MARTINUS - Betreutes Wohnen und Tagesstruktur

Viele Flüchtlinge in Deutschland sind psychisch erkrankt. In ihrer Erinnerung leben Bilder von Krieg, Gewalt und Tod – wie in einem Kreislauf. Irgendwann hält die Seele dem Druck nicht mehr stand. Die Menschen fühlen sich verfolgt, trauen sich alleine nicht mehr auf die Straße. Der Schock sitzt zu tief. Ohne Unterstützung landen viele in der Psychiatrie – oftmals für lange Zeit.

Schritt für Schritt in ein normales Leben

Genau hier setzt das Konzept von MARTINUS an: mit 12 Einzelzimmern in zwei Wohngruppen gibt es den Flüchtlingen ein Zuhause auf Zeit und neuen Lebensmut, damit sie wieder Kraft und Vertrauen zu sich selbst und in ihre Fähigkeiten entwickeln können. Sie wurden gefoltert, vergewaltigt oder mussten mit ansehen, wie anderen Gewalt zugefügt worden ist . Auf dem Weg in ein normales Leben  benötigen die Menschen Vertrauen und Zuwendung. MARTINUS kommt aus dem stationären Bereich (ehemaliges Martinushaus) und bietet  männlichen Flüchtlingen und Migranten mit psychischen Erkrankungen Unterstützung  und Begleitung im Rahmen des betreuten Wohnens  an.  Darüber hinaus gibt das tagesstrukturierende, teilstationäre Angebot den Bewohnern, aber auch extern Interessierten, einen festen Tagesablauf. Gemeinsame Aktivitäten, wie Kochen, Sport, Kreativ- und Kulturangebote, Sprachkurs, Computer  etc.  führen die Menschen Schritt für Schritt in einen normalen Alltag.

Friedliches Miteinander der Kulturen und Religionen

In MARTINUS leben Flüchtlinge und Migranten aus verschiedenen Nationen. Es setzt ein Zeichen für ein friedliches Miteinander der Kulturen und Religionen. Obwohl im Alltag deutsch gesprochen wird, haben die Menschen die Möglichkeit, über Erlebnisse und Gefühle in ihrer Landessprache zu sprechen. Das schafft Geborgenheit und überwindet die Isolation. Einzelgespräche mit den internationalen Sozialbetreuern tragen ebenso dazu bei wie Gruppengespräche und Gemeinschaftsaktivitäten.