10.11.2011
Innovatives Wohnkonzept für Wohnsitzlose
Neuer Bauabschnitt am WESER5 Diakoniezentrum hat begonnen
Es tut sich etwas im WESER5 Diakoniezentrum: Ein neuer Bauabschnitt hat bei der Sanierung der Häuser Weserstraße 3 und 5 begonnen. Auch das Haus Weserstraße 5 ist nun komplett entkernt, Mauer- und Installationsarbeiten haben begonnen. Im Hinblick auf die Architektur geschieht ebenfalls eine Veränderung, die nun sichtbar ist. Dabei verbindet ein Vorbau an der Rückfront des Hauses Weserstraße 5 gezielt die Vergrößerung von Räumlichkeiten mit einer architektonischen Aufwertung der Fassade und des Hofes. Die freundliche orange Farbgebung nimmt dabei unter anderem auch Bezug zum vor drei Jahren renovierten WESER5 Tagestreff für Wohnsitzlose, wo in orangefarbenen Kuben unter anderem eine Bibliothek und PC-Arbeitsplätze eingerichtet sind. Wie der Leiter des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main, Pfarrer Dr. Michael Frase, bei einem Ortstermin betonte, gehe es um ein innovatives Konzept, das Standards setze und exemplarisch stehe für moderne Sozialarbeit. Selbständige Lebensführung sei dabei ein entscheidendes Element. Wichtig sei zudem die hohe Qualität der Räumlichkeiten. „Damit bringen wir eine Haltung zum Ausdruck, dass Menschen, die am Rande unserer Gesellschaft leben, Wertschätzung erfahren. Das wirkt Ausgrenzung entgegen.“
Ebenfalls begonnen wird mit den Arbeiten im Innenhof. Dieser stellt ein wichtiges Element in einem Gesamtkonzept dar, deren vorrangiges Ziel es ist, durch Rückbau der neuzeitlichen Überformungen und Barrieren den ursprünglichen Charakter der Gesamtanlage um die Weißfrauenkirche wieder erlebbar und sie so zu einem öffentlichen Raum von hoher Qualität zu machen. „Wir wollen diesen sozialen Ort entwickeln und im Stadtteil sichtbar sein“, so Frase.
Der Umbau und die Sanierung der Häuser Weserstraße 3 und 5 sind mit einem neuen Raumkonzept und erweiterten Angeboten verbunden. Appartement-Wohnen biete wohnungslosen Menschen mehr Privatsphäre und trage damit zur Normalisierung der Lebenslagen bei, bekräftigte Werner Leonardi, stellvertretender Leiter des WESER5 Diakoniezentrums. „Es geht um Hilfe zur Selbsthilfe.“ Die Appartements sind mit eingebautem Wandschrank, Bett, Tisch und Stuhl möbliert und mit einer Küchenzeile sowie eigenem Sanitärbereich ausgestattet. Zudem entsteht neben der bestehenden Wohneinrichtung für Menschen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten in der Weserstraße 5 eine „Wohngruppe für junge Erwachsene“. Sie bietet jungen Erwachsenen neue Chancen mit dem Ziel Teilhabe an der Gesellschaft und unterstützt bei der Entwicklung von Perspektiven. Im Erdgeschoss entstehen neue Beratungsräume mit behindertengerechtem Zugang. Damit wird das stadtweite Beratungsangebot für wohnungslose Männer ausgebaut, das jährlich bis zu 1000 Personen in Anspruch nehmen. Zudem werden die Notübernachtungsplätze ausgebaut. Das Bau- und Modernisierungsprojekt kann nur mit zusätzlicher Unterstützung durch die Stadt Frankfurt im Rahmen eines Programms zur Wohnumfeldverbesserung im Bahnhofsviertel, die ARD Fernsehlotterie „Ein Platz an der Sonne“ sowie das Diakonische Werk in Hessen und Nassau (DWHN) umgesetzt werden.
Bei der Sanierung des Turmes der Weißfrauen Diakoniekirche, der einen besonderen Merkpunkt im Stadtgefüge bildet, setzt das Konzept auf Öffnung. Durch die Einblicke soll der Turm einerseits auf die heutige Nutzung als Zentrum für wohnsitzlose Menschen und andererseits auf den öffentlich zugänglichen und bereits verwirklichten Kultur- und Kunstraum in der Kirche hinweisen.
Das WESER5 Diakoniezentrum wird getragen vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main des Evangelischen Regionalverbandes und ist Anlaufstelle für Obdachlose im Frankfurter Bahnhofsviertel. Hier erfahren Menschen, die keine Wohnung haben, umfassende Hilfe. Die Zahl fünf steht dabei nicht nur für die Hausnummer in der Weserstraße, sondern für fünf qualifizierte Angebote: Tagestreff, Straßensozialarbeit, Soziale Beratungsstelle, Notübernachtung und Übergangswohnhaus. Unter einem Dach gelegen ermöglichen sie schnelle und unbürokratische Unterstützung. Im WESER5 Tagestreff kommen Menschen zur Ruhe und organisieren ihren Alltag. Hilfe zur Selbsthilfe lautet das Motto. Der Tagestreff hat sich als stark genutzte Einrichtung im Frankfurter Bahnhofsviertel etabliert, um die 100 Menschen besuchen ihn täglich.
[Bildunterschrift: Ortstermin auf der Baustelle am WESER5 Diakoniezentrum Foto: Ilona Surrey]
30.09.2011
Große Resonanz auf das diesjährige Grillfest des WESER5 Tagestreffs
Diakonie Frankfurt und Citi Deutschland organisierten großes Sommergrillfest/ mehr als 200 Gäste / weitere Zusammenarbeit geplant
Mit einem großen Erfolg beschloss der WESER5 Tagestreff die diesjährige Grillsaison. Am 22. September 2011 lud das Diakoniezentrum in Kooperation mit der Citigroup Global Markets Deutschland AG (Citi Deutschland) zum gemeinsamen grillen. Bei herrlichem Spätsommer-Wetter folgten über 200 Gäste dem Aufruf und kamen in den Hof des von der Diakonie Frankfurt getragenen WESER5 Tagestreffs für wohnsitzlose Menschen. 16 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Citi Deutschland gaben unter anderem über 200 Würstchen, 150 Steaks sowie 150 Portionen Eis aus. Der Andrang war am Ende so groß, dass in einer Spontanaktion noch Nachschub organisiert wurde, um alle zu versorgen. Auch für musikalische Unterhaltung durch den Gitarristen Jemal Malasidze war gesorgt. Von lateinamerikanischen Rhythmen bis hin zu Beatles-Songs reichte sein großes Repertoire. Eine Spende in Höhe von 550 Euro und der tatkräftige Einsatz der Mitarbeiter der Citi Deutschland machten es möglich, dass das diesjährige Grillfest zu einem vollen Erfolg wurde. Diakonie und Citi Deutschland blicken bereits auf eine langjährige Verbundenheit zurück und auch für die Zukunft gibt es eine Reihe an Ideen und Plänen, wie zum Beispiel Sprachkurse, Bewerbungstraining oder Unterstützung bei Behördengängen. „Wir schätzen die gute und konstruktive Zusammenarbeit mit der Diakonie. Im Rahmen unseres Corporate Social Responsibility Aktivitäten haben wir so schon viele interessante Projekte auf den Weg gebracht. Unseren Mitarbeiter gefiel beim Grillfest besonders, dass sie sich persönlich engagieren konnten“, so Anette Baum, verantwortlich bei Citi Deutschland für die Presse und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Aktivitäten im Bereich Corporate Social Responsibility.
Das WESER5 Diakoniezentrum wird getragen vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main und ist Anlaufstelle für Obdachlose im Frankfurter Bahnhofsviertel. Hier erfahren Menschen, die keine Wohnung haben, umfassende Hilfe. Die Zahl fünf steht dabei nicht nur für die Hausnummer in der Weserstraße, sondern für fünf qualifizierte Angebote: Tagestreff, Straßensozialarbeit, Soziale Beratungsstelle, Notübernachtung und Übergangswohnhaus. Unter einem Dach gelegen ermöglichen sie schnelle und unbürokratische Unterstützung. Im WESER5 Tagestreff kommen Menschen zur Ruhe und organisieren ihren Alltag. Hilfe zur Selbsthilfe lautet das Motto. Der Tagestreff hat sich als stark genutzte Einrichtung im Frankfurter Bahnhofsviertel etabliert, um die 100 Menschen besuchen ihn täglich.
Citigroup Global Markets Deutschland AG ist die Corporate- und Investmentbank der Citi in Deutschland. Mit rund 500 Mitarbeitern in Deutschland betreut Citi Unternehmen, institutionelle Investoren sowie staatliche Institutionen. Citi ist eine etablierte Adresse für die Beratung von M&A-Transaktionen, die Begleitung von Fremd- und Eigenkapitalemissionen in der Rolle des Konsortialführers, das Arrangement von syndizierten Krediten sowie der Bankfinanzierung. Citi betreut alle wichtigen institutionellen Fondsgesellschaften in Deutschland. Zudem ist Citi einer der erfolgreichsten Emittenten von Optionsscheinen, Zertifikaten und derivativen Produkten weltweit. Der Bereich Global Transaction Services (GTS) bietet innovative Lösungen bei der Abwicklung des lokalen und weltweiten Zahlungsverkehrs, des Liquiditäts- und Treasury Managements, der Handelsfinanzierung sowie bei der Wertpapierabwicklung und -verwahrung an.
[Foto: Rolf Oeser]
25.05.2011
Citi übergibt 1.700 Euro an WESER5 Diakoniezentrum
Mitarbeiter spendeten Cents ihrer monatlichen Gehaltsabrechnung/ Frühlingskleidersammel- und Buchaktion ergänzte die Spendenaktion
Von links nach rechts: Anette Baum, Pressesprecherin Citigroup Global Markets Deutschland AG, Barbara Oladeji, Head of Corporate Services, Renate Lutz , Leiterin WESER5 Diakoniezentrum, Lucy Teschabai, Koordinatorin CSR.
Foto: Ilona Surrey
Einen Scheck in Höhe von 1.700 Euro übergaben Barbara Oladeji, Head of Corporate Services, Lucy Teschabai, Koordinatorin CSR, sowie Pressesprecherin Anette Baum von der Citigroup Global Markets Deutschland AG (Citi Deutschland) am Dienstag an die Leiterin des WESER5 Diakoniezentrums, Renate Lutz. Der Betrag kam im Rahmen einer Aktion zusammen, bei der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Citigroup Global Markets Deutschland AG die Beträge der Nachkommastellen ihrer monatlichen Gehaltsabrechnung spendeten. Die Euro-Cent Beträge wurden über das Jahr gesammelt und anschließend von der Bank verdoppelt. Verwendet werden soll die Spende unter anderem für den Einkauf von Lebensmitteln für die Essensausgabe im WESER5 Tagestreff.
In der Zeit vom 13. bis 17. Mai nutzen die Citi-Mitarbeiter zudem die Chance, gut erhaltene Berufs- und Freizeitkleidung im Rahmen einer gemeinsam mit dem Diakonischen Werk für Frankfurt am Main organisierten Sammelaktion im Büro am Reuterweg abzugeben. Dieses Mal waren neben Kleidung auch Bücher und CDs gefragt, um damit die Lese-Ecke des WESER5 Tagestreffs zu ergänzen. Wie bereits im Herbst ist die Damenbekleidung für die ModeKreativWerkstatt des Zentrums für Frauen der Diakonie Frankfurt gedacht, Herrenbekleidung geht an das WESER5 Diakoniezentrum, während Kinder- und Freizeitbekleidung für Frauen an das Second-Hand-Kaufhaus “Familien-Markt” in Frankfurt-Bornheim weitergegeben wird. Insgesamt kamen 25 Boxen an Kleidung sowie 100 Bücher und CDs zusammen.
Das WESER5 Diakoniezentrum wird getragen vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main und ist Anlaufstelle für Obdachlose im Frankfurter Bahnhofsviertel. Hier erfahren Menschen, die keine Wohnung haben, umfassende Hilfe. Die Zahl fünf steht dabei nicht nur für die Hausnummer in der Weserstraße, sondern für fünf qualifizierte Angebote: Tagestreff, Straßensozialarbeit, Soziale Beratungsstelle, Notübernachtung und Übergangswohnhaus.
Die ModeKreativWerkstatt der Diakonie Frankfurt wiederum ermöglicht, dass hochwertige Kleidungsstücke finanziell schlechter gestellten Menschen zugute kommen, die sie für den Job, für Vorstellungsgespräche oder Behördengänge benötigen. Ein KreativTeam aus 16 Frauen, die an Hartz IV-Arbeitsgelegenheiten teilnehmen, arbeitet dafür Kleidung um, die von Unternehmen und Privatpersonen gesammelt und gespendet wurde. Gefördert wird die ModeKreativWerkstatt unter anderem auch vom Europäischen Sozialfonds (ESF).
Der Familien-Markt ist ein vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main und Caritasverband Frankfurt e.V. getragenes Second-Hand-Kaufhaus, in dem sich einkommensschwache Frankfurter Bürgerinnen und Bürger günstig einkleiden und mit Möbeln versorgen können. Zusätzlich ist er auch ein Beschäftigungs- und Qualifizierungsbetrieb für bis zu 50 Langzeitarbeitslose und 30 Jugendliche.
Citigroup Global Markets Deutschland AG ist die Corporate- und Investmentbank der Citi in Deutschland. Mit rund 500 Mitarbeitern in Deutschland betreut Citi Unternehmen, institutionelle Investoren sowie staatliche Institutionen. Citi ist einer der international führenden Finanzdienstleister mit mehr als 200 Millionen Kundenkonten und Aktivitäten in über 160 Ländern. Mit den beiden operativen Gesellschaften Citicorp und Citi Holdings bietet Citi Privat- und Firmenkunden, Regierungen und Institutionen eine breite Palette von Finanzprodukten und Dienstleistungen. Dazu gehören unter anderem das Privatkunden- und Konsumentenkreditgeschäft, Firmenkundengeschäft und Investment Banking, der Wertpapierhandel, das Transaction Services Geschäft und die Vermögensverwaltung.
14.02.2011
„Street-Gallery“ zeigt Frankfurter Bahnhofsviertel
Kunstaktion zugunsten des WESER5 Diakoniezentrums der Diakonie Frankfurt / Fotoprojekt von Ulrich Mattner führt über acht Stationen durch das Milieu
Hinter die Kulissen des Bahnhofsviertels blickt vom 2. März an die „Street-Gallery“ des Frankfurter Fotografen Ulrich Mattner. Sie führt über acht Standorte durch den kleinsten und aufregendsten Frankfurter Stadtteil. Mit dabei sind: der Kult-Nightclub Pik Dame (Elbestraße 31), mehrere Stationen in der Kaiserpassage (zwischen Kaiser- und Taunusstraße), das English Theater Frankfurt (Gallusanlage 7), das WESER5 Diakoniezentrum und das Stadtteilbüro Bahnhofsviertel (Moselstraße 6a). Bis Mittwoch, 18. Mai, stellt der im Bahnhofsviertel wohnende Fotograf das Rotlichtquartier in aller Vielfalt vor. Den Verkauf der Bilder übernimmt „Souvenir Frankfurt“ in der Kaiserpassage. Der Erlös geht an die Obdachlosenhilfe des WESER5 Diakoniezentrums in der Weserstraße 5.
Mattner fotografiert das Bahnhofsviertel seit sechs Jahren als Schnittpunkt zwischen Finanzwelt und Rotlichtmilieu. Seine Bilder zeigen das teils verrufene, teils bei Künstlern und Werbern zunehmend angesagte Quartier mit seinen Banken, Bettlern und Bordellen als Milieu der Kontraste: Reich trifft auf arm, brutal auf ohnmächtig, Sucht nach Sex und Crack auf soziales Engagement. Die Vielfalt der Gegensätze erweitert ein einzigartiges multikulturelles Leben: Neben der vietnamesischen Karaoke-Bar preist ein türkischer Fischhändler seine Waren an; gegenüber steht ein afghanischer Supermarkt. Hinzu kommen mehr als 200 Künstler, die ihre Ateliers vor allem in der Elbe- und der Gutleutstraße haben.
Die Street Gallery zeigt von Rotlicht durchflutete Freudenhäuser; sie dokumentiert das Elend der Drogenszene und der Bettler im Schatten der Bundesbank ebenso wie das geschäftige Leben in den zum Quartier gehörenden Bankentürmen. Mattner: „Kaum irgendwo liegen Asset und Eros enger zusammen als im Bahnhofsviertel.“ Zur Halbzeit der Ausstellung am 18. Mai erfolgt ein „Szenenwechsel“. Dann zeigt der Fotograf bis zur Bahnhofsviertelnacht Ende August eine zweite Tranche seiner faszinierenden Milieustudien.
Das WESER5 Diakoniezentrum wird getragen vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main und ist Anlaufstelle für Obdachlose im Frankfurter Bahnhofsviertel. Hier erfahren Menschen, die keine Wohnung haben, umfassende Hilfe. Die Zahl fünf steht dabei nicht nur für die Hausnummer in der Weserstraße, sondern für fünf qualifizierte Angebote: Tagestreff, Straßensozialarbeit, Soziale Beratungsstelle, Notübernachtung und Übergangswohnhaus. Unter einem Dach gelegen ermöglichen sie schnelle und unbürokratische Unterstützung. Im WESER5 Tagestreff kommen Menschen zur Ruhe und organisieren ihren Alltag. Hilfe zur Selbsthilfe lautet das Motto. Der Tagestreff hat sich als stark genutzte Einrichtung im Frankfurter Bahnhofsviertel etabliert, um die 100 Frauen und Männer besuchen ihn täglich. Insgesamt wurden im letzten Jahr mehr als 23.000 Besucherkontakte gezählt, 25.000 Essen sowie 5.100 Kleidungsstücke ausgegeben.
25.01.2011
Geschichten von Heimat, Glück, Angst, Liebe und Hoffnung...
„Frankfurter Winterreise“ am 30. Januar um 17 Uhr verbindet Liederzyklus von Franz Schubert mit Lebenserinnerungen wohnungsloser Menschen
Wie beschreiben Menschen aus Frankfurt, die ohne Wohnung und ohne Heimat leben, das Glück? Was fühlen Menschen in der ersten Nacht, die sie auf der Straße verbringen?
Man weiß meist so wenig über die Frauen und Männer, die ihre Wohnung verloren haben. Die „Frankfurter Winterreise“ vermittelt in einem außergewöhnlichen Kunstprojekt einen Eindruck von den Gefühlen wohnungsloser Männer und Frauen.
Aktuelle, lebensnahe Texte treffen bei der Frankfurter Winterreise auf die Kunstlieder von Franz Schubert. Mehrere Sänger der Musikhochschule Frankfurt und der Sprecher Christian Brückner erzählen bei der „Frankfurter Winterreise“ in knapp 100 Minuten vom Leben am Rand der Gesellschaft. Brückner wurde unter anderem bekannt als Synchronstimme von Robert De Niro, Robert Redford, Peter Fonda und Marlon Brando.
Schuberts Winterreise drängt Menschen seit jeher in die Auseinandersetzung mit sich und mit ihrer Zeit. Diesen Anspruch verfolgt auch das Kunstprojekt "Frankfurter Winterreise". Für das Projekt wurden 19 wohnungslose Menschen aus Frankfurt am Main über Monate hinweg vom Journalisten und Sozialarbeiter Stefan Weiller in enger Zusammenarbeit mit dem WESER5 Diakoniezentrum des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main zu ihren Erfahrungen befragt. Die Interviews wurden anonymisiert und in kurze, eindringliche Portraits wohnungsloser Menschen gebracht. Projektinitiator Stefan Weiller stellte die Themen Heimat, Glück, Angst, Liebe und Hoffnung ins Zentrum.
Das Konzept der städtebezogenen Winterreise wurde bereits in Wiesbaden, Saarbrücken, Luxemburg und Krefeld aufgeführt. Für jede Aufführung dieser speziellen Winterreise werden in der jeweiligen Stadt Geschichten bei wohnungslosen Menschen gesammelt und in kurze, stilistisch einheitliche Texte gebracht. Besonders und in dieser Form ungewöhnlich am Konzept ist, dass die Kunstlieder Schuberts mit Lebenserfahrungen heutiger Wohnungsloser konfrontiert und zu einem einzigartigen Kunstwerk verbunden werden. Der vertraute Liederzyklus wird bewusst mit neuen, intensiven Texten erweitert, durchbrochen und verändert. Dadurch wird die Aktualität des Liederzyklus unterstrichen.
Keine Aufführung gleicht der anderen. Die eigene Charakteristik der Städte und ihrer Menschen wird betont. Jeder Veranstaltungsort erhält eine neue szenische Umsetzung und Aufteilung. An der Entwicklung dieses Winterreise-Projekts werden wohnungslose Menschen direkt beteiligt. Die wohnungslosen Menschen der jeweiligen Stadt prägen den Charakter der Aufführung. Daraus entsteht an jedem Aufführungsort ein eigenständiges Kunsterlebnis. Jede städtebezogene Winterreise wird nur einmal aufgeführt.
Der Eintritt bleibt für Besucher frei. Es gehört zum Wesen und zu den Grundsätzen des Projekts, dass kulturelle Teilhabe auch jenen Menschen ermöglicht werden sollte, denen das Geld für den Besuch einer Konzert-, Theater-, oder Kinoveranstaltung möglicherweise fehlt.
Ziel des Projektes ist es, auf das Leben und die Herausforderungen wohnungsloser Menschen aufmerksam zu machen und eine Debatte über Armut und soziale Ausgrenzung anzuregen. Mit verbesserter Aufklärung zum Thema Wohnungslosigkeit sollen Klischees und
Vorbehalte abgebaut werden und Verständnis und Solidarität gefördert werden.
Oberbürgermeisterin Petra Roth hat für die Frankfurter Winterreise die Schirmherrschaft übernommen.
Die Frankfurter Winterreise wird von der Evangelischen Hoffnungsgemeinde Frankfurt und der Diakonie Frankfurt am Main gemeinsam veranstaltet. Freiwillige Spenden zugunsten der Arbeit des WESER5 Diakoniezentrums sowie der Winterspeisung und der Kaffestube der Evangelischen Hoffnungsgemeinde sind willkommen. Sprecher Christian Brückner verzichtet für die Aufführung in Frankfurt ebenso auf Honorar wie Projektinitiator Stefan Weiller für die Vorbereitung und Durchführung der Winterreise. Die entstandenen Texte sollen langfristig in einem Buch gesammelt und veröffentlicht werden.
„Frankfurter Winterreise“ am Sonntag,
dem 30. Januar 2011, 17 Uhr
Evangelische Matthäuskirche
Friedrich Ebert Anlage 33
60327 Frankfurt am Main
18.01.2011
10.000 Euro für das WESER5 Diakoniezentrum
WISAG Firmengründer Claus Wisser übergibt Spende zur Renovierung des Tagestreffs für Obdachlose
Einen Scheck in Höhe von 10.000 Euro hat Firmengründer der WISAG, Claus Wisser, am 17. Januar an den Leiter des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main, Pfarrer Dr. Michael Frase, sowie die Leiterin des WESER5 Diakoniezentrums, Renate Lutz übergeben.
Die großzügige Spende wird für dringend notwendige Renovierungsarbeiten im WESER5 Tagestreff genutzt. „WESER5 ist für die Obdachlosen eine wichtige Anlauf- und Auffangstelle und gerade angesichts des extrem harten Winters wird die Unterstützung dringend benötigt“, bekräftigte Wisser.
Das WESER5 Diakoniezentrum wird getragen vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main und ist Anlaufstelle für Obdachlose im Frankfurter Bahnhofsviertel. Hier erfahren Menschen, die keine Wohnung haben, umfassende Hilfe. Die Zahl fünf steht dabei nicht nur für die Hausnummer in der Weserstraße, sondern für fünf qualifizierte Angebote: Tagestreff, Straßensozialarbeit, Soziale Beratungsstelle, Notübernachtung und Übergangswohnhaus. Unter einem Dach gelegen ermöglichen sie schnelle und unbürokratische Unterstützung. Im WESER5 Tagestreff kommen Menschen zur Ruhe und organisieren ihren Alltag. Hilfe zur Selbsthilfe lautet das Motto. Der Tagestreff hat sich als stark genutzte Einrichtung im Frankfurter Bahnhofsviertel etabliert, um die 100 Frauen und Männer besuchen ihn täglich. Insgesamt wurden im letzten Jahr mehr als 23.000 Besucherkontakte gezählt, 37.900 Essen sowie 5.100 Kleidungsstücke ausgegeben.
Mit über 10.400 Kunden und einem Umsatz von 575 Millionen Euro im Jahr 2009 zählt die WISAG Facility Service Holding zu den führenden Facility-Management-Anbietern. Das Unternehmen beschäftigte 2009 rund 22.600 Mitarbeiter in 120 Niederlassungen in Deutschland. Darüber hinaus ist es auch in Österreich, der Schweiz, Luxemburg und Polen vertreten.
[Foto (von links nach rechts): Pfarrer Dr. Michael Frase, Renate Lutz, Claus Wisser Fotografin: Ilona Surrey]
07.12.2010
Neue Spendenaktion der Diakonie Frankfurt am Main:
Spenden Sie Hoffnung und Perspektive für Wohnsitzlose
Über 23.000 Besucherkontakte zählte in diesem Jahr der WESER5 Tagestreff. 37.900 Essen wurden aus gegeben. 97 Wohnsitzlose fanden eine Bleibe im Übergangswohnhaus, 301 Männer kamen in die Notübernachtung, 3678 Beratungsgespräche fanden in der Beratungsstelle statt. Die WESER5 Straßensozialarbeit ist im Kontakt mit 300 obdachlosen Menschen. 215 Schlafsäcke halfen gegen die Kälte. 5100 Kleidungsstücke wurden ausgegeben. 822 Menschen erhielten eine kleine Beihilfe, um die akute Not zu überbrücken.
Mehr Informationen
30.04.2010
Armut? Reichtum? Kunst!
Gemeinsame Ausstellung von WESER5 Diakoniezentrum und VCH-Hotel Spenerhaus vom 11. bis 14 Mai im Frankfurter Dominikanerkloster. Vernissage mit Künstlern am Montag, 10. Mai, 17 Uhr
Unter dem Titel „Armut? Reichtum? Kunst!“ laden das WESER5 Diakoniezentrum und das VCH-Hotel Spenerhaus zu einer Ausstellung ins Frankfurter Dominikanerkloster, Kurt-Schumacher-Straße 23, 60311 Frankfurt am Main ein. Von 11. bis 14. Mai sind jeweils von 9 bis 15 Uhr bei freiem Eintritt Büsten von Harald Birck sowie Exponate von Miriam Kilali, Mona Grgurinovic, Ingrid Bahß nd Felix Droese zu sehen.
Darüber hinaus stellen Besucher des WESER5 Tagestreffs eigene Arbeiten aus, die sie in Zusammenarbeit mit der Agentur Saatchi & Saatchi erstellten. Feierlich eröffnet wird die Ausstellung bereits am Montag, dem 10. Mai um 17 Uhr mit einer Vernissage, bei der unter anderem der Künstler Harald Birck für Gespräche zur Verfügung steht.
Das WESER5 Diakoniezentrum wird getragen vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main und hält im Frankfurter Bahnhofsviertel fünf qualifizierte Angebote für Wohnsitzlose bereit: einen Tagestreff, eine Soziale Beratungsstelle, eine Notübernachtung, ein Übergangswohnhaus sowie Straßensozialarbeit. Mit der Ausstellung setzt sich nun eine Partnerschaft mit dem VCH-Hotel Spenerhaus fort, im Rahmen derer es bereits im vergangenen Jahr gemeinsame Aktionen gab.
08.03.2010
Johanniter-Cronstetten-Altenhilfe e.V. fördert WESER5 Straßensozialarbeit der Diakonie Frankfurt mit 15.000 Euro
Scheckübergabe am 8. März
Einen Scheck in Höhe von 15.000 Euro für die WESER5 Straßensozialarbeit überreichten Babo Graf von Harrach und Sylvius Hohlt von der Johanniter-Cronstetten-Altenhilfe e.V. (JCA) am vergangenen Montag an die Leiterin des WESER5 Diakoniezentrums, Renate Lutz. Damit leistet die JCA einen wichtigen Beitrag dazu, dass die Stelle einer Straßensozialarbeiterin finanziert werden kann. Dies ist nur mithilfe von Spenden und Fördermitteln möglich.
Die WESER5 Straßensozialarbeit wendet sich an wohnungslose Frauen und Männer, die resigniert haben und von sich aus keine Hilfe in Anspruch nehmen. Sie leben in Abbruchhäusern, auf öffentlichen Plätzen oder im Stadtwald. An diesen Orten sucht die Straßensozialarbeit die Wohnungslosen auf, spricht sie behutsam an und baut langsam Vertrauen auf. Ziel ist, sie an weitere Unterstützungsangebote heranzuführen und erste Schritte zur Veränderung ihrer Lebenssituation einzuleiten. Die WESER5 Straßensozialarbeit ist Teil des WESER5 Diakoniezentrums, das im Frankfurter Bahnhofsviertel fünf qualifizierte Angebote für Wohnsitzlose bereithält. Neben der Straßensozialarbeit sind dies ein Tagestreff, eine Soziale Beratungsstelle, eine Notübernachtung sowie ein Übergangswohnhaus. Getragen wird das WESER5 Diakoniezentrum vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main.
05.03.2010
„Not gibt es auch in der Nachbarschaft...“
Humanity First Deutschland und WESER5 Diakoniezentrum organisierten gemeinsamen Aktionstag zur Obdachlosenhilfe
Einen Aktionstag zur Obdachlosenhilfe organisierten Mitglieder der Hilfsorganisation Humanity First Deutschland in Zusammenarbeit mit dem WESER5 Diakoniezentrum. Unter anderem gaben sie heiße Getränke und Gebäck im WESER5 Tagestreff aus und überbrachten Kleiderspenden, Gesellschaftsspiele sowie alltägliche Gebrauchsgegenstände. Mit der gemeinsamen Veranstaltung, so Volker Qasir von Humanity First, wollten die Organisatoren darauf aufmerksam machen, dass es nicht nur im Ausland oder in Entwicklungsländern notleidende Menschen gebe, sondern auch in Deutschland. Ziel sei, die Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren, dass auch in Nachbarschaften zahlreiche in Not geratene Menschen lebten, die Unterstützung benötigen, betonte die Leiterin des WESER5 Diakoniezentrums, Renate Lutz. Wie die Initiatorin des Projektes, Susan Winkler (Humanity First), erklärte, solle die Aktion der Startschuss für eine weitergehende Zusammenarbeit mit dem WESER5 Diakoniezentrum sein. Die Zahl fünf steht bei der Einrichtung der Diakonie Frankfurt nicht nur für eine Hausnummer in der Weserstraße, sondern für fünf qualifizierte Angebote für Wohnsitzlose: Tagestreff, Straßensozialarbeit, Soziale Beratungsstelle, Notübernachtung und Übergangswohnhaus.
Humanity First (deutsch.: Menschlichkeit zuerst) ist eine im Jahr 1992 gegründete, internationale Hilfsorganisation mit Hauptsitz in London. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, notleidenden und bedürftigen Menschen in aller Welt, unabhängig von Herkunft, Rasse, Nationalität oder Religion, zu helfen. Humanity First verfügt weltweit über ein ausgedehntes Netz von ortsansässigen, ehrenamtlichen Helfern, die innerhalb kürzester Zeit in über 190 Ländern der Welt aktiv werden können. Humanity First Deutschland wurde 1997 gegründet und unterhält hauptsächlich langfristig angelegte Hilfs- und Versorgungsprojekte in Regionen West-Afrikas, die vor allem „Hilfe zur Selbsthilfe“ ermöglichen sollen.
18.02.2010
Haus & Grund Frankfurt am Main e.V. spendet 3.000 Euro für WESER5 Straßensozialarbeit der Diakonie Frankfurt
Spende
Eine Spende in Höhe von 3.000 Euro für die Straßensozialarbeit hat Geschäftsführer Wolf-Bodo Friers von Haus & Grund Frankfurt am Main e.V. am Montag an die Leiterin des WESER5 Diakoniezentrums, Renate Lutz, überbracht. Mit dem Betrag aus Mitteln einer eigenen Stiftung leistet der Verein einen Beitrag dazu, dass die Stelle einer Straßensozialarbeiterin finanziert werden kann. Dies ist nur mithilfe von Spenden und Fördermitteln möglich.
Die WESER5 Straßensozialarbeit wendet sich an wohnungslose Frauen und Männer, die resigniert haben und von sich aus keine Hilfe in Anspruch nehmen. Sie leben in Abbruchhäusern, auf öffentlichen Plätzen oder im Stadtwald. An diesen Orten sucht die Straßensozialarbeit die Wohnungslosen auf, spricht sie behutsam an und baut langsam Vertrauen auf. Ziel ist, sie an weitere Unterstützungsangebote heranzuführen und erste Schritte zur Veränderung ihrer Lebenssituation einzuleiten. Die WESER5 Straßensozialarbeit ist Teil des WESER5 Diakoniezentrums, das im Frankfurter Bahnhofsviertel fünf qualifizierte Angebote für Wohnsitzlose bereithält. Neben der Straßensozialarbeit sind dies ein Tagestreff, eine Soziale Beratungsstelle, eine Notübernachtung sowie ein Übergangswohnhaus. Getragen wird das WESER5 Diakoniezentrum vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main.
Haus & Grund Frankfurt am Main vertritt seit über 125 Jahren die Interessen der privaten Immobilieneigentümer und ist mit rund 9.000 Mitgliedern der größte Grundeigentümerverein in Hessen und einer der größten Eigentümervertreter bundesweit. Seit 1994 existiert zudem die Private Stiftung Haus & Grund Frankfurt, die für die Erhaltung und den Erwerb von privatem Immobilieneigentum eintritt und darüber hinaus soziale und kulturelle Maßnahmen unterstützt.
15.01.2010
Ein starkes Zeichen gegen Kälte:
Über 5.500 Euro für Obdachlose in Frankfurt
Verein Aktiv7 übergab Scheck an WESER5 Straßensozialarbeit der Diakonie Frankfurt/ Hoher Erlös aus erfolgreicher Benefizparty mit bekannten Szene-Größen
Einen Scheck in Höhe von 5.570 Euro überreichten Rebecca Kämpfe, Joy Beacon und Nico Häger vom Verein Aktiv7 am Donnerstag an die Leiterin des WESER5 Diakoniezentrums, Renate Lutz. Es ist der Erlös aus einer Benefizparty, die der Verein am 12. Dezember 2009 im Englischen Theater am Willy-Brandt-Platz organisiert hatte. Dabei waren unter anderem Künstler wie die Band INUKI, United DJ Klitbeats sowie Szene-Größe DJ Julian Smith, die allesamt auf ihre Gage verzichteten. Auch die Deutsche Bank unterstützte die Party mit 2.000 Euro. Aktiv7, eine Gruppe junger Frankfurterinnen und Frankfurter, veranstaltet regelmäßig Szene-Partys und spendet den Erlös für gute Zwecke. Mit seiner Jubiläums-Party erzielte der Verein nun einen neuen Spendenrekord.
Die WESER5 Straßensozialarbeit wendet sich an wohnungslose Frauen und Männer, die resigniert haben und von sich aus keine Hilfe in Anspruch nehmen. Sie leben in Abbruchhäusern, auf öffentlichen Plätzen oder im Stadtwald. An diesen Orten sucht die Straßensozialarbeit die Wohnungslosen auf, spricht sie behutsam an und baut langsam Vertrauen auf. Ziel ist, sie an weitere Unterstützungsangebote heranzuführen und erste Schritte zur Veränderung ihrer Lebenssituation einzuleiten. Die WESER5 Straßensozialarbeit ist Teil des WESER5 Diakoniezentrums, das im Frankfurter Bahnhofsviertel fünf qualifizierte Angebote für Wohnsitzlose bereithält. Neben der Straßensozialarbeit sind dies ein Tagestreff, eine Soziale Beratungsstelle, eine Notübernachtung sowie ein Übergangswohnhaus. Getragen wird das WESER5 Diakoniezentrum vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main.
Aktiv7 wurde als gemeinnütziger Verein von sieben Studenten aus Frankfurt gegründet und veranstaltet seit 2005 regelmäßig „coole Partys“, deren Erlöse einem guten Zweck zukommen.
Unter anderem unterstützte Aktiv7 bereits Plan International und den Verein Frauen helfen Frauen e.V. Im Jahre 2008 förderte Aktiv7 auch die Anschaffung einer Waschmaschine und eines Trockners für den WESER5 Tagestreff.
Foto:
von links nach rechts: Rebecca Kämpfe, Joy Beacon, Nico Häger, Renate Lutz
07.12.2009
Mit Szene-Größen abfeiern hilft Wohnsitzlosen
Verein Aktiv7 unterstützt WESER5 Straßensozialarbeit
Benefiz-Party mit Live-Musik und renommierten DJs am Samstag, dem 12. Dezember im Englischen Theater
Aktiv7, eine Gruppe junger Frankfurterinnen und Frankfurter, veranstaltet regelmäßig Szene-Partys und spendet den Erlös für gute Zwecke. Mit ihrer Jubiläums-Party am Samstag, dem 12. Dezember ab 22 Uhr im Englischen Theater am Willy-Brandt-Platz unterstützt der Verein die WESER5 Straßensozialarbeit der Diakonie Frankfurt. Die Einrichtung wendet sich an wohnungslose Frauen und Männer, die resigniert haben und von sich aus keine Hilfe in Anspruch nehmen. Sie leben in Abbruchhäusern, auf öffentlichen Plätzen oder im Stadtwald. An diesen Orten sucht die Straßensozialarbeit die Wohnungslosen auf, spricht sie behutsam an und baut langsam Vertrauen auf. Ziel ist, sie an weitere Unterstützungsangebote heranzuführen und erste Schritte zur Veränderung ihrer Lebenssituation einzuleiten. Die WESER5 Straßensozialarbeit ist Teil des WESER5 Diakoniezentrums, das im Frankfurter Bahnhofsviertel fünf qualifizierte Angebote für Wohnsitzlose bereithält. Neben der Straßensozialarbeit sind dies ein Tagestreff, eine Soziale Beratungsstelle, eine Notübernachtung sowie ein Übergangswohnhaus.
Für die Benefizparty wünscht sich Aktiv7 zahlreiche Besucherinnen und Besucher, um einen Scheck mit einer möglichst hohen Summe an die WESER5 Straßensozialarbeit überreichen zu können, die dringend auf Unterstützung angewiesen ist. Auch lokale Sponsoren konnten die Mitglieder des Vereins für ihre Idee begeistern. So beteiligt sich zum Beispiel die Deutsche Bank mit 2.000 Euro an der Party und letztlich am Erlös für WESER5. Die Veranstaltung am 12.12.2009 bietet Musik auf höchstem Niveau – von INUKI, einer Live-Band mit einer Mischung aus Electro-Pop-Rock, über feinste House und Hip Hop Tunes vom United DJ Klitbeats, bis hin zum Aushängeschild der Frankfurter Club-Szene, DJ Julian Smith. Garantiert sind preiswerte Getränke und jede Menge Spaß. Der Türen vom Englischen Theater am Willy-Brandt-Platz öffnen um 22 Uhr.
Aktiv7 wurde als gemeinnütziger Verein von sieben Studenten aus Frankfurt gegründet und veranstaltet seit 2005 regelmäßig „coole Partys“, deren Erlöse einem guten Zweck zukommen.
Unter anderem unterstützte Aktiv7 bereits Plan International und den Verein Frauen helfen Frauen e.V. Im Jahre 2008 förderte Aktiv7 auch die Anschaffung einer Waschmaschine und eines Trockners für den WESER5 Tagestreff. Insgesamt konnte der Verein in den letzten vier Jahren mehr als 18.000 Euro an Party-Erlösen spenden.
23.09.2009
Neue Fahrradwerkstatt für Wohnsitzlose im WESER5 Diakoniezentrum
Fahrradspender dringend gesucht/ Angebot möchte Mobilität von Wohnsitzlosen erhalten
Eine neue Fahrradwerkstatt hat im WESER5 Diakoniezentrum ihre Arbeit aufgenommen. Wohnsitzlose haben hier die Möglichkeit, beschädigte Fahrräder unter Anleitung zu reparieren und erhalten dafür die nötigen Ersatzteile. Zudem können sie Fahrräder entleihen. Dabei ist die WESER5 Fahrradwerkstatt keine Konkurrenz zu kommerziellen Fahrradläden, sondern unterstützt gezielt wohnsitzlose Menschen, damit sie mobil bleiben. Die FR Altenhilfe sowie American Express förderten die Ausstattung mit jeweils 1.500,- Euro. Nun ist die WESER5 Fahrradwerkstatt auch auf die Unterstützung der Frankfurter Bevölkerung angewiesen. Die Verantwortlichen rufen dazu auf, nicht mehr benötigte Fahrräder zu spenden, damit sie von bedürftigen Menschen genutzt werden können. Innerhalb des Frankfurter Stadtgebietes können die Räder nach Terminvereinbarung auch abgeholt werden. Bisher gingen zwei Fahrräder als Spenden ein, für Anfang Oktober sind weitere fünf zugesagt. Geplant ist, einen größeren Pool von Fahrrädern aufzubauen, die kurzfristig an Wohnsitzlose ausgeliehen werden können, um ihnen auf diese Weise zu mehr Mobilität zu verhelfen. Geöffnet ist die Werkstatt, die im WESER5 Tagestreff angesiedelt ist, montags bis donnerstags von 8.30 bis 14.00 Uhr sowie sonntags von 9.30 bis 14.00 Uhr.
Der WESER5 Tagestreff ist Teil des WESER5 Diakoniezentrums, das vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main getragen wird. Die Zahl fünf steht dabei nicht nur für eine Hausnummer in der Weserstraße, sondern für fünf qualifizierte Angebote für Wohnsitzlose: Tagestreff, Straßensozialarbeit, Soziale Beratungsstelle, Notübernachtung und Übergangswohnhaus. Hier sind wohnungslose Menschen willkommen, dürfen sich geschützt und angenommen fühlen. Im WESER5 Tagestreff kommen sie zur Ruhe und organisieren ihren Alltag. Hilfe zur Selbsthilfe lautet das Motto. Der Tagestreff besteht seit 1997 und hat sich als stark genutzte Einrichtung im Frankfurter Bahnhofsviertel etabliert. Um die 100 Frauen und Männer besuchen ihn täglich. Essen, Duschen, Gepäckaufbewahrung, Wäscherei und Aufenthaltsräume gehören zum Angebot. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen für Gespräche zur Verfügung, Gemeinschaftsangebote fördern Zusammenhalt.
Kontakt:
WESER5 Tagestreff
Eingang: Gutleutstraße 20
60329 Frankfurt
Telefon: 271358-129
Telefax: 271358-130
E-Mail: tagestreff@weser5.de
www.weser5.de
08.05.2008
Frankfurter Obdachlose profitieren von künstlerischem Engagement
Das WESER5 Diakoniezentrum erhielt über 1000 Euro aus dem Erlös des Projekts „Lauf gegen die Kälte“
Einen Scheck über 1022 Euro übergab der Künstler Heinz Ratz am 30.04 an die Leiterin des WESER5 Diakoniezentrums Renate Lutz . Wofür das Geld genau verwendet werde, darüber sollten die Besucher von WESER5 nun mitentscheiden, betonte sie. Die Summe ist Teil des Erlöses aus dem Projekt „Lauf gegen die Kälte“, das Ratz gemeinsam mit seiner Musikgruppe „Strom und Wasser“ organisierte. Im letzten Winter waren die Künstler insgesamt 1000 Kilometer zu Fuß von Dortmund nach München gelaufen und hatten auf dem Weg insgesamt 30 Konzerte zugunsten von Obdachlosen gegeben. Um auch mittellosen Zuschauern den Besuch zu ermöglichen, verlangten sie keinerlei Eintritt, sammelten stattdessen jedoch Spenden für örtliche Obdachlosen-Organisationen und Projekte. Mit dem Lauf protestierte Ratz gleichzeitig gegen den zunehmenden Abbau von sozialen Einrichtungen und die Kürzungen von Sozialleistungen, die ein wachsendes Gefälle zwischen Arm und Reich zur Folge haben. Der Künstler, der 10 Bücher und 14 CDs veröffentlichte, wurde 1968 als Sohn einer Indianerin und eines Deutschen geboren und lebte unter anderem in Spanien, Peru, Saudi-Arabien, Schweiz, Argentinien und Schottland. Über ein Jahr lang war Ratz selbst obdachlos.
Das WESER5 Diakoniezentrum im Frankfurter Bahnhofsviertel hält fünf qualifizierte Hilfeangebote für wohnsitzlose Menschen unter einem Dach bereit: eine Soziale Beratungsstelle, ein Übergangswohnhaus mit Notübernachtung, Aufsuchende Straßensozialarbeit sowie einen Tagestreff, in den täglich bis zu 100 Besucher kommen.
[Jörn Dietze]
30.04.2008
UMBAU
Der WESER5 Tagestreff wird saniert
Die Öffnungszeiten sind: Sonntag 9 bis 17 Uhr und Montag bis Donnerstag 8.30 bis 17.00 Uhr. Der Eingang Weserstraße 3 und 5 liegt an der Rückseite des Gebäudes, dazu muss man über den Hof gehen.
Die Neueröffnung des WESER5 Tagestreffs ist für August 2008 geplant.
11.03.2008
Spenden Sie für Obdachlose
Kampagne „Sehtest“
Die Bürger einer so wohlhabenden Stadt wie Frankfurt fühlen sich meist weit weg von den Obdachlosen, fast wie in einer anderen Welt.
Die Kommunikation muss es schaffen, die Menschen darauf aufmerksam zu machen, wie nah sie die Obdachlosen in Wirklichkeit sind. Ziel ist, die Menschen zum ersten Schritt zu bewegen, Bereitschaft zur Interaktion herzustellen.
Klischeehafte Darstellungen des Elends und Appelle an das Gewissen werden jedoch kaum ausreichen, um die wahrgenommene Distanz zu überbrücken.
Die Kampagne „Sehtest“ macht den Menschen keinen vordergründigen Vorwurf.
Es ist sicher keine Absicht, wenn die Obdachlosen nicht gesehen werden, – es fehlt einfach nur die passende Sehhilfe.
Poster und Anzeigen, die eine vermeintliche Farbenblindheit zu testen vorgeben, entpuppen sich als Test für eine ganz andere Sehschwäche:
Die Obdachlosenblindheit.
Die Motive fordern dazu auf, genauer hinzuschauen: Erst auf den zweiten Blick erkennt man, was sich hinter den rot-grünen Abbildungen verbirgt. Die Empfehlung zu einem Sehtests konfrontiert die Menschen mit einen Augenzwinkern mit ihrer selbst gewählten „Sehschwäche“.
Der Verzicht auf den erhobenen Zeigefinger und drastische Darstellungen soll es den Menschen leichter machen ihr eigenes Verhalten zu überdenken, und die Bereitschaft wecken, die Obdachlosen in der Stadt zu unterstützen.
17.01.2008
Party bringt 4800 Euro für Obdachlosen-Projekt Weser5
Verein Aktiv7 organisierte 4. Benefiz-Party
4800 Euro, den Erlös einer Benefiz-Party, hat der Verein Aktiv7 an das Diakoniezentrum Weser5 gespendet. Die sieben Studenten Nico Häger, Lorrain de Silva, Bernhard Haas, Kilian Teckemeier, Frank Herzog, Marco Müller und Kay Schmidt, die seit 2005 Benefiz-Partys in Frankfurt veranstalten, überreichten den Scheck am Dienstag Renate Lutz, der Leiterin des Diakoniezentrums Weser5 am Hauptbahnhof. Vom Erlös kauft das Diakonische Werk Frankfurt, Träger der Einrichtung, unter anderem neue Waschmaschinen und Wäschetrockner, um den Obdachlosen weiterhin die Möglichkeit zu bieten, ihre Wäsche regelmäßig zu waschen. „Wir sind sehr froh, mit dem Geld neue Geräte kaufen zu können und finden es toll, dass junge Menschen sich so für die Gemeinnützigkeit engagieren“, sagte Renate Lutz. Demnächst soll das Zentrum modernisiert werden, da komme die Unterstützung gerade rechtzeitig.
Aktiv 7 hatte am 11. Januar zu seiner 4. Benefiz-Party ins Studierendenhaus auf dem Uni-Campus Bockenheim eingeladen und mit mehr als 750 Besuchern den Spendenerlös von 4800 Euro erzielt. „Die Party war auf ganzer Linie ein Erfolg“, erklärte Lorrain de Silva, Pressesprecher von Aktiv 7. „Dank der Unterstützung der Frankfurter Medien, die unsere Party rechtzeitig angekündigt haben, kamen weit mehr Leute, als wir erwartet hatten.“ Die Besucher feierten auf zwei Ebenen zu House & Electro sowie Rock & Pop bis in die frühen Morgenstunden.
Die Aktiv7-Mitglieder freuen sich schon jetzt darauf, in diesem Jahr eine weitere Party zu organisieren. Insgesamt hat der Verein durch die Benefiz-Partys nun mehr als 11.000 Euro spenden können.
Weitere Informationen über den Verein im Internet unter www.aktiv7.de
Kontakt: Nico Häger, Telefon 0178 4122136, E-Mail: nhaeger@googlemail.com
21.12.2007
Engagierte Mitarbeiter setzen sich für Wohnsitzlose ein
Beschäftigte von American Express Frankfurt sammelten Kleidung für das WESER5 Diakoniezentrum
Mit einer Kleiderspende hat American Express auch in diesem Jahr das WESER5 Diakoniezentrum unterstützt. Leiterin Renate Lutz nahm die Kleidungsstücke dankbar entgegen und freute sich zudem über gespendete Plätzchen und Nikoläuse aus Schokolade für die Besucher der Einrichtung. Im Rahmen eines "Day Of Caring" hatten Mitarbeiter gezielt die Art von Kleidung gesammelt, die im WESER5 Diakoniezentrum dringend benötigt wird, um Wohnsitzlose in der kalten Jahreszeit mit dem Nötigsten zu versorgen.
Soziale Verantwortung beginnt vor Ort
Seit 2003 folgen American Express Mitarbeiter in ganz Deutschland jedes Jahr dem Aufruf, sich an einem bestimmten Tag für die Gemeinschaft zu engagieren. Dazu entwickeln sie eigene Aktionen, die sie unter Einbindung ihrer Kollegen eigenverantwortlich umsetzen. Wie Beate Beltermann betont, gehe es darum, dass nicht nur das Unternehmen, sondern auch die einzelnen Mitarbeiter ganz bewusst soziale Verantwortung übernähmen. Sie ist Mitglied eines 12-köpfigen Teams, das soziale Aktivitäten ins Leben ruft, begleitet und die Zusammenarbeit mit WESER5 koordiniert. "Wir sind ein globales Unternehmen mit vielen Standorten, an denen wir uns regional engagieren, weil wir etwas an den Orten tun möchten, wo wir leben und arbeiten", so Beltermann. Als einer der weltweit größten Reise- und Finanzdienstleister beschäftigt American Express mehr als 66.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in über 200 Ländern. Wie Pressesprecherin Ursula Hellstern erklärt, gehöre es seit langem zur Unternehmenskultur, sich neben wirtschaftlichen Zielsetzungen für die Gesellschaft stark zu machen.
Armut im Stadtbild immer sichtbarer
Der Kontakt zwischen WESER5 und American Express war im Jahre 2004 über die Frankfurter Bahnhofsmission entstanden. Seitdem unterstützt das Unternehmen die Einrichtung nicht nur mit Kleiderspende-Aktionen, sondern zum Beispiel auch durch eine regelmäßige Sammlung von Artikeln zur Körperpflege. "Mit Hartz IV ist die Lage für viele Menschen dramatischer geworden", hat Renate Lutz festgestellt. Eine der Folgen sei, dass materielle Not im Stadtbild immer drastischer sichtbar werde. Das WESER5 Diakoniezentrum im Frankfurter Bahnhofsviertel hält fünf qualifizierte Hilfeangebote für wohnsitzlose Menschen unter einem Dach bereit: eine Soziale Beratungsstelle, ein Übergangswohnhaus mit Notübernachtung, Aufsuchende Straßensozialarbeit sowie einen Tagestreff, der jährlich von 21.000 Menschen besucht wird.
[Foto: Rolf Oeser]
20.12.2007
Wegschauen ist lebensgefährlich
Mit der provokanten „Aktion Tuch“ weist die Diakonie auf die Situation Obdachloser hin und möchte zum Handeln aufrütteln
Frankfurt Hauptwache. Ein ganz normaler Werktag kurz vor dem Weihnachtsfest. Auf der Jagd nach den letzten Geschenken hasten Passanten durch die Fußgängerzone. Doch etwas stört die Atmosphäre zwischen Glühweinständen und Karussell gewaltig. Unweit der Katharinenkirche liegt mitten auf der Zeil ein Toter mit einem Tuch bedeckt – so scheint es zumindest. Auch der zufällig in Sichtweite stehende Rettungswagen passt exakt ins Bild. Schnellen Schrittes stolpert eine Frau fast über das vermeintliche Leichentuch. Erschrocken bleibt sie stehen. Dann weicht das Grölen einer Gruppe von Schülern schlagartig Entsetzen. Schockwirkungen, die gewollt sind. Denn bei genauerem Hinsehen entpuppt sich die Szenerie als provokante Aktion. „Siehst Du mich jetzt? Ein Obdachloser hat die letzten Tage hier gesessen. Wetten, dass Sie ihn jetzt sehen?“, ist auf dem Tuch zu lesen, das über eine lebensgroße Puppe gebreitet ist, von der noch die Beine zu sehen sind. Gemeinsam mit der Werbeagentur Saatchi & Saatchi hat das Diakonische Werk für Frankfurt am Main die „Aktion Tuch“ entwickelt, die seit Dienstag in der Innenstadt läuft.
Nur die Spitze des Eisberges
„Wir möchten die Menschen aufrütteln. Sie sollen hinschauen und Hinweise geben, wo Obdachlose Hilfe benötigen“, betont der Leiter des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main, Dr. Michael Frase. Auf solche Unterstützung seien Hilfeeinrichtungen angewiesen, erklärt Bettina Bonnet von der Straßensozialarbeit des WESER5 Diakoniezentrums. „Wir können nicht überall sein, daher bitten wir die Menschen zu reagieren und sich an uns zu wenden, wenn ein Obdachloser irgendwo liegt oder an einer Bushaltestelle sitzt.“ Gerade in der kalten Jahreszeit gelte es, besonders aufmerksam zu sein, keine Zeit zu verlieren und umgehend öffentliche Einrichtungen oder die Polizei zu verständigen. Das könne lebensrettend sein. „Es gibt in Frankfurt ein gut abgestimmtes trägerübergreifendes Hilfesystem. Doch das kann nur funktionieren, wenn die Bevölkerung unterstützend mitarbeitet“, mahnt auch Frase. Schließlich stellten diejenigen Obdachlosen, die im Stadtbild unübersehbar seien, lediglich die Spitze eines Eisberges dar.
Behutsam ansprechen
Wie Bonnet erörtert, übernachten Obdachlose „an den abenteuerlichsten Stellen“ – in Müllcontainern, unter Treppen, Balkonen oder im Wald. Gemeinsam mit Kollegen der Sozialen Beratungsstelle von WESER5 spricht sie die Wohnungslosen an und baut langsam Vertrauen auf. „Wir machen Angebote, aber drängen niemanden zu etwas“, betont sie. Zu rund 300 Obdachlosen hat die Straßensozialarbeit regelmäßigen Kontakt. „Viele dieser Menschen trauen sich nicht, von sich aus Hilfe in Anspruch zu nehmen“, so Bonnet. Ziel sei, sie in weitere Hilfeangebote zu vermitteln. Zum Beispiel in den WESER5 Tagestreff, wo sie dann weitere Schritte hin zur Verbesserung ihrer Lebenssituation einleiten können. „Falls das erst einmal abgelehnt wird, helfen wir immerhin mit einem warmen Schlafsack aus.“
Einsatz, der sich lohnt
Wie effektiv die Arbeit ist, verdeutlicht der Arbeitsbereichsleiter "Diakonische Dienste", Georg Bastian, an einem Beispiel: „Vor kurzen haben wir im Übergangswohnhaus ‚Haus der Diakonie’ durch den Einsatz der Straßensozialarbeit einen Obdachlosen aufnehmen können, der monatelang in Erdhöhlen im Stadtwald gelebt hatte.“ In einem eigenen Zimmer könne er nun wohnen und erhalte begleitend Unterstützung, bis er seine Angelegenheiten selbst regeln könne und eine neue Unterkunft gefunden habe. Das „Haus der Diakonie“ mit 39 Plätzen sowie einer Notübernachtung mit acht Betten ist ebenfalls Bestandteil des WESER5 Diakoniezentrums. Unter einem Dach gelegen ermöglichen fünf qualifizierte Angebote schnelle und unbürokratische Unterstützung. Wie die Leiterin des Zentrums Renate Lutz erörtert, besuchen jährlich 21.000 Menschen den Tagestreff, 900 Männer sprechen in der Sozialen Beratungsstelle vor.
Konfrontiert mit der eigenen „Sehschwäche“
„Die meisten Menschen machen einen Bogen um Obdachlose. Oft geht es dabei nicht ums Geld, sondern sie wollen keine Berührungspunkte“, erklärt Holger Lutz, Geschäftsführer von Saatchi & Saatchi. Die „Aktion Tuch“ sei daher direkt, deutlich und provozierend und setzte bewusst auf Schockwirkung, um die Menschen mit ihrer selbst gewählten „Sehschwäche“ zu konfrontieren. Das Engagement der Werbeagentur, die die Aktion kostenfrei entwickelte, betrachtet Lutz als Übernahme von Verantwortung in der Region: „Wir sind in Frankfurt zu Hause und fühlen uns verpflichtet, mit unserem Knowhow zu helfen – und das ist Kommunikation.“ Wenn die Aktion auch nur einem Obdachlosen das Leben rette, habe sich der Aufwand mehr als gelohnt, so der Geschäftsführer. Die „Aktion Tuch“ läuft noch bis Freitag, 21. Dezember, jeweils von 10 bis 18 Uhr.
[Jörn Dietze]
19.11.2007
"Gemeinsame Sache" mit Langzeitwirkung
Kleiderspende-Aktion der Mitarbeiter von Ernst & Young für Diakonie und Caritas bringt großen Erfolg
Viele Hände öffnen sich und bilden einen Kreis. Die Abbildung auf dem Plakat hat für Andreas Havas Symbolcharakter: "Ein Unternehmen ist nichts abstraktes, sondern besteht aus Menschen, die gemeinsam etwas auf den Weg bringen", bekräftigt der Partner bei Ernst & Young, der eine besondere Aktion initiiert hat: Über vierzehn Tage hinweg haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Prüfungs- und Beratungsunternehmens in Eschborn fleißig ihre Kleiderschränke begutachtet und alles, was sie nicht mehr brauchten, in einen großen Holzcontainer gebracht. Von dem Ergebnis profitieren nun zwei Frankfurter Einrichtungen, die bedürftige Menschen in Frankfurt unterstützen: Der Ökumenische Familien-Markt sowie das WESER5 Diakoniezentrum.
Hilfe mit Mehrfacheffekt
"Wir haben zu der Kleiderspende-Aktion aufgerufen, weil wir als großes Wirtschaftsunternehmen auch eine soziale Verantwortung haben und freuen uns, dass unsere Mitarbeiter bei diesem freiwilligen Engagement so begeistert mitgemacht haben", betont Gunther Ruppel, Vorstandsmitglied von Ernst & Young und Niederlassungsleiter in Frankfurt/Eschborn. Der Erfolg bestätigt ihn: "Die Kleidungsstücke sind allesamt sehr hochwertig", betonen Petra Spöck und Harald Weck vom Leitungsteam des Familien-Marktes, der vom Diakonischen Werk für Frankfurt am Main und dem Caritasverband Frankfurt e.V. gemeinsam getragen wird. Die große Menge an Kleidung hat die Beteiligten überrascht. Havas indes kennt ein Problem, das sich vielen immer wieder stellt, aus eigener Erfahrung: "Man hat gut erhaltene Sachen, die man nicht mehr nutzt, und fragt sich: Wohin mit ihnen, damit sie wirklich bei Menschen ankommen, die Hilfe benötigen?" Dass die beiden Einrichtungen exakt für eine solch sinnvolle Verwendung stehen, hat die Unternehmensvertreter überzeugt: "Uns gefällt das Konzept, dass die Einkäufer im Familien-Markt nicht als Hilfebedürftige sondern als Kunden betrachtet werden", so Havas. Dr. Thea Mohr, Geschäftsführerin des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main, verweist auf den Mehrfacheffekt: "Der Familienmarkt ermöglicht einerseits finanzschwachen Menschen in einem Second-Hand-Kaufhaus zu günstigen Preisen einzukaufen und qualifiziert gleichzeitig im Rahmen von Hartz-IV-Maßnahmen Langzeitarbeitslose in den Bereichen Verkauf, Verwaltung, Logistik und Lagerwesen."
Persönliche Verantwortung wahrnehmen
Auch bei WESER5 bewirken die gesammelten Jacken, Mäntel oder Pullover viel: "Funktionale Kleidung ist immer Mangelware, denn gerade in der kalten Jahreszeit kommen zahlreiche Obdachlose zu uns, die schnell versorgt werden müssen", betont Renate Lutz, Leiterin des Diakoniezentrums im Frankfurter Bahnhofsviertel, das fünf Unterstützungsangebote unter einem Dach bereit hält: eine Soziale Beratungsstelle, einen Tagestreff, ein Übergangswohnhaus mit Notübernachtung sowie Aufsuchende Straßensozialarbeit. "Als Menschen, die Arbeit haben, dürfen wir nicht vergessen, dass wir in einer bestimmten Weise privilegiert sind und persönliche Verantwortung für eine menschenwürdige Gesellschaft tragen", bekräftigt Havas. Bereits seit Jahren engagiert sich Ernst & Young im sozialen, aber auch im Kulturbereich. Unter anderem fungiert das Unternehmen als Hauptsponsor der Frankfurter "Nacht der Museen". Die Ernst & Young AG mit Hauptsitz in Stuttgart ist eine der großen deutschen Prüfungsgesellschaften und das deutsche Mitgliedsunternehmen der weltweit agierenden Ernst & Young International. An 21 Standorten beschäftigt es rund 6.200 Mitarbeiter, mehr als 1.600 von ihnen arbeiten in der Niederlassung Frankfurt/Eschborn.
Netzwerke für die Region
Die Idee zu der Kleiderspende-Aktion entstand bei einer Veranstaltung im Rahmen der "Common Purpose"-Initiative, wo Havas die Geschäftsführerin des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main traf: "Common Purpose bringt Führungskräfte der Region aus den verschiedensten Bereichen zusammen und möchte aktive Verantwortungsträger für die Gesellschaft aufbauen", erklärt Mohr. Der Begriff bedeutet übersetzt so viel wie "gemeinsame Sache" und steht für eine Initiative, die 1989 in Großbritannien gegründet wurde und heute in mehr als 50 Städten in sieben Ländern mit Programmen vertreten ist. In Frankfurt wurde sie im Jahre 2003 unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeisterin Petra Roth auf den Weg gebracht. Dass die Kleiderspende-Aktion die Ernst & Young-Mitarbeiter zu weiteren Ideen inspiriert hat, freut Havas besonders. So sollen in Zukunft etwa Lebensmittel, die bei Konferenzen oder Veranstaltungen übrig geblieben sind, gezielt an soziale Einrichtungen weitergegeben werden. "Dinge anstoßen, aus denen sich dann immer wieder neue Initiativen entwickeln, ist einer der Grundgedanken von Common Purpose", betont Havas und ergänzt: "Es geht um Netzwerke, die Vielfalt im Gemeinwesen repräsentieren". Für Mohr ist die Kleiderspende-Aktion nicht zuletzt ein "tolles Beispiel für Nachhaltigkeit". Schließlich soll der Sammelcontainer nun zu einer Dauereinrichtung im Hause Ernst & Young werden.
15.10.2007
Fliegende Bälle und jede Menge Spannung
An jedem letzten Sonntag im Monat findet im WESER 5-Tagestreff ein
Mit welchem Ehrgeiz die 12 Männer bei der Sache sind, sieht man ihren Gesichtern an. Rund um die Tischtennisplatte im WESER5-Tagestreff haben sie sich versammelt, um wie jeden Monat ihren Champion zu küren. Echte Endspiel-Stimmung kommt auf, wenn die umstehenden Zuschauern ihre Favoriten lautstark anfeuern. Immerhin darf sich der Gewinner über 15 Euro Preisgeld freuen. Doch das Turnier, bei dem stets Hobbysportler unterschiedlichster Nationalitäten um den „Titel“ kämpfen, lohne sich für alle, betont Organisator Jürgen Hepp:“ Tischtennis leistet einen wichtigen und regelmäßigen Beitrag zu einer angenehmeren Tagesstrukturierung.“ Viele entdeckten bei sich auch eine Steigerung ihrer Leistung und ihres Ehrgeizes.“ „Besonders gerne treten viele der Männer gegen deutlich bessere Spieler. Dabei sind sie sehr lernwillig“. Zudem habe das Spielen im Tagestreff schon 3 Besucher motiviert, in Tischtennisvereine einzutreten.
Auch unter der Woche finden Spielwillige im Tagestreff meist einen Partner, mit dem sie sich die Bälle zuspielen und können. Tischtennis spielen kann man im Tagestreff von Sonntag bis Donnerstag (12 – 16 Uhr). Die Turniere finden an jedem letzten Sonntag im Monat um 11 Uhr statt. Als Preisgelder winken: 15, 10, 5 €. Und natürlich für alle Kaffee, Tee, Spaß und jede Menge Spannung.
Insgesamt besuchen täglich zwischen 80 und 100 Menschen den WESER 5-Tagestreff. Die meisten von ihnen sind wohnungslos und von Armut betroffen, nächtigen im Freien oder sind in Notunterkünften untergebracht. Viele leben vereinsamt und isoliert und haben sonst keine sozialen Kontakte. Im Tagestreff halten sie sich auf, essen, waschen ihre Wäsche, duschen, betreiben Körperhygiene. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter führen sie an Hilfeangebote heran, die wesentlich zur Verbesserung ihrer Lebenssituation beitragen. Dazu gehören insbesondere auch die anderen Unterstützungsangebote des WESER5 Diakoniezentrums, zu dem neben dem Tagestreff eine soziale Beratungsstelle, ein Übergangswohnhaus, eine Notübernachtung sowie aufsuchende Straßensozialarbeit gehören.
20.07.2007
Wärmende Rhythmen
WESER5-Tagestreff feierte die 100. Ausgabe des Musikcafés „Socialclub“
Mit einem Grillfest hat der „Socialclub“ des WESER5 Tagestreffs im Frankfurter Bahnhofsviertel am 18. Juli seine 100. Veranstaltung gefeiert. Seit Frühjahr 2005 bietet das Musikcafé jeden Mittwoch zwischen 7 Uhr 45 und 17 Uhr einen musikalischen Themenschwerpunkt. Vater der Idee ist Gerald Hintze, Mitarbeiter im Tagestreff und Kurator der Weißfrauen Diakoniekirche, die sich ein Stockwerk über den Räumen befindet: „Ich wollte etwas für die Atmosphäre tun und etwas Kommunikatives schaffen“. Also nahm er einen Ghetto-Blaster und einige CDs und betätigte sich als Diskjockey. Mit großem Erfolg: Heute ist der „Socialclub“ ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil des Tagestreffs, in den täglich zwischen 80 und 100 Besucherinnen und Besucher kommen.
Lebenssituationen verbessern
Die meisten von ihnen sind wohnungslos und von Armut betroffen, nächtigen im Freien oder sind in Notunterkünften untergebracht. Viele leben vereinsamt und isoliert und haben sonst keine sozialen Kontakte. Im Tagestreff halten sie sich auf, essen, waschen ihre Wäsche, duschen, betreiben Körperhygiene. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter führen sie an Hilfeangebote heran, die wesentlich zur Verbesserung ihrer Lebenssituation beitragen. Dazu gehören insbesondere auch die anderen Unterstützungsangebote des WESER5 Diakoniezentrums, zu dem neben dem Tagestreff eine soziale Beratungsstelle, ein Übergangswohnhaus, eine Notübernachtung sowie aufsuchende Straßensozialarbeit gehören.
Entspannen oder „Rauslassen“
Sehr aufmerksam beobachtet Diskjockey Hintze was im Raum geschieht und reagiert flexibel auf Stimmungen: „Ich muss einfühlsam sein und anhand der Atmosphäre entscheiden, ob etwas Entspannendes angesagt ist oder die Leute rauslassen wollen und ich laut aufdrehen soll.“ Dann, betont sein Kollege Matthias Roth werde auch mal getanzt, zumindest aber mitgewippt oder mit dem Finger geschnipst. Andererseits gebe es immer wieder „intensive Zuhörphasen“, wie Hintze sie nennt. „Dann spiele ich Songs mit anspruchsvollen Texten oder Stücke, die Erinnerungen hervorrufen. Oft werden die Leute ganz still“. Auch auf jahreszeitliche Besonderheiten geht Hintze mit seiner Songauswahl ein: „In der Passionszeit lege ich zum Beispiel Gospels und Spirituals auf, vor Weihnachten auch mal Hirtenmusik.“
Welt-Musik
Die Liste der musikalischen Themen indes, die in den Jahren auf dem Programm standen, liest sich wie ein Lexikon der neueren Musikgeschichte: Country, Delta Blues, Bebop, Rock oder „House of the Rising Sun“. Liebevoll gestaltete kleine Zeitungen gehören jede Woche dazu. Hier gibt Hintze Informationen zu den jeweiligen Künstlern und Songs, zur Musikrichtung sowie ihrer Einordnung in die Geschichte. Und nimmt auch mal von Besuchern verfasste Kurzgeschichten, Gedichte und Zeichnungen auf - oder Fotos, die er selbst im Urlaub gemacht hat, zum Beispiel zur Situation Wohnungsloser in Paris. Nicht selten greift er auf die umfangreiche CD-Sammlung von Tagestreff-Mitarbeiter Matthias Roth zurück. Oder nimmt dankbar Anregungen und Wünsche der Besucher auf. „Viele hier haben einen Migrationshintergrund und wünschen sich auch mal Musik aus ihrer Heimat.“ Dann scheut Hintze keine Mühe, um an die entsprechenden CDs zu gelangen. „Ich klappere Läden ab oder sehe, ob ich es über Bekannte bekommen kann.“ So stellte ihm ein polnischer Tontechniker zum Beispiel 300 Titel aus seinem Heimatland zusammen.
Es geht um Wertschätzung
Musik ist für Hintze schließlich ein ideales Medium, um Themen und Stimmungen auch zwischen verschiedenen Kulturen zu transportieren. Im Zusammenhang mit einem Song von Harry Belafonte ging es zum Beispiel um Martin Luther Kings legendäre Rede „I have a Dream – Ich habe einen Traum.“ Und bei Peter Maffays „Woran glaubst Du?“ oder Queens „Save Me“ wird dann auch lauthals mitgesungen. „Weil sich die Menschen mit den Texten identifizieren“, weiß Hintze, der auch während er als DJ in Aktion ist stets als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Alle zwei Wochen werden die Besucherinnen und Besucher des „Socialclubs“ zudem von engagierten Frauen der Evangelischen Hoffnungsgemeinde mit Canapés verpflegt. „Es geht um Wertschätzung“, betont Hintze, „wir möchten Wärme weitergeben und den Menschen durch die Rhythmen zumindest für einen Moment das Bleierne nehmen, was ihr Leben oftmals bestimmt.“
Kontakt:
WESER5 Diakoniezentrum
Weserstraße 5
60329 Frankfurt am Main
Tel: 069 / 271358-0
Fax: 069 / 271358-100
www.weser5.de
[Jörn Dietze]
30.03.2007
Ein Schlafsack macht oft den Anfang....
Die Straßensozialarbeit des Diakoniezentrums WESER5 erhält
Mit einem Betrag von 45.000 Euro unterstützt die Johanniter Cronstetten Altenhilfe e.V. (JCA) die Straßensozialarbeit des Diakoniezentrums WESER5. Einen entsprechenden Scheck übergaben die JCA-Vorstandsmitglieder Jobst-Babo Graf Harrach und Johann Gottlieb Freiherr von Süsskind-Schwendi am Mittwoch an die Einrichtung des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main. Wie dessen Vorsitzender Dr. Michael Frase bekräftigte, seien Engagement und Bürgerbeteiligung für soziale Einrichtungen heute wichtiger denn je: „Projektorientierte Zusammenarbeit mit Partnern wie der JCA ist ein Erfolgsmodell für die Zukunft“, sagte er und betonte: „Ohne die Unterstützung aus Stiftungsgeldern und Spenden wäre die Straßensozialarbeit nicht möglich“. So versetze die JCA die Einrichtung nun in die Lage, die halbe Stelle einer Straßensozialarbeiterin für zwei Jahre zu finanzieren. Dass dies ein Startsignal für weitere Zuwendungen ist, hofft der DW-Vorsitzende, denn: „Unser Ziel ist letztendlich, eine ganze Stelle aus Spendenmitteln zu finanzieren.“
Langsam Vertrauen gewinnen
Wie bitter nötig dies in Frankfurt ist, unterstrich Graf Harrach: „Dass immer mehr alte Menschen unter den 300 bis 400 Wohnungslosen sind, die in Frankfurt unter schwierigen Verhältnissen auf der Straße leben, ist ein alarmierendes Zeichen“, betonte er. Die Unterstützung der Straßensozialarbeit schlage daher eine direkte Brücke zum JCA-Stiftungszweck „Altenbetreuung“. Bettina Bonnet bestätigte dies: „Ältere Leute haben oft besonders große Hemmungen, Unterstützungsangebote anzunehmen, da sie nicht von Fürsorge abhängig sein wollen“, erklärte die Straßensozialarbeiterin von WESER 5, „daher müssen wir sie zunächst ganz vorsichtig ansprechen, damit sie langsam Vertrauen zu uns gewinnen“. Oftmals lebten die Menschen in Abbruchhäusern, alten Garagen oder in Erdhöhlen im Stadtwald. An diesen Orten sucht Bonnet sie mit einer Kollegin aus der sozialen Beratungsstelle des Diakoniezentrums auf. Um sie zu finden, gehen die Mitarbeiterinnen auch Hinweisen aus der Bevölkerung nach.
Ein erster Schritt zu weiterer Hilfe
„Unser Ziel ist, die Menschen in weitere Hilfeangebote zu vermitteln“, betonte Renate Lutz, Leiterin des Diakoniezentrums WESER5. Dies sei in den meisten Fällen jedoch nur Schrittweise möglich: „Zunächst geht es oftmals darum, ihnen einen Schlafsack zur Verfügung zu stellen.“ Dass die Straßensozialarbeit ein Baustein im Gesamtkonzept des Diakoniezentrums WESER5 ist, zu dem außerdem ein Tagestreff, eine soziale Beratungsstelle, eine Notübernachtung sowie ein Übergangswohnhaus gehört, spielt für die Kontakte eine entscheidende Rolle: „Wenn wir einen Wohnungslosen dazu bewegen können, das niedrigschwellige Angebot unseres Tagestreffs zu nutzen, ist ein erster Schritt hin zu weiteren Hilfeleistungen getan.“ Zwischen März und Dezember letzten Jahres habe die Straßensozialarbeit zu über 100 Wohnungslosen Kontakt aufgenommen, 28 Menschen konnten die Sozialarbeiterinnen in Notunterkünfte vermitteln, 5 gar in eigenen Wohnraum.
Arbeit verdient „nachhaltige Unterstützung“
Wie Bettina Bonnet erörterte, lebten viele dieser Menschen über einen langen Zeitraum hinweg auf der Straße. Körperliche wie psychische Erkrankungen sowie Verelendung seien oftmals die Folge. Sie wieder an Hilfesysteme heranzuführen sei „sozial dringend“, betonte Johann Gottlieb Freiherr von Süsskind-Schwendi, Vorstandsvorsitzender der Johanniter Cronstetten Altenhilfe e.V., die 1979 gegründet wurde und mit Hilfe der Johanniter-Unfall-Hilfe über 80 alte Menschen betreut. Im Rahmen der Pflege ermöglicht sie persönliche Zuwendung, die über das hinaus geht, was durch Leistungskataloge abgerechnet werden kann. Die JCA hat zudem ein Seminarangebot für Menschen entwickelt, die ehrenamtlich in der Altenbetreuung tätig werden möchten. Darüber hinaus fördert sie Initiativen, die sich Betreuung und Unterstützung alter Menschen zum Ziel gesetzt haben. In diesem Kontext, so Graf Harrach, verdiene auch die Straßensozialarbeit von WESER5 nachhaltige Unterstützung.




























