„…Von Gauklern, Händlern und Artisten…“

Bis 15. Juni widmete sich eine Ausstellung im Dominikanerkloster der Wohngemeinschaft Bonameser Straße 

Wie sieht es aus, das Leben der „Gaukler, Händler und Artisten“ an der Bonameser Straße im Frankfurter Norden? Das zeigte eine Ausstellung des Diakonischen Werks für Frankfurt am Main des Evangelischen Regionalverbandes vom 8. Mai bis 15. Juni 2018 im Refektorium und im Kreuzgang des Dominikanerklosters, Kurt-Schumacher-Straße 23, in der Frankfurter Innenstadt.

Ausstellung bietet spannende Einblicke in ein ganz besonderes Wohngebiet

Der Wohnwagenstandplatz Bonameser Straße, heute Wohngemeinschaft Bonameser Straße, besteht seit 1953. Die Wurzeln der dort ansässigen ambulanten Gewerbetreibenden und Schausteller lassen sich jedoch lange in der Geschichte und auch in Frankfurt am Main zurückverfolgen. Die Ausstellung erzählt und reflektiert deren Lebenswirklichkeit gestern und heute anhand unterschiedlicher Medien. Den Besucherinnen und Besuchern bieten sich spannende Einblicke in ein ganz eigenes Wohngebiet, das vor über 60 Jahren entstand und von einer besonderen Geschichte geprägt ist.

Die Evangelische Kirche setzte sich seit der Entstehung des Geländes von der Ebene der Kirchengemeinde bis zur Leitung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau mit Martin Niemöller für die Belange der auf dem Wohnwagenstandplatz (WSP) lebenden Menschen ein. Auf kommunaler Ebene wurden daraufhin die bisherigen Lösungsmodelle überdacht und neue Strategien entwickelt, die in Frankfurt am Main schließlich zu besseren Lebensverhältnissen auf dem Gelände führten. Über all die Jahre legten die Bewohnerinnen und Bewohner ein außerordentliches Engagement an den Tag und kämpften für ihre spezielle Wohn- und Lebensform.

Der Kampf führte schließlich nicht nur zum Erhalt des Geländes, sondern auch zu einer akzeptierenden Haltung auf kommunalpolitischer Ebene, die die Anpassung der Lebensbedingungen im Wohngebiet an das restliche Stadtgebiet ermöglichte. Die Legalisierung des Geländes als Wohngebiet steht allerdings bis heute noch aus. Sonja Keil, zuständig für die Gemeinwesenarbeit der Diakonie Frankfurt auf dem Wohnwagenplatz, hat aktuell ein Buch zu dem Thema veröffentlicht und die Ausstellung konzipiert.

Am 7. Mai wurde die Ausstellung offiziell durch Pfarrer Dr. Michael Frase, Leiter der Diakonie Frankfurt, eröffnet, begleitet durch ein „Zauberhaftes Programm“ von Heidi Fletterer.

Kontakt: Sonja Keil Telefon: 069 24751496901 E-Mail: sonja.keil@diakonischeswerk-frankfurt.de