Diakoniezentrum WESER5

Es ist kalt auf der Straße. Frauen und Männer, die „Platte machen“, in Hauseingängen, auf U-Bahnschächten oder im Wald schlafen, sind besonders gefährdet. Von Betrunkenen getreten, ständig in Sorge um ihre Sachen, resigniert, isoliert. An der Weserstraße 5 im Bahnhofsviertel, steht ein ganzes Haus für sie: das Diakoniezentrum WESER5.

Doch der Weg dorthin ist für manche zu weit. Ein Schlafsack und eine Kanne warmer Tee von der Straßensozialarbeit überreicht, wirkt für viele als erster Türöffner. Sie brauchen Gespräche direkt bei sich auf der Platte, um Vertrauen und Mut für den nächsten Schritt zu sammeln. Er kann in die Notübernachtung im WESER 5 führen, erstmal wieder Aufatmen unter einem schützenden Dach.

Vielleicht ergeben sich weitere Gespräche mit erfahrenen Sozialarbeitern, die vor allem zuhören, diesmal in der Wärme. Die Fachleute in der Sozialen Beratungsstelle im WESER5 wissen Wege und packen beim Lösen von Problemen mit an.

Zum WESER5 Tagestreff am Turm der Weißfrauenkirche sind es nur ein paar Schritte ums Eck. Die meisten Frauen und Männer, die dort hinkommen, haben Platte gemacht oder leben noch immer ohne feste Unterkunft. Es gibt warmes Essen und Kaffee, Duschen, Waschmaschinen und PCs.

Ist die Zeit in der Notübernachtung abgelaufen, kann der nächste Schritt in das Übergangswohnhaus führen. Es liegt ebenfalls hinter der grau gestrichenen Fassade an der Weserstraße 5. Von dort soll keiner weggehen, ohne die Aussicht auf mehr Selbstbestimmung – sei es in einer Reha- oder Therapieeinrichtung, im Betreuten Wohnen oder in einem Job.