Wohngemeinschaften für dementiell Erkrankte

Konzentriert zählt die 79-Jährige die Anzahl der Eier mit, die ihre Mitbewohnerin in den Teig des Marmorkuchens schlägt. Bei fünf ist Schluss. In der freundlichen Wohnküche mit dem Blick ins Grüne fühlt sich die alte Dame wohl. Weil sie einiges Durcheinanderbrachte, ist sie vor zwei Jahren aus ihrer Wohnung in die Wohngemeinschaft in Preungesheim gezogen. Hier kann ihr nichts passieren, auch wenn sie mal versehentlich die Herdplatte anlässt: Es ist immer jemand da.

Leben wie in einer Familie

Angehörige der rund 10.000 dementiell erkrankten Frankfurter finden in den familienähnlichen Strukturen der drei Wohngemeinschaften der Evangelischen Gesellschaft eine gute Alternative zum Heim. Das Diakonische Werk für Frankfurt am Main war bei ihrer Gründung hessenweit Vorreiter, mit der Stadt Frankfurt bestehen Leistungsvereinbarungen. In Preungesheim leben sieben ältere Frankfurter auf 220 Quadratmetern zusammen, jeder im selbst eingerichteten Zimmer. Die Türen sind breit genug für Rollstühle, Haltegriffe sorgen für Sicherheit im Alltag und das Pflegebad ist mit einer Dusche ausgestattet, in die man auch hineinrollen kann. Rundlaufende Wege im Haus und im Garten erleichtern das Zurückfinden. Alltagsbegleiter stehen den dementiell Erkrankten rund um die Uhr zur Seite, ambulante Pflegedienste kommen ins Haus und die Angehörigen sind gut eingebunden.