Zielgruppe Suchtkranke und deren Angehörige
Angebot Einzel- und Gruppenberatung; Vermittlung zu Hilfe und Selbsthilfe
Ort Frankfurt am Main und Stadtteile
Zunächst trinkt Bernd F. nur ab und zu – „wegen dem Stress“, wie er sagt. Doch schon bald gehört der Griff zur Flasche zum täglichen Ritual. Und da der Versicherungsangestellte immer weniger Dinge des Alltags selbst regeln kann, rutscht auch seine Frau Ursula immer tiefer in das Schlamassel: Regelmäßig lügt sie und deckt ihren Mann, meldet ihn bei seinem Chef krank, wenn er mal wieder nicht zur Arbeit zu gehen kann.
Ein Szenario, wie es sich so oder ähnlich hinter hunderttausenden Wohnungstüren in Deutschland abspielt. Doch Bernd F. hat sich rausgetraut - raus aus dem Selbstbetrug und der Isolation. Als der Leidensdruck unerträglich wurde, sich mehr und mehr Freunde abwandten, nahm er Kontakt zur Evangelischen Suchtkrankenberatung auf. Sie ist Fachstelle für alle Fragen zum Thema legale Suchtmittel und bietet Einzelberatung wie Gruppenangebote in verschiedenen Frankfurter Stadtteilen.
Den Alltag neu strukturieren
Grundlage der Arbeit bilden vertrauensvolle Beziehungen zu den hilfesuchenden Menschen. Ziel der qualifizierten Beraterinnen und Berater ist, die physische und psychische Gesundheit der Suchtkranken zu verbessern. Der Mensch soll sich wieder in die Gesellschaft integrieren und seine Lebensqualität steigen. Dabei gilt die Aufmerksamkeit allen Lebensbereichen: Körper und Gesundheit ebenso wie Partner, Kinder, Eltern und Freunde oder Arbeit und Leistung.
Mit Hilfe der Beraterinnen und Berater lernen Suchtkranke, ihren Alltag neu zu strukturieren und erfahren dabei Stärkung und Ermutigung. Zunächst muss geklärt werden, welche Abhängigkeiten bestehen, und ob noch die Möglichkeit zu einem kontrollierten Umgang mit Medikamenten oder Alkohol besteht. Dann geht es um Wege aus der Sucht. Was kann der Einzelne verändern? Welche Hilfen gibt es? Die Betroffenen erhalten Zugänge zu professioneller Therapie sowie zu Selbsthilfegruppen. Auch Angehörige können sich an die Evangelische Suchtkrankenberatung wenden.
Herausforderungen annehmen
Als besonders niedrigschwelliges Angebot spielt das Café Alte Backstube für die Arbeit der Evangelischen Suchtkrankenberatung eine entscheidende Rolle. Unzählige Suchtkranke fanden hier bereits eine erste Anlaufstelle. In der „alkoholfreien Kneipe“ in der Dominikanergasse kann sich jeder informieren oder kompetente Gesprächspartner finden.
Nicht zuletzt stellt sich die Evangelische Suchtkrankenberatung ständig neuen Herausforderungen: Zum Beispiel der steigenden Zahl an Spielsüchtigen. Oder den zunehmenden Problemen um sogenannte Alkopops, die mit ihren bunten Farben vor allem Jugendlichen Harmlosigkeit vorgaukeln, in Wirklichkeit die Alkoholmenge von zwei Schnäpsen enthalten.
Kontakt
Evangelische Suchtkrankenberatung
Wolfgangstraße 109
60322 Frankfurt am Main
Tel.: 069/ 1505903-0
Fax: 069 / 1505903-1
Leiter: Joachim Otto
E-Mail: ev.suchtkrankenberatung@t-online.de
Internet: www.ev-suchtkrankenberatung.de
Außenstelle Höchst
Hospitalstraße 42-48
65929 Frankfurt am Main
Tel.: 069/ 306508
Fax: 069/ 30066581



