehmen die jungen Menschen dann über ein oder zwei Jahre betreuend an die Hand, entwickeln zunächst gemeinsam mit dem Sozialamt einen Hilfeplan, der Fragen beinhaltet wie: Wo willst Du am Jahresende sein? Manche möchten einen Hauptschulabschluss nachholen oder einen weiter gehenden Abschluss machen, einen Ausbildungsplatz oder einen Job finden. Und in der Lage sein, einen Haushalt eigenständig zu führen. Das Betreute Wohnen für junge Erwachsene ist eine freiwillige Leistung der Stadt Frankfurt, also nicht durch die Sozialgesetze vorgegeben. Wir begrüßen es sehr, dass die Stadt Frankfurt dieses Betreuungsangebot nicht kürzen wird.

08.11.2010

Zentrum für Frauen

„Kleidung für den Job“ schafft neue Chancen

Citi und Goldman Sachs sammeln erfolgreich Berufs- und Kinderkleidung für ModeKreativwerkstatt und Familien-Markt

Ein hervorragendes Ergebnis erbrachte eine Kleidersammlung, welche die Frankfurter Büros von Citi und Goldman Sachs für die ModeKreativWerkstatt der Diakonie Frankfurt sowie den ökumenischen Familien-Markt in Frankfurt-Bornheim organisierten. Zum zweiten Mal nach 2008 sammelten die Bankhäuser unter ihrer Mitarbeiterschaft hochwertige Berufs- und Kinderkleidung. Eine Vielzahl an gut erhaltenen Kostümen, Blusen, Anzügen, Hemden Krawatten und Schuhen konnten die Leiterin des Zentrums für Frauen, Karin Kühn, sowie Monika Hoffmann von der ModeKreativWerksatt am Mittwoch hoch über den Dächern Frankfurts im 54. Stock des Messeturmes entgegennehmen.

Das richtige Outfit beim Bewerbungsgespräch trägt dazu bei, die Chancen auf einen Arbeitsplatz zu erhöhen. Deshalb können arbeitsuchende Frauen hochwertige Second-Hand-Kleidung in der ModeKreativWerkstatt zu kleinen Preisen kaufen. Wenn etwas nicht passt, wird die Kleidung kostenfrei in der Näherei der Modekreativwerkstatt nach den Wünschen der Kundin geändert. Frauen ohne Arbeit können sich ein Jahr lang in der ModeKreativWerkstatt beruflich qualifizieren, sich weiter entwickeln, Neues lernen in den Bereichen Änderungsschneiderei, Kreatives Nähen, Verkauf und Kundenberatung. Individuelle Kompetenzen und Ressourcen werden unter fachlicher Anleitung gefördert und trainiert. Das stärkt das Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Gut erhaltene Kleiderspenden sind in der ModeKreativWerkstatt - einem Projekt des Zentrums für Frauen der Diakonie Frankfurt – unverzichtbar. Hier engagieren sich bereits zahlreiche Wirtschaftsunternehmen und Privatpersonen. Das Beschäftigungsprojekt unter Anleitung einer Maßschneiderin läuft in enger Kooperation mit der „Koordination und Organisation von Arbeitsgelegenheiten“ der Diakonie Frankfurt und wird durch die Rhein-Main Jobcenter GmbH und den Europäischen Sozialfonds finanziert.

Herrenkleidung wird an den Familien-Markt in Frankfurt-Bornheim weitergeleit, wo es seit einiger Zeit auch eine Abteilung für Business-Kleidung gibt. In dem vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main und Caritasverband Frankfurt e.V. getragenen Second-Hand-Kaufhaus können sich einkommensschwache Frankfurter Bürgerinnen und Bürger günstig einkleiden und mit Möbeln versorgen. Zum Einkauf berechtigt ist, wer über einen Frankfurt-Pass oder einen von Kirchengemeinden und Beratungsstellen ausgestellten Berechtigungsschein verfügt, ebenso Studierende mit einem gültigen Studentenausweis. Wohnsitzlose Menschen erhalten im Familien-Markt kostenlos Kleidung. Zusätzlich ist der Familien-Markt auch ein Beschäftigungs- und Qualifizierungsbetrieb für bis zu 50 Langzeitarbeitslose und 30 Jugendliche, die so die Möglichkeit haben, sich im Rahmen von Hartz-IV-Maßnahmen zu qualifizieren und einer Tätigkeit nachzugehen.

04.11.2010

Kindertagesstätten

Bildung braucht Qualität

Diakonie Frankfurt feiert sechs Jahre Zertifizierung von evangelischen Kindertagesstätten im Verbund/ Zwei weitere Einrichtungen aufgenommen

Zwei weitere evangelische Kindertagesstätten in Frankfurt haben sich nach DIN EN ISO 9001: 2008 zertifizieren lassen. Am 1. November erhielten sie im Rahmen einer Feierstunde ihre Zertifikate. In die Zertifizierung aufgenommen wurden die Matthäuskindertagesstätte der Hoffnungsgemeinde und die Kindertagestätte der Gemeinde Hausen. Bereits seit sechs Jahren zertifiziert sind die Kita Rosengarten der Ev. Kirchengemeinde Nied, die Kita Nazarethschlange der Nazarethgemeinde, die Kita Regenbogenland der Regenbogengemeinde und die Kindertagesstätte der Nicolaigemeinde, die dafür ebenfalls entsprechende Urkunden erhielten.

Insgesamt sind nun 16 evangelische Kindertagesstätten zertifiziert. Die Qualitätsstelle beim Diakonischen Werk des Evangelischen Regionalverbandes stellt dabei sicher, dass alle Kindertagesstätten ein funktionierendes Qualitätsmanagement-System besitzen. Nachgewiesen wird dies zum Beispiel durch „Überwachungsaudits“ genannte Evaluationen, die jährlich in allen angeschlossenen Kitas durchgeführt werden. Die externe Zertifizierungsgesellschaft Procumzert überprüft neben der Qualitätsstelle die Kitas. Die Standards der DIN-Vorgabe geben dabei jeweils vor, welche Schritte in den einzelnen Kitas umgesetzt werden müssen.

04.11.2010

Mobile Kinderkrankenpflege

Aktiv feiern und kranken Kindern helfen

Benefizparty des Vereins Aktiv 7 zugunsten Mobiler Kinderkrankenpflege am 6. November

Mit seiner neunten Benefizparty unterstützt der Verein Aktiv 7 in diesem Jahr die Mobile Kinderkrankenpflege der Diakonie Frankfurt am Main. Die Veranstaltung findet statt am Samstag, dem 6. November 2010 in der „James Bar“ im English Theater (Gallusanlage 7). Ab 22:30 Uhr werden Dj Klitbeat und Freunde mit feinsten House, HipHop & Funk-Tunes einheizen und das Theater zum Club machen. Garantiert sind freundliche Studentenpreise und tanzen bis in die frühen Morgenstunden. Der Erlös geht an die Mobile Kinderkrankenpflege, unterstützt wird die Party auch von der Deutschen Bank, dem Hotel Dreieich und der Druckerei Clopen.

Die Mobile Kinderkrankenpflege ist eine Einrichtung des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main und der einzige Pflegedienst in Frankfurt und Umgebung, der sich auf die Betreuung akut oder chronisch kranker Kinder spezialisiert hat. Auch an Wochenenden und Feiertagen gewährleistet er die Versorgung der jungen Patientinnen und Patienten. Examinierte Kinderkrankenschwestern kommen nach Absprache mit Kinder- und Klinikärzten sowie Eltern ins Haus. Seit 1979 bietet die Mobile Kinderkrankenpflege professionelle medizinische Betreuung sowie intensive persönliche Zuwendung und hilft, Klinikaufenthalte von Kindern auf eine minimale Dauer zu beschränken oder komplett zu verhindern. Zu den Leistungen des Pflegeteams gehört unter anderem die Durchführung ärztlicher Verordnungen wie Verbandswechsel oder Injektionen, Pflege nach Operationen sowie Anleitung zu Pflege und Ernährung. Immer mehr an Stellenwert gewinnt die Begleitung von schwerstkranken und sterbenden Kindern sowie ihren Familien. Dazu werden Mitarbeiterinnen speziell im Bereich Palliativpflege geschult. Um kranke Kinder möglichst umfassend zu betreuen, arbeitet die Mobile Kinderkrankenpflege eng mit Ärzten, Krankenhäusern und Einrichtungen des Gesundheitswesens zusammen. Neben der Stadt Frankfurt unterstützt die Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung, eine der ältesten Stiftungen Frankfurts, die Einrichtung. Da die von den Kranken- und Pflegekassen erstatteten Beträge bei weitem nicht die Kosten decken, ist die Mobile Kinderkrankenpflege auch in Zukunft auf Unterstützung durch Stiftungsmittel und Spenden angewiesen, um ihre wichtige Arbeit aufrecht zu erhalten.

Aktiv7 wurde als gemeinnütziger Verein von sieben Studenten aus Frankfurt gegründet und veranstaltet seit 2005 regelmäßig „coole Partys“, deren Erlöse einem guten Zweck zukommen. Unter anderem unterstützte Aktiv7 bereits Plan International und den Verein Frauen helfen Frauen e.V. Im Jahre 2008 förderte Aktiv7 auch die Anschaffung einer Waschmaschine und eines Trockners für den WESER5 Tagestreff sowie 2009 die WESER 5 Straßensozialarbeit der Diakonie Frankfurt am Main. Mit seinen Partys hat Aktiv7 bereits 26.000 Euro an Spendengeldern erwirtschaftet.

Weitere Informationen zur Benefizparty bei:
Aktiv7 e.V., Julia Thielke, Tel: 0177-547 7373, Email: Julia_Thielke@gmx.de

Pressekontakt Diakonie Frankfurt: Jörn Dietze, Diakonisches Werk für Frankfurt am Main, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Tel.: 069/ 92107-207

01.11.2010

Weißfrauen Diakoniekirche

Turmsanierung als innovatives Pilotprojekt

Arbeiten an der Weißfrauen Diakoniekirche treten in die zweite Bauphase ein/ Ursprüngliches Erscheinungsbild soll durch neuartiges Betonierverfahren widergegeben werden

Im Zuge der Sanierung des Turmes der Weißfrauen Diakoniekirche hat die zweite Baustufe begonnen, die mit einem innovativen Pilotprojekt im Bereich Betoninstandsetzung verbunden ist. Die erste Instandsetzungsstufe, die der Wiederherstellung der vollen statischen Funktion der Baukonstruktion diente, steht kurz vor dem Abschluss. Ziel der Sanierung ist, eine der ursprünglichen Qualität der geschalten Betonoberfläche entsprechende Oberflächenstruktur und –farbe herzustellen und dadurch, wie Architekt Peter Sichau erklärt, eine „exakte Wiedergabe des originalen Erscheinungsbildes“ zu erreichen. Ein wesentlicher Anspruch an das nachfolgende Sanierungskonzept ist die Verbindung zwischen Instandsetzung nach geltendem Regelwerk und der Erzielung der vorstehend umrissenen gestalterischen Qualität des Denkmals. Vor Beginn der Sanierungsarbeiten im Frühjahr 2010 zeigten die Betonaußenflächen eine deutliche bis starke Verwitterung. Vorhanden waren Zeichen ursprünglicher Betonmängel wie Betonnester, Entmischungen und Verdichtungsunregelmäßigkeiten, die Ausgangspunkt für das Entstehen und das Fortschreiten der üblichen Betonschädigungsmechanismen waren.

Die technische Lösung für die zweite Instandsetzungsstufe stellt nun einen innovativen Ansatz im Bereich der Betoninstandsetzung dar. Grundlage ist der gestalterische Anspruch und die Idee des Architekten, die ursprüngliche Oberflächenqualität durch Angießen einer Beton- oder Mörtelschale wieder herzustellen. So ist vorgesehen, die äußere Schale der von außen sichtbaren Betonflächen mit einem angegossenen, selbstverdichtenden Mörtel herzustellen. Die konkrete technische Lösung wurde vom Tragwerksplaner erarbeitet und daraus als Aufgabenstellung Vorgaben für die Anforderungen an den Vergussmörtel abgeleitet. Durch die Firma Dynapox wurden mehrere Mörtelrezepturen ausgearbeitet und das F.A Finger-Institut der Bauhausuniversität als Kooperationspartner für die Prüfung der Frisch und Festmörteleigenschaften hinzugezogen. Die jetzt entwickelte Mörtelrezeptur ist das Ergebnis der Weiterentwicklung dieser Mörtelrezepturen im Rahmen des Forschungsvorhabens „innoprofile nubau“ des F.A. Finger-Institutes der Bauhausuniversität Weimar. So wurden mehrere Musterversuche an der Baustelle durchgeführt. Dabei wurde das Materialverhalten unter Baustellenbedingungen, die Einfüll – und Schalungstechnologie erprobt. Letztere wird nun den gestalterischen Anforderungen entsprechend verbessert, ebenso werden Schalung, Eckausbildung und Schalungsfuge modifiziert. Werden die Instandsetzungsziele erreicht, so kann eine Restnutzungsdauer von 30 Jahren ohne weitere grundhafte Instandsetzungen erreicht werden. Abgeschlossen sind die Sanierungsarbeiten voraussichtlich im Mai 2011.

Gemeinsam finanziert wird die Turmsanierung durch den Evangelischen Regionalverband, die Stadt Frankfurt am Main sowie das Land Hessen. Mit 16.000 Euro gefördert wird sie zudem von der Charlotte Böhme-Roth-Stiftung. Der Kostenrahmen von 600.000 € indes kann voraussichtlich nicht eingehalten werden, da das wiederholte Anfertigen von Musterflächen für das Pilotprojekt zu Terminverzögerungen geführt hat. Unter anderem durch längere Gerüstvorhaltung und weitere Sekundärkosten entsteht so eine Kostenerhöhung von voraussichtlich zehn Prozent. Aufgrund der hohen Relevanz, die das Pilotprojekt auch für andere Sanierungsmaßnahmen haben kann, hat das Landesamt für Denkmalpflege Hessen, welches die Baumaßnahme auch fachlich begleitet, eine weitere finanzielle Förderung in entsprechender Höhe in Aussicht gestellt.

Die Turmsanierung ist ein wichtiges Element in einem Gesamtkonzept, deren vorrangiges Ziel es ist, durch Rückbau der neuzeitlichen Überformungen den ursprüngliche Charakter der Gesamtanlage der Weißfrauenkirche wieder erlebbar und sie so zu einem öffentlichen Raum von hoher Qualität zu machen. Bezüglich des Kirchturms, der einen besonderen Merkpunkt im Stadtgefüge bildet, setzt das Konzept ebenfalls auf Öffnung. In verschiedenen Abstimmungsgesprächen mit den Nutzern, Diakonie, Stadtplanung und Landesamt für Denkmalpflege Hessen wurde vereinbart, die abgängigen Maßwerksfüllungen nicht zu rekonstruieren, sondern in dieser besonderen städtebaulichen Situation eine zeitgenössische Auseinandersetzung mit dem Ort zu wagen und so dem öffentlich-kulturellen Charakter der heutigen Weißfrauenkirche zu entsprechen. Hierzu sollen die Maßwerköffnungen des Turms von einem Künstler gestaltet werden, wobei alle Geschosse in den Straßenraum hinein sichtbar und begehbar werden. Durch die Einblicke soll der Turm einerseits auf die heutige Nutzung als Zentrum für wohnsitzlose Menschen und andererseits auf den öffentlich zugänglichen und bereits verwirklichten Kultur- und Kunstraum in der Kirche hinweisen. Bei Ausstellungen und Veranstaltungen kann man ihn über die vorhandene Wendeltreppe besteigen und einen Blick auf das Frankfurter Bahnhofs- und Bankenviertel erleben. Ebenso können Passanten, die den Turm auf Platzebene unterqueren, von unten hineinschauen. Ein wichtiger erster Schritt war der Umbau des WESER5 Tagestreffs für Wohnsitzlose im Jahr 2008: Unter Beibehaltung der ursprünglichen Raumidee entstand ein den Nutzungsanforderungen angemessenes „All in One-Konzept“. Sämtliche Funktions- und Nebenräume wurden entkernt und neu gestaltet. Neben den Räumen für die Betreuer und der Kleiderkammer wurden der Sanitärtrakt und die Küche neu konzipiert. Nun soll der Prozess einer kommunikativen Öffnung konsequent weiterbetrieben werden. Die Häuser Weserstraße 3 und 5 werden dazu ebenso saniert wie die Weifrauenkirche. Durch den Rückbau der Zaunanlagen und Mauern, Roden der Zufalls-Begrünung und Beräumung der Poller und Beschilderung wird das Gebäude in seinem Solitärcharakter wieder frei gestellt. Insbesondere die Abschaffung der vor der Kirche und im Innenhof derzeit vorhandenen öffentlichen und privaten PKW-Stellplätze nebst Funktionsmobiliar in Verbindung mit der Rückgewinnung der ursprünglichen Freifläche zur Gutleutstraße schafft wieder einen “freien“ Platz. Eine Oase im Straßenraum entsteht auch durch ein wieder zugängliches Blockinnere. Unterstützt wird dieser Ansatz durch die Verlegung eines einheitlichen Bodenbelages sowohl vor, als auch um das Gebäude. Eine qualitätsvolle, steinerne Fläche, die, je nach Ausrichtung zum Straßenraum die Fassade der Kirche freistellt und zum Innenhof mit einem kleinen Platanenhain unterschiedliche, angemessene Freiräume von besonderer Qualität schafft Insgesamt wird mit der Neuinterpretation des Turms und dem geplanten Platz um die Kirche, qualitativ hochwertiger öffentlicher Stadtraum geschaffen.

21.10.2010

Kindertagesstätten

Profil in der Supervielfalt

Fachtag des Arbeitsbereichs Kindertagesstätten der Diakonie Frankfurt am Freitag, dem 5. November 2010, in der Evangelischen Gethsemanegemeinde

Die Supervielfalt ist ein Konzept, das den Wandel der internationalen Migration und der Bevölkerungsstruktur seit den 1980er Jahren beschreibt. Statt großer Migrantengruppen aus wenigen Ländern kommen kleine Gruppen aus sehr vielen verschiedenen Ländern. In Frankfurt am Main haben 40 Prozent der Frankfurter Bürgerinnen und Bürger entweder eigene Migrationserfahrung oder einen familiären Einwanderungshintergrund.
Damit ist Frankfurt die internationalste Stadt in Deutschland. Die Realität ist komplex, das heißt es existieren gleichzeitig Milieus, die sich überkreuzen, sich weiter ausdifferenzieren, sich mischen oder sich neu bilden. Diese Vielfalt ist nicht das Problem, sondern die Herausforderung,der wir uns stellen. Wie und mit welchen Maßnahmen schärfen wir in dieser Gemengelage das evangelische Profil? Verschiedene Herangehensweisen zeigt der Fachtag für Tageseinrichtungen für Kinder „Profil in der Supervielfalt. Konfessionelle Kitas beschreiben ihren Standort“ auf. Er findet statt am Freitag, 5. November 2010 von 9.00 Uhr bis 16.30 Uhr in der Evangelischen Gethsemanegemeinde, Marschnerstraße , 60318 Frankfurt am Main. Veranstalter ist der Arbeitsbereich Kindertagesstätten des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main. Der Kostenbeitrag beträgt 10 Euro.

Den Anmelde- und Programmflyer können Sie hier herunterladen

Kontakt: Diakonisches Werk für Frankfurt am Main - Arbeitsbereich Kindertagesstätten, Kurt-Helmuth Eimuth, Tel: 069/ 92105 6646, E-Mail: kita@ervffm.de

07.10.2010

Diakonisches Werk für Frankfurt am Main

„Solidarität und Demokratie“

100 Jahre Diakonie der Evangelischen Kirche in Frankfurt am Main / Festakt in der Paulskirche

Mit einem Festakt in der Frankfurter Paulskirche feierte die Diakonie der Evangelischen Kirche in Frankfurt am Main am 1. Oktober 2010 ihr 100-jähriges Jubiläum. Den Festvortrag zum Thema „Solidarität und Demokratie“ hielt Staatsminister a.D. Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin. An der Veranstaltung teil nahmen auch der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Dr. Volker Jung, der Präsident des Hessischen Landtages, Norbert Kartmann, sowie der Stadtkämmerer und Kirchendezernent der Stadt Frankfurt, Uwe Becker. Zudem die Vorstandsvorsitzende des Evangelischen Regionalverbandes Frankfurt am Main, Pfarrerin Esther Gebhardt, der Leiter des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main, Pfarrer Dr. Michael Frase und der Leiter des Fachbereichs I: Beratung, Bildung, Jugend, Pfarrer Jürgen Mattis. Literarische und dokumentarische Texte „Frankfurt um 1910“ trug der bekannte Schauspieler Michael Quast vor; für den musikalischen Rahmen sorgte das Festival Orchester Frankfurt unter der Leitung von Prof. Vladislav Brunner.



Der frühere Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin rief in seinem Vortrag zu mehr bürgerschaftlichem Engagement auf. Zwei Weltkriege und die Zeit des Nationalsozialismus hätten das hoch entwickelte Stiftungswesen im Bürgertum des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts ausradiert. Dies gelte es, wiederzubeleben. Nida-Rümelin warnte zugleich vor der Vorstellung, bürgerschaftliches Engagement könne auffangen, woraus sich der Staat zurückziehe. Das sei eine Illusion. Ein funktionierender Sozialstaat sei unabdingbar für die Demokratie. „Eine Demokratie ist hohl, wenn es nicht gelingt, Solidarität zu praktizieren“, bekräftigte Nida-Rümelin.

EKHN-Kirchenpräsident Dr. Volker Jung plädierte für eine Neuorientierung in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Das Prinzip des „Schneller - Höher - Weiter“ müsse ersetzt werden durch das Prinzip des „Anders - Besser - Weniger“. Dadurch könnten Lebensqualität gewonnen, weltweit Frieden und Gerechtigkeit gefördert und Armut bekämpft worden. Jung würdigte in seinem Grußwort die Frankfurter Diakonie als „wichtiges Markenzeichen gelebten evangelischen Glaubens in der Stadtgesellschaft“. Mit ihren vielfältigen Angeboten etwa in der Kinder-, Jugend- und interkulturellen Arbeit zeige sie, „dass sie mitten im Leben steht und ganz nahe bei den Menschen ist“.

Diakonie in Frankfurt, das war von Anfang an etwas Besonderes und in Deutschland Einzigartiges. Denn die Arbeit wurde nicht über Vereine oder andere Träger außerhalb der Kirche organisiert, sondern sie ist bis heute Teil der verfassten Kirche, Teil des Evangelischen Regionalverbandes, zu dem sich Frankfurter Gemeinden und Dekanate zusammengeschlossen haben. Als im Jahr 1910 Armut in der Stadt herrschte, 80 Prozent der Bürgerinnen und Bürger als arm oder minderbemittelt galten, sah sich die evangelische Kirche in Frankfurt in der Pflicht und handelte: Die Frankfurter Bezirkssynode machte im November 1910 Nägel mit Köpfen und es „wurden die Mittel zur Annahme eines männlichen und eines weiblichen Berufsarbeiters bewilligt und ein ständiger Fürsorgeausschuss eingesetzt“. Das war die Geburtsstunde der Diakonie in Frankfurt.

Wie in den Gründerzeiten, so ist auch heute ein wesentliches Qualitätsmerkmal diakonischer Arbeit in Frankfurt, zielgerichtete Angebote auf den Sozialraum der Stadt hin zu entwickeln. Auch im Jahre 2010 sind die Themen brisant und die Herausforderungen groß – der demographische Wandel, eine sozial gerechte Gesellschaft, die Chancen für alle eröffnet, ein gutes soziales Klima sowie das Thema Integration gehören dazu. Im Hinblick auf soziale Fragen ist flexibles Reagieren gefragt. Gerade in dieser Hinsicht prägt die Diakonie der Evangelischen Kirche in Frankfurt die Stadtgesellschaft entscheidend und ist damit unverzichtbar. Schließlich nimmt sie bewusst eine hohe christlich gesellschaftliche Verantwortung wahr. Persönliche Ressourcen zu stärken und Menschen wieder zu einem selbstbestimmten und selbstgestalteten Leben zu verhelfen, sind entscheidende Elemente. Diakonie der evangelischen Kirche in Frankfurt bedeutet somit eine breite Palette an Angeboten, von der Jugendsozialarbeit über Integrationshilfen für Menschen mit Behinderung, Einrichtungen für Wohnsitzlose, Krabbelstuben und seelsorgerliche Angeboten bis hin zu Pflegeeinrichtungen oder Qualifizierungsprojekten. Auch im Jahr 2010 ist die Diakonie in Frankfurt im Evangelischen Regionalverband Teil der verfassten Kirche; das Diakonische Werk für Frankfurt am Main sowie die Arbeitsfelder Beratung, Bildung, und Jugend sind Fachbereiche, darüber hinaus werden zahlreiche diakonische Aufgaben in rechtlich selbständigen Organisationsformen wahrgenommen.

28.09.2010

Soziale Stadt

Diakonie Frankfurt eröffnet neues Nachbarschaftsbüro im Stadtteil Riederwald

Frankfurter Programm – Aktive Nachbarschaft

Das Diakonische Werk für Frankfurt am Main hat im Stadtteil Riederwald, Am Erlenbruch 116-118, ein neues Nachbarschaftsbüro im Rahmen des „Frankfurter Programm – Aktive Nachbarschaft“ eingerichtet. Der Leiter der Diakonie Frankfurt am Main, Pfarrer Dr. Michael Frase, sowie der stellvertretende Leiter der Stabsstelle „Frankfurter Programm – Aktive Nachbarschaft“, Thomas Schäfer, eröffneten es am Dienstag, dem 28. September offiziell. Zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils nutzten die Gelegenheit, die neue Anlauf- und Kontaktstelle kennenzulernen und auf eine gute Zukunft des Quartiers anzustoßen.

Seit April dieses Jahres sind im Riederwald die Quartiersmanagerinnen Annette Püntmann und Johanna Begrich tätig. Das Quartiersmanagement der Diakonie Frankfurt initiiert und unterstützt Nachbarschaften und Aktivitäten im Stadtteil. Im Verbund mit möglichst vielen Akteuren der Siedlung arbeitet es auf partnerschaftlicher Basis mit Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen und Initiativen, Gewerbetreibenden, Wohnungsbaugesellschaften, freien Trägern der sozialen Arbeit, Schulen sowie den städtischen Ämtern zusammen. Ziel ist es, auf diese Weise vorhandene Potenziale zu aktivieren und weiterzuentwickeln, Initiativen und Engagement für den Stadtteil zu unterstützen, das Wohnumfeld zu verbessern, neue Nachbarschaftsbeziehungen aufzubauen und bestehende zu stärken, den sozialen Zusammenhalt und das kulturelle Leben zu fördern.

Mit dem "Frankfurter Programm - Aktive Nachbarschaft" möchte die Stadt Frankfurt am Main die Lebensbedingungen in Stadtvierteln verbessern und das Miteinander - auch von unterschiedlichen Kulturen - stärken. Dabei kooperiert sie eng mit verschiedenen Trägern sozialer Arbeit. Nachdem das Diakonische Werk für Frankfurt am Main bereits in der Karl-Kirchner-Siedlung in Frankfurt Preungesheim erfolgreich beteiligt war, übernahm es im Jahre 2005 die Trägerschaft in der Nordweststadt, 2008 in Rödelheim-West und 2010 im Riederwald.

24.09.2010

Evangelische Telefonseelsorge Frankfurt am Main

Evangelische Telefonseelsorge sucht Ehrenamtliche

Die Evangelische Telefonseelsorge Frankfurt am Main sucht ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Gefragt sind Menschen, die gut zuhören können, die ein Herz haben für die Anrufenden und offen sind für deren Sorgen und Anliegen. Es sind sehr unterschiedliche Themen, die Menschen dazu veranlassen, bei der Telefonseelsorge anzurufen: Erfahrung von Verlusten, Trauer und Verzweiflung, aber auch Einsamkeit, Arbeitsplatzverlust und Armut sowie Sinn- und spirituelle Krisen. Menschen bei ihrer Suche nach neuen Lebensperspektiven in einem Gespräch am Telefon einfühlsam zu begleiten, ist oft hilfreich für die Anrufenden, es ist zugleich aber auch bereichernd für diejenigen, die Unterstützung und Begleitung geben können.

Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollten mindestens 25 Jahre alt und ein gutes Maß an körperlicher und seelischer Belastbarkeit mitbringen. Auf die Begegnung mit Menschen in Krisen am Telefon werden sie in einer einjährigen Ausbildung, die an zwei Wochenenden und einem wöchentlichen Abendtermin stattfindet, intensiv vorbereitet. Die Ausbildung beinhaltet Selbsterfahrung in der Gruppe, es werden Methoden der Gesprächsführung vermittelt und Themen wie Trauer, Depression, Sucht, Beziehung und die Stärkung von Ressourcen bearbeitet.

Nach einem Jahr übernehmen die ehrenamtlichen Telefonseelsorgerinnen und Telefonseelsorger drei individuell planbare Telefonschichten pro Monat, eine davon in der Nacht. Die ausgebildete Supervisorin (DGSv) Pfarrerin Anette Bill und die Diplompsychologin Silvia Ehlert-Lerche leiten die Ausbildungsgruppe. Sie begleiten und qualifizieren die ehrenamtlichen Mitarbeiter auch anschließend kontinuierlich in Supervisionen und weiterführenden Fortbildungen. Die Evangelische Telefonseelsorge Frankfurt ist eine Einrichtung des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main. Kontakt: Tel. 069-282890

10.09.2010

Kontaktstelle für Körperbehinderte und Langzeitkranke (KKL)

Barrieren abbauen - Isolation verhindern - selbstbestimmtes Leben ermöglichen

Die Kontaktstelle für Körperbehinderte und Langzeitkranke (KKL) der Diakonie Frankfurt am Main feierte ihr 40-jähriges Bestehen

Mit einer Festveranstaltung im barrierefreien Begegnungszentrum „Drehscheibe“ feierte die Kontaktstelle für Körperbehinderte und Langzeitkranke (KKL) der Diakonie Frankfurt am Main am Mittwoch, dem 8. September, ihren 40-jährigen Geburtstag. Den Auftakt bildete eine Jubiläums-Andacht, die der Leiter des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main, Pfarrer Dr. Michael Frase, hielt. Anschließend blickte die Leiterin der KKL, Elvira Neupert-Eyrich, auf die letzten 40 Jahre zurück, bevor das Fest mit Suppen, Snacks und Kaffee ausklang. Zum Jubiläum erschien auch eine 36-seitige Festschrift.

Die Kontaktstelle für Körperbehinderte und Langzeitkranke leistet seit 40 Jahren einen besonderen kirchlichen Dienst. 1970 begann die Arbeit mit dem Ziel, dass Menschen mit Behinderung Raum und Unterstützung erhalten, um sich zu verselbständigen und zu emanzipieren. Dieses Ziel hat sich nicht geändert, auch wenn die Bedingungen der Arbeit andere wurden.

Inzwischen sind Menschen mit Behinderung mit ihren Fragen und Anforderungen sehr viel mehr im Blick der Öffentlichkeit. Es existiert das hessische Gleichstellungsgesetzt und die UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderung wurde im März 2009 in der Bundesrepublik ratifiziert. Doch weiterhin bleibt die Frage, wer sich wem anpassen muss, die wichtigste überhaupt. Bedeutet „Teilhabe von Menschen mit Behinderung in allen gesellschaftlichen Bereichen zu ermöglichen“, mit Hilfsmitteln zu erreichen, dass Menschen mit Behinderung alles im gleichen Tempo mitmachen? Oder bedeutet es, dass die Gesellschaft lernen muss, Rücksicht zu nehmen und Menschen mit Behinderung in ihrem eigenen Tempo mitzunehmen?

Mit diesen Fragen ist die Kontaktstelle für Körperbehinderte und Langzeitkranke auch weiterhin beschäftigt. Sie leistet individuelle Unterstützungs- und Betreuungsarbeit durch ambulantes Betreutes Wohnen, Beratung und Gruppenarbeit, im Rahmen von Freizeitangeboten und Ausflügen. Ziel ist zudem, immer wieder bewusst zu machen, was die Gesellschaft von Menschen mit Behinderung lernen kann: wie wertvoll ein Mensch an sich ist, auch wenn er im wirtschaftlichen Sinne scheinbar nichts leistet. Und wie wichtig es in einer hektischen Welt ist, Zeit zu haben und füreinander da zu sein.

In der KKL begegnen sich Menschen – mit und ohne Behinderung - auf Augenhöhe und entwickeln gemeinsam, was für sie wichtig ist. Die Einrichtung hat sich zum Ziel gesetzt, die UN-Konvention zu unterstützen, die im Gegensatz zu der bisher geforderten Integration nun vielmehr von Inklusion spricht und diese fordert. Einbeziehung in die Gesellschaft bedeutet das gemeinsame Gestalten der Gesellschaft von Menschen mit und ohne Behinderung. Dies bedeutet für die Arbeit der KKL zum einen, sich gegenüber gesellschaftlichen Gruppen zu öffnen, zum anderen die Motivation der Betroffenen zu wecken, sich verantwortlich und aktiv an Veränderungsprozessen zu beteiligen.

30.08.2010

Koordination und Organisation von Arbeitsgelegenheiten

Zwölf neue Betreuungs- und Pflegeassistenten erhalten Zertifikate

Mit der Übergabe der Zertifikate endete für zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Qualifizierungsmaßnahme zur „Betreuungs– und Pflegeassistenz“

Die einjährige Ausbildung wurde von der Koordination und Organisation von Arbeitsgelegenheiten der Diakonie Frankfurt in Kooperation mit der Altenpflegeschule des Hufelandhauses angeboten. Neben 520 Stunden theoretischem Unterricht umfasste sie auch 780 Stunden Praxis in ambulanten und stationären Betreuungs- und Pflegeeinrichtungeneinrichtungen. Ziel ist, langzeitarbeitslose Menschen zu qualifizieren und ihnen Chancen auf den ersten Arbeitsmarkt zu eröffnen. Mit finanzieller Unterstützung durch die Rhein-Main Jobcenter GmbH sollen die Teilnehmer befähigt werden, die erworbenen Kenntnisse zur Bewerbung auf eine Stelle im wachsenden Arbeitsmarkt „Altenpflegebereich“ zu nutzen oder eine weiterführende Ausbildung in diesem Bereich anzutreten. Den meisten der zwölf Teilnehmer ist es bereits gelungen, einen Arbeitsplatz zu finden. Am 1. August startete eine zweite Qualifizierungsmaßnahme dieser Art.

28.06.2010

Kindertagesstätten

Erstes evangelisches Kinder- und Familienzentrum Frankfurts eröffnet im Stadtteil Goldstein

Einweihung am 25. Juni

Im Frankfurter Stadtteil Goldstein wurde am 25. Juni das erste evangelische Kinder- und Familienzentrum offiziell eingeweiht. Pünktlich um 16 Uhr eröffneten Kinder durch das Zerschneiden eines Bandes ihre Einrichtung symbolisch. Grußworte bei der anschließenden Feierstunde sprachen unter anderem die Bürgermeisterin der Stadt Frankfurt am Main, Jutta Ebeling, und die Vorsitzende des Vorstandes des Evangelischen Regionalverbandes, Pfarrerin Esther Gebhardt.

Die Stadt Frankfurt am Main hat für über drei Millionen Euro einen Neubau zur Betreuung von 64 Kindern im Alter von 4 Monaten bis 6 Jahren errichtet. In dieses Gebäude ist die seit 1976 in diesem Stadtteil arbeitende Spiel- und Lernstube Am Kiesberg umgezogen und hat ihr Betreuungsangebot erweitert. Die Spiel- und Lernstuben hatten in Stadtteilen mit besonderem Förderbedarf eine hohe sozialpädagogische Kompetenz, um den Kindern individuell helfen zu können.

Im Evangelischen Kinder- und Familienzentrum wird nun verstärkt die gesamte Familie in den Blick genommen. In Kooperation mit der Evangelischen Familienbildung Frankfurt am Main wird eine Koordinierungsstelle für Elternarbeit eingerichtet und städtisch finanziert. Für diese Arbeit steht auch weiterhin die Wohnung am Kiesberg zur Verfügung. „Nur unter Einbeziehung der Familie“, betont der Leiter des Arbeitsbereichs Kindertagesstätten Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main, Kurt-Helmuth Eimuth, „ist eine Förderung des Kindes nachhaltig möglich.“ Und der Leiter der Evangelischen Familienbildung Frankfurt am Main, Clemens Niekrawitz, hebt hervor: „Die Arbeit mit den Eltern ist uns ein besonderes Anliegen. Über die Arbeit mit Eltern der Kita-Kinder hinaus werden wir deshalb ein Netzwerk für Eltern und Familien im gesamten Stadtteil aufbauen. Mit Begegnungs-, Bildungs- und Beratungsangeboten unterstützen wir die Eltern bereits von der Geburtsvorbereitung an bis in das Schulalter der Kinder hinein ganzheitlich und durchgängig .“

An den Tagen nach der offiziellen Einweihung konnte das neue Gebäude der Kinderbetreuung im Evangelischen Kinder- und Familienzentrum Goldstein im Rahmen des hessenweiten Tages der Architektur öffentlich besichtigt werden. Das Architekturbüro AS&P - Albert Speer & Partner GmbH organisierte dazu Führungen. Das Gebäude vereint den Anspruch an eine zeitgemäße, energiesparende und nachhaltige Bauweise mit den Anforderungen der Kinder an helle, freundliche und natürliche Räume zum Spielen, Lernen und Aufwachsen. Die Kindertagesstätte gliedert sich in einen zweigeschossigen, Nord-Süd orientierten Baukörper, in dem sich die Hauptfunktionen befinden und einen eingeschossige Verbindungsbau. Das Gebäude wurde in Passivhausbauweise errichtet.


Ansprechpartner:
Kurt-Helmuth Eimuth Tel.: 069/ 92105-6646
Clemens Niekrawitz: Tel. 069/ 605004-23

04.06.2010

Soziale Stadt

Für gute Nachbarschaft und fröhliche Vielfalt

Die Quartiere Nordweststadt und Rödelheim-West feiern den „European Neighbours' Day“ mit bunten Stadteilfesten.

Ausgelassene Stimmung herrschte in der Frankfurter Nordweststadt beim diesjährigen „European Neighbours’ Day“ im Kleinen Zentrum. Mehr als 300 Menschen besuchten das vom Quartiersmanagement der Diakonie Frankfurt am Main im Rahmen des „Frankfurter Programm – Aktive Nachbarschaft“ organisierte Fest. Zum Gelingen trugen zahlreiche Gruppen aus dem Quartier bei: So beteiligten sich mehr als zehn Frauen des Eltern-Kind-Zentrums Al Karama, indem sie unter anderem ein orientalisches Teezelt aufbauten und ein Kinderprogramm organisierten. Afrikanerinnen boten ein landestypisches Reisgericht an, eine türkische Nachbarin sorgte für anatolisches Börek. Mit von der Partie waren zudem die NachbarschaftskonfliktvermittlerInnen mit Kaffee und Kuchen, die Schachgemeinschaft Niederursel mit einem Turnier für Jugendliche, der Verein „Brücke 71“ mit einem Stadtteilsuchspiel und die Caritas mit einem Stromspar-Check. Live-Musik mit „Kurti“ an der Gitarre animierte Groß und Klein zum Tanzen. Besonderes Engagement zeigten Jugendliche, die für den Auf- und Abbau der Biertischgarnituren und dem Getränkestand verantwortlich zeichneten.

Wie in der Nordweststadt feierten auch im Quartier Rödelheim-West unterschiedliche Kulturen in friedlicher Nachbarschaft ein buntes und fröhliches Fest zum „European Neighbours‘ Day“. Es fand rund um das Hausmeisterbüro am Zentmarkweg statt und wurde vom Quartiersmanagement der Diakonie Frankfurt am Main und der Wohnheim GmbH gemeinsam organisiert. Im Mittelpunkt des Festes standen Begegnungen und Gespräche der Nachbarn bei Kaffee und Kuchen. Vertreter des größten Vermieters im Wohngebiet, der Wohnheim GmbH, waren ebenfalls vor Ort und standen den Mietern für Gespräche zur Verfügung. Das Büfett unterstützten Anwohner durch Kuchenspenden. Der Erlös kommt einer Bewohner-Initiative zur Verbesserung des nahegelegenen öffentlichen Spielplatzes zugute. Unter dem Motto „Bankenkrise am Zentmarkweg“ wurden zudem Spenden von zukünftigen „Bankpaten“ gesammelt. Einen besonderen Höhepunkt gab es für die Kinder aus der Nachbarschaft: Sie waren eingeladen, durch eine Malaktion zur Verschönerung des Wohngebietes beizutragen. Unter der Leitung der Künstlerin Nina Kratzsch bebilderten sie die Umgrenzung des Müllplatzes, was bei den Nachbarn einhellige Zustimmung fand.

Der „European Neighbours‘ Day“ wurde im Jahr 1999 in Paris mit dem Ziel ins Leben gerufen, in den Großstädten durch lokal organisierte Nachbarschaftsfeste der zunehmenden Isolation entgegenzuwirken. Im letzten Jahr hatten sich bereits mehr als 8 Millionen Menschen in 22 Ländern Europas beteiligt. Im Rahmen des kommunalen „Frankfurter Programms – Aktive Nachbarschaft“, wurden in Frankfurt am Main in acht Stadtteilen Nachbarschaftsfeste von den Quartiersmanagements veranstaltet.

Foto: In der Nordweststadt feierten über 300 Menschen ein fröhliches Nachbarschaftsfest. Quartiersmanagerin Annette Püntmann (Mitte) freut mit sich mit Bewohnerinnen über den großen Erfolg.

27.05.2010

Diakonisches Werk für Frankfurt am Main

„Help the Oma“

Art Directors Club zeichnet Diakonie-Kampagne zweifach aus

Die Agentur Saatchi & Saatchi hat mit der Kampagne „Help the Oma“ für die Diakonie Frankfurt am Main zwei Auszeichnungen beim Art Directors Club (ADC) gewonnen. Sowohl in der Kategorie Dialogmarketing/Crossmediale Kampagnen als auch in der Kategorie Promotion überzeugte „Help the Oma“ die Juroren, die im Rahmen des „ADC Gipfels“ besonders kreative Arbeiten prämierten. Der Art Directors Club ist der Berufsverband führender Art-Direktoren aus der Werbebranche. Im Jahre 1920 wurde er in New York mit dem Ziel gegründet, höchste Ansprüche in der Werbung zu fördern und den Nachwuchs zu betreuen. Der „ADC-Gipfel“ ist der wichtigste Wettbewerb der Werbebranche in Deutschland.

Für die Kampagne „Help the Oma“, die unter anderem bereits mit dem „Hammer des Monats“ der renommierten Fachzeitschrift für Marketing, Werbung und Massenmedien „Horizont“ ausgezeichnet wurde, waren drei ältere Damen auf Frankfurts Straßen unterwegs. Ihr Ziel: für ehrenamtliches Engagement in den Einrichtungen des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main zu werben. Sie gingen in der Frankfurter Innenstadt durch Szenen ihres Alltags, bei denen sie auf Grund ihres Alters Hilfe benötigen: eine Straße überqueren, eine Einkaufstasche tragen oder einen Fahrkartenautomaten benutzen. Zum Dank übergaben die „Omas“ allen Helfern persönlich einen Flyer der Diakonie Frankfurt mit der Botschaft “Genau Sie haben wir gesucht!” und einem Verweis auf die Website www.help-the-oma.de. Auf der Website finden sich nicht nur ausführliche Informationen zu dem Möglichkeiten für ehrenamtliches Engagement in den verschiedenen Arbeitsfeldern der Diakonie Frankfurt, sondern auch zu den Protagonistinnen und ihrer Vorgeschichte sowie Foto und Filmmaterial der Aktion.

Beim Diakonischen Werk für Frankfurt am Main engagieren sich über 300 haupt- sowie rund 400 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Freiwilliges Engagement ist eine unverzichtbare Ergänzung zur hauptamtlichen Arbeit und hat bei der Diakonie eine lange Tradition. Als Teil des Evangelischen Regionalverbandes leistet das Diakonische Werk für Frankfurt am Main vielfältige soziale Arbeit und hält seelsorgerliche Angebote vor. Saatchi & Saatchi arbeitet bereits seit 2007 für die Diakonie Frankfurt. In diesem Rahmen wurden bereits verschiedene Projekte realisiert, unter anderem für die Wohnungslosenhilfe mit dem „Weihnachtsmann“-TV Spot (Weihnachten 2008), dem Filmprojekt „Frau im Spiegel“ (Herbst 2009) und der provokativen Aktion „Siehst du mich jetzt?“, die eine Social EFFIE Shortlist-Platzierung und zahlreiche Kreativpreise einbrachte.

Weitere Infos zur Kampagne

30.04.2010

WESER5

Armut? Reichtum? Kunst!

Gemeinsame Ausstellung von WESER5 Diakoniezentrum und VCH-Hotel Spenerhaus vom 11. bis 14 Mai im Frankfurter Dominikanerkloster. Vernissage mit Künstlern am Montag, 10. Mai, 17 Uhr

Unter dem Titel „Armut? Reichtum? Kunst!“ laden das WESER5 Diakoniezentrum und das VCH-Hotel Spenerhaus zu einer Ausstellung ins Frankfurter Dominikanerkloster, Kurt-Schumacher-Straße 23, 60311 Frankfurt am Main ein. Von 11. bis 14. Mai sind jeweils von 9 bis 15 Uhr bei freiem Eintritt Büsten von Harald Birck sowie Exponate von Miriam Kilali, Mona Grgurinovic, Ingrid Bahß nd Felix Droese zu sehen.

Darüber hinaus stellen Besucher des WESER5 Tagestreffs eigene Arbeiten aus, die sie in Zusammenarbeit mit der Agentur Saatchi & Saatchi erstellten. Feierlich eröffnet wird die Ausstellung bereits am Montag, dem 10. Mai um 17 Uhr mit einer Vernissage, bei der unter anderem der Künstler Harald Birck für Gespräche zur Verfügung steht.

Das WESER5 Diakoniezentrum wird getragen vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main und hält im Frankfurter Bahnhofsviertel fünf qualifizierte Angebote für Wohnsitzlose bereit: einen Tagestreff, eine Soziale Beratungsstelle, eine Notübernachtung, ein Übergangswohnhaus sowie Straßensozialarbeit. Mit der Ausstellung setzt sich nun eine Partnerschaft mit dem VCH-Hotel Spenerhaus fort, im Rahmen derer es bereits im vergangenen Jahr gemeinsame Aktionen gab.

19.04.2010

Familien-Markt

Mitarbeiter von PricewaterhouseCoopers möbeln Frankfurter Familien-Markt auf.

„Wir packen’s an“

„Wir packen’s an“, lautete das Motto einer privaten Initiative, mit der 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von PricewaterhouseCoopers am Wochenende den Frankfurter Familien-Markt kräftig „aufmöbelten“. Konzeptionelle und organisatorische Unterstützung erhielten sie dabei von LESON – Innenarchitektur x Objektmanagement. Im Zuge der Maßnahme wurde der Eingang samt Haushaltswarenabteilung und angeschlossenem Café des von Diakonie Frankfurt am Main und Caritasverband Frankfurt e.V. getragenen Second-Hand-Kaufhaus neu gestaltet. Unter anderem nahm das Team farbliche Veränderungen im Bereich des Bodens und der Wände vor und schuf die Grundlage für eine optimierten Warenpräsentation. Als Sponsoren engagierten sich beim „Social Day“ unter anderem die Firmen IKEA Frankfurt, nora Systems GmbH, UFLOOR Systems, Kvadrat GmbH sowie silentrooms. Auch das Team des Familien-Marktes legte tatkräftig Hand an. Im Familien-Markt in Frankfurt-Bornheim können sich einkommensschwache Frankfurter Bürgerinnen und Bürger, die über einen Frankfurt-Pass oder einen von Kirchengemeinden und Beratungsstellen ausgestellten Berechtigungsschein verfügen, günstig einkleiden und mit Möbeln versorgen. Berechtigt zum Einkauf sind außerdem Studierende mit einem gültigen Studentenausweis.

06.04.2010

Zentrum für Frauen

Page Personnel und Diakonie Frankfurt unterstützen Frauen beim Wiedereinstieg in die Arbeitswelt

Coachingangebot bei „ModeKreativWerkstatt“

Im Rahmen des Projektes „ModeKreativWerkstatt“ der Diakonie Frankfurt bietet das Schwesterunternehmen der Personalberatung Michael Page International den Teilnehmerinnen ein Coaching für Bewerbungen und Vorstellungsgespräche, um sie für den Wiedereinstieg in die Berufswelt optimal vorzubereiten.

In der heutigen Arbeitswelt haben geringer qualifizierte Arbeitssuchende eine immer kleinere Aussicht auf ein Beschäftigungsverhältnis. Die Initiative der Diakonie Frankfurt und Page Personnel soll nun helfen die Chancen für Frauen, die noch nicht lange auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen konnten, zu verbessern – denn gerade Frauen stehen oftmals vor großen Hürden. Die Diakonie Frankfurt bietet vor diesem Hintergrund daher seit einem Jahr das Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekt ModeKreativWerksatt an. Ein KreativTeam arbeitet dabei gespendete Business-Kleidung um, damit bedürftigen Frauen angemessene Kleidung für das Berufsleben zur Verfügung gestellt werden kann. Nachdem die Personalberatung Michael Page International die Aktion in den letzten Jahren bereits durch Kleiderspenden unterstützt hat, geht das Schwesterunternehmen Page Personnel dieses Jahr noch einen Schritt weiter.

„Über mehrere Wochen hinweg bieten wir einer Gruppe von Frauen Coachings für Vorstellungsgespräche und Bewerbungstrainings an. Die Workshops sollen den Wiedereinstieg in die Arbeitswelt für die Frauen erheblich vereinfachen“, berichtet Pablo Galan, Leiter des Frankfurter Büros von Page Personnel. Neben den Basisqualifikationen wie den Grundelementen eines Lebenslaufs oder eventuellen Fragen in einem Vorstellungsgespräch soll bei den Frauen auch das Interesse an einer Weiterqualifizierung oder Ausbildung geweckt und die Ängste vor der Arbeitswelt genommen werden. „Wir wissen durch unsere tägliche Arbeit, worauf es in bestimmten Berufsfeldern in Punkto Qualifikation und Auftreten besonders ankommt. Das vermittelte Knowhow soll den Frauen daher mehr Vorteile bei der Suche nach einem Arbeitsplatz verschaffen“, so Galan weiter. Die Diakonie Frankfurt freut sich über die Chancen, die den Frauen so ermöglicht wird. „Viele Frauen haben eine bewegte, oftmals tragische Vergangenheit hinter sich, wir sind daher sehr dankbar, dass sich Page Personnel dem Schicksal der Workshop-Teilnehmerinnen annimmt und ihnen durch die Trainings den Weg in die Selbstbestimmung ein Stück ermöglicht“, erklärt Karin Kühn, Leiterin des Zentrums für Frauen der Diakonie Frankfurt.

Page Personnel (Deutschland) GmbH hat sich auf die Vermittlung von qualifizierten Fachkräften und Young Professionals sowohl für die Festanstellung als auch im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung spezialisiert. Page Personnel ist eine Sparte der Michael Page Gruppe, einem Marktführer im spezialisierten Recruitment, weltweit vertreten mit 136 Büros in 28 Ländern. Im Jahre 1994 gegründet, und seither von einer starken Weiterentwicklung geprägt, ist Page Personnel inzwischen mit fast 100 Büros in 17 Ländern vertreten.

19.03.2010

Mobile Kinderkrankenpflege

Mobile Kinderkrankenpflege erhält 2.500 Euro

von Katholischer Kirchengemeinde St. Josef Bornheim

Einen Scheck über 2.500 Euro haben Roselore Krämer und Cäcilia Lutz von der Katholischen Kirchengemeinde St. Josef Bornheim am Donnerstag an die Stellvertretende Leiterin der Mobilen Kinderkrankenpflege, Marion Busch, übergeben. Der Betrag ist ein Teil des Erlöses aus einem großen Weihnachtsbasar, den die Gemeinde traditionell am ersten Adventswochenende veranstaltet. In diesem Rahmen erhält die Mobile Kinderkrankenpflege bereits zum dritten Mal eine großzügige Spende. Die vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main getragene Einrichtung ist der einzige Pflegedienst in Frankfurt und Umgebung, der sich auf die Betreuung akut oder chronisch kranker Kinder spezialisiert hat. Neben der Stadt Frankfurt unterstützt die Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung, eine der ältesten Stiftungen Frankfurts, die Einrichtung. Da die von den Kranken- und Pflegekassen erstatteten Beträge bei weitem nicht die Kosten decken, ist die Mobile Kinderkrankenpflege auch in Zukunft auf Unterstützung durch Stiftungsmittel und Spenden angewiesen, um ihre wichtige Arbeit aufrecht zu erhalten.


Foto (von links nach rechts): Marion Busch, Cäcilia Lutz und Roselore Krämer

19.03.2010

Diakonie Stiftung

Vor-Ort-Initiative gegen Wohnungslosigkeit weiter gesichert

Diakonie-Stiftung Frankfurt am Main fördert „Wohnprojekt Hoffnung“ der Niederräder Kirchengemeinden mit 3000 Euro

Einen Scheck in Höhe von 3000 Euro hat der Vorsitzende des Vorstandes der Diakonie-Stiftung Frankfurt am Main, Pfarrer Dr. Michael Frase, an Vertreter des „Wohnprojekts Hoffnung“ überreicht. Die Einrichtung ist eine Initiative der evangelischen Paul-Gerhardt-Gemeinde und der katholischen Gemeinde Mutter vom Guten Rat und wurde 1991 gegründet. Ziel ist, ehemals wohnungslose Menschen bei der Ausstattung ihrer neu bezogenen Wohnung finanziell zu unterstützen. Wie Frase betonte, sei es ein wichtiges Anliegen der Diakonie-Stiftung Frankfurt am Main, Aktivitäten und Engagement von Haupt- und Ehrenamtlichen in Frankfurter Kirchengemeinden fördern und diakonische Projekte vor Ort zu unterstützen. Helmut Helbich, Koordinator des "Wohnprojektes Hoffnung", sieht in der Förderung „gleichzeitig eine Zukunftsperspektive und eine Anerkennung“. Unter anderem aufgrund der Zuwendung der Diakonie-Stiftung Frankfurt am Main sei das Projekt nun für weitere eineinhalb Jahre gesichert. „Durch die Förderung ermöglichen wir individuelle Hilfen, wo andere Unterstützungssysteme nicht greifen“, bekräftigte Frase.

Im Rahmen des „Wohnprojektes Hoffnung“ erhalten ehemals wohnungslose Menschen die Möglichkeit, ihren individuellen Bedarf abzudecken oder zu ergänzen. Das Projekt startete mit einem Kapital von 1.000 Euro, das evangelische und katholische Kirchengemeinde gemeinsam aufbrachten. Nach wie vor ist es nur über Privatspenden und Mittel aus Stiftungen zu finanzieren. Die Vermittlung der Hilfen geschieht durch die entsprechenden hauptamtlichen Sozialarbeiter/-innen aus den Einrichtungen der Wohnungslosen-Hilfe von Diakonie Frankfurt und Caritas-Verband e. V. Frankfurt, die Menschen auf dem Weg in die eigene Wohnung begleiten. Eng arbeitet das Projekt mit dem Sozialdienst Wohnen und Betreuen des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main zusammen. Seit Bestehen des Projektes konnten 145 Auszahlungen in Höhe von 46.7000 Euro vorgenommen werden – Hilfen, um die eigene Wohnung mit dem Nötigsten auszustatten.

Die Diakonie-Stiftung Frankfurt am Main wurde im Jahre 2008 gegründet und ist eine rechtsfähige, kirchliche Stiftung bürgerlichen Rechts. Sie fördert diakonische Arbeit im Sinne der Hilfe für andere auf der Grundlage christlicher Nächstenliebe. In diesem Kontext unterstützt die Diakonie-Stiftung Frankfurt am Main Kinder, Jugendliche und Familien und engagiert sie sich in der Behinderten- und Altenhilfe sowie der Krankenpflege. Dabei bietet sie vielfältige Möglichkeiten, sich zu engagieren, zum Beispiel durch Zustiftungen und Spenden oder eine eigene Stiftung unter dem Dach der Diakonie-Stiftung Frankfurt am Main.


Kontakt:
Jutta Krieger
Stiftungsmanagement
Tel.: 069/2165-1244
Fax: 069/2165-2244
E-Mail: jutta.krieger@ervffm.de


Foto: (von links nach rechts) Pfarrer Dr. Michael Frase, Vorsitzender des Vorstandes der Diakonie-Stiftung Frankfurt am Main; Angelika Detrez, Pfarrerin Evangelische Paul-Gerhardt-Gemeinde; Helmut Helbich, Koordinator "Wohnprojekt Hoffnung"; Sabine Weyerhäuser; Gemeindereferentin Katholische Kirchengemeinde Niederrad Mutter vom guten Rat

08.03.2010

WESER5

Johanniter-Cronstetten-Altenhilfe e.V. fördert WESER5 Straßensozialarbeit der Diakonie Frankfurt mit 15.000 Euro

Scheckübergabe am 8. März

Einen Scheck in Höhe von 15.000 Euro für die WESER5 Straßensozialarbeit überreichten Babo Graf von Harrach und Sylvius Hohlt von der Johanniter-Cronstetten-Altenhilfe e.V. (JCA) am vergangenen Montag an die Leiterin des WESER5 Diakoniezentrums, Renate Lutz. Damit leistet die JCA einen wichtigen Beitrag dazu, dass die Stelle einer Straßensozialarbeiterin finanziert werden kann. Dies ist nur mithilfe von Spenden und Fördermitteln möglich.

Die WESER5 Straßensozialarbeit wendet sich an wohnungslose Frauen und Männer, die resigniert haben und von sich aus keine Hilfe in Anspruch nehmen. Sie leben in Abbruchhäusern, auf öffentlichen Plätzen oder im Stadtwald. An diesen Orten sucht die Straßensozialarbeit die Wohnungslosen auf, spricht sie behutsam an und baut langsam Vertrauen auf. Ziel ist, sie an weitere Unterstützungsangebote heranzuführen und erste Schritte zur Veränderung ihrer Lebenssituation einzuleiten. Die WESER5 Straßensozialarbeit ist Teil des WESER5 Diakoniezentrums, das im Frankfurter Bahnhofsviertel fünf qualifizierte Angebote für Wohnsitzlose bereithält. Neben der Straßensozialarbeit sind dies ein Tagestreff, eine Soziale Beratungsstelle, eine Notübernachtung sowie ein Übergangswohnhaus. Getragen wird das WESER5 Diakoniezentrum vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main.

05.03.2010

Kindertagesstätten

„Kein Kinderkram...“

Mit einer ungewöhnlichen Werbeaktion möchte die Diakonie Frankfurt Fachkräfte für ihre Kitas gewinnen.

Ein Mädchen mit Wäscheklammern in der Nase, umherfliegenden Schnürsenkeln, ein Junge, der mit einem Spielzeugauto von einem Kameraden geschlagen wird, während ein anderer versucht, einen Gegenstand in die Steckdose zu bekommen. Ein Albtraum für jede Erzieherin, jeden Erzieher. Zu sehen auf einer Karikatur, mit der das Diakonische Werk für Frankfurt am Main Personal für seine Einrichtungen wirbt. In 180 Gaststätten wird die Karikatur als Postkarte ausliegen. "Wir wollen bewusst neue Wege bei der Personalgewinnung gehen und probieren es deshalb mit Werbemaßnahmen an ungewöhnlichen Orten und mit einem Augenzwinkern, denn dieser Beruf macht ja wirklich Spaß", sagt Kurt-Helmuth Eimuth, bei der Diakonie Frankfurt für Kindertagesstätten zuständig. Schließlich, so Eimuth, sei der Arbeitsmarkt für diese Berufsgruppe in Frankfurt "leergefegt". Alleine bei den evangelischen Trägern seien bis Sommer etwa 100 Stellen zu besetzen. Ursächlich für den steigenden Personalbedarf sind der Platzausbau für die Unter-drei-Jährigen, die steigende Kinderzahl in Frankfurt und die bessere Ausstattung der Kindertagesstätten mit Personal. Um Berufsanfängerinnen wirbt die Diakonie gesondert mit einem Plakat und dem Slogan „Kein Kinderkram“ an den Fachschulen in Hessen. Auch werde man die Präsenz im Internet verstärken, kündigt Eimuth an.

Kontakt:
Diakonisches Werk für Frankfurt am Main
Arbeitsbereich Kindertagesstätten
Kurt-Helmuth Eimuth, Tel.: 069/ 90105-6646

zu den Kita-Stellenangeboten

Download Plakat "Kein Kinderkram"

Download Postkarte "Kein Kinderkram"

05.03.2010

WESER5

„Not gibt es auch in der Nachbarschaft...“

Humanity First Deutschland und WESER5 Diakoniezentrum organisierten gemeinsamen Aktionstag zur Obdachlosenhilfe

Einen Aktionstag zur Obdachlosenhilfe organisierten Mitglieder der Hilfsorganisation Humanity First Deutschland in Zusammenarbeit mit dem WESER5 Diakoniezentrum. Unter anderem gaben sie heiße Getränke und Gebäck im WESER5 Tagestreff aus und überbrachten Kleiderspenden, Gesellschaftsspiele sowie alltägliche Gebrauchsgegenstände. Mit der gemeinsamen Veranstaltung, so Volker Qasir von Humanity First, wollten die Organisatoren darauf aufmerksam machen, dass es nicht nur im Ausland oder in Entwicklungsländern notleidende Menschen gebe, sondern auch in Deutschland. Ziel sei, die Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren, dass auch in Nachbarschaften zahlreiche in Not geratene Menschen lebten, die Unterstützung benötigen, betonte die Leiterin des WESER5 Diakoniezentrums, Renate Lutz. Wie die Initiatorin des Projektes, Susan Winkler (Humanity First), erklärte, solle die Aktion der Startschuss für eine weitergehende Zusammenarbeit mit dem WESER5 Diakoniezentrum sein. Die Zahl fünf steht bei der Einrichtung der Diakonie Frankfurt nicht nur für eine Hausnummer in der Weserstraße, sondern für fünf qualifizierte Angebote für Wohnsitzlose: Tagestreff, Straßensozialarbeit, Soziale Beratungsstelle, Notübernachtung und Übergangswohnhaus.

Humanity First (deutsch.: Menschlichkeit zuerst) ist eine im Jahr 1992 gegründete, internationale Hilfsorganisation mit Hauptsitz in London. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, notleidenden und bedürftigen Menschen in aller Welt, unabhängig von Herkunft, Rasse, Nationalität oder Religion, zu helfen. Humanity First verfügt weltweit über ein ausgedehntes Netz von ortsansässigen, ehrenamtlichen Helfern, die innerhalb kürzester Zeit in über 190 Ländern der Welt aktiv werden können. Humanity First Deutschland wurde 1997 gegründet und unterhält hauptsächlich langfristig angelegte Hilfs- und Versorgungsprojekte in Regionen West-Afrikas, die vor allem „Hilfe zur Selbsthilfe“ ermöglichen sollen.

18.02.2010

WESER5 | Diakonisches Werk für Frankfurt am Main

Haus & Grund Frankfurt am Main e.V. spendet 3.000 Euro für WESER5 Straßensozialarbeit der Diakonie Frankfurt

Spende

Eine Spende in Höhe von 3.000 Euro für die Straßensozialarbeit hat Geschäftsführer Wolf-Bodo Friers von Haus & Grund Frankfurt am Main e.V. am Montag an die Leiterin des WESER5 Diakoniezentrums, Renate Lutz, überbracht. Mit dem Betrag aus Mitteln einer eigenen Stiftung leistet der Verein einen Beitrag dazu, dass die Stelle einer Straßensozialarbeiterin finanziert werden kann. Dies ist nur mithilfe von Spenden und Fördermitteln möglich.

Die WESER5 Straßensozialarbeit wendet sich an wohnungslose Frauen und Männer, die resigniert haben und von sich aus keine Hilfe in Anspruch nehmen. Sie leben in Abbruchhäusern, auf öffentlichen Plätzen oder im Stadtwald. An diesen Orten sucht die Straßensozialarbeit die Wohnungslosen auf, spricht sie behutsam an und baut langsam Vertrauen auf. Ziel ist, sie an weitere Unterstützungsangebote heranzuführen und erste Schritte zur Veränderung ihrer Lebenssituation einzuleiten. Die WESER5 Straßensozialarbeit ist Teil des WESER5 Diakoniezentrums, das im Frankfurter Bahnhofsviertel fünf qualifizierte Angebote für Wohnsitzlose bereithält. Neben der Straßensozialarbeit sind dies ein Tagestreff, eine Soziale Beratungsstelle, eine Notübernachtung sowie ein Übergangswohnhaus. Getragen wird das WESER5 Diakoniezentrum vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main.

Haus & Grund Frankfurt am Main vertritt seit über 125 Jahren die Interessen der privaten Immobilieneigentümer und ist mit rund 9.000 Mitgliedern der größte Grundeigentümerverein in Hessen und einer der größten Eigentümervertreter bundesweit. Seit 1994 existiert zudem die Private Stiftung Haus & Grund Frankfurt, die für die Erhaltung und den Erwerb von privatem Immobilieneigentum eintritt und darüber hinaus soziale und kulturelle Maßnahmen unterstützt.

15.02.2010

Mobile Kinderkrankenpflege

Mobile Kinderkrankenpflege der Diakonie Frankfurt erhält 1.370 Euro

vom Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik

Einen Scheck in Höhe von 1370 Euro hat das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP) an die Mobile Kinderkrankenpflege des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main übergeben. Leiterin Erika Zimmermann nahm den Betrag, der bei einer Spendensammlung anlässlich der Weihnachtsfeier im Gemeinschaftswerk zusammengekommen war, am Freitag von GEP-Direktor Jörg Bollmann entgegen.

Die Mobile Kinderkrankenpflege ist der einzige Pflegedienst in Frankfurt und Umgebung, der sich auf die Betreuung akut oder chronisch kranker Kinder spezialisiert hat. Auch an Wochenenden und Feiertagen gewährleistet er die Versorgung der jungen Patientinnen und Patienten. Examinierte Kinderkrankenschwestern kommen nach Absprache mit Kinder- und Klinikärzten sowie Eltern ins Haus. Seit 1979 bietet die Mobile Kinderkrankenpflege professionelle medizinische Betreuung sowie intensive persönliche Zuwendung und hilft, Klinikaufenthalte von Kindern auf eine minimale Dauer zu beschränken oder komplett zu verhindern.

Zu den Leistungen des Pflegeteams gehört unter anderem die Durchführung ärztlicher Verordnungen wie Verbandswechsel oder Injektionen, Pflege nach Operationen sowie Anleitung zu Pflege und Ernährung. Immer mehr an Stellenwert gewinnt die Begleitung von schwerstkranken und sterbenden Kindern sowie ihren Familien. Dazu werden Mitarbeiterinnen speziell im Bereich Palliativpflege geschult. Um kranke Kinder möglichst umfassend zu betreuen, arbeitet die Mobile Kinderkrankenpflege eng mit Ärzten, Krankenhäusern und Einrichtungen des Gesundheitswesens zusammen.

Oberster Grundsatz ist die Achtung gegenüber Kindern - unabhängig von soziokultureller Herkunft, Religion und Weltanschauung. Neben der Stadt Frankfurt unterstützt die Cronstett- und Hynspergische evangelische Stiftung, eine der ältesten Stiftungen Frankfurts, die Einrichtung. Da die von den Kranken- und Pflegekassen erstatteten Beträge bei weitem nicht die Kosten decken, ist die Mobile Kinderkrankenpflege auch in Zukunft auf Unterstützung durch Stiftungsmittel und Spenden angewiesen, um ihre wichtige Arbeit aufrecht zu erhalten.

03.02.2010

Integrationshilfen für Menschen mit Behinderung

Begegnungszentrum „Drehscheibe“ der Diakonie Frankfurt nach Umbau mit erweitertem Konzept wiedereröffnet

Förderung durch die Share-Value Stiftung/ Öffnung in den Stadtteil mit vielfältigen Aktivitäten

Dank einer Förderung der Share Value Stiftung in Höhe von 40.000 Euro konnte die „Drehscheibe“ in der Fürstenbergerstraße 27 zu einem barrierefreien Kommunikations- und Begegnungszentrum mit Cafécharakter umgestaltet werden. Bei einer Festveranstaltung am 1. Februar dankte der Leiter des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main, Pfarrer Dr. Michael Frase, der Stiftung und unterstrich den Netzwerkcharakter der Einrichtung: „Mit dem neuen Konzept der Drehscheibe möchten wir eine stadtteilorientierte Arbeit weiter vorantreiben und einen Verbund aus Menschen mit und ohne Behinderung schaffen.“ Wie die Vorsitzende der Share Value Stiftung, Christiane Weispfenning, bekräftigte, freue sie sich, dass die Stiftung durch die Förderung der Drehscheibe dazu beitragen könne, viele wertvolle Begegnungen zu ermöglichen. Dr. Rüdiger Koch überbrachte die Grüße des Ortsbeirates 3 (Nordend) und bezeichnete die Drehscheibe als „einen wichtigen Baustein eines großen Netzwerkes, in dem verschiedene gesellschaftliche Gruppen miteinander vernetzt sind und das, was notwendig ist, miteinander bereden.“

An die Anfänge der Einrichtung erinnerte die Leiterin der Kontaktstelle für Körperbehinderte und Langzeitkranke der Diakonie Frankfurt (KKL), Elvira Neupert-Eyrich. Die KKL eröffnete die Drehscheibe im Jahre 1982 für die Bewohner der barrierefreien Wohnanlage in der Fürstenbergerstraße als Begegnungsraum für körperbehinderte Menschen. In den 1990er-Jahren wurde das Konzept zunehmend erweitert: Selbsthilfegruppen und verschiedene Träger halten seitdem behinderungsspezifische und behinderungsübergreifende Angebote vor. „Schon lange“, so Neupert-Eyrich, „gilt die Drehscheibe als der barrierefreie Raum in Frankfurt, in dem sich die unterschiedlichsten Gruppen treffen können“.

Das neue Konzept gehe nun einen Schritt weiter und öffne sich für Menschen mit und ohne Behinderung im Stadtteil, erklärte Stefanie Schleifer, Koordinatorin des von der Aktion Mensch geförderten Modellprojekts „Selbstbestimmung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben - Koordination und Aufbau eines Netzwerkes für Menschen mit Behinderung“. Im Rahmen dieses Projektes der Diakonie Frankfurt seien bereits neue Angebote hinzugekommen. „Sie bieten Menschen mit und ohne Behinderung Möglichkeiten zum Austausch und zur aktiven Gestaltung des Lebens im Stadtteil.“

Unter anderem startet im März ein barrierefreies Theaterprojekt, das Menschen mit und ohne Behinderung ermöglicht, gemeinsam Theater zu spielen. Zudem setzt sich eine Gruppe des Netzwerkes für „barrierefreie Geschäfte im Nordend“ ein und sucht dazu unter anderem den Kontakt zum Einzelhandel. „Mit weiteren Veranstaltungen wie etwa Lesungen“, so Schleifer, „möchten wir die Drehscheibe als einen Ort der Kommunikation und Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung in den Stadtteil hinein öffnen.“ Ziel sei, Barrieren abzubauen und neue soziale Netze zu knüpfen, um auch der Isolation von Menschen mit Behinderung entgegen zu treten. „Gemeinsam wollen wir aktiv das Stadtteilleben gestalten und daran teilhaben“, bekräftigte die Koordinatorin. Nicht zuletzt zeigen sich die inhaltlichen Veränderungen auch in der räumlichen Neugestaltung der Drehscheibe: Helle, freundliche Farben, die Möglichkeit für Kunstausstellungen sowie eine neue behindertengerechte Teeküche laden ab sofort zu Gesprächen und Aktivitäten ein.

Foto: (von links nach rechts) Elvira Neupert-Eyrich, Stefanie Schleifer, Christiane Weispfenning, Pfarrer Dr. Michael Frase

15.01.2010

WESER5

Ein starkes Zeichen gegen Kälte:

Über 5.500 Euro für Obdachlose in Frankfurt

Verein Aktiv7 übergab Scheck an WESER5 Straßensozialarbeit der Diakonie Frankfurt/ Hoher Erlös aus erfolgreicher Benefizparty mit bekannten Szene-Größen

Einen Scheck in Höhe von 5.570 Euro überreichten Rebecca Kämpfe, Joy Beacon und Nico Häger vom Verein Aktiv7 am Donnerstag an die Leiterin des WESER5 Diakoniezentrums, Renate Lutz. Es ist der Erlös aus einer Benefizparty, die der Verein am 12. Dezember 2009 im Englischen Theater am Willy-Brandt-Platz organisiert hatte. Dabei waren unter anderem Künstler wie die Band INUKI, United DJ Klitbeats sowie Szene-Größe DJ Julian Smith, die allesamt auf ihre Gage verzichteten. Auch die Deutsche Bank unterstützte die Party mit 2.000 Euro. Aktiv7, eine Gruppe junger Frankfurterinnen und Frankfurter, veranstaltet regelmäßig Szene-Partys und spendet den Erlös für gute Zwecke. Mit seiner Jubiläums-Party erzielte der Verein nun einen neuen Spendenrekord.

Die WESER5 Straßensozialarbeit wendet sich an wohnungslose Frauen und Männer, die resigniert haben und von sich aus keine Hilfe in Anspruch nehmen. Sie leben in Abbruchhäusern, auf öffentlichen Plätzen oder im Stadtwald. An diesen Orten sucht die Straßensozialarbeit die Wohnungslosen auf, spricht sie behutsam an und baut langsam Vertrauen auf. Ziel ist, sie an weitere Unterstützungsangebote heranzuführen und erste Schritte zur Veränderung ihrer Lebenssituation einzuleiten. Die WESER5 Straßensozialarbeit ist Teil des WESER5 Diakoniezentrums, das im Frankfurter Bahnhofsviertel fünf qualifizierte Angebote für Wohnsitzlose bereithält. Neben der Straßensozialarbeit sind dies ein Tagestreff, eine Soziale Beratungsstelle, eine Notübernachtung sowie ein Übergangswohnhaus. Getragen wird das WESER5 Diakoniezentrum vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main.

Aktiv7 wurde als gemeinnütziger Verein von sieben Studenten aus Frankfurt gegründet und veranstaltet seit 2005 regelmäßig „coole Partys“, deren Erlöse einem guten Zweck zukommen.
Unter anderem unterstützte Aktiv7 bereits Plan International und den Verein Frauen helfen Frauen e.V. Im Jahre 2008 förderte Aktiv7 auch die Anschaffung einer Waschmaschine und eines Trockners für den WESER5 Tagestreff.

Foto:
von links nach rechts: Rebecca Kämpfe, Joy Beacon, Nico Häger, Renate Lutz

08.01.2010

Familien-Markt

„DIE WELLE XMAS-CHARITY“ - Hilfsaktion unterstützt Familien-Markt

Vielfältige Sachspenden übergeben/ Mieter und Anwohner sammelten Spielzeug und Kleidung

Das erste große Charity-Projekt des zukunftsweisenden Gebäudeensembles DIE WELLE im Frankfurter Opernviertel war ein voller Erfolg. Asset-Managerin Barbara Linnemann konnte dem von Diakonie und Caritas getragenen Familien-Markt jetzt das überwältigende Ergebnis der Aktion präsentieren: Tennisschläger, Puppen, schicke Winterjacken – ein ganzer Kleintransporter voll Sachspenden kam für den guten Zweck zusammen. Unter dem Motto „DIE WELLE XMAS-CHARITY – Gemeinsam helfen wir Menschen in Not“ waren in den letzten Wochen Mieter und Anwohner der
WELLE und alle Bürger Frankfurts dazu aufgerufen, gut erhaltenes Spielzeug
und Kleidung zu spenden. Petra Spöck vom Familien-Markt nahm die Schätze jetzt von Barbara Linnemann entgegen: „Wir sind überglücklich über die tolle Resonanz. Mit den Waren können wir unzähligen Familien und Kindern auch nach Weihnachten noch eine große Freude machen. Leider gibt es auch in unserer unmittelbaren Nachbarschaft Menschen, die Hilfe von uns allen benötigen. Deshalb möchten wir uns ganz herzlich bei allen Spendern bedanken.“

Neben lieb gewonnenen Kuscheltieren, Baby- und warmer Winterkleidung in allen Größen wurden beispielsweise auch gut erhaltene Outdoor-Sportgeräte gespendet. Eines der Highlights dürfte mit Sicherheit der große gelbe Bagger sein, der neben vielen anderen Spielwaren in der WELLE vorbeigebracht wurde. „Uns war es wichtig, einen Beitrag für bedürftige Menschen in unserem Umfeld zu leisten. Gerade Sachspenden bieten die Möglichkeit unmittelbarer Hilfe. Wenn Kinder bereitwillig auf Spielzeug verzichten, um es anderen zu geben, hat das auch einen pädagogischen Aspekt. Wir sind sicher, dass dank der großartigen Unterstützung unzähliger Spender viele Frankfurter Familien hoffnungsvoll ins neue Jahr starten können“, betont Barbara Linnemann.

Der ökumenische Familien-Markt ist ein Secondhand-Kaufhaus im Stadtteil Bornheim. Einkommensschwache Frankfurter Bürgerinnen und Bürger, die über einen Frankfurt-Pass oder einen von Kirchengemeinden und Beratungsstellen ausgestellten Berechtigungsschein verfügen, können sich hier günstig einkleiden und mit Möbeln versorgen. Berechtigt zum Einkauf sind außerdem Studierende mit einem gültigen Studentenausweis. Wohnsitzlose Menschen erhalten im Familien-Markt kostenlos Kleidung. Neben Bekleidung für Damen, Herren und Kinder führt der Familienmarkt Geschirr, Heimtextilien und Möbel. Die Logistikabteilung führt Umzüge und Entrümpelungen durch. Zudem qualifiziert und beschäftigt die Einrichtung langzeitarbeitslose Menschen in den Bereichen Verkauf, Verwaltung, Logistik und Lagerwesen, um auf diese Weise ihre Chancen auf Vermittlung in den Ersten Arbeitsmarkt zu erhöhen.

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