Schlaglichter der Diakonie in Frankfurt am Main
Die Innere Mission Frankfurt gründet sich aus dem Impuls Johann Hinrich von Wicherns auf dem Kirchentag in Wittenberg 1848. In der Folgezeit gründen sich weitere diakonische Vereine.
Die Jugendgerichtshilfe Frankfurt wird gegründet. Dies ist der Startschuss für die soziale diakonische Arbeit der evangelischen Kirche in Frankfurt am Main. Sehr frühzeitig werden erzieherische Maßnahmen in die strafrechtliche Verfolgung einbezogen.
Die Frankfurter Bezirkssynode beschließt die Einrichtung einer Sozialarbeiterstelle für Fürsorgeerziehungs- und Jugendgerichtsangelegenheiten.
Der Evangelische Volksdienst entsteht als Reaktion auf die verheerende soziale Lage nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg. Er organisiert umfassende Hilfsmaßnahmen. Die diakonischen Aufgaben der Kirche in Frankfurt weiten sich weiter aus.
1918
Die Stadtsynode richtet einen „Ausschuss für evangelische Volkspflege“ ein.
Die Bezirkssynode beschließt ein „kirchliches Amt für Volkswohlfahrt, Evangelischer Volksdienst“. Damit entseht eine zentrale Organisation der evangelischen Kirche in Frankfurt für übergeordnete soziale Aufgaben.
Das neu geschaffene Amt wird im Zuge der neuen Verfassung direkt an die Landeskirche angegliedert. Die diakonische Arbeit ist nun ein Teil der neuen Frankfurter Kirche. In der Brentanostraße 21 nimmt der Evangelische Volksdienst bis zu den Zerstörungen der Kriegsjahre 1940 bis 1944 seine Tätigkeit auf.
Der Evangelische Volksdienst verliert seine Anbindung an die Landeskirche durch den Zusammenschluss der ehemals selbständigen Landeskirchen zur Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen.
Der Evangelische Volksdienst wird der Stadtsynode der Evangelisch-lutherischen und unierten Gemeinden als selbständiges Amt angegliedert. Damit kann auch unter den erschwerten Bedingungen des Nationalsozialismus die Arbeit aufrecherhalten werden. Der Evangelische Volksdienst sieht sich politisch eher in einer neutralen Position . Statt Kirchenkampf lautet das Motto: „In der Stille unsere Pflicht tun“.
Während des Zweiten Weltkriegs ist die Versorgung der zur Wehrmacht eingezogenen Soldaten eine wichtige Aufgabe des Volksdienstes. Dazu kommt die Fürsorge für Familien, die aus frontnahen Gebieten nach Frankfurt am Main verbracht worden sind.
Der Evangelische Volksdienst wird mit den umfangreichen Aufgaben zur Hilfe für Flüchtlinge und Ausgebombte betraut und massiv ausgebaut. Auch die Jugendhilfe spielt eine entscheidende Rolle. Die Kirchen sind die einzigen noch funktionierenden und weiterarbeitenden Größen, welche die Besatzungsmächte in Deutschland vorfinden. Am 12. Oktober wird in Frankfurt das Hauptbüro des Hilfswerks einer neuen großhessischen Kirche gegründet. Die Hauptbetätigungsfelder sind: Kartoffel- und Kleidersammlung, Brennstoffsammlung, Post- und Informationsdienst. Mit Volksdienst, Hilfswerk und der inneren Mission ist die kirchlich-diakonische Arbeit in Frankfurt nun dreigleisig organisiert.
Im Zuge der Gründung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau am 17. März 1949 genehmigt die Kirchenleitung die Grundordnung des Evangelischen Volksdienstes.
Die verwaltungsrechtliche, sachliche und personelle Aufsicht über den Evangelischen Volksdienst obliegt nun dem Vorstand des neugegründeten Gemeindeverbandes Frankfurt. Dem Volksdienst stehen Kirchensteuermittel zur Verfügung und er wächst weiter. Nach mehrfachen gescheiterten Versuchen, die Dreigleisigkeit der evangelischen Hilfsdienste zu beenden, ist zumindest das Nebeneinander von Volksdienst und Hilfswerk beseitigt, da alle Aufgaben offiziell dem Volksdienst übertragen werden. Er nimmt in Frankfurt die Stellung eines regionalen Diakonischen Werks ein.
Der Evangelische Gemeindeverband wird zum Evangelischen Regionalverband. Er ist ein Zusammenschluss der Kirchengemeinden und Dekanate Frankfurts. Auch die Sozialarbeit gliedert sich neu. Der Evangelische Volksdienst bildet zunächst einen Fachbereich, bevor er unmittelbar danach zum Diakonischen Werk für Frankfurt am Main umgewandelt wird. In ihm fasst der Evangelische Regionalverband Einrichtungen des sozialen diakonischen Bereichs zusammen, um sie dem Diakoniegesetz entsprechend auszurichten. Das Diakonische Werk für Frankfurt am Main ist einerseits ein Fachbereich des Evangelischen Regionalverbandes Frankfurt am Main und damit der verfassten Kirche, andererseits gemäß dem Diakoniegesetz der EKHN die Frankfurter Dekanatsstelle des Diakonischen Werkes in Hessen und Nassau (DWHN). Es ist ein unabhängiger Träger und korporatives Mitglied im DWHN und gehört der Großen Rechtsträgerkonferenz im DWHN an.
Der evangelische Verein für Wohnraumhilfe e.V. in Frankfurt wird gegründet. Ziel ist, Wohnraum für bedürftige Menschen wie Wohnsitzlose oder Flüchtlinge zu schaffen. Der Verein verwaltet die zentrale Vergabe von Hotelplätzen und Unterkünften und betreibt in eigenen Liegenschaften verschiedene Formen von betreutem Wohnen oder mietet für diesen Zweck Wohnraum kurzfristig an.
Die Evangelische Gesellschaft zum Betrieb von Wohn-, Alten-, und Pflegeheimen entsteht. Sie übernimmt in der Folgezeit unterschiedliche Aufgaben in der stationären Kranken- und Altenpflege. Heute betreibt sie das Marthahaus in Sachsenhausen, das Karl-Grimm-Haus im Westend sowie das 1996 gegründete Evangelische Hospital für palliative Medizin in der Rechneigrabenstraße. Gesellschafter sind der Evangelische Regionalverband sowie der rechtlich selbständige Marthahaus-Verein in Frankfurt-Sachsenhausen.
Das Evangelische Hospital für palliative Medizin wird gegründet.
Die ambulante Krankenpflege wird in Form einer gemeinnützigen Gesellschaft weiter geführt. Die Diakoniestation Frankfurt am Main gemeinnützige GmbH bietet stadtweit ambulante Hauskrankenpflege an.
Das Zentrum für Frauen am Alfred-Brehm-Platz bündelt sein erweitertes Angebotsspektrum unter einem Dach. Das Diakonische Werk für Frankfurt am Main übernimmt das Quartiersmanagement für das Projekt Soziale Stadt – Neue Nachbarschaften in Frankfurt-Preungesheim.
Die erste Wohngemeinschaft für Demenzkranke entsteht. Die erste von heute insgesamt sechs Krabbelstuben eröffnet in Frankfurt-Zeilsheim.
Das Diakonische Werk für Frankfurt am Main übernimmt die Trägerschaft für das therapeutische Wohnheim für Flüchtlinge und Arbeitsmigranten „Martinushaus“. Die Weißfrauenkirche im Bahnhofsviertel wird an das Diakonische Werk für Frankfurt am Main übergeben und die Weißfrauen-Diakoniekirche entsteht. Zudem übernimmt das Diakonische Werk für Frankfurt am Main das Quartiersmanagement für das Projekt Soziale Stadt in der Nordweststadt und engagiert sich für die Schaffung von Hartz-IV-Arbeitsgelegenheiten in evangelischen Gemeinden und Einrichtungen. Zwei weitere Wohngemeinschaften für Demenzkranke entstehen.
Das Diakonische Werk für Frankfurt am Main ist Träger von insgesamt 35 Einrichtungen mit 140 Mitarbeitern und hat ohne die rechtlich selbständigen diakonischen Einrichtungen ein Haushaltsvolumen von 10 Millionen Euro.









