Abschiebungsbeobachtung am Flughafen Frankfurt

Frauen und Männer aus anderen Ländern, deren Aufenthaltserlaubnis abgelaufen ist, können aus Deutschland abgeschoben werden. In der Regel versetzt eine Abschiebung die Betroffenen in psychische Extremsituationen. Die Hoffnung, in Deutschland bleiben zu können erlischt, die Sorge, was in der Heimat, in der sie teilweise verfolgt wurden, geschehen wird, nimmt überhand. Ziel der Abschiebungsbeobachtung ist es, die Praxis von Abschiebungen zu beobachten und damit Transparenz in einem nicht allgemeinen zugänglichen und öffentlich nicht kontrollierten Bereich staatlichen Handelns herzustellen.

Die Abschiebungsbeobachterinnen haben Zugang zu den Räumen, in denen sich Abzuschiebende aufhalten. Die Abschiebungsbeobachterinnen haben kein Recht, aktiv in die Abschiebungsmaßnahme einzugreifen, wohl aber über die Inspektionsleitung zu intervenieren wenn ihnen z.B. die Verhältnismäßigkeit der Mittel, welche die Behörden einsetzen, unangemessen erscheint.
Begleitet wird die Arbeit der Abschiebungsbeobachterinnen durch das Forum Abschiebungsbeobachtung am Flughafen Frankfurt (FAFF). Dort berichten sie über ihre Arbeit und stellen Einzelfälle vor, die im Forum besprochen und bewertet werden.

Das Forum veröffentlicht jährlich einen Bericht über seine Arbeit.
In dem Forum arbeiten Kirchen, Bundespolizei und Flüchtlings- und Menschenrechtsinitiativen zusammen, um die Lage der Betroffenen zu verbessern. Die Beobachterinnen widmen sich vor allem problematischen Abschiebungen von Familien und anderen besonders Schutzbedürftigen.

Sie sind auch Ansprechpartnerinnen für Initiativen, Kirchengemeinden und Beratungsstellen, die ihnen über besonders problematische Fälle berichten.