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Mit über 120 Teilnehmenden ist die Fachtagung des Inklusions-Projekts „Vielfalt stärken – Vielfalt leben“ am 1. Februar 2016 im Frankfurter Dominikanerkloster ein großer Erfolg. Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlichster pädagogischer Einrichtungen, von Fachstellen der Stadt Frankfurt, Frühförderstellen, Trägervertretungen, Fachberatungen, Krabbelstuben und Kindertageseinrichtungen informieren sich über Zielsetzungen und den Stand des Projektes und erhielten fachlichen Input. Anschließend diskutieren sie politische Notwendigkeiten und Konsequenzen. Im August 2015 startete das von der Aktion Mensch geförderte Modellprojekt „Vielfalt stärken - Vielfalt leben“ der Diakonie Frankfurt. Es zielt auf die Verbesserung der Lebensqualität von Kindern mit Behinderung und ihrer Familien. U3-Kindertageseinrichtungen, die Kinder mit Behinderung oder Entwicklungsverzögerung aufnehmen und entsprechend ihrer Fähigkeiten fördern, werden gezielt unterstützt und begleitet. Bereits sieben U3-Kindertageseinrichtungen nehmen an dem Projekt teil und werden nun stetig über einen Zeitraum von 16 Monaten fachlich begleitet. Prof. Dr. phil. Maria Kron von der Universität Siegen wirft in ihrem Fachvortrag „Gemeinsam (auf)wachsen - Gemeinsame Erziehung & Bildung in der frühen Kindheit“ die kritische Frage auf, warum Menschen zunächst als Behinderte etikettiert und damit ausgegliedert werden müssten, um sie dann in die Gesellschaft wieder einzugliedern. Inklusion sei ein Prozess der selbstverständlichen Zugehörigkeit, in der die Unterschiedlichkeit der Menschen anerkannt, geachtet und geschätzt werde und in dem ihre Teilhabe von Beginn an gewährleitet sei. Um auf dem Weg zu „Inklusion von Anfang an“ weiter voran zu kommen, seien weitreichende Einigungsprozesse - auch unter Fachkräften - notwendig. In der anschließenden Podiumsdiskussion mit der Dezernentin für Soziales, Senioren, Jugend und Recht der Stadt Frankfurt, Prof. Dr. Daniela Birkenfeld sowie der Dezernentin für Bildung und Frauen der Stadt Frankfurt, Sarah Sorge, wird deutlich, dass Frankfurt im Hinblick auf Inklusion zwar auf einem guten Weg ist, es aber noch zahlreiche Hürden zu überwinden gilt. Dazu gehörten zum Beispiel, wie die Dezernentinnen übereinstimmend betonten, die sehr komplexen Finanzierungssysteme für inklusive Maßnahmen sowie die Zuständigkeiten verschiedener Kostenträger.