Lilith – Wohnen für Frauen

„Bei uns gab es eher eine Nase voll Koks zum Frühstück als ein Brötchen.“ Die Frau Anfang 40, die das erzählt, konnte sich aus dieser Situation befreien. Dank Lilith. Wohnungslose Frauen in Krisensituationen finden in der gepflegten Villa im Zentrum für Frauen am Frankfurter Zoo ein Zimmer und Unterstützung von Sozialarbeiterinnen. Im Notfall können sie mit ihren Kindern auf Notbetten übernachten. Allerdings nimmt Lilith sie nicht auf, wenn sie akut psychisch krank sind oder illegale Drogen nehmen.

Ängste überwinden

Die Frauen finden bei Lilith Schutz, Ruhe und intensive Beratung und Begleitung. Sie lernen, Ängste zu überwinden, innere Stabilität aufzubauen und eine Lebensperspektive, die zukunftstauglich ist. Sozialarbeiterinnen füllen gemeinsam mit den Frauen Hartz-IV-Anträge aus oder melden sie bei der Krankenversicherung an.

100 Jahre alte Tradition

Lilith –Wohnen für Frauen geht auf eine mehr als 100 Jahre alte Tradition in Frankfurt zurück. Schon 1910 stellte die evangelische Kirche Geld für die professionelle Betreuung von wohnsitzlosen Frauen bereit, die damals meist vom Land kamen. Heute stehen dem Projekt vier Etagen mit jeweils sieben Einzelzimmern zur Verfügung. Die Frauen einer Wohngruppe nutzen Küche und Bad gemeinsam und lernen so, sich wieder in eine Gruppe einzufügen.

Ein Problem nach dem anderen lösen

Meist ist Wohnungslosigkeit nur ein Problem von mehreren und aus der Wohnungslosigkeit entstehen wiederum neue Schwierigkeiten. Lilith arbeitet daher eng mit dem Jugend- und Sozialamt, dem Jobcenter Frankfurt, Suchtberatungsstellen, Therapeuten, psychiatrischen Kliniken und der Schuldnerberatung zusammen. So gelingt es immer wieder, Frauen fit zu machen, damit sie von Lilith aus in eine eigene Wohnung einziehen können. So wie die ehemalige Kokserin.