Flüchtlingsunterkunft Bonames

In höchster Not und in der Hoffnung auf ein sicheres Leben fliehen Menschen aus ihrer Heimat. Sie haben Traumatisches erlebt und meist ihre gesamten Ersparnisse in die Flucht investiert. Die Lebenslagen sind durch politische Verfolgung, Krieg, Flucht, Menschenrechtsverletzungen oder fundamentale Armut geprägt. Die Situation der Kinder und Jugendlichen ist dramatisch. Erlebnisse von Flucht und Vertreibung prägen die Entwicklung im Kindes- und Jugendalter entscheidend. Unklare Zukunftsperspektiven in Verbindung mit der Angst um Angehörige im Heimatland kennzeichnen die Situation der Asylsuchenden und Flüchtlinge und sind im Hinblick auf eine Integration und die Verarbeitung des Erlebten im Blick. Neben einer adäquaten temporären Unterbringung der Asylsuchenden und Flüchtlinge in Großeinrichtungen sind Hilfestellungen bei der Orientierung sowie alltagsstrukturierende Angebote zentral.

Im Juni 2016 übernahm das Diakonische Werk für Frankfurt am Main im Auftrag der Stadt Frankfurt am Main als Betreiber eine Flüchtlingseinrichtung mit 350 Plätzen am Standort „Alter Flugplatz“. Die Verweildauer der vom Regierungspräsidium zugewiesenen Flüchtlingsfamilien mit Bleibeperspektive liegt bei bis zu 3 Jahren. Konzeptions- und Planungsarbeiten wurden bereits im März 2016 gemeinsam mit der Stadt Frankfurt am Main aufgenommen. Das Errichten der Wohneinheiten mit Infrastruktur ist in Vorbereitung.

In der Flüchtlingsunterkunft stehen folgende Ziele im Fokus:

- Familien sollen nach langer und beschwerlicher Flucht zur Ruhe finden, eine Verarbeitung von psychischen Belastungen und Traumatisierung soll ermöglicht werden.
- Die Gestaltung einer Tagesstruktur und die Einbindung in die soziale Infrastruktur sowie die Entwicklung von Stärke gegenüber belastenden Situationen und die Ausbildung von Resilienz sollen gefördert werden.
- Soziale, gesellschaftliche und berufliche Integration sowie Teilhabe sollen gezielt gefördert werden, insbesondere durch Förderung in den Bereichen Bildung und Kultur sowie durch eine gezielte Sprachförderung und die Initiierung von positiven Begegnungen mit Bewohnern vor Ort.
- Bewohner sollen für Umwelt- und Naturschutz sowie für ihre Umgebung sensibilisiert werden.
- Akzeptanz für die Flüchtlingsunterkunft im Stadtteil sowie eine gute Nachbarschaft werden gefördert.

Eine Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsunterkunft fördert und stärkt den Integrationsprozess von Asylsuchenden und Flüchtlingen. Ehrenamtliche begleiten Projekte und initiieren Aktivitäten. Sie sind zudem wichtige Botschafter. Positive Begegnungen zwischen Asylsuchenden und Flüchtlingen und Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern stehen dabei mit im Fokus und tragen zu einem guten sozialen Klima bei. Auch die Diskussion mit Bürgern im Hinblick auf die Akzeptanz der Flüchtlingsunterkunft wird durch ehrenamtliches Engagement beispielhaft gestärkt.